9punkt - Die Debattenrundschau
Lernen zu verhandeln
Kommentierter Rundblick durch die Feuilletondebatten. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
10.07.2024. Putin schießt gern auf Kinderkrankenhäuser. In der FAZ beschreibt der amerikanische Künstler Clemens Poole, der in Kiew lebt, die Zerstörung der Ochmatdyt-Klinik. In Le Monde holt der Politologe Frédéric Sawick die französische Linke auf den Boden der Tatsachen zurück: Mit dem "Volk" hat sie nicht viel zu tun - das wählt extrem rechts. In der Welt antwortet der Historiker Gadi Taub auf Etgar Keret, der Krieg mag Netanjahu nutzen - aber er wird von den Israelis auch befürwortet. Amerikanische Medien wussten von Joe Bidens Gesundheitszustand, aber sie berichten erst jetzt, konstatiert die FAZ.
Efeu - Die Kulturrundschau
vom
10.07.2024
finden Sie hier
Europa
Putin hat bekanntlich ein Krebskrankenhaus für Kinder in Kiew mit Raketen angegriffen, vielleicht um Narendra Modi, der gerade in Moskau weilt, ein Spektakel zu bieten, oder um den gleichzeitig stattfindenden Nato-Gipfel zu verhöhnen. Der US-amerikanische Künstler Clemens Poole lebt unweit der Ochmatdyt-Klinik und beschreibt in der FAZ, was er gesehen hat. "Als wir um die Ecke bogen, erblickten wir den eigentlichen Explosionsort. Nun war alles deutlich, die Zerstörung breitete sich vor uns aus. Um eine eingestürzte Ecke eines mehrstöckigen Gebäudes war bereits ein Menschenmeer versammelt, und plötzlich waren wir mitten unter ihnen. Rettungskräfte, Soldaten, Krankenhauspersonal und spontan dazugekommene Anwohner wie wir bildeten Menschenketten, um Ziegel und Trümmer weiterzureichen. Chirurgische Masken, Wasser und Arbeitshandschuhe wurden verteilt. Wir taten, was getan werden musste. Wir machten immer weiter, obwohl der Trümmerberg unverändert riesig schien."
Eiskalt holt der Politologe Frédéric Sawick in Le Monde die französische Linke auf den Boden der Tatsachen zurück. Ihren relativen Sieg verdanke sie dem Wunsch der Wähler, die extreme Rechte zu verhindern. Aber ihre eigene Wählerschaft entspricht so gar nicht ihrer Klassenkampfrhetorik und sei "zu wenig volksnah". "Ihr Zuspruch in den Banlieues, in denen Mieter von Sozialwohnungen und Bevölkerungsgruppen mit Migrationshintergrund dominieren, und bei den unter 35-Jährigen kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie in der Arbeiterklasse und der unteren Mittelschicht nicht mehr verankert ist. Die Karte der RN-Wahlkreise spricht fast für sich: Das Rassemblement National hat die Sozialistische Partei (PS) und die Kommunistische Partei Frankreichs (PCF) aus Nord- und Nordostfrankreich verdrängt. Das Beispiel Pas-de-Calais ist archetypisch: 2012 hielt die Linke dort elf von zwölf Wahlkreisen; 2024 keinen einzigen mehr (zwei Wahlkreise sind macronistisch, zehn RN, von denen sechs Kandidaten im ersten Wahlgang gewählt wurden!)"
Timothy Garton Ash blickt bei Zeit Online auf die Wahlen in Großbritannien und Frankreich. Macron flog zu nah an die Sonne und stürzte ab, bedauert er, dabei hätte ihn die Welt als "mächtigsten Verfechter" Europas dringend gebraucht. Frankreich "wird weiterhin eine starke Stellung in Europa haben, aber jetzt eine schwache Regierung. Macrons Macht und Einfluss sind empfindlich geschwächt - und daran ist er ganz alleine schuld. Der britische Ex-Premier Rishi Sunak hat sich wahrscheinlich verkalkuliert, als er vorgezogene Neuwahlen verkündete (und dann mit einem verregneten Wahlkampf voller Patzer baden ging), aber er hätte ohnehin bis Ende des Jahres Wahlen ansetzen müssen. Und es war klar, dass für die Konservativen nach 14 Jahren Regierungszeit, in der sie dem Land derartigen Schaden zugefügt haben, ihr letztes Stündlein geschlagen hatte."
Nicht das französische Wahlverfahren ist das Problem, meint auch der Politikwissenschaftler Luc Rouban im Interview mit Leo Klimm vom Spiegel: "Das Problem heißt Emmanuel Macron. ... Dem Geist der Verfassung entspräche es, dass Macron zurücktritt, wenn seine Politik im Parlament keine Unterstützung mehr findet. Nur eine neue Präsidentschaftswahl kann wirklich Klarheit schaffen."
Der Macron-Biograf Joseph de Weck erklärt im Zeit-Online-Interview mit Yasmine M'Barek, warum er Zweifel hat, dass sich der Charakter des französischen Präsidenten mit seiner neuen Rolle vereinen lässt: "Er müsste jetzt eher wie ein deutscher Bundespräsident oder ein italienischer Staatspräsident agieren, der sich aus der Parteipolitik zurückzieht und vor allem darum bemüht ist, die demokratischen Institutionen zu wahren. Er müsste lernen, zu verhandeln, auf die Leute zuzugehen, zuzuhören, selbst in den Hintergrund zu treten - was mit seinem Charakter nicht unbedingt zusammenpasst. Vielleicht könnte ihm Frank-Walter Steinmeier ein paar Tipps geben."
Giorgia Meloni versucht nach außen respektabel zu erscheinen, aber in der Jugendorganisation ihrer "Brüder Italiens" wurden von einem Online-Magazin rechtsextreme Umtriebe aufgezeigt (unser Resümee). Liliana Segre, italienische Auschwitz-Überlebende, traut der Fassade der Postfaschisten im Gespräch mit Karen Krüger von der FAZ nicht über den Weg: Man habe nach dem Motto gelebt "'Wir müssen ein modernes und beruhigendes Bild abgeben, werden aber nichts von dem verleugnen, was wir gewesen sind.' Die Recherche von Fanpage hat gezeigt, welche Auswirkungen es hat, wenn eine solche Kontinuität nicht gebrochen wird. Es wurde mehrfach an die Partei herangetragen, sich zum Antifaschismus zu bekennen und die MSI-Trikolore aus dem Parteiwappen zu entfernen."
Eiskalt holt der Politologe Frédéric Sawick in Le Monde die französische Linke auf den Boden der Tatsachen zurück. Ihren relativen Sieg verdanke sie dem Wunsch der Wähler, die extreme Rechte zu verhindern. Aber ihre eigene Wählerschaft entspricht so gar nicht ihrer Klassenkampfrhetorik und sei "zu wenig volksnah". "Ihr Zuspruch in den Banlieues, in denen Mieter von Sozialwohnungen und Bevölkerungsgruppen mit Migrationshintergrund dominieren, und bei den unter 35-Jährigen kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie in der Arbeiterklasse und der unteren Mittelschicht nicht mehr verankert ist. Die Karte der RN-Wahlkreise spricht fast für sich: Das Rassemblement National hat die Sozialistische Partei (PS) und die Kommunistische Partei Frankreichs (PCF) aus Nord- und Nordostfrankreich verdrängt. Das Beispiel Pas-de-Calais ist archetypisch: 2012 hielt die Linke dort elf von zwölf Wahlkreisen; 2024 keinen einzigen mehr (zwei Wahlkreise sind macronistisch, zehn RN, von denen sechs Kandidaten im ersten Wahlgang gewählt wurden!)"
Timothy Garton Ash blickt bei Zeit Online auf die Wahlen in Großbritannien und Frankreich. Macron flog zu nah an die Sonne und stürzte ab, bedauert er, dabei hätte ihn die Welt als "mächtigsten Verfechter" Europas dringend gebraucht. Frankreich "wird weiterhin eine starke Stellung in Europa haben, aber jetzt eine schwache Regierung. Macrons Macht und Einfluss sind empfindlich geschwächt - und daran ist er ganz alleine schuld. Der britische Ex-Premier Rishi Sunak hat sich wahrscheinlich verkalkuliert, als er vorgezogene Neuwahlen verkündete (und dann mit einem verregneten Wahlkampf voller Patzer baden ging), aber er hätte ohnehin bis Ende des Jahres Wahlen ansetzen müssen. Und es war klar, dass für die Konservativen nach 14 Jahren Regierungszeit, in der sie dem Land derartigen Schaden zugefügt haben, ihr letztes Stündlein geschlagen hatte."
Nicht das französische Wahlverfahren ist das Problem, meint auch der Politikwissenschaftler Luc Rouban im Interview mit Leo Klimm vom Spiegel: "Das Problem heißt Emmanuel Macron. ... Dem Geist der Verfassung entspräche es, dass Macron zurücktritt, wenn seine Politik im Parlament keine Unterstützung mehr findet. Nur eine neue Präsidentschaftswahl kann wirklich Klarheit schaffen."
Der Macron-Biograf Joseph de Weck erklärt im Zeit-Online-Interview mit Yasmine M'Barek, warum er Zweifel hat, dass sich der Charakter des französischen Präsidenten mit seiner neuen Rolle vereinen lässt: "Er müsste jetzt eher wie ein deutscher Bundespräsident oder ein italienischer Staatspräsident agieren, der sich aus der Parteipolitik zurückzieht und vor allem darum bemüht ist, die demokratischen Institutionen zu wahren. Er müsste lernen, zu verhandeln, auf die Leute zuzugehen, zuzuhören, selbst in den Hintergrund zu treten - was mit seinem Charakter nicht unbedingt zusammenpasst. Vielleicht könnte ihm Frank-Walter Steinmeier ein paar Tipps geben."
Giorgia Meloni versucht nach außen respektabel zu erscheinen, aber in der Jugendorganisation ihrer "Brüder Italiens" wurden von einem Online-Magazin rechtsextreme Umtriebe aufgezeigt (unser Resümee). Liliana Segre, italienische Auschwitz-Überlebende, traut der Fassade der Postfaschisten im Gespräch mit Karen Krüger von der FAZ nicht über den Weg: Man habe nach dem Motto gelebt "'Wir müssen ein modernes und beruhigendes Bild abgeben, werden aber nichts von dem verleugnen, was wir gewesen sind.' Die Recherche von Fanpage hat gezeigt, welche Auswirkungen es hat, wenn eine solche Kontinuität nicht gebrochen wird. Es wurde mehrfach an die Partei herangetragen, sich zum Antifaschismus zu bekennen und die MSI-Trikolore aus dem Parteiwappen zu entfernen."
Ideen
Falko Schmieder ist Mitherausgeber des neuen Lexikons "Grundbegriffe des 20. Jahrhunderts" (einige Artikel stehen hier online), einem Nachfolger des berühmten Bandes von Reinhart Kosellek. Im Welt-Interview erklärt Schmieder, wie sich Begriffe, deren Bedeutungsentwicklung Kosselek und die Historiker um ihn für abgeschlossen hielten, weiter verändert haben. So zum Beispiel der Begriff "Trauma": "Die Geschichte des Traumabegriffs ist eine Art Kulturgeschichte der Gewalt im 20. Jahrhundert. Sie ist vielfach frakturiert, von Brüchen durchzogen - so wie das katastrophale Jahrhundert insgesamt. Ursprünglich stand Trauma für Wunde, später bezeichnete man damit seelische Verletzungen, die mit psychischen Erschütterungen einhergehen. Historisch war der Traumabegriff mit verschiedenen Ausdrücken verbunden, wie etwa Schreckneurose, Kriegszitterer, bomb-shell-syndrome, KZ-Syndrom oder PTBS. Diese verweisen auf jeweils spezifische Formen der Gewalt. Auffällig ist, dass die Begriffsbildung sich oft erst nachträglich ergibt, nach einer längeren Auseinandersetzung mit den Schrecken."
Medien
Amerikanische Medien wussten von Joe Bidens Gesundheitszustand und haben nicht darüber berichtet, erzählt Nina Rehfeld in der FAZ - erst jetzt überschlagen sie sich mit Berichterstattung, etwa über den Parkinson-Arzt, der das Weiße Haus in den letzten Monaten achtmal besucht hat. Das ist neu. Noch "als das konservative Wall Street Journal Anfang Juni eine Geschichte veröffentlichte, in der sich zahlreiche Menschen aus Bidens Nähe entsprechend geäußert hatten, war ein Entrüstungssturm in den Medien losgebrochen; nun streut man sich Asche aufs Haupt. 'Machten sich die Medien mitschuldig daran, Bidens Probleme zu verstecken?', fragt etwa CNN."
Politik
Der israelische Historiker Gadi Taub antwortet in der Welt auf einen "Hilferuf aus Israel" des Schriftstellers Etgar Keret in der SZ (unser Resümee). Keret beschuldigte Benjamin Netanjahu unter anderem, den Krieg weiterzuführen, um einer Gefängnisstrafe am Ende seines Korruptions-Prozesses zu entgehen. Taub hält das nicht für ein valides Argument : "Den Krieg bis zum Sieg fortzusetzen, ist sicherlich hilfreich für Netanjahus Karriere. Das liegt aber daran, dass eine Mehrheit der Israelis der Meinung ist, dass es für unsere Sicherheit entscheidend ist, die Hamas zu besiegen. Sie ist der schwächste unserer Feinde. Wenn wir sie nicht besiegen, wird unser Blut im Wasser treiben und noch größere Haie anlocken."
Claudia Schwartz (NZZ) hat die ARD-Serie gesehen (hier in der Mediathek zu sehen), die Angela Merkels 70. Geburtstag würdigen soll, und vermisst zwei biografische Besonderheiten, die die erste deutsche Kanzlerin selbst so sehr zu verdrängen bemüht gewesen sei: "Unschwer zu verstehen, dass Merkel als zweifache Außenseiterin kaum je weder über ihr Frausein noch über ihre Ost-Herkunft gesprochen hat. Der Gedanke drängt sich auf, dass sie just mit diesen beiden Eigenschaften, auf die sie am wenigsten Wert legte, die nachhaltigste Wirkung erzeugte. Frauen an der Macht sind heute viel selbstverständlicher als zu Merkels Anfängen und ihr Anteil an diesem Umstand viel größer, als ihr zugestanden wird."
Claudia Schwartz (NZZ) hat die ARD-Serie gesehen (hier in der Mediathek zu sehen), die Angela Merkels 70. Geburtstag würdigen soll, und vermisst zwei biografische Besonderheiten, die die erste deutsche Kanzlerin selbst so sehr zu verdrängen bemüht gewesen sei: "Unschwer zu verstehen, dass Merkel als zweifache Außenseiterin kaum je weder über ihr Frausein noch über ihre Ost-Herkunft gesprochen hat. Der Gedanke drängt sich auf, dass sie just mit diesen beiden Eigenschaften, auf die sie am wenigsten Wert legte, die nachhaltigste Wirkung erzeugte. Frauen an der Macht sind heute viel selbstverständlicher als zu Merkels Anfängen und ihr Anteil an diesem Umstand viel größer, als ihr zugestanden wird."
Kulturmarkt
Rosa Budde unterhält sich für die taz mit Klaus Farin und Annette Staib vom kleinen Hirnkost-Verlag, der gerade durch eine Soli-Aktion eine Pleite abwenden konnte. Sie klagen über den Zustand der Branche. 300 von 4.000 unabhängigen Buchhandlungen haben in den letzten drei Jahren geschlossen, so Staib. "Das ist eine Katastrophe. Ich bin ursprünglich Buchhändlerin und habe lange in Buchhandlungen gearbeitet. Aber es ist so schwierig geworden. Das liegt nicht nur an Corona und dem Krieg in der Ukraine. Der Buchhandel in Deutschland befindet sich in der Misere. Jede Buchhandlung muss jetzt mit dem Internet konkurrieren. Die Kunden kommen und bestellen viele Bücher zur Ansicht. Am Ende kaufen sie die Bücher dann bei Amazon, dabei kosten die ja überall das Gleiche. Die Buchhandlung muss die ganzen Bücher zurückschicken und bezahlt dafür."
Gesellschaft
Die modische Linke kultiviert einen Antisemitismus, den sie sich durch praktische Dokumente wie die "Jerusalemer Erklärung" gern wegerklärt. Und der Antisemitimus rechtsextremer oder -populistischer Parteien ist keineswegs verschwunden, konstatiert Richatrd C. Schnelder in seiner Spiegel-Kolumne: "Die Mitte der Gesellschaft verschwindet. Die natürlichen Verbündeten der Juden von links gegen den altbekannten rechten Antisemitismus brechen weg. Der offene Hass kommt nun gerade von dieser Seite - das reicht hinein bis in den engeren Bekanntenkreis, das erlebe auch ich in diesen Tagen. Und so wirkt der entfesselte progressiv-linke Antisemitismus zusammen mit dem islamistischen Judenhass bedrohlicher als der Judenhass von rechts."
Massenhaft haben Türkei-Fans beim letzten Spiel ihrer Mannschaft den "Wolfsgruß" gezeigt. Das ist auch Schuld der deutschen Politik, ärgert sich der Duisburger Pädagoge und Autor Burak Yilmaz in der SZ: "Seit 2020 liegt ein Verbotsantrag der Grauen Wölfe und ihrer Symbole auf dem Tisch des Innenministeriums. Nancy Faeser sitzt das Problem aus. Sie und ihr Ministerium tragen die politische Verantwortung für diesen Tabubruch. Hätten sie ein Verbot der Grauen Wölfe und die Strafbarkeit des Wolfgrußes durchgesetzt, wären jetzt strafrechtliche Konsequenzen möglich. Wenn Rechtsextreme keine Grenzen spüren, dann werden sie täglich neue Tabus brechen."
Massenhaft haben Türkei-Fans beim letzten Spiel ihrer Mannschaft den "Wolfsgruß" gezeigt. Das ist auch Schuld der deutschen Politik, ärgert sich der Duisburger Pädagoge und Autor Burak Yilmaz in der SZ: "Seit 2020 liegt ein Verbotsantrag der Grauen Wölfe und ihrer Symbole auf dem Tisch des Innenministeriums. Nancy Faeser sitzt das Problem aus. Sie und ihr Ministerium tragen die politische Verantwortung für diesen Tabubruch. Hätten sie ein Verbot der Grauen Wölfe und die Strafbarkeit des Wolfgrußes durchgesetzt, wären jetzt strafrechtliche Konsequenzen möglich. Wenn Rechtsextreme keine Grenzen spüren, dann werden sie täglich neue Tabus brechen."
2 Kommentare