9punkt - Die Debattenrundschau - Archiv

Kulturmarkt

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9punkt - Die Debattenrundschau vom 22.05.2026 - Kulturmarkt

Die FAZ hat gemeinsam mit der Thalia-Kette eine Art "Buchclub" gegründet. Man einigt sich mit Verlagen, und dann wird ein Buch in der FAZ sowie in den Thalia-Buchläden auch ganz groß herausgestellt, so geschehen etwa mit Leila Slimanis letztem Roman "Trag das Feuer weiter". Hat das noch was mit Literaturkritik zu tun, fragt Hans-Jürgen Jakobs, äh, in der SZ: "Es geht konkret um jeweils 65.000 Euro. Diese Summe erscheint in einem Vermarktungskonzept vom 13. März, das der Thalia-Konzern (rund 570 Buchhandlungen) an etwaig interessierte Verlage verschickte. Das Geld verlangt man für Platzierungen bei Thalia (auf Sonderverkaufsflächen in eigenen Buchläden, auf der Homepage oder auf Social Media) sowie in den Medien der FAZ." Durch diese Marketingaktionen werden große Verlage wie Randomhouse begünstigt, fürchtet Jakobs, und überhaupt: "Was bei solchen Verbundaktionen in Verruf kommen könnte, ist die eigene Glaubwürdigkeit - Haupttrumpf im Wettstreit mit den in der Branche beliebt gewordenen Buch-Influencern."

Buch in der Debatte

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Rund dreißig Autorinnen und Autoren haben dem Westend-Verlag in Neu-Isenburg gekündigt, weil der das Buch "Links - Deutsch / Deutsch - Links" von Pauline Voss und Julian Reichelt herausgegeben hat: "Darin sehen die Autorinnen und Autoren eine Öffnung des Verlags für Positionen, die der AfD nahestünden", berichtet unter anderem die FR. "So habe der Verlag 'das Spektrum ihrer Veröffentlichungen bis hin zur extremen Rechten erweitert'. Kritisiert wird, dass der Verlag Personen eine Plattform biete, die 'große Teile des demokratischen Spektrums verunglimpfen'. Die Unterzeichnenden erklären, sie hätten den Westend-Verlag bislang als Ort eines pluralen, demokratisch geprägten Debattenraums verstanden."

Der Verlag "nahm den Brief 'mit Bedauern' zur Kenntnis", berichtet Sebastian Beug in der Welt, und "verweist auf die leicht geänderte Positionierung auf seiner Website. 'Wir verstehen uns ausdrücklich als Plattform für kritische, an sozialer Gerechtigkeit und umfassender Teilhabe orientierte Perspektiven auf gesellschaftliche Entwicklungen - ohne Anspruch auf ideologische Geschlossenheit', heißt es dort." Dass Westend immer auch ein Verlag für Verschwörungstheoretiker war, wird von keiner Seite erwähnt.

9punkt - Die Debattenrundschau vom 21.05.2026 - Kulturmarkt

Eine Podiumsdiskussion zum Thema "Klasse" bei der re:publica in Berlin sorgt für Empörung bei Social Media: Die beiden Autoren Mareice Kaiser und Hanno Sauer verglichen die Vorschüsse, die sie jeweis für ihre neuen Bücher bekommen hatten. Während Sauer 160.000 Euro Vorschuss nannte, waren es bei Kaiser 15.000. Die Schriftstellerin Berit Glanz eruiert bei 54 books die Mechanismen, mit denen Verlage heutzutage Vorschüsse berechnen. 160.000 sind jedenfalls ungewöhnlich viel und werden selten wieder eingespielt. Warum zahlt ein Verlag trotzdem so viel?: "Hohe Vorschüsse dienen dazu Autoren an einen Verlag zu binden, sie sind also auch Aussagen darüber, welche Zukunftsperspektive ein Verlag der Gesamtkarriere einer Person zuschreibt. Manchmal geht es auch ganz pragmatisch darum, dafür zu sorgen, dass ein anderer Verlag einen potentiellen Bestsellerautor nicht abwirbt. Deswegen kommt es regelmäßig zu sehr hohen Vorschüssen und das hat in den vergangenen Jahren sogar noch zugenommen. Für Autoren ist die Höhe auch deswegen relevant, weil sie fast immer einiges über den kommenden Marketingeinsatz des Verlags aussagt: Hohe Vorleistung bedeutet einen hohen Einsatz des Verlags beim Verkauf des Buches." 

Maja Beckers findet die Aufregung um die unterschiedlichen Vorschüsse übertrieben, wie sie bei Zeit Online erklärt. Der Buchmarkt funktioniert eben anders, meint sie: "Ein Buch lässt sich kaum nach einem einheitlichen Maßstab messen und danach bezahlen. Man weiß immer erst nach der Lektüre eines Buches, ob man es kaufen sollte. Auch diese Unsicherheit, diese Überraschung, die der Kultur eingeschrieben ist, führt zu unerwarteten Erfolgen, zu Unsicherheit, zur Notwendigkeit zu wetten. Eigentlich wunderbar." Bei BlueSky weist Aida Baghernejad darauf hin, dass Sauers Vorschuss vermutlich auch den erwarteten Auslandsverkäufe geschuldet ist.

9punkt - Die Debattenrundschau vom 19.05.2026 - Kulturmarkt

In einem großen Artikel für Le Monde resümiert Nicolas Truong den Stand der Affäre um das Verlagshaus Grasset. Der erzreaktionäre Tycoon Vincent Bolloré hat es tatsächlich geschafft, einen Großteil des Medien- und Verlagswesens an sich zu reißen, und das in Frankreich, wo der Markt ohnehin viel konzentrierter ist als in Deutschland. Wenige unabhängige Verlage verbleiben, konstatiert Truong, der auch mit der Verlagskennerin und Philosophin Laëtitia Riss gesprochen hat. Und "viele historische Verlage haben Schwierigkeiten, Käufer zu finden. Die 1938 gegründeten Editions Corti, in deren Programm insbesondere die großen Werke des Romanciers Julien Gracq und des Philosophen Gaston Bachelard zu finden sind, 'wurde von zwei Generationen von Autoren und Verlegern übernommen, um die Kontinuität in Ermangelung einer familiären Nachfolge zu ermöglichen', freut sich die Philosophin, die in diesem Beispiel ein Vorbild sieht."

Ganz anders als in Deutschland hat die populistische bis extreme Rechte in Frankreich durch Bolloré eine furchterregende Durchschlagskraft erhalten, konstatiert auch Laurent Joffrin in librejournal.fr. Bolloré gehört zum Beispiel auch Canal Plus, einst ein sehr renommierter Kabel- und Privatsender und Kofinanzier sehr vieler französischer Filme. "Auf den Spuren seines Besitzers kündigt der Chef von Canal Plus, Maxime Saada, an, dass er die von 600 Filmschaffenden gestartete Petition gegen den Einfluss der Bolloré-Gruppe als schwarze Liste nutzen werde. Es komme nicht mehr in Frage, mit diesen unverschämten Leuten zusammenzuarbeiten, die die Frechheit besitzen, den Kreuzzug des großen Zampanos zu kritisieren, obwohl sie von seiner Großzügigkeit profitieren. Das ist der intellektuelle Terrorismus von Canal Bolloré..."

"Was das bei der Wucht von Canal Plus für das französische Kino heißt, lässt sich noch gar nicht abschätzen", schreibt Oliver Meiler in der SZ. Die Unterzeichner hatten Bollorés "Expansionsstrategie" als "katholisch und rechtsextrem" kritisiert. "Und nun? Für die Petitionäre ist Bollorés 'frontale' Reaktion nur ein weiterer Beleg dafür, wie er mit denen umgehe, die ihn kritisierten, die politisch anders denken würden als er." Weitere Hintergründe im Standard.

In der in Libération veröffentlichten Petition der Filmleute heißt es: "Die Abwicklung des (für Filmförderung zuständigen, d.Red.) Centre national du cinéma und des öffentlichen Rundfunks ist Teil des Programms des Rassemblement national. Wollen wir das Risiko eingehen, dass morgen nur noch Propagandafilme im Dienste einer Ideologie finanziert werden? Der Kulturkampf, von dem überall die Rede ist, bezeichnet nicht bloß eine Auseinandersetzung zwischen Ideen. Wenn wir das französische Kino in die Hände eines rechtsextremen Chefs geben, riskieren wir nicht nur eine Vereinheitlichung der Filme, sondern auch eine faschistische Kontrolle über das kollektive Bewusstsein."

Es gibt ein Pendant zu Bolloré auf der Linken, den Geschäftsmann Matthieu Pigasse. Ihn portätieren  Thierry Keller und Jérémy Chicheportiche in der Zeitschrift Franc Tireur. Pigasse möchte die französische Linke um Jean-Luc Mélenchon an die Macht bringen. Sein Imperium ist längst nicht so groß wie das seines Widersachers. Mit Les Inrockuptibles und Radio Nova besitzt er aber Medien, die von der Jugend konsumiert werden: "Seit er davon träumt, den Elysée-Palast für die Linke zu erobern, setzt der Bankier voll und ganz auf die 'Free Palestine'-Karte, selbst wenn er dafür alle Comedians rekrutieren muss, die in Sachen Antisemitismus höchst fragwürdig sind, um die Einschaltquoten von Radio Nova anzukurbeln. Er verkündet stolz, dass der Sender dadurch innerhalb eines Jahres 900.000 Hörer gewonnen hat, aber ist das wirklich so beruhigend für den Zustand der Jugend und des Landes? Das kümmert ihn nicht. Er will gewinnen: Hörer, Geld und die Präsidentschaftswahlen."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 11.05.2026 - Kulturmarkt

Solche Geschichten werden in den Feuilletons eher doch nicht erzählt: Tchibo steigt bei Hugendubel ein. Tillmann Neuscheler erzählt auf den Wirtschaftsseiten der FAZ vom schwierigen Buchmarkt und den Erfolgen und Nöten der Hugendubel-Kette, die nach wir vor im wesentlichen in Familienbesitz ist, geleitet von Nina und Maximilian Hugendubel. "Im November gaben die Geschwister bekannt, dass die Tchibo-Eigentümerfamilie Herz bei Hugendubel einsteigt. 'Wir kennen die Familie Herz schon lange, schon unser Vater hat mit ihr zusammengearbeitet', sagt Nina Hugendubel, denn die Herzens sind auch Eigentümer des Buchgroßhändlers Libri, der Hugendubel seit Jahrzehnten beliefert. 'Deshalb haben wir uns bei der Suche nach einem langfristigen Investor an die Familie Herz gewendet', sagt Nina Hugendubel. Die Hamburger Unternehmerfamilie beteiligt sich im Rahmen einer Kapitalerhöhung an Hugendubel - welchen Anteil sie genau hält, wird nicht verraten; nur, dass es um eine Minderheitsbeteiligung geht."
Stichwörter: Hugendubel, Tchibo, Buchmarkt

9punkt - Die Debattenrundschau vom 07.05.2026 - Kulturmarkt

Uli Black ist selbst Autor im Selbstverlag und hat gerade einen Roman publiziert, den er unter die Leute bringen will. In der FAZ schreibt er einen etwas zwiespältigen Artikel über die Szene der Booktokerinnen, der Instagramerinnen (scheint eine ganz andere Szene zu sein) und die seit langem existierende Plattform "Lovelybooks". Diese Szenen bescheren der Verlagsbranche kräftige Umsätze mit den Genres "New Adult", "Young Adult", "Romantasy" und wie sie alle heißen. Er selbst ist nach mehreren Versuchen auch von einigen Instragramerinnen erhört worden und darum ganz bezirzt. Dennoch schreibt er auch über Manipulationen in dem Business. "Im Netz bieten Marketing-Agenturen ganz offen an, Rezensionen gegen Bezahlung zu 'organisieren'. Für rund 1.000 Euro gibt es beispielsweise ein Paket aus 20 Bewertungen bei Amazon und 30 auf Lovely Books (natürlich alle mit 5 Sternen). Wer mehr zahlt, bekommt auch mehr, nach oben offen. Auf meine Nachfrage bei einer Agentur nach der Rechtmäßigkeit, folgt nur ein lapidarer Satz: 'Das machen alle so.'"
Stichwörter: Influencer, Booktok, Instagram

9punkt - Die Debattenrundschau vom 29.04.2026 - Kulturmarkt

So ganz gleichgültig hat der Auszug von mehr als 250 Autoren aus dem Verlag Grasset den rechtsextremen Eigentümer Vincent Bolloré dann doch nicht gelassen, freut sich im Interview mit dem Tagesspiegel die Schriftstellerin Anne Berest: "Er hat sich am darauffolgenden Wochenende in der Sonntagszeitung Le Journal du Dimanche (JDD), die ihm selbst gehört, geäußert. Auf seinen Text folgte ein Artikel eines rechtsextremen Autors, mit einer Passage, in der Olivier Nora explizit als 'jüdisch' bezeichnet wurde. In der jüngsten Ausgabe des JDD erschien nun ein Artikel, in dem unsere WhatsApp-Unterhaltung wiedergegeben wurde, was gesetzlich verboten ist. Bollorés Reaktion zeigt eine erste Schwachstelle. Als er in den vergangenen Jahren die Sender Canal+ und später i-tele (heute CNews) und das JDD gekauft hat, reagierte er nie auf die Kritik und die Streiks, die folgten. Diesmal konnte er vielleicht nicht mehr schweigen, die Vorgänge waren einfach zu gewaltig."
Stichwörter: Grasset, Bollore, Vincent

9punkt - Die Debattenrundschau vom 25.04.2026 - Kulturmarkt

Dass der Eklat um den Verlag Grasset (unsere Resümees) keine Petitesse aus der Pariser Verlagsszene ist, macht Daniel Steinvorth in der NZZ klar: "Vincent Bolloré ist Frankreichs mächtigster Medienmanager. Er hat eine Vielzahl von Sendern, Zeitungen und Verlagen unter seiner Kontrolle. Dazu zählen der Verlagsriese Hachette, dem auch Grasset gehört, CNews, der meistgesehene Fernsehsender des Landes, der Radiosender Europe 1 oder das einflussreiche Journal du Dimanche." Selten wird der religiöse Aspekt am Rechtspopulismus wahrgenommen, umso verdienstvoller, dass Steinvorth auch diesen beleuchtet. Unter Bezug auf die katholische Zeitung La Croix erzählt er, wie sich um Bolloré seit Jahren ein katholischer Mikrokosmos gebildet hat. "In dessen Zentrum stehe ein traditionalistischer Priester, Abbé Gabriel Grimaud, der als geistlicher Berater wirke, religiöse Aktivitäten organisiere und im Hintergrund an den spirituellen Programmen im Bolloré-Netzwerk mitarbeite. So soll Grimaud etwa die Sendung 'Dieu merci!' auf Direct 8 geprägt haben, in der bewusst Themen aufgegriffen wurden, über die in der Amtskirche kaum noch gesprochen werde - Engel, Sünde, Hölle und Teufel." Der Katholizismus soll gleichzeitig auch als Schmiermittel für eine Annäherung der bürgerlichen und der extremen Rechten fungieren, so Steinvorth.

9punkt - Die Debattenrundschau vom 24.04.2026 - Kulturmarkt

Auch die Schriftstellerin Virginie Despentes hat den Verlag Grasset verlassen, nachdem der Eigentümer, der rechtsextreme Milliardär Vincent Bolloré, den Grasset-Verleger Olivier Nora rausgeschmissen hatte. Ein gutes Beispiel dafür, wie zerstritten Frankreich zur Zeit ist. Aber eigentlich ist das nichts besonderes, meint Despentes im Interview mit der SZ: "Ich glaube, ein Teil des Landes ist tatsächlich bereit für die extreme Rechte oder fühlt sich mit ihr wohl. Während ein anderer Teil dagegen aufsteht. Das passt gut zu unserer Geschichte, wir hatten immer wieder solche Momente. Denken Sie an 1981, als François Mitterrand gewählt wurde. Ich war alt genug, um das mitzuerleben: Ein Teil des Volkes war richtig angewidert. Genau da liegt der Denkfehler von Leuten wie Bolloré. Die glauben, es sei typisch französisch, Andersdenkende zum Schweigen zu bringen. Klar, im Zweiten Weltkrieg gab es eine faktische Unterdrückung Andersdenkender. Aber das hat uns Franzosen nicht daran gehindert, uns tief zu spalten in ein Lager, das die deutschen Besatzer akzeptierte, und eines, das vehement dagegen war. Wir waren schon immer ein sehr polarisiertes Land. Ich habe immer hier gelebt, mir erscheint das also normal."
Stichwörter: Despentes, Virginie, Grasset

9punkt - Die Debattenrundschau vom 23.04.2026 - Kulturmarkt

Nach der Entlassung des französischen Grasset-Verlegers Olivier Nora durch den rechtsextremen Tycoon Vincent Bolloré verließen auch rund 200 Grasset-Autoren jeder politischen Couleur den Verlag  (unser Resümee). In der SZ begründet Bernard-Henri Levy seinen Abgang: "Diese lebendige Vergangenheit lasse ich nun hinter mir. Nie mehr, so stelle ich es mir vor, werde ich die alte Holztreppe hinaufsteigen, die vor mir schon François Mauriac und Marcel Proust gegangen sind. Und dieser Gedanke erfüllt mich mit bodenloser Traurigkeit. Was mich dagegen tröstet, ist die schöne Welle der Solidarität, die auf diese in ihrer Brutalität beispiellose Absetzung gefolgt ist. Ich freue mich darüber zunächst für ihn, für Olivier Nora. (...) Ich freue mich aber auch über diesen Aufstand des Gewissens - mein Freund, der katholische Philosoph Maurice Clavel, der in meinen Anfängen eine der prägenden Seelen des Hauses war, hätte gesagt: einen Aufstand der Geister und des Geistes -, gegen etwas, das sehr nach einer Machtübernahme und einem Akt der Revanche aussieht."

"Die Schlacht ist verloren. Grasset ist tot. Bolloré hat ihm den Todesstoß versetzt", meint Pascal Bruckner nach seinem Grasset-Abgang im Interview mit der Welt: "Es ist übrigens ein zweiter Tod. Der Verlagsgründer Bernard Grasset hatte während der deutschen Besatzung kollaboriert. Ihm drohte die 'nationale Unwürde' (indignité nationale). Irgendjemand fand, dass es schade sei um den Verlag, und rettete ihn. Es gehört zur Ironie der Geschichte, dass es Bolloré gelingt, woran Bernard Grasset gescheitert ist. Bolloré ist nicht kultiviert. Er liest nicht. Bücher interessieren ihn nicht. Was er will, ist die Macht. Deshalb hat er die russische Journalistin Xenia Fedorova seinem Sender CNews, Europe 1 und dem Verlag Fayard aufgedrückt. Es heißt, sie sei seine Mätresse. Sie ist die Stimme Putins, Bolloré ist Putins Strohmann. Es geht nicht um Christentum, es geht nicht um Immigration. Es geht um Putin." Über Boualem Sansal, dessen Streit mit Nora der Auslöser für den ganzen Schlamassel gewesen sein soll (unsere Resümees), sagt er: "Ich fürchte, Boualem ist instrumentalisiert worden und sein Buch könnte, weil es bei Grasset erscheint, von den Buchhändlern boykottiert werden."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 21.04.2026 - Kulturmarkt

Der Eklat um den Pariser Verlag Grasset, dessen Verleger Olivier Nora vom rechtsextremen Besitzer Vincent Bolloré gefeuert wurde, zieht weitere Kreise. 300 Autoren fordern nun eine "Gewissensklausel", die es Autoren ermöglicht, leichter aus ihren Verträgen herauszukommen, wenn ein Verlag politisch die Richtung wechselt. AFP zitiert, hier im Parisien aus dem, Papier: "Der Konzern, zu dem Hachette und Grasset gehören, bildet nun ein einheitliches Geflecht aus Medien, Verlagen und Plattformen, dessen ideologische Ausrichtung in der öffentlichen Debatte deutlich erkennbar ist. Diese bewusste Entwicklung findet weder im Arbeitsrecht noch im Urheberrecht ihren Niederschlag."