9punkt - Die Debattenrundschau - Archiv

Kulturmarkt

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9punkt - Die Debattenrundschau vom 14.01.2019 - Kulturmarkt

(Via turi2) Hartmut Falter von der Mayerchen und Michael Busch von Thalia sprechen mit Christina Schulte vom Börsenblatt über die Fusion der beiden familiengeführten und filalreichen Großbuchhandlungen (unser Resümee). Auf die Frage, wie die Verlage auf die neue Marktmacht reagieren, deutet  busch an, dass sich die Konzernverlage (Randomhouse und Holtzbrinck) mehr freuen als die anderen: "Uns war, ist und bleibt auch in Zukunft die gute Zusammenarbeit mit Verlagen sehr wichtig. Wir sehen, dass vor allem Verlage, die auch international tätig sind, eine ganz andere Perspektive haben als einige, der ausschließlich in Deutschland agierenden. Diese internationalen Verlage bewerten das Marktgleichgewicht und unsere neue Konstellation im deutschen Markt als positiven Aspekt, der in vielen anderen Ländern fehlt."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 11.01.2019 - Kulturmarkt

Die Buchhandelskette Thalia gehörte vor nicht allzulanger Zeit dem Kosmetik- und Handelskonzern Douglas. Nun kehrt sie geradezu symbolisch in den Schoß von Buchhändlerfamilien zurück und fusioniert mit einer weiteren Familienbuchhandlung, der Mayerschen, schreibt Hannes Hintermeier in der FAZ. Da ist einerseits die Familie Herder, die heute bei Thalia das Wort führt. Und "die Gründerfamilie Kreke hält einen Minderheitenanteil, weitere die Familie Göritz und der langjährige Thalia-Geschäftsführer Michael Busch. Nun betritt mit der Familie Falter ein fünfter Gesellschafter die Brücke, denn Hartmut Falter soll von der Zentrale der Mayerschen in Aachen aus und unter Fortführung des dortigen Stammhauses die Integration der beiden Unternehmen leiten." Was alles nicht heißt, dass Thalia nicht weiter weiter in den Städten kleineren Buchhändlern schärfste Konkurrenz macht. Mehr über den "Konzentrationshammer" beim Buchreport.
Stichwörter: Buchhandel

9punkt - Die Debattenrundschau vom 17.12.2018 - Kulturmarkt

Paul Ingendaay berichtet in der FAZ über zusammenbrechende Buchhandlungen in Brasilien - schon jetzt müssen riesige Gebiete des Landes ganz ohne sie auskommen: "Der Markt für erzählende Literatur ist innerhalb der letzten fünf Jahre um mehr als vierzig Prozent geschrumpft. Der Austausch über Bücher hat sich, wie der in Berlin lebende Schriftsteller Rafael Cardoso kürzlich in einem Zeitschriftenbeitrag schrieb, in ein Selbstgespräch der Eliten verwandelt."
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9punkt - Die Debattenrundschau vom 12.12.2018 - Kulturmarkt

(Via turi2) Die Deutschen kaufen weit weniger Bücher als vor zehn Jahren, berichtet unter anderem die Wirtschaftswoche unter Bezug auf Zahlen des Statistischen Bundesamts: Nur noch etwas mehr als die Hälfte der Haushalte in Deutschland hätten 2017 Print- oder elektronische Bücher gekauft, vor zehn Jahren habe der Anteil noch bei 65 Prozent gelegen. "In absoluten Zahlen ausgedrückt bedeutet das: Im vergangenen Jahr haben 20,2 Millionen private Haushalte Bücher gekauft (54 Prozent). Vor zehn Jahren waren es noch 23,4 Millionen Haushalte gewesen. Zudem gaben Haushalte, die Bücher oder E-Books kauften, durchschnittlich weniger Geld dafür aus."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 08.12.2018 - Kulturmarkt

Christoph Links verkauft seinen Verlag an die Aufbau-Gruppe. In der derzeitigen Medienlandschaft ("overnewsed but underinformed"), sagt er im taz-Interview mit Susanne Messmer, schlage sich das Sachbuch noch tapfer. Aber der Trend sei klar: "Die fetten Jahre sind schon vorbei. Das Buchlesen ist nicht mehr die bevorzugte Freizeitbeschäftigung. Vor der Wende lag das Lesen in der DDR auf Platz 7, in der BRD auf Platz 9. Heute liegt es bundesweit auf Platz 14. Und wenn man abends die letzte WhatsApp-Gruppe zugemacht hat, will man auch nicht mehr zum Buch auf dem Nachttisch greifen, sondern nur noch die Augen schließen."
Stichwörter: Links, Christoph

9punkt - Die Debattenrundschau vom 21.11.2018 - Kulturmarkt

Nach Jahrzehnten beim Privatfernsehen ist Christiane zu Salm in die Verlagswelt zurückgekehrt: Sie ist die neue Verlegerin des Nicolai Verlags. Im Interview mit der FR erklärt sie, warum sie jetzt zu einem Verlag gegangen ist: Hier kann man noch wirklich etwas neu machen. "Ich habe vor 30 Jahren eine Ausbildung im S. Fischer Verlag gemacht und muss zunächst einmal feststellen, dass sich so sehr viel gar nicht geändert hat. ... Ich bin aber der festen Überzeugung, dass die Branche in der Lage sein wird, sich neue Wege einfallen zu lassen. Wir zum Beispiel können, weil wir so klein sind, auf schnellere Erscheinungsrhythmen setzen. Das Buch 'Kryptopia' von Philipp Mattheis und Milosz Matuschek, in dem es um die neuen Kryptowährungen geht, ist innerhalb von drei Monaten entstanden. Es gibt bei uns auch kein Frühjahrs- und Herbstprogramm. Und was das Digitale angeht: hier gibt es auch ja noch viele unausgeschöpfte Möglichkeiten."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 17.11.2018 - Kulturmarkt

Rüdiger Wischenbart reflektiert im "Virtualienmarkt" des Perlentauchers den Einfluss des gigantischen neuen Serienbusiness auf den Buchmarkt - mit unverhofften, aber nicht immer typischen Glücksfällen: "Dass Buchverlage in diesen Dimensionen nicht mehr mitgestaltend beteiligt sind, sondern zum Glied unter vielen Dienstleistern in einer weit verästelten Wertschöpfungskette werden, die andere steuern, ist evident. Bei Elena Ferrante kam das Glück der erheblichen Mehreinnahmen inklusive einer beratenden Rolle bei der Verfilmung ausgerechnet einem Doppelpack aus zwei Kleinverlagen zugute, der italienischen Edizioni E/O und deren amerikanischem Schwesterverlag Europe Editions. Was deutlich macht, dass die neue Welt der Serien nicht alleine zwischen den etablierten Großen ausgemacht wird."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 07.11.2018 - Kulturmarkt

(Via turi2) Eine Studie der Universität Sankt Gallen zeigt, wie stark die Marktmacht Amazons unter anderem bei Büchern ist. Das Handelsblatt stellt die Studie vor: "Weltweit setzte das Unternehmen zuletzt schon fast 180 Milliarden Dollar um. In Deutschland waren es nach eigenen Angaben 17 Milliarden Dollar - fast viermal so viel wie die Warenhausketten Karstadt und Kaufhof zusammen. Bei Büchern geht laut der Exklusivstudie fast jeder fünfte Euro über Amazon, bei Elektroartikeln sowie Sport und Freizeit sind es 16 Prozent Marktanteil, bei Baumarkt und Garten vereint Amazon immerhin ein Zehntel des Gesamtmarkts auf sich - wohlgemerkt aller Umsätze, also sowohl online als auch im Laden."
Stichwörter: Amazon, Buchmarkt

9punkt - Die Debattenrundschau vom 25.10.2018 - Kulturmarkt

Die bei Rowohlt geschasste Barbara Laugwitz wechselt als Verlagsdirektorin zu Ullstein, meldet der Tagesspiegel mit dpa.

Und im Gespräch mit Harry Nutt (Berliner Zeitung) erläutert Nicolai-Verlegerin Christiane zu Salm, wie sie den Neustart des Berliner Traditionsverlag angehen will: "Was wir als Verlag tun können, ist, die Wissenschaft im besten Wortsinn zu popularisieren. Es gibt nun einmal viele gute Gedanken, die noch nicht in der Welt sind. Wenn es uns gelingt, die zu heben, dann ist es mir egal, ob sie wissenschaftlich geprüft sind. Wir betreiben also kein Wissenschafts-scouting, sondern gehen jeweils von einem Thema aus, zu dem wir uns dann fragen, welche Autorinnen und Autoren mit welchem Aspekt in Frage kommen."
Stichwörter: Salm, Christiane Zu

9punkt - Die Debattenrundschau vom 09.10.2018 - Kulturmarkt

Zu Beginn der Frankfurter Buchmesse beruhigt Buchmessenchef Juergen Boos in der FR die Verlage: Zwar sei die Zahl der BuchkäuferInnen zurückgegangen, die Umsätze sind es aber nicht, was vor allem den Preissteigerungen zu verdanken ist. "Der Buchhandel ist eine der stabilsten Branchen in der Welt", so Boos. "Bei uns in Deutschland ist eine Sättigung des Buchmarktes eingetreten. Aber wir sehen zugleich Wachstum auf den Buchmärkten in Nordamerika, Südostasien. Wir haben zum ersten Mal wieder einen Gemeinschaftsstand aus Kuba. Es kommen Verlage aus 107 Ländern nach Frankfurt. Und Fachbesucher aus 140 bis 150 Ländern. Das ergibt insgesamt ein differenzierteres Bild." Und auch der Handel mit Rechten wächst: "Wir verzeichnen bei den teilnehmenden Agenten ein Wachstum um 5,6 Prozent."

Der Staat soll kleinen Buchverlagen helfen, fordert Klaus Hillenbrand in der taz: "Kleine Verlage haben die Bundesregierung um Hilfe gebeten. Die will einen Verlagspreis ausloben. Das ist freundlich, aber es wird absehbar nicht reichen. In einer Zeit, in der die Leser sich um ihre künftigen Bücher sorgen müssen, wäre es angemessen, dass sie auch ihren Verlegern zur Seite stehen - und Subventionen für ihre kleinen, von der Pleite bedrohten Verlage fordern."

Jens Uthoff schildert in einer dazugehörigen Reportage die schwierige Lage der Kleinverlage: "Mit dem Münchener A1 Verlag, dem Stroemfeld Verlag und dem Tübinger Klöpfer & Meyer Verlag sind in letzter Zeit wichtige Kleinverlage eingestellt worden, insolvent geworden oder akut von Insolvenz bedroht." Uthoff weist auch auf mögliche Modelle einer Förderung hin: "In den deutschsprachigen Nachbarländern gibt es bereits Verlagsförderung. In Österreich können kleine Verlage für ihre Frühjahrs- und Herbstprogramme sowie für Marketingkosten Fördergelder von jeweils 10.000 bis 60.000 Euro beantragen." Dirk Knipphals regt im taz-Dossier außerdem an, Lesegruppen zu gründen.

Lothar Müller beobachtet in der SZ, das die Messe zugleich ihre Führungsrolle im Lizenzhandel verliert und sich mehr und mehr wie Leipzig als "Feier" des Buchs präsentiert: "Das Buch wird als Leitmedium inszeniert, weil es diese Position zu verlieren droht. Wer in die Branche hineinhört, stößt auf ein Stimmengewirr, in dem sich Beunruhigung und Beschwichtigung mischen."

Das Dilemma der Verlage angesichts der Digitalisierung, von Amazon und der Smartphones schildert Rüdiger Wischenbart im Perlentaucher: "Für die 'Alten' ist es an solchen Bruchstellen stets dramatisch schwierig, den Spagat zu üben, nämlich mit dem Strategie-Denk- und Management-Kopf energisch das Neue hereinzuholen, und doch gleichzeitig das 'Bestehende' weiterzuführen. Die Gehälter der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die Erlöse für die Eigentümer werden immer noch aus dem 'Altgeschäft' finanziert."

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