9punkt - Die Debattenrundschau - Archiv

Kulturmarkt

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9punkt - Die Debattenrundschau vom 02.12.2019 - Kulturmarkt

Der Verleger Herbert Ullmann attackiert in der FAZ den Börsenverein des deutschen Buchhandels für Untätigkeit angesichts von Digitalisierung und Leserschwund: "Aufgrund der abgewanderten Buchkäufer und Leser seit 2013 - bis heute sind etwa sieben Millionen Kunden verlorengegangen - tickt die Uhr. Die Zeiten gegenseitiger Vorwürfe und unberechtigter, teils überhöhter Ansprüche - wer muss, wer ist legitimiert, von wem überhaupt, Bücher zu verkaufen - muss unverzüglich im Interesse der gesamten Branche beendet werden. Besonders besorgniserregend ist das Abwandern der jungen Generationen. Lediglich die ältere Käufergruppe schrumpft nicht beim Buch."
Stichwörter: Buchmarkt, Börsenverein

9punkt - Die Debattenrundschau vom 15.11.2019 - Kulturmarkt

Iris Mönch-Hahn schließt ihre Librairie allemande in Paris, berichtet das Börsenblatt. Grund ist letztlich zu wenig Kundschaft, trotz der 50.000 Deutschen, die in Paris leben: "Auch bezüglich der Bestellungen von Seiten der deutschen Institute oder der Schulen in Paris habe sie keine Unterstützung erfahren. Dazu kommen 'die schwierigen politischen Umstände in der Stadt wie Attentate, Gelbwesten-Bewegung, Streiks - als nächstes wird es unbegrenzt ab 5. Dezember 2019 einen Generalstreik sämtlicher öffentlicher Verkehrsmittel geben. Sie alle verhindern den Besuch von potenziellen Kunden aus dem Umland von Paris.' Seit November 2018 sei der Umsatz an Samstagen wegen der Beeinträchtigungen durch die Gelbwesten-Bewegung dramatisch gefallen." Laut Börsenblatt schließt damit die letzte deutsche Buchhandlung in Paris.
Stichwörter: Buchhandel

9punkt - Die Debattenrundschau vom 08.11.2019 - Kulturmarkt

Der große Filialbuchhändler Thalia, das Schreckgespenst der Branche, bevor Amazon kam, feierte in Hamburg seinen hundertsten Geburtstag, berichtet der Buchreport. Man versuchte sich sich mit der  Kampagne "Welt, bleib wach" auch als politisches Unternehmen zu profilieren: Aber "in der Buchbranche steht Thalia für die massive Konzentration im Buchhandel. Zuletzt hat sich das in größerem Umfang 2019 in der Übernahme des Regionalfilialisten Decius (Niedersachsen) und der Fusion mit dem NRW-Marktführer Mayersche gezeigt. Hinzu kommen, alleine 2019, die Übernahmen von zehn Standorthändlern aller Größenordnungen, um das Netz enger zu knüpfen, darunter auch kleine 140-qm-Flächen."

Weiteres: Auf der Literaturseite der SZ schildert Willi Winkler sehr ausführlich, wie Wilhelm Höttl, einst SS-Offizier und nach dem Krieg getarnt als Verleger des Nibelungen-Verlags in Linz für allierte Geheimdienste tätig, gemeinsam mit dem heute vergessenen, aber einst für seine Trilogie "Die Throne stürzen" von Hitler als Staatsdichter verehrten und nach dem Krieg von Piper verlegten Schriftsteller Bruno Brehm sowie dem Piper-Verlag in den fünfziger Jahren als Geldwaschanlage funktionierten.
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9punkt - Die Debattenrundschau vom 24.10.2019 - Kulturmarkt

Die Konzentration im Buchhandel wächst rasant, berichten Christina Schulte und Michael Roesler-Graichen im Börsenblatt. Nachdem sich Thalia die Mayersche einverleibt hat, kauft der Konzern mit Vorliebe kleinere, inhabergeführte Buchläden: "Wirft man einen Blick auf die Buchhandelslandschaft, vor allem auf die Altersstruktur vieler erfolgreicher Buchhändler, lässt sich schon jetzt absehen: Die Filialisten werden sich noch einige Perlen einverleiben können. Buchhändler berichten von jahrelanger erfolgloser Suche nach einem Nachfolger, wenn es keine Lösung in der Familie gibt oder Mitarbeitern das notwendige Kapital fehlt, um sich in die Buchhandlung einzukaufen. Für die Filialisten ist es da ein Leichtes, in die Bresche zu springen."
Stichwörter: Buchhandel

9punkt - Die Debattenrundschau vom 15.10.2019 - Kulturmarkt

Dem Sachbuch geht's relativ gesehen besser als der Literatur, schreibt Hannes Hintermeier in einem FAZ-Leitartikel zu Auftakt der Buchmesse. Aber trotz eines leichten Anstiegs gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl der Buchkäufer gegen über 2012 um 7 Millionen auf knapp unter 30 Millionen zurückgegangen. "Sachbücher sind die Schnecken im Regal der Schnelldreher. Sie haben häufig die längere Entstehungszeit für sich, die bessere Haltbarkeit, das größere Potenzial an Orientierung. Es ist kein Zufall, dass sie im Markt der E-Books keine große Rolle spielen - je komplexer die Inhalte, desto besser begreift man sie auf Papier, desto eher bleiben sie im Gedächtnis haften." Im Gegenteil: Wer sie im Ebook liest, hat mehrere Instrumente, zu unterstreichen und sich ein Exzerpt anzufertigen und kann sie darum sehr viel besser memorieren.

Der Buchmarkt wird in Deutschland in diesen Tagen ohnehin revolutioniert: Der Perlentaucher gründet einen Buchladen, eichendorff21, meldet unter anderem das Börsenblatt.

9punkt - Die Debattenrundschau vom 07.10.2019 - Kulturmarkt

Im Buchmarkt erzählt Peter Haag, Verleger von Kein & Aber, wie die Insolvenz des Grossisten KNV aus der Warte seines Verlags aussah, der als "Auslieferungsverlag" von KNV auf Gedeih und Verderben abhing: "Als verantwortungsvoller Chef überlegte ich bereits, wie ich meinen Mitarbeitern erklären könnte, dass wir vielleicht gerade auf die Wand zuflogen, ohne dass es uns erlaubt war, abzudrehen. Jetzt bestimmte allein der Insolvenzverwalter die Richtung, nur er war ermächtigt, über das Schicksal von uns, den involvierten Auslieferungsverlage, zu entscheiden."
Stichwörter: Knv, Knv-Insolvenz, Buchmarkt

9punkt - Die Debattenrundschau vom 27.09.2019 - Kulturmarkt

Der Verleger Axel von Ernst schildert in seiner Börsenblatt-Kolumne die Sorgen kleiner Verleger. Dazu gehören die Erhöhung des Portos, aber auch die KNV-Insolvenz - und die Auslistung bestimmter Bücher beim Grossisten Libri. Die Kleinverlage seien zu höflich, so Ernst: "Dabei müssen wir nach draußen... Die Gesellschaft sollte sich mit uns zusammen Sorgen machen um die Dinge, die wir beitragen - wir müssen, um zum Punkt zu kommen, mit unseren Vorteilen und unseren Nöten aus der Unsichtbarkeit gelangen und schließlich eine gute strukturelle Förderung für sensible Verlagsprogramme erreichen, die auf alle in der Buchwelt ausstrahlt und in anderen Ländern bereits aus guten Gründen existiert."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 13.09.2019 - Kulturmarkt

Normseitenhonorare für Übersetzer weiter gesunken, meldet der Buchreport. Die Honorare pro Seite hätten im Schnitt im Jahr 2001 bei 22 Euro gelegen, nun seien sie auf 18,72 Euro gesunken (nachdem sie zwischendrin sogar noch niedriger lagen): "Zwar haben die Übersetzer gesetzlich einen Anspruch auf angemessene Vergütung, viele schrecken aber aus Angst vor Auftragseinbußen zurück. Die überwiegend weiblichen Übersetzer gerieten dadurch in eine prekäre Lage: Mit einem Jahresgewinn von rund 19.000 Euro erzielten Übersetzer laut VdÜ nur 55 Prozent des bundesdeutschen Durchschnittseinkommens. Eine Rente beziehungsweise Rentenerwartung von durchschnittlich unter 700 Euro bedeute für sie, dass sie auch im Alter akut armutsgefährdet sind."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 12.08.2019 - Kulturmarkt

Ist Netflix der Tod des Buchs? Der Bestsellerautor Peter Prange will das im Gespräch mit Christian von Zittwitz vom Buchmarkt nicht so sehen: "Das, was die Netflix-Serien auszeichnet und weshalb die Menschen nächtelang mit Binge-Watching verbringen, ist die Rückkehr zu etwas durch und durch Literarischem. Im Gegensatz zu den Neunzigminütern mit ihrer überschaubaren Dramaturgie werden hier wieder große, komplexe Geschichten erzählt, mit langem Atem, wie wir es früher nur aus den großen Epen der Klassiker kannten. Das ist das vollkommene Gegenteil der viel beschrieenen Multimedia-Kurzatmigkeit."
Stichwörter: Netflix, Buchmarkt

9punkt - Die Debattenrundschau vom 20.06.2019 - Kulturmarkt

Die Verlegerin Karin Schmidt-Friderichs wird neue Vorsitzende des Börsenvereins des deutschen Buchhandels. Ihrer Wahl war ein durchaus konfliktreicher Wahlkampf vorausgegangen, heißt es im Editorial des Börsenblatts - des Vereinsmediums - , das den Konflikt nicht näher beschreibt.
Stichwörter: Börsenverein