9punkt - Die Debattenrundschau - Archiv

Kulturmarkt

233 Presseschau-Absätze - Seite 1 von 24

9punkt - Die Debattenrundschau vom 16.10.2021 - Kulturmarkt

Screenshot aus der SZ.
Mit einer doppelseitigen Anzeige werben die Buchverlage in der FAZ und der SZ für ihre Aktion "Initiative fair lesen". Viele bekannte Autoren haben für die Aktion unterschrieben. Die Verlage wehren sich gegen die digitale Ausleihe von Neuerscheinungen in Bibliotheken: "Die erzwungene Online-Ausleihe zu Niedrigpreis-Bedingungen - insbesondere für Neuerscheinungen - wäre ein wirtschaftliches Desaster für alle, die vom Kulturgut Buch leben. Wer die Onleihe für E-Books nahe am Nulltarif fordert, der bedroht die literarische Freiheit in unserem Land."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 29.09.2021 - Kulturmarkt

Wie genau sich die Frankfurter Buchmesse ausmachen wird, scheint auch nach der gestrigen Pressekonferenz noch nicht ganz klar, berichtet der Buchreport: "Die Messe nannte am Dienstag auch Zahlen: Rund 1.500 Aussteller werden anreisen, dennoch bleiben viele Verlage und Unternehmen fern. Die Messe wird kleiner und auch die Abläufe werden dem Infektionsgeschehen angepasst. Grundsätzlich gilt: Maximal 25.000 Personen dürfen sich pro Tag auf dem Messegelände einfinden." Im Jahr 2019 hatte die Buchmesse laut Wikipedia 7.450 Aussteller.

9punkt - Die Debattenrundschau vom 23.08.2021 - Kulturmarkt

In der Buchbranche herrscht Ausnahmezustand, berichtet Lothar Müller in der SZ. Grund sind nicht interne Streitigkeiten oder unerwartete Bestseller, sondern schlicht Papierknappheit: "Vereinbarte Papierlieferungen verteuern sich nach Vertragsabschluss, früher als üblich müssen avisierte Auflagenhöhen bei den Druckereien bestätigt werden, Zeitfenster des Druckens schließen sich unerwartet, der Nachschub an Druckmaterial stockt, weil Zusatzstoffe, etwa Farbpigmente fehlen, die aus Asien zugeliefert werden müssen." Der Tonnenpreis für Zellulose, erläutert Müller noch, ist von 650 auf 1.000 Euro gestiegen.
Anzeige
Stichwörter: Buchbranche

9punkt - Die Debattenrundschau vom 07.08.2021 - Kulturmarkt

Kleine Sensation in der Verlagswelt, gemeldet im Buchreport: "Alexander Fest, bisher Editor-at-Large bei Rowohlt, verlässt den Verlag und wechselt zusammen mit der langjährigen Rowohlt-Lektorin Ulrike Schieder zu dtv."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 30.07.2021 - Kulturmarkt

Der Verlag C.H. Beck wird bekanntlich seine juristischen Standardwerke, den "Palandt" und den "Schönfelder", nach Dutzenden Auflagen umbenennen. Beide Gesetzeskommentare sind nach Nazijuristen benannt. Helmut Ortner kommentiert bei hpd.de diesen Schritt und erzählt nebenbei nochmal die Geschichte des nach Heinrich Schönfelder benannten "Schönfelder": "Schon 1935, damals bereits in der 5. Auflage, bejubelte Schönfelder, dass es ihm gelungen sei, die 'zwölf wichtigsten Gesetze der Regierung des Führers' darin aufzunehmen, darunter selbstverständlich auch die 'Nürnberger Gesetze'. Alle Gesetze sind durchnummeriert. Das erste trägt aber nicht die Nummer 1, sondern die Nummer 20. Warum? Weil der Herausgeber seinerzeit mit dem NSDAP-Parteiprogramm begann, dann folgten einige Rassengesetze, etwa unter Nummer 12a das 'Gesetz zum Schutz des deutschen Blutes und der deutschen Ehre'. Und so beginnt der Schönfelder bis heute das BGB erst mit der Nummer 20."
Stichwörter: C.H. Beck Verlag

9punkt - Die Debattenrundschau vom 28.07.2021 - Kulturmarkt

Der juristische C.H. Beck-Verlag wird einige seiner berühmtesten Gesetzeskommentare, die nach alten Nazis benannt sind, umbenennen, berichtet Ronen Steinke in der SZ. Das gilt für den "Palandt" und den "Schönfelder". Der "Palandt" "soll künftig den Namen von Christian Grüneberg tragen. Grüneberg, heute Richter am Bundesgerichtshof, ist bislang auch in der Juristenwelt nur wenigen bekannt. Er koordiniert aber die Arbeit der vielen Autorinnen und Autoren, die zu dem Gesetzeskommentar beitragen. Schon von der nächsten, der 81. Auflage an, die im November erscheinen soll, wird sein Name auf praktisch jedem Richterpult zu finden sein." In der Welt berichtet Sven Felix Kellerhoff.
Stichwörter: C.H. Beck Verlag

9punkt - Die Debattenrundschau vom 06.07.2021 - Kulturmarkt

Das Ebook ist laut den Zahlen des Börsenvereins nicht gerade ein Renner. Die Zahlen steigen kaum, berichtet Sarah Obertreis auf den Wirtschaftsseiten der FAZ. Sie zitiert aber auch den Experten Rüdiger Wischenbart (der lange den "Virtualienmarkt" im Perlentaucher schrieb), der bestreitet, dass ein Ebook und ein Buch überhaupt dasselbe sind. "Stattdessen plädiert er dafür, das E-Book überhaupt nicht mehr mit dem gedruckten Buch zu vergleichen. 'Wann besiegen die Nägel die Schrauben? Das ist für mich die falsche Frage', sagt er und meint damit: E-Book und gedrucktes Buch werden immer seltener in denselben Situationen genutzt. Stattdessen heben sich die Leser die Kartoffelknödel-Krimis für ihren E-Reader in der U-Bahn auf und lesen den neuen Knausgård als gebundene Ausgabe am Strand."

Für britische Künstler ist der Brexit - und damit das Ende der EU-Personenfreizügigkeit - ein Riesenproblem, berichtete Benjamin Triebe gestern in der NZZ. Sie brauchen jetzt "europäische Arbeitsvisa und müssen sich an neue Regeln halten. Der Aufwand ist enorm. Durch die Pandemie sind Reisen auf den Kontinent ohnehin fast zum Erliegen gekommen. Aber mit den sich abzeichnenden Öffnungen werden nun jene Probleme real, die bereits theoretisch erschreckend waren. Allein die britische Musikindustrie erwirtschaftet pro Jahr knapp 6 Milliarden Pfund und schafft mehr als 100 000 Arbeitsplätze. Der Berufsverband Incorporated Society of Musicians (ISM) schätzt, dass 44 Prozent der britischen Musiker bis zur Hälfte ihres Einkommens mit Auftritten in der EU erzielten. 'Es gibt in Großbritannien nicht genug Arbeit', sagte die ISM-Chefin Deborah Annetts Ende Juni bei einer Anhörung der UK Trade and Business Commission."
Stichwörter: Ebooks, Brexit

9punkt - Die Debattenrundschau vom 30.06.2021 - Kulturmarkt

Die deutsch-französische Autorin und Verlagsfrau Elisa Diallo denkt im Gespräch mit Isabella Caldart von 54books über mangelnde Diversität in der deutschen Buchbranche nach: "Fast noch störender als die fehlende Diversität wegen Hautfarbe und ethnischer Herkunft ist für mich aber die bezüglich sozialer Herkunft. Es wird eine bestimmte Ausbildung erwartet, um mit Texten zu arbeiten. Aber die Frage ist: Stimmt das wirklich? Braucht es dafür einen akademischen Titel?"

9punkt - Die Debattenrundschau vom 24.06.2021 - Kulturmarkt

Hanser-Verleger Jo Lendle ruft die Branche auf, die Frankfurter Buchmesse dieses Jahr wieder zu besuchen, meldet der Buchreport: "Er wolle sich keine Welt ausmalen, in der es die Buchmesse nicht mehr gebe, so Lendle. Daher ergehe seine Einladung: 'Stellt Bedenken, Zweifel, Kurzvorteile zurück, kommt meinetwegen mit kleinerer Besetzung, mietet Systemstände, knabbert Kekse statt Krabben, freut euch eher aufs Publikum als auf die große weite Welt.'"

9punkt - Die Debattenrundschau vom 28.04.2021 - Kulturmarkt

Die New York Times berichtet, dass der Verlag W.W. Norton Blake Baileys Philip-Roth-Biografie aus dem Programm nimmt. Mehrere Frauen werfen dem Autor vor, ihnen gegenüber sexuell übergriffig geworden zu sein, als er ihr Lehrer in der achten Klasse war: "Die Verlegerin Julia Reidhead erklärte außerdem, dass Norton an Organisationen gegen sexualisierte Gewalt und zum Schutz betroffener Opfer spenden wird, und zwar in der Höhe des Vorschusses, der an Bailey gezahlt wurde und der sich im mittleren sechsstelligen Bereich bewegen soll."