Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Pressestellenhafte Hauptsatzrealität

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

22.02.2012. Die Spanier bekommen in der Krise langsam Angst und zwar echte Angst, konstatiert der Schriftsteller Antonio Orejudo in der NZZ. Im Tagesspiegel erklärt der Autor Nikos Dimou, warum es ein Unglück ist, Grieche zu sein. Welt und FAZ sind begeistert vom erweiterten Städel-Museum in Frankfurt. Die SZ findet, es ist kein Wunder, dass Protestanten Präsidenten werden: Die können reden. Anders als ein Viertel der Deutschen, die laut FAZ nicht richtig lesen und schreiben können.

Neue Zürcher Zeitung, 22.02.2012

Die Spanier bekommen Angst, beobachtet der Schriftsteller Antonio Orejudo nach der Absetzung des mutigen Baltasar Garzon. Und zwar echte Angst: "Sicher ist allein, dass die Krise selbst sich verändert hat: In Spanien entwickelte sie sich von einer wirtschaftlichen zu einer politischen und gesellschaftlichen Krise. Nachdem sie Jobs, Reichtum und Arbeitsrechte zugrunde gerichtet hat, korrodiert sie jetzt auch das Netz der staatlichen Institutionen. Die Hintertüre - jene Tür, durch welche der Populismus sich einzuschleichen pflegt - ist nur noch angelehnt."


Weiteres: Alain Claude Sulzer protokolliert seine Abenden in den Berliner Theatern. Besprochen werden die Ausstellung über Thomas Manns Novelle "Der Tod in Venedig", ein neuer Band des Historischen Lexikons der Schweiz und Cornelia Vismanns Studie "Medien der Rechtsprechung" (mehr ab 14 Uhr in unserer Bücherschau des Tages).

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Der Tagesspiegel, 22.02.2012

Einen interessanten Einblick in die Technik journalistischen Internetbashings liefert Marc Kalpidis im Tagesspiegel. Überschrieben ist sein Artikel: "Kritikwelle im Netz - Volkssport Gauck-Bashing". Und verlässt sich darauf, dass die Botschaft geschluckt ist, bevor er die erste Quelle zitiert, eine Zeitung! "Selbst Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele fragt sich in der Frankfurter Rundschau, wie Gauck angesichts der allgemeinen Klage gegen Übermacht und Machtmissbrauch des Finanzsystems 'den Protest dagegen auf der Straße 'unsäglich albern' nennen' könne." Stimmt natürlich: Auch eine Zeitung ist im Grunde nur eine gedruckte Internetdatei.


Nikos Dimou hat 1975 ein griechisches Kultbuch geschrieben, eine griechische Selberbeschimpfung, die nun auch auf deutsch vorliegt: "Über das Unglück, ein Grieche zu sein". Das Buch ist zwar zum Lachen, aber "Satire ist bitter", sagt er im Gespräch mit Gerd Höhler. "Für einen Griechen ist dieses Buch im Grunde eine Qual. Denn es ist keine lustige Sammlung von Aphorismen über das Zukurzkommen der Griechen, sondern ein bitteres Nachdenken über ihr tragisches Schicksal, gespalten zu sein zwischen Vergangenheit und Gegenwart, Norden und Süden, Osten und Westen."

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Die Tageszeitung, 22.02.2012

Auf der Meinungsseite liest Klaus Hillenbrand seinen Kollegen, die gestern die halbe taz mit ihrem Genöle gegen Joachim Gauck vollgeschrieben haben, kräftig die Leviten: "Kaum also ist Gauck für das höchste Staatsamt gekürt, tut die linke Szene das, was sie am besten kann: Sie ist beleidigt." Dabei sollte sie sich freuen, der mann kann etwas Wichtiges: "Gauck kann streiten. Das sollte man nicht mit Spalten verwechseln. Anstatt den Mann zu fürchten und ihn schon vor seiner Amtseinführung zum Beelzebub im Priesterrock zu erklären, sollten wir uns auf diesen Streit freuen. Gauck ist befähigt, etwas weniger schnarchsackschlafmützige Reden zu halten als diverse seiner Vorgänger. Das wäre schon ein großer Fortschritt in einem Land, das am liebsten in Harmoniesoße kocht."


Aus den Kulturseiten porträtiert Tobi Müller den Performer und Regisseur Patrick Wengenroth. Besprochen werden die CD "Basta Mafia!" der moldawischen Rockband Band Zdob si Zdub und das Buch "Der Implex" von Dietmar Dath und Barbara Kirchner.

Und Tom.

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Die Welt, 22.02.2012

Rundherum gelungen findet Hans-Joachim Müller die neue Städel-Sektion für Gegenwartskunst: "Die Städel-Gegenwart ist vor allem, Ernst Jünger hätte gesagt, verwehte Gegenwart. Neo Rauch mit einem wunderbaren Ensemble aus seinen Anfangsjahren. Baselitz und Schoenebeck, wie sie mit Aplomb in den späten 60ern antraten. Lüpertz mit den 'Ziegel'-Bildern, die seine Karriere begründet haben. Polke von 1979, Palermo von 1970, Hoedicke von 1964. Der Charakter bedachter Retrospektive fällt gleich auf und nimmt durchaus ein für Wahl und Auswahl. Was keineswegs heißt, dass nicht auch Künstler wie Michael Beutler oder John Armleder aufgeboten wären, In-situ-Installationen mit der frischen Jahreszahl 2012 zu schaffen."


Weitere Artikel: Sven Felix Kellerhoff erinnert daran, dass Gauck in seiner Zeit als Leiter der Stasi-Unterlagen-Behörde zahlreiche ehemalige MfS-Kader einstellte. Berthold Seewald erklärt, warum die Einheit Syriens, die der Diktator Assad angeblich verteidigen will, eine jüngere Erfindung ist. Besprochen werden eine Ausstellung mit dem Werk des Zeichners und Filmregisseurs Winsor McCay in Troisdorf, Torsten Fischers Inszenierung der Gluck-Oper "Telemaco" und eine CD mit Liedern von Debussy, aufgenommen von Natalie Dessay.

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Aus den Blogs, 22.02.2012

(Via Sascha Lobo) Patrick Breitenbach hat in einem höchst verdienstvollen Blogbeitrag herausgefieselt, was Gauck wirklich sagte, etwa über Sarrazin: "Zum einen hat Gauck das Buch von Sarrazin nicht gelesen, er distanziert sich auch ausdrücklich von seinen Inhalten, die er über die öffentliche Debatte mitbekommen hat, vor allem in Bezug der biologischen Kausalzusammenhänge. Gleichzeitig nennt er die Ansprache des Themas durch Sarrazin und den damit verbundenen Problemen und den Ängsten bei den Menschen mutig, mutiger jedenfalls als das Thema durch 'Political Correctness' zu übertünchen... Mut also für den Tabubruch, nicht für seine inhaltlichen Thesen."

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Spiegel Online, 22.02.2012

Sascha Lobo kommentiert bei Spiegel Online die böswilligen Verkürzungen von Gauck-Zitaten in Medien und im Netz. Entfalten solche Techniken Wirkung, dann "bliebe dem risikoaversen Politiker nur eine rundgelutschte, pressestellenhafte Hauptsatzrealität übrig - bloß kein falsch verstehbarer Nebensatz! - eine Entwicklung, die sich schon länger beobachten lässt."

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Frankfurter Rundschau / Berliner Zeitung, 22.02.2012

Reines Rezensionsfeuilleton heute. Besprochen werden u.a. eine CD des Rappers Haftbefehl, eine Ausstellung des New Yorker Künstlers Condo in der Frankfurter Schirn, ein Abend mit Helge Schneider in der Frankfurter Oper, ein Konzert Christian Thielemanns und der Staatskapelle Dresden in Baden-Baden, und António Lobo Antunes' Roman "An den Flüssen die strömen" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

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Süddeutsche Zeitung, 22.02.2012

Zwei Artikel befassen sich mit Joachim Gauck als Redner: Gustav Seibt etwa weiß, wie es dazu kam, dass die alte, katholisch geprägte Bundesrepublik nach der Wende zu einer Republik evangelischer Politiker und Repräsentanten wurde: "Das Amtscharisma des evangelischen Pfarrers wiegt leichter als das seines katholischen Kollegen, der vorrangig Verwalter von Sakramenten ist. Der evangelische Pfarrer ist eben vor allem Prediger, also Redner." Als solchen Redner aus dem Geiste der evangelischen Pfarramtsausübung sieht auch der Historiker Eckart Conze den künftigen Bundespräsidenten auf uns zukommen und legt Gauck schon mal einen Katalog mit historischen Gedenk- und Jubiläumstagen vor, zu denen dieser in den kommenden fünf Jahren Reden halten könnte.


Weitere Artikel: Sonja Buckel informiert über Hintergründe der für diesen Donnerstag erwarteten Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte, ob Flüchtlinge an der EU-Grenze im italienischen Mittelmeeraum ohne weiteres von Einsatzkräften zurückgedrängt werden dürfen. Thomas Kuban schaut sich im Umfeld des Rechtsrock um und begegnet dabei insbesondere der sich nach außen gemäßigt gebenden Band Frei.Wild mit einigem Zweifel. Volker Breidecker schaut sich die jüngst wiederaufgetauchte erste Manuskriptseite von Novalis' "Heinrich von Ofterdingen" mit größter Freude genauer an. Michael Fischer hat im Literaturarchiv Marbach eine Tagung zum Werk Peter Handkes besucht.

Besprochen werden neue Pop-CDs, der Film "Young Adult", der Anne Philippi über den Feminismus nachdenken lässt, Christoph Willibald Glucks Oper "Telemaco" am Theater an der Wien, Nuran David Calis "Zoff in Chioggia" nach Carlo Goldoni am Schauspielhaus Bochum und Marion Braschs DDR-Roman "Ab jetzt ist Ruhe" (mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.02.2012

Deutschland hat ein gravierendes Problem mit dem Analphabetismus, weigert sich aber es wahrzunehmen, schreibt Regina Mönch nach Lektüre eines Berichts der Professorin Anke Grotlüschen, die herausgefunden hat dass 7,5 Millionen Deutsche zumindest "funktionale" Analphabeten sind und weitere 13 Millionen kaum in der Lage auch nur einfache Wörter fehlerfrei zu schreiben: "Alle haben die deutsche Schule durchlaufen, weit mehr als die Hälfte der Analphabeten sind deutsche Muttersprachler. Jeder zweite besitzt einen Hauptschulabschluss, einem Fünftel wurde gar die mittlere Reife attestiert - für Fähigkeiten, die sie nie hatten; und mehr als die Hälfte hat sogar Arbeit."


Weitere Artikel: Jürgen Kaube sinniert über die Frage, was noch alles passieren kann, bis die Bundesversammlung zusammentritt. Swantje Karich besucht das erweiterte und eine neue Hängung präsentierende Städelmuseum und ist begeistert ("Das Städel könnte der Thinktank der deutschen Museen werden - solange Max Hollein weiter edle und treue Spender findet.") Auf der Medienseite liest Olivier Guez zwei neue erotische Zeitschriften aus Frankreich, Edwarda (Website) und L'Imparfaite (Website).

Besprochen werden Jason Reitmans Filmkomödie "Young Adult" (mehr hier) und eine Ausstellung des britischen Künstlers David Shrigley in der Londoner Hayward Gallery und Bücher, darunter eine eine Geschichte des Kampfs gegen Krebs von Siddhartha Mukherjee (mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Vom Verenden des Verstehens

26.05.2012. Pfingstereignis Feuilleton! In der FAZ überlegt Durs Grünbein, warum Dichtung unerlässlich ist. In der SZ schreibt Günter Grass ein erlässliches Gedicht. In der NZZ beschreibt Botho Strauss den Idioten als freien Geist. In der Welt droht der Künstler Gregor Schneider Documenta-Chefin Carolyn Christov-Bakargiev mit Kunst. Im Tagesspiegel wünscht sich Johannes Schneider etwas mehr Ehrlichkeit in der Urheberrechtsdebatte. In der taz schlägt Ulrich Kühne vor: Nur noch sechs Prozent für die Verwerter. Mehr lesen

Grenzen spielen eine ambivalente Rolle

25.05.2012. Heise Online und die Welt melden: Die Urheberrechtsabgaben für USB-Sticks steigen um bis zu 1850 Prozent. Die FR bewundert in ihrer Cannes-Kolumne Nicole Kidman in der Rolle ihres Lebens. Die FAZ resümiert die spanische Debatte um Mario Vargas-Llosas jüngstes Buch "La civilización del espectáculo". Mehr lesen

Belebung der Leiber

24.05.2012. In der NZZ beschreibt die Schriftstellerin Mansura Eseddin die Situation kurz vor den Wahlen in Ägypten. In der taz erzählt Wes Anderson, was ihn an den 60er Jahren interessiert. In der FAZ erklärt Peer Steinbrück dem Genossen Thilo Sarrazin noch einmal, warum wir den Euro brauchen. In der Zeit erklärt FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher dem Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo: Die Piraten sind keine Modeerscheinung. SZ, Welt und taz feiern den neuen Film von Leos Carax und seinen Hauptdarsteller mit dem hässlichen und wunderschönen, bösen und romantischen Gnomengesicht: Denis Lavant. Mehr lesen

Pragmatische Theorie der Tücke

23.05.2012. Die Welt erzählt, was man in der großen Ausstellung über den jungen Dürer in Nürnberg lernen kann. Und sie spricht sich gegen die Vorschläge der Piratenpartei zum Urheberrecht aus.  In der SZ begrüßt der Historiker Michael Wildt neue Blicke auf die Gewaltzusammenhänge des 20. Jahrhunderts. Und Georg Klein zerschneidet Schnecken. Slate.fr fragt: Wie frauenfeindlich darf ein Festival wie Cannes sein? Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Gelegentlich auch finster und bizarr

22.05.2012. Die Inszenierung von "The Rake's Progress" in Frankfurt ist zwar ein bisschen bieder, findet die FR, aber ansonsten: tolle Oper! Die FAZ stellt erstaunliche Parallelen zwischen den Urheberrechtspositionen der SPD und der Piraten fest. Die SZ versucht mithilfe der Nobeltpreisträgerin Elinor Ostrom Urban Gardening und Filesharing zu verstehen. Alle trauern um Robin Gibb. Und die NZZ meint zur Position der deutschen Sarrazin-Kritiker: "Hilflos strampeln sie mit im System der Vermarktung, das sie verdammen." Mehr lesen

Figur der Jederzeitlichkeit

21.05.2012. Wie können die Europäer eigentlich in ein Land kommen, wo gefoltert wird, um ein Fußballfest zu feiern?, fragt Juri Andruchowytsch in der FR. Aber sie singen ja auch in Baku, notiert die taz. Im sonnigen Cannes hebt sich die Düsternis dänisch-österreichischer Autorenfilme besonders vorteilhaft ab, findet die Welt. Im Perlentaucher plädiert Katharina Hacker für das Teilen von Texten - und gegen "Geistiges Eigentum". Die NZZ lernt in Japan: Wer hundert werden will, muss lernen, lernen, lernen.  Mehr lesen

Auch bei geringsten dynamischen Graden

19.05.2012. In der Welt gratuliert Kontatin Grcic dem Designerkollegen Dieter Rams, der ihn auf den Pfad der Tugend zurückführte. Die taz überlegt, ob die Geschichte von kino.to als Hollywoodfilm nachzuerzählen wäre, und welche Rolle dabei den Verbänden der Filmindustrie zukäme. Die SZ kritisiert in der Urheberdebatte den Autoren-Aufruf und fordert konstruktive Lösungen. Die FAZ bewegt sich mit Grausen durch spanische Investitionsruinen. Alle trauern um Dietrich Fischer-Dieskau. Mehr lesen

Das Theater, es lebt, es lebt

18.05.2012. Die Berliner Volksbühne ist wieder auferstanden, meldet die taz nach dem Berliner Theatertreffen. Die Welt ist beglückt von Wes Andersons Film "Moonrise Kingdom", der das Festival von Cannes eröffnete. Das Blog Movie Morlock hat passend zum Anlass Glamour-Fotos aus den besseren Jahren des Festivals zusammengestellt. In der FAZ macht Frank Rieger vom CCC einen Vorschlag zur Steuerrevolution. In deutschen Blogs wird immer noch recht heftig über den Urheber-Aufruf diskutiert. Gibt es ein Menschenrecht auf "Geistiges Eigentum"? Mehr lesen

Sie rezensieren, loben und verbreiten auch

16.05.2012. Der Urheber-Aufruf sorgt weiter für Debatten - nun melden sich allerdings auch Autoren, die ihn kritisieren. Cora Stephan will in der Welt die Front gegen die Leser aufbrechen. Benjamin Stein fordert in der Jüdischen Allgemeinen die Anpassung des Urheberrechts an das digitale Zeitalter. Alle Zeitungen begrüßen den Büchner-Preis für Felicitas Hoppe. Nur die SZ überlegt, wer ihr lieber gewesen wäre. Mehr lesen

Viel mit der Hand abgeschrieben

15.05.2012. Die taz kritisiert die Bild: Denn die macht keinen soliden Journalismus, wie er zum Beispiel von Elke Heidenreich verkörpert wird. Jörg Lau kritisiert in seinem Zeit-Blog die taz und erinnert sie daran: Auch wer provoziert, ist nicht selbst schuld, wenn er am Ende dafür umgebracht wird. Die FR ist traurig über die Gentrifizierung Hamburgs. Und Sibylle Lewitscharoff plädiert in der FAZ fürs Urheberrecht. Mehr lesen

Von bürgerlichen Medien empfohlen

14.05.2012. Heftig herumgedruckst wird bei der Berichterstattung über den Eklat bei der Verleihung des Henri-Nannen-Preises: Eigentlich missgönnt SZ-Redakteur Hans Leyendecker den Kollegen von der Bild den Preis gar nicht, schreibt die Bild. Und die SZ zitiert lieber eine Stellungnahme des Netzwerks Recherche - als wäre das nicht Leyendeckers Club. Die taz findet trotzdem: Die SZ-Kollegen sind Helden. Die FAZ ist empört über eine Aktion anonymer Hacker, die die Adressen von Unterzeichnern der Aktion "Wir sind die Urheber" veröffentlichen und mit weiteren Aktionen drohen. Mehr lesen

Unbeeindruckt vom Hohn der Kunstwelt

12.05.2012. Die Urheberrechtsdebatte tost und rumpelt weiter: "Ihr seid nicht (mehr) systemrelevant", ruft Udo Vetter den "Wir sind die Urheber"-Urhebern zu. Euer Geschäftsmodell ist von gestern, bedauert die FR. Vor kurzem protestierten Urheber doch noch gegen Verwerter, wundert sich die SZ. Auf Spiegel Online erinnert Volker Kauder daran, dass auch die Freiheit der Kommunikation Schutz verdient. Die NZZ befasst sich mit dem Dackel in der Kunst. Die FAZ bewundert die Erektion eines Möhrenmännleins. Und: die SZ schlägt den Nannen-Preis für die Bild-Zeitung aus. Mehr lesen

Auch das Spiel folgt Regeln

11.05.2012. Im Tagesspiegel fordert der Drehbuchautor Thomas Bohn: Künstler, erfüllt die Bedürfnisse eures Publikums. Carta fürchtet, dem Künstler geht es bald wie der Milchkuh. Die FAZ dankt für die Würdigung der Verwerter. Die taz findet die Vorstellung von Liquid Democracy naiv: Politik brauche Profis. Die SZ begutachtet die weißen Elefanten in Kiew und Warschau. Die NZZ durchforstet das Angebot der Multioptionsgesellschaft. Mehr lesen

Man versucht, die Revolution herauszuhalten

10.05.2012. In der Zeit pochen hundert Urheber auf ihr Recht. Und Peter Sloterdijk bezweifelt, dass André Rieu in der Lage ist, eine Philosophie-Sendung im ZDF zu moderieren. Die Urheberrechtsdebatte reißt auch in weiteren Medien Gräben auf: Im Freitag fordert der Konzertagent Berthold Seliger eine Reform, die eine Verkürzung der Schutzfristen einschließt. Der Urheberrechtsexperte Till Kreutzer fordert im WDR, dass man die Gegebenheiten der Digitalisierung zur Kenntnis nimmt. Und Foreign Policy meldet: die Prediger der Christenverfolgung haben jetzt schon eine Million Follower. Mehr lesen

Wie eine Kühlbox mit Deckel obendrauf

09.05.2012. Der Tagesspiegel ist froh, dass Berlin nur einen Flughafen eröffnen will. Es hätte noch peinlich kommen können. Der Perlentaucher schaut mit Mitleid auf die narzisstische Kränkung, die das Netz dem Liberalismus zufügt. Die taz druckt schon wieder einen Europa-Appell mit Daniel Cohn-Bendit. In der Welt fragt Ralf Fücks von der grünen Böll-Stifung, ob aus den Piraten je was werden kann. Die NZZ wirft einen Blick auf das neu erblühende Kulturleben in Simbabwe. In der FAZ telefoniert Michael Krüger über Skype mit einem griechischen Freund. Mehr lesen

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