Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Gemeinschaftliche Werke

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

08.04.2010. Im Freitag schreibt Volkmar Sigusch: Ein Mensch, der pädophile Neigungen hat, kann so wenig dafür, wie der, der erwachsene Frauen begehrt. In der taz macht der Reggae-Sänger Gentleman klar: Entweder man respektiert die Schwulen oder die jamaikanische Kultur. Die taz macht auch auf eine fatale Dialektik von Wikileaks aufmerksam. In der FAZ erklärt Thomas Hettche, warum er auf keinen Fall bloggen will.

Neue Zürcher Zeitung, 08.04.2010

Ulrich M. Schmid macht nach den Bombenanschlägen in Moskau unter Russlands Intellektuellen vor allem aufgeregte Ratlosigkeit aus und konstatiert: "Es ist bemerkenswert, dass es in der Bevölkerung immer noch einen unausgesprochenen Konsens über die Bewahrung der territorialen Integrität der Russischen Föderation gibt - auch wenn die Regierung in weiten Teilen des Nordkaukasus kaum die Staatsgewalt ausübt. ... Der Terror in Russland hat wenig mit dem Islamismus, aber viel mit den politischen und wirtschaftlichen Missständen im Kaukasus zu tun."

Weiteres: Joachim Güntner gibt einen Abriss über Kultur und Barbarei der Nachkriegsmoderne und begrüßt die Proteste gegen den Abriss bedeutender Sechziger-Jahre-Bauten in Köln, Bonn und Hannover. Besprochen werden auf der Filmseite Urszula Antoniaks Spielfilmdebüt "Nothing Personal" und Luca Guadagninos Film "Io sono l'amore". Außerdem Bücher, darunter Patrizia Cavallis Gedichtband "Diese schönen Tage" und Isolde Schaads Roman "Robinson und Julia" (mehr ab 14 Uhr in unserer Bücherschau des Tages).

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Der Freitag, 08.04.2010

"Das Kind begehrt, aber nicht den Erwachsenen", schreibt der Sexualwissenschaftler Volkmar Sigusch, und der Erwachsene kann erstmal nichts für sein Begehren: "Ein Mensch, der pädophile Neigungen hat, kann so wenig dafür, wie der, der erwachsene Frauen begehrt. Außerdem hat, psychoanalytisch gesprochen, sein Begehren die seelische Funktion, einen unbewussten Konflikt einzudämmen oder abzuwehren, der den Zusammenhalt seiner Person bedroht, beispielsweise durch schwere Depressionen. In einer wirklich liberalen, um nicht zu sagen freien Gesellschaft könnte auch der Pädophile offen und ohne Sanktionen zu seinem Begehren stehen; es auszuleben, könnte aber selbst dann nicht toleriert werden."

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Die Tageszeitung, 08.04.2010

In tazzwei erklärt Daniel Schulz, was die Veröffentlichung des Irak-Videos beim Enthüllungsportal Wikileaks vor allem zeigt: dass digitale Alternativmedien ihrer etablierten Konkurrenz zunehmend gewachsen sind. Ihre Durchschlagskraft habe aber Grenzen: "Was von klassischen Medien nicht weitertransportiert wird, nimmt die Mehrheit der Menschen nicht wahr. Beim digitalen toten Briefkasten Wikileaks fristen viele Dokumente ein trauriges Dasein in Ignoranz. Grund: Kaum eine Redaktion gibt Geld dafür aus, solche Mengen an Material zu sichten, die nicht exklusiv sind. Die Offenheit der Daten sorgt paradoxerweise dafür, dass sie verborgen bleiben."

Im Interview mit Daniel Bax spricht der Reggae-Musiker Gentleman über die Schwulenfeindlichkeit seiner Szene und zieht die Grenzen der Toleranz: "Wir reden hier von einer anderen Kultur. Ich kann ja auch nicht Kondomautomaten im Vatikan aufstellen. Oder im Iran gegen Kopftücher protestieren. Genauso wenig kann ich etwas gegen die Homophobie auf Jamaika tun."

Im Kulturteil weist Cristina Nord auf eine Filmreihe des argentinischen Regisseurs Lisandro Alonso im Berliner Arsenal-Kino hin.

Besprochen werden eine Ausstellung über die Dichterin und Literaturnobelpreisträgerin Nelly Sachs im Jüdischen Museum Berlin, Roger Vontobels Inszenierung von "Don Carlos" am Dresdner Staatsschauspiel, die DVD von Richard Kellys Film "Die Box" und die Autobiografie des Leadsängers von Black Sabbath Ozzy Osbourne. (mehr dazu in unsrere Bücherschau des Tages).

Und Tom.

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Die Welt, 08.04.2010

Marc Reichwein stellt die Adresse getabstract.com vor, wo gestresste Manager gegen drakonische Gebühren Resümees von Wirtschaftsbüchern, aber auch literarischen Klassikern herunterladen können und kommt zu folgender kulturkritischer Reflexion: "Solche Kompilate verhalten sich zum Lesen wie die Kochsendung zum Kochen. Das sekundäre Format floriert in dem Maße, in dem die primäre Kulturtechnik nachlässt."

Weitere Artikel: Thomas Lindemann ist nicht froh über den Umstand, dass die jüngsten Videos auf Journalisten feuernder US-Soldaten nicht etwa von Journalisten, sondern von Wikileaks.com aufgedeckt wurden. Marc Wirbeleit, ehemals Tempo und Springer & Jacoby, schreibt einen Nachruf auf die einst so hippe Werbeagentur, die nun dem einst so hippen Magazin auf dem Weg ins Museum gefolgt ist. Laura Ewert begleitete Musiker des Labels Audiolith durch die deutsche Provinz. Thomas Lindemann unterhält sich mit dem Grünen-Politiker Robert Habeck, der in einem Buch einen Begriff des "linken Patriotismus" entwickelt, im Interview aber nicht recht deutlich machen kann, was das sein soll.

Besprochen werden Poulencs "Karmeliterinnen" in München, eine Ausstellung über das frühe Kino in der Cinematheque in Paris, eine Ausstellung über den Architekten Joseph Maria Olbrich in Darmstadt und Filme, darunter der Film "Zeit des Zorns" (mehr hier) des iranischen Filmemacher Rafi Pitts.

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Frankfurter Rundschau, 08.04.2010

Natürlich kommt Christian Schlüter noch darauf, was ihm an Angela Merkels Politik missfällt, "blinde Wachstumshoffnung" etwa oder ein "demokratiegefährdender" Staatsabbau. Aber eigentlich liest sich sein Artikel zu Merkels zehnjährigem CDU-Vorsitz eher hymnisch: "Überhaupt sei einmal gehörig gelobt, dass unsere Kanzlerin kaum zum öffentlichen Ressentiment neigt und sich im Unterschied zu den meisten ihrer männlichen Kollegen nicht auf Kosten der Schwächsten der Gesellschaft profiliert."

Außerdem: In Times mager untersucht Judith von Sternburg das Tippverhalten. Thomas Schuler erinnert auf der Medienseite an das spezielle Verhältnis von Helmut Kohl zum Spiegel.

Besprochen werden Rafi Pitts' iranische Parabel "Zeit des Zorns", Louis Leterriers Remake von "Kampf der Titanen", Katja Oskamps Buch "Hellersdorfer Perle" (von Anja Hirsch als "Sadomaso-Mutti-Roman" tituliert), Patti Smith' Erinnerungen "Just Kids" (mehr ab 14 Uhr in unserer Bücherschau des Tages).

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Süddeutsche Zeitung, 08.04.2010

Alex Rühle ist mit dem französischen Autor Alain Mabanckou im Pariser Viertel mit dem irreführend wohklingenden Namen La Goutte d'Or (dt. Goldtropfen) unterwegs: "Wäre da nicht die Pariser Architektur, man könnte glauben, man befinde sich in einem schwarzafrikanischen Land. Mabanckou steckt einer alten Verkäuferin, die er zu kennen scheint, 20 Euro zu und sagt: 'Schwarze Leute, schwarzes Essen, schwarze Läden, nur dass die Häuser leider alle den Chinesen gehören.'"

Weitere Artikel: Der Jurist Andreas Zielcke berichtet von zum Scheitern verurteilten Versuchen von US-Gerichten, den Papst wegen der Kindesmissbrauchsfälle vor Gericht zu zitieren. Der eigentliche Gegenstand von Zielckes Artikel ist allerdings die singuläre Rechtsposition des Papstes. Johan Schloemann teilt mit, dass US-Dozenten jetzt schon Seminararbeiten zur Korrektur nach "Indien, Singapur und Malaysia" schicken. Till Briegleb berichtet, dass die Stadt Hamburg den Baukonzern Hochtief wegen eines fehlenden Terminplans zur Fertigstellung der Hamburger Elbphilharmonie verklagen will. Er kommentiert auch die diesjährige Lead-Award-Verleihung (Website der Awards). Catrin Lorch beklagt den Umgang seiner Erben mit dem Werk des Bauhaus-Künstlers Oskar Schlemmer. Auf der Kino-Seite porträtiert Fritz Göttler den Filmemacher Romuald Karmakar, der im März mit einer Retrospektive im Wiener Filmmuseum gefeiert wurde. Außerdem weist Göttler auf eine Japan-Reihe im Münchener Werkstattkino hin.

Besprochen werden die Ausstellung "Randzeichnungen" im Marbacher Literaturmuseum, neue Filme, darunter Tom Fords Regiedebüt "A Single Man" und Urszula Antoniaks "Nothing Personal", das neue Album "Highway Rider" des Jazzmusikers Brad Mehldau und Jakob Heins neuer Roman "Liebe ist ein hormonell bedingter Zustand" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Die Zeit, 08.04.2010

"Die große Zeit der Kreativität im Fußball ist vorbei", erklärt der Literaturwissenschaftler Hans Ulrich Gumbrecht in einem instruktiven Interview, selbst Ausnahmespieler wie Messi oder Ribery können im taktisch überregulierten Spiel nur noch Akzente setzen. "Wir haben ja alle lange gehofft, dass der afrikanische Fußball das Spiel in vielerlei Hinsicht erneuern wird. Dass Länder wie Ghana oder Nigeria ganz anders spielen und eine neue Epoche einläuten würden. Darauf warten wir nun schon seit mindestens zehn Jahren vergeblich. Das hat sicher auch damit zu tun, dass afrikanische Talente schon im Alter von 15 Jahren von europäischen Klubs geholt werden, sich in das europäische Spielsystem einfügen müssen und im negativen Sinne abgeschliffen werden. Es scheint mir auch unwahrscheinlich, dass die kommende Weltmeisterschaft die WM des afrikanischen Fußballs wird. Die stärkste afrikanische Mannschaft ist ja Chelsea, und die spielt nicht mit."

Ijoma Mangold, porträtiert den Schriftsteller und orthodoxen Juden Benjamin Stein, dessen Roman "Die Leinwand" gerade erschienen ist: "Einem orthodoxen Freund in Antwerpen hat Stein sein Buch mitgebracht. Der hat es nicht einmal angerührt. Warum weitere Bücher schreiben, wo es doch schon ein Buch gibt? Die Thora. Die soll man studieren. So gesehen ist Benjamin Stein dann doch eher der Punker unter den Orthodoxen." (Kleiner Tipp: nächsten Mittwoch stellt Mangold Stein Buch im Literarischen Colloquium in Berlin vor).

Weiteres: Als Aufmacher wird ein Auszug aus Uwe Tellkamps Essay "Uhrenvergleich", den dieser für den Katalog zur Neo-Rauch-Doppelausstellung in München und Leipzig beitrug: "Typus rauchscher Frauen: begutachtend (Demos), einladend (die Riesin im roten Pullover, Alter), modebewusst (sie tragen, wie es heute üblich ist, Stiefel zu Röcken - Militanz und Züchtigkeit, das ist Gretchen als Domina)." Iris Radisch erklärt für die deutschen Leser der Zeit, worum es im Streit um Max Frischs Tagebücher zwischen Adolf Muschg und Peter von Matt geht. Thomas Assheuer erklärt sich in der Randglosse den Hype um das Ipad mit dessen Tabernakelhaftigkeit.

Auf der Glaubensseite hofft Christian Schüle, dass die Physik mit der gelungenen Urknall-Simulation am Genfer Cern der Theorie für alles, der Weltformel, ein gutes Stück näher gekommen ist.

Besprochen werden die Ausstellung der Totenmasken von Ensslin, Baader und Raspe in Esslingen (die Hanno Rauterberg für eine "überaus geglückte Provokation" hält), Rafi Pitts' Parabel "Zeit des Zorns", Tom Fords Isherwood-Verfilmung "A Single Man", die Lucian-Freud-Schau im Pariser Centre Pompidou, nachgelassene Aufnahmen des Pianisten Eduard Steuermann, das Album "Congratulations" von MGMT, Jacques Demys Filme auf DVD. Und Bücher, darunter T.C. Boyles Novelle "Das wilde Kind" und Elisabeth Badinters Studie "Der Infant von Parma" (siehe auch unsere Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.04.2010

Der Schriftsteller Thomas Hettche sieht die literarische Kultur unserer Gesellschaften nach zweihundert Jahren an ihr Ende gelangen. Niemand will mehr die intensive Auseinandersetzung mit Werken, niemand mehr wirklich lesen, alle (auch der von Hettche zitierte Perlentaucher) wollen nur noch Kommunikation zwischen Autor und Leser. Hettche will aber nicht bloggen, er will auch keine werkvergessene Neoromantik, die er so beschreibt: "Während Friedrich Schlegel von einem Zeitalter träumte, in dem 'es nichts seltnes mehr wäre, wenn mehrere sich gegenseitig ergänzende Naturen gemeinschaftliche Werke bildeten', arbeitet das aktuelle Revival des romantischen Fragments in Gestalt von Blog und Tweet ebenso dem Vergessen und dem Verschwinden der Werke zu wie die neoromantische Vorstellung von Autorenschaft, bei der - und dafür ist die Diskussion um Helene Hegemann symptomatisch - das Werk nurmehr Akzidenz eines Ichs ist, das sich mit seiner Hilfe erfindet und an so etwas wie temporäre Gemeinden im Netz entäußert, die an die Stelle einer literarischen Öffentlichkeit treten."

Der Agenturgründer und Blogger Christoph Kappes untersucht, wie sehr Google in Deutschland bereits den Internet-Datenverkehr dominiert. Anlass zu übergroßer Besorgnis sieht er nicht, gibt aber zu bedenken: "In den Mediengesetzen ist ... geregelt, dass redaktionelle Inhalte und Werbung zu trennen und zu kennzeichnen sind. Warum also sollte man nicht auch Aggregatoren wie Google auf eine unmanipulierte Auswahl von Internetinhalten verpflichten und ihnen nur unter Auflagen erlauben, selbst im Inhaltegeschäft tätig zu werden?"

Weitere Artikel: In Frankreich recherchierte eine Fernsehsendung nach Pädophilen, die im Netz unterwegs sind - wurde mehr als nur fündig, und zeigte alle an. Jürg Altwegg schreibt darüber, welche Diskussionen das auslöste. Andreas Rossmann schildert, wie unsouverän die Stadt Köln auf Kritik in einem Buch zur Berliner Ausstellung zum Stadtarchiv reagierte. In der Glosse konstatiert Kerstin Holm beträchtliches Desinteresse am orthodoxen Religionsunterricht in den dafür vorgesehenen Testregionen. Ins traurige Bild deutscher Stadtplanung passen für Dieter Bartetzko die Umbaumaßnahmen an der Frankfurter Galluswarte. Robert von Lucius beschreibt südafrikanischen Streit um zwei Urteile, die dem mächtigen Julius Malema, dem Vorsitzenden der Jugendliga des ANC, das Singen des einstigen Widerstandslieds "Kill the Boer" untersagen. Von einer Tagung des "Freundeskreises der Brüder Ernst und Friedrich Georg Jünger" zum Thema "Krieg und Frieden" in Heiligkreuzthal berichtet Martin Thoemmes.

Auf der Kinoseite stellt Bert Rebhandl den Regisseur Romuald Karmakar (hier sein im Text auch erwähnter Youtube-Kanal), der gerade in Graz und Wien vielfache Auftritte hatte, als deutschen Gesamtregisseur dar, der "den Romantizismus von Herzog, das Geschichtsbewusstsein von Kluge, die Anarchie von Achternbusch" zu verbinden versteht. Was beim Filmfestival in Hongkong von Interesse war, ist von Rüdiger Suchsland zu erfahren.

Besprochen werden die Ausstellung "Otto Meyer-Amden: Zwischentöne" im Hamburger Ernst-Barlach-Haus, die Ausstellung "Im Licht der Lagune" der Klassik Stiftung Weimar, eine Best-of-Pavement-Edition, das Album "Hidden" der Band These New Puritans, Rafi Pitts' Film "Zeit des Zorns" (mehr hier) und Bücher, darunter die große, sieben Gigabyte schwere digitale Musil-Edition (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Dekorativ-degoutante Dekadenz

20.01.2014. Widersprüchliche Auskunft geben die Zeitungen über Karin Beiers siebenstündiges Atridenfluchspektakel "Die Rasenden" nach Euripides, Sartre, Aischylos und Hofmannsthal. Die NZZ hält den Erkenntnisgewinn für so mittel, die FAZ für null, und für die Welt steht fest: Das Hamburger Schauspielhaus ist zurück. In der Berliner Zeitung befasst sich Anetta Kahane mit der Diskrepanz zwischen dem Äußeren Beate Zschäpes und ihren Taten. Springteufel Morozov ploppt heute in der SZ auf. Mehr lesen

Sie sind schon denkend

18.01.2014. Die ersten Reaktionen auf Barack Obamas Rede sind zwiespältig bis kritisch. The Verge und die Electronic Frontier Foundation vergleichen Obamas Maßnahmen Punkt für Punkt mit Forderungen von Bürgerrechtsgruppen. Wir binden Julian Assanges CNN-Interview ein: Der Wikileaks-Gründer kritisiert vor allem, dass die Geheimgerichte nicht abgeschafft werden. Auch Deutsche Politiker reagieren laut FAZ bis hin zur CDU recht skeptisch auf Obamas Rede. Außerdem: Arno Schmidt in der taz. Und Luc Bondys Pariser Marivaux-Inszenierung mit Isabelle Huppert allüberall. Mehr lesen

Bei der Kante hat man nur eine Chance

17.01.2014. In der Berliner Zeitung erzählt Marina Hoermanseder, warum sie so gerne Korsette aus Leder macht. In der FAZ bangt die Ökonomin Shoshana Zuboff um Barack Obama, der in seiner heutigen NSA-Rede gewaltig versagen könnte. Die NSA bringt sowieso nix, hat die SZ herausgefunden. Man kann Schriftsteller nicht züchten, ruft die Welt der Zeit zu. Die NZZ hält dem lauernd anmutenden Blick eines Papstes namens Innozenz stand. Mehr lesen

Der Heintje-Effekt

16.01.2014. In der taz fordert Steve McQueen, dass sich Briten und Amerikaner in punkto Vergangenheit an die eigene Nasen fassen. Die NZZ fordert ungewöhnliche Lehrer. Im Freitag erinnert Wolfgang Müller die reaktionären Aspekte am Werk Arno Schmidts. Kenan Malik plädiert in seinem Blog gegen das Verbot der Dieudonné-Shows. Die Zeit arbeitet den Fall Beltracchi auf und bringt selbstkritische Anmerkungen zum Literaturbetrieb. Außerdem im Freitag: ein Interview mit Karl Ove Knausgård und Armond Whites Kritik an Steve McQueens Film "12 Years a Slave". Mehr lesen

Es toben Bassläufe wie Harpyien herauf

15.01.2014. In der FAZ antwortet Evgeny Morozov auf Sascha Lobo und rät jenen Staaten, die uns NSA und Co. bescherten, uns von Google und Co. zu befreien. Die New York Times erklärt, wie die NSA Computer infiltriert, die nicht im Netz sind. Verlage jammern zwar rum, aber laut kress.de verdienen sie prächtig: dank überlasteten Redakteuren und unterbezahlten Freien. Die SZ geriet bei Mahler unter Kirill Petrenko in Ekstase. Und wenn Russland und die USA auf Franziska Augstein hören, ist demnächst auch Friede in Syrien. Mehr lesen

Gar kein Platz mehr für Gezicke

14.01.2014. Die NZZ verfolgt mit Entsetzen den Erfolg des Films "Fack ju Göhte". Die SZ traut sich nach Sankt Pauli. Für die FAZ reist Andrzej Stasiuk nach Belzec. In der Welt entpuppt sich Rolando Villazón als Rolando-Villazón-Bewunderer. Die taz fordert mit Thomas Mießgang eine neue Kultur der Unhöflichkeit. Mehr lesen

Seltsam sacht, schwebend fast

13.01.2014. Die NZZ ging nach Halberstadt, John Cage hören. In der taz freut sich Jochen Schimmang über die Wiederentdeckung des Autors Christian Geissler. Die französischen Medien fragen: Wie privat oder wie öffentlich ist François Hollandes Affäre mit einer Schauspielerin? Nicht das Internet ist kaputt, meint Martin Weigert in Netzwertig in einer Replik auf Sascha Lobo in der Sonntags-FAZ, sondern der Mensch in seinem Sicherheitswahn. Die SZ sucht nach glasklaren Tatbeständen, um einst von den Nazis requirierte Kunstwerke zu restitutieren. Mehr lesen

Mit offensiver Offenheit

11.01.2014. Mit Übertreibung ist der Dekadenz der Banker und Broker nicht beizukommen, stellt die taz zu Martin Scorseses Film "The Wolf on Wall Street" fest. Die Welt erinnert an eine Zeit, als die Öffentlich-Rechtlichen ihr Publikum noch überforderten. Die NZZ plädiert dafür, die Werke türkischstämmiger Künstler in Deutschland nicht länger bloß als Zeugnisse von Migration und Hybridität zu begreifen. Die SZ würdigt die Verdienste des chinesischen Kurznachrichtendienstes Weibo. Und die FAZ verneigt sich vor Arno Schmidt. Mehr lesen

Jeder Passant ein Mörder

10.01.2014. Das TLS erzählt, wie französische und tschechische Surrealisten 1935 über Kunst und Revolution diskutierten. Die NZZ bewundert die Blumensamen-Designs von Paul Smith. Ein Untersuchungsausschuss der EU erklärt die Massenüberwachung durch NSA und GCHQ für illegal, berichtet der Guardian. Die Welt bewundert Martha Argerich beim Nägel lackieren. Als E-Book ist "Mein Kampf" ein Besteller, meldet Gawker. Die SZ schleicht mit dem legendären Superverbrecher Fantomas durch Paris. Mehr lesen

Absolute Theatermanie

09.01.2014. Im Tagesspiegel erklärt die schwarze Autorin Zadie Smith, warum alle weißen Figuren in ihrem Roman "London NW" als solche ausgewiesen werden, während die Hautfarbe der anderen Personen nicht benannt wird. Die taz erklärt, warum das digitale Filmerbe zurück auf Zelluloid soll. In der NZZ schreibt die russische Schriftstellerin Elena Chizhova über das traurige Leben der Architekten in Petersburg. In der Zeit feiern Haruki Murakami und Thomas Hitzlsperger ihr Coming Out - der eine von beiden als Superman. Mehr lesen

Zeit für eine Rasur

08.01.2014. In der taz spricht Ilija Trojanow über die Wirkungen des Schriftstelleraufrufs gegen den digitalen Überwachungsstaat und wettert über "Defätisten, die es sich auf dem Hochsitz der pessimistischen Weltanschauung" bequem machen. Die NZZ stellt die Seite Alfredflechtheim.com vor, die von mehreren Museen erstellt wurde. Die Welt bewundert den alten Mann Robert Redford und das Meer. Die FAZ veröffentlicht einen Aufruf für Liu Xia. Und die SZ überlegt, wer sich Dissident nennen darf. Mehr lesen

Solange man es nicht schwul nennt

07.01.2014. In der FAZ beklagt der Philosoph Marco Wehr die fatale Wissenschaftsgläubigkeit der Politik - und der Wissenschaft selbst. In der NZZ erklärt Shlomo Sand, was er meint, wenn er von der "Erfindung des jüdischen Volkes" spricht. Die Welt erkundet die "Macht der Machtlosen". Die SZ möchte die Achse Paris-Berlin-Warschau stärken. Und die taz staunt über den Kurator Kaspar König, der behauptet, in Russland alles zu dürfen. Mehr lesen

Wir dynamisieren das Hamsterrad

06.01.2014. In der NZZ erinnert Bora Cosic an den jugoslawischen Architekten und Freund Bogdan Bogdanovich. Der Guardian bringt einen Auszug aus Claudia Roth Pierponts neuer Philip Roth-Biografie. In der FAZ wendet sich Kunsthistoriker Jeffrey Hamburger entschieden gegen die Ökonomisierung der Wissenschaft. In der Welt legt der Historiker Thomas Weber ein Wort für die deutschen Soldaten des Ersten Weltkriegs ein. Und Necla Kelek fordert, dass die Kinder der Roma und Sinti von der Politik nicht im Stich gelassen werden. Mehr lesen

Wie die Krallen einer Katze auf Glas

04.01.2014. In der Welt verlieren Andrzej Stasiuks Augen die Bodenhaftung. In der FR erzählt Steve McCurry, was die Zeit mit dem Fotografen und dieser mit der Zeit macht. In der NZZ spricht Junot Díaz über das Schreiben und die Zeit. Spiegel Online zitiert eine Studie über das immer religiösere Weltbild der Amerikaner: Ein Drittel nimmt die Bibel wörtlich. Die taz fordert analogen Protest gegen digitale Überwachung. Mehr lesen

Die Melodie der Macht

03.01.2014. Die Washington Post erklärt mithilfe von Snowden-Papieren, wie die NSA das Netz in Besitz nehmen will. Die Welt porträtiert den rechtsextremen und postkolonialen Komiker Dieudonné, dem durch ein mögliches Tourneeverbot in Frankreich unverdiente Aufmerksamkeit zuteil wird. Schriftsteller Alberto Nessi erinnert in der NZZ an Stalins Staatsdichter Maxim Gorki, der einst Ossip Mandelstam einen Pullover, aber keine Hosen genehmigte. David Chipperfield und Okwui Enwezor erklären in der SZ, wie sie das Haus der Kunst in München sanieren wollen. Die FAZ eröfffnet eine Reihe zum Ersten Weltkrieg. Mehr lesen

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