Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Perlentaucher-Autoren
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Ewige Werte
- Post aus der Antarktis
- Fallende Blätter: die Lage des Feuilletons heute
- Domenico Scarlatti
- Olaf Sundermeyer und der Perlentaucher: Richtigstellungen
- Die Perlentaucher-Affäre und das System Schirrmacher
- Der sogenannte neue Übersetzerstreit
- Die Zeitungen und die Freien
- Neu und Nach: ein Übersetzerstreit
- Anna Politkowskaja
- Politkowskaja
- Wikipedia und der Google Juice
- Andre Müller interviewt Arno Breker
- Canfora, Stalin, Le Goff
- 100 wichtige Intellektuelle aus der Provinz
- Adam Michnik
- Seyran Ates: Antwort auf Jutta Limbach
- An die französischen Neinsager
- Der 8. Mai war keine Befreiung
- Thomas Kling
- Let's Talk European!
- Der biedere Untergang
- Marie-Luise Scherer
- Das Ende der Berliner Seiten
- Gustav Seibt über Götz Aly
- Litchfield, Rechnitz, Thyssen-Bornemisza
- Das Kempowski-Dossier
- Nichts ohne Netz: Zeitungen online
- Grass und die SS: ein Linkdossier
- Die Öffentlich-Rechtlichen und das Netz
- Rupert Murdoch hat so Recht
- Und eine Antwort auf Mathias Döpfner
- Google Fraktur
- Die Galle der Gallier
- Post aus der Walachei
Heute in den Feuilletons
Heute glücklich ohne Bedauern
Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
09.04.2010. Die NZZ ist mit den Verzagten, und zwar sowohl Japanern als auch Verlagen. Die FAZ lupft dem Fundamentalismus der Aufklärung den Schleier. In der taz fordert Michael Brumlik den Antisemitismusforscher Wolfgang Benz auf, sich zu seinem Nazidoktorvater zu äußern. Die SZ liest Romane über Landärzte und rät Studierenden von entsprechenden Angeboten ab. Laut Mediabistro wurden mit dem Ipad schon mehr als 600.000 Ebooks heruntergeladen. In der Welt betet Mathias Döpfner zu Steve Jobs.
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Die Tageszeitung, 09.04.2010
Nicht entdeckt hatten wir eine Kolumne von Micha Brumlik von Dienstag, in der er den Historiker Wolfgang Benz zugleich verteidigt und kritsiert. Einerseits sieht Brumlik Benz' Parallelisierung von Islamophobie und Antisemitismus als "politisch folgenreiche Grundlagendebatte der historischen Sozialwissenschaft, die Benz durchaus mit Respekt bestehen könnte", andererseits fordert er Benz auf, sich zu den Vorwürfen gegen seinen Doktorvater Karl Bosl zu verhalten, der seit 1933 Mitglied der NSDAP war, sich noch 45 aktiv betätigte und 1964 vor einem rechtsextremen Vertriebenenbund den Tschechen "eine radikalen Endlösung des deutschen 'Problems' nach hitlerischem Modell" vorwarf. Weitere Recherchen zu Benz und Bosl im Blog von Clemens Heni hier und hier.
In Teil zwei der Debatte über die Frage, ob Plattenrezensionen weiterhin gültige Maßeinheit einer kritischen Popberichterstattung sein können, argumentiert Jörg Sundermeier, Programmleiter des Berliner Verbrecher Verlags, der Kapitalismus brauche die Warenförmigkeit der Kunst, um sie besser verwerten zu können. Deshalb müsse auch die Popkritik hinter die Konsumentenberatung zurückweichen und unterwerfe sich dabei professionellen Marktgesetzen: "Mit der Orientierung an Veröffentlichungsterminen hat sich professionelle Popkritik freiwillig zum Sklaven der Musikindustrie gemacht. Und sie hat über Jahre hinweg ihre Leser zum Konsumverhalten erzogen... Solange sich die Popkritik nicht weiter von Erscheinungsterminen und Anzeigen löst, hat ein kritisches Popverständnis außerhalb der Fanzines keinen Ort."
Weitere Artikel: Anne Peter porträtiert den Regisseur Antu Romero Nunes, dessen Inszenierung von Schillers "Der Geisterseher" beim Münchner Festival Radikal Jung zu sehen ist. Esther Bold schreibt über die junge Regisseurin Lilli-Hannah Hoepner, die mit ihrer Bochumer Inszenierung "Himmelangst" dort vertreten ist.
Besprochen wird die Kompliation "Head Over High Heels. Strong & Female 1927-1959", auf der vierundzwanzig Künstlerinnen, darunter Billie Holiday, Marlene Dietrich, Eartha Kitt, Jean Harlow und Mae West zu hören sind.
In tazzwei sind Pro und Contra zum Titelbild der aktuellen Titanic zu lesen, für das es Beschwerden beim Deutschen Presserat hagelt. Meike Laaf berichtet über das Umdenken der Netzpiraten, die nach ihrem Kampf für freie Inhalte heute ein "universelles Mikrobezahlsystem" befürworten.
Und Tom.
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Aus den Blogs, 09.04.2010
Das Ding scheint zu laufen. Mediabistro meldet: "At an Apple event this afternoon, Apple CEO Steve Jobs said the company has counted 600,000 downloads of eBooks for the iPad."
Wolfgang Michal porträtiert für Carta Frank Westphal, den Erfinder des unverzichtbaren Blog-Aggregators Rivva: "Rivva, sagt man, fühle der Blog-Szene den Puls. Die Seite gruppiert thematisch verwandte Diskussionen (also den Zeitgeist) rund um die Uhr zu einer aktuellen 'News-Seite' - mit dem Unterschied, dass hier nicht Chefredakteure qua Amt, sondern Blogger durch ihre Verlinkungen entscheiden, welche Artikel auf der Titelseite landen und welche nicht."
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Frankfurter Rundschau, 09.04.2010
Sylvia Staude unterhält sich mit dem britischen Krimiautor Phil Rickman, der mit seinen Büchern um die Exorzistin Merrily Watkins versucht, das Genre des spirituellen Polizeiromans zu etablieren, der kein religiöser Krimi ist. In Times mager feiert Arno Widmann die "Faulheit unserer Spezies".
Besprochen werden das Album "Vom Vintage verweht" des Rappers Dendemann alias Daniel Ebel, eine Ausstellung über den "unbedankten" Ökonomen, Philosophen und Sozialreformer Otto Neurath im Wiener Museum für Angewandte Kunst, eine Schau von Trisha Donnellys Zeichnungen im Frankfurter Portikus, Jürgen Teipels Roman "Ich weiß nicht" und Lamya Kaddors Buch "Muslimisch, weiblich, deutsch" (siehe auch unsere Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).
Online gemeldet wird der Tod des großen Punk-Managers Malcolm McLaren.
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Weitere Medien, 09.04.2010
Missbrauch des Missbauchs! kath.net meldet, dass die Zeitschrift Titanic wegen ihre jüngsten Titelblatts verklagt wird: "Der Staatsanwaltschaft in Frankfurt am Main lagen mit Stand vom letzten Freitag mindestens zwei Anzeigen gegen die verantwortlichen Redakteure für das Titelbild und die Herausgeber vor. Ihnen wird die Beschimpfung einer Religionsgemeinschaft (Paragraph 166 StGB) vorgeworfen."
Irgendwie funktioniert's nicht mit Multikulti in der weiten Welt. David Schwarz schreibt in der Jungle World über die oft drastische Homophobie in Afrika und staunt dann über die "Einhelligkeit, mit der die Homophoben in Afrika sowie deren Gegner die Wurzel allen Übels identifizieren: Der Kolonialismus sei Schuld. Gleichgeschlechtliche Liebe sei eine 'ausländische Praxis, die in unser Land importiert wurde', meint etwa Mugabe. Und die Nichtregierungsorganisation 'Gays and Lesbians of Zimbabwe' benennt 'Homophobie und nicht etwa Homosexualität als den korrupten westlichen Import' und wiederholt damit auch ein Argument zahlreicher europäischer Homoverbände."
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Die Welt, 09.04.2010
Wolf Lepenies erinnert ohne erkennbaren Anlass an zwei intellektuelle Mittler, die Kafka nach Arabien brachten, den Schriftsteller Georges Henein (1917-73) und den Essayisten Taha Hussein (1889-1973), die zugleich antitotalitäre Intellektuelle waren. Paul Jandl erzählt, dass die Missbrauchsskandale selbst im skandalgestählten Österreich für einen ungewöhnlichen Aufruhr sorgten - und er macht deutlich, dass es schon 1995 "Versuche gegeben hat, den Vatikan zu einer transparenten Aufarbeitung der Angelegenheit zu bewegen" (War damals nicht ein gewisser Ratzinger zuständig?). Hanns-Georg Rodek erzählt, dass aus den Tweets von Kinofreunden recht frühzeitig die kommenden Abspielergebnisse von Hollywood-Filmen zu erraten sind. Thomas Abeltshauser berichtet, dass das ZDF die im Feuilleton beliebte Krimiserie "KDD" nach der jetzt anlaufenden dritten Staffel endgültig killt. Hannes Stein weist auf ein Youtube-Video des amerikanischen Senators Eric Adams hin, der schwarzen Jugendlichen rät, Gürtel in ihre Hosen zu ziehen (die auch unter deutschen Jugendlichen grassierende Mode der hängenden Hose wurde offenbar im Gefängnis geboren, wo Gürtel verboten sind).
Besprochen wird Richard Strauss' "Daphne" in der Regie von Claus Guth in Frankfurt.
Ach ja, und Welt online meldet: Mathias Döpfner war in eine amerikanische Talkshow eingeladen: "Döpfner zeigte sich von dem iPad begeistert: 'Jeder Verleger sollte sich einmal am Tag hinsetzen, beten und Steve Jobs dafür danken, dass er mit diesem Gerät die Verlagsindustrie rettet.'" Dazu fragt Cory Doctorow in seinem Blog BoingBoing: "Now that Apple is publishing newspapers, can newspapers cover Apple?"
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Der Tagesspiegel, 09.04.2010
Ingo Metzmacher hat seit seinem annoncierten Rücktritt als Dirigent des Deutschen Symphonie-Orchesters nicht zur Presse gesprochen. Nun äußert er sich im Tagesspiegel im Gespräch mit Jörg Königsdorf, der die deprimierenden Vorgänge noch einmal resümiert. "Die Kulturpolitik hat mich erst geholt und dann fallen gelassen", sagt der immer noch erboste Dirigent.
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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.04.2010
Patrick Bahners unternimmt einen längeren geistesgeschichtlichen Ausflug, um in der Frage heraufziehender Burka-Verbotsgesetze in Frankreich zwar nicht zu einer eindeutig identifizierbaren Haltung, aber zum folgenden Schluss zu gelangen: "Wer leugnet, dass auch die säkulare Staatsanschauung versucht ist, das ganze Leben der Menschen regieren zu wollen, belegt eben durch diese aller historischen Erfahrung zuwiderlaufende Meinung, dass es ihn gibt, den Fundamentalismus der Aufklärung." (Und als nächstes hätten wir dann gern einen Gottesbeweis, bitte.)
Weitere Artikel: Warum es sinnvoll ist, Einwandererkinder sowohl die Sprache der alten wie die der neuen Heimat zu lehren, erklärt Karen Krüger. Kerstin Holm fürchtet, dass es in Russland angesichts des Terrors kein wirkliches Interesse an "irgendeiner Form von Ursachenbekämpfung" gibt, ja, dass manchem die jüngsten Anschläge sogar ganz recht kamen. Günter Paul macht uns mit der in Südafrika neu ausgegrabenen Hominidenart Australopithecus sediba bekannt. In der Glosse geht es um metaphorischen, literarischen und realen DDR-Bergbau. In seiner diesmal erstaunlich reaktionären Kolumne freut sich Eduard Beaucamp, dass mit der Affäre Hegemann nun auch die Literatur das von ihm in der Kunst gründlich verachtete "Bad Painting"-Problem bekommen hat. Niklas Maak stellt den täglich erneuerten Berliner Kunstort "Forgotten Bar" vor.
Besprochen werden die Porzellan-Ausstellung "Exotische Welten" im Leipziger Grassi-Museum, ganz kurz Louis Leterriers "Kampf der Titanen"-Remake und Bücher, darunter Ian McEwans erst im September in deutscher Übersetzung erscheinender Klimawandel-Roman "Solar" (den Felicitas von Lovenberg als "prächtige Farce" lobt) und Hallgrimur Helgasons Roman "Zehn Tipps, das Morden zu beenden und mit dem Abwasch zu beginnen" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).
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Süddeutsche Zeitung, 09.04.2010
Aus aktuellem Anlass erinnert Lothar Müller an Landarztgeschichten in der Literatur und macht auf mögliche unerwünschte Nebenwirkungen einschlägiger Lektüre aufmerksam: "Es kann nicht ausbleiben, dass die Bewerber für Medizin-Studienplätze ins Grübeln geraten, wenn sie sich über die Landarzt-Literatur beugen, um Aufschlüsse über ihr künftiges Berufsfeld zu erlangen."
Weitere Artikel: Andrian Kreye nimmt Abschied von der einstigen Kult-Agentur Springer & Jacobi und damit einem wichtigen Stück Zeitgeistgeschichte. Martin Thurau gibt Einblick in den Wahlkampf ums Amt des Münchner Uni-Präsidenten, bei dem der prominentere Bewerber Julian Nida-Rümelin wohl schlechtere Karten hat als Amtsinhaber Bernd Huber. Henning Klüver ist vor Ort in Turin, wo ab morgen bis zum 23. Mai mal wieder das umstrittene Grabtuch öffentlich ausgestellt wird. Alex Rühle versucht zu klären, warum es in der katholischen Kirche in Frankreich weit weniger Missbrauchsfälle zu geben scheint als anderswo. Judith Raupp schildert, wie ein fünfzig Meter hohes Unabhängigkeitsmonument im Senegal nichts als Ärger bereitet.
Besprochen werden die 14-teilige CD-Edition "Richter in Hungary" mit bislang unveröffentlichten Aufnahmen des Pianisten Swjatoslaw Richter, das MGMT-Album "Congratulations" und Bücher, darunter Hermann Kants neuer Roman "Kennung" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).
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Neue Zürcher Zeitung, 09.04.2010
Die Japaner sind erschöpft, meint der Japanologe Florian Coulams, der eine ausgesprochen matte Stimmung im Land verzeichnet. Vor allem leiden die Japaner an ihrer unschlagbar hohen Lebenserwartung: "'Mut zum Leben', 'Kraft des Alters', '91. Heute glücklich ohne Bedauern', 'Gespräche über ein glückliches Alter', 'Ratschläge eines Hundertjährigen', 'Ein Leben ohne Rückzug aufs Altenteil'. Das sind Titel einiger Neuerscheinungen, die in Tokioter Buchläden ausliegen."
Kürzlich hat der Autor Ulf Erdmann Ziegler die Verlage in der FAZ aufgerufen, einen Gegenkonzern zu den allmächtigen Buchketten zu gründen. Joachim Güntner hat sich bei recht verzagten Verlagen erkundigt, was sie von der Idee hielten. "Das Ergebnis ist: Der Vorschlag fällt durch. Sympathiepunkte erntet der Autor fast überall, manchmal auch den Seufzer 'Davon träume ich seit langem'. Doch sein Konzept hält man für nicht praktikabel."
Weiteres: Christina Kleineidam besucht im indischen Miraj einen Sitarbauer. Gabriele Detterer besichtigt das von Christoph Mäckler umgebaute Augustinermuseum in Freiburg. Auf der Plattenseite huldigt Stefan Hentz dem Posaunisten Christophe Schweizer, Ueli Bernays hört das neue Album "Insomnia" der Schweizer Electronica-Formation Superterz.
Archiv: Heute in den Feuilletons
Wegfall von Arbeit
09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen
Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren
08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen
Der Graf von Sandwich war in Gefahr
07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen
2000PutIN, 2012PutOUT
06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen
Archiv: Heute in den Feuilletons
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Archiv: Heute in den Feuilletons
Die ganze Welt inventarisieren
04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen
Hunde und Katzen, Liebe und Tod
03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen
Einschlusslöcher am Gebäudesockel
02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen
So sehr ich Warhol schätze
01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen
Also, Bürger, auf zur Wacht!
31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen
Weil es dem Franz so gefallen hat
30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen
Das korrekte Verfahren für Anarchisten
28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen
Und die Emotionen suchen blind
27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen. Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen
Ein irrer Cut
26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen
Die Augenbrauen des Holofernes
25.01.2012. Die Welt lernt das Alphabet des Umsturzes. Die Frankfurter Rundschau fürchtet, dass die Berliner High Society nicht mit der Provinz mithalten kann. Die Japaner verlieren ihren Glauben an die Technik, beobachtet die NZZ. Die SZ konstatiert: Leistung lohnt sich nicht, wenn keiner hinsieht. Die FAZ versammelt Beispiele der französischen Liebe zu Amerika. Mehr lesen
Vergegenwärtigungskunst
24.01.2012. In der französischen Huffington Post attackiert Caroline Fourest den tunesischen Präsidenten Moncef Marzouki. Wer sich für Freiheit im Netz einsetzt, arbeitet in Wahrheit dem Kapital in die Hände, findet der Tagesspiegel. Die Welt begibt sich auf die Suche nach der Kairoer Kunstszene, findet sie aber nicht so recht. Die SZ staunt über Hans Holbeins Schutzmantelmadonna in Schwäbisch Hall. De FAZ bringt eine kleine Hommage auf den Künstler Denis Limonow, der durch eine tollkühne Aktion zwei weißrussische Jugendliche vor der Hinrichtung bewahren will. Mehr lesen








