Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 21.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Zeitung lebt

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

12.03.2010. In der NZZ erklärt der Autor Hans Maarten van der Brink, warum die Holländer im Juni Geert Wilders zum Premier wählen könnten. Die FR möchte kein Leichtgewicht mehr sein, sondern ein Trumm werden. Die Welt wünscht Griechenland mehr anglikanische Arbeitsethik. Die taz hat Freude an Joanna Newsoms Organ. Die FAZ verteidigt die Freiheit der Kunst.

Neue Zürcher Zeitung, 12.03.2010

Der Schriftsteller Hans Maarten van der Brink versucht das Phänomen Geert Wilders zu erklären, den "Demagogen mit toupierter und blondierter Mozartfrisur", der die Niederlande mit seinem Kampf gegen die "Islamisierung" in Atem hält: "Seine Standpunkte ordnen sich nicht in das Links-Rechts-Schema ein. Der selbsterklärte Bewunderer von Ariel Sharon und Margaret Thatcher bekämpft nämlich auch Großbanken, die Liberalisierung des Arbeitsmarktes und die Erhöhung des Rentenalters. Er will die Grenzen schließen, macht der EU Zuständigkeiten streitig und findet (wie übrigens auch die Sozialdemokraten), die Niederlande hätten in Afghanistan genug getan. Gleichzeitig pocht er unablässig auf die universale Gültigkeit der Menschenrechte, vor allem für Frauen und Homosexuelle. Die niederländische Kultur müsse beschützt werden vor fremden Einflüssen. Subventionen für die Wohlfahrt und die Kultur müssten jedoch abgeschafft werden. Dafür sollen Rentner, Tiere, Behinderte und die Polizei mehr staatliche Fördermittel erhalten."


Weitere Artikel: Martina Wohlthat berichtet von einem Gespräch mit dem Choreografen Christian Spuck, der 2012 die Leitung des Opernhauses Zürich übernehmen wird. Gerhard Gnauck hat anlässlich der zwanzigjährigen Unabhängigkeit Litauens ein paar Mitglieder der dortigen Bürgerrechtsbewegung getroffen, darunter Nijole Sadunaite, die erzählt, warum sie von der KGB den Spitznamen "die Langspielplatte" bekam.

Besprochen werden Simon Stephens Theaterstück "Punk Rock", das Regisseur Daniel Wahl demnächst am Hamburger Schauspielhaus inszeniert, das neue Gorillaz-Album "Plastic Beach" und die neue CD "Turn me loose" der amerikanischen Soulsängerin Ledisi.

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Aus den Blogs, 12.03.2010

Ulrike Langer warnt in Mediadigital vor Mauschelei bei der Einführung von Leistungsschutzrechten für die Verlage: "Gestern hatte ich zum Thema Leistungsschutzrecht (LR) ein Deja-vu-Erlebnis: Das Prinzip für eine möglichst lautlose Einführung des LR kennen wir doch eigentlich schon. Es läuft momentan wie bei der Einführung der 'Rundfunkgebühren für neuartige Rundfunkempfangsgeräte' (vulgo PC-Gebühr). Das Thema soll mit möglichst vagen Aussagen möglichst bis zum Schluss unterhalb der öffentlichen Empörungsschwelle gehalten werden."


Andrea Diener ist unterwegs im Paradies, Brüssel. "Die Touristendichte steigt immens, aber nicht ganz so schnell wie die Schokoladengeschäftdichte. Was da pro Quadratkilometer geht, da setzt Brüssel wohl einen weltweiten Standard, der kaum zu überbieten ist. Alle drei Meter: Schokoladenosterhasen glotzen dich an. Schokoladenverkäuferinnen greifen mit Zangen nach Pralinen. Schokoladenbrunnen sprudeln."

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Frankfurter Rundschau, 12.03.2010

Die FR feiert heute die Kunst des Zeitungs- und Büchermachens. Arno Widmann hat sich bei Amazon für 11,20 Euro das San Francisco Panorama gekauft. Eine Tageszeitung als Eintagsfliege, von Dave Eggers herausgegeben, "ein Trumm, auf gutem Papier gedruckt, das einem nicht sofort die Finger versaut und außerdem noch den Vorteil hat, dass Fotos, ja sogar zarte Zeichnungen brillant kommen". Während Widmann noch überlegt, ob er sich lieber mit dem Schnittmusterbogen, dem Rätsel oder Essays von Salman Rushdie und William T. Vollman beschäftigen soll, geht ihm auf: "Diese Zeitung lebt. Sie lebte nur einen Tag. Sie ist nichts als ein Demonstrationsobjekt. Aber warum laufen alle Versuche der Revitalisierung der Zeitung auf die Verteilung kostengünstiger Häppchen hinaus? Warum probiert nicht endlich einer es einfach auch mal mit dem Gegenteil? Mehr als zu scheitern, ist da doch auch nicht drin."


Mely Kiyak besucht den Verlag von Gerhard Steidl. Sehr schöne Bücher sieht sie da. Ist das nicht alles sehr teuer? "Steidl rechnet vor. Ein Papierbezug kostet 15 Cent und ein Leineneinband je nach Qualität 70 Cent. Echtes Leinen aus Baumwolle, wohlgemerkt, nicht aus Synthetik. Das Lesebändchen kostet 10 Cent das Stück. Und das Kapitalband, das gewebte Baumwollbändchen, das an der Ober- und Unterkante des Buchrückens angeklebt ist? Oben 1,5 Cent, unten noch mal die gleiche Summe. Trotzdem gibt es in Deutschland nur noch die Firma Güth & Wolf, die Lesebändchen herstellt, und August Bäumer aus Wuppertal, der auf Bändchen und Kapitalbänder aus ungebleichten Geweben spezialisiert ist."

Weitere Artikel: In Times Mager spottet Harry Nutt über die deutschen Reaktionen auf Schwindeleien Kapuscinskis: "Als Beispiel einer Geschichte über die Literatur und das Lügen ist der Fall Kapuscinski hierzulande eine Randnotiz. Wohl auch, weil der Autor volljährig war." Auf der Medienseite informiert uns eine Meldung, dass die SPD eine "behutsame" Abwendung von der gerätebezogenen Rundfunkgebühr vollzieht zugunsten einer eher schroffen Pauschalgebühr für alle.

Besprochen werden Werner Schroeters Inszenierung von Koltes' "Quai West" an der Berliner Volksbühne, Stefan Herheims "Tannhäuser"-Inszenierung in Oslo, Martin Walsers dritter Tagebuch-Band und Wolfram Knauers Louis-Armstrong-Biografie (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

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Die Welt, 12.03.2010

Der Autor Marko Martin kann Griechenlands Krise auch etwas Gutes abgewinnen: Die Zyprer bekommen Oberwasser, wie er bei einem Besuch auf der Insel feststellen durfte: "Die ewig verquickte Hassliebe zum 'Mutterland' hat sich nämlich in diesen Tagen in veritablen Spott über die endemische Faulheit und Korruption der innovationsfeindlichen Vettern verwandelt - und zu einem überraschenden Lobpreis der bis 1960 anwesenden britischen Kolonialmacht. Das intakte Rechts- und Steuersystem, die gute Infrastruktur (von den auf Druck der mächtigen Taxi-Lobby sträflich unterentwickelten öffentlichen Verkehrsmitteln schweigt man indessen lieber), die geistige Flexibilität und anglikanische Arbeitsethik."


Weiteres: Hanns-Georg Rodek berichtet, dass der Filmverleih Kinowelt von Leipzig nach Berlin zieht. Eckhard Fuhr war bei der Präsentation der neuen Buchreihe "Deutschland Bibliothek". Stefan Keim stellt den  amerikanischen Theaterregisseur Richard Maxwell als "Puristen der Freiheit" vor.

Besprochen werden Patti Smith' bisher nur auf Englisch erschienene  Erinnerungen "Just Kids" an ihr Leben mit Robert Mapplethorpe, Andrew Lloyd Webbers Musical "Love Never Dies", und Alejandro Amenabars aufgeklärten Sandalenfilm "Agora".

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Die Tageszeitung, 12.03.2010

Geradezu euphorisch lobt Ulrich Rüdenauer das neue Album "Have One on Me" der amerikanischen Sängerin und Harfenspielerin Joanna Newsom: "Die Stimme, hat der Psychoanalytiker Jacques Lacan einmal gesagt, wecke Begehren. An Joanna Newsoms Organ hätte der Franzose seine helle Freude gehabt."


Weiteres: Christian Semler resümiert eine Veranstaltung im Berliner Gropiusbau, auf der Michael Wildt mit dem britischen Historiker und Buchautor Mark Mazower ("Hitlers Imperium") über Hitlers Pläne zur Neuordnung Europas diskutierte. Besprochen werden das Album "There is Love in You" des britischen Elektronik-Musikers Kieran Hebden alias Four Tet und Rainald Goetz' "loslabern" als Hörspiel.

Und Tom.

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Süddeutsche Zeitung, 12.03.2010

Kia Vahland erklärt, warum das 21. Jahrhundert Caravaggio interessant findet: Es "erkennt sich in Caravaggio, dem brutal-empfindsamen Schauspieler, der nach unverstelltem Leben und höherem Sinn gierte, ohne Erlösung zu finden". Vorerst vor allem für eine Geschmacksfrage hält Julia Amalia Heyer eine neue Form der Erinnerung: In sozialen Netzwerken wie Facebook entstehen virtuelle Mahnmale, die Holocaust-Opfer wie Henio Zytomirski oder Anne Frank wieder zum Leben erwachen und "Fans" um sich scharen lassen. Gunnar Herrmann besuchte den schwedischen Karikaturisten Lars Vilks, der seit seiner Zeichnung eines Mohammed-Hundes unter Polizeischutz lebt, die Affäre und sein derzeitiges Leben jedoch unerschrocken als "Kunstprojekt" versteht. Reinhard J. Brembeck meldet den überraschenden Abgang von Intendant Ulrich Peters von seinem Posten am Münchner Gärtnerplatztheater. Gustav Seibt würdigt den Philosophiehistoriker Kurt Flasch zu dessen 80. Geburtstag als den "urbansten philosophischen Schriftsteller Deutschlands". Martin Zips gratuliert Al Jarreau, der 70 wird.


Auf der Seite 3 fasst Tanjev Schultz den Pädagogen Hartmut von Hentig mit Samthandschuhen an.

Besprochen werden die Ausstellung "Ausgerechnet Deutschland!" im Jüdischen Museum Frankfurt über jüdisch-russische Einwanderer, der israelische Gangsterfilm "Ajami" von Yaron Shani und Scandar Copti, ein Münchner Konzert mit dem Pianisten Maurizio Pollini und Beethovens Dritter unter dem Dirigat von Christian Thielemann, Werner Schroeters "Regiedebakel" "Quai West" in der Berliner Volksbühne und Bücher, darunter Thomas Langs Roman "Bodenlos oder Eine gelbes Mädchen läuft rückwärts" und das von Karl Kraus zusammengestellte dreibändige "Buch der Bücher von Peter Altenberg" (mehr dazu in unserer Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.03.2010

Charlotte Knobloch, Präsidentin des Zentralrats der Juden, möchte nicht, dass Oskar Roehlers Spielfilm "Jud Süß - Film ohne Gewissen" öffentlich aufgeführt wird, berichtet Michael Althen. Sie unterstellt dem Film antisemitische Tendenzen. Althen hält die Freiheit der Kunst dagegen: "Denn selbstverständlich begreift die Kunst gerade die dunkelsten Kapitel der Geschichte immer wieder als Herausforderung, und also ist an der Förderung dieser Auseinandersetzung nichts Zweifelhaftes. Scheitern und Misslingen sind dabei immer möglich, was aus ihr noch keine frivole Angelegenheit macht und auch noch keine antisemitischen Tendenzen begründet. (...) Natürlich soll 'Jud Süß - Film ohne Gewissen' ab Herbst öffentlich vorgeführt werden".


Mehrere schwedische Zeitungen haben die Mohammed-Karikaturen von Lars Vilks nachgedruckt, auf den offenbar mehrere Terroranschläge vorbereitet waren, meldet Matthias Hannemann auf der Medienseite und zitiert den Sekretär der Schwedischen Akademie, Peter Englund: "Vilks' Kunst können wir immer diskutieren. Sein Recht, sie auszuüben - niemals."

Weitere Gründe: In der Leitglosse wundert sich Helmut Mayer über die Gründe, die die Jury des Leipziger Buchpreises dazu veranlasst haben, Norbert Leithold mit seinem Buch über Goethe, Frau von Stein und Anna Amalia von der Kandidatenliste zu streichen: Nur weil er früher Pornofilme gedreht haben soll? Dirk Schümer berichtet - einigermaßen angewidert vom Gegenstand des Themas - über eine Tagung zum 100. Todestag des österreichischen Antisemiten Karl Lueger. Patrick Bahners war bei einer Lesung Anna Katharina Hahns aus ihrem Roman "Kürzere Tage" ("Bei Judith und ihrer Nachbarin Leonie, durch deren Augen der Leser die bürgerliche Gegend der Stuttgarter Constantinstraße kennenlernt, ist die obsessive Selbstprüfung Ausdruck eines vielerörterten Problems unserer Zeit, des schlechten Gewissens der modernen Mutter.") Eva Demski schreibt einen schönen Geburtstagsartikel zu Teofila Reich-Ranickis Neunzigstem. Auf der Medienseite berichtet Matthias Rüb über die Gewalttaten gegen Journalisten in Mexiko.

Besprochen werden die Ausstellung "Painting History. Delaroche and Lady Jane Grey" in der Londoner National Gallery, ein Konzert von Pat Metheny in Frankfurt, Stefan Herheims Inszenierung des "Tannhäuser" in Oslo (die Christian Wildhagen so "ungemein geistreich" findet, dass er Herheim für den Jubiläums-"Ring" 2013 in Bayreuth vorschlägt), Feo Aladags Debütfilm "Die Fremde" und Werner Schroeters Inszenierung von Koltes' Stück "Quai West" an der Berliner Volksbühne.

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Für Ohrfeigen geboren

11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust. Mehr lesen

Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase

10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen

Wegfall von Arbeit

09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen

Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren

08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Der Graf von Sandwich war in Gefahr

07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen

2000PutIN, 2012PutOUT

06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen

Die ganze Welt inventarisieren

04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen

Hunde und Katzen, Liebe und Tod

03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen

Einschlusslöcher am Gebäudesockel

02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen

So sehr ich Warhol schätze

01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt  antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen

Also, Bürger, auf zur Wacht!

31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen

Weil es dem Franz so gefallen hat

30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen

Das korrekte Verfahren für Anarchisten

28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen

Und die Emotionen suchen blind

27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen.  Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen

Ein irrer Cut

26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen

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