Bücher der Saison
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- Das Kempowski-Dossier
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- Die Öffentlich-Rechtlichen und das Netz
- Rupert Murdoch hat so Recht
- Und eine Antwort auf Mathias Döpfner
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- Die Galle der Gallier
- Post aus der Walachei
Heute in den Feuilletons
Härteste Türpolitik
Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
08.02.2010. Das Blog Gefühlskonserve hat herausgefunden, dass Helene Hegemanns Roman "Axolotl" ein bisschen arg von dem Untergrundroman "Strobo" des Bloggers Airen inspiriert ist. Große Aufregung! Vielleicht lernen die aus dem Internet jetzt auch, was Urheberrecht ist, hofft die FAZ. In der FR beschreibt der italienische Staatsanwalt Roberto Scarpinato, wie Zersetzung des Staats und Aufstieg der Mafia zusammenhängen. Inszenierung des Wochenendes: Koltes' "Quai West" in der Regie von Andrea Breth in Wien.
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Aus den Blogs, 08.02.2010
Eigentlich heißt es ja immer, dass das Netz nicht recherchieren kann, aber in diesem Fall beruhen alle heutigen qualitätsjournalistischen Artikel (siehe unten, FAZ und Welt) auf einem Eintrag von Deef Pirmasens' Blogs Gefühlskonserve. Die Frage lautet nun also: Ist der Sensationserfolg "Axolotl Roadkill", der Debütroman der 17-jährigen Helene Hegemann, ein Plagiat des Techno-Untergrund-Romans "Strobo", den der Autor Airen im Sukultur-Verlag veröffentlicht hatte? Gefühlskonserve brachte am Freitag eine Menge Passagen aus den Romanen, die sich ziemlich ähnlich lasen. Anlass war eine einfache Beobachtung: Wie kann ein 16-jähriges Kind so glaubhaft über die Disko Berghain schreiben?, fragte sich Blogautor Deef Pirmasens. "Ins Berghain dürfen dank härtester Türpolitik nicht mal Leute, die auch nur AUSSEHEN wie unter 21jährig. Hegemann schreibt trotzdem glaubhaft darüber, weil sie sich von anderen Autoren inspirieren ließ, was zunächst einmal legitim ist. Doch die Inspiration nimmt copy-paste-mäßige Züge an..." Gestern kam auf demselben Blog die Meldung: "Helene Hegemann entschuldigt sich." Die ganze Entschuldigung und die Reaktion der Verlegerin Siv Bublitz stehen bei buchmarkt.de: "Airen, von dem ich insgesamt eine Seite, ohne sie groß verändern zu müssen, regelrecht abgeschrieben habe, ist ein großartiger Schriftsteller", meint Hegemann.
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Frankfurter Rundschau, 08.02.2010
Die FR druckt einen Vortrag des Anti-Mafia-Oberstaatsanwalts von Palermo, Roberto Scarpinato, in dem dieser den unregulierten Liberalismus, diese "Schurkenwirtschaft", mitverantwortlich macht für die Globalisierung der Mafia: "Die beschriebene Zersetzung der politischen Macht trägt dazu bei, dass kriminelle Aristokratien eine strukturelle Komponente des neuen globalen Kapitalismus darstellen, an der Neubildung von Staaten beteiligt sind und die Struktur von schwachen Staaten infiltrieren."
Im Times mager erkennt Christian Schlüter ganz unironisch im Zölibat einen Protest gegen "die auf unbedingte, auch sexuelle Verfügbarkeit zielenden Konsumimperative unserer säkularen Gesellschaften". Auf der Medienseite porträtiert Jens Holst die Galionsfigur des chilenischen Journalismus, Juan Pablo Cardenas.
Besprochen werden Roland Schimmelpfennigs Konzept-Aufführung des "Weißen Albums" am Frankfurter Schauspiel, der frühe Roman "Und die Nilpferde kochten in ihren Becken" von William S. Burroughs und Jack Kerouac sowie Arno Geigers Roman "Alles über Sally" (mehr ab 14 Uhr in unserer Bücherschau des Tages).
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Neue Zürcher Zeitung, 08.02.2010
Barbara Villiger Heilig ist hingerissen von Andrea Breths Inszenierung des Koltes-Stücks "Quai West" am Wiener Burgtheater: "Opulent, zeremoniell, antirealistisch - Andrea Breth macht aus dem Stück eine Sprechoper, ob deren Grandiosität man allerdings bald voll Bewunderung erstarrt. Die Zumutung hebt den Alltag ins Mythische. Und siehe da: Das, woraus sich der banale Alltag zusammensetzt - nicht nur Finanzbetrügereien -, steht plötzlich in seiner existenziellen Dimension da."
Weiteres: Joachim Güntner sieht in David Chipperfields von der Krupp-Stiftung finanzierten Neubau des Essener Folkwang Museums nicht nur "ein architektonisches Lehrstück", sondern auch ein paternalistisches: "Es ist aufschlussreich, in welchem Maße der einsame Wille eines Industrie-Patriarchen noch immer Geschicke entscheiden kann." Urs Hafner berichtet von den zweiten Schweizerischen Geschichtstagen an der Universität Basel. Besprochen wird Karin Henkels Inszenierung der "Alkestis" nach Euripides am Schauspielhaus Zürich.
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Perlentaucher, 08.02.2010
Warum regen sich nicht auch der deutsche PEN-Club oder Günter Grass, so wie der amerikanische oder Herta Müller (hier), um Liu Xiaobos Nominierung für den Friedensnobelpreis zu unterstützen?, fragt Sabine Pamperrien im Perlentaucher: "Der Präsident des deutschen P.E.N., Johano Strasser und andere deutsche Schriftsteller wie Günter Grass hätten eigentlich Anlass, ebenfalls deutliche Zeichen zu setzen. Es ist erst ein gutes Jahr her, dass die beiden den chinesischen Dissidenten bei der Debatte über die China-Redaktion der Deutschen Welle in den Rücken fielen. Die Dissidenten hatten die Deutsche Welle damals für eine viel zu Regime-nahe Berichtertattung kritisiert, darum sammelte eine SPD-nahe Initiative prominente Nemen wie die Grass', um die Kritik zurückzuweisen."
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Die Tageszeitung, 08.02.2010
Pater Klaus Mertes, Rektor des Berliner Canisius-Kollegs, erklärt im Interview, wie tief ihn die Missbrauchsvorfälle an seiner Schule erschüttert haben. Welche Konsequenzen das für die Täter haben soll, sagt er nicht: "In Bezug auf die Missbrauchsfälle lehne ich es aber ab, Aussagen über sexuelle Identitäten der Täter zu machen. Für mich ist das Thema nicht die Pädophilie. Mir geht es darum, die Gewalt und den Machtmissbrauch der Täter zu benennen, nachdem ich es von den Opfern gehört habe. Die Opfer stehen im Mittelpunkt meiner Aufmerksamkeit, nicht die Täter."
Außerdem: Tim Caspar Boehme resümiert einen Berliner Vortrag des amerikanische Sci-Fi-Autor Bruce Sterling über Atemporalität. Christiane Müller-Lobeck berichtet über eine "1. Konferenz zur sozialen Spaltung" in Hamburg. Meike Laaff erzählt, wie auf der Transmediale sechs Leute um den Künstler und Programmierer Adam Hyde in fünf Tagen ein Buch konzipiert und geschrieben haben. Besprochen wird Young Jean Lees Stück "The Shipment" am Hamburger Thalia Theater.
Auf den vorderen Seiten ist eine Protestnote abgedruckt, in der 140 Intellektuelle Meinungsfreiheit und das Ende der staatlichen Gewalt im Iran fordern. Auf der Medienseite berichtet Marcus Bensmann über die Situation usbekischer Journalisten, die von der Staatsanwaltschaft terrorisiert werden und sich jetzt auch noch von ihrem Präsidenten verhöhnen lassen mussten: "Auf einer Sitzung des vom Präsidenten handverlesenen Senats beklagte Karimow am 27. Januar die 'Zahnlosigkeit' der Medienvertreter in dem zentralasiatischen Land an der afghanischen Grenze".
Dorothea Bär (CSU), Katja Dörner (die Grünen) und Katrin Rönicke (vom Blog "Mädchenmannschaft"), alle Anfang 30, diskutieren über Kindererziehung, Gender-Mainstreaming und Feminismus. Dörner: "Ich mach's mal privat. Meine Freundinnen und ich erleben immer wieder, dass auch von emanzipierten Müttern erzogene Partner und Ehemänner keine Fans sind von Haushaltspflichten. Da wirken alte Rollenbilder nach und wir müssen jeden Tag daran arbeiten."
Und Tom.
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Die Welt, 08.02.2010
Wieland Freund kompiliert den Blogeintrag von Deef Pirmasens, der in Helene Hegemanns Sensationserfolg "Axolotl Roadkill" zahlreiche plagiierte Passagen nachgewiesen hat. Seine Moral von der Geschicht: Gute Lektion für das Netz. "Zum Beispiel könnte sie die Sharing-Kultur lehren, dass ein angeblich unzeitgemäßes Urheberrecht nicht den Konzernen, sondern in erster Linie etwas Unbezahlbarem dienen: der Gerechtigkeit nämlich."
Ulrich Weinzierl ist begeistert von Andrea Breths "Quai West"-Inszenierung am Wiener Burgtheater: "Lauter kleine großartige, großartige Elendsköniginnen und -könige" hat sie ihm vor Augen geführt.
Weitere Artikel: Tilman Krause feiert Martin Walsers komisch-religiöse Novelle "Mein Jenseits" (die erstaunlicher Weise nicht bei rowohlt, sondern bei der Berlin University Press verlegt wurde). Dankwart Guratzsch besucht in Weimar das wiederhergestellte Van-Der-Velde-Haus, einen wichtigen Bau der frühen Moderne. Marko Martin gratuliert der Lyrikerin Eva Strittmatter zum Achtzigsten. Abgedruckt wird Klaus Harpprechts Dankrede zum Erhalt des Lessingpreises.
Besprochen wird eine große Mapplethorpe-Retrospektive in Düsseldorf.
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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.02.2010
Felicitas von Lovenberg, die ebenfalls Deef Pirmasens' Blog gelesen hat, spricht mit der jungen Starautorin Helene Hegemann über die Vorwürfe, ein Roman des unbekannten Blogger-Autors Airen sei etwas mehr als nur "Inspiration" für ihren (fast) allseits und gerade auch in der FAS (von Maxim Biller, hier) und FAZ gefeierten Debütroman "Axolotl Roadkill" gewesen. Hegemann verteidigt sich mit dem Hinweis auf eine allgemeine Remix-Kultur in der Generation Internet. "Für sie ist die Aufnahme von Bezügen aus Internetforen, Blogs, Liedtexten und Büchern künstlerisches Programm und kein Zeichen von eigener Ideenlosigkeit. Die Autorin vertritt die Auffassung, dass es keine Originalität mehr gibt, 'nur Echtheit'". Von Lovenberg eiert ein wenig herum, entschuldigt die mit mancherlei Theoriewassern gewaschene Autorin ausgerechnet mit deren "Unbedarftheit" und hofft zuletzt im Ton mütterlicher Ermahnung, dass diese Geschichte "einen Reifeprozess gerade in jenem Bereich einläute(t), wo bisher in Urheberrechtsfragen nur Chaos herrscht - im Internet!" (Die offiziellen Entschuldigungen/Statements von Verlag und Autorin finden sich hier.)
Weitere Artikel: Lena Bopp meint zu Nicolas Sarkozys Vorstoß, die französischen Elitehochschulen per Quote für sozial Schwache und Einwanderer zu öffnen: "Wenn man so will, ist sie das Zuckerbrot, das man den Einwanderern bietet. Die Peitsche gibt es aber auch noch." In der Glosse erklärt Jürgen Kaube, warum die Post ein Amazon-Paket mit Thomas-Bernhard-Stücken nur an ihn persönlich herauszurücken bereit war. In französischen Zeitschriften findet Jürg Altwegg mancherlei Artikel über die Freimaurer. Oliver Jungen informiert darüber, dass bedeutende israelische Akademiker sich gegen vor allem Rainer Stachs Behauptung verwahren, der Max-Brod-Nachlass sei in Israel schlicht nicht adäquat beforschbar. Wolfgang Sandner schreibt kurz zum Tod des Jazzmusikers John Dankwort.
Besprochen werden ein Konzert der Band Midlake (Website) in Köln, Andrea Breths Burgtheater-Inszenierung von Bernard-Marie Koltes' "Quai West", Olivery Pys Inszenierung von Alban Bergs "Lulu" in Genf, eine von Roland Schimmelpfennig zwar übersetzte, aber nicht in ein Stück umgesetzte Version des "White Album" der Beatles, von Florian Fiedler am Frankfurter Schauspielhaus auf die Bühne gebracht, und Bücher, darunter Alan Pauls Roman "Die Vergangenheit" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).
In der FAZ am Sonntag wundert sich Claudius Seidl in einem Nachtrag zur Islamdebatte über polemische Reaktionen auf Kritik an Islamkritik und versichert, dass er die Begriffe "Islamophobie" und "Fundamentalismus der Aufklärung" (mehr hier) nicht verwenden würde.
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Süddeutsche Zeitung, 08.02.2010
Die SZ übernimmt einen Artikel des britischen Regierungsberaters Charles Leadbeater aus Edge (hier das Original) über Potenziale und Gefahren des Cloud Computings. Das Internet hat zur Demokratisierung beigetragen, aber Leadbeater warnt, dass dies nicht automatisch so bleiben muss: "So schnell sich dieser zivilgesellschaftliche Raum öffnete, so raffiniert gingen autoritäre Regierungen dabei vor, ihn wieder zu schließen. Die Vorstellung, dass autoritäre Regierungen immer so schwerfällig sein werden, dass sie vom blitzschnellen Zulauf im Netz überlistet werden, ist ein Irrtum."
Weitere Artikel: Im Aufmacher erzählt Johan Schloemann, mit welchen Tricks die alten Athener Steuern erfanden und eintrieben. Helmut Mauro erzählt, dass der einst von allen Opernhäusern umworbene vermeintliche Milliardär und Sponsor Alberto Vilar wegen Betrügereien neun Jahre ins Gefängnis muss. Henning Klüver stellt Oscar Niemeyers neue Konzert- und Veranstaltungshalle in Ravello vor. Helmut Böttiger gratuliert der Lyrikerin Eva Strittmatter zum Achtzigsten.
Besprochen werden das neue Album der Achtziger-Jahre-Ikone Sade, Koltes' "Quai West" in der Regie von Andrea Breth am Wiener Burgtheater, neue DVDs und Bücher, darunter Peter Probsts Kriminalroman "Blinde Flecken" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr)
Archiv: Heute in den Feuilletons
Zurück in die Münzfernsprecher-Epoche
19.03.2010. In der FR erkennt Verena Auffermann in der Diskussion um Helene Hegemann die Angst vor der digitalen Zukunft. In der Welt bestätigt dies eine Studie und nennt auch eine Zahl: über 70 Prozent der Deutschen sind nie in der digitalen Gesellschaft angekommen. In der taz ist Liao Yiwu froh, dass seine Bücher illegal kopiert werden, sonst könnte sie niemand lesen. Die SZ porträtiert den künftigen tschetschenischen Nobelpreisträger Kanta Ibragimow, der seinen jüngsten Roman nur dank eines geschmuggelten USB-Sticks veröffentlichen konnte. In der FAZ rauft sich Constanze Kurz die Haare: Sendezeiten im Internet? Wo leben unsere Landespolitiker? Mehr lesen
Arrondierte Männergruppen
18.03.2010. Die FR spekuliert über die Frage,ob Günter Grass von westlichen Geheimdiensten ausspioniert wurde. Im Welt-Interview mit Julia Kristeva stellt sich heraus, das es der Poststrukturalismus mit dem Tod des Subjekts gar nicht so gemeint hat. In der Presse erklärt Andre Müller, warum es für sein Metier von Vorteil ist, ohne Vater aufgewachsen zu sein. In der FAZ warnt der Internetskeptiker Evgeny Morozov vor Twitter und Co. Der Zeit ist eins klar: Wenn Männer Männer missbrauchen, sind auf jeden Fall schon mal Männer schuld. Mehr lesen
Dinge zusammenzuleimen ist sehr einfach
17.03.2010. Die "Leipziger Erklärung" entfacht die Hegemann-Debatte neu. Die Welt erklärt, warum Christa Wolf Literatur ist, obwohl sie Sätze von Faulkner ohne Dank und Tüttel übernommen hat. Die SZ erklärt, warum Peter Esterhazy Literatur ist, obwohl er ganze Kapitel anderer Autoren abschrieb. In der SZ erklärt Sibylle Lewitscharoff, warum sie von Mashups nichts hält. In der Welt erklärt Claude Lanzmann, warum die Juden nicht gerettet werden konnten. Auch die Debatten um die Abgründe der Reformpädagogik und des Katholizismus gehen weiter: Hans Küng fordert in der SZ ein Mea Culpa des obersten Vertuschers. Mehr lesen
Ein Mann wie Winnetou
16.03.2010. Der Tagesspiegel bringt eine Petition deutscher Großschriftsteller von Grass bis Wolf gegen einen möglichen Leipziger Buchpreis für Helene Hegemann. Gerhard Amendt belehrt in der Welt Josef Haslinger, dass er in seinem Text über pädophile Priester an einem kindlichen Zustand der seelischen Ohnmacht festhalte. Micha Brumlik findet für die taz von Anfang an homoerotische Aspekte in der deutschen Reformpädagogik. In der FAZ kritisiert Necla Kelek die islamischen Verbände in Deutschland. Mehr lesen
Archiv: Heute in den Feuilletons
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Archiv: Heute in den Feuilletons
Dass er zu einem Eis am Stiel wird, dann splittert
15.03.2010. In der Welt warnt Ibn Warraq vor den Scharia-Gerichten in England. In der SZ schreibt Richard Swartz über Korruption in Kroatien. Die FAZ erinnert an Zeiten, als zum Frommen der Kunst Knaben kastriert wurden. Gawker gefriert bei Ian McEwans Satire auf den Klimawandel und deckt eine von Sean Penn begangene Ungerechtigkeit auf. Und im Tagesspiegel gratuliert Jürgen Neffe dem Perlentaucher zum Zehnten. Mehr lesen
Ich war verstört
13.03.2010. In der Welt erinnert sich Joseph Haslinger an seine Jugend in einem katholischen Internat: "Die Pädophilen waren in dieser Sphäre von klösterlicher Gewalt eine Oase der Zärtlichkeit." In der FAZ begibt sich Bruce Sterling auf den betrügerisch vernetzten Basar der Geschichte. Im Guardian schreibt Timothy Garton Ash über Ryszard Kapuscinski und die Grundregeln des Reporters. In der taz erklärt Kate Pickett, dass Ungleichheit auch Reiche stresst. In der NZZ bannt Beat Furrer mit Bas Hilfe altägyptische Zerfallsphantasien. Und die FR vernimmt beglückt das Lachen eines bebauchten, bärtigen Buddhas. Mehr lesen
Zeitung lebt
12.03.2010. In der NZZ erklärt der Autor Hans Maarten van der Brink, warum die Holländer im Juni Geert Wilders zum Premier wählen könnten. Die FR möchte kein Leichtgewicht mehr sein, sondern ein Trumm werden. Die Welt wünscht Griechenland mehr anglikanische Arbeitsethik. Die taz hat Freude an Joanna Newsoms Organ. Die FAZ verteidigt die Freiheit der Kunst. Mehr lesen
Damals war die Zukunft heute
11.03.2010. Ai Weiwei ist sich in der FR sicher: Durch das Internetzeitalter verändert sich die gesamte Machtstruktur. Die Welt liefert eine Reportage über die Verfertigung einer kritischen Koranausgabe. Im Freitag plädiert Clemens Meyer gegen allzuviele Literaturpreise. Der Guardian weiß, womit sich Marianne Faithfull schminkt. Golem berichtet über eine Resolution des Europaparlaments gegen ACTA. Die taz bringt ein Interview mit dem Kapuscinski-Biografen Artur Domoslawski. Die Zeit erinnert sich mit Wehmut an die Zeit, in der sie modern war. Mehr lesen
Baukomplexe mit heimelig-prätenziösen Namen
10.03.2010. An der Zeitungskrise ist das Internet gar nicht schuld - sie ist nämlich schon viel älter, meint Google in seinem Policy Blog. Auf Telepolis erklärt Hamed Abdel-Samad den Zusammenhang zwischen Rechtspopulismus und Islamkritik: Der erste kommt, wenn die zweite ausbleibt. In taz und NZZ sprechen iranische Autoren über die Repression in ihrem Land. Wir verlinken auf die gerade online gestellte letzte Kollektion von Alexander McQueen. Mehr lesen
Zerrissene Blätter, zerbröselte Siegel
09.03.2010. Christopher Hitchens graust es in Slate vor dem saudischen Anwalt Ahmed Zaki Yamani, der die dänische Zeitung Politiken mit Klagedrohungen dazu brachte, sich für den Abdruck der Mohammed-Karikaturen zu entschuldigen. Darf man einfach die Geschichte verdrehen? Bernard-Henri Levy kritisiert in den neuesten Filmen Tarantinos und Scorseses eine Tendenz zum Revisionismus. Laut BBC betrachten 80 Prozent aller Weltbürger Internetzugang als fundamentales Menschenrecht. Und Oscar-Preisträgerin Kathryn Bigelow erklärt in der Welt, wie Journalismus funktioniert. Mehr lesen
Schwirren und fliegen und sausen
08.03.2010. Ja doch, Christoph Waltz hat den Oscar als bester Nebendarsteller gewonnen. Wir setzen Links zu Videos, Galerien, Listen und Roben. In der NZZ wendet sich der Maskulinologe Gerhard Amendt gegen das Opferbild Frau. Die taz bringt am Frauentag gleich eine ganze Männertaz mit einem Manifest für ein neues Selbstbewusstsein des Mannes. In der FR erklärt der Ökonom Robert Fogel, warum das alte Europa gegenüber China zurückbleibt: Es ruht sich allzu gerne aus. In Carta erklärt ein Burda-Manager, warum er Leistungsschutzrechte will: weil er seine Inhalte kostenlos ins Netz stellt. Mehr lesen
Denken Sie an Klaviersaitendraht
06.03.2010. In der Welt geißelt Margaret Atwood die Schuld der Menschen an den Vögeln - und nennt dabei auch Zahlen. In der FR kommentiert Ulrich Beck das endgültige Ende des Bankgeheimnisses. Die taz warnt vor Acta. In der SZ kritisiert der Verfassungsrechtler Christoph Möllers die Vertuschungstaktik der katholischen Kirche: Für Verbrechen wie sexuellen Missbrauch ist der Staat zuständig. Die FAZ beschreibt den Einfluss von Bloggern auf die Modeindustrie. Mehr lesen
Antipathie gegen Beton und Stahl
05.03.2010. Der Kultur geht's an den Kragen: Die Welt schildert die Folgen des Bevölkerungsschwunds und der Steuerpolitik für Städte wie Dessau. Die taz erwägt das Für und Wider eines Films über Rudi Dutschke, der in der Rudi-Dutschke-Straße Premiere hatte. Die NZZ kritisiert die Bürger von Bukarest, welche die Errungenschaften der klassischen Moderne nicht ausreichend würdigen. Das Buch über Günter Grass' Stasi-Akten sorgt für respektvolles Aufsehen. Mehr lesen
Ein Fingernagel in ihrer Suppe
04.03.2010. In der FR erzählt Liao Yiwu, wie ihn das Gefängnis zum Reportageschriftsteller machte. Golem meldet: Die Telekom löscht 19 Terabyte Vorratsdaten. In der NZZ trägt der Theologe Friedrich Wilhelm Graf zur weiteren Ernüchterung Margot Käßmanns bei. Die Welt warnt: Man kann Joanna Newson nicht einfach den New Weird Americana zuordnen. In der taz kritisiert Ralf Bönt das neue Prestige der Religionen. Mehr lesen
Ein Trost am Rand meines Grabes
03.03.2010. Liao Yiwu schickt seinen deutschen Lesern einen Trauergesang für die Dongxiao - die taz bringt ihn. Philip Gourevitch trägt außerdem im New Yorker einige sehr interessante Links zu Liao bei. Der NZZ geht das Urteil zur Vorratsdatenspeicherung nicht weit genug: Sie fragt, was aus dem Recht auf informationelle Selbstbestimmung geworden ist. In Sachen Leistungsschutzrechte spielt die Bundesjustizminsterin im Magazin promedia auf Zeit.In der FR schreibt der chilenische Autor Ariel Dorfman über das Erdbeben. Mehr lesen



