Bücher der Saison
Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.
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- Und eine Antwort auf Mathias Döpfner
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Heute in den Feuilletons
Verhängt die Fenster
Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
06.02.2010. In der FAZ sieht Stephen Baker das menschliche Gehirn auf dem Rückzug. Die NZZ fragt, ob Apple das Internet in kleine herstellerabhängige Netze zerschlagen wird. Die Welt trifft die Deutschen in der Kälteregion des Daseins. Die taz erkennt mit Thea von Harbou auf die List der Geschichte. In der FR beklagt Ulrich Beck die McDonaldisierung der Universitäten. Der Tagesspiegel begibt sich auf die Spur des Clans, der Hatun Sürücü ermorden ließ. Und im Perlentaucher unterstützt Herta Müller die Forderung nach dem Friedensnobelpreis für Liu Xiaobo.
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Perlentaucher, 06.02.2010
In einem Brief an das Nobelkomitee, den sie im Perlentaucher veröffentlicht, unterstützt Herta Müller den Vorschlag, Liu Xiaobo mit dem Friedensnobelpreis auszuzeichnen: "Liu Xiaobo hat auch meiner Ansicht nach den Friedensnobelpreis verdient, weil er trotz aller Drohungen des Regimes in China und der Gefahr für sein Leben unbeirrt für die Freiheit des einzelnen Menschen eintritt."
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Die Welt, 06.02.2010
Jacques Schuster führt sich nochmal die Sachbuchbestseller der letzten Jahre zu Gemüte - von Hape Kerkeling (hier) über Richard Precht (hier) und Eckhart von Hirschhausen (hier) bis zu Frank Schirrmacher (hier, hier, hier) - und kommt zu wenig erfreulichen Rückschlüssen über die Seelenlage der Deutschen: "Liest man alle Titel hintereinander, weiß man: Die Deutschen sitzen in der Kälteregion des Daseins, frösteln vor der Zukunft, versuchen zähneknirschend glücklich zu sein, leben mit ihren Ängsten auf du und du und irren furchtsam durch die Jahre wie ein im Wald ausgesetztes Kind. Ihre Maßnahmen dagegen heißen Ich-Bezogenheit, Flucht ins Private und der Rat an alle Leidensgenossen: Verhängt die Fenster gegen die dahin rasende Zeit."
Außerdem in der Literarischen Welt: Bernadette Conrad porträtiert die kanadische Autorin Anne Michaels. Besprochen wird der dritte Teil aus J.M. Coetzees Autobiografie, "Sommer des Lebens", Arno Geigers Roman "Alles über Sally" und ein "Atlas der abgelegenen Inseln".
Im Feuilleton findet sich ein Interview mit dem französischen Regisseur Philippe Lioret über seinen Film "Welcome" (mehr hier). Besprochen werden eine "Endstation Sehnsucht" mit Isabelle Huppert in Paris und eine Seurat-Ausstellung in Frankfurt.
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Neue Zürcher Zeitung, 06.02.2010
Stefan Betschon lässt anlässlich der iPad-Einführung frühere Vorstellungen von der Zukunft der Computer Revue passieren. Und er stellt fest, dass Apple im Grunde die PC-Revolution wieder rückgängig macht: "Apple hat begonnen, um jene Computer, die wie das iPhone oder das iPad unter dem iPhone-Betriebssystem laufen, eine Mauer aufzubauen. Der Anwender kann die Softwareausstattung dieser Geräte nur noch innerhalb enger Grenzen selber bestimmen, sie gehören ihm nicht mehr ganz, sie sind nicht mehr persönlich. Andere Computerfirmen - Google Microsoft - haben an diesem Modell Gefallen gefunden und beeilen sich, eigene App-Store-Plattformen zu errichten. Inspiriert vielleicht von einer Parole Che Guevaras - 'Schafft zwei, drei, viele Vietnam' -, sind die kalifornischen Altachtundsechziger möglicherweise daran, viele Internets zu schaffen, das World Wide Web in herstellerabhängige, kleine Netzwerke aufzuspalten."
Weiteres: Aldo Keel berichtet vom Streit um das Erbe des schwedischen Bestsellerautor Stieg Larsson. Peter Hagmann begutachtet die Lage der Schweizer Orchester. Besprochen werden die Ausstellung "Explosions lyriques" im Musee d'art in Sitten und Bücher, darunter Ma Jians Roman "Peking-Koma", Ulrich Halterns Studie "Obamas politischer Körper", Ludwig Fels' Roman "Die Parks von Palilula".
In Literatur und Kunst geben die beiden Literaturwissenschaftler Li Shuangzhi und Michael Ostheimer einen Überblick über die chinesische Lyrik: "In ihrer von niedrigen Buchauflagen und Veröffentlichungen in avantgardistischen Zeitschriften geprägten Nischenexistenz kann die Gegenwartslyrik nahezu beliebig experimentieren und auch Tabuthemen wie Sexualität oder die Aufarbeitung der traumatischen Vergangenheit angehen. Kurz: Im chinesischen Kulturbetrieb genießt die Lyrik momentan den größten Freiraum."
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Berliner Zeitung, 06.02.2010
Der einstige Musikgigant EMI steht kurz vorm Zusammenbruch, berichtet Jens Balzer. Schuld ist auch ein Finanzhai: "Von den vier Milliarden britischer Pfund, die der Investor Guy Hands für das Label bezahlte, lieh er sich drei Milliarden bei der Citigroup und halste den Kredit der EMI als Schulden auf. Anschließend beschimpfte er 'neunzig Prozent' seiner Musiker als unprofitable 'Faulpelze', von denen er sich zu trennen gedenke, strich 2 000 Arbeitsplätze und den verbliebenen Künstlern auch noch den Ausgabenposten für 'Früchte und Blumen' (zu Deutsch: Koks und Nutten). Darauf verließen nicht nur die unrentablen Faulpelze das Label."
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Der Tagesspiegel, 06.02.2010
Der "Ehrenmord" an Hatun Sürücü in Berlin vor fünf Jahren ist der Stadt noch in schmerzlicher Erinnerung. Ferda Ataman begibt sich auf die Spuren des inzwischen in verschiedene Länder verstreuten Clans - und auf die Spur des Bruders, der seine Schwester mit drei Schüssen ins Gesicht hinrichtete: In Haus zwei der Jugendstrafanstalt Plötzensee, dem 'Mörderhaus', wie der Trakt intern genannt wird, macht Ayhan Sürücü neben seiner Tischlerlehre inzwischen Fernabitur. Seit der schmächtige Kreuzberger hier eingeliefert worden ist, scheint er das Ansehen seiner Mithäftlinge zu genießen. 'Je schlimmer deine Tat, desto mehr Respekt bekommst du da drin', sagt ein inzwischen freigelassener Straftäter, der Ayhan persönlich kennt und offenkundig mag. 'Die Leute dort finden seine Tat richtig', sagt er."
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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.02.2010
In der "überlebenswichtigen" Debatte über die Frage, wie das Internet unser Denken verändert, bringt die FAZ einen Text des amerikanischen Autors Stephen Baker ("The Numerati"), der das menschliche Gehirn, "unseren Standard aus Fleisch und Blut", auf dem Rückzug sieht gegenüber dem großen elektronischen Gehirn da draußen: "Während unsere Gehirne seit 40 000 Jahren mehr oder weniger gleich geblieben, also von den Cro-Magnon-Höhlenmalern bis zu Quentin Tarantino evolutionär auf der Stelle getreten sind, entwickelt sich unser externes Gehirn sprunghaft... Jahr für Jahr verdoppelt dieses globale Gehirn die Zahl seiner Transistoren. "
Weitere Artikel: Detlef Borchers meldet, dass der Hamburger Chaos Computer Club einen Datenbrief gefordert hat, in dem Behörden und Unternehmen gegenüber über Kunden und Bürgern erklären sollen, welche Daten sie von ihnen gespeichert haben. Jürgen Dollase hat im Restaurant Dal Pescatore in der Lombardei Tortelli "wie Pasta-Edelsteine" gegessen. Richard Kämmerlings berichtet von der Hamburger Lesenacht "Ham.lit" im Uebel und Gefährlich. Thomas Strobl hat von Malcolm Gladwell eine Brandrede gegen das miserable Führungspersonal gehört. In der Reportage auf der letzten Seite widmet sich Joachim Müller-Jung der Fingerfertigkeit.
Auf der Medienseite berichtet Karen Krüger, dass Euronews jetzt auch auf Türkisch sendet. Aber immer noch ohne Beteiligung von ARD und ZDF, wie Michael Hanfeld ergänzt.
Besprochen werden eine Mapplethorpe-Ausstellung im NRW-Forum Düsseldorf, Händels "Agrippina" in Berlin, Sades neues, "zeitlos schönes" Album "Soldier of Love", Aufnahmen des Pianisten Martin Helmchen und Bücher, darunter der bisher nur auf Englisch erschienene Sammelband "The Biological Evolution of Religious Mind and Behaviour" und Wendy Mass' "Das Leben ist kurz, iss den Nachtisch zuerst" (mehr ab 14 Uhr in unserer Bücherschau des Tages)
Bilder und Zeiten gibt schon einmal einen Ausblick auf die Berlinale. Michael Althen denkt darüber nach, ob das Kino als Kunstform das Kino als Ort tatsächlich braucht: "wenn man sich aufrichtig prüft, wird man feststellen, dass man oft genug erlebt hat, dass man einen Film im Fernsehen gesehen hat und dessen Wirkung kaum geringer schien. Das war nicht Kino, aber Fernsehen wollte man es auch nicht nennen. Das Bild war kleiner, es sah schlechter aus, aber die Faszination war dieselbe. Ein Film ist ein Film ist ein Film."
Und Hanna Schygulla verwahrt sich im Interview mit Joseph Hanimann gegen die Vorstellung, ihr Lebenswerk könne abgerundet sein: "Abgerundet ist bei mir eher die körperliche Erscheinung. Der Rest entwickelt sich weiter."
In der Frankfurter Anthologie stellt Michael Lentz Günter Bruno Fuchs' Gedicht "Berlin" vor:
"Drei Strophen Sonntagssouvenir:
Der Himmel färbt die Dächer leise,
Die Stadt, ein Würfelbrett und Jagdrevier..."
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Frankfurter Rundschau, 06.02.2010
Es ist, wie jeden ersten Samstag im Monat, wieder "Weltinnenpolitik"-Stunde mit Professor Ulrich Beck. Heute geht es um Bildung und Beck wütet heftig: "Die Lebenslüge der Bildungspolitiker aber kommt in der Unverfrorenheit zum Ausdruck, mit der sie ihre Plastiksprache für die Wirklichkeit selbst nehmen. Man sagt 'Bachelor' und setzt die McDonaldisierung der deutschen Universität in Gang: Fast Food entspricht Fast Education. Modualisierung löst die in Jahrzehnten gewachsenen Fachstandards und Diskursfelder auf. Die chronisch unterbesetzten Sozial- und Geisteswissenschaften können am Ende ihre eigenen fachwissenschaftlichen Abschlüsse nicht mehr anbieten. Der letzte Vertreter seines Faches knipst das Licht aus."
Weiterer Artikel: In ihrer US-Kolumne warnt Marcia Pally ironisch vor der offenen Aufnahme von Schwulen und Lesben in die amerikanischeArmee.
Besprochen werden eine Inszenierung von Händels "Aggripina" an der Berliner Staatsoper Unter den Linden, von Rene Jacobs dirigiert, von Christian Lacroix eingekleidet, von Vincent Broussard inszeniert (und von Jürgen Otten mit einiger Begeisterung rezensiert), eine Aufführung der Schreker-Oper "Der Schmied von Gent" in Chemnitz, das neue Sade-Album "Soldier of Love" und Bücher, darunter Alissa Walsers Roman "Am Anfang war die Nacht Musik" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).
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Die Tageszeitung, 06.02.2010
Zum Berlinale-Jubiläum hat sich Ekkehard Knörer einmal den ersten Wettbewerbsjahrgang 1951 angesehen. Und stößt auf die vielleicht unvermeidlichste Figur der älteren deutschen Filmgeschichte: "Thea von Harbou. Was wäre die deutsche Filmgeschichte ohne sie! Autorin der Filme Fritz Langs in den Zwanzigerjahren. 1929 bereits schickte Lang nach Harbous Vorlage in seinem letzten Stummfilm 'Die Frau im Mond' einen ersten Reisetrupp - in der Tat: mit Frau! - auf den Mond. Ein paar Jahre später war von Harbou dann freudig übergelaufen zu den Nazis, dabei produktiv wie zuvor. Und, schwupps, schon ist sie im ersten Berlinale-Jahr mit der Erzschnulze 'Dr. Holl' wieder da. Da passt es bestens, dass auch die diesjährige Jubiläums-Berlinale um eine Hommage nicht herumkommt. Live übertragen auf einer Leinwand am Brandenburger Tor gibt es 'Metropolis', endlich wiederhergestellt, nach dem Drehbuch von Thea von Harbou. Das ist die List der Geschichte."
Weitere Artikel: Eva-Christina Meier unterhält sich mit Gustavo Buntinx, Betreiber des "Micromuseo" in Lima, über das Phänomen der peruanischen Postmoderne. Den philippinischen Regisseur Brillante Mendoza, dem das Berliner Arsenal eine Werkschau widmet, porträtiert Tilman Baumgärtel. Anja Maier besucht im Hospiz den Journalisten Hans Pfitzinger, der mit Zorn und Eifer, Hass und Liebe in seinem taz-Blog das Treiben der Zeitung verfolgte und seit der Diagnose, unheilbar an Krebs erkrankt zu sein, über sein Sterben bloggt. In der "Leuchten der Menschheit"-Kolumne erklärt Wolfgang Gast, wie man Stasi-Aufarbeitung sinnvoll betreibt.
Besprochen werden Uli Edels Bushido-Film "Zeiten ändern dich" und Bücher, darunter J.M. Coetzees romanhafte Autobiografie "Sommer des Lebens" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).
Und Tom.
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Süddeutsche Zeitung, 06.02.2010
Im Untertitel steht zwar "Der Schleier bleibt", aber anders als bei muslimischen Frauen plädiert Andreas Zielcke beim Bankgeheimnis gegen den Schleier: "Mit der Etablierung rechtsstaatlicher Grundsätze hat sich auch das Verhältnis des Kontoinhabers zum Staat gewandelt. Augenzwinkerndes Zusammenwirken des Steuerstaates mit Steuerhinterziehern, wie es autokratische Fürsten noch tun konnten, kommt nicht mehr in Frage."
Weitere Artikel: Über die Restaurierung und Komplettierung von Fritz Langs jahrzehntelang nur unvollständig überliefertem Klassiker "Metropolis" schreiben, eher theoretisch-filmhistorisch, Fritz Göttler und, eher empirisch, Susan Vahabzadeh. Jonathan Fischer stellt den gerade durch Deutschland tourenden Soul-Musiker Lee Fields und die Szene des Chitlin' Circuit vor, der er entstammt. Axel Timo Purr trifft den ägyptischen Erfolgsautor Alaa al-Aswan in Kairo. Tobias Heil informiert über die Klage von Jörg Haiders "Lebensmenschen" Stefan Petzner gegen David Schalkos Roman "Weiße Nacht", in dem Petzner sich - sehr zu recht wohl - wiedererkannte. Christine Dössel porträtiert die Schauspielerin Hildegard Schmahl zu deren siebzigstem Geburtstag. Und Gottfried Knapp gratuliert dem Land-Art-Künstler Hannsjörg Voth, der ebenfalls seinen Siebzigsten feiert.
Antje Wewer porträtiert in der SZ am Wochenende die britische Schauspielerin Emily Blunt. Vorabgedruckt wird ein Auszug aus Nicholson Bakers neuem Roman "Der Anthologist". Hans-Jürgen Jakobs unterhält sich mit Hubert Burda über "Dynastien".
Besprochen werden eine von Rene Jacobs dirgierte, von Christian Lacroix eingekleidete Aufführung der Händel-Oper "Agrippina" an der Berliner Staatsoper Unter den Linden (Wolfgang Schreiber ist ganz und gar begeistert), und Bücher, darunter postume Ausgabe von Helmut Eisendles Giftpflanzen-Glossar "Tod & Flora" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).
Archiv: Heute in den Feuilletons
Damals war die Zukunft heute
11.03.2010. Ai Weiwei ist sich in der FR sicher: Durch das Internetzeitalter verändert sich die gesamte Machtstruktur. Die Welt liefert eine Reportage über die Verfertigung einer kritischen Koranausgabe. Im Freitag plädiert Clemens Meyer gegen allzuviele Literaturpreise. Der Guardian weiß, womit sich Marianne Faithfull schminkt. Golem berichtet über eine Resolution des Europaparlaments gegen ACTA. Die taz bringt ein Interview mit dem Kapuscinski-Biografen Artur Domoslawski. Die Zeit erinnert sich mit Wehmut an die Zeit, in der sie modern war. Mehr lesen
Baukomplexe mit heimelig-prätenziösen Namen
10.03.2010. An der Zeitungskrise ist das Internet gar nicht schuld - sie ist nämlich schon viel älter, meint Google in seinem Policy Blog. Auf Telepolis erklärt Hamed Abdel-Samad den Zusammenhang zwischen Rechtspopulismus und Islamkritik: Der erste kommt, wenn die zweite ausbleibt. In taz und NZZ sprechen iranische Autoren über die Repression in ihrem Land. Wir verlinken auf die gerade online gestellte letzte Kollektion von Alexander McQueen. Mehr lesen
Zerrissene Blätter, zerbröselte Siegel
09.03.2010. Christopher Hitchens graust es in Slate vor dem saudischen Anwalt Ahmed Zaki Yamani, der die dänische Zeitung Politiken mit Klagedrohungen dazu brachte, sich für den Abdruck der Mohammed-Karikaturen zu entschuldigen. Darf man einfach die Geschichte verdrehen? Bernard-Henri Levy kritisiert in den neuesten Filmen Tarantinos und Scorseses eine Tendenz zum Revisionismus. Laut BBC betrachten 80 Prozent aller Weltbürger Internetzugang als fundamentales Menschenrecht. Und Oscar-Preisträgerin Kathryn Bigelow erklärt in der Welt, wie Journalismus funktioniert. Mehr lesen
Schwirren und fliegen und sausen
08.03.2010. Ja doch, Christoph Waltz hat den Oscar als bester Nebendarsteller gewonnen. Wir setzen Links zu Videos, Galerien, Listen und Roben. In der NZZ wendet sich der Maskulinologe Gerhard Amendt gegen das Opferbild Frau. Die taz bringt am Frauentag gleich eine ganze Männertaz mit einem Manifest für ein neues Selbstbewusstsein des Mannes. In der FR erklärt der Ökonom Robert Fogel, warum das alte Europa gegenüber China zurückbleibt: Es ruht sich allzu gerne aus. In Carta erklärt ein Burda-Manager, warum er Leistungsschutzrechte will: weil er seine Inhalte kostenlos ins Netz stellt. Mehr lesen
Archiv: Heute in den Feuilletons
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Archiv: Heute in den Feuilletons
Denken Sie an Klaviersaitendraht
06.03.2010. In der Welt geißelt Margaret Atwood die Schuld der Menschen an den Vögeln - und nennt dabei auch Zahlen. In der FR kommentiert Ulrich Beck das endgültige Ende des Bankgeheimnisses. Die taz warnt vor Acta. In der SZ kritisiert der Verfassungsrechtler Christoph Möllers die Vertuschungstaktik der katholischen Kirche: Für Verbrechen wie sexuellen Missbrauch ist der Staat zuständig. Die FAZ beschreibt den Einfluss von Bloggern auf die Modeindustrie. Mehr lesen
Antipathie gegen Beton und Stahl
05.03.2010. Der Kultur geht's an den Kragen: Die Welt schildert die Folgen des Bevölkerungsschwunds und der Steuerpolitik für Städte wie Dessau. Die taz erwägt das Für und Wider eines Films über Rudi Dutschke, der in der Rudi-Dutschke-Straße Premiere hatte. Die NZZ kritisiert die Bürger von Bukarest, welche die Errungenschaften der klassischen Moderne nicht ausreichend würdigen. Das Buch über Günter Grass' Stasi-Akten sorgt für respektvolles Aufsehen. Mehr lesen
Ein Fingernagel in ihrer Suppe
04.03.2010. In der FR erzählt Liao Yiwu, wie ihn das Gefängnis zum Reportageschriftsteller machte. Golem meldet: Die Telekom löscht 19 Terabyte Vorratsdaten. In der NZZ trägt der Theologe Friedrich Wilhelm Graf zur weiteren Ernüchterung Margot Käßmanns bei. Die Welt warnt: Man kann Joanna Newson nicht einfach den New Weird Americana zuordnen. In der taz kritisiert Ralf Bönt das neue Prestige der Religionen. Mehr lesen
Ein Trost am Rand meines Grabes
03.03.2010. Liao Yiwu schickt seinen deutschen Lesern einen Trauergesang für die Dongxiao - die taz bringt ihn. Philip Gourevitch trägt außerdem im New Yorker einige sehr interessante Links zu Liao bei. Der NZZ geht das Urteil zur Vorratsdatenspeicherung nicht weit genug: Sie fragt, was aus dem Recht auf informationelle Selbstbestimmung geworden ist. In Sachen Leistungsschutzrechte spielt die Bundesjustizminsterin im Magazin promedia auf Zeit.In der FR schreibt der chilenische Autor Ariel Dorfman über das Erdbeben. Mehr lesen
Ich saß bereits im Flugzeug
02.03.2010. Die Debatte über Ryszard Kapuscinski geht weiter. Laut Welt war er ein parteilicher Autor, der es mit der Wahrheit nicht so genau nahm. In der NZZ erklärt Martin Pollack, warum er die Biografie nicht übersetzen will - nicht wegen ihrer Wahrheiten, sondern wegen ihres Tons. Die FAZ beklagt den Einfluss der Sammler auf den heutigen Kunstbetrieb. In der SZ fordert Ulrich Johannes Schneider: Digitalisiert die Bücher! Die taz präsentiert die furiose Geigerin Patricia Kopatchinskaja und NPR das neue Album der Gorillaz. Mehr lesen
Eine Kultur der Jetzigkeit
01.03.2010. Die SZ berichtet über die Demontage eines Denkmals in Polen: Ryszard Kapuscinski wird vorgeworfen, dass er nicht nur dem Regime recht nahe stand, sondern auch ganz schön geflunkert hat. Die NZZ ist auf dem Quivive und hat herausgefunden, dass Brooklyn inzwischen angesagter ist als Manhattan, vor allem bei den "Helicopter Moms". Die FAZ liest mit Staunen Cory Doctorows Roman "Little Brother". Das Blog Carta meldet, dass die SZ 21 Stellen in der Redaktion streicht. Mehr lesen
Tack, und der Ton ist weg
27.02.2010. In der NZZ erklärt der Pianist Krystian Zimerman den Unterschied zwischen Lautstärke und Dynamik. Die taz war dabei als Frank Schirrmacher Martin Walser pathologisch nannte und Walser Schirrmacher quotensüchtig. In der Welt polemisiert Sonja Margolina gegen die Gesinnungskontrolle der liberalen Mainstream-Medien. Sascha Anderson (im ND) und Josef Haslinger (im Standard) nehmen Stellung zu Helene Hegeman. Die FR beobachtet, wie She She Pop auf der Bühne mit ihren Väter diskutieren. In der FAZ erklärt die "Human-Resources-Managerin" Anke Maruschka, wie man seinen Mitarbeitern kündigt. Die SZ weiß auch nicht, warum sie gerade beim Computerspiel "Heavy Rain" Probleme hat, jemanden zu erschießen. Mehr lesen
Nicht an das Große rühren
26.02.2010. Von jenseits des Grabes erklingt nochmal die Stimme Johnny Cashs und lässt den einen oder anderen Feuilletonisten erschauern. Die NZZ präsentiert eine gute Idee für einen großen Teil der neuesten Kunst: Michael Landys' Kunstabfallcontainer. Die Welt bringt ein Gespräch mit dem Historiker Norbert Leithold, der einst das Pornokino reformieren wollte. Die FAZ feiert Michael Lentz' Sprache der Liebe, die SZ den Architekten Ole Scheeren, der den Westen schon hinter sich hat. Mehr lesen
Ein Stück Rindfleisch unter der Heizung
25.02.2010. War das wirklich ein guter Scherz?, fragt Dirk von Gehlen in seinem Blog zum Grünbeinschen Hegemann-Späßchen. "Plagiat. Was denn sonst", diagnostiziert der Experte Philipp Theisohn in der NZZ zum selben Fall. Außerdem verweisen wir auf zwei instruktive Prä-Hegemann-Texte. Timothy Snyder klärt im Blog der NYRB über Stepan Bandera und ukrainischen Nationalismus auf. In der Berliner Zeitung krümmt sich der gekerbte Raum der ortsgebundenen Dienste. Die FAZ feiert Caravaggio. Mehr lesen
Und dann die große moralische Frage
24.02.2010. Grünbeins Hegemann-Verteidigung in der FAZ ist zwar von Benn, aber er nimmt kein Wort zurück! Die SZ bringt nochmal mehrere Sonderseiten zum Fall Hegemann. Besonders rigide gegen jegliches Plagiat äußert sich hier der noch selber schreibende Feridun Zaimoglu. In der Welt versichert Petros Markaris: die Griechen sind selber schuld. Jakob Michael Reinhold Lenz ist nicht Kurt Cobain, erfahren wir von Frank Castorf in der taz. In der NZZ fragt Adam Krzeminski: Wie weit im Westen liegt heute der Osten? Oder umgekehrt? Mehr lesen
Jenes 'Lawinengefühl', wie ich es nennen möchte
23.02.2010. "Dass jeder Satz und jeder Dialog durchatmet und durchströmt wird von der Inspiration einer großen Schöpferin": Durs Grünbeins feierliche Verteidigung der Helene Hegemann steht in der FAZ. In der NZZ gesteht Volker Braun, wie ihn die Schweiz zum Schreiben brachte. Für Gabriele Goettle erzählt der ehemalige Bundesbankpräsident Karl Otto Pöhl aus seinem Leben. Im Blog der New York Review of Books erinnert Charles Simic an den Dichter Heimrad Bäcker. BoingBoing rätselt über das Phänomen der singenden Hunde. Mehr lesen






