Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 21.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Ebenmäßige Strahlkraft einer Cate Blanchett

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

15.01.2010. Eine Lücke im Internet Explorer erlaubt es chinesischen Spähern, in die Mailkonten von Dissidenten zu gucken - und sie spähen noch weiter: bis in die Google-Konten amerikanischer Menschenrechtsaktivisten, berichten Blogs und Zeitungen in den USA. Im Tagesspiegel spricht Hans Christoph Buch über die haitianische Katastrophe. Die NZZ lotet noch einmal ausführlich den Abgrund der Securitate-Bespitzelungen unter rumäniendeutschen Autoren aus. Claude Lanzmann hat in seiner Autobiografie nicht gelogen, hält die SZ fest.

Der Tagesspiegel, 15.01.2010

Apokalypse war in Haiti schon vor dem Beben, sagt Hans Christoph Buch, der oft über das Land geschrieben hat. Er antwortet im Interview mit Philipp Lichterbeck auf die Frage, warum ein Beben in Haiti katastrophaler ist als anderswo: "Weil Haiti längst kaputt ist. Man hat die Wälder abgeholzt, um Holzkohle zu gewinnen. Das einst grüne Land besteht heute aus kahlen Bergen. Regen bleibt aus, und wenn es regnet, wird die fruchtbare Erde ins Meer geschwemmt. Dort sterben die Korallenriffe, die die Küsten schützen. Es gibt weder ein funktionierendes Straßennetz, noch Strom und Wasser."

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Berliner Zeitung, 15.01.2010

Die Autorin Katharina Rutschky ist gestorben. Harald Jähner und Sabine Vogel schreiben den Nachruf: "Es ging ihr weniger um den Streit, als um die Kultur, die Kultur eines freien, tabulosen Denkens und Diskurses. Als alle Welt über sexuellen Kindesmissbrauch sprach, warnte sie, die in einem ihrer ersten Bücher 1977 die 'Schwarze Pädagogik' des 18. und 19. Jahrhunderts untersucht hatte, vor dem gesellschaftlichen Missbrauch des Missbrauchsvorwurfs."

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Die Tageszeitung, 15.01.2010

Thomas Winkler unterhält sich mit Taylor Swift, der erst 20-jährigen, aber extrem selbstbewussten neue Country-Diva aus Nashville, über Besserwisser im Produzentenmilieu und durch Songtexte beleidigte Exfreunde. "Die meisten Plattenfirmen hätten einer 16-Jährigen nicht zugetraut, eigene Stücke aufzunehmen. Meine Firma aber hat mir erlaubt, über das Arschloch aus meiner Klasse zu schreiben und über den Typen, der mich betrogen hat. Ich durfte schreiben über den Tag, an dem ich in den Spiegel schaute und nicht mochte, was ich dort sah. Ich durfte das selbst in Worte fassen, anstatt dass jemand anderes versuchen musste, meine Textperspektive einzunehmen."


Weiteres: Sebastian Voigt kommentiert den "Fall von Rufmord" gegen Claude Lanzmann; ihm hatte Christian Welzbacher in der Zeit vorgeworfen, seine Rolle bei der Absetzung des FU-Rektors Edwin Redslob übertrieben zu haben: "Der Artikel des Kunsthistorikers Welzbacher bewegt sich an der Grenze zum Ressentiment." Christian Lehmann Carrasco berichtet über den Unternehmer Sebastian Pinera, der bei den Wahlen in Chile am Sonntag als Kandidat der Rechten antritt und einen ebenso geschickten wie aggressiven Wahlkampf betrieben hat.

Besprochen werden Dubstep-Alben von King Midas Sound, Dave Huismans aus Den Haag mit dem Künstlernamen 2562 und Scuba.

Und Tom.

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Weitere Medien, 15.01.2010

Google wurde von den chinesischen Hackern wahrscheinlich durch eine Sicherheitslücke im neuen Internet Explorer geknackt, meldet die Los Angeles Times: "In a statement, Microsoft admitted that Internet Explorer was one of the 'vectors'. Microsoft said it is working with Google, partners and authorities. It is working on a patch for the hole, which could allow an attacker to gain control of a computer if the target clicks on a link in an e-mail or an instant message." Mehr dazu auch bei Mashable.


(Via Jon Hutson) Der Arm chinesischer Zensoren reicht bis nach New York, berichtet Mike Swift in den Mercury News. Google schöpfte Verdacht, als sich eine amerikanische Tibet-Aktivistin und ein chinesischer Hacker gleichzeitig in ein Googlemail-Konto einloggten: "Unknown to Seldon, a regional coordinator of Students for a Free Tibet, at the same moment she was reading her e-mail in Queens, someone in China was logged into her account as well. Top Google officials, including chief legal officer David Drummond, later told Seldon that the suspicious situation alerted them that she was one of the human rights activists whose electronic mail was routinely being spied upon by someone in China."

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Aus den Blogs, 15.01.2010

Die Debatte um Google und China geht weiter. Nicht sehr freundlich schreibt Paul Carr in Techcrunch: "whatever your view, you have to accept that Google spent four years, and earned vast sums of money, operating under China's censorship laws. And now only when they suffer an attack that threatens to damage their business worldwide - "What? The communists can hack my Gmail?? - have they suddenly found a conscience." Die Passwörter der chinesischen Google-Mitarbeiter sind bereits gesperrt, meldet Techcrunch außerdem.


Frankreich entwickelt sich zum gallischen Dorf gegen das Internet: Erst die Loi Hadopi, dann die Google-Steuer, nun die Loi LOPPSI, berichtet Fabrice Epelboin im ReadWrite Web: "The LOPPSI law, which could be voted on in March, will make filtering the French Internet a reality, 'the Chinese way', like Deputy Jacques Myard recently said. Contacts have been established between the French UMP party and the Chinese Communist Party to talk about 'Democracy and Internet access' (video, in French), and just like in Australia, pedophiles were used as a very good reason to filter the Internet."

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Die Welt, 15.01.2010

Marko Martin lässt ohne Zusammenhang zu den aktuellen Ereignissen die dunkle Geschichte Haitis (und ihre wohlmeinenden Literarisierungen von Graham Greene bis Heiner Müller) Revue passieren. Michael Borgstede begleitet eine Reise katholischer Bischöfe zu ihren bedrängten Glaubensbrüdern in Israel und den besetzten Gebieten. Achim Fehrenbach wirft einen Blick auf das Videospieljahr 2010. Elmar Krekeler hat schon einige der literarischen Neuerscheinungen des Frühjahrs gelesen. Und Eva Behrendt porträtiert die Schauspielerin Sandra Hüller ("Sandra Hüller kann so alltäglich und unauffällig wirken, dass man sie an der Straßenbahnhaltestelle übersieht - aber auch mit der ebenmäßigen Strahlkraft einer Cate Blanchett verblüffen").

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Neue Zürcher Zeitung, 15.01.2010

Markus Bauer kommt noch einmal auf die Spitzel der Securitate zu sprechen und schildert das moralisch verwüstete Klima, das sie hinterlassen haben. Bezeichnend ist für ihn der Fall des Eginald Schlattner, der in den fünfziger Jahren im Schriftstellerprozess von Brasov als Hauptbelastungszeuge agierte und darüber einen Roman schrieb - "Rote Handschuhe" - mit dem er schriftstellerische Erfolge feierte. "Eine wirkliche Versöhnung hat zwischen den beiden Seiten nie stattgefunden, auch weil für die Verurteilten es wie ein Hohn erscheinen musste, dass ein großes Publikum im Westen, aber auch in Rumänien gerade denjenigen als Chronisten der Sachsen unter der Diktatur feierte, der entscheidend zu ihrer Verurteilung beigetragen hatte. Vielleicht ist gerade in dieser Unfähigkeit zur Diskussion wiederum einer der Hauptgründe für das Scheitern der gar nicht so seltenen, aber isoliert bleibenden Widerstandsversuche während der rumänischen Diktatur zu entdecken."


Weitere Artikel: Angela Schader berichtet, dass auch der haitianische Schriftsteller Georges Anglade und seine Frau bei dem Erdbeben ums Leben gekommen sind. Schader erzählt außerdem von einem Job-Rating, nach dem Versicherungsmathematiker die besten Aussichten haben. Jonathan Fischer beobachtet die Wieberlebung der Musikszene von New Orleans, ganz groß findet er zum Beispiel den Saxofonisten und Blues-Harp-Spieler Ben Ellman: "Diese Musik tost sozusagen wie ein Hurrikan."

Besprochen werden Ausstellungen des Barockmalers Johann Heinrich Schönfeld in Friedrichshafen und Stuttgart.

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Frankfurter Rundschau, 15.01.2010

Die Biografin Marion Tauschwitz schildert im Aufmacher, wie die Dichterin Hilde Domin das letzte große Beben auf Hispaniola im August 1946 erlebte; Domin lebte damals im Exil in Santo Domingo: "Die Einheimischen, so Hilde Domin, zogen unter dem Eindruck des Bebens in gespenstischen Prozessionen durch die Nacht. In den Gärten hatten sie jeweils ein kleines Golgata geschaffen: drei Holzstöcke zu einem Kreuz gebunden und etwas Erde drumherum aufgeworfen. Davor knieten sich die Pilger nieder, in einfache, ungefärbte Baumwolle, die Promesa, gehüllt und mit einem brennenden Holzscheit in der Hand: leidenschaftlich erregt beteten sie... In die Erdrisse, die durch das Beben entstanden waren, warfen die Menschen Gegenstände, um die Götter zu besänftigen. 'Sie hätten alles hineingeworfen um die Heiligen zu zwingen den Abgrund zu schließen.'"


Weiteres: Judith von Sternburg hat in einem Artikel im Guardian gelesen, dass der Polizist von Tristan da Cunha, eine Insel im Südatlantik, gerade zur Fortbildung in London ist, aber das dürfte die Insel verkraften: "In den 70er Jahren habe es einmal eine Messerstecherei auf einem Fischkutter gegeben." Besprochen werden der Comic "Jenseits" der beiden französischen Zeichner Kerascoet und Fabien Vehlmann sowie eine Ausstellung des Künstlers Eberhard Havekost in der Frankfurter Schirn.

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.01.2010

Frank Rieger, Sprecher des Chaos Computer Clubs, malt die Gegenwart der Internet- und Computerwirklichkeit als Szenario aus, in dem der Mensch nichts weiter mehr als ein "Datensatz" ist: "Dank drastischer Verbilligung von Speicher- und Verarbeitungskapazitäten werden Algorithmen praktikabel, die in großen Datenmengen von Millionen Nutzern noch die entlegensten Zusammenhänge aufspüren können: Death-Metal-Fans über fünfunddreißig Jahren, die sich für Spanien-Reiseführer interessieren, bestellen überdurchschnittlich oft Babywindeln und Schnuller online."


Das Internet ordnet das Hirn, sagt Alexander Kluge im faz.net zur Frage, wie das Netz sein Leben verändere: "Seitdem es das Internet gibt, kann ich mich viel schneller orientieren als früher. Ich kann besser weglassen, was mich nichts angeht. Ich lösche genauso stark wie ich sammle. Das war beim Zettelkasten anders. Beim Zettelkasten haben Sie Energie darauf verwendet, etwas aufzuheben, sie haben sich etwas dabei gedacht, es wird Ihnen also viel schwerer, etwas zu verwerfen."

Weitere Artikel: Die Vertwitterung der Welt führt, meint Jürgen Kaube in der Glosse, zu globaler "Allbetroffenheit", die freilich noch gar nichts bedeuten müsse. Matthias Grünzig schildert, wie eine notwendige Restauration der Stadt- und Landesbibliothek von Potsdam bislang am Widerstand von "Rekonstruktionsfans" scheitert. Den designierten neuen Chef der Deutschen Oper Berlin, Dietmar Schwarz, porträtiert Jan Brachmann. Oliver Tolmein beschreibt, wie das Internationale Olympische Komittee im Umgang mit der Fiktion des Geschlechterdualismus bei der Wissenschaft Hilfe sucht. Hannes Hintermeier hat einen Nachruf auf den Diamanten namens "Blauer Wittelsbacher" verfasst, der nach einem Umschliff nicht mehr ist, was er mal war. "Nibe" schreibt zum Tod des Schriftstellers Georges Anglade, der beim Erdbeben auf Haiti ums Leben kam. Auf der Medienseite berichtet Michael Martens, wie die nationalistische türkische "Tal der Wölfe"-Serie für großen Ärger mit Israel sorgt.

Besprochen werden die neue Choreografie "Out of Context" von Alain Platel und seinen "Les Ballets C de la B", Dieter Wedels Fernsehfilm "Gier" (Jochen Hieber fühlt sich am Ende schrecklich gelangweilt) und Bücher, darunter Manfred Iwan Grunerts Roman "Amerikanskij Wolp" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Süddeutsche Zeitung, 15.01.2010

Ausführlich beschäftigt sich im Feuilleton-Aufmacher Johannes Willms mit dem "Elaborat", in dem Christian Welzbacher dem Filmemacher Claude Lanzmann vorwarf, in seiner Biografie an einer Stelle nicht die Wahrheit geschrieben zu haben. Es geht dabei um den Rücktritt des Rektors der Freien Universität, Edwin Redslob, den Lanzmann unmittelbar ausgelöst haben will. Willms weist vor allem auf Redslobs Geschichte als eifriger Nazi-Mitläufer hin, die in seiner von just Christian Welzbacher geschriebenen Biografie nachzulesen sei: "Redslob, der einstige 'Reichskunstwart' der Weimarer Republik, hatte sich, wie sein Biograph Welzbacher materialreich nachweist, während des Dritten Reichs als umsichtiger, geschickter und allzeit bereitwilliger Mitläufer verhalten, dessen publizistisches Wirken von den Nazis als 'kriegswichtig' eingestuft wurde. Dieses Prädikat hatte er sich, wie Welzbacher nachweist, mit einer Reihe von Büchern zu kulturhistorischen Themen auch redlich verdient, die in Wort- und Themenwahl geschmeidig dem angesagten Ungeist angepasst waren." (In der Zeit online verteidigte Florian Illies in dieser Woche noch einmal Welzbachers Artikel.)


Weitere Artikel: Frank Nienhuysen berichtet von den Anstrengungen ehemaliger Sowjetrepubliken, mit ihrer Geschichte aufzuräumen. Gunnar Hermann meldet, dass auch weiterhin in Dänemark die Burka getragen werden darf. Skeptisch im Ton schildert Julia Amalia Heyer jüngste Versuche der Wirtschaftspolitik, neue Kriterien für "nationale Wellness" zu finden. Dietmar Schwarz, den designierten neuen Chef der Deutschen Oper Berlin, porträtiert Stephan Speicher. Wolfgang Schreiber skizziert dazu die Situation der Opern in Berlin. Laura Weissmüller schreibt zum Tod des US-Fotografen Dennis Stock. Ein kurzer Nachruf auf den Musiker Teddy Pendergrass kommt von Andrian Kreye. Ein weiterer Nachruf gilt dem bei Erdbeben auf Haiti ums Leben gekommenen Autor Georges Anglade. Auf der Literaturseite referiert Gustav Seibt einen Aufsatz von Günter Johannes Henz, in dem dieser darlegt, warum Theodor Schieders Ausgabe von Leopold von Rankes (von diesem in Wahrheit gar nicht verfassten) "Über die Epochen der neueren Geschichte" unbrauchbar ist.

Besprochen werden Rene Polleschs neue Volksbühnen-Inszenierung "Ich schau dir in die Augen, gesellschaftlicher Verblendungszusammenhang!", Inszenierungen von Stücken von Thomas Jonigk und Mark Ravenhill in Düsseldorf, Christian Boltanskis Installation "Personnes" im Pariser Grand Palais, Kent Naganos Debüt als "Tannhäuser"-Dirigent in München und Paul Tordays Roman "Charlie Summers" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Für Ohrfeigen geboren

11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust. Mehr lesen

Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase

10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen

Wegfall von Arbeit

09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen

Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren

08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Der Graf von Sandwich war in Gefahr

07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen

2000PutIN, 2012PutOUT

06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen

Die ganze Welt inventarisieren

04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen

Hunde und Katzen, Liebe und Tod

03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen

Einschlusslöcher am Gebäudesockel

02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen

So sehr ich Warhol schätze

01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt  antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen

Also, Bürger, auf zur Wacht!

31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen

Weil es dem Franz so gefallen hat

30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen

Das korrekte Verfahren für Anarchisten

28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen

Und die Emotionen suchen blind

27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen.  Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen

Ein irrer Cut

26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen

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