Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 08.37 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Die Welt in ihrem Urzustand

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

16.01.2010. Die Welt stellt die algerische Schauspielerin und Autorin Rayhana vor, die nur knapp einem islamistischen Anschlag entronnen ist. In der FAZ verurteilt Jaron Lanier den Autor zum Tod durchs Netz. In der NZZ schreibt Richard Wagner eine Hommage auf die Einzelgänger, Einsiedler und Eigenbrötler der Philosophie in Ostmitteleuropa unter dem Kommunismus. Die SZ porträtiert den Fotografen Sebastiao Salgado, bei dem die "Genesis" auf dem Programm steht. Alle Zeitungen trauern um Katharina Rutschky.

Die Welt, 16.01.2010

Thomas Hahn erzählt die Geschichte der algerischen Schauspielerin und Autorin Rayhana, die von Islamisten in Paris mit Benzin übergossen wurde und der brennenden Zigarette, mit der man sie anzünden wollte, nur knapp entrinnen konnte. Sie setzt sich in ihren Stücken auch mit dem Islamismus auseinander und lebt unter einem Pseudonym in Paris, um ihre Familie nicht zu gefährden: "Doch Rayhanas homosexueller Bruder, der ebenfalls vor der Gewalt in Algerien floh, wurde in Paris von einer homophoben Bande angegriffen und in die Seine geworfen, wo er ertrank. Rayhana selbst wurde Anfang Januar auf der Straße von Vermummten in algerischem Dialekt eingeschüchtert: 'Wir wissen wer Du bist.' Sie nannten den Namen ihres Vaters." (Hier der Artikel aus Le Monde zum Thema.)


Weitere Artikel im Feuilleton: Thomas Schmid schreibt zum Tod von Katharina Rutschky. Besprochen wird Frank Castorfs Inszenierung von Jakob Michael Reinhold Lenz' "Hofmeister" in Zürich.

Die Literarische Welt bringt Briefe Mark Twains an seine Frau Livy. Die rumänische Autorin Carmen Francesca Banciu betrachtet ihr Land zwanzig Jahre nach der Wende. Besprochen wird unter anderem Wolfgang MartynkewiczStudie "Salon Deutschland - Geist und Macht 1900 bis 1945" über den Salon der bürgerlichen Hitler-Fanatiker Elsa und Hugo Bruckmann.

Auf der Forumsseite erkundet der Psychotherapeut Robert Schurz die Auswirkungen der Partnerbörsen im Internet, mit denen heute ein Drittel aller Kontaktaufnahmen der 30- bis 50-Jährigen angebahnt werden, auf die Beziehungen.

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Neue Zürcher Zeitung, 16.01.2010

Richard Wagner schreibt in Literatur und Kunst eine kleine Hommage auf die "Einzelgänger, Einsiedler und Eigenbrötler" des philosophischen Denkens im Ostmitteleuropa zur Zeit des Kommunismus, Denker, die darauf verzichteten, publiziert zu werden, wie zum Beispiel der ungarische Philosoph Bela Hamvas: "Hamvas verlor seine Stellung als Bibliothekar, er verließ Budapest und schlug sich in der Provinz als Arbeiter durch. Bis zu seinem Lebensende 1968 ging er unentwegt seinen essayistischen Eskapaden nach, ohne etwas davon veröffentlichen zu können. Erst in den Achtzigern wurde sein Nachlass publik. Hamvas ist heute Kult." (Im Netz gibt es übrigens seit einigen Jahren ein Übersetzungsprojekt für Hamvas Hauptwerk "Karneval", das man mit einer Subskription unterstützen kann.)


Weitere Artikel in der Samstagsbeilage: Hubertus Adam besucht die südmährische Stadt Zlin, die als einstige Firmenstadt des Schuhkonzerns Bata zu den wichtigsten Denkmälern der architektonischen Moderne zählt (in München läuft zur Zeit eine Ausstellung über die Stadt). Patrick Straumann unterhält sich mit dem brasilianischen Schriftsteller Milton Hatoum. Und der Politologe Michael Schefczyk erinnert an den Denker der Freiheit John Stuart Mill.

Im Feuilleton macht sich der zur Zeit in Princeton lehrende Historiker Thomas Maissen Gedanken zur Diskussion um deutsche Professoren in der Schweiz. Angela Schader empfiehlt dringend Neil MacFarquhars bisher nur auf Englisch erschienenes Buch "The Media Relations Department of Hizbollah Wishes You a Happy Birthday" mit Reportagen aus der arabischen Welt, die der Autor unter anderem für die New York Times schrieb (hier ein Auszug). Vesselina Kasarova erklärt in der Reihe "Mein Stil" den ihren.

Besprochen werden Jakob Michael Reinhold Lenz' "Hofmeister" in Frank Castorfs Zürcher Inszenierung, Jens Rostecks Biografie über Hans Werner Henze, Schillers "Räuber" in Basel und eine Ausstellung mit den Winterbildern Hendrick Avercamps aus der "kleinen Eiszeit" in Amsterdam.

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Die Tageszeitung, 16.01.2010

Gleich drei taz-RedakteurInnen - Heide Oestreich, Dirk Knipphals, Jan Feddersen - schreiben zum Tod der Essayistin Katharina Rutschky. Knipphals erinnert sich an Straßenbegegnungen in Kreuzberg: "Das kleine Erschrecken bei den Begegnungen rührte daher, dass sie zu den Menschen gehörte, die einen erst erkennen, wenn man direkt vor ihnen steht. Aber dann gab es sofort ein ruckartiges Wahrnehmen, dem ein leicht kehliges Lachen folgte, und meistens sah man sich dann mit einem freundlichen Tadel konfrontiert, gelegentlich auch mit einem ironisch abgefederten Lob: Was Sie da wieder geschrieben haben, also, ich muss Ihnen sagen ? Man war gleich in ein pädagogisches Minidrama verstrickt. Ich mochte diese Begegnungen. Ein bisschen hatten sie etwas von einem Woody-Allen-Film. Vor allem aber vermittelten sie den Eindruck, Zeuge einer unaufgesetzten urbanen Intellektualität zu sein."


Weitere Artikel: Im Interview mit Arno Frank meint der Tocotronic-Frontmann Dirk von Lowtzow lakonisch: "Ach, das 'Verstehen' wird sowieso überbewertet." In der "Leuchten der Menschheit"-Kolumne kaut Andreas Fanizadeh Kat mit Nurrudin Farrah.

(Einige Links zur taz funktionieren nicht. Wir hoffen, dass sie noch nachgebessert werden.)

Besprochen werden Bücher, darunter Winshluss' Comic-Version von "Pinocchio" und der nun in deutscher Übersetzung vorliegende Nicht-Science-Fiction-Roman "Unterwegs in einem kleinen Land" von Philip K. Dick und (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

Und Tom.

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Frankfurter Rundschau, 16.01.2010

Von der großen Bonner James-Cook-Ausstellung nimmt Arno Widmann unter anderem diesen Eindruck mit: "Die Gemälde sind gerade darum interessant, weil sie uns klar machen, wie schwer es ist festzuhalten, was man sieht. Zu sehr schiebt sich zwischen den Künstler und den Gegenstand sein Ideal oder doch all das, was er schon gesehen hat. William Hodges' (1744 bis 1797) 'Kriegskanus von Otaheite' (Tahiti) ist ein großartiges Exempel dafür. Die Eingeborenen stehen in den Kanus wie Raffaels Philosophen, einer liegt wie der Kriegsgott Mars mit athletischem nacktem Oberkörper. Links in der Ecke eine Mutter mit Kind, ganz so wie die Maler seit der Renaissance die Heilige Familie auf der Flucht gemalt hatten. William Hodges'Gemälde ist eine eindrucksvolle (180 mal 274 Zentimeter) Montage, ein Zusammenschnitt aus Vorgefertigtem. Sehr kunstvoll, anspielungsreich und in seiner Weise großartig."


Weitere Artikel: "Beschämend" findet es Marcia Pally, wie Amerika mit "Avatar" seinem schlechten Ruf mal wieder alle Ehre macht. Harry Nutt schreibt zum Tod der Essayistin Katharina Rutschky.

Besprochen werden Jo Fabians in Frankfurt zur Aufführung gebrachte Choreografie "Independent Swan", Alain Platels in Brüssel uraufgeführte neue Choreografie "Out of Context" und Bücher, darunter Jean-Michel Palmiers umfassende, aber unvollendet gebliebene Walter-Benjamin-Studie und Ralf Bönts Faraday-Roman "Die Entdeckung des Lichts" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.01.2010

Der Internetpionier Jaron Lanier warnt in seinem neuen Buch "You are not a gadget" vor den Gefahren des Internets. Im Interview mit der FAZ beklagt er vor allem den Tod des Autors im Netz: "Es gibt viele, viele Vorzüge des Internets, und gelobt wurden sie schon häufig. Das ist auch gut so. Schlecht daran ist, dass die besondere Art, wie das Internet entworfen wurde, den kreativen Menschen aus dem Bild entfernt. So hat die Kreativität keinen Autor, und das ist gefährlich, weil der Autor, der Schöpfer, vom Kontext getrennt wird, in dem seine Schöpfung erst verständlich wird. Wo jemand sich nur auf Fragmente verlässt, stammen sie nun von Programmierern oder Musikern oder Tänzern, und diese in einen völlig anderen Kontext stellt, geht Bedeutung verloren." (Der Tod des Autors wurde freilich schon lange vor der Erfindung des Internets behauptet.)


Weitere Artikel: Jürgen Dollase spielt in seiner Gastrokolumne ein kommunikationskundliches Modell durch, um die Beziehung zwischen Koch und Kunde zu fassen. Jürg Altwegg meldet, dass die algerische Autorin und Schauspielerin Rayhana nur knapp einem islamistischen Anschlag entronnen ist. Ulf Erdmann Ziegler schreibt einen Nachruf auf Katharina Rutschky. Wolfgang Schneider resümiert einen Berliner Vortrag Orhan Pamuks. Kerstin Holm meldet, dass Russlands Ex-Oligarch Michail Chodorkowski für einen Dialog mit der Autorin Ludmila Ulitzkaja den Literaturpreis der Zeitschrift Snamja erhalten hat. Mark Siemons meldet, dass der Generalsekretär des unabhängigen chinesischen Pen, der Publizist Zhao Shiying verhaftet wurde. (Zhao ist Mitunterzeichner der Charta 08, einige Details bringt das Blog Newsbiffy). Für die Reportage auf der letzten Seite besucht Marcus Jauer die Labore der Dentalindustrie.

Auf der Schallplatten und Phono-Seite geht?s um Barockkantaten mit Marelize Gerber, die neue CD von Adam Green, mehr Lieder aus der Weimarer Zeit mit Max Raabe und Kammermusik mit Elena Bashkirova.

Auf der Medienseite stellt Jordan Mejias die von Dave Eggers im Retro-Design gestaltete Zeitung San Francisco Panorama vor.

Besprochen werden Joseph Vilsmaiers Film "Nanga Parbat" über die Tragödie der Messner-Brüder, Massenets "Werther"-Oper in Paris und Jakob Michael Reinhold Lenz' "Hofmeister" in der Regie Frank Castorfs.

Für Bilder und Zeiten porträtiert Andreas Platthaus den Skulpteur Paul Wallach, einen Meister scheinbar schwebender Holzkonstuktionen (Bilder). Lena Bopp besucht die Stadt Cadiz, die von Hollywoodstars wie Tom Cruise gerade wieder in Mode gebracht wird. Martin Wittmann erzählt von seinem nachweihnachtlichen Fasten. Auf der letzten Seite unterhalten sich Hannes Hintermeier und Andreas Platthaus mit dem jetzt privatisierenden Bankier Herbert Walter über die Krise.

Die Literaturseite befasst sich mit Franz Baermann Steiners "Feststellungen und Versuchen", die Richard Kämmerlings als ein geheimes Schlüsselwerk der deutschen Literatur liest, und mit Otfried Preußlers Erinnerungen.

Für die Frankfurter Anthologie liest Norbert Hummelt Gottfried Benns "Acheron":

"Ein Traum: - von Dir! Du Tote schrittest kühl
im Durcheinander streifender Gestalten (...)"

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Süddeutsche Zeitung, 16.01.2010

Sebastian Beck porträtiert den Fotografen Sebastiao Salgado, der mit Großprojekten zu Ruhm kam und derzeit für seine "Genesis" betitelte, ungemein aufwendige Arbeit unterwegs ist: "Am Anfang dieses Projekts stand die für Salgado genauso simple wie erstaunliche Erkenntnis: 'Die Hälfte des Planeten ist noch völlig unberührt.' Zusammen mit seiner Frau Lelia und den Mitarbeitern seines Büros beschloss Salgado, diese eine Hälfte möglichst vollständig zu dokumentieren. Wie immer in Schwarzweiß. Nur seine Leicas hat Salgado inzwischen gegen eine digitale Spiegelreflexkamera getauscht. Seit sechs Jahren ist Salgado nun schon unterwegs, um die Welt in ihrem Urzustand zu dokumentieren. Es ist das irrwitzige Unterfangen eines Romantikers. Er wird dabei nicht nur von den Vereinten Nationen unterstützt, sondern von einem ganzen Logistik-Team zu Hause in Paris, das für ihn all die Reisen in Gegenden organisiert, in denen es weder Adressen noch Postanschriften gibt."


Weitere Artikel: Susan Vahabzadeh meldet die Träger des Bayerischen Filmpreises 2010. Neue italienische Bücher über das Wirken der Mafia in Deutschland und der Welt hat Henning Klüver gelesen. Vom Vortrag Orhan Pamuks bei den Berliner Mosse Lectures berichtet Thomas Steinfeld. Volker Breidecker schreibt einen kurzen Nachruf auf den Musiker Bobby Charles. Lothar Müller würdigt den im Alter von siebzig Jahren gestorbenen Literaturkritiker Jürgen P. Wallmann, Ina Hartwig die verstorbene Essayistin Katharina Rutschky.

Im Aufmacher der SZ am Wochenende resümiert Reymer Klüver das erste Jahr Obama als "Jahr der nützlichen Entzauberung". Georg Waldherr schreibt einen Bericht über seinen Besuch im Jemen. Männer, die mehr Führung von Angela Merkel fordern, findet Dagmar Deckstein eher verdächtig. Auf der Historienseite erinnert sich Olga von Saucken, Cousine von Claus Graf von Stauffenberg. Vorabgedruckt wird eine Passage aus Tom Drurys neuem Roman "Das Ende des Vandalismus". Hilmar Klute unterhält sich unter der Überschrift "Revier" mit dem Schauspieler Armin Rohde.

Besprochen werden Frank Castorfs Züricher Inszenierung von Jakob Michael Reinhold Lenz' "Hofmeister" (immerhin "eineinhalb Stunden Inspiration", konstatiert Christopher Schmidt), die Brüsseler Uraufführung von Alain Platels neuer Choreografie "Out of Context" mit "Les Ballets C de la B", ein Konzert des Pianisten Lang Lang in München, die Ausstellung "Goldene Zeiten" im Münchner Haus der Kunst, das neue Vampire-Weekend-Album "Contra" und Bücher, darunter Peter Henischs Roman "Die Verirrten" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Für Ohrfeigen geboren

11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust. Mehr lesen

Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase

10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen

Wegfall von Arbeit

09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen

Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren

08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Der Graf von Sandwich war in Gefahr

07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen

2000PutIN, 2012PutOUT

06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen

Die ganze Welt inventarisieren

04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen

Hunde und Katzen, Liebe und Tod

03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen

Einschlusslöcher am Gebäudesockel

02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen

So sehr ich Warhol schätze

01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt  antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen

Also, Bürger, auf zur Wacht!

31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen

Weil es dem Franz so gefallen hat

30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen

Das korrekte Verfahren für Anarchisten

28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen

Und die Emotionen suchen blind

27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen.  Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen

Ein irrer Cut

26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen

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