Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 18.03.2010, 20.18 Uhr

Bücher der Saison

Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Die Welt in ihrem Urzustand

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

16.01.2010. Die Welt stellt die algerische Schauspielerin und Autorin Rayhana vor, die nur knapp einem islamistischen Anschlag entronnen ist. In der FAZ verurteilt Jaron Lanier den Autor zum Tod durchs Netz. In der NZZ schreibt Richard Wagner eine Hommage auf die Einzelgänger, Einsiedler und Eigenbrötler der Philosophie in Ostmitteleuropa unter dem Kommunismus. Die SZ porträtiert den Fotografen Sebastiao Salgado, bei dem die "Genesis" auf dem Programm steht. Alle Zeitungen trauern um Katharina Rutschky.

Die Welt, 16.01.2010

Thomas Hahn erzählt die Geschichte der algerischen Schauspielerin und Autorin Rayhana, die von Islamisten in Paris mit Benzin übergossen wurde und der brennenden Zigarette, mit der man sie anzünden wollte, nur knapp entrinnen konnte. Sie setzt sich in ihren Stücken auch mit dem Islamismus auseinander und lebt unter einem Pseudonym in Paris, um ihre Familie nicht zu gefährden: "Doch Rayhanas homosexueller Bruder, der ebenfalls vor der Gewalt in Algerien floh, wurde in Paris von einer homophoben Bande angegriffen und in die Seine geworfen, wo er ertrank. Rayhana selbst wurde Anfang Januar auf der Straße von Vermummten in algerischem Dialekt eingeschüchtert: 'Wir wissen wer Du bist.' Sie nannten den Namen ihres Vaters." (Hier der Artikel aus Le Monde zum Thema.)


Weitere Artikel im Feuilleton: Thomas Schmid schreibt zum Tod von Katharina Rutschky. Besprochen wird Frank Castorfs Inszenierung von Jakob Michael Reinhold Lenz' "Hofmeister" in Zürich.

Die Literarische Welt bringt Briefe Mark Twains an seine Frau Livy. Die rumänische Autorin Carmen Francesca Banciu betrachtet ihr Land zwanzig Jahre nach der Wende. Besprochen wird unter anderem Wolfgang MartynkewiczStudie "Salon Deutschland - Geist und Macht 1900 bis 1945" über den Salon der bürgerlichen Hitler-Fanatiker Elsa und Hugo Bruckmann.

Auf der Forumsseite erkundet der Psychotherapeut Robert Schurz die Auswirkungen der Partnerbörsen im Internet, mit denen heute ein Drittel aller Kontaktaufnahmen der 30- bis 50-Jährigen angebahnt werden, auf die Beziehungen.

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Neue Zürcher Zeitung, 16.01.2010

Richard Wagner schreibt in Literatur und Kunst eine kleine Hommage auf die "Einzelgänger, Einsiedler und Eigenbrötler" des philosophischen Denkens im Ostmitteleuropa zur Zeit des Kommunismus, Denker, die darauf verzichteten, publiziert zu werden, wie zum Beispiel der ungarische Philosoph Bela Hamvas: "Hamvas verlor seine Stellung als Bibliothekar, er verließ Budapest und schlug sich in der Provinz als Arbeiter durch. Bis zu seinem Lebensende 1968 ging er unentwegt seinen essayistischen Eskapaden nach, ohne etwas davon veröffentlichen zu können. Erst in den Achtzigern wurde sein Nachlass publik. Hamvas ist heute Kult." (Im Netz gibt es übrigens seit einigen Jahren ein Übersetzungsprojekt für Hamvas Hauptwerk "Karneval", das man mit einer Subskription unterstützen kann.)


Weitere Artikel in der Samstagsbeilage: Hubertus Adam besucht die südmährische Stadt Zlin, die als einstige Firmenstadt des Schuhkonzerns Bata zu den wichtigsten Denkmälern der architektonischen Moderne zählt (in München läuft zur Zeit eine Ausstellung über die Stadt). Patrick Straumann unterhält sich mit dem brasilianischen Schriftsteller Milton Hatoum. Und der Politologe Michael Schefczyk erinnert an den Denker der Freiheit John Stuart Mill.

Im Feuilleton macht sich der zur Zeit in Princeton lehrende Historiker Thomas Maissen Gedanken zur Diskussion um deutsche Professoren in der Schweiz. Angela Schader empfiehlt dringend Neil MacFarquhars bisher nur auf Englisch erschienenes Buch "The Media Relations Department of Hizbollah Wishes You a Happy Birthday" mit Reportagen aus der arabischen Welt, die der Autor unter anderem für die New York Times schrieb (hier ein Auszug). Vesselina Kasarova erklärt in der Reihe "Mein Stil" den ihren.

Besprochen werden Jakob Michael Reinhold Lenz' "Hofmeister" in Frank Castorfs Zürcher Inszenierung, Jens Rostecks Biografie über Hans Werner Henze, Schillers "Räuber" in Basel und eine Ausstellung mit den Winterbildern Hendrick Avercamps aus der "kleinen Eiszeit" in Amsterdam.

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Die Tageszeitung, 16.01.2010

Gleich drei taz-RedakteurInnen - Heide Oestreich, Dirk Knipphals, Jan Feddersen - schreiben zum Tod der Essayistin Katharina Rutschky. Knipphals erinnert sich an Straßenbegegnungen in Kreuzberg: "Das kleine Erschrecken bei den Begegnungen rührte daher, dass sie zu den Menschen gehörte, die einen erst erkennen, wenn man direkt vor ihnen steht. Aber dann gab es sofort ein ruckartiges Wahrnehmen, dem ein leicht kehliges Lachen folgte, und meistens sah man sich dann mit einem freundlichen Tadel konfrontiert, gelegentlich auch mit einem ironisch abgefederten Lob: Was Sie da wieder geschrieben haben, also, ich muss Ihnen sagen … Man war gleich in ein pädagogisches Minidrama verstrickt. Ich mochte diese Begegnungen. Ein bisschen hatten sie etwas von einem Woody-Allen-Film. Vor allem aber vermittelten sie den Eindruck, Zeuge einer unaufgesetzten urbanen Intellektualität zu sein."


Weitere Artikel: Im Interview mit Arno Frank meint der Tocotronic-Frontmann Dirk von Lowtzow lakonisch: "Ach, das 'Verstehen' wird sowieso überbewertet." In der "Leuchten der Menschheit"-Kolumne kaut Andreas Fanizadeh Kat mit Nurrudin Farrah.

(Einige Links zur taz funktionieren nicht. Wir hoffen, dass sie noch nachgebessert werden.)

Besprochen werden Bücher, darunter Winshluss' Comic-Version von "Pinocchio" und der nun in deutscher Übersetzung vorliegende Nicht-Science-Fiction-Roman "Unterwegs in einem kleinen Land" von Philip K. Dick und (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

Und Tom.

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Frankfurter Rundschau, 16.01.2010

Von der großen Bonner James-Cook-Ausstellung nimmt Arno Widmann unter anderem diesen Eindruck mit: "Die Gemälde sind gerade darum interessant, weil sie uns klar machen, wie schwer es ist festzuhalten, was man sieht. Zu sehr schiebt sich zwischen den Künstler und den Gegenstand sein Ideal oder doch all das, was er schon gesehen hat. William Hodges' (1744 bis 1797) 'Kriegskanus von Otaheite' (Tahiti) ist ein großartiges Exempel dafür. Die Eingeborenen stehen in den Kanus wie Raffaels Philosophen, einer liegt wie der Kriegsgott Mars mit athletischem nacktem Oberkörper. Links in der Ecke eine Mutter mit Kind, ganz so wie die Maler seit der Renaissance die Heilige Familie auf der Flucht gemalt hatten. William Hodges'Gemälde ist eine eindrucksvolle (180 mal 274 Zentimeter) Montage, ein Zusammenschnitt aus Vorgefertigtem. Sehr kunstvoll, anspielungsreich und in seiner Weise großartig."


Weitere Artikel: "Beschämend" findet es Marcia Pally, wie Amerika mit "Avatar" seinem schlechten Ruf mal wieder alle Ehre macht. Harry Nutt schreibt zum Tod der Essayistin Katharina Rutschky.

Besprochen werden Jo Fabians in Frankfurt zur Aufführung gebrachte Choreografie "Independent Swan", Alain Platels in Brüssel uraufgeführte neue Choreografie "Out of Context" und Bücher, darunter Jean-Michel Palmiers umfassende, aber unvollendet gebliebene Walter-Benjamin-Studie und Ralf Bönts Faraday-Roman "Die Entdeckung des Lichts" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.01.2010

Der Internetpionier Jaron Lanier warnt in seinem neuen Buch "You are not a gadget" vor den Gefahren des Internets. Im Interview mit der FAZ beklagt er vor allem den Tod des Autors im Netz: "Es gibt viele, viele Vorzüge des Internets, und gelobt wurden sie schon häufig. Das ist auch gut so. Schlecht daran ist, dass die besondere Art, wie das Internet entworfen wurde, den kreativen Menschen aus dem Bild entfernt. So hat die Kreativität keinen Autor, und das ist gefährlich, weil der Autor, der Schöpfer, vom Kontext getrennt wird, in dem seine Schöpfung erst verständlich wird. Wo jemand sich nur auf Fragmente verlässt, stammen sie nun von Programmierern oder Musikern oder Tänzern, und diese in einen völlig anderen Kontext stellt, geht Bedeutung verloren." (Der Tod des Autors wurde freilich schon lange vor der Erfindung des Internets behauptet.)


Weitere Artikel: Jürgen Dollase spielt in seiner Gastrokolumne ein kommunikationskundliches Modell durch, um die Beziehung zwischen Koch und Kunde zu fassen. Jürg Altwegg meldet, dass die algerische Autorin und Schauspielerin Rayhana nur knapp einem islamistischen Anschlag entronnen ist. Ulf Erdmann Ziegler schreibt einen Nachruf auf Katharina Rutschky. Wolfgang Schneider resümiert einen Berliner Vortrag Orhan Pamuks. Kerstin Holm meldet, dass Russlands Ex-Oligarch Michail Chodorkowski für einen Dialog mit der Autorin Ludmila Ulitzkaja den Literaturpreis der Zeitschrift Snamja erhalten hat. Mark Siemons meldet, dass der Generalsekretär des unabhängigen chinesischen Pen, der Publizist Zhao Shiying verhaftet wurde. (Zhao ist Mitunterzeichner der Charta 08, einige Details bringt das Blog Newsbiffy). Für die Reportage auf der letzten Seite besucht Marcus Jauer die Labore der Dentalindustrie.

Auf der Schallplatten und Phono-Seite geht’s um Barockkantaten mit Marelize Gerber, die neue CD von Adam Green, mehr Lieder aus der Weimarer Zeit mit Max Raabe und Kammermusik mit Elena Bashkirova.

Auf der Medienseite stellt Jordan Mejias die von Dave Eggers im Retro-Design gestaltete Zeitung San Francisco Panorama vor.

Besprochen werden Joseph Vilsmaiers Film "Nanga Parbat" über die Tragödie der Messner-Brüder, Massenets "Werther"-Oper in Paris und Jakob Michael Reinhold Lenz' "Hofmeister" in der Regie Frank Castorfs.

Für Bilder und Zeiten porträtiert Andreas Platthaus den Skulpteur Paul Wallach, einen Meister scheinbar schwebender Holzkonstuktionen (Bilder). Lena Bopp besucht die Stadt Cadiz, die von Hollywoodstars wie Tom Cruise gerade wieder in Mode gebracht wird. Martin Wittmann erzählt von seinem nachweihnachtlichen Fasten. Auf der letzten Seite unterhalten sich Hannes Hintermeier und Andreas Platthaus mit dem jetzt privatisierenden Bankier Herbert Walter über die Krise.

Die Literaturseite befasst sich mit Franz Baermann Steiners "Feststellungen und Versuchen", die Richard Kämmerlings als ein geheimes Schlüsselwerk der deutschen Literatur liest, und mit Otfried Preußlers Erinnerungen.

Für die Frankfurter Anthologie liest Norbert Hummelt Gottfried Benns "Acheron":

"Ein Traum: - von Dir! Du Tote schrittest kühl
im Durcheinander streifender Gestalten (...)"

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Süddeutsche Zeitung, 16.01.2010

Sebastian Beck porträtiert den Fotografen Sebastiao Salgado, der mit Großprojekten zu Ruhm kam und derzeit für seine "Genesis" betitelte, ungemein aufwendige Arbeit unterwegs ist: "Am Anfang dieses Projekts stand die für Salgado genauso simple wie erstaunliche Erkenntnis: 'Die Hälfte des Planeten ist noch völlig unberührt.' Zusammen mit seiner Frau Lelia und den Mitarbeitern seines Büros beschloss Salgado, diese eine Hälfte möglichst vollständig zu dokumentieren. Wie immer in Schwarzweiß. Nur seine Leicas hat Salgado inzwischen gegen eine digitale Spiegelreflexkamera getauscht. Seit sechs Jahren ist Salgado nun schon unterwegs, um die Welt in ihrem Urzustand zu dokumentieren. Es ist das irrwitzige Unterfangen eines Romantikers. Er wird dabei nicht nur von den Vereinten Nationen unterstützt, sondern von einem ganzen Logistik-Team zu Hause in Paris, das für ihn all die Reisen in Gegenden organisiert, in denen es weder Adressen noch Postanschriften gibt."


Weitere Artikel: Susan Vahabzadeh meldet die Träger des Bayerischen Filmpreises 2010. Neue italienische Bücher über das Wirken der Mafia in Deutschland und der Welt hat Henning Klüver gelesen. Vom Vortrag Orhan Pamuks bei den Berliner Mosse Lectures berichtet Thomas Steinfeld. Volker Breidecker schreibt einen kurzen Nachruf auf den Musiker Bobby Charles. Lothar Müller würdigt den im Alter von siebzig Jahren gestorbenen Literaturkritiker Jürgen P. Wallmann, Ina Hartwig die verstorbene Essayistin Katharina Rutschky.

Im Aufmacher der SZ am Wochenende resümiert Reymer Klüver das erste Jahr Obama als "Jahr der nützlichen Entzauberung". Georg Waldherr schreibt einen Bericht über seinen Besuch im Jemen. Männer, die mehr Führung von Angela Merkel fordern, findet Dagmar Deckstein eher verdächtig. Auf der Historienseite erinnert sich Olga von Saucken, Cousine von Claus Graf von Stauffenberg. Vorabgedruckt wird eine Passage aus Tom Drurys neuem Roman "Das Ende des Vandalismus". Hilmar Klute unterhält sich unter der Überschrift "Revier" mit dem Schauspieler Armin Rohde.

Besprochen werden Frank Castorfs Züricher Inszenierung von Jakob Michael Reinhold Lenz' "Hofmeister" (immerhin "eineinhalb Stunden Inspiration", konstatiert Christopher Schmidt), die Brüsseler Uraufführung von Alain Platels neuer Choreografie "Out of Context" mit "Les Ballets C de la B", ein Konzert des Pianisten Lang Lang in München, die Ausstellung "Goldene Zeiten" im Münchner Haus der Kunst, das neue Vampire-Weekend-Album "Contra" und Bücher, darunter Peter Henischs Roman "Die Verirrten" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Arrondierte Männergruppen

18.03.2010. Die FR spekuliert über die Frage,ob Günter Grass von westlichen Geheimdiensten ausspioniert wurde. Im Welt-Interview mit Julia Kristeva stellt sich heraus, das es der Poststrukturalismus mit dem Tod des Subjekts gar nicht so gemeint hat. In der Presse erklärt Andre Müller, warum es für sein Metier von Vorteil ist, ohne Vater aufgewachsen zu sein. In der FAZ warnt der Internetskeptiker Evgeny Morozov vor Twitter und Co. Der Zeit ist eins klar: Wenn Männer Männer missbrauchen, sind auf jeden Fall schon mal Männer schuld. Mehr lesen

Dinge zusammenzuleimen ist sehr einfach

17.03.2010. Die "Leipziger Erklärung" entfacht die Hegemann-Debatte neu. Die Welt erklärt, warum Christa Wolf Literatur ist, obwohl sie Sätze von Faulkner ohne Dank und Tüttel übernommen hat. Die SZ erklärt, warum Peter Esterhazy Literatur ist, obwohl er ganze Kapitel anderer Autoren abschrieb. In der SZ erklärt Sibylle Lewitscharoff, warum sie von Mashups nichts hält. In der Welt erklärt Claude Lanzmann, warum die Juden nicht gerettet werden konnten.  Auch die Debatten um die Abgründe der Reformpädagogik und  des Katholizismus gehen weiter: Hans Küng fordert in der SZ ein Mea Culpa des obersten Vertuschers. Mehr lesen

Ein Mann wie Winnetou

16.03.2010. Der Tagesspiegel bringt eine Petition deutscher Großschriftsteller von Grass bis Wolf gegen einen möglichen Leipziger Buchpreis für Helene Hegemann. Gerhard Amendt belehrt in der Welt Josef Haslinger, dass er in seinem Text über pädophile Priester an einem kindlichen Zustand der seelischen Ohnmacht festhalte. Micha Brumlik findet für die taz  von Anfang an homoerotische Aspekte in der deutschen Reformpädagogik. In der FAZ kritisiert Necla Kelek die islamischen Verbände in Deutschland. Mehr lesen

Dass er zu einem Eis am Stiel wird, dann splittert

15.03.2010. In der Welt warnt Ibn Warraq vor den Scharia-Gerichten in England. In der SZ schreibt Richard Swartz über Korruption in Kroatien. Die FAZ erinnert an Zeiten, als zum Frommen der Kunst Knaben kastriert wurden. Gawker gefriert bei Ian McEwans Satire auf den Klimawandel und deckt eine von Sean Penn begangene Ungerechtigkeit auf. Und im Tagesspiegel gratuliert Jürgen Neffe dem Perlentaucher zum Zehnten. Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Ich war verstört

13.03.2010. In der Welt erinnert sich Joseph Haslinger an seine Jugend in einem katholischen Internat: "Die Pädophilen waren in dieser Sphäre von klösterlicher Gewalt eine Oase der Zärtlichkeit." In der FAZ begibt sich Bruce Sterling auf den betrügerisch vernetzten Basar der Geschichte. Im Guardian schreibt Timothy Garton Ash über Ryszard Kapuscinski und die Grundregeln des Reporters. In der taz erklärt Kate Pickett, dass Ungleichheit auch Reiche stresst. In der NZZ bannt Beat Furrer mit Bas Hilfe altägyptische Zerfallsphantasien. Und die FR vernimmt beglückt das Lachen eines bebauchten, bärtigen Buddhas.  Mehr lesen

Zeitung lebt

12.03.2010. In der NZZ erklärt der Autor Hans Maarten van der Brink, warum die Holländer im Juni Geert Wilders zum Premier wählen könnten. Die FR möchte kein Leichtgewicht mehr sein, sondern ein Trumm werden. Die Welt wünscht Griechenland mehr anglikanische Arbeitsethik. Die taz hat Freude an Joanna Newsoms Organ. Die FAZ verteidigt die Freiheit der Kunst. Mehr lesen

Damals war die Zukunft heute

11.03.2010. Ai Weiwei ist sich in der FR sicher: Durch das Internetzeitalter verändert sich die gesamte Machtstruktur. Die Welt liefert eine Reportage über die Verfertigung einer kritischen Koranausgabe. Im Freitag plädiert Clemens Meyer gegen allzuviele Literaturpreise. Der Guardian weiß, womit sich Marianne Faithfull schminkt. Golem berichtet über eine Resolution des Europaparlaments gegen ACTA. Die taz bringt ein Interview mit dem Kapuscinski-Biografen Artur Domoslawski. Die Zeit erinnert sich mit Wehmut an die Zeit, in der sie modern war. Mehr lesen

Baukomplexe mit heimelig-prätenziösen Namen

10.03.2010. An der Zeitungskrise ist das Internet gar nicht schuld - sie ist nämlich schon viel älter,  meint Google in seinem Policy Blog. Auf Telepolis erklärt Hamed Abdel-Samad den Zusammenhang zwischen Rechtspopulismus und Islamkritik: Der erste kommt, wenn die zweite ausbleibt. In  taz und NZZ sprechen iranische Autoren über die Repression in ihrem Land. Wir verlinken auf die gerade online gestellte letzte Kollektion von Alexander McQueen. Mehr lesen

Zerrissene Blätter, zerbröselte Siegel

09.03.2010. Christopher Hitchens graust es in Slate vor dem saudischen Anwalt Ahmed Zaki Yamani, der die dänische Zeitung Politiken mit Klagedrohungen dazu brachte, sich für den Abdruck der Mohammed-Karikaturen zu entschuldigen. Darf man einfach die Geschichte verdrehen? Bernard-Henri Levy kritisiert in den neuesten Filmen Tarantinos und Scorseses eine Tendenz zum Revisionismus. Laut BBC betrachten 80 Prozent aller Weltbürger Internetzugang als fundamentales Menschenrecht. Und Oscar-Preisträgerin Kathryn Bigelow erklärt in der Welt, wie Journalismus funktioniert. Mehr lesen

Schwirren und fliegen und sausen

08.03.2010. Ja doch, Christoph Waltz hat den Oscar als bester Nebendarsteller gewonnen. Wir setzen Links zu Videos, Galerien, Listen und Roben. In der NZZ wendet sich der Maskulinologe Gerhard Amendt gegen das Opferbild Frau. Die taz bringt am Frauentag gleich eine ganze Männertaz mit einem Manifest für ein neues Selbstbewusstsein des Mannes. In der FR erklärt der Ökonom Robert Fogel, warum das alte Europa gegenüber China zurückbleibt: Es ruht sich allzu gerne aus. In Carta erklärt ein Burda-Manager, warum er Leistungsschutzrechte will: weil er seine Inhalte kostenlos ins Netz stellt. Mehr lesen

Denken Sie an Klaviersaitendraht

06.03.2010. In der Welt geißelt Margaret Atwood die Schuld der Menschen an den Vögeln - und nennt dabei auch Zahlen. In der FR kommentiert Ulrich Beck das endgültige Ende des Bankgeheimnisses. Die taz warnt vor Acta. In der SZ kritisiert der Verfassungsrechtler Christoph Möllers die Vertuschungstaktik der katholischen Kirche: Für Verbrechen wie sexuellen Missbrauch ist der Staat zuständig. Die FAZ beschreibt den Einfluss von Bloggern auf die Modeindustrie. Mehr lesen

Antipathie gegen Beton und Stahl

05.03.2010. Der Kultur geht's an den Kragen: Die Welt schildert die Folgen des Bevölkerungsschwunds und der Steuerpolitik für Städte wie Dessau. Die taz erwägt das Für und Wider eines Films über Rudi Dutschke, der in der Rudi-Dutschke-Straße Premiere hatte. Die NZZ kritisiert die Bürger von Bukarest, welche die Errungenschaften der klassischen Moderne nicht ausreichend würdigen. Das Buch über Günter Grass' Stasi-Akten sorgt für respektvolles Aufsehen. Mehr lesen

Ein Fingernagel in ihrer Suppe

04.03.2010. In der FR erzählt Liao Yiwu, wie ihn das Gefängnis zum Reportageschriftsteller machte. Golem meldet: Die Telekom löscht 19 Terabyte Vorratsdaten. In der NZZ trägt der Theologe Friedrich Wilhelm Graf zur weiteren Ernüchterung Margot Käßmanns bei. Die Welt warnt: Man kann Joanna Newson nicht einfach den New Weird Americana zuordnen. In der taz kritisiert Ralf Bönt das neue Prestige der Religionen.  Mehr lesen

Ein Trost am Rand meines Grabes

03.03.2010. Liao Yiwu schickt seinen deutschen Lesern einen Trauergesang  für die Dongxiao - die taz bringt ihn. Philip Gourevitch trägt außerdem im New Yorker einige sehr interessante Links zu Liao bei. Der NZZ geht das Urteil zur Vorratsdatenspeicherung nicht weit genug: Sie fragt, was aus dem Recht auf informationelle Selbstbestimmung geworden ist. In Sachen Leistungsschutzrechte spielt die Bundesjustizminsterin im Magazin promedia auf Zeit.In der FR schreibt der chilenische Autor Ariel Dorfman über das Erdbeben. Mehr lesen

Ich saß bereits im Flugzeug

02.03.2010. Die Debatte über Ryszard Kapuscinski geht weiter. Laut Welt war er ein parteilicher Autor, der es mit der Wahrheit nicht so genau nahm. In der NZZ erklärt Martin Pollack, warum er die Biografie nicht übersetzen will - nicht wegen ihrer Wahrheiten, sondern wegen ihres Tons. Die FAZ beklagt den Einfluss der Sammler auf den heutigen Kunstbetrieb. In der SZ fordert Ulrich Johannes Schneider: Digitalisiert die Bücher! Die taz präsentiert die furiose Geigerin Patricia Kopatchinskaja und NPR das neue Album der Gorillaz. Mehr lesen

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