9punkt - Die Debattenrundschau
Aus Dämmer und Schwarz
Kommentierter Rundblick durch die Feuilletondebatten. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
13.02.2026. Die Münchner Sicherheitskonferenz ist eröffnet: Zeit online veröffentlicht Serhij Zhadans Rede. In der taz erklärt der SPD-Politiker Danial Ilkhanipour, warum er in München an der Seite von Reza Pahlavi demonstrieren wird. Scharouns Staatsbibliothek in Berlin wird demnächst für elf Jahre schließen, berichten die Zeitungen. Die UN-Sonderberichterstatterin für die besetzten Gebiete Palästinas Francesca Albanese soll zurücktreten, fordern die Außenminister Deutschlands und Frankreichs. Der ehemalige UN-Sonderberichterstatter für Meinungsfreiheit, David Kaye, fordert in der SZ Meinungsfreiheit, auch für die Parole "From the River to the Sea..."
Efeu - Die Kulturrundschau
vom
13.02.2026
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Europa
Der ukrainische Dichter Serhij Zhadan hat gestern abend eine Rede bei der Münchner Sicherheitskonferenz gehalten (die Zeit publiziert sie), in der er sich fragt, wie man im Krieg an die Zukunft denken kann: "Was können wir mit Sicherheit von der Zukunft sagen? Wir wissen genau, von wo aus wir in sie eintreten werden. Eintreten werden wir von unserer heutigen tiefen Dunkelheit aus. Aus Dämmer und Schwarz. Und dieses Schwarz, diesen Dämmer haben wir in unserem Rücken als Teil unserer Erinnerung und unserer Erfahrung. Und als eine Konstante für die Zukunft, um die es uns hier geht. Denn eins ist klar: Die Zukunft - und mag sie noch so bunt sein - wird von den Zeichen dieses Dämmers, von seiner Präsenz in unserer Erfahrung geprägt sein. Darauf müssen wir uns einstellen. Ein Krieg ist meist nicht mit dem Kriegsende vorbei. Wir müssen uns klarmachen, dass wir es mit seinen Geistern und Schatten noch sehr lange zu tun haben werden. ... Worauf will ich hinaus? Die Strategie, die Gegenwart wie eine erzwungene Pause überstehen zu wollen, ist irreführend, irreführend ist ebenso die Vorstellung von der Zukunft als mögliche Restaurierung dessen, was einmal gewesen ist. Die Zukunft als eine aufgeschobene Version der Vergangenheit ist eine Illusion. Die Zukunft wird aus uns bestehen, die wir sind, wie wir sind, wie wir geworden sind, wie wir sein können."
Aus Anlass der Sicherheitskonferenz wendet sich Salonkolumnist Bernd Rheinberg gegen die angeblichen "Realisten", die mit wissender Miene in TV-Talkshows noch die russischen Angriffe auf Infrastruktur und Zivilbevölkerung als eine rationale Handlung darstellen. Nein, "Gewalt und Zerstörung sind das Movens von Putins Herrschaft. Und es erreicht damit eine dunkle Totalität, die von keinem Völkerrecht eingehegt werden kann. Vernunft, Anstand und sicherheitspolitisches Kalkül müssten nun eigentlich mehr Hilfe für die Bedrängten in Gang setzen. Aber die Verbündeten geben sich klamm, dabei braucht die Ukraine aktuell vor allem mehr Luftabwehreinheiten. Diese Zurückhaltung fügt sich allerdings in das Bild der letzten Jahre: Es gab Unterstützung, um den Aggressor weitgehend auf Abstand zu halten, aber nichts, um die Situation nachhaltig zu verbessern."
Wirtschaftlich gesehen kommt die Ukraine erstaunlich gut durch den Krieg, natürlich auch wegen der ausländischen Unterstützung, schreibt Mathias Brüggmann in der taz, der auch mit dem Wirtschaftsminister Oleksij Sobolew gesprochen hat. Probleme gibt es natürlich dennoch: "Der Krieg verschlingt nach KSE-Berechnungen Staatsausgaben im Umfang von 43 Prozent des BIP. Das Haushaltsdefizit steigt so rasant und wird nur durch große Finanzhilfen des Westens gedeckt. Dadurch erklimmt die Staatsverschuldung immer neue Höhen. Auch das Außenhandelsdefizit wächst stärker als erwartet. 'Wir haben ein Handelsdefizit nicht deshalb, weil sich die Wirtschaft 'komisch' entwickelt, sondern weil wir wegen der russischen Angriffe jetzt Strom importieren müssen, statt ihn zu exportieren. Und da wir auch deutlich mehr Erdgas einführen müssen', erklärt Sobolew. 'Zudem müssen wir militärische Güter importieren. Das sind die beiden Hauptposten, die dieses große Ungleichgewicht im Außenhandel verursachen. Sie werden durch ausländische Unterstützung finanziert. Dadurch bleibt die makrofinanzielle Situation stabil.'"
Aus Anlass der Sicherheitskonferenz wendet sich Salonkolumnist Bernd Rheinberg gegen die angeblichen "Realisten", die mit wissender Miene in TV-Talkshows noch die russischen Angriffe auf Infrastruktur und Zivilbevölkerung als eine rationale Handlung darstellen. Nein, "Gewalt und Zerstörung sind das Movens von Putins Herrschaft. Und es erreicht damit eine dunkle Totalität, die von keinem Völkerrecht eingehegt werden kann. Vernunft, Anstand und sicherheitspolitisches Kalkül müssten nun eigentlich mehr Hilfe für die Bedrängten in Gang setzen. Aber die Verbündeten geben sich klamm, dabei braucht die Ukraine aktuell vor allem mehr Luftabwehreinheiten. Diese Zurückhaltung fügt sich allerdings in das Bild der letzten Jahre: Es gab Unterstützung, um den Aggressor weitgehend auf Abstand zu halten, aber nichts, um die Situation nachhaltig zu verbessern."
Wirtschaftlich gesehen kommt die Ukraine erstaunlich gut durch den Krieg, natürlich auch wegen der ausländischen Unterstützung, schreibt Mathias Brüggmann in der taz, der auch mit dem Wirtschaftsminister Oleksij Sobolew gesprochen hat. Probleme gibt es natürlich dennoch: "Der Krieg verschlingt nach KSE-Berechnungen Staatsausgaben im Umfang von 43 Prozent des BIP. Das Haushaltsdefizit steigt so rasant und wird nur durch große Finanzhilfen des Westens gedeckt. Dadurch erklimmt die Staatsverschuldung immer neue Höhen. Auch das Außenhandelsdefizit wächst stärker als erwartet. 'Wir haben ein Handelsdefizit nicht deshalb, weil sich die Wirtschaft 'komisch' entwickelt, sondern weil wir wegen der russischen Angriffe jetzt Strom importieren müssen, statt ihn zu exportieren. Und da wir auch deutlich mehr Erdgas einführen müssen', erklärt Sobolew. 'Zudem müssen wir militärische Güter importieren. Das sind die beiden Hauptposten, die dieses große Ungleichgewicht im Außenhandel verursachen. Sie werden durch ausländische Unterstützung finanziert. Dadurch bleibt die makrofinanzielle Situation stabil.'"
Geschichte
Wenig beleuchtet wurde bisher die Geschichte von nichtjüdischen Deutschen - meist Frauen, übrigens - die zum Judentum konvertiert waren, in der Nazizeit. Die Forschungen hierzu beginnen erst, erzählt der Historiker Michael Brenner in der FAZ. Die Nazis wussten nicht, wie sie mit ihnen umgehen sollen. "Die Juden waren ihrer Auffassung zufolge ja eine Rasse, in die man weder ein- noch aus ihr austreten konnte. Das bedeutete in aller Konsequenz, dass man zum Judentum Konvertierte nicht den Diskriminierungen und Verfolgungen unterwerfen konnte, denen man Juden aussetzte. Man konnte sie als Reichsfeinde auf anderer Grundlage verfolgen; man konnte diejenigen, die mit als nicht arisch eingestuften Partnern verheiratet waren, als 'jüdisch versippt' bezeichnen; und man konnte ihre Kinder diskriminieren. Aber in den Nazikategorien blieben sie trotz ihrer Zugehörigkeit zur jüdischen Gemeinde 'Arier'. Einen systematischen Umgang mit dieser Gruppe gab es nicht. Ihre Behandlung variierte von Ort zu Ort und von Zeit zu Zeit."
Die Zeithistorikerin Gabriele Metzler spricht im Interview mit dem Tagesspiegel über die USA unter Trump, die neue Weltordnung, DDR-Verklärung und Dekolonisierung. Und sie erklärt, warum das Metier des Zeitgeschichtlers ein schwieriges ist: "Historiker sind Spezialisten für Wandel - und dafür, dass es, alle strukturellen Prägungen mitbedacht, am Ende doch Menschen sind, die Entscheidungen treffen. Aus der Geschichte lernen heißt deshalb auch nicht, unmittelbare Handlungsanweisungen aus der Sicht auf die Vergangenheit für jetzt und heute ableiten zu können, sondern verlangt eine größere Anstrengung: Wer aus der Geschichte lernen will, muss Wissen über vergangene Entscheidungsgründe gewinnen, Wissen darüber, dass historischer Wandel menschlichem Handeln und bestimmten Interessen folgte und auf bestimmtem Wissen basierte, dass es Beharrungskräfte gegen Wandel mit ihren je eigenen Argumenten gab. Und überdies muss hinreichend Raum für Kontingenz, den schlichten Zufall, bleiben. Das ist, so sehr ich das hier vereinfacht habe: anspruchsvoll."
Die Zeithistorikerin Gabriele Metzler spricht im Interview mit dem Tagesspiegel über die USA unter Trump, die neue Weltordnung, DDR-Verklärung und Dekolonisierung. Und sie erklärt, warum das Metier des Zeitgeschichtlers ein schwieriges ist: "Historiker sind Spezialisten für Wandel - und dafür, dass es, alle strukturellen Prägungen mitbedacht, am Ende doch Menschen sind, die Entscheidungen treffen. Aus der Geschichte lernen heißt deshalb auch nicht, unmittelbare Handlungsanweisungen aus der Sicht auf die Vergangenheit für jetzt und heute ableiten zu können, sondern verlangt eine größere Anstrengung: Wer aus der Geschichte lernen will, muss Wissen über vergangene Entscheidungsgründe gewinnen, Wissen darüber, dass historischer Wandel menschlichem Handeln und bestimmten Interessen folgte und auf bestimmtem Wissen basierte, dass es Beharrungskräfte gegen Wandel mit ihren je eigenen Argumenten gab. Und überdies muss hinreichend Raum für Kontingenz, den schlichten Zufall, bleiben. Das ist, so sehr ich das hier vereinfacht habe: anspruchsvoll."
Gesellschaft
Die UN-Sonderberichterstatterin für Meinungsfreiheit, Irene Khan, sah kürzlich die Meinungsvielfalt in Deutschland als gefährdet an. Im Interview mit der SZ findet der amerikanische Jurist David Kaye, von 2014 bis 2020 ebenfalls UN-Sonderberichterstatter für Meinungsfreiheit, das nachvollziehbar. Dass vereinzelte deutsche Gerichte die Demo-Parole "From the river to the sea, Palestine will be free" als terrorverherrlichend einstuften, behagt auch ihm nicht: "Ich will es so sagen: Ich bin nicht dafür, dass Regierungen Äußerungen verfolgen, nur weil angeblich Hass in diesen steckt. Hass ist relativ. Das ist Ansichtssache. Es muss stattdessen immer um die konkrete Frage gehen, ob zur Gewalt aufgestachelt wird. Wenn dem so ist, dann ist es völlig richtig, wenn der Staat einschreitet. Denn das sind Äußerungen, die bezwecken, andere Menschen zum Schweigen zu bringen." Und auch die verschärfte Sanktionierung von Beleidungen gegen Politiker findet er zu weit gehend: "Ein demokratischer Diskurs setzt eine gewisse Robustheit seiner Teilnehmer voraus, sonst kann man gar nicht atmen. Ich habe von einem Fall gelesen, in dem ein Bürger die deutsche Außenministerin als die 'dümmste Außenministerin der Welt' bezeichnete und dafür eine Strafe bekam. ... Ich lebe in den USA, wo wir gerade ziemlich oft sagen, dass wir den 'schlechtesten' oder 'dümmsten' Präsidenten aller Zeiten hätten."
Alles ist beige geworden. Die Farbe Beige, einst die Langeweile selbst, gilt heute als Anzeichen einer luxuriösen Nachhaltigkeit, beobachtet Niklas Maak in einer FAZ-Glosse. "Aber der Widerstand wächst: Für die Influencerinnen, die auf Instagram Bilder von komplett beige eingerichteten Kinderzimmern posten, hat die Satirikerin Hayley DeRoche den Begriff 'Sad Beige Moms' geprägt und eine Diskussion losgetreten, ob das Fehlen von kräftiger Farbe Kindern schade."
Frauen können Täter sein, lernt FAZ-Autorin Melanie Mühl aus dem Fall Ghislaine Maxwell aber auch aus anderen Fällen weiblicher Mittäterschaft, aber es gibt eine Erklärung dafür, die ihr die forensische Psychiaterin Nahlah Saimeh liefert. "Wenn Frauen sich aktiv an der Zuführung von anderen Mädchen oder Frauen als potenzielle Opfer von Sexual- oder Gewalttaten beteiligen, dann ist es durchaus möglich, dass die Frauen sich selbst schützen wollen, aber vor allem ist es eine Ebene von Macht und Kontrolle über die Sexualität ihres Partners."
Alles ist beige geworden. Die Farbe Beige, einst die Langeweile selbst, gilt heute als Anzeichen einer luxuriösen Nachhaltigkeit, beobachtet Niklas Maak in einer FAZ-Glosse. "Aber der Widerstand wächst: Für die Influencerinnen, die auf Instagram Bilder von komplett beige eingerichteten Kinderzimmern posten, hat die Satirikerin Hayley DeRoche den Begriff 'Sad Beige Moms' geprägt und eine Diskussion losgetreten, ob das Fehlen von kräftiger Farbe Kindern schade."
Frauen können Täter sein, lernt FAZ-Autorin Melanie Mühl aus dem Fall Ghislaine Maxwell aber auch aus anderen Fällen weiblicher Mittäterschaft, aber es gibt eine Erklärung dafür, die ihr die forensische Psychiaterin Nahlah Saimeh liefert. "Wenn Frauen sich aktiv an der Zuführung von anderen Mädchen oder Frauen als potenzielle Opfer von Sexual- oder Gewalttaten beteiligen, dann ist es durchaus möglich, dass die Frauen sich selbst schützen wollen, aber vor allem ist es eine Ebene von Macht und Kontrolle über die Sexualität ihres Partners."
Kulturpolitik
Noch eine gute Nachricht aus dem Berliner Kulturbetrieb, überbracht von Susanne Lenz in der Berliner Zeitung: "Dass das ikonische Gebäude der Staatsbibliothek von Hans Scharoun an der Potsdamer Straße marode ist, weiß man schon lange. Bereits 2019 gab es einen Wettbewerb für die denkmalgerechte Sanierung des Hauses, den die Architektensozietät gmp für sich entschieden hat. Doch jetzt erst ist das Geld da: 1,1 Milliarden Euro vom Bund. Es kann also losgehen. Das bedeutet auch: Von 2030 an wird das Haus für elf Jahre schließen - bis 2041. Mindestens, muss man wohl anfügen."
In der FAZ berichtet Nikolaus Bernau. Um "moderne Systeme einführen zu können, müssen etwa im Foyer die Fußbodenplatten aus Marmor und Schiefer abgehoben und einzeln verstaut werden, bilden sie doch ein eigenes Kunstwerk. Selbstverständlich spricht auch hier der Denkmalschutz ein erhebliches Wort mit …" Hätte sich die SPD im Berliner Senat nicht gegen den Erwerb der einstige Galeries Lafayette gestellt, hätte man nun ein Ausweichquartier, ärgert sich Bernau.
Außerdem: Schiedsgerichte sollen künftig die Rückgabe von geraubter Kunst regeln, allerdings sind die Nachfahren einstiger Besitzer und deren Anwälte nicht unbedingt zufrieden mit dem neuen Sysdtem, berichtet Klaus Hillenbrand in der taz. "Bis zu 600.000 Kunstwerke raubten die Nazis ihren vornehmlich jüdischen Besitzern zwischen 1933 und 1945. Etliches davon ist noch heute in den Depots von Museen zu finden."
In der FAZ berichtet Nikolaus Bernau. Um "moderne Systeme einführen zu können, müssen etwa im Foyer die Fußbodenplatten aus Marmor und Schiefer abgehoben und einzeln verstaut werden, bilden sie doch ein eigenes Kunstwerk. Selbstverständlich spricht auch hier der Denkmalschutz ein erhebliches Wort mit …" Hätte sich die SPD im Berliner Senat nicht gegen den Erwerb der einstige Galeries Lafayette gestellt, hätte man nun ein Ausweichquartier, ärgert sich Bernau.
Außerdem: Schiedsgerichte sollen künftig die Rückgabe von geraubter Kunst regeln, allerdings sind die Nachfahren einstiger Besitzer und deren Anwälte nicht unbedingt zufrieden mit dem neuen Sysdtem, berichtet Klaus Hillenbrand in der taz. "Bis zu 600.000 Kunstwerke raubten die Nazis ihren vornehmlich jüdischen Besitzern zwischen 1933 und 1945. Etliches davon ist noch heute in den Depots von Museen zu finden."
Politik
Reza Pahlavi kommt am Samstag zur Sicherheitskonferenz nach München. Er wird auch auf einer Irandemo sprechen. Der SPD-Politiker Danial Ilkhanipour erklärt der ungläubigen Susanne Memarnia von der taz, warum er zu dieser Demo geht, und warum er nur Pahlavi eine Chance gbt. "Fakt ist: Sein Name wurde bei den Protesten im Januar vielfach gerufen - kein anderer. Als er für den 8. und 9. Januar aufrief, auf die Straße zu gehen, sind dem besonders viele Menschen gefolgt. Dass Prinz Pahlavi im Land eine relevante Größe ist, scheint mir inzwischen unstrittig. Fakt ist auch, dass er einen breiteren und heterogeneren Unterstützerkreis hat, als häufig dargestellt wird. Es gibt durchaus diejenigen, die eine demokratische Monarchie wollen, andere wollen eine Republik und sehen in ihm den Weg, dorthin zu gelangen. Wieder andere stehen ihm zwar skeptisch gegenüber, unterstützen ihn aber, weil sie sagen: Er ist die einzige Option, dieses Regime loszuwerden."
Ebenfalls in der taz begrüßt die Politikwissenschaftlerin Lisa Neal die neuen europäischen Sanktionen gegen den Iran: "Der Schritt hin zu einer proaktiveren Iran-Politik ist richtig. Die Diskussion sollte sich nicht daran aufhängen, ob die Maßnahme symbolisch wirkt. Wichtiger ist die Frage: Was kommt als Nächstes? Sanktionen und Listungen allein bilden keine Strategie, sondern sind immer Teil eines größeren Vorgehens. Ein Beispiel für ein mögliches weiteres Vorgehen wäre die Umleitung eingefrorener iranischer Vermögenswerte."
Eine Äußerung der "UN-Sonderberichterstatterin für die besetzten Gebiete Palästinas" Francesca Albanese ließ das Fass überlaufen. Sie wurde beschuldigt, mit Blick auf Israel von einem "gemeinsamen Feind der Menschheit" gesprochen zu haben (unser Resümee). Sie wehrt sich gegen diese Beschuldigung (mehr hier), ihr Zitat sei manipuliert worden. Aber der französische Außenminister Jean-Noël Barrot fordert ihren Rücktritt, berichten Michaela Wiegel und Matthias Rüb in der FAZ, und Johann Wadephul schließt sich der Forderung an (mehr hier): "Barrot sagte, die jüngsten Äußerungen der UN-Sonderberichterstatterin reihten sich ein in eine lange Liste skandalöser Stellungnahmen. Albanese habe den 7. Oktober 2023 - 'das schlimmste antisemitische Massaker seit der Schoa' - gerechtfertigt, von einer 'jüdischen Lobby' gesprochen und Israel mit dem Dritten Reich verglichen. Sie könne nicht in Anspruch nehmen, als unabhängige Expertin der Vereinten Nationen aufzutreten."
Ebenfalls in der taz begrüßt die Politikwissenschaftlerin Lisa Neal die neuen europäischen Sanktionen gegen den Iran: "Der Schritt hin zu einer proaktiveren Iran-Politik ist richtig. Die Diskussion sollte sich nicht daran aufhängen, ob die Maßnahme symbolisch wirkt. Wichtiger ist die Frage: Was kommt als Nächstes? Sanktionen und Listungen allein bilden keine Strategie, sondern sind immer Teil eines größeren Vorgehens. Ein Beispiel für ein mögliches weiteres Vorgehen wäre die Umleitung eingefrorener iranischer Vermögenswerte."
Eine Äußerung der "UN-Sonderberichterstatterin für die besetzten Gebiete Palästinas" Francesca Albanese ließ das Fass überlaufen. Sie wurde beschuldigt, mit Blick auf Israel von einem "gemeinsamen Feind der Menschheit" gesprochen zu haben (unser Resümee). Sie wehrt sich gegen diese Beschuldigung (mehr hier), ihr Zitat sei manipuliert worden. Aber der französische Außenminister Jean-Noël Barrot fordert ihren Rücktritt, berichten Michaela Wiegel und Matthias Rüb in der FAZ, und Johann Wadephul schließt sich der Forderung an (mehr hier): "Barrot sagte, die jüngsten Äußerungen der UN-Sonderberichterstatterin reihten sich ein in eine lange Liste skandalöser Stellungnahmen. Albanese habe den 7. Oktober 2023 - 'das schlimmste antisemitische Massaker seit der Schoa' - gerechtfertigt, von einer 'jüdischen Lobby' gesprochen und Israel mit dem Dritten Reich verglichen. Sie könne nicht in Anspruch nehmen, als unabhängige Expertin der Vereinten Nationen aufzutreten."
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