9punkt - Die Debattenrundschau
Die Welt, die wir wollen
Kommentierter Rundblick durch die Feuilletondebatten. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
23.07.2025. Die NZZ blickt hoffnungsvoll auf die Jugend in afrikanischen Ländern, die gegen die Alten aufbegehrt. In der FR denkt die Juristin Paula Macedo Weiß über demokratische Veranwortung in einem zapatistischen Pluriversum nach. In der Welt fragt Ahmad Mansour, warum kein Schwein sich über die Ermordung syrischer Drusen durch Djihadisten aufregte - bis Israel eingriff. In der FAZ plädieren die Militärhistoriker Sönke Neitzel und Christian E. Rieck dafür, die Zivilklauseln an deutschen Universitäten aufzuheben."
Efeu - Die Kulturrundschau
vom
23.07.2025
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Politik
In vielen afrikanischen Ländern brodelt es: Die Jugend begehrt gegen die korrupten Eliten auf, berichtet Samuel Misteli in der NZZ. In "Kenia, Nigeria, Ghana, Togo, in Moçambique, Uganda, im Sahel in allen möglichen Ecken des Kontinents haben junge Leute genug" von Politikern, die sich bereichern und autoritär regieren, ohne jungen Menschen Zukunftsperspektiven zu bieten. Es "wirkt zunehmend wie Krieg. Einer, den die Alten nicht gewinnen werden. Denn die Jungen sind mehr. 400 Millionen Afrikanerinnen und Afrikaner sind zwischen 18 und 35 Jahre alt. 'Sie können uns nicht alle töten', sagen die Demonstranten in Kenia. Das klingt pathetisch. Es ist aber auch schlicht ein demografischer Fakt. Einer, der Veränderung unausweichlich macht. Entweder im Guten oder im Schlechten. Afrika hat ein riesiges Reservoir an begabten Leuten - und eine politische Klasse, die vieles tut, damit sich dieses Potenzial nicht realisiert. 10 Millionen junge Afrikanerinnen und Afrikaner kommen jedes Jahr auf den Arbeitsmarkt. Nur 3 Millionen von ihnen finden formelle Jobs. Der Rest schafft sich seine eigenen Stellen. Afrika ist ein Kontinent von Millionen junger Selfmade-Unternehmer. Man muss das nicht romantisieren. Denn die meisten kommen gerade so durch."
Die Regierungen in arabischen Ländern wie Jordanien, Katar, Saudi-Arabien, Ägypten und den Vereinigten Arabischen Emiraten haben nicht das geringste Interesse daran, der Hamas zu helfen, deren Ideologie sie fürchten, schreibt Majd El-Safadi in der FAZ. Ihren Bevölkerungen dürfen sie das allerdings nicht so deutlich sagen, die im Gazakrieg oft genug ihre Wut auf die eigenen repressiven Regierungen in Wut auf den Westen ummünzen: "Doppelmoral und Heuchelei sind die häufigsten Vorwürfe, die dem Westen gemacht werden. Westliche Staaten würden sich das Völkerrecht 'passend' machen - sodass es ihren Interessen diene. Gerade vor dem Hintergrund des spannungsgeladenen, diffizilen Verhältnisses zwischen arabisch-islamischer und westlicher Welt verfestigt sich bei Muslimen weltweit ein Katalog der Kränkungen. Sie folgern: Internationales Recht gilt nicht für alle gleichermaßen. Arabisches und muslimisches Leben ist dem Westen nichts wert, die universellen Menschenrechte gelten für sie nicht."
In der taz berichtet Serena Bilanceri von israelischen Siedlertrupps im Westjordanland, die immer wieder Palästinenser angreifen und systematisch vertreiben. "Etwa eine halbe Million Siedler leben in mindestens 141 Siedlungen und 270 Außenposten im Westjordanland. Außenposten werden in der Regel ohne vorherige Genehmigung errichtet." Noch im Mai habe die israelische Regierung 22 neue Siedlungen genehmigt. "Der rechtsextreme israelische Finanzminister Bezalel Smotrich, selbst Siedler, hatte bereits im Mai 2023 angekündigt, die Anzahl der Siedler im Westjordanland zu verdoppeln. Smotrichs Ziel ist es, die Entstehung eines palästinensischen Staates zu verhindern. Und, wie in der New York Times geleakte Aufnahmen zeigten, eine 'stille' Annexion der Westbank. ... Justizminister Yariv Levin hat jüngst die Regierung aufgefordert, die Annexion voranzubringen. Letztes Jahr hat Israel laut NGOs zehnmal so viel Land im Westjordanland konfisziert wie im Durchschnitt der letzten Jahre. Die israelische Regierung, konfrontiert mit diesen Zahlen, antwortete der taz auf diese Vorwürfe bisher nicht." Die jüdische Bevölkerung des Westjordanlandes und aus Ostjerusalem war vor 1967 von Jordanien vertrieben worden.
In der FR denkt die Juristin und Autorin Paula Macedo Weiß über "demokratische Veranwortung" im XXL-Format nach. Sie fordert eine Politik, die "Umwelt-, Sozialverantwortungs- und Governance-Politik zusammenführt, eine Umgestaltung der Wirtschaft vorschlägt und den Aufbau einer integrativen, ethischen und ökologisch nachhaltigen Welt beinhaltet" und dies "nicht nur auf der Grundlage eines aufklärerischen Universalismus, sondern auf der eines Mosaiks von Epistemologie, basierend auf einem Pluriversum, einem Konzept, das der zapatistischen Erklärung entnommen ist: 'Die Welt, die wir wollen, ist eine Welt, in die viele Welten passen'. (...) Hier einige konkrete Fälle, um meine Argumentation zu veranschaulichen: subsidiäre und extraterritoriale Haftung bei Umweltverbrechen von deutschen Muttergesellschaften, wie im Fall des Dammbruchs in Brumadinho, Brasilien 2019; Haftung in der Lieferkette, wie im Fall des Unternehmens Zara, das Baumwolle auf illegal abgeholztem Land im Amazonasgebiet anpflanzte".
Die Regierungen in arabischen Ländern wie Jordanien, Katar, Saudi-Arabien, Ägypten und den Vereinigten Arabischen Emiraten haben nicht das geringste Interesse daran, der Hamas zu helfen, deren Ideologie sie fürchten, schreibt Majd El-Safadi in der FAZ. Ihren Bevölkerungen dürfen sie das allerdings nicht so deutlich sagen, die im Gazakrieg oft genug ihre Wut auf die eigenen repressiven Regierungen in Wut auf den Westen ummünzen: "Doppelmoral und Heuchelei sind die häufigsten Vorwürfe, die dem Westen gemacht werden. Westliche Staaten würden sich das Völkerrecht 'passend' machen - sodass es ihren Interessen diene. Gerade vor dem Hintergrund des spannungsgeladenen, diffizilen Verhältnisses zwischen arabisch-islamischer und westlicher Welt verfestigt sich bei Muslimen weltweit ein Katalog der Kränkungen. Sie folgern: Internationales Recht gilt nicht für alle gleichermaßen. Arabisches und muslimisches Leben ist dem Westen nichts wert, die universellen Menschenrechte gelten für sie nicht."
In der taz berichtet Serena Bilanceri von israelischen Siedlertrupps im Westjordanland, die immer wieder Palästinenser angreifen und systematisch vertreiben. "Etwa eine halbe Million Siedler leben in mindestens 141 Siedlungen und 270 Außenposten im Westjordanland. Außenposten werden in der Regel ohne vorherige Genehmigung errichtet." Noch im Mai habe die israelische Regierung 22 neue Siedlungen genehmigt. "Der rechtsextreme israelische Finanzminister Bezalel Smotrich, selbst Siedler, hatte bereits im Mai 2023 angekündigt, die Anzahl der Siedler im Westjordanland zu verdoppeln. Smotrichs Ziel ist es, die Entstehung eines palästinensischen Staates zu verhindern. Und, wie in der New York Times geleakte Aufnahmen zeigten, eine 'stille' Annexion der Westbank. ... Justizminister Yariv Levin hat jüngst die Regierung aufgefordert, die Annexion voranzubringen. Letztes Jahr hat Israel laut NGOs zehnmal so viel Land im Westjordanland konfisziert wie im Durchschnitt der letzten Jahre. Die israelische Regierung, konfrontiert mit diesen Zahlen, antwortete der taz auf diese Vorwürfe bisher nicht." Die jüdische Bevölkerung des Westjordanlandes und aus Ostjerusalem war vor 1967 von Jordanien vertrieben worden.
In der FR denkt die Juristin und Autorin Paula Macedo Weiß über "demokratische Veranwortung" im XXL-Format nach. Sie fordert eine Politik, die "Umwelt-, Sozialverantwortungs- und Governance-Politik zusammenführt, eine Umgestaltung der Wirtschaft vorschlägt und den Aufbau einer integrativen, ethischen und ökologisch nachhaltigen Welt beinhaltet" und dies "nicht nur auf der Grundlage eines aufklärerischen Universalismus, sondern auf der eines Mosaiks von Epistemologie, basierend auf einem Pluriversum, einem Konzept, das der zapatistischen Erklärung entnommen ist: 'Die Welt, die wir wollen, ist eine Welt, in die viele Welten passen'. (...) Hier einige konkrete Fälle, um meine Argumentation zu veranschaulichen: subsidiäre und extraterritoriale Haftung bei Umweltverbrechen von deutschen Muttergesellschaften, wie im Fall des Dammbruchs in Brumadinho, Brasilien 2019; Haftung in der Lieferkette, wie im Fall des Unternehmens Zara, das Baumwolle auf illegal abgeholztem Land im Amazonasgebiet anpflanzte".
Gesellschaft
Klar darf man Israel kritisieren, schreibt Fania Oz-Salzberger im Jewish Chronicle in einem Artikel über Israelkritik versus Antisemitismus. Anders ist es schon, wenn es um die Existenzberechtigung Israels geht. Und ein Satz wie "I don't hate Jews, only Zionists" sei eindeutig antisemitisch. "Zu diesen Positionen gehören ganz gewiss auch die neuen Melodien, die auf dem Glastonbury Festival gespielt wurden. 'Tod den IDF' ist absolut gleichbedeutend mit 'Tod Israel'. Als Israelin, die wie meine Eltern, mein Mann und meine beiden Söhne in den IDF gedient hat, bin ich vielleicht wütend darüber, wie unsere Regierung den Krieg zwischen der Hamas und Israel geführt hat, wie sie die enorme internationale Sympathie nach dem Massaker der Hamas verspielt hat und wie sie die Verfehlungen einiger Militärkommandanten und Soldaten weitgehend ungestraft gelassen hat. Aber die Helden von Glastonbury müssen wissen, dass die IDF die einzige Armee sind, die ich habe, und die einzige Macht, die jeden jüdischen Israeli - und wahrscheinlich auch viele arabische Israelis - davor bewahrt hat, massakriert zu werden."
Ahmad Mansour kann in der Welt nur den Kopf schütteln: Kaum ein Wort der Empörung hörte man in Deutschland über die grausamen Angriffe von Djihadisten auf syrische Drusen (unsere Resümees). Erst nachdem Israel eingriff, wurde es wieder laut: "Die vergangenen Tage waren wieder ein Lehrstück in Doppelmoral. Während Flammen aus Häusern schlugen, Frauen und Kinder flüchteten, Männer ermordet und Greise drangsaliert wurden, regte sich kein Hauch Protest gegen Taten und Täter. Bis Israel eingriff, und - wie schon im syrischen Bürgerkrieg - den verfolgten Drusen militärisch zur Seite sprang. Dann aber! Dann war sie plötzlich da, die Empörung: Wie Israel dazu komme, sich 'als Schutzmacht zu inszenieren'! Al-Dscholani verbat sich Einmischung, westliche Medien schilderten Israels Solidarität als 'völkerrechtswidriges' Problem. Dabei tat Israels Armee, was der Westen längst selbst hätte tun müssen."
Außerdem: Bei den Ruhrbaronen fragt Stefan Laurin fassungslos, was die Bewegung Queers for Palestine motiviert, angesichts des notorischen Schwulenhasses der Hamas.
Von Satire keine Spur mehr, darüber ist jeder Bahn-Kunde längst hinaus, selbst in der vornehmen FAZ: "Es ist zum Kotzen mit der Bahn", ruft dort ein wütender Edo Reents angesichts bis zu dreimal längeren Fahrzeiten auf einigen Strecken: "Fasst man die beiden Hauptbaustellen ins Auge - die bald beginnende Streckensanierung Hamburg-Berlin und, trostloser Dauerbrenner, Stuttgart 21 -, so bekommt das Bild, das sich aus einer Mischung von hilf- und haltlosem Großsprechertum und dem sich aus dem immerhin keimenden Bewusstsein des Versäumten ('kaputtgespart') speisenden Aktivismus ergibt, der seit dem kleinlauten Einkassieren auch der letzten halbwegs langfristigen Perspektive immer kurzatmiger wird, neuerlich Kontur: eine einzige, sich immer weiter in die Breite und in die Tiefe hineinfressende Verhedderung, von der es bis zum vollständigen Stillstand vielleicht gar nicht mehr weit ist. Panik breitet sich allmählich aus, die nur zu begreiflich ist."
Ahmad Mansour kann in der Welt nur den Kopf schütteln: Kaum ein Wort der Empörung hörte man in Deutschland über die grausamen Angriffe von Djihadisten auf syrische Drusen (unsere Resümees). Erst nachdem Israel eingriff, wurde es wieder laut: "Die vergangenen Tage waren wieder ein Lehrstück in Doppelmoral. Während Flammen aus Häusern schlugen, Frauen und Kinder flüchteten, Männer ermordet und Greise drangsaliert wurden, regte sich kein Hauch Protest gegen Taten und Täter. Bis Israel eingriff, und - wie schon im syrischen Bürgerkrieg - den verfolgten Drusen militärisch zur Seite sprang. Dann aber! Dann war sie plötzlich da, die Empörung: Wie Israel dazu komme, sich 'als Schutzmacht zu inszenieren'! Al-Dscholani verbat sich Einmischung, westliche Medien schilderten Israels Solidarität als 'völkerrechtswidriges' Problem. Dabei tat Israels Armee, was der Westen längst selbst hätte tun müssen."
Außerdem: Bei den Ruhrbaronen fragt Stefan Laurin fassungslos, was die Bewegung Queers for Palestine motiviert, angesichts des notorischen Schwulenhasses der Hamas.
Von Satire keine Spur mehr, darüber ist jeder Bahn-Kunde längst hinaus, selbst in der vornehmen FAZ: "Es ist zum Kotzen mit der Bahn", ruft dort ein wütender Edo Reents angesichts bis zu dreimal längeren Fahrzeiten auf einigen Strecken: "Fasst man die beiden Hauptbaustellen ins Auge - die bald beginnende Streckensanierung Hamburg-Berlin und, trostloser Dauerbrenner, Stuttgart 21 -, so bekommt das Bild, das sich aus einer Mischung von hilf- und haltlosem Großsprechertum und dem sich aus dem immerhin keimenden Bewusstsein des Versäumten ('kaputtgespart') speisenden Aktivismus ergibt, der seit dem kleinlauten Einkassieren auch der letzten halbwegs langfristigen Perspektive immer kurzatmiger wird, neuerlich Kontur: eine einzige, sich immer weiter in die Breite und in die Tiefe hineinfressende Verhedderung, von der es bis zum vollständigen Stillstand vielleicht gar nicht mehr weit ist. Panik breitet sich allmählich aus, die nur zu begreiflich ist."
Wissenschaft
In der FAZ plädieren die Militärhistoriker Sönke Neitzel und Christian E. Rieck angesichts des russischen Angriffs auf die Ukraine dafür, die Zivilklauseln an deutschen Universitäten aufzuheben, die jede Verbindung zur Verteidigungsindustrie, den Streitkräften oder den Nachrichtendiensten untersagen. Sie seien nicht mehr zeitgemäß und der Grund dafür, dass es "an deutschen Universitäten bis heute kaum Forschung und Lehre im Bereich der Strategischen Studien, der Intelligence Studies oder der Militärgeschichte" gibt. "Eine Folge davon ist, dass es der Politik, den Parteien, den Stiftungen, den Denkfabriken und den Medien an Mitarbeitern mit einer soliden sicherheitspolitischen Expertise fehlt. Eine Zeitenwende für die Universitäten würde bedeuten, einschlägige Studiengänge aufzubauen, aber auch zu einem Drehtürmodell zu finden, in dem diese Expertise sich sehr viel stärker als bisher zwischen Wissenschaft, Verwaltung, Industrie, Streitkräften, Beratung und Medien frei bewegen kann."
Medien
Der amerikanische Sender CBS hat angekündigt, die "Late Show" von Stephen Colbert, einem der schärfsten und vor allem witzigsten Trump-Kritiker, einzustellen. Angeblich, weil sie sich nicht rentiere. Tatsächlich aber wohl, weil der Mutterkonzern von CBS, Paramount, die Genehmigung der Trump-Regierung für seine geplante Fusion mit Skydance Media benötigt, berichtet Michael Hanfeld in der FAZ. "Dass zu diesem Deal, den Stephen Colbert eine 'fette Bestechung' nannte, gehören könnte, die 'Late Show' abzusetzen, dafür verdichten sich die Anzeichen immer mehr. Denn CBS kündigte Colbert, drei Tage nachdem er Witze über den Paramount-Deal mit Trump gemacht hatte und zwei Tage nachdem sich David Ellison, der Vorstandschef von Skydance und wohl künftige Oberboss von CBS, mit Brendan Carr getroffen hatte, dem Chef der Medienaufsichtsbehörde FCC, von dessen Plazet die acht Milliarden Dollar schwere Übernahme von Paramount durch Skydance abhängt."
In der SZ preist die britische Schriftstellerin A. L. Kennedy die amerikanischen Comedians wie Jon Stewart, Jimmie Kimmel oder John Oliver und vor allem eben auch Stephen Colbert, die für mehr politische Aufklärung sorgten als die meisten Medien: "Mit seinen detaillierten Analysen, mit Intelligenz, Fantasie und satirischem Geschick kritisierte er alles, was in Amerika falsch lief. 2012 gründete Colbert ein Super-PAC, also eine Wahlkampf-Lobbygruppe, um den bösartigen Einfluss von Super-PACs auf die US-Politik zu zeigen - und gewann dafür einen Peabody Award."
Eine weniger subtile Kritik an herrschenden Verhältnissen gab es beim "ARD-Sommerinterview" mit Alice Weidel. Das Zentrum für Politische Schönheit störte das Gespräch mit Musik und Schreien. Im Welt-Interview mit Deniz Yücel verteidigt Phillip Ruch, Leiter des Zentrums, die Aktion und fordert - sich im Glanze seines antifaschistischen Widerstands sonnend - barsch ein AfD-Verbot: "Mein Wahlzettel war ziemlich lang letztes Mal. Es wird immer so getan, als würde ein Parteiverbot den Wählern der AfD das Wahlrecht entziehen. Die haben die freie Auswahl. Wir halten aber eine rechtsextreme Partei von der Macht fern. In der Verfassung steht nicht, dass der Rechtsextremismus zur vitalen Demokratie gehört, im Gegenteil. Da hat jemand ausdrücklich die Option reingeschrieben: Wenn eine neue NSDAP auftritt, muss sie aus guten und bekannten historischen Gründen verboten werden."
In der SZ preist die britische Schriftstellerin A. L. Kennedy die amerikanischen Comedians wie Jon Stewart, Jimmie Kimmel oder John Oliver und vor allem eben auch Stephen Colbert, die für mehr politische Aufklärung sorgten als die meisten Medien: "Mit seinen detaillierten Analysen, mit Intelligenz, Fantasie und satirischem Geschick kritisierte er alles, was in Amerika falsch lief. 2012 gründete Colbert ein Super-PAC, also eine Wahlkampf-Lobbygruppe, um den bösartigen Einfluss von Super-PACs auf die US-Politik zu zeigen - und gewann dafür einen Peabody Award."
Eine weniger subtile Kritik an herrschenden Verhältnissen gab es beim "ARD-Sommerinterview" mit Alice Weidel. Das Zentrum für Politische Schönheit störte das Gespräch mit Musik und Schreien. Im Welt-Interview mit Deniz Yücel verteidigt Phillip Ruch, Leiter des Zentrums, die Aktion und fordert - sich im Glanze seines antifaschistischen Widerstands sonnend - barsch ein AfD-Verbot: "Mein Wahlzettel war ziemlich lang letztes Mal. Es wird immer so getan, als würde ein Parteiverbot den Wählern der AfD das Wahlrecht entziehen. Die haben die freie Auswahl. Wir halten aber eine rechtsextreme Partei von der Macht fern. In der Verfassung steht nicht, dass der Rechtsextremismus zur vitalen Demokratie gehört, im Gegenteil. Da hat jemand ausdrücklich die Option reingeschrieben: Wenn eine neue NSDAP auftritt, muss sie aus guten und bekannten historischen Gründen verboten werden."
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