Stöbern nach Themen

Durchsuchen Sie unsere Bücherdatenbank nach Themen, Ländern, Epochen, Erscheinungsjahren oder Stichwörtern.

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Abwehr - Angriff - zack!

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

19.09.2013. Große Trauer allenthalben über den Tod Marcel Reich-Ranickis. Die SZ hebt sein komödiantisches Talent hervor und beleuchtet das schwierige Verhältnis Polens zu Reich-Ranicki. Selbst seinen Opfern wird er fehlen, glaubt die FAZ, denn von MRR verrissen zu werden, war ein Beweis für Relevanz. In der Zeit plädiert Nora Bossong dafür, Parlamente weiterhin durch Wahlen und nicht durch Würfeln zu bestimmen. In der Pädophiliedebatte stellt die taz fest: die frühen Grünen rekrutierten sich nun mal an den Rändern der Gesellschaft.

TAZ, 19.09.2013

"Man darf und muss sagen: Er ermöglichte, unterband und unterbrach im Laufe der Jahre etliche Schriftstellerkarrieren", schreibt Ina Hartwig in ihrem - genreunüblich wohltuend differenzierten und faktenreichen - Nachruf auf den Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki. "Was er nicht verstand, was ihm nicht gefiel, wurde verdammt, aussortiert, ignoriert. Oder, wie Peter Rühmkorf zusammenfasste: 'Abwehr - Angriff - zack!' ... Alles, was sich Avantgarde nannte oder vermeintlich unsinnlich auf ihn wirkte, prallte an Reich-Ranicki geradezu lüstern ab. In Zuspitzung und Abwehr war er ein Meister, immer bereit, sich um der Pointe willen dümmer zu stellen, als er war."

Eine ganze Seite widmet die taz Leserreaktionen auf die Berichterstattung über das frühere Verhältnis der Grünen zu Sex mit Kindern, die aus etwa 1000 Zuschriften ausgewählt wurden. In seinem Kommentar wirft Martin Reeh dem Politikwissenschaftler Franz Walter, den die Partei neben Stephan Klecha mit der Aufarbeitung ihrer Geschichte betraut hatte, vor, kurzsichtig Zeitgeschichtsforschung als Kriminalwissenschaft zu betreiben. "Walter und Klecha scheinen an das Agieren in den Grünen der Gründungszeit dieselben Maßstäbe anzulegen wie an eine Tätigkeit in der SPD. Als hätten die Grünen damals nicht halbbraune Biobauern ebenso angezogen wie Freunde des Realsozialismus, Ökofundis ebenso wie die Gegner des staatlichen Gewaltmonopols ... Und das konnte auch heißen: weiter für die Grünen zu kandidieren, obwohl man Teile des Programms ablehnte."

Lisa Maucher unterhält sich mit dem Theaterschauspieler, Musiker und Kabarettisten Serdar Somuncu, der keine Probleme mit Judenwitzen hat ("Jede Minderheit hat ein Recht auf Diskriminierung") und dessen neues Album "Wir Beide" morgen erscheint.

Und Tom.

nach oben

NZZ, 19.09.2013

Mit Marcel Reich-Ranicki verliert der deutsche Literaturbetrieb seinen mächtigsten Kritiker, der mit seinen prägnanten Urteilen polarisierte wie kein zweiter, schreibt Andrea Köhler in ihrem Nachruf: "Womöglich lässt sich an den vielen Karikaturen die Bedeutung dieses Meisters der Selbstkarikatur einmal am besten ermessen. Denn Marcel Reich-Ranicki war originell wie sonst kaum einer. Papst, Priester, Herr der Bücher: Vielleicht war es der Triumph und die Tragik dieses zuweilen erstaunlich zartbesaiteten Mannes, dass niemand ihm seine Rollen und Selbstbilder nahm bis zum Schluss."

Besprochen werden die Filme "An Episode in the Life of an Iron Picker" von Danis Tanovic (eine "heftige Anklage gegen Gleichgültigkeit", findet Christina Tilmann) und Joshua Michael Sterns Biopic "Jobs" (der "romantisch-hagiografischen Ecke" nicht herauskommt, bedauert Till Brockmann) sowie Bücher, darunter David Albaharis Antikriegsroman "Der Kontrollpunkt" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

nach oben

Welt, 19.09.2013

Ulrich Weinzierl porträtiert im Nachruf Marcel Reich-Ranicki als "Spätgeborenen", als Literaturkritiker aus der beißenden Heine-, Tucholsky- und Kerr-Schule, die auch im Alter nicht milder wurde: "Sein wichtigster Text aus jüngster Zeit war ein Interview, das sein Biograf Uwe Wittstock mit ihm führte. Nach eventuellen Vorteilen des Greisentums befragt, gab er so bündige wie radikale Antwort: Altersweisheit, Altersmilde - das sei bloß 'sentimentales Geschwätz. Das Alter ist fürchterlich. Es raubt einem nach und nach alles, was einem lieb und wichtig war, alles, worauf man glaubte, sich verlassen zu können.' Mit dem 'Gedanken an den Tod' könne man nicht fertig werden. 'Er ist völlig sinnlos und vernichtend.' So war er: Schmerzhaft klare, deutliche Worte bis zuletzt."

Weitere Artikel: Barbara Möller mokiert sich über die Schriftsteller, die Bundeskanzlerin Angela Merkel im Regen stehen ließ, als sie ihr gestern eine Unterschriftenliste gegen die NSA-Bespitzelung deutscher Staatsbürger überreichen wollten. Hans Pleschinskis Name soll wegen seines - ins Russische übersetzten - Aids-Romans "Bildnis eines Unsichtbaren" in Russland auf eine "rosa Liste" gesetzt worden sein, meldet Tilman Krause.

Besprochen werden drei Berliner Ausstellungen zum 250. Geburtstag der Königlichen Porzellanmanufaktur (KPM), Denis Dercourts Film "Zum Geburtstag" über vier deutsche Liebende, David Twohys Film "Riddick" und Georg Maas' für den Auslandsoscar nominierter Film "Zwei Leben" mit Liv Ullmann über das Leben in zwei deutschen Diktaturen. In den Short Cuts geht es u.a. um Alain Guiraudies Schwulenthriller "Der Fremde am See" und Rodney Aschers "Room 237", eine Fan-Doku zu Kubricks "Shining".

Anzeige

Twitterfeed der Verlage

nach oben

Perlentaucher, 19.09.2013

Eine "veritable homosexuelle Heterotopie" zeichne der französische Regisseur Alain Guiraudie in seinem in Cannes mit der Queer Palm ausgezeichneten Film "Der Fremde am See", meint Jochen Werner in der Kinokolumne des Perlentaucher und wird ganz nostalgisch: "Die Kultur des schwulen Cruising ist längst eine verschüttete, und wer heute unverbindlichen gleichgeschlechtlichen Sex ausüben will, der drückt sich längst nicht mehr in nächtlichen Parks oder an versteckten Seeufern herum, sondern tippt auf Displays herum und schaut auf Bildschirme. Schade eigentlich."

Im zweiten Beitrag schreibt Lukas Foerster über David Twohys Sci-Fi-B-Movie "Riddick".

Stichwörter: Sex

nach oben

Weitere Medien, 19.09.2013

Marcel Reich-Ranicki und Sigrid Löffler streiten sich (ab Minute 2.23') über Haruki Murakamis Roman "Gefährliche Geliebte". Nach dem Eklat in dieser Sendung im Jahr 2000 hat Löffler das "Literarische Quartett" verlassen:

nach oben

SZ, 19.09.2013

Auch die SZ steht ganz im Zeichen von Marcel Reich-Ranickis Ableben. Auf Seite Drei zeichnet Thomas Steinfeld Reich-Ranickis Auftstieg zum "Literaturpapst" nach: "Es ist schwer, sich in diesem einzigartigen Verhältnis von Unbelangbarkeit und institutioneller Sicherung nicht auch den Triumph einer Überlebensstrategie vorzustellen: Marcel Reich-Ranicki hatte sich, als Jugendlicher schon, ein polnischer Jude im Dritten Reich, wie Heinrich Heine für die Literatur als transportable Heimat entschieden. Im Aufstieg des Kritikers zur höchsten Instanz des öffentlichen Lebens verwandelte sich diese Heimat in ein Königreich."

Im Feuilleton erinnert sich Gustav Seibt an gemeinsame FAZ-Tage, insbesondere an eine hitzige Redaktionskonferenz, in der es um Ernst Nolte und den Historikerstreit ging. Johannes Willms erzählt von der Gründung des "Literarischen Quartetts" (hier die erste Ausgabe), dessen Erfolg sich Reich-Ranickis "komödiantischem Talent" verdankte. Und Thomas Urban beleuchtet das schwierige Verhältnis Polens zu Reich-Ranicki, der - aus konservativer polnischer Perspektive - nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem Stalinismus paktiert und später die falschen Bücher in Deutschland popularisiert habe: "So hat denn ein Teil der polnischen Kritik ein Verdikt gefällt: Reich-Ranicki würden seine Sünden aus der Stalinzeit von den Deutschen verziehen, weil diese Hitler gehabt hätten. Und er werde geliebt, weil er Bücher gefördert habe, die die deutsche Schuld relativierten."

Online bringt die SZ Stimmen zu Reich-Ranickis Tod, sowie zwei weitere Nachrufe von Friederike Stahl und von Ruth Schneeberger.

Weitere Artikel: Claudia Tieschky trifft sich mit der Schauspielerin Thekla Reuten. Peter Richter schreibt den Nachruf auf den Architekten Wolfgang Hänsch.

Auf der Medienseite berichten Hans Leyendecker und Tanjev Schultz, dass neben einigen weiteren Journalisten auch die auf Rechtsextremismus spezialisierte Andrea Röpke vom niedersächsischen Verfassungsschutz beobachtet wurde (mehr hier). Außerdem erklärt Dirk von Gehlen die spottende Mem-Kultur, die sich um den Wahlkampf herum auf Tumblr gebildet hat (etwa hier und hier). Mehr zu Memen schreibt von Gehlen in seinem Blog.

Besprochen werden Alain Guiraudies Film "Der Fremde am See", der von Jakob+MacFarlanes konzipierte Neubau für das FRAC in Orléans und Bücher, darunter Andreas Mayers wissenschaftshistorische Studie über die Erforschung der Bewegung (mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr).

nach oben

FAZ, 19.09.2013

Die FAZ widmet ihr gesamtes Feuilleton dem Tod von Marcel Reich-Ranicki.

"Dieser Mann war in Verfolgung und Ruhm die Personifikation des zwanzigsten Jahrhunderts", schreibt Frank Schirrmacher in einem sehr persönlichen Nachruf. Und: "Ob die deutschen Autoren, die unter ihm litten, wissen, dass dieser Schmerz eine Art Existenzbestätigung war? Es ist nicht schön, verrissen zu werden. Aber es bedeutet unendlich viel, wenn eine Gesellschaft der Meinung ist, nichts sei gerade wichtiger als das neue Buch von Günter Grass, Martin Walser oder Wolfgang Koeppen." Der Deutschlandfunk hat Schirrmacher zur Bedeutung MRRs interviewt.

Außerdem: Zur Gänze dokumentiert wird Reich-Ranickis 1974 erschienener Essay über Erich Kästner, der erste, den er als Literaturchef der FAZ veröffentlicht hat: Kästner "gehört zu den Moralisten, die zugleich Spaßmacher sind. Er ist ein Conférencier, der keine Hemmungen hat zu predigen. Und er ist ein Prediger, der gern und stolz die Narrenkappe trägt." Auf zwei reich bebilderten Seiten bringt die FAZ weitere Auszüge aus Reich-Ranickis Rezensionen - online gibt es einige ausgewählte Artikel aus dem Archiv sowie erste Reaktionen auf die Todesnachricht und einen Reich-Ranicki gewidmeten Themenschwerpunkt.

Besprochen werden neue Sachbücher: Daniela Duecks "Geografie in der antiken Welt" und Thomas Tetzners "Der kollektive Gott" (mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr).

nach oben

Zeit, 19.09.2013

Im Wirtschaftsteil nimmt Thomas Fischermann Abschied von der "Vision eines freien, unangreifbaren Internets", und zwar nicht allein wegen der NSA: "Wo staatliche Organisationen absichtlich Schwachstellen in die Technologie des Netzes einbauen, dauert es nicht lange, bis gegnerische Geheimdienste, Industriespione und Verbrecher sie für ihre Zwecke entdecken... Und wenn die NSA das Netz als ein System für die weltweite Überwachung versteht - welches Argument ist dann noch vorzubringen, wenn es auch die Russen und Chinesen tun? Müssen wir damit leben, dass das Internet zum Schauplatz eines Wettkampfes der Schlapphüte wird?"

Für wenig tauglich hält die Schriftstellerin Nora Bossong im Feuilleton den in der vergangenen Woche von Eugen Ruge unterbreiteten Vorschlag, das Parlament auszuwürfeln, anstatt es durch Wahlen zu bestimmen: "Abgesehen davon, dass es unserem Grundrecht auf Berufsfreiheit wohl widerspräche, wenn Bürger ungefragt in ein politisches Amt gelost oder rotiert würden: Gäben wir dadurch unsere Entscheidungsmöglichkeit nicht vollkommen auf? Wie demokratisch legitimiert ist der Zufall?"

Weiteres: Manche Künstler auf der Biennale in Istanbul "finden es bigott, dass die Biennale von einer Stiftung organisiert wird, die Geld von einem Unternehmen erhält, das umzäunte Einfamilienhausquartiere errichtet, also jene Gentrifizierung vorantreibt, gegen die dann die Künstler protestieren dürfen", berichtet Hanno Rauterberg. Peter Kümmel schreibt den Nachruf auf Otto Sander. Außerdem unterhält er sich mit Edith Clever, die nach langjähriger Pause in einer Wiener "Tartuffe"-Inszenierung von Luc Bondy auf die Bühne zurückkehren wird. "I would prefer not to" - die im Mantra des Melville-Helden Bartleby ausgedrückte Verweigerungshaltung hat unter Intellektuellen Hochkonjunktur, meldet Thomas Assheuer. Jo Lendle, der designierte verlegerische Geschäftsführer des Hanser Verlags, schreibt einen Bericht über sein Praktikum in einer Siegburger Buchhandlung.

Ijoma Mangold interviewt Ian McEwan, dessen neuer Roman "Honig" am kommenden Mittwoch erscheint. Peer Teuwesen informiert über die Plagiatsvorwürfe amerikanischer Sachbuchautoren (darunter Nassim Taleb) gegen den Bestsellerautor und gelegentlichen Zeit-Kolumnisten Rolf Dobelli. Bei der Berliner Ausstellung "Painting Forever!" entdeckt Sebastian Preuß eine "Vorliebe junger Maler für das Informel". Besprochen werden die Filme "Zwei Leben" von Georg Maas und "Der Fremde im See" von Alain Guiraudie (dessen "wunderbar schwebender, sommerlicher, lyrischer Erzählrhythmus" es Katja Nicodemus angetan hat), außerdem Robert Wilsons Bochumer Inszenierung von Helmut Lachenmanns "Mädchen mit den Schwefelhölzern" und Bücher, darunter Terézia Moras Roman "Das Ungeheuer" (mehr in unserer Bücherschau heute um 14 Uhr).

nach oben

Drucken | Empfehlen auf Facebook | Twittern | Share on Google+

Archiv: Heute in den Feuilletons

Dekorativ-degoutante Dekadenz

20.01.2014. Widersprüchliche Auskunft geben die Zeitungen über Karin Beiers siebenstündiges Atridenfluchspektakel "Die Rasenden" nach Euripides, Sartre, Aischylos und Hofmannsthal. Die NZZ hält den Erkenntnisgewinn für so mittel, die FAZ für null, und für die Welt steht fest: Das Hamburger Schauspielhaus ist zurück. In der Berliner Zeitung befasst sich Anetta Kahane mit der Diskrepanz zwischen dem Äußeren Beate Zschäpes und ihren Taten. Springteufel Morozov ploppt heute in der SZ auf. Mehr lesen

Sie sind schon denkend

18.01.2014. Die ersten Reaktionen auf Barack Obamas Rede sind zwiespältig bis kritisch. The Verge und die Electronic Frontier Foundation vergleichen Obamas Maßnahmen Punkt für Punkt mit Forderungen von Bürgerrechtsgruppen. Wir binden Julian Assanges CNN-Interview ein: Der Wikileaks-Gründer kritisiert vor allem, dass die Geheimgerichte nicht abgeschafft werden. Auch Deutsche Politiker reagieren laut FAZ bis hin zur CDU recht skeptisch auf Obamas Rede. Außerdem: Arno Schmidt in der taz. Und Luc Bondys Pariser Marivaux-Inszenierung mit Isabelle Huppert allüberall. Mehr lesen

Bei der Kante hat man nur eine Chance

17.01.2014. In der Berliner Zeitung erzählt Marina Hoermanseder, warum sie so gerne Korsette aus Leder macht. In der FAZ bangt die Ökonomin Shoshana Zuboff um Barack Obama, der in seiner heutigen NSA-Rede gewaltig versagen könnte. Die NSA bringt sowieso nix, hat die SZ herausgefunden. Man kann Schriftsteller nicht züchten, ruft die Welt der Zeit zu. Die NZZ hält dem lauernd anmutenden Blick eines Papstes namens Innozenz stand. Mehr lesen

Der Heintje-Effekt

16.01.2014. In der taz fordert Steve McQueen, dass sich Briten und Amerikaner in punkto Vergangenheit an die eigene Nasen fassen. Die NZZ fordert ungewöhnliche Lehrer. Im Freitag erinnert Wolfgang Müller die reaktionären Aspekte am Werk Arno Schmidts. Kenan Malik plädiert in seinem Blog gegen das Verbot der Dieudonné-Shows. Die Zeit arbeitet den Fall Beltracchi auf und bringt selbstkritische Anmerkungen zum Literaturbetrieb. Außerdem im Freitag: ein Interview mit Karl Ove Knausgård und Armond Whites Kritik an Steve McQueens Film "12 Years a Slave". Mehr lesen

Es toben Bassläufe wie Harpyien herauf

15.01.2014. In der FAZ antwortet Evgeny Morozov auf Sascha Lobo und rät jenen Staaten, die uns NSA und Co. bescherten, uns von Google und Co. zu befreien. Die New York Times erklärt, wie die NSA Computer infiltriert, die nicht im Netz sind. Verlage jammern zwar rum, aber laut kress.de verdienen sie prächtig: dank überlasteten Redakteuren und unterbezahlten Freien. Die SZ geriet bei Mahler unter Kirill Petrenko in Ekstase. Und wenn Russland und die USA auf Franziska Augstein hören, ist demnächst auch Friede in Syrien. Mehr lesen

Gar kein Platz mehr für Gezicke

14.01.2014. Die NZZ verfolgt mit Entsetzen den Erfolg des Films "Fack ju Göhte". Die SZ traut sich nach Sankt Pauli. Für die FAZ reist Andrzej Stasiuk nach Belzec. In der Welt entpuppt sich Rolando Villazón als Rolando-Villazón-Bewunderer. Die taz fordert mit Thomas Mießgang eine neue Kultur der Unhöflichkeit. Mehr lesen

Seltsam sacht, schwebend fast

13.01.2014. Die NZZ ging nach Halberstadt, John Cage hören. In der taz freut sich Jochen Schimmang über die Wiederentdeckung des Autors Christian Geissler. Die französischen Medien fragen: Wie privat oder wie öffentlich ist François Hollandes Affäre mit einer Schauspielerin? Nicht das Internet ist kaputt, meint Martin Weigert in Netzwertig in einer Replik auf Sascha Lobo in der Sonntags-FAZ, sondern der Mensch in seinem Sicherheitswahn. Die SZ sucht nach glasklaren Tatbeständen, um einst von den Nazis requirierte Kunstwerke zu restitutieren. Mehr lesen

Mit offensiver Offenheit

11.01.2014. Mit Übertreibung ist der Dekadenz der Banker und Broker nicht beizukommen, stellt die taz zu Martin Scorseses Film "The Wolf on Wall Street" fest. Die Welt erinnert an eine Zeit, als die Öffentlich-Rechtlichen ihr Publikum noch überforderten. Die NZZ plädiert dafür, die Werke türkischstämmiger Künstler in Deutschland nicht länger bloß als Zeugnisse von Migration und Hybridität zu begreifen. Die SZ würdigt die Verdienste des chinesischen Kurznachrichtendienstes Weibo. Und die FAZ verneigt sich vor Arno Schmidt. Mehr lesen

Jeder Passant ein Mörder

10.01.2014. Das TLS erzählt, wie französische und tschechische Surrealisten 1935 über Kunst und Revolution diskutierten. Die NZZ bewundert die Blumensamen-Designs von Paul Smith. Ein Untersuchungsausschuss der EU erklärt die Massenüberwachung durch NSA und GCHQ für illegal, berichtet der Guardian. Die Welt bewundert Martha Argerich beim Nägel lackieren. Als E-Book ist "Mein Kampf" ein Besteller, meldet Gawker. Die SZ schleicht mit dem legendären Superverbrecher Fantomas durch Paris. Mehr lesen

Absolute Theatermanie

09.01.2014. Im Tagesspiegel erklärt die schwarze Autorin Zadie Smith, warum alle weißen Figuren in ihrem Roman "London NW" als solche ausgewiesen werden, während die Hautfarbe der anderen Personen nicht benannt wird. Die taz erklärt, warum das digitale Filmerbe zurück auf Zelluloid soll. In der NZZ schreibt die russische Schriftstellerin Elena Chizhova über das traurige Leben der Architekten in Petersburg. In der Zeit feiern Haruki Murakami und Thomas Hitzlsperger ihr Coming Out - der eine von beiden als Superman. Mehr lesen

Zeit für eine Rasur

08.01.2014. In der taz spricht Ilija Trojanow über die Wirkungen des Schriftstelleraufrufs gegen den digitalen Überwachungsstaat und wettert über "Defätisten, die es sich auf dem Hochsitz der pessimistischen Weltanschauung" bequem machen. Die NZZ stellt die Seite Alfredflechtheim.com vor, die von mehreren Museen erstellt wurde. Die Welt bewundert den alten Mann Robert Redford und das Meer. Die FAZ veröffentlicht einen Aufruf für Liu Xia. Und die SZ überlegt, wer sich Dissident nennen darf. Mehr lesen

Solange man es nicht schwul nennt

07.01.2014. In der FAZ beklagt der Philosoph Marco Wehr die fatale Wissenschaftsgläubigkeit der Politik - und der Wissenschaft selbst. In der NZZ erklärt Shlomo Sand, was er meint, wenn er von der "Erfindung des jüdischen Volkes" spricht. Die Welt erkundet die "Macht der Machtlosen". Die SZ möchte die Achse Paris-Berlin-Warschau stärken. Und die taz staunt über den Kurator Kaspar König, der behauptet, in Russland alles zu dürfen. Mehr lesen

Wir dynamisieren das Hamsterrad

06.01.2014. In der NZZ erinnert Bora Cosic an den jugoslawischen Architekten und Freund Bogdan Bogdanovich. Der Guardian bringt einen Auszug aus Claudia Roth Pierponts neuer Philip Roth-Biografie. In der FAZ wendet sich Kunsthistoriker Jeffrey Hamburger entschieden gegen die Ökonomisierung der Wissenschaft. In der Welt legt der Historiker Thomas Weber ein Wort für die deutschen Soldaten des Ersten Weltkriegs ein. Und Necla Kelek fordert, dass die Kinder der Roma und Sinti von der Politik nicht im Stich gelassen werden. Mehr lesen

Wie die Krallen einer Katze auf Glas

04.01.2014. In der Welt verlieren Andrzej Stasiuks Augen die Bodenhaftung. In der FR erzählt Steve McCurry, was die Zeit mit dem Fotografen und dieser mit der Zeit macht. In der NZZ spricht Junot Díaz über das Schreiben und die Zeit. Spiegel Online zitiert eine Studie über das immer religiösere Weltbild der Amerikaner: Ein Drittel nimmt die Bibel wörtlich. Die taz fordert analogen Protest gegen digitale Überwachung. Mehr lesen

Die Melodie der Macht

03.01.2014. Die Washington Post erklärt mithilfe von Snowden-Papieren, wie die NSA das Netz in Besitz nehmen will. Die Welt porträtiert den rechtsextremen und postkolonialen Komiker Dieudonné, dem durch ein mögliches Tourneeverbot in Frankreich unverdiente Aufmerksamkeit zuteil wird. Schriftsteller Alberto Nessi erinnert in der NZZ an Stalins Staatsdichter Maxim Gorki, der einst Ossip Mandelstam einen Pullover, aber keine Hosen genehmigte. David Chipperfield und Okwui Enwezor erklären in der SZ, wie sie das Haus der Kunst in München sanieren wollen. Die FAZ eröfffnet eine Reihe zum Ersten Weltkrieg. Mehr lesen

Gesamtes Archiv Heute in den Feuilletons