Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 08.37 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Die Stimmen, die da ins Dunkel aufstiegen

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

20.01.2010. Die Welt freut sich auf die vollständige Fassung von Fritz Langs "Metropolis".  Außerdem plädiert Gerhard Schulze in der Welt gegen einen Abzug der westlichen Truppen aus Afghanistan. Die FAZ fragt sich, was eigentlich in die Professorin Birgit Rommelspacher gefahren ist, die Islamkritikerinnen in die Nähe von Nazis rückt.  Henryk Broder hat für den Spiegel Kurt Westergaard besucht. Die SZ lotet die Krise der Literturkritik in der Schweiz aus. Die SZ ist außerdem entsetzt darüber, dass die SZ lobende Blogger für die SZ-Werbung kaufte.

Die Welt, 20.01.2010

"Am 12. Februar erlebt 'Metropolis' von Fritz Lang auf der Berlinale seine zweite Weltpremiere.", ruft Werner Sudendorf von der Deutschen Kinemathek. In den bisher laufenden Fassungen des Films fehlen nämlich 25 Minuten. Sudendorf erzählt noch mal, wie sie wieder auftauchten: "Ein argentinischer Verleiher hatte 1927 von der Ufa die ungekürzte Fassung gekauft, diese mit spanischen Titeln versehen und jahrelang gezeigt. Sie wurde dann, mit allen Schrammen und Verschmutzungen, auf 16 mm umkopiert und dem argentinischen Filmmuseum übergeben. Dort entdeckte sie Paula Felix Didier, dessen Direktorin." Nun ist sie restauriert und der Film wieder annähernd komplett.


Der Soziologe Gerhard Schulze plädiert auf den Feuilletonseiten gegen einen Abzug der westlichen Truppen aus Afghanistan: "Die Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche Deutschlands, Margot Käßmann, sagt: 'Nichts ist gut in Afghanistan', was schon rein faktisch nicht stimmt. Mit diesem Satz klammert sie alles aus, was dort seit dem Ende der Schreckensherrschaft 2002 an neuer Hoffnung gekeimt ist und an Wiederaufbau geleistet wurde. Sie fordert 'mehr Fantasie für den Frieden' und ist zugleich für den Abzug des Westens, komme was wolle. Armer Frieden, armes Afghanistan."

Weitere Artikel: Eckhard Fuhr blickt dem "idealtypisch Sprachbösen" in Gestalt des Unworts des Jahres "betriebsratsverseucht" ins Antlitz. Cosima Lutz porträtiert die 17-jährige Romanautorin Helene Hegemann. Sophia Seiderer wirft einen Blick auf die kommende Expo in Schanghai. Hannes Stein erzählt eine leicht ekelerregende Räuberpistole aus Peru, wo ein Polizeichef, um von Untaten der eigenen Truppe abzulenken, behauptete den Morden einer Bande auf die Spur gekommen zu sein, die armen Peruanern das Fett absaugte, um es, in Cola-Flaschen abgefüllt, an Israelis zu verkaufen. Und Manuel Brug spricht mit Max Raabe über sein neues Album.

Besprochen werden eine Ausstellung über das Genre der Kunstkammer-Gemälde in Antwerpen und Sebastian Nüblings Neuinszenierng von "Endstation Sehnsucht" in den Münchner Kammerspielen.

Den online nicht auffindbaren Nachruf auf den Publizisten Ernst Cramer schreibt Mathias Döpfner persönlich.

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Spiegel Online, 20.01.2010

Henryk Broder hat für den Spiegel Kurt Westergaard in seinem Reihenhaus bei Arhus besucht. Der Artikel steht jetzt online: "Auf einen Stock gestützt steht er in der Diele und schaut auf die demolierte Badezimmertür. Das kaputte Türblatt wird von einer Spanplatte zusammengehalten, man sieht noch die Spuren der Axt in der Zarge, Holz ist abgesplittert. In ein paar Tagen werden Handwerker eine Stahltür einbauen und eine Alarmanlage, im Garten bekommen die Polizisten, die ihn schützen, einen Pavillon. Kurt Westergaards Haus muss eine Festung werden. "

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Frankfurter Rundschau, 20.01.2010

Sebastian Moll stellt das Machtsystem der Chicago Machine dar, mit der auch Barack Obama und seine Vertrauten David Axelrod und Rahm Emmanuel eng verwoben sind. In Times mager denkt Harry Nutt über die Satellitenbilder aus Haiti nach.


Besprochen werden Lukas Bärfuss' Version des "Parzival" mit Sandra Hüller am Schauspiel Hannover, Marc Andres Musiktheater-Passion "...22,13..." im Berliner Radialsystem, eine Mainzer Aufführung der "Brüder Karamasow" in der Fassung von Schirin Khodadadian und Enda Walsh sowie die Erinnerungen Siegfried Jägendorfs (hier eine Leseprobe) an die Deportationen der rumänischen Juden nach Transnistrien (siehe auch unsere Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Berliner Zeitung, 20.01.2010

Der Film "Avatar" darf in China nur noch in ausgewählten Kinos laufen, berichtet Bernhard Bartsch. Möglicher Grund für die Zensurmaßnahme: "In Chatforen bringen viele Menschen die Geschichte von der gewaltsamen Vertreibung eines Volkes mit der chinesischen Gegenwart in Verbindung. In den vergangenen Jahren mussten Millionen Chinesen ihre Häuser und Wohnungen verlassen, um Platz für neue Bauprojekte zu machen."

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Neue Zürcher Zeitung, 20.01.2010

"Warum wir Haitianer? Schon wieder wir, immer wir?", fragt die haitianische Schriftstellerin Yanick Lahens nach dem entsetzlichen Erdbeben. "Als wären wir nur auf der Welt, um die äußersten Grenzen des Menschlichen auszumessen, Grenzen der Armut und des Leidens; um diesen Prüfungen mit außergewöhnlicher Kraft standzuhalten und sie in Lebenskraft, in rettende Kreativität umzuwandeln. Die erste Antwort auf meine Frage fand ich in den Liedern, die auch in jener Nacht nicht verstummten. Als würden die Stimmen, die da ins Dunkel aufstiegen, sich resolut vom Unglück, von der Verzweiflung abwenden."


Weiteres: Bettina Spoerri kündigt die am Donnerstag beginnenden Solothurner Filmtage an. Besprochen werden die Ausstellung "1989 - Anmerkungen zum Epochenbruch" in der Kunsthalle Wien, Andreas Kriegenburgs Uraufführung von Dea Lohers Stück "Diebe" am Deutschen Theater Berlin sowie neue Bücher über die Freimaurer, Jean-Michel Palmiers Biografie des Philosophen Walter Benjamin Leseprobe) und die Erzählungen "Für Fortgeschrittene" des Bulgaren Alek Popov (mehr ab 14 Uhr in unserer Bücherschau des Tages).

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Die Tageszeitung, 20.01.2010

Doris Akrap verfolgte eine Diskussion mit Klaus Theweleit und Hermann Gremliza und Claude Lanzmann über Lanzmanns Film "Warum Israel", dessen Vorführung von antisemitischen Demonstrationen vor einigen Wochen zunächst verhindert worden war. Martin Kaelble berichtet über die heute beginnende Berliner Fashionweek. Besprochen wird der neue Film der Coen-Brüder, "A Serious Man" (mehr hier).


Und Tom.

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Süddeutsche Zeitung, 20.01.2010

Der Schweizer Literaturkritik geht es schlecht, berichtet Desiree Waibel. Immer mehr Literaturseiten in den Zeitungen fallen weg. Martin Ebel vom Tagesanzeiger "sagt zum Nachwuchs der freien Literaturkritiker: Sie haben keine Zukunft. Und alle, alle in der Branche kennen einander. Verständlich, dass man in der Not zusammenrückt. Wird die Geschlossenheit der literarischen Szene kritisiert, kommt kein Echo."


Die SZ ist beim Einkauf lobender Bloggerkritiken für ihre Apps erwischt worden. Organisiert hat das ganz die Firma Trigami. Auf der Medienseite stellt Marc Felix Serrao nun klar: "Die Redaktion der Süddeutschen Zeitung war über die Trigami-Kampagne ebenso wenig informiert wie die Redaktion von sueddeutsche.de. Beide verurteilen den Versuch, über bezahlte Blog-Einträge Werbung zu treiben."

Weitere Artikel: Tomas Avenarius stellt den neuen geistigen Führer der ägyptischen Muslim-Bruderschaft Mohamed Badie vor. Gustav Seibt denkt über die Bedrohung des Liberalismus durch den fürsorgenden Staat nach. Jörg Häntzschel erzählt, wie Amerikas Intellektuelle nach einem Jahr Präsidentschaft zu Obama stehen. Ira Mazzoni besucht das neue Augsburger Textil- und Industriemuseum. Das Berliner Tacheles steht kurz vor der Räumung, meldet Julia Amalia Heyer. Georg Diez sucht in den Straßen Berlins nach Spuren der kommunalen Finanzkrise. "Midt" meldet eine Panne beim Versuch, am Schauspiel Frankfurt Wenedikt Jerofejews "Reise nach Petuschki" total authentisch mit echtem Wodka aufzuführen: Einer der Schauspieler "sei mitsamt des Stuhls rückwärts von der Bühne gefallen, berichtete die Bild-Zeitung. Ein anderer sei auf den Manuskripten ausgerutscht und gestürzt. Und Marc Oliver Schulze, der gefeierte 'Ödipus'-Darsteller des Hauses, klappte zusammen und wurde mit einem Krankenwagen in die Uni-Klinik gebracht, wo er ausgenüchtert werden musste."

Eine Meldung informiert uns, dass ein dänisches Auktionshaus es abgelehnt hat, ein Aquarell von Kurt Westergaard zugunsten der haitianischen Erdbebenopfer zu versteigern: "Der Anschlag im Januar habe gezeigt, dass noch "Terrorgefahr" bestünde, begründete das Online-Auktionshauses Lauritz.com den Boykott." Jonathan Fischer schreibt zum Tod des Hillbilly-Sängers Carl Smith.

Besprochen werden der neue Film der Coen-Brüder "A serious man", einige CDs, Andreas Kriegenburgs Inszenierung von Dea Lohers Stück "Diebe" am Deutschen Theater Berlin und Bücher, darunter Joachim Gaucks Erinnerungsbuch "Winter im Sommer - Frühling im Herbst" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.01.2010

Entrüstet reagiert Regina Mönch auf den taz-Artikel, in dem die Psychologieprofessorin Birgit Rommelspacher namentlich genannte Islamkritikerinnen in der Nähe übelster historischer Gesellschaft sieht: "Es fällt ihr nicht auf oder ein, dass Kelek, Ates und Hirsi Ali dafür, im Unterschied zur ewiggestrigen taz-Autorin, bedroht und verfolgt wurden. Und es fällt ihr auch nicht auf, dass sie sich in eigener Sache einmischen, dass Rommelspacher diskriminiert, wenn sie den drei Musliminnen - denn das sind sie, kann das mal jemand zur Kenntnis nehmen? - jedes Recht auf kritische Reflexion abspricht."


Weitere Artikel: Nicht recht fassen kann es Niklas Maak, dass die Stadt Berlin die altehrwürdige, aber derzeit ziemlich tote Kreuzberger Eisenbahnmarkthalle zum "Kaufparadies" machen lassen will, statt einen lebendigen Treffpunkt für Kultur entstehen zu lassen. Über ein chinesisches Antikenprojekt macht sich Mark Siemons Gedanken. In der Glosse geht es um Scheidungsangelegenheiten. Kerstin Holm informiert über Maßnahmen gegen die in Russland zur Ferienzeit zwischen den Jahren in der Regel exorbitante Maße annehmende Trunksucht. "Sympathisch" findet Jürgen Richter den Neubau eines Geschäftshauses ganz in der Nähe der Frankfurter Zeil. Auf der DVD-Seite sieht Andreas Platthaus nach, was es vom jüngst verstorbenen Eric Rohmer in deutschen Editionen zu sehen gibt. Patrick Bahners begibt sich auf Motivsuche in den Filmen Rohmers. Verena Lueken begutachtet eine zehn Filme umfassende Bunuel-Ausgabe mit gemischten Gefühlen. Ivo Ritzer freut sich über den eiskalten britischen Gangsterfilm "Ten Dead Men".

Besprochen werden ein Konzert der Band of Skulls (Website) in Köln, die Eberhard-Havekost-Ausstellung in der Frankfurter Schirn, und Bücher, darunter zwei Bände mit Sonetten des Autors Eugen Gomringer, der heute seinen 85. Geburtstag feiert (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Für Ohrfeigen geboren

11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust. Mehr lesen

Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase

10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen

Wegfall von Arbeit

09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen

Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren

08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Der Graf von Sandwich war in Gefahr

07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen

2000PutIN, 2012PutOUT

06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen

Die ganze Welt inventarisieren

04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen

Hunde und Katzen, Liebe und Tod

03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen

Einschlusslöcher am Gebäudesockel

02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen

So sehr ich Warhol schätze

01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt  antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen

Also, Bürger, auf zur Wacht!

31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen

Weil es dem Franz so gefallen hat

30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen

Das korrekte Verfahren für Anarchisten

28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen

Und die Emotionen suchen blind

27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen.  Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen

Ein irrer Cut

26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen

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