Bücher der Saison
Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.
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Joachim Seng: Goethe-Enthusiasmus

Ernst Kaiser: Die Geschichte eines Mordes

Ewige Werte
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- Fallende Blätter: die Lage des Feuilletons heute
- Domenico Scarlatti
- Olaf Sundermeyer und der Perlentaucher: Richtigstellungen
- Die Perlentaucher-Affäre und das System Schirrmacher
- Der sogenannte neue Übersetzerstreit
- Die Zeitungen und die Freien
- Neu und Nach: ein Übersetzerstreit
- Anna Politkowskaja
- Politkowskaja
- Wikipedia und der Google Juice
- Andre Müller interviewt Arno Breker
- Canfora, Stalin, Le Goff
- 100 wichtige Intellektuelle aus der Provinz
- Adam Michnik
- Seyran Ates: Antwort auf Jutta Limbach
- An die französischen Neinsager
- Der 8. Mai war keine Befreiung
- Thomas Kling
- Let's Talk European!
- Der biedere Untergang
- Marie-Luise Scherer
- Das Ende der Berliner Seiten
- Gustav Seibt über Götz Aly
- Litchfield, Rechnitz, Thyssen-Bornemisza
- Das Kempowski-Dossier
- Nichts ohne Netz: Zeitungen online
- Grass und die SS: ein Linkdossier
- Die Öffentlich-Rechtlichen und das Netz
- Rupert Murdoch hat so Recht
- Und eine Antwort auf Mathias Döpfner
- Google Fraktur
- Die Galle der Gallier
- Post aus der Walachei
Heute in den Feuilletons
100 Milliarden positive Kommentare
Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
21.01.2010. In der Welt sucht Dirk von Lowtzow von der Band Tocotronic die Antwort auf die Frage, wie man Widerstand leistet, ohne in opportunistische Kapitalismuskritik zu verfallen. Die NZZ bewundern die Coen-Brüder, die ihren Pessimismus in in fröhlich schwebende Petitessen zu verpacken verstehen. In der FR sagt der Blogger Han Han voraus, wie die chinesische Regierung das Problem mit dem Netz bewältigt.
Die Tageszeitung | Die Welt | Neue Zürcher Zeitung | Frankfurter Rundschau | Die Zeit | Der Tagesspiegel | Frankfurter Allgemeine Zeitung | Süddeutsche Zeitung
Die Tageszeitung, 21.01.2010
"Ein Liebesfilm also. Ein knallharter versteht sich", urteilt Birgit Glombitza über Detlev Bucks neuen Film "Same Same But Different" über einen deutschen Rucksacktouristen, der sich in Kambodscha in eine Prostituierte verliebt. "Man merkt 'Same Same But Different' die Auseinandersetzung mit dem asiatischen Kino an, das Bemühen, für die unterschiedlichen Länder und Kulturen eine eigene Filmsprache zu finden. Und anders als bei seinem ersten Versuch der eigenen Neudefinition hat das nichts Kraftmeierisches mehr, sondern etwas Anrührendes und beinahe Zärtliches."
Tilman Baumgärtel berichtet über größtenteils befremdete Reaktionen der beteiligten Statisten auf Bucks Film am Drehort Pnhom Penh, wo besonders aufstieß: "Das ist so wie in diesen französischen Filmen. Es wird viel geredet, aber es passiert nicht so besonders viel."
Weiteres: Rudolf Walther resümiert eine Debatte über Schweizer NS-Lasten am Schauspielhaus Zürich; Hintergrund sind das dort derzeit laufende Stück "Der Würgeengel" von Elfriede Jelinek und zwei aktuelle Texte über das Ehepaar Batthyany-Thyssen, Bewohner des Schlosses Rechnitz, wo die Gestapo 200 arbeitsunfähige ungarische Zwangsarbeiter ermordete. Lea Hampel porträtiert den israelischen Sänger Asaf Avidan, der derzeit in Deutschland unterwegs ist. Klaus Walter unterhält sich mit der Hamburger Journalistin Susie Reinhardt, die zum 100. Geburtstag von Django Reinhardt das Album "Django's Spirit - A Tribute to Django Reinhardt" vorlegt.
Und Tom.
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Die Welt, 21.01.2010
Michael Pilz unterhält sich mit Dirk von Lowtzow von der Band Tocotronic über ihr viel gefeiertes Album "Schall & Wahn": "Es gab bei diesem Album den Willen zu ergründen, unter welchen Umständen, Kunst - in unserem Fall: Musik - Widerstand sein kann, ohne in opportunistische Kapitalismuskritik zu verfallen", sagt Lowtzow.
Weitere Artikel: Wolf Lepenies zählt alle Fehler auf, die die demokratische Senats-Kandidatin von Massachusetts, Martha Coakley, im Wahlkampf machte und die sie den Sieg, Obama die Mehrheit und die Amerikaner die Gesundheitsreform kosten. Michael Borgstede berichtet über neue Details aus dem Leben der israelischen Nationalheldin Hanna Szenes, die versuchte, den ungarischen Juden zu helfen und im Alter von 23 Jahren erschossen wurde - es zeigt sich in bisher verschwiegenen Dokumenten, dass sie in der zionistischen Bewegung nicht gerade glücklich war. Holger Kreitling porträtiert den amerikanischen Thriller-Autor James Ellroy, der auf Lesereise durch Deutschland geht. Hanns-Georg Rodek wirft einen Blick auf das Wettbewerbsprogramm der Berlinale und besonders auf Oskar Roehlers Film "Jud Süß - Film ohne Gewissen". "wfr" schreibt zum Tod von "Love Story"-Autor Erich Segal. Und "sei" meldet, dass die chinesischen Zensurbehörden so ihre Schwierigkeiten mit James Camerons Film "Avatar" haben.
Besprochen werden Laurent Chetouanes Inszenierung von "Dantons Tod" in Köln und Filme, darunter Detlev Bucks Film "Same same but different" (mehr hier).
Auf der Magazinseite berichtet Kerstin Schweighöfer über den Amsterdamer Prozess gegen den populistischen Politiker Geert Wilders, der sich wegen islamfeindlicher Sprüche verantworten soll.
Die Tageszeitung | Die Welt | Neue Zürcher Zeitung | Frankfurter Rundschau | Die Zeit | Der Tagesspiegel | Frankfurter Allgemeine Zeitung | Süddeutsche Zeitung
Neue Zürcher Zeitung, 21.01.2010
Auf der Filmseite preist Alexandra Stäheli den neuen Film der Coen-Brüder "A Serious Man": "in ihrer nonchalanten Art, diesem ganz besonderen Nihilismus zu frönen, vermögen sie dabei vielleicht sogar noch Woody Allen zu übertrumpfen, der seine Misanthropie und seinen mürrischen Atheismus ständig benennen und durchexerzieren muss - während die Coens ihre pessimistische Weltsicht in fröhlich schwebende, absurde Petitessen zu verpacken verstehen."
Weiteres: Joachim Güntner besichtigt für das Feuilleton das neue Ruhr-Museum in der Kulturhauptstadt Essen. Frank Wittmann erzählt die Geschichte Haitis in den vergangenen zweihundert Jahren als einzige beklagenswerte Abwärtsspirale. Besprochen werden ein Sammelband zu Michail Romms filmischer Analyse "Der gewöhnliche Faschismus", und Charles Lewinskys Fortsetzungsroman "Doppelpass" (mehr ab 14 Uhr in unserer Bücherschau des Tages).
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Frankfurter Rundschau, 21.01.2010
Die FR bringt eine Satire des chinesischen Starbloggers Han Han mit einer Projektion weiterer Zensurmaßnahmen nach dem möglichen Weggang Googles aus China - im chinesischen Netz ist die Satire längst gelöscht: "Januar 2011: Die Regierung stellt in ihrem jüngsten Konjunkturpaket 100 Milliarden Yuan bereit, um Kommentarschreiber für Internetforen einzustellen. Das Planziel für das Jahr 2011 beträgt 100 Milliarden positive Kommentare."
Weitere Artikel: Joachim Lange unterhält sich mit dem Regisseur Peter Konwitschny, der heute 65 Jahre alt wird. Daniel Kothenschulte feiert den neuen Film der Coen-Brüder, "A Serious Man" (mehr hier und hier) als "hinreißende Neuinterpretation der Hiob-Geschichte". Besprochen werden weitere Filme der Woche, darunter Detlev Bucks neues Werk "Same Same but different".
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Die Zeit, 21.01.2010
Das Erdbeben hat mit Haiti ein völlig hilfloses Land getroffen, "auf den Knien, bereits mit der Nase im Dreck", schreibt die Autorin Kettly Mars und erklärt, warum in diesem Fall auch kein Voodoo hilft: "Voodoo durchströmt unsere Geistesstruktur, der Haitianer ist von Natur aus Mystiker, er lebt traumnah. Genau deshalb darf dieses spirituelle Erbe nicht verschwinden. Doch es lebt in einer heuchlerischen Position. Wer jetzt das Risiko einginge, Voodoo zu praktizieren, würde vermutlich gelyncht. Dies ließ sich bereits in heiklen politischen Krisensituationen der Vergangenheit beobachten. Der Voodoo-Glaube muss im Untergrund bleiben. Les esprits des nos ancetres devront aussi souffrir de la soif et de la faim."
Der Schriftsteller Cees Nooteboom stellt fest, dass niemand mehr weiß, warum in den katholischen Regionen Europas täglich um zwölf Uhr mittags und um sechs Uhr abends die Kirchenglocken zum Angelusgebet läuten: "Man kann selbstverständlich auch ohne diese Information leben, nur weiß man dann eben nicht, warum die Glocke läutet und für wen. Ist das schlimm? Vielleicht nicht, und doch: Wenn eine Kultur sich langsam, aber gründlich ihrer Wurzeln entfremdet, was geschieht dann?"
Weiteres: Hilal Sezgin erklärt, warum sie den Perlentaucher hasst (eine kurze Antwort auf den Vorwurf der Anonymität hier). Sven Behrisch meldet, dass im Erbschaftsstreit um Max Brods Kafka-Nachlass jetzt auf Anordnung eines israelischen Gerichts die Safes geöffnet werden müssen. Jens Jessen beendet die Debatte über den Klassenkampf von oben. Katja Nicodemus porträtiert den iranischen Filmemacher Rafi Pitts, der nach "It's Winter" auch in seinem neuen Film "The Hunter" Diktatur und Willkür im Iran anklagt: "Der erste Film handelt von einem Mann, der geschlagen wird. Der zweite von einem, der zurückschlägt", erklärt er. Hanno Rauterberg schreibt zum achtzigsten Geburtstag des Architekten Gottfried Böhm. Klaus Harpprecht erinnert an die deutsch-französische Aussöhnung unter Charles de Gaulle, der vor fünfzig Jahren Präsident wurde. Stefan Koldehoff berichtet, dass Erfurt die Rückgabe der Kunstsammlung Heinz Dietel verweigert, den die DDR mit fragwürdigen Maßnahmen um seinen Besitz gebracht hatte. Stefan Hentz hört Miles Davis' Gesamtwerk auf siebzig CDs.
Auf den Literaturseiten preist Ursula März das Debüt "Axolotl Roadkill" der siebzehnjährigen Helene Hegemann als "Kugelblitz in Prosaform".
Auf den vorderen Seiten fassen Özlem Topcu und Heinrich Wefing die Ergebnisse einer Umfrage zusammen, die die Zeit unter Deutschtürken zum Thema Holocaust, Erinnerung und Israel durchführte: "Sehr klar weisen die befragten Deutschtürken schlichte Opfer-Analogien zurück. Die heftig kritisierte These des ehemaligen Leiters des Essener Zentrums für Türkei-Studien, Faruk Sen, die Türken seien die neuen Juden Europas, findet keinerlei Anklang." Aber: "53 Prozent stimmen der Forderung zu, 'die Deutschen sollten sich heute weniger mit der Judenverfolgung, dafür mehr mit der Politik Israels gegenüber den Palästinensern beschäftigen'."
Im Reiseteil berichtet Regisseur Detlev Buck von seinen Erlebnissen bei den Dreharbeiten in Kambodscha: "Es ist schon seltsam, wenn Du in einer Disco pinkeln gehst, und da steht so ein Typ und fängt an, dir die Schultern zu massieren. Das ist in Kambodscha normal: Der Jüngere massiert den Älteren."
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Der Tagesspiegel, 21.01.2010
Auf der Medienseite berichtet Sebastian Moll über den - vorläufig gefassten Entschluss der New York Times, ab nächstem Jahr ein Bezahlsystem für ihre Webseite zu installieren: "Dem Entschluss vorangegangen waren offenbar zähe Debatten im Haus. Die Redaktion war in zwei Lager gespalten - Chefredakteur Bill Keller plädierte für eine Bezahlseite, die Redakteure der Online-Times, Martin Nisenholz und Jon Landmann, waren dagegen. Das Risiko, lautet ihr Argument, ist zu groß: Die Times setzt damit ihre 20 Millionen Online-Leser rund um den Globus aufs Spiel und damit ihr Kapital in einer zunehmend digitalen Medienwelt."
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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.01.2010
Heute gibt es, zum Zeitpunkt, da der Film sich weltweitem Rekordeinspiel nähert, Sonderberichterstattung über James Camerons "Avatar". Mark Siemons erklärt, was die Chinesen an Camerons Fantasy-Werk fasziniert: "Verblüffend stark haben die Chinesen 'Avatar' und seine Helden, das unbeugsame Naturvolk der Na'vi, auf sich selbst bezogen." Im Gegenzug erläutert Verena Lueken, warum die amerikanische Rechte den Film inbrünstig seines vermeintlichen Antiamerikanismus' wegen hasst: "Alles Böse ... ist amerikanisch in diesem Film. Kein Schurke trägt Kilt oder Turban, kein Böser spricht mit Akzent."
Weitere Artikel: Ulf von Rauchhaupt kommentiert den nun bekannt gewordenen Fall ganz "eklatanter Schlamperei" im Weltklimabericht - die Berechnungen zum raschen Schmelzen der Gletscher beruhten auf unhaltbaren Zahlen. In der Glosse befasst sich Hubert Spiegel mit den toten Seelen der CSU, die mit Hilfe des Waffenhändlers Schreiber der Partei womöglich eine Menge Geld einbrachten. Den ganzen Ärger um Max Brods Nachlass rollt Oliver Jungen mit Konzentration auf das Literaturarchiv Marbach noch einmal auf. Matthias Hannemann berichtet über postumen Streit um den Krimibestsellerautor Stieg Larsson. Sehr knapp schreibt Hannes Hintermeier zum Tod des Krimiklassikers Robert B. Parker. Ebenso kurz fällt Hubert Spiegels Nachruf auf den "Love Story"-Autor Erich Segal aus. Für die Kinoseite stellt Michael Althen das in Frankreich soeben angelaufene Serge-Gainsbourg-Biopic vor, das das Regiedebüt des vielberühmten Comickünstlers Joann Sfar ist. Über eine Retrospektive des serbischen Filmemachers Goran Paskaljevic beim Filmfestival in Thessaloniki berichtet Hans-Jörg Rother. (Die FAZ-Uhren gehen dabei mal wieder seltsam: "Thessaloniki, im Januar" ist der Artikel datiert. Das Festival fand freilich im vergangenen November schon statt.)
Auf der Medienseite widmet sich Jordan Mejias der Ankündigung der New York Times, ihr Online-Angebot für häufige Leser künftig kostenpflichtig zu machen: "Die Times folgt damit dem Beispiel des Wall Street Journal und vor allem der Financial Times, die pro Monat jedem Leser zehn Artikel gratis zur Verfügung stellt und ab dem elften Gebühren erhebt. Kritiker bemängeln, dass so die treuesten Leser die Kosten übernähmen."
Besprochen werden ein Konzert von Thao Nguyen (Website) in Köln, eine Choreografie Robyn Orlins für den Hiphop-Tänzer Ibrahim Sissoko, die Austellung "Zlin - Modellstadt der Moderne" in der Münchner Pinakothek der Moderne, eine CD-Einspielung sämtlicher Streichquartette Beethovens durch das Borodin Quartett, und Bücher, darunter Radka Denemarkovas Roman "Ein herrlicher Flecken Erde" und Norbert Millers Goethe-Studie "Die ungeheure Gewalt der Musik" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).
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Süddeutsche Zeitung, 21.01.2010
Der Architekt Cameron Sinclair, Mitgründer der auf Wiederaufbau spezialisierten Organisation Architecture For Humanity, erklärt, dass die Wiederherstellung von Normalität auf Haiti eine langfristige Angelegenheit sein wird: "Es wird bis zu drei Jahre dauern, bis Schulen und Krankenhäuser wieder voll funktionstüchtig sind. Der Bau dauerhafter Unterkünfte schließlich wird bis zu fünf Jahre in Anspruch nehmen."
Weitere Artikel: Helmut Mauro denkt nach über das Phänomen Susan Boyle - und meldet, dass die Sängerin trotz des bestverkauften britischen Albums des Jahres, bei den Brit Awards unerwünscht ist. Alexander Kissler sieht die Pius-Bruderschaft ein Jahr nach ihrer höchst umstrittenen Rehabilitierung in großer ideologischer Nähe zum Papst. Wie Innenminister Thomas de Maiziere in der Annäherung an die Netizens eine Kehrtwende gegenüber der Politik seines Vorgängers versucht, schildert Oliver Bilger. Catrin Lorch besucht die Einrichtungsmesse (Website) in Köln. Eva-Elisabeth Fischer gratuliert dem Schauspieler Günter Lamprecht zum Achtzigsten. Karl Bruckmaier schreibt zum Tod der kanadischen Folk-Sängerin Kate McGarrigle. Den Nachruf auf den Altphilologen und "Love Story"-Autor Erich Segal hat Willi Winkler verfasst. Er verabschiedet auch kurz noch den Krimi-Autor Robert B. Parker.
Besprochen werden die Münchner Uraufführung von Mark Andres Komposition "kar", Michael Thalheimers Stuttgarter "Kirschgarten"-Inszenierung, die neu anlaufenden Filme "Same Same But Different" von Detlev Buck und "Wenn Liebe so einfach wäre" mit Meryl Streep sowie der Dokumentarfilm "Wenn Ärzte töten - über Wahn und Ethik in der Medizin" und Bücher, darunter Ruth Rehmanns Roman "Ferne Schwester" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).
Archiv: Heute in den Feuilletons
Ich war verstört
13.03.2010. In der Welt erinnert sich Joseph Haslinger an seine Jugend in einem katholischen Internat: "Die Pädophilen waren in dieser Sphäre von klösterlicher Gewalt eine Oase der Zärtlichkeit." In der FAZ begibt sich Bruce Sterling auf den betrügerisch vernetzten Basar der Geschichte. Im Guardian schreibt Timothy Garton Ash über Ryszard Kapuscinski und die Grundregeln des Reporters. In der taz erklärt Kate Pickett, dass Ungleichheit auch Reiche stresst. In der NZZ bannt Beat Furrer mit Bas Hilfe altägyptische Zerfallsphantasien. Und die FR vernimmt beglückt das Lachen eines bebauchten, bärtigen Buddhas. Mehr lesen
Zeitung lebt
12.03.2010. In der NZZ erklärt der Autor Hans Maarten van der Brink, warum die Holländer im Juni Geert Wilders zum Premier wählen könnten. Die FR möchte kein Leichtgewicht mehr sein, sondern ein Trumm werden. Die Welt wünscht Griechenland mehr anglikanische Arbeitsethik. Die taz hat Freude an Joanna Newsoms Organ. Die FAZ verteidigt die Freiheit der Kunst. Mehr lesen
Damals war die Zukunft heute
11.03.2010. Ai Weiwei ist sich in der FR sicher: Durch das Internetzeitalter verändert sich die gesamte Machtstruktur. Die Welt liefert eine Reportage über die Verfertigung einer kritischen Koranausgabe. Im Freitag plädiert Clemens Meyer gegen allzuviele Literaturpreise. Der Guardian weiß, womit sich Marianne Faithfull schminkt. Golem berichtet über eine Resolution des Europaparlaments gegen ACTA. Die taz bringt ein Interview mit dem Kapuscinski-Biografen Artur Domoslawski. Die Zeit erinnert sich mit Wehmut an die Zeit, in der sie modern war. Mehr lesen
Baukomplexe mit heimelig-prätenziösen Namen
10.03.2010. An der Zeitungskrise ist das Internet gar nicht schuld - sie ist nämlich schon viel älter, meint Google in seinem Policy Blog. Auf Telepolis erklärt Hamed Abdel-Samad den Zusammenhang zwischen Rechtspopulismus und Islamkritik: Der erste kommt, wenn die zweite ausbleibt. In taz und NZZ sprechen iranische Autoren über die Repression in ihrem Land. Wir verlinken auf die gerade online gestellte letzte Kollektion von Alexander McQueen. Mehr lesen
Archiv: Heute in den Feuilletons
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Archiv: Heute in den Feuilletons
Zerrissene Blätter, zerbröselte Siegel
09.03.2010. Christopher Hitchens graust es in Slate vor dem saudischen Anwalt Ahmed Zaki Yamani, der die dänische Zeitung Politiken mit Klagedrohungen dazu brachte, sich für den Abdruck der Mohammed-Karikaturen zu entschuldigen. Darf man einfach die Geschichte verdrehen? Bernard-Henri Levy kritisiert in den neuesten Filmen Tarantinos und Scorseses eine Tendenz zum Revisionismus. Laut BBC betrachten 80 Prozent aller Weltbürger Internetzugang als fundamentales Menschenrecht. Und Oscar-Preisträgerin Kathryn Bigelow erklärt in der Welt, wie Journalismus funktioniert. Mehr lesen
Schwirren und fliegen und sausen
08.03.2010. Ja doch, Christoph Waltz hat den Oscar als bester Nebendarsteller gewonnen. Wir setzen Links zu Videos, Galerien, Listen und Roben. In der NZZ wendet sich der Maskulinologe Gerhard Amendt gegen das Opferbild Frau. Die taz bringt am Frauentag gleich eine ganze Männertaz mit einem Manifest für ein neues Selbstbewusstsein des Mannes. In der FR erklärt der Ökonom Robert Fogel, warum das alte Europa gegenüber China zurückbleibt: Es ruht sich allzu gerne aus. In Carta erklärt ein Burda-Manager, warum er Leistungsschutzrechte will: weil er seine Inhalte kostenlos ins Netz stellt. Mehr lesen
Denken Sie an Klaviersaitendraht
06.03.2010. In der Welt geißelt Margaret Atwood die Schuld der Menschen an den Vögeln - und nennt dabei auch Zahlen. In der FR kommentiert Ulrich Beck das endgültige Ende des Bankgeheimnisses. Die taz warnt vor Acta. In der SZ kritisiert der Verfassungsrechtler Christoph Möllers die Vertuschungstaktik der katholischen Kirche: Für Verbrechen wie sexuellen Missbrauch ist der Staat zuständig. Die FAZ beschreibt den Einfluss von Bloggern auf die Modeindustrie. Mehr lesen
Antipathie gegen Beton und Stahl
05.03.2010. Der Kultur geht's an den Kragen: Die Welt schildert die Folgen des Bevölkerungsschwunds und der Steuerpolitik für Städte wie Dessau. Die taz erwägt das Für und Wider eines Films über Rudi Dutschke, der in der Rudi-Dutschke-Straße Premiere hatte. Die NZZ kritisiert die Bürger von Bukarest, welche die Errungenschaften der klassischen Moderne nicht ausreichend würdigen. Das Buch über Günter Grass' Stasi-Akten sorgt für respektvolles Aufsehen. Mehr lesen
Ein Fingernagel in ihrer Suppe
04.03.2010. In der FR erzählt Liao Yiwu, wie ihn das Gefängnis zum Reportageschriftsteller machte. Golem meldet: Die Telekom löscht 19 Terabyte Vorratsdaten. In der NZZ trägt der Theologe Friedrich Wilhelm Graf zur weiteren Ernüchterung Margot Käßmanns bei. Die Welt warnt: Man kann Joanna Newson nicht einfach den New Weird Americana zuordnen. In der taz kritisiert Ralf Bönt das neue Prestige der Religionen. Mehr lesen
Ein Trost am Rand meines Grabes
03.03.2010. Liao Yiwu schickt seinen deutschen Lesern einen Trauergesang für die Dongxiao - die taz bringt ihn. Philip Gourevitch trägt außerdem im New Yorker einige sehr interessante Links zu Liao bei. Der NZZ geht das Urteil zur Vorratsdatenspeicherung nicht weit genug: Sie fragt, was aus dem Recht auf informationelle Selbstbestimmung geworden ist. In Sachen Leistungsschutzrechte spielt die Bundesjustizminsterin im Magazin promedia auf Zeit.In der FR schreibt der chilenische Autor Ariel Dorfman über das Erdbeben. Mehr lesen
Ich saß bereits im Flugzeug
02.03.2010. Die Debatte über Ryszard Kapuscinski geht weiter. Laut Welt war er ein parteilicher Autor, der es mit der Wahrheit nicht so genau nahm. In der NZZ erklärt Martin Pollack, warum er die Biografie nicht übersetzen will - nicht wegen ihrer Wahrheiten, sondern wegen ihres Tons. Die FAZ beklagt den Einfluss der Sammler auf den heutigen Kunstbetrieb. In der SZ fordert Ulrich Johannes Schneider: Digitalisiert die Bücher! Die taz präsentiert die furiose Geigerin Patricia Kopatchinskaja und NPR das neue Album der Gorillaz. Mehr lesen
Eine Kultur der Jetzigkeit
01.03.2010. Die SZ berichtet über die Demontage eines Denkmals in Polen: Ryszard Kapuscinski wird vorgeworfen, dass er nicht nur dem Regime recht nahe stand, sondern auch ganz schön geflunkert hat. Die NZZ ist auf dem Quivive und hat herausgefunden, dass Brooklyn inzwischen angesagter ist als Manhattan, vor allem bei den "Helicopter Moms". Die FAZ liest mit Staunen Cory Doctorows Roman "Little Brother". Das Blog Carta meldet, dass die SZ 21 Stellen in der Redaktion streicht. Mehr lesen
Tack, und der Ton ist weg
27.02.2010. In der NZZ erklärt der Pianist Krystian Zimerman den Unterschied zwischen Lautstärke und Dynamik. Die taz war dabei als Frank Schirrmacher Martin Walser pathologisch nannte und Walser Schirrmacher quotensüchtig. In der Welt polemisiert Sonja Margolina gegen die Gesinnungskontrolle der liberalen Mainstream-Medien. Sascha Anderson (im ND) und Josef Haslinger (im Standard) nehmen Stellung zu Helene Hegeman. Die FR beobachtet, wie She She Pop auf der Bühne mit ihren Väter diskutieren. In der FAZ erklärt die "Human-Resources-Managerin" Anke Maruschka, wie man seinen Mitarbeitern kündigt. Die SZ weiß auch nicht, warum sie gerade beim Computerspiel "Heavy Rain" Probleme hat, jemanden zu erschießen. Mehr lesen
Nicht an das Große rühren
26.02.2010. Von jenseits des Grabes erklingt nochmal die Stimme Johnny Cashs und lässt den einen oder anderen Feuilletonisten erschauern. Die NZZ präsentiert eine gute Idee für einen großen Teil der neuesten Kunst: Michael Landys' Kunstabfallcontainer. Die Welt bringt ein Gespräch mit dem Historiker Norbert Leithold, der einst das Pornokino reformieren wollte. Die FAZ feiert Michael Lentz' Sprache der Liebe, die SZ den Architekten Ole Scheeren, der den Westen schon hinter sich hat. Mehr lesen
Ein Stück Rindfleisch unter der Heizung
25.02.2010. War das wirklich ein guter Scherz?, fragt Dirk von Gehlen in seinem Blog zum Grünbeinschen Hegemann-Späßchen. "Plagiat. Was denn sonst", diagnostiziert der Experte Philipp Theisohn in der NZZ zum selben Fall. Außerdem verweisen wir auf zwei instruktive Prä-Hegemann-Texte. Timothy Snyder klärt im Blog der NYRB über Stepan Bandera und ukrainischen Nationalismus auf. In der Berliner Zeitung krümmt sich der gekerbte Raum der ortsgebundenen Dienste. Die FAZ feiert Caravaggio. Mehr lesen



