Bücherschau der Woche
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Ewige Werte
- Post aus der Antarktis
- Fallende Blätter: die Lage des Feuilletons heute
- Domenico Scarlatti
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- Neu und Nach: ein Übersetzerstreit
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- 100 wichtige Intellektuelle aus der Provinz
- Adam Michnik
- Seyran Ates: Antwort auf Jutta Limbach
- An die französischen Neinsager
- Der 8. Mai war keine Befreiung
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- Das Ende der Berliner Seiten
- Gustav Seibt über Götz Aly
- Litchfield, Rechnitz, Thyssen-Bornemisza
- Das Kempowski-Dossier
- Nichts ohne Netz: Zeitungen online
- Grass und die SS: ein Linkdossier
- Die Öffentlich-Rechtlichen und das Netz
- Rupert Murdoch hat so Recht
- Und eine Antwort auf Mathias Döpfner
- Google Fraktur
- Die Galle der Gallier
- Post aus der Walachei
Heute in den Feuilletons
Ideologischer Totalschaden
Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
23.01.2009. Die Welt weiß es positiv: In Berlin sind schon die Makler unterwegs, um geeignete Lokale für den Suhrkamp Verlag zu finden. Die SZ schließt daraus auf ökonomische Probleme des Hauses. In der taz geißelt der Psychoanalytiker Martin Altmeyer den Antisemitismus von links. In der FAZ tröstet die Kommunikationswissenschaftlerin Miriam Meckel die Zeitungsjournalisten: Nie wird das Netz so schön schreiben wie sie. Oh, und kennen Sie schon den australischen Obama?
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Die Welt, 23.01.2009
Uwe Wittstock zitiert "gewöhnlich sehr verlässliche Quellen", die behaupten, in Berlin seien bereits die Makler unterwegs, um geeignete Lokale für den Suhrkamp Verlag zu finden. Für Frankfurt wär's ein herber Schlag: "Die FAZ, die ebenfalls zu den Frankfurter Agenturen zählt, die über kulturelle Bedeutsamkeit befinden, hat das Feuilleton ihrer neuen Sonntagszeitung bereits in Berlin untergebracht. Der Plan, das übrige Feuilleton ebenfalls in die Hauptstadt zu verpflanzen, wurde zumindest erwogen. Nachdem jüngst der Verleger der Frankfurter Rundschau die Berliner Zeitung erworben hat, ist es zudem nicht undenkbar, dass die Kulturberichterstattung für diese beiden Zeitungen künftig aus einer Berliner Redaktion kommen wird." Fehlt nur noch die Buchmesse!
Weitere Artikel: Die Aufmacherseite befasst sich mit der Rolle des Papstes Pius XII. in der Nazizeit. Sven Felix Kellerhoff besucht eine vom jetzigen Papst initiierte Ausstellung zum Thema in Berlin (deren apologetische Tendenz ihm nicht entgeht). Paul Badde hat Michael Hesemanns Buch "Der Papst, der Hitler trotzte" gelesen, der das von Rolf Hochhuth geprägte Bild dieses Papstes ebenfalls revidiert. Hanns-Georg Rodek kommentiert Oscar-Nominierungen. Sven Felix Kellerhoff stellt ein Archivprojekt zu Zwangsarbeitern in der Nazizeit im Internet vor. Matthias Heine berichtet, dass die Witwe von Frank Zappa einen Prozess gegen das Festival "Zappanale", dessen Name sie störte, verloren hat. Hendrik Werner resümiert schwedische Debatten um Liza Marklund, deren erster Roman nicht ganz so präzise der Wahrheit zu entsprechen scheint, wie sie behauptet hatte. Und Holger Kreitling unterhielt sich mit dem Pixar-Gründer John Lasseter, der gerade seinen neuen Film "Bolt" in die Kinos bringt.
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Aus den Blogs, 23.01.2009
Via 3 quarks daily. ItvNews hat für verschiedene Länder je einen Obama gebastelt. Hier ein Auszug:

Der Online-Chef der SZ, Hans-Jürgen Jakobs hat ein Buch für ein Internet geschrieben, wie er es gerne hätte. Darin schreibt er auch auch über das Blog Indiskretion Ehrensache, dessen Betreiber Thomas Knüwer sich nun gegen die Behauptung wehrt, er verstehe sich als unabhängig: "Im Gegenteil: Ich bin abhängig. Ich schreibe hier nichts Negatives über meinen Arbeitgeber und verbundene Unternehmen. Das habe ich mehrfach betont und dafür auch Prügel bezogen. Keine Ahnung, woher Jakobs diese Annahme hat - sie ist aber falsch."
Ach, und der Perlentaucher hat jetzt auch ein Blog: Im Ententeich. Es geht aber nicht nur um Medien.
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Die Tageszeitung, 23.01.2009
Recht kraftvoll wendet sich der Psychoanalytiker Martin Altmeyer auf der Meinungsseite gegen den neuerdings salonfähigen Antisemitismus von links: "Die antisemitische Radikalisierung erreichte ihren Höhepunkt, als Naomi Klein, Ikone der Antiglobalisierungsbewegung, im Guardian dazu aufrief, israelische Produkte, Firmen und Institutionen weltweit zu boykottieren, um endlich den von palästinensischen Gruppen erfundenen Israel-Boykott in der globalisierungskritischen Linken salonfähig zu machen. Umgehend übernahmen Professoren an britischen Universitäten den Aufruf und forderten einhellig Israels Niederlage ('Israel must lose!') - unter ihnen der unvermeidliche Slavoj Zizek..."
Außerdem auf der Meinungsseite ein Kommentar zu den neuesten Moskauer Staatsmorden (siehe dazu auch unseren Link des Tages).
Auf den Kulturseiten informiert Henrike Thomsen über ein erstes Kunstmarktopfer der Finanzkrise: wegen schlechter Geschäftsaussichten wurde die für März geplante Manhattans International Asian Art Fair abgeblasen. Besprochen werden die neue Alben "Working On A Dream" von Bruce Springsteen (hier) und "Tonight: Franz Ferdinand" (hier).
Einen Skandal nennt Philipp Gessler in tazzwei eine Ausstellung des Päpstlichen Komitees für Geschichtswissenschaften über Papst Pius XII. im Berliner Charlottenburger Schloss. Der umstrittene Papst, der den Holocaust nie anprangerte, soll selig gesprochen werden, und die Schau "Opus Justitiae Pax - Das Werk der Gerechtigkeit ist der Frieden" zeige, wie "die Reaktionäre im Vatikan triumphieren".
Und Tom.
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Neue Zürcher Zeitung, 23.01.2009
Der Ideenhistoriker Jan-Werner Müller erzählt, wie Amerikas Konservative begonnen haben, sich gegenseitig zu zerfleischen: "Paradoxerweise wird der Neokonservatismus dabei am ehesten als ideologischer Totalschaden abgeschrieben, obwohl er, zumindest was seine Grundgedanken angeht, derzeit noch plausibler erscheint als die Rezepte der radikalliberalen (libertären) Marktliebhaber oder die kulturkämpferischen Parolen der Evangelikalen - die anderen weltanschaulichen Parteien der einstmals großen konservativen Koalition."
Weiteres: Auf der Möbelmesse Köln hat Andrea Eschbach vergeblich nach bemerkenswerten Neuigkeiten gesucht. Beatrix Langner besucht den Berliner Verleger Christian Ewald, der sich mit seiner Katzengraben-Presse der exquisit Gestaltung verschrieben hat. Heute würde Motown wie Raphael Saadiq ("The Way I See It"), Jamie Lidell ("Jim" und Anthony Hamilton "The Point of it All") klingen , meint Jonathan Fischer auf der Plattenseite, die auch den Artikel zum fünfzigjährigen Jubiläum des Labels nachliefert.
Auf der Medienseite schreibt die unermüdliche Sabine Pamperrien über die Deutsche Welle und die Probleme mit ihrem chinesischen Dienst.
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Berliner Zeitung, 23.01.2009
Frankfurt mag sich trösten: Der Buchstadt Leipzig geht's noch schlechter, weiß Jörg Sundermeier. "Nach 1990 versprachen viele größere Verlage, ihre Leipziger Dependancen, die dadurch häufig entstanden, dass Ostverlage wie Insel oder Reclam mit gleichnamigen Westverlagen zusammengeführt wurden, zu halten. Das ist ebenso vergessen wie die meisten Ostverlage, die von der Treuhand an den nächstbesten Abwickler verhökert wurden. Schon liegt Leipzig mit rund 1.100 Titeln im Jahr weit abgeschlagen auf Platz 14 des Verlagsstadt-Rankings."
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Frankfurter Rundschau, 23.01.2009
Mit der Oscar-Nominierung des "Baader-Meinhof-Komplexes", schwant Daniel Kothenschulte, hat Bernd Eichinger erreicht, worauf er seit Jahrzehnten hinarbeitete: "Das deutsche Kino wird nicht mehr mit seiner Kunsttradition identifiziert werden, sondern mit seinem kommerziellen Mainstream... Viele waren an diesem Prozess beteiligt, der historisch mit dem Tod Fassbinders 1982 zaghaft einsetzte, dann zu gravierenden Veränderungen in Filmförderung und -ausbildung führte, hin zu marktfähigeren Produkten. Ein weiterer Wegstein war die Entmachtung der Expertenjurys bei der Bundesfilmpreisvergabe. Der größte deutsche Fördertopf, der Filmförderfonds des BKM, operiert heute ohne Drehbuchprüfung. Wie viele kommerziell eingestellte Produzenten bereits in den Achtzigern forderten, wird ohne Blick auf den Kunstwert ein Kostenzuschuss bewilligt."
Weiteres: In Times mager zerstört Arno Widmann die Illusion, Ressentiments speisten sich aus mangelnder Vertrautheit: "Man weiß, dass die infamsten Verbrechen innerhalb der Familie begangen werden. Unser Hass ist nicht dem Fremden vorbehalten." Sylvia Staude unterhält sich mit dem Choreografen und Tänzer Sidi Larbi Cherkaoui. Sandra Danicke stellt die neue Direktorin des Frankfurter Museums für Moderne Kunst, Susanne Geansheimer, vor.
Besprochen werden ein Konzert Jordi Savalls in der Alten Oper Frankfurt, das Album "Heart On" der Eagles of Death Metal, Eric Kochs Erinnerungen "Die Braut im zweilicht", Isabelle Graws Buch über den Kunstmarkt "Der große Preis" (mehr ab 14 Uhr in unserer Bücherschau des Tages).
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Der Tagesspiegel, 23.01.2009
Ein moralisches Manifest für eine neue Bescheidenheit legt der israelische Architekt Zvi Hecker vor: "Je obskurer und ökologisch unverantwortlicher die Finanzinvestitionen gerieten, desto exzessiver gebärdete sich die architektonische Formensprache. In ihrer extremsten Form wurde die schiere Existenz von Architektur zu ihrer alleinigen Funktion, genauso wie das aufgeblasene Wachstum der Finanzmärkte ihr alleiniges raison d?être wurde."
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Süddeutsche Zeitung, 23.01.2009
Lothar Müller spekuliert darüber, warum Suhrkamp die Umzugspläne nach wie vor nicht dementiert. Die Motive können nur ökonomischer Natur sein, glaubt er, aber: "Dieses Motiv kann nicht eine Villa in Berlin sein, mag Klaus Wowereit sie noch so günstig anbieten. Es ist der Umzug selbst. Denn Umzüge über die Grenzen mehrerer Bundesländer hinweg sind eine attraktive Technik der Kosteneinsparung durch die Verschlankung eines Betriebs... Der Suhrkamp-Verlag hat etwa 150 Mitarbeiter, von denen sich laut Börsenblatt in einer Umfrage des Betriebsrates 80 Prozent gegen einen Umzug ausgesprochen haben. Ebendiese Umzugsunwilligkeit des Personals aber erhöht, so ist zu vermuten, die ökonomische Attraktivität des Umzugs für den Fall, dass Suhrkamp drastische Einsparungen vornehmen muss."
Weitere Artikel: Im Interview erklärt Regisseur Terry Gilliam, der gerade den Film fertigstellt, vor dessen Beendigung Heath Ledger starb: "Sogar heute bin ich mir immer noch nicht sicher, ob Heath wirklich tot ist. Immerhin arbeite ich jeden Tag mit ihm im Schneideraum!" Jörg Königsdorf unterhält sich mit dem Komponisten Georg Katzer über die Neue-Musik-Szene der DDR, um die es beim diesjährigen Ultraschall-Festival gehen soll. "stsp." weist auf eine neue Website hin, die Interviews mit ehemaligen Zwangsarbeitern archiviert. Johannes Willms schreibt einen kurzen Nachruf auf Aristide Maillols Modell Dina Vierny. Susan Vahabzadeh listet die Oscar-Nominierungen auf und kommentiert knapp.
Besprochen werden Cathy Marstons "Sturm"-Choreografie in Bern, ein Solo-Konzert der Geigerin Carolin Widmann in Elmau, ein Münchner Konzert mit Gidon Kremer, die Ausstellung "E. W. Nay. Bilder der 1960er Jahre" in der Frankfurter Schirn, das dritte Franz-Ferdinand-Album "Tonight" und Bücher, darunter Wolfgang Schieders Studie "Faschistische Diktaturen" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).
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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.01.2009
Auf der Medienseite glaubt die Kommunikationswissenschaftlerin Miriam Meckel, dass die Zeitung überleben wird, indem sie sich ändert. Auf der einen Seite muss sie mit ihren Nachrichten ins Netz. Jedoch: "Eine andere Art des Journalismus wird weiter mit dem gedruckten Wort arbeiten, am Kiosk zu kaufen oder per Abo im Briefkasten zu finden sein. Das sind die Geschichten, die nicht in Häppchen als Schnäppchen im Sekundentakt im Netz plaziert werden, sondern die recherchiert, korrigiert, gegengelesen, überarbeitet, also weiterhin in einem aufwendigen Prozess entstehen. Sie sind Meisterstücke, Ergebnisse von Individualität, Kreativität und den richtigen verlegerischen Investitionen in Köpfe, die das können. Dazu braucht man keinen Newsroom, dazu braucht man Schreiber, die die Welt erzählen."
Mark Siemons konstatiert, dass das Bloggen in China eine öffentliche Sphäre zu schaffen verspricht, die es sonst so nicht gibt: "Unter den chinesischen Bedingungen gewährt der elektronische Raum ungewohnte Möglichkeiten nicht nur der Öffentlichkeit, sondern auch der Authentizität. In der täglichen Arbeit, sagte [der Pekinger Blogger Wang Xiaoyang], spreche er 'Geistersprache, den offiziellen Jargon, aber in meinem Blog, da spreche ich Menschensprache. Da sage ich die Wahrheit.' So scheint das Internet China ein Bild des öffentlichen Intellektuellen nahezubringen, wie man es vom Westen her kennt."
Weitere Artikel: In der Glosse mag Edo Reents das Wiedervereinigungs-Tagebuch des Günter Grass nicht. Martin Heller, Intendant der Kulturhauptstadt Linz (Website) erklärt im Interview, warum die Stadt als Kulturstandort bei dem Ereignis nur gewinnen kann. Jürg Altwegg porträtiert den schwarzen Schauspieler William Nadylam, der am Tag von Barack Obamas Amtseinführung in Genf als Candide auf der Bühne stand. Siegfried Thielbeer informiert über Vorwürfe gegen die schwedische Bestseller-Autorin Liza Marklund, diese habe den Fall einer misshandelten Frau in zwei nicht-fiktiven Werken allzu einseitig aus Sicht des Opfers dargestellt. Gerhard Rohde schreibt zum Tod des Musikverlegers Gottfried Möckel.
Besprochen werden die Ausstellung "Bookmarks. Wissenswelten von der Keilschrift bis YouTube" in Hannover (und bei Youtube), die Ausstellung "Die 24 besten Bauwerke aus/in Deutschland" im Deutschen Architektur Museum, Clint Eastwoods Verfilmung einer so wahren wie absurden Geschichte "Der fremde Sohn", Oskar Roehlers neuer Film "Lulu und Jimi", und Bücher, darunter Heinz Strunks "Feuchtgebiete"-Replik "Fleckenteufel" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).
Archiv: Heute in den Feuilletons
Für Ohrfeigen geboren
11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust. Mehr lesen
Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase
10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen
Wegfall von Arbeit
09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen
Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren
08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen
Archiv: Heute in den Feuilletons
201212345678910111220111234567891011122010123456789101112200912345678910111220081234567891011122007123456789101112200612345678910111220051234567891011122004123456789101112200312345678910111220021234567891011122001123456789101112
Archiv: Heute in den Feuilletons
Der Graf von Sandwich war in Gefahr
07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen
2000PutIN, 2012PutOUT
06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen
Die ganze Welt inventarisieren
04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen
Hunde und Katzen, Liebe und Tod
03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen
Einschlusslöcher am Gebäudesockel
02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen
So sehr ich Warhol schätze
01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen
Also, Bürger, auf zur Wacht!
31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen
Weil es dem Franz so gefallen hat
30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen
Das korrekte Verfahren für Anarchisten
28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen
Und die Emotionen suchen blind
27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen. Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen
Ein irrer Cut
26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen





