9punkt - Die Debattenrundschau
Wird schocken!
Kommentierter Rundblick durch die Feuilletondebatten. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
29.04.2026. In der SZ schaut Claudius Seidl auf die Katastrophe der Berliner Kulturpolitik. Carl Schmitt war zwar nicht der "Katechon", aber die Verschwörer des 20. Juli mochten ihn auch so nicht besonders, muss die Zeit feststellen. Dort wird auch über ein "Gruppenexperiment" Adornos berichtet, das er lieber nicht veröffentlichte. Die SZ recherchiert zum Leiter einer Deutsch-Arabischen Schule in Berlin, der einen Anschlag gegen sich erfunden haben soll. Die taz vermisst die Action einstiger 1. Mai-Demos in Berlin.
Efeu - Die Kulturrundschau
vom
29.04.2026
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Kulturpolitik
Eigentlich war die jetzt zurückgetretene Berliner Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson gut in ihrem Fach, meint Claudius Seidl in der SZ: "Dass sie gehen musste, hatte mit ihrer Kernkompetenz nichts zu tun. Es lag an einer Fehlkonstruktion des Amtes, daran, dass sie, wie ihr Vorgänger Joe Chialo, nicht nur für Kultur zuständig war, was Arbeit genug wäre. Sondern dass zum Zuständigkeitsbereich auch der sogenannte gesellschaftliche Zusammenhalt ganz allgemein gehörte und speziell der Kampf gegen Antisemitismus, wofür es ein paar Millionen im Etat gibt ... Das ist der eigentliche Berliner Skandal: Dass die ortsübliche Vetternwirtschaft sich als Kampf gegen Antisemitismus getarnt hat." Für Seidl wäre es Aufgabe einer konservativen Kulturpolitik gewesen, Antisemitismus beim Namen zu nennen, klarzustellen, dass "gesellschaftlicher Zusammenhalt" keine Aufgabe der Kunst ist und schließlich eine Kulturpolitik zu machen, die der AfD zeigt, dass konservativ nicht rechts ist: "Alle Menschen werden Brüder, heißt der Satz, nicht: alle Deutschen."
Geschichte

Eine Ausstellung im Pilecki-Institut in Berlin zeigt den beginnenden Wiederaufbau in Warschau. Uwe Rada bespricht sie für die taz. "Von den 1,3 Millionen Menschen, ein Drittel von ihnen Jüdinnen und Juden, die vor dem Krieg in Warschau gelebt haben, sind Schätzungen zufolge zwischen 550.000 und 850.000 ums Leben gekommen. Eine halbe Million ist geflohen oder wurde vertrieben", erläutert er zunächst. Aber sowohl die Bevölkerung als auch das sich etablierende kommunistische Regime wollten den Wiederaufbau: "Es sind keine Propagandafotos, die die Kuratorinnen Anna Brzezińska und Katarzyna Madoń-Mitzner ausgewählt haben. 18 Millionen Fotos finden sich im Fundus der Polnischen Presseagentur PAP aus den Jahren 1945 bis 1949. Aufgenommen haben sie junge Fotografen verschiedener Agenturen, die noch weitgehend frei arbeiten konnten. Dass die Schau im Jahre 1949 endet, erklärten die Kuratorinnen bei der Vernissage damit, dass in diesem Jahr die 'stalinistische Zensur' eingesetzt habe."
Althistoriker Christian Marek spricht im Interview mit der FR über Römerreich, Partherreich und Donald Trump. Umkämpft war das Gebiet des Nahen Ostens schon immer, erzählt er: "Syrien und die Ostküste des Mittelmeeres waren von großer strategischer und wirtschaftlicher Bedeutung - auch lange vor Öl und Gas! Dort mündeten die großen Karawanenstraßen, wurden kostbare Waren über das Mittelmeer verschifft. Wer diese Handelswege kontrollierte, verfügte über enorme wirtschaftliche Macht. In der römischen Kaiserzeit gelangten Städte wie Edessa oder Palmyra durch diesen Karawanenhandel zu großem Reichtum. Aber das war schon lange vor den Römern so, bereits im Seleukidenreich, im Achaimenidenreich und noch früher. Wenn man so weit zurückgeht, wie wir schriftliche Überlieferung haben, dann sehen wir eine der ersten großen Konfrontationen in Syrien zwischen dem hethitischen Großreich und dem ägyptischen Pharaonenstaat. Schon damals ging es um Einfluss in dieser Region."
Ideen
Carl Schmitt genießt heute "ausgerechnet im Land des Feindes" bei Tech-Schwadroneuren à la Peter Thiel und Intellektuellen um Trump eine gewisse Popularität konstatiert Alexander Cammann in der Zeit. Besonders en vogue sei der von Schmitt gebrauchte Begriff des "Katechon", einer aus dem neuen Testament entlehnten Figur des "'Aufhalters', der uns vor dem Antichristen bewahren, mithin das Verhängnis der Moderne möglichst rückabwickeln soll". Die Tagebücher Schmitts aus den letzten Kriegsjahren zur Publikation werden vorbereitet. Da stellt sich heraus, dass einige ihn schon damals auf Distanz zu halten verstanden: "Schmitt ist in diesen Jahren Professor an der Berliner Universität, ein konformer Denker in Nazideutschland, wenngleich nicht mehr in der ersten Reihe wie nach 1933. Geradezu verrückt sind seine Parallelwelten, die im Tagebuch deutlich werden: Schmitt ist eng befreundet mit einigen Widerständlern des 20. Juli, weiß aber gar nichts von deren Plänen, sie lassen ihn komplett außen vor: 'Ich quatsche zuviel', zitiert er selbstkritisch seine Frau Duschka - das wissen die Verschwörer offensichtlich auch."
Konrad Muschick hat in Frankfurt einen Vortrag der Soziologin Eva Illouz zur Frage "Ist Schuld gut für Demokratien?" gehört, den er für die FAZ resümiert. Zumindest ist die Lösung des Begriffs der Schuld von persönlicher Verantwortung laut Illouz problematisch - und das schon seit längerem: "Brandt beispielsweise sei aktiv im Widerstand gegen die NS-Herrschaft gewesen, habe mit seinem Kniefall jedoch das Register einer Kollektivschuld angerufen. Die Ablösung der Schuld von konkreten Taten oder Intentionen sei heute in identitätspolitischen Diskursen um 'White Guilt' auf die Spitze getrieben."
Konrad Muschick hat in Frankfurt einen Vortrag der Soziologin Eva Illouz zur Frage "Ist Schuld gut für Demokratien?" gehört, den er für die FAZ resümiert. Zumindest ist die Lösung des Begriffs der Schuld von persönlicher Verantwortung laut Illouz problematisch - und das schon seit längerem: "Brandt beispielsweise sei aktiv im Widerstand gegen die NS-Herrschaft gewesen, habe mit seinem Kniefall jedoch das Register einer Kollektivschuld angerufen. Die Ablösung der Schuld von konkreten Taten oder Intentionen sei heute in identitätspolitischen Diskursen um 'White Guilt' auf die Spitze getrieben."
Gesellschaft
Theodor W. Adorno hat am Frankfurter Institut für Sozialforschung ein "Gruppenexperiment" durchführen lassen, dessen Ergebnisse er dann doch lieber nicht publizierte. Nun soll das unter Leitung des Adorno-Nachfolgers Stephan Lessenich nachgeholt werden, berichtet Ann-Kristin Tlusty in der Zeit. Brenzlig waren die Ergebnisse, weil sich noch deutlicher als geahnt herausstellte, dass die Naziideologie noch in den Köpfen der Deutschen spukte: "Intern bezeichnete Adorno das Gruppenexperiment als 'Kind der Liebe, aber auch der Sorge'. Warum genau er nur vereinzelte Publikationen zuließ und sich gegen die vollständige Veröffentlichung entschied, kann heute nur in Ansätzen rekonstruiert werden. 'Wird schocken!', schrieb er an den Rand eines Interviewtranskripts - und beschloss dann offenbar doch, dass die deutsche Nachkriegsöffentlichkeit diesen Schock nicht verkraften würde. 'Adorno stellte fest, dass es keine soziale Basis für Demokratie in Deutschland gab', sagt Stephan Lessenich..." Nachwirkungen seien bis heute festzustellen, so Tlusty: "In Gegenden, in denen in den 1930ern die NSDAP besonders stark war, ist es heute die AfD." Dann hätten sich also damals schon die Konturen der DDR abgezeichnet?
Die taz dreht ab, fällt schon seit einiger Zeit auf. Zum 1. Mai schwelgt Timm Kühn in Erinnerungen an jene ritualhaften Gewaltdemos in Berlin an diesem Datum, die seiner Meinung irgendetwas mit dem "Tag der Arbeit" zu tun gehabt haben müssen. Unter der Überschrift "Der Klassenkampf braucht Gegenwehr" konstatiert er wehmütig: "Zu Straßenschlachten kommt es zwar kaum noch. Zu sehr aufgerüstet ist die Polizei inzwischen, zu viel Wissen hat sie über Riotbekämpfung gesammelt... Und doch sind es diese Proteste, die noch nicht tot sind. Auf der Hamburger 'Wer hat, der gibt'-Demo wird die Klassengesellschaft wenigstens noch angesprochen. Und die revolutionäre 18-Uhr-Demo in Berlin bleibt ein Sehnsuchtsort, der weiterhin - trotz der seit Jahren ausbleibenden Krawalle - Zehntausende anzieht."
Gleich vier Autoren hat die SZ angesetzt, um Hudhaifa Al-Mashhadani, Leiter der multikulturellen Deutsch-Arabischen Schule Ibn Khaldun in Berlin-Neukölln, nachzuweisen, dass er einen Mordanschlag auf sich erfunden haben soll. Auch seine Doktor- und Professorentitel sollen erfunden sein, und er soll den Irak möglicherweise als Betrüger verlassen haben. Al-Mashhadani war überregional bekannt geworden, weil er in Neukölln den wachsenden Antisemitismus kritisiert hatte: "Je eindringlicher Al-Mashhadani gerade nach dem Überfall der Hamas auf Israel vom 7. Oktober 2023 von Anfeindungen gegen seine Schule und ihn persönlich berichtete, umso mehr wuchs das Interesse an seinem Projekt - und auch an ihm, dem Macher dahinter. Den Höhepunkt erreichten die Aufmerksamkeit und die Unterstützung mit dem angeblichen Mordanschlag vom 14. November 2025. Die SZ hatte Al-Mashhadani zum ersten Mal zwölf Tage danach besucht, Ende November in seinem Schulbüro in Neukölln. Das Interview dauerte fast drei Stunden. Er erzählte, wie ihn ein Mann im U-Bahnhof mit voller Wucht in seinen Rücken gestoßen habe. Reflexartig habe er sich gegen diesen Schlag gelehnt. Die SZ veröffentlichte die Geschichte unter dem Titel 'Im Visier'. Seit dem 28. April ist der Text gelöscht, da er neben der widerlegten Erzählung von einem angeblichen Mordanschlag viele weitere falsche Angaben Al-Mashhadanis transportierte." Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen, ob Anklage erhoben wird, wissen die Autoren nicht. Was das alles für die eben noch gefeierte Schule Al-Mashhadanis bedeutet, erfährt man auch nicht.
Auch der Brandanschlag auf den Antisemitismusbeauftragten Brandenburgs Andreas Büttner soll möglicherweise gar nicht von Antisemiten, sondern von Freunden und Geschäftspartnern Büttners verübt worden sein, berichten im Tagesspiegel Thorsten Metzner und Gabi Probst, die ebenso wie die SZ-Kollegen offenbar gute Kontakte in Berliner Senat und Polizei unterhalten. Vielleicht war der Anschlag gar eine Gemeinschaftsaktion, was der Artikel nahezulegen scheint: "Auffällig ist, wie gut sich die mutmaßlichen Tatverdächtigen und das Opfer kennen - und das seit Jahren. Nach Tagesspiegel-Recherchen sind Büttner, Daniel R. und Lukas S. Gesellschafter einer 2023 gegründeten gemeinsamen Firma, deren Sitz sich in Niedersachsen befindet und die als Zweck 'Unternehmensberatung' angibt. Daniel R. ist Geschäftsführer. Laut Handelsregister ist Büttner Mehrheitseigner der Firma, während Daniel R. und Lukas S. Minderheitsbeteiligungen halten." Außerdem engagieren sich alle drei für eine "Initiative, die in der politischen Bildungs- und Gedenkarbeit aktiv ist", heißt es weiter. "Nach Recherchen dieser Zeitung gibt es keine Hinweise auf Spannungen oder Zerwürfnisse zwischen den beiden Männern und Büttner, die alle ein freundschaftliches Verhältnis verbinden soll. Sie sollen sich auch nach dem Brandanschlag getroffen haben, in Potsdam und Berlin. Anfang Februar - also nur einen Monat nach dem Brandanschlag - sollen sie gemeinsam in der Leipziger Oper gewesen sein. Auf dem Programm: 'Der Fliegende Holländer'." Büttner äußert sich in einem Tagesspiegel-Interview entsetzt.
Die taz dreht ab, fällt schon seit einiger Zeit auf. Zum 1. Mai schwelgt Timm Kühn in Erinnerungen an jene ritualhaften Gewaltdemos in Berlin an diesem Datum, die seiner Meinung irgendetwas mit dem "Tag der Arbeit" zu tun gehabt haben müssen. Unter der Überschrift "Der Klassenkampf braucht Gegenwehr" konstatiert er wehmütig: "Zu Straßenschlachten kommt es zwar kaum noch. Zu sehr aufgerüstet ist die Polizei inzwischen, zu viel Wissen hat sie über Riotbekämpfung gesammelt... Und doch sind es diese Proteste, die noch nicht tot sind. Auf der Hamburger 'Wer hat, der gibt'-Demo wird die Klassengesellschaft wenigstens noch angesprochen. Und die revolutionäre 18-Uhr-Demo in Berlin bleibt ein Sehnsuchtsort, der weiterhin - trotz der seit Jahren ausbleibenden Krawalle - Zehntausende anzieht."
Gleich vier Autoren hat die SZ angesetzt, um Hudhaifa Al-Mashhadani, Leiter der multikulturellen Deutsch-Arabischen Schule Ibn Khaldun in Berlin-Neukölln, nachzuweisen, dass er einen Mordanschlag auf sich erfunden haben soll. Auch seine Doktor- und Professorentitel sollen erfunden sein, und er soll den Irak möglicherweise als Betrüger verlassen haben. Al-Mashhadani war überregional bekannt geworden, weil er in Neukölln den wachsenden Antisemitismus kritisiert hatte: "Je eindringlicher Al-Mashhadani gerade nach dem Überfall der Hamas auf Israel vom 7. Oktober 2023 von Anfeindungen gegen seine Schule und ihn persönlich berichtete, umso mehr wuchs das Interesse an seinem Projekt - und auch an ihm, dem Macher dahinter. Den Höhepunkt erreichten die Aufmerksamkeit und die Unterstützung mit dem angeblichen Mordanschlag vom 14. November 2025. Die SZ hatte Al-Mashhadani zum ersten Mal zwölf Tage danach besucht, Ende November in seinem Schulbüro in Neukölln. Das Interview dauerte fast drei Stunden. Er erzählte, wie ihn ein Mann im U-Bahnhof mit voller Wucht in seinen Rücken gestoßen habe. Reflexartig habe er sich gegen diesen Schlag gelehnt. Die SZ veröffentlichte die Geschichte unter dem Titel 'Im Visier'. Seit dem 28. April ist der Text gelöscht, da er neben der widerlegten Erzählung von einem angeblichen Mordanschlag viele weitere falsche Angaben Al-Mashhadanis transportierte." Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen, ob Anklage erhoben wird, wissen die Autoren nicht. Was das alles für die eben noch gefeierte Schule Al-Mashhadanis bedeutet, erfährt man auch nicht.
Auch der Brandanschlag auf den Antisemitismusbeauftragten Brandenburgs Andreas Büttner soll möglicherweise gar nicht von Antisemiten, sondern von Freunden und Geschäftspartnern Büttners verübt worden sein, berichten im Tagesspiegel Thorsten Metzner und Gabi Probst, die ebenso wie die SZ-Kollegen offenbar gute Kontakte in Berliner Senat und Polizei unterhalten. Vielleicht war der Anschlag gar eine Gemeinschaftsaktion, was der Artikel nahezulegen scheint: "Auffällig ist, wie gut sich die mutmaßlichen Tatverdächtigen und das Opfer kennen - und das seit Jahren. Nach Tagesspiegel-Recherchen sind Büttner, Daniel R. und Lukas S. Gesellschafter einer 2023 gegründeten gemeinsamen Firma, deren Sitz sich in Niedersachsen befindet und die als Zweck 'Unternehmensberatung' angibt. Daniel R. ist Geschäftsführer. Laut Handelsregister ist Büttner Mehrheitseigner der Firma, während Daniel R. und Lukas S. Minderheitsbeteiligungen halten." Außerdem engagieren sich alle drei für eine "Initiative, die in der politischen Bildungs- und Gedenkarbeit aktiv ist", heißt es weiter. "Nach Recherchen dieser Zeitung gibt es keine Hinweise auf Spannungen oder Zerwürfnisse zwischen den beiden Männern und Büttner, die alle ein freundschaftliches Verhältnis verbinden soll. Sie sollen sich auch nach dem Brandanschlag getroffen haben, in Potsdam und Berlin. Anfang Februar - also nur einen Monat nach dem Brandanschlag - sollen sie gemeinsam in der Leipziger Oper gewesen sein. Auf dem Programm: 'Der Fliegende Holländer'." Büttner äußert sich in einem Tagesspiegel-Interview entsetzt.
Medien
Die Journalistin Julia Ruhs geriet in die Schlagzeilen, weil sie von ihrer einflussreichen Kollegin Anja Reschke fernsehöffentlich als "Rechte" markiert worden war. Ruhs' Format "Klar", in der auch mal gesellschaftliche Probleme angesprochen werden sollen, die eher für Unbehagen sorgen, läuft seitdem in veränderter Form. Ruhs ist nicht mehr beim NDR, sondern beim Bayerischen Rundfunk, wo sie nun eine Reportage über alltäglichen Islamismus in Deutschland gemacht hat. Michael Hanfeld in der FAZ ist begeistert: "So kann und sollte öffentlich-rechtliche Informationsgebung aussehen und nicht wie das Gekasper von 'Reschke Fernsehen' oder Böhmermanns 'ZDF Magazin Royale'." Stefan Niggemeier in der SZ ist sich uneins: "Das Thema ist zweifellos wichtig, weshalb es auch regelmäßig in den Medien aller Couleur behandelt wird." Aber "alles wird kurz angetippt, alles ist irgendwie beunruhigend, aber schlauer ist man am Ende nicht."
Kulturmarkt
So ganz gleichgültig hat der Auszug von mehr als 250 Autoren aus dem Verlag Grasset den rechtsextremen Eigentümer Vincent Bolloré dann doch nicht gelassen, freut sich im Interview mit dem Tagesspiegel die Schriftstellerin Anne Berest: "Er hat sich am darauffolgenden Wochenende in der Sonntagszeitung Le Journal du Dimanche (JDD), die ihm selbst gehört, geäußert. Auf seinen Text folgte ein Artikel eines rechtsextremen Autors, mit einer Passage, in der Olivier Nora explizit als 'jüdisch' bezeichnet wurde. In der jüngsten Ausgabe des JDD erschien nun ein Artikel, in dem unsere WhatsApp-Unterhaltung wiedergegeben wurde, was gesetzlich verboten ist. Bollorés Reaktion zeigt eine erste Schwachstelle. Als er in den vergangenen Jahren die Sender Canal+ und später i-tele (heute CNews) und das JDD gekauft hat, reagierte er nie auf die Kritik und die Streiks, die folgten. Diesmal konnte er vielleicht nicht mehr schweigen, die Vorgänge waren einfach zu gewaltig."
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