9punkt - Die Debattenrundschau
Wieder bereit für Deals
Kommentierter Rundblick durch die Feuilletondebatten. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
21.07.2025. Nord Stream 2 ist nicht tot, nur im Standby, und einige prominente Ex-Politiker scheinen laut FAS segensreich darauf hingewirkt zu haben. Man muss Frantz Fanon in seinen Widersprüchen sehen, meint Thomas Schmid in der Welt. In der FR bezweifelt Wolf Iro, dass es Maxim Biller um Menschlichkeit geht. Nach der FAS bringt nun auch die taz ein Porträt über Zohran Mamdani. Auch in Deutschland gibt es hübsche Politiker, hat unterdessen die Zeit herausgefunden.
Efeu - Die Kulturrundschau
vom
21.07.2025
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Europa
Nord Stream 2 ist im Standby, aber nicht tot: Im Aufmacher der FAS beleuchtet Konrad Schuller die Verbindung von SPD und CDU-Politikern nach Russland. Der frühere SPD-Vorsitzenden Matthias Platzeck unternahm beispielsweise seit 2022 mindestens neun Reisen nach Moskau und traf sich in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku mit Gazprom-Vertretern. Die Zwecke der Reisen sind unklar, es zeigt sich aber, dass eine offizielle Insolvenz von Nord Stream 2 verhindert wurde, so Schuller: "In Sachen Nord Stream 2 hat Moskau sein Ziel erreicht. Am 15. April, kurz vor dem Ende der Regierung Scholz, stimmten die Gläubiger gegen den Konkurs. Der Gläubiger Uniper will nicht sagen, wie er abgestimmt hat, aber so oder so hat die Nord Stream 2 AG überlebt. Die EU hat ihren Verkauf zwar jetzt durch ihr 18. Sanktionspaket gegen Russland verboten, aber EU-Sanktionen müssen alle sechs Monate erneuert werden. Dann reicht ein Veto aus Ungarn, und Nord Stream 2 steht wieder bereit für Deals."
Viele Russen benutzen VPN-Dienste, die das Surfverhalten anonymisieren, um sich einigermaßen frei zu informieren. Nun stellt Russland aber schon das Aufrufen missliebiger Inhalte unter Strafe, berichtet Friedrich Schmidt in der FAZ: Grund ist wohl, dass der "Feldzug gegen VPN-Dienste technisch an seine Grenzen gestoßen ist. Die Umwege bleiben sehr verbreitet. Auch Funktionäre wie Putins Stellvertreter im Vorsitz des Nationalen Sicherheitsrats, Dmitrij Medwedjew, sowie Kirill Dmitrijew, der im Rahmen der Tuchfühlung mit den USA wichtige Sondergesandte für Wirtschaftszusammenarbeit, müssen solche Dienste nutzen, um ihre primär an ein westliches Publikum adressierten Inhalte auf der Plattform X zu verbreiten."
Die neue rumänische Regierung unter Staatspräsident Nicușor Dan und Regierungschef Ilie Bolojan muss die Staatsfinanzen sanieren. Nur eine Institution hat offenbar nichts zu fürchten, die orthodoxe Kirche, berichtet Michael Martens in der FAZ, der unter anderem mit dem Historiker Oliver Jens Schmitt gesprochen hat: "Der allgemeinen Säkularisierung zum Trotz ist die politische und wirtschaftliche Macht von Rumäniens orthodoxer Kirche größer denn je. Nicht zuletzt in Verbindung wichtiger Teile der Kirche mit geduldeten bis geförderten rechtsextremen und neofaschistischen Umtrieben in Rumänien, einschließlich der Verbindungen einzelner Akteure nach Russland und zu dem imperialistischen russischen Vordenker Alexandr Dugin, hat diese Macht bedenkliche Ausmaße erreicht."
Politik und Poesie müssen sich nicht ausschließen. Man muss nur Johannes Böhmes Zeit-online-Porträt über den neuen Habeck, den womöglich deutschen Mamdani, den neuen Grünen-Chef Felix Banaszak lesen: "Sie fährt ihm anerkennend durch die dunklen Locken, als bewundere sie einen besonders prächtigen Flokati... Das Lippenpiercing hatte er abgelegt, aber er hatte noch immer diesen federnden Gang, als sei er nicht auf dem Weg zu den Vollkornnudeln, sondern zum Pas de deux. … Ich habe mich später mit Claudia Roth und Jürgen Trittin unterhalten, der ebenfalls mal Grünen-Chef war. Sie sprachen über Banaszak wie zwei Pferdetrainer über ihr bestes Fohlen."
Viele Russen benutzen VPN-Dienste, die das Surfverhalten anonymisieren, um sich einigermaßen frei zu informieren. Nun stellt Russland aber schon das Aufrufen missliebiger Inhalte unter Strafe, berichtet Friedrich Schmidt in der FAZ: Grund ist wohl, dass der "Feldzug gegen VPN-Dienste technisch an seine Grenzen gestoßen ist. Die Umwege bleiben sehr verbreitet. Auch Funktionäre wie Putins Stellvertreter im Vorsitz des Nationalen Sicherheitsrats, Dmitrij Medwedjew, sowie Kirill Dmitrijew, der im Rahmen der Tuchfühlung mit den USA wichtige Sondergesandte für Wirtschaftszusammenarbeit, müssen solche Dienste nutzen, um ihre primär an ein westliches Publikum adressierten Inhalte auf der Plattform X zu verbreiten."
Die neue rumänische Regierung unter Staatspräsident Nicușor Dan und Regierungschef Ilie Bolojan muss die Staatsfinanzen sanieren. Nur eine Institution hat offenbar nichts zu fürchten, die orthodoxe Kirche, berichtet Michael Martens in der FAZ, der unter anderem mit dem Historiker Oliver Jens Schmitt gesprochen hat: "Der allgemeinen Säkularisierung zum Trotz ist die politische und wirtschaftliche Macht von Rumäniens orthodoxer Kirche größer denn je. Nicht zuletzt in Verbindung wichtiger Teile der Kirche mit geduldeten bis geförderten rechtsextremen und neofaschistischen Umtrieben in Rumänien, einschließlich der Verbindungen einzelner Akteure nach Russland und zu dem imperialistischen russischen Vordenker Alexandr Dugin, hat diese Macht bedenkliche Ausmaße erreicht."
Politik und Poesie müssen sich nicht ausschließen. Man muss nur Johannes Böhmes Zeit-online-Porträt über den neuen Habeck, den womöglich deutschen Mamdani, den neuen Grünen-Chef Felix Banaszak lesen: "Sie fährt ihm anerkennend durch die dunklen Locken, als bewundere sie einen besonders prächtigen Flokati... Das Lippenpiercing hatte er abgelegt, aber er hatte noch immer diesen federnden Gang, als sei er nicht auf dem Weg zu den Vollkornnudeln, sondern zum Pas de deux. … Ich habe mich später mit Claudia Roth und Jürgen Trittin unterhalten, der ebenfalls mal Grünen-Chef war. Sie sprachen über Banaszak wie zwei Pferdetrainer über ihr bestes Fohlen."
Ideen
Der Innovationsexperte Hakke Hansen möchte die Anwendung von Recht automatisieren, um Bürokratie zu beschleunigen und bezeichnet das in einem Essay für die Wirtschaftsseiten der FAZ als "Law as Code": "Die Vorstellung, jeder Verwaltungsakt müsse zwingend durch individuelle menschliche Prüfung erfolgen, entstammt einem technischen Weltbild vergangener Jahrzehnte. Heute lassen sich auch komplexe Regelwerke strukturiert digital abbilden, standardisiert interpretieren und automatisiert anwenden - transparent, konsistent und mit hoher Genauigkeit. Die Prüfung auf Vollständigkeit, Richtigkeit, Echtheit und die Subsumtion von Tatbestandsvoraussetzungen kann in vielen Fällen effizienter und zuverlässiger durch Technik erfolgen."
Frantz Fanon gilt als radikaler Pionier des Postkolonialismus. Aber, merkt Thomas Schmid in der Welt an, seine Anhänger verkennen bisweilen, dass er eine wichtige Eigenschaft hatte, die ihnen selbst häufig abgeht. Sich "trotz seines Hangs zur möglichst steilen These - der widersprüchlichen Wirklichkeit auszusetzen: konsequent inkonsequent. So lobt er die Weisheit bäuerlicher Volksversammlungen, die ganz in den Bahnen traditioneller Bräuche verlief - und schreibt leidenschaftlich gegen Aberglauben und störrischen Traditionalismus an. Fanon war ein überzeugter Atheist und schrieb Texte voll messianischer Hoffnung. Er verurteilte jene, die einen friedlichen Übergang in die nationale Unabhängigkeit für möglich hielten und pflegte er eine herzliche Beziehung zu Patrice Lumumba, der ebendiesen Weg bei der Befreiung des Kongo gegangen war. Fanon hielt die Befreiung der Bauern für ein Kernstück der Revolution und unterstützte aber die konservative Politik des FLN, die den Status der Bauern zementierte."
Frantz Fanon gilt als radikaler Pionier des Postkolonialismus. Aber, merkt Thomas Schmid in der Welt an, seine Anhänger verkennen bisweilen, dass er eine wichtige Eigenschaft hatte, die ihnen selbst häufig abgeht. Sich "trotz seines Hangs zur möglichst steilen These - der widersprüchlichen Wirklichkeit auszusetzen: konsequent inkonsequent. So lobt er die Weisheit bäuerlicher Volksversammlungen, die ganz in den Bahnen traditioneller Bräuche verlief - und schreibt leidenschaftlich gegen Aberglauben und störrischen Traditionalismus an. Fanon war ein überzeugter Atheist und schrieb Texte voll messianischer Hoffnung. Er verurteilte jene, die einen friedlichen Übergang in die nationale Unabhängigkeit für möglich hielten und pflegte er eine herzliche Beziehung zu Patrice Lumumba, der ebendiesen Weg bei der Befreiung des Kongo gegangen war. Fanon hielt die Befreiung der Bauern für ein Kernstück der Revolution und unterstützte aber die konservative Politik des FLN, die den Status der Bauern zementierte."
Medien
Das ins Murdoch-Reich gehörende Wall Street Journal hat einen Brief Donald Trumps an Jeffrey Epstein veröffentlicht - Trump droht mit einer milliardenschweren Klage. Das Verhältnis Murdoch-Trump ist von finsterer Ambivalenz geprägt, so Nina Rehfeld in der FAZ, denn Murdochs Sender Fox News bleibt der Pro-Trump-Linie treu: "Dass Rupert Murdoch kein Fan Trumps ist, weiß man spätestens, seit bekannt wurde, dass Murdoch hoffte, der Kapitolsturm vom 6. Januar 2021 würde Trump das Genick brechen. Als dies nicht geschah, stellte Murdoch indes den Profit seines Senders über die Verteidigung der Demokratie und ließ Fox News die Lüge vom Wahlbetrug verbreiten. Nun scheint der 94-Jährige erneut an Trumps Thron zu sägen."
Mit etwas Verspätung meldet sich Wolf Iro, der ehemalige Leiter des Goethe-Instituts in Tel Aviv, in der FR zur Debatte um Maxim Billers von der Zeit gelöschte Kolumne "Morbus Israel" zu Wort (unsere Resümees) und wartet mit einigen hermeneutischen Finessen auf: "Zunächst seine Darstellung der Beschränkung von Hilfslieferungen als 'strategisch richtig, aber unmenschlich'. Der Schockeffekt im ersten Teil ergibt sich aus dem bewussten Verzicht auf jegliche moralische Einordnung. Erst mit der Ergänzung im zweiten Teil wird der anstößige Charakter des Satzes entlastet. Nun ließe sich mit dieser zynischen Formel jede militärische Belagerungssituation von der Antike bis zu 'Game of Thrones' beschreiben. Sie ist daher wertlos. Es gibt jedoch das Völkerrecht, welches Hungerblockaden nicht nur moralisch einordnet, sondern als Kriegsverbrechen definiert und ihre juristische Ahndung ermöglicht. Wenn im Folgesatz Biller allerdings die Anwendung eben dieses Völkerrechts als 'bigott' verhöhnt, unterläuft er sein eigenes 'aber unmenschlich' wieder. Geht es dem Autor überhaupt um Menschlichkeit? Man darf es bezweifeln."
Mit etwas Verspätung meldet sich Wolf Iro, der ehemalige Leiter des Goethe-Instituts in Tel Aviv, in der FR zur Debatte um Maxim Billers von der Zeit gelöschte Kolumne "Morbus Israel" zu Wort (unsere Resümees) und wartet mit einigen hermeneutischen Finessen auf: "Zunächst seine Darstellung der Beschränkung von Hilfslieferungen als 'strategisch richtig, aber unmenschlich'. Der Schockeffekt im ersten Teil ergibt sich aus dem bewussten Verzicht auf jegliche moralische Einordnung. Erst mit der Ergänzung im zweiten Teil wird der anstößige Charakter des Satzes entlastet. Nun ließe sich mit dieser zynischen Formel jede militärische Belagerungssituation von der Antike bis zu 'Game of Thrones' beschreiben. Sie ist daher wertlos. Es gibt jedoch das Völkerrecht, welches Hungerblockaden nicht nur moralisch einordnet, sondern als Kriegsverbrechen definiert und ihre juristische Ahndung ermöglicht. Wenn im Folgesatz Biller allerdings die Anwendung eben dieses Völkerrechts als 'bigott' verhöhnt, unterläuft er sein eigenes 'aber unmenschlich' wieder. Geht es dem Autor überhaupt um Menschlichkeit? Man darf es bezweifeln."
Politik
Nun folgt ein Porträt über Zohran Mamdani, den hippen New Yorker Bürgermeisterkandidaten der Demokraten, nach dem anderen. Am Samstag in der FAS (unser Resümee), heute in der taz. Sebastian Moll schildert geradezu Euphorie in New York. "Der New Yorker Schriftsteller Joseph O'Neill, der seit Langem von innen die Lethargie und Verkalkung der Demokratischen Partei kritisiert, sagt bei einem Gespräch in einem Café in SoHo, die Linke habe in Mamdani 'ein totemisches Behältnis' gefunden. Für O'Neill ist Mamdani ein Fetisch, der aus der Verdrossenheit und Lähmung des Augenblicks heraus zu führen scheint. Das gelinge ihm laut O'Neill zum einen durch sein Charisma. Sein Aussehen, sein Stil, seine Klugheit und Wortgewandtheit." Dass Mamdani Aktivist der "Students for Justice in Palestine"die nach dem 7. Oktober durch ihre antiisraelischen Proteste an amerikanischen Uni auffielen, und Befürworter des Israel-Boykotts ist, spielt für Moll keine Rolle: "Immer wieder hat Mamdani öffentlich betont, dass er sich gegen die Politik Israels stelle - und zugleich gegen Antisemitismus sei."
Die verhasste ehemalige Kolonialmacht Frankreich zieht sich aus Westafrika zurück und überlässt das Terrain anderen Kräften. Nun übergibt Frankreich seine letzte Militärbasis im Senegal, berichtet Helena Kreiensiek in der taz: "Frankreichs Abzug aus Senegal erfolgt in einer sich verschlechternden Sicherheitslage in der Region. Als am 1. Juli die islamistische Terrorgruppe Jama'at Nusrat al-Islam wal-Muslimîn (JNIM) im Westen Malis mehrere schwere Angriffe verübte, ließ das in Senegal die Alarmglocken schrillen. 'Dschihadistische Attacke vor Senegals Haustür', titelte eine Zeitung. JNIM hatte sieben Orte ins Visier genommen, darunter auch die Großstadt Kayes, einen wichtigen Verkehrsknoten unweit der senegalesischen Grenze. Dass gerade mal zwei Kilometer von der Grenze zu Senegal Schüsse fielen, kam für Bakary Sambe vom Timbuktu Institut in Dakar wenig überraschend. 'Wir haben es vorhergesagt', sagt der Experte. In einem im Mai veröffentlichten Bericht hatte sein Friedensforschungsinstitut analysiert, dass JNIM nach Mali, Niger und Burkina Faso nun auch Mauretanien und Senegal zu infiltrieren versucht."
Die verhasste ehemalige Kolonialmacht Frankreich zieht sich aus Westafrika zurück und überlässt das Terrain anderen Kräften. Nun übergibt Frankreich seine letzte Militärbasis im Senegal, berichtet Helena Kreiensiek in der taz: "Frankreichs Abzug aus Senegal erfolgt in einer sich verschlechternden Sicherheitslage in der Region. Als am 1. Juli die islamistische Terrorgruppe Jama'at Nusrat al-Islam wal-Muslimîn (JNIM) im Westen Malis mehrere schwere Angriffe verübte, ließ das in Senegal die Alarmglocken schrillen. 'Dschihadistische Attacke vor Senegals Haustür', titelte eine Zeitung. JNIM hatte sieben Orte ins Visier genommen, darunter auch die Großstadt Kayes, einen wichtigen Verkehrsknoten unweit der senegalesischen Grenze. Dass gerade mal zwei Kilometer von der Grenze zu Senegal Schüsse fielen, kam für Bakary Sambe vom Timbuktu Institut in Dakar wenig überraschend. 'Wir haben es vorhergesagt', sagt der Experte. In einem im Mai veröffentlichten Bericht hatte sein Friedensforschungsinstitut analysiert, dass JNIM nach Mali, Niger und Burkina Faso nun auch Mauretanien und Senegal zu infiltrieren versucht."
Gesellschaft
Die Politikwissenschaftlerin und Vorsitzende der Grundwertekommission der SPD Gesine Schwan, verteidigt Frauke Brosius-Gersdorf (unsere Resümees) in einem SZ-Kommentar: "Es ist nicht nur eine Frage des 'Handwerks', das der Fraktionsvorsitzende Jens Spahn vermissen ließ, sondern eine gravierende Verletzung der Fairnessregeln, wenn Abgeordnete, die ja von der anstehenden Richterwahl-Entscheidung wussten, nach der getroffenen regulären Wahlentscheidung im Ausschuss unverhofft anmelden, dass sie der nicht folgen wollen. Gewiss, Jens Spahn hätte hineinhören sollen in seine Fraktion, aber die Abgeordneten sind politisch volljährig und tragen für die Verlässlichkeit demokratischer Verfahren ebenfalls Verantwortung. Wenn es dann deutliche Zeichen dafür gibt, dass die aufkommende Opposition in der Unionsfraktion gegen die Kandidatin in zeitlichem und inhaltlichem Kontext einer Kampagne virulent wird und dies vor dem Hintergrund der bekannten AfD-Strategie, die Union zu spalten und Teile von ihr zu sich in ein perspektivisches Bündnis zu ziehen, ist der Gedanke nicht abwegig, dass politische Machtspiele wichtiger waren als Argumente für und auf dem Boden unserer Demokratie."
In Japan wird "Futoko" zu einem immer größeren Problem, erzählt Leopold Federmair in der NZZ. Japanische Kinder bleiben immer öfter der Schule fern, aufgrund des enormen Drucks, dem sie im japanischen Bildungssystem ausgesetzt sind. Manchmal werden sie so zu 'Hikikomori', zu Jugendlichen, die sich bei ihren Eltern einschließen und gar nicht mehr am gesellschaftlichen Leben teilnehmen: "Als wäre es nicht genug, dass die Schüler ihre Zeit bis zum Abend sowie die Wochenenden (mit den durchaus nicht 'freiwilligen' Klubaktivitäten) in ihrer Schule verbringen, gehen sie nach dem flüchtigen Abendessen (oft im Auto der Mutter) noch bis 21 oder 22 Uhr in die Zweitschule. Das erschöpft sie, und auch die Lehrer sind, zumal die Ferien kurz sind, meist ausgelaugt. Die ganze japanische Gesellschaft ist durch und durch erschöpft. Mitunter drängt sich der Eindruck auf, das Bildungssystem bereite die jungen Menschen vor allem auf eines vor: auf Stress und Erschöpfung."
In Japan wird "Futoko" zu einem immer größeren Problem, erzählt Leopold Federmair in der NZZ. Japanische Kinder bleiben immer öfter der Schule fern, aufgrund des enormen Drucks, dem sie im japanischen Bildungssystem ausgesetzt sind. Manchmal werden sie so zu 'Hikikomori', zu Jugendlichen, die sich bei ihren Eltern einschließen und gar nicht mehr am gesellschaftlichen Leben teilnehmen: "Als wäre es nicht genug, dass die Schüler ihre Zeit bis zum Abend sowie die Wochenenden (mit den durchaus nicht 'freiwilligen' Klubaktivitäten) in ihrer Schule verbringen, gehen sie nach dem flüchtigen Abendessen (oft im Auto der Mutter) noch bis 21 oder 22 Uhr in die Zweitschule. Das erschöpft sie, und auch die Lehrer sind, zumal die Ferien kurz sind, meist ausgelaugt. Die ganze japanische Gesellschaft ist durch und durch erschöpft. Mitunter drängt sich der Eindruck auf, das Bildungssystem bereite die jungen Menschen vor allem auf eines vor: auf Stress und Erschöpfung."
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