Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Kalte, niemals zu sättigende Brut

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

08.11.2010. Die SZ dokumentiert Martin Walsers Marbacher Rede für Ernst Jünger. Die Welt zeigt sich von Walsers bei dieser Gelegenheit gezogenem Vergleich von Jünger und Kafka ziemlich irritiert. In der taz meint Timothy Garton Ash: Wer freies Feld für Mohammed-Karikaturen fordert, darf auch die Holocaust-Leugnung nicht kriminalisieren. In der NZZ prangert die Autorin Irena Brezna die Gewalt gegen Frauen in Tschetschenien an. Auch in Russland - und besonders in Tschetschenien - wird jetzt für die Einführung der Scharia plädiert, berichtet die FAZ. Die FAZ druckt auch die Laudatio von Alice Schwarzer auf Necla Kelek für den Preis der Naumann-Stiftung.

Die Welt, 08.11.2010

Unsere Elite traf sich am Sonntag zur Eröffnung der von Ulrich Raulff initiierten Ernst-Jünger-Ausstellung in Marbach. Jan Küveler zeigt sich in einem ersten Bericht ziemlich irritiert von Raulff und dem Eröffnungsredner Martin Walser: Raulff bezeichnete Jünger als "Artisten der Verwerkung", was sich ziemlich harmlos anhört. Und: "Es verblüffte nicht wenig, dass Walser Jünger-Sätze, die der 'kalten, niemals zu sättigenden Brut' als 'sicherste Zerstörerin der Idylle' eine lange Zukunft wünschen, in die Nähe zu Kafka rückte."


In dem Bericht "Das Amt" wird das "fast totale Versagen einer hoch gebildeten, äußerst kultivierten, privilegierten Kaste, die sich geradezu als Verkörperung der deutschen Leitkultur verstand", beschrieben. Warum, fragt sich Alan Posener, glauben wir immer noch an die Überlegenheit dieser Elite - wie zuletzt Thilo Sarrazin in "Deutschland schafft sich ab": "Die Proximität dieser beiden Bücher an der Spitze der Bestsellerlisten verweist auf die Notwendigkeit, in Deutschland, dieser angeblich nivellierten Mittelschichtgesellschaft, die in Wirklichkeit sozial konservativer ist als nahezu jedes andere Land Europas, über den Wert und Unwert von Eliten neu nachzudenken."

Weitere Artikel: Ray Davies von den Kinks spricht im Interview über sein neues Album, die Arbeiterklasse und seinen als Songschreiber weniger talentierten Bruder. Mara Delius resümiert ein Symposion der amerikanischen Zeitschrift n+1 über das Verschwinden des Hipsters. Dankwart Guratzsch überlegt, ob die Varusschlacht nicht vielleicht in Thüringen stattgefunden hat. Thomas Lindemann war dabei, als der amerikanische Militärexperte Hank Keirsey den zweiten Teil des Videospiels "Call of Duty" vorstellte und wünscht sich jetzt eine Ästhetikdebatte: "Nicht über Gewalt muss debattiert werden, sondern über Ekel." Ulrich Weinzierl berichtet über die Gedenkfeier für Christoph Schlingensief an der Volksbühne. Reinhard Wengierek schreibt zum Tod des Schauspielers Ezard Haußmann.

Besprochen werden Sebastian Hartmanns "Zauberberg"-Revue in Leipzig und Konzerte beim Berliner Jazzfest.

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Frankfurter Rundschau, 08.11.2010

Werner Girgert berichtet von der unaufhaltsamen Gentrifizierung New Yorks, die nach Harlem jetzt sogar die Bronx erfasst, aber natürlich in Manhattan am durchschlagendsten war: "Erstmals seit vier Jahrzehnten ist Manhattan mehrheitlich wieder weiß. Auf knapp 51 Prozent kletterte der Anteil der Weißen im vergangenen Jahr. Rückgänge um drei beziehungsweise zwei Prozent verzeichnet die Statistik dagegen für Hispanics und Schwarze."


Weiteres: Grete Götze hörte bei den Frankfurter Römerberggesprächen Vorträge zur europäischen Kultur. Sylvia Staude stellt William Forsythes neues Projekt "Motion Blank" vor. Auf der Medienseite verteidigt die rheinland-pfälzische Integrationsministerin Malu Dreyer die Erfolge der Integration.

Besprochen werden Sebastian Hartmanns Leipziger Inszenierung des "Zauberbergs" (die Dirk Pilz in ihrer resignativen Haltung nicht nur konservativ findet, sondern "reaktionär") und die Gemeinschaftsinszenierung des "Rings" in Halle und Ludwigshafen.

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Die Tageszeitung, 08.11.2010

Im Interview mit Ralph Bollmann bringt Timothy Garton Ash Verständnis für den Blick muslimischer Immigranten auf die westliche Gesellschaft auf: "Was Einwanderer besonders stört, sind doppelte Standards. Etablierte Kirche für das Christentum, aber nicht für den Islam. Das gilt auch für Tabus. Hier Kriminalisierung der Holocaustleugnung, aber freies Feld für Mohammedkarikaturen." Und daraus folgert er: "Wir müssen uns entscheiden. Entweder gehen wir den Weg einer Multiplizierung der Tabus. Dann bleibt herzlich wenig übrig, worüber wir noch sprechen können. Oder wir gehen den konsequent liberalen Weg, das heißt, auch eigene Tabus abzubauen." (Zum Vergleich zwischen Holocaust-Leugnung und Mohammed-Karikaturen siehe auch Andre Glucksmann.)


Weiteres: Sabine Kebir gratuliert der Autorin Elfriede Brüning zum Hundertsten. Katrin Bettina Müller berichtet von der Schlingensief-Gedächtnisfeier in Berlin. Besprochen wird Alain Platels Tanzstück "Out of Context - For Pina".

Auf der Medienseite berichtet David Denk, dass der Autor Christian Jungblut vor dem Landgericht Hamburg in einem Prozess gegen das Magazin Geo, das ihn ohne Rücksprache redigiert hatte, gewonnen hat.

Und Tom.

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Weitere Medien, 08.11.2010

Nach Angaben des Handelsblatts verkaufen sich die Bild- und Welt-Apps des Springer-Verlags prächtig. Hans-Peter Siebenhaar zitiert Springer Chef Mathias Döpfner: "'Die Phase der kindlichen Begeisterung für die neue Technologie rund um das Internet geht erkennbar zu Ende', sagte Döpfner, dem Handelsblatt. Eine neue Phase beginne, die an die Prinzipien der Vor-Internet-Welt anknüpfe: Gutes Geld für guten Journalismus. Döpfner spricht von der 'Rückkehr zur Normalität.'"

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Neue Zürcher Zeitung, 08.11.2010

Die Autorin Irena Brezna prangert die Gewalt an, der Frauen in Tschetscheniens brutalisierter Männergesellschaft unterworfen sind:  Brautraub, Frauenhandel und Ehrenmord. "Ende 2008 wurden in Tschetschenien sieben Frauen zwischen 18 und 30 mit Kopfschüssen hingerichtet. Auf einer Videoszene sieht man zwei von ihnen und hört Männerstimmen auf Tschetschenisch: Du hast es mit mir getrieben. Danach werden die Frauen vor laufender Kamera erschossen. Ob der ihnen gemachte Vorwurf der Prostitution stimmt, wurde nicht abgeklärt. Wurden sie vergewaltigt? Wem sind sie lästig geworden? Das Ziel der Abschreckung ist erreicht, und die Mörder bleiben unbehelligt."


Weiteres: Joachim Güntner denkt anlässliche einer Tagung des Goethe-Instituts über Nachbarschaft und Integration nach. Richard Wagner schreibt zum Tod des rumänischen Hofdichters Adrian Paunescu, der bei gleichzeitiger Positionierung als Oppositioneller für Wagner "zum Inbegriff des byzantinisch agierenden Balkan-Intellektuellen" wurde. Besprochen werden eine Aufführung von Prokofjews "L'Amour des trois oranges" und das Stück "Life and Times, 2" der New Yorker "Off-Off-Off-Broadway-Truppe" Nature Theatre of Oklahoma.

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Süddeutsche Zeitung, 08.11.2010

Als Aufmacher wird Martin Walsers Rede aus Anlass der Ausstellung über Ernst Jünger in Marbach abgedruckt. Er schildert seine frühere, dem "Meinungsnebel" der Medien geschuldete Distanz und sein heutiges Verhältnis zum Autor: "Heute glaube ich, dass dieses 'Abenteuerliche Herz' alles, was bei uns zwischen 1933 und 1945 geschrieben und gedruckt wurde, aufwiegt. Der Zivilisationsbruch, der zweifellos auch in den Künsten, auch in der Literatur stattgefunden hat - in diesem Buch findet er nicht nur nicht statt, er wird überwunden. ... Was da in jedem Abschnitt ausgedrückt wird, ist tatsächlich, wie es offenbar Gottfried Benn ausgedrückt hat, 'absolute Prosa'."


Weitere Artikel: Peter Laudenbach berichtet von einer Berliner Gedenkveranstaltung für Christoph Schlingensief. Der Politologe Jens Hacke resümiert ein Kolloquium über Robert Michels' klassische Studie zur "Soziologie des Parteiwesens" in Halle. Thomas Urban berichtet über eine polnische Kontroverse um den Pianisten Wladyslaw Szpilman, dessen Geschichte von Roman Polanski verfilmt wurde - es geht um offenbar recht unbelegte Vorwürfe, dass er mit den Nazis kollaboriert habe. Johan Schloemann berichtet von dem durch den Bundespräsidenten höchstpersönlich überreichten Deutschen Historikerpreis  für Christopher Clarke. Der Literaturkritiker Helmut Böttiger polemisiert gegen einige Literaturkritiken der letzten Moante - etwa Jens Jessens Besprechung von Thomas Lehrs Roman "September" in der Zeit. Auf der Medienseite berichtet Benjamin Zeeb, dass immer mehr prominente Autoren die Ebook-Versionen ihrer älteren Bücher selbst vertreiben. In den "Nachrichten aus dem Netz" fragt sich Michael Moorstedt, ob Facebook an seinem Erfolg scheitern könnte.

Besprochen werden Robert Rodriguez' Film "Machete", neue DVDs und Carsten Höllers Installation "Soma" in Berlin.

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.11.2010

Ihrer Tradition nach sind die russischen Muslime, wie Kerstin Holm in einem sehr instruktiven Bericht darlegt, eher moderat und den Konservativen in Politik und christlicher Orthodoxie als Verbündete deshalb durchaus recht. Dass die Muslimisierung des Landes ganz andere Konsequenzen zu haben droht, musste allerdings zuletzt die russische Islamkritikerin Jelena Tschudinowa erfahren: "Tschetscheniens Oberhaupt Kadyrow hat bereits mitgeteilt, die Scharia sei für ihn verbindlicher als russische Gesetze. Doch auch der Moskauer Publizist Orchan Dschemal plädiert dafür, in mehrheitlich muslimisch bevölkerten Regionen Russlands islamisches Recht einzuführen. Als Jelena Tschudinowa jetzt bei einer Debatte mit Dschemal bekannte, sie sei entschieden dagegen, Frauen steinigen oder Dieben die Hände abhacken zu lassen, bezichtigte ihr Gesprächspartner sie der Sympathie für die Sünde: Frau Tschudinowa wolle offenbar Dieben und Ehebrecherinnen die verdienten Strafen ersparen."


Leicht gekürzt abgedruckt wird Alice Schwarzers kämpferische Laudatio auf die als Islamkritikerin hervorgetretene Soziologin Necla Kelek zur Verleihung des Freiheitspreises der Naumann-Stiftung. Beim Blick ins Rund der veröffentlichten Meinung erblickt Schwarzer nicht viele Freunde der Kelekschen Positionen (aber auch den von Kelek verteidigten Thilo Sarrazin nimmt sie scharf ins Gebet): "Für islamische Verbände ist sie 'keine echte Muslimin'; für türkische Machos ist sie eine 'Nestbeschmutzerin'; für realitätsferne oder mit den Islamisten sympathisierende Akademiker sind ihre Analysen 'unwissenschaftlich'. Und für so manchen beflissenen Kulturrelativisten - auffallend häufig in linken und liberalen Kreisen vertreten - ist sie gar eine 'Hasspredigerin' (so zu lesen in der Süddeutschen Zeitung vom 14. Januar)."

Weitere Artikel: Von der bundespräsidentenbewehrten Verleihung des Preises des Historischen Kollegs an den Preußenhistoriker Christopher Clark berichtet kommentierend Patrick Bahners. Als "soziale Skulptur" betrachtet Irene Bazinger die Besucher der großen Schlingensief-Gedenkfeier in der Berliner Volksbühne, bei der, wie sie findet, aber eher wenig los war. Jürg Altwegg glossiert die Anweisung des Schweizer Schulministers Claude Roch an die Lehrer, in Schulbüchern angegebene Internetadressen zum Thema Sex "mit der notwendigen Subtilität" per Tipp-Ex zu entfernen. In seiner "Klarer Denken"-Kolumne warnt Rolf Dobelli vor dem "Kontrast-Effekt". Ernest Wichner schreibt zum Tod von Ceausescus Hofdichter Adrian Paunescu, der nach dem Tod des Diktators längst wieder zu höchsten Ehren gelangt war und dessen literarisches Lebenswerk auf 300.000 Verse geschätzt wird.

In der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung plädierte Stefan Niggemeier dafür, das Ipad (und verwandte Geräte) nicht nur als Chance zum Geldverdienen zu begreifen, sondern es ernst zu nehmen als Gerät, das neue, innovative Formen des Journalismus auszuprobieren erlaubt. 

Besprochen werden ein Ludwigshafener Konzert, das für Eleonore Büning angesichts der Leistungen der dort aufspielenden beim diesjährigen Warschauer Chopin-Wettbewerb (nicht) Ausgezeichneten die Inkompetenz der Warschauer Juroren deutlich vor Ohren führte, und Bücher, darunter Michael Tomasellos Überlegungen zur Frage "Warum wir kooperieren" (mehr dazu in der Bücherschau ab 14 Uhr).

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Vom Verenden des Verstehens

26.05.2012. Pfingstereignis Feuilleton! In der FAZ überlegt Durs Grünbein, warum Dichtung unerlässlich ist. In der SZ schreibt Günter Grass ein erlässliches Gedicht. In der NZZ beschreibt Botho Strauss den Idioten als freien Geist. In der Welt droht der Künstler Gregor Schneider Documenta-Chefin Carolyn Christov-Bakargiev mit Kunst. Im Tagesspiegel wünscht sich Johannes Schneider etwas mehr Ehrlichkeit in der Urheberrechtsdebatte. In der taz schlägt Ulrich Kühne vor: Nur noch sechs Prozent für die Verwerter. Mehr lesen

Grenzen spielen eine ambivalente Rolle

25.05.2012. Heise Online und die Welt melden: Die Urheberrechtsabgaben für USB-Sticks steigen um bis zu 1850 Prozent. Die FR bewundert in ihrer Cannes-Kolumne Nicole Kidman in der Rolle ihres Lebens. Die FAZ resümiert die spanische Debatte um Mario Vargas-Llosas jüngstes Buch "La civilización del espectáculo". Mehr lesen

Belebung der Leiber

24.05.2012. In der NZZ beschreibt die Schriftstellerin Mansura Eseddin die Situation kurz vor den Wahlen in Ägypten. In der taz erzählt Wes Anderson, was ihn an den 60er Jahren interessiert. In der FAZ erklärt Peer Steinbrück dem Genossen Thilo Sarrazin noch einmal, warum wir den Euro brauchen. In der Zeit erklärt FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher dem Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo: Die Piraten sind keine Modeerscheinung. SZ, Welt und taz feiern den neuen Film von Leos Carax und seinen Hauptdarsteller mit dem hässlichen und wunderschönen, bösen und romantischen Gnomengesicht: Denis Lavant. Mehr lesen

Pragmatische Theorie der Tücke

23.05.2012. Die Welt erzählt, was man in der großen Ausstellung über den jungen Dürer in Nürnberg lernen kann. Und sie spricht sich gegen die Vorschläge der Piratenpartei zum Urheberrecht aus.  In der SZ begrüßt der Historiker Michael Wildt neue Blicke auf die Gewaltzusammenhänge des 20. Jahrhunderts. Und Georg Klein zerschneidet Schnecken. Slate.fr fragt: Wie frauenfeindlich darf ein Festival wie Cannes sein? Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Gelegentlich auch finster und bizarr

22.05.2012. Die Inszenierung von "The Rake's Progress" in Frankfurt ist zwar ein bisschen bieder, findet die FR, aber ansonsten: tolle Oper! Die FAZ stellt erstaunliche Parallelen zwischen den Urheberrechtspositionen der SPD und der Piraten fest. Die SZ versucht mithilfe der Nobeltpreisträgerin Elinor Ostrom Urban Gardening und Filesharing zu verstehen. Alle trauern um Robin Gibb. Und die NZZ meint zur Position der deutschen Sarrazin-Kritiker: "Hilflos strampeln sie mit im System der Vermarktung, das sie verdammen." Mehr lesen

Figur der Jederzeitlichkeit

21.05.2012. Wie können die Europäer eigentlich in ein Land kommen, wo gefoltert wird, um ein Fußballfest zu feiern?, fragt Juri Andruchowytsch in der FR. Aber sie singen ja auch in Baku, notiert die taz. Im sonnigen Cannes hebt sich die Düsternis dänisch-österreichischer Autorenfilme besonders vorteilhaft ab, findet die Welt. Im Perlentaucher plädiert Katharina Hacker für das Teilen von Texten - und gegen "Geistiges Eigentum". Die NZZ lernt in Japan: Wer hundert werden will, muss lernen, lernen, lernen.  Mehr lesen

Auch bei geringsten dynamischen Graden

19.05.2012. In der Welt gratuliert Kontatin Grcic dem Designerkollegen Dieter Rams, der ihn auf den Pfad der Tugend zurückführte. Die taz überlegt, ob die Geschichte von kino.to als Hollywoodfilm nachzuerzählen wäre, und welche Rolle dabei den Verbänden der Filmindustrie zukäme. Die SZ kritisiert in der Urheberdebatte den Autoren-Aufruf und fordert konstruktive Lösungen. Die FAZ bewegt sich mit Grausen durch spanische Investitionsruinen. Alle trauern um Dietrich Fischer-Dieskau. Mehr lesen

Das Theater, es lebt, es lebt

18.05.2012. Die Berliner Volksbühne ist wieder auferstanden, meldet die taz nach dem Berliner Theatertreffen. Die Welt ist beglückt von Wes Andersons Film "Moonrise Kingdom", der das Festival von Cannes eröffnete. Das Blog Movie Morlock hat passend zum Anlass Glamour-Fotos aus den besseren Jahren des Festivals zusammengestellt. In der FAZ macht Frank Rieger vom CCC einen Vorschlag zur Steuerrevolution. In deutschen Blogs wird immer noch recht heftig über den Urheber-Aufruf diskutiert. Gibt es ein Menschenrecht auf "Geistiges Eigentum"? Mehr lesen

Sie rezensieren, loben und verbreiten auch

16.05.2012. Der Urheber-Aufruf sorgt weiter für Debatten - nun melden sich allerdings auch Autoren, die ihn kritisieren. Cora Stephan will in der Welt die Front gegen die Leser aufbrechen. Benjamin Stein fordert in der Jüdischen Allgemeinen die Anpassung des Urheberrechts an das digitale Zeitalter. Alle Zeitungen begrüßen den Büchner-Preis für Felicitas Hoppe. Nur die SZ überlegt, wer ihr lieber gewesen wäre. Mehr lesen

Viel mit der Hand abgeschrieben

15.05.2012. Die taz kritisiert die Bild: Denn die macht keinen soliden Journalismus, wie er zum Beispiel von Elke Heidenreich verkörpert wird. Jörg Lau kritisiert in seinem Zeit-Blog die taz und erinnert sie daran: Auch wer provoziert, ist nicht selbst schuld, wenn er am Ende dafür umgebracht wird. Die FR ist traurig über die Gentrifizierung Hamburgs. Und Sibylle Lewitscharoff plädiert in der FAZ fürs Urheberrecht. Mehr lesen

Von bürgerlichen Medien empfohlen

14.05.2012. Heftig herumgedruckst wird bei der Berichterstattung über den Eklat bei der Verleihung des Henri-Nannen-Preises: Eigentlich missgönnt SZ-Redakteur Hans Leyendecker den Kollegen von der Bild den Preis gar nicht, schreibt die Bild. Und die SZ zitiert lieber eine Stellungnahme des Netzwerks Recherche - als wäre das nicht Leyendeckers Club. Die taz findet trotzdem: Die SZ-Kollegen sind Helden. Die FAZ ist empört über eine Aktion anonymer Hacker, die die Adressen von Unterzeichnern der Aktion "Wir sind die Urheber" veröffentlichen und mit weiteren Aktionen drohen. Mehr lesen

Unbeeindruckt vom Hohn der Kunstwelt

12.05.2012. Die Urheberrechtsdebatte tost und rumpelt weiter: "Ihr seid nicht (mehr) systemrelevant", ruft Udo Vetter den "Wir sind die Urheber"-Urhebern zu. Euer Geschäftsmodell ist von gestern, bedauert die FR. Vor kurzem protestierten Urheber doch noch gegen Verwerter, wundert sich die SZ. Auf Spiegel Online erinnert Volker Kauder daran, dass auch die Freiheit der Kommunikation Schutz verdient. Die NZZ befasst sich mit dem Dackel in der Kunst. Die FAZ bewundert die Erektion eines Möhrenmännleins. Und: die SZ schlägt den Nannen-Preis für die Bild-Zeitung aus. Mehr lesen

Auch das Spiel folgt Regeln

11.05.2012. Im Tagesspiegel fordert der Drehbuchautor Thomas Bohn: Künstler, erfüllt die Bedürfnisse eures Publikums. Carta fürchtet, dem Künstler geht es bald wie der Milchkuh. Die FAZ dankt für die Würdigung der Verwerter. Die taz findet die Vorstellung von Liquid Democracy naiv: Politik brauche Profis. Die SZ begutachtet die weißen Elefanten in Kiew und Warschau. Die NZZ durchforstet das Angebot der Multioptionsgesellschaft. Mehr lesen

Man versucht, die Revolution herauszuhalten

10.05.2012. In der Zeit pochen hundert Urheber auf ihr Recht. Und Peter Sloterdijk bezweifelt, dass André Rieu in der Lage ist, eine Philosophie-Sendung im ZDF zu moderieren. Die Urheberrechtsdebatte reißt auch in weiteren Medien Gräben auf: Im Freitag fordert der Konzertagent Berthold Seliger eine Reform, die eine Verkürzung der Schutzfristen einschließt. Der Urheberrechtsexperte Till Kreutzer fordert im WDR, dass man die Gegebenheiten der Digitalisierung zur Kenntnis nimmt. Und Foreign Policy meldet: die Prediger der Christenverfolgung haben jetzt schon eine Million Follower. Mehr lesen

Wie eine Kühlbox mit Deckel obendrauf

09.05.2012. Der Tagesspiegel ist froh, dass Berlin nur einen Flughafen eröffnen will. Es hätte noch peinlich kommen können. Der Perlentaucher schaut mit Mitleid auf die narzisstische Kränkung, die das Netz dem Liberalismus zufügt. Die taz druckt schon wieder einen Europa-Appell mit Daniel Cohn-Bendit. In der Welt fragt Ralf Fücks von der grünen Böll-Stifung, ob aus den Piraten je was werden kann. Die NZZ wirft einen Blick auf das neu erblühende Kulturleben in Simbabwe. In der FAZ telefoniert Michael Krüger über Skype mit einem griechischen Freund. Mehr lesen

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