Bücher der Saison
Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.
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Alma Guillermoprieto: Havanna im Spiegel

Martina Rellin: Klar bin ich eine Ost-Frau!

Ewige Werte
- Post aus der Antarktis
- Fallende Blätter: die Lage des Feuilletons heute
- Domenico Scarlatti
- Olaf Sundermeyer und der Perlentaucher: Richtigstellungen
- Die Perlentaucher-Affäre und das System Schirrmacher
- Der sogenannte neue Übersetzerstreit
- Die Zeitungen und die Freien
- Neu und Nach: ein Übersetzerstreit
- Anna Politkowskaja
- Politkowskaja
- Wikipedia und der Google Juice
- Andre Müller interviewt Arno Breker
- Canfora, Stalin, Le Goff
- 100 wichtige Intellektuelle aus der Provinz
- Adam Michnik
- Seyran Ates: Antwort auf Jutta Limbach
- An die französischen Neinsager
- Der 8. Mai war keine Befreiung
- Thomas Kling
- Let's Talk European!
- Der biedere Untergang
- Marie-Luise Scherer
- Das Ende der Berliner Seiten
- Gustav Seibt über Götz Aly
- Litchfield, Rechnitz, Thyssen-Bornemisza
- Das Kempowski-Dossier
- Nichts ohne Netz: Zeitungen online
- Grass und die SS: ein Linkdossier
- Die Öffentlich-Rechtlichen und das Netz
- Rupert Murdoch hat so Recht
- Und eine Antwort auf Mathias Döpfner
- Google Fraktur
- Die Galle der Gallier
- Post aus der Walachei
Heute in den Feuilletons
Defloration des Unwegsamkeitsmythos
Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
21.11.2009. Was werden die Skandinavier mit der eisfreien Arktis anfangen?, fragt der dänische Autor Jens Christian Gröndahl in der NZZ. Die Welt bringt eine Rede von Necla Kelek über die Muslime und den Holocaust. In der FR spricht der Schriftsteller Irvin D. Yalom über Freud, Nietzsche und den Tod. Alle Zeitungen kommentieren den endgültigen Ausstieg Joachim Unselds aus dem Suhrkamp Verlag. Viel besprochen: der neue Roman Katharina Hackers, die Suhrkamp ebenfalls verlässt.
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Die Welt, 21.11.2009
Die Welt druckt die Rede, die Necla Kelek am 9. November in der Frankfurter Paulskirche zum Gedenken an die "Reichskristallnacht" gehalten hat. Wie sehr sind Immigranten aus der Türkei gehalten deutscher Ereignisse zu gedenken, fragt sie - und verweist als Antwort auf den Ursprung aller Völkermorde im 20. Jahrhundert, an dem beide Länder Verantwortung tragen: "Das deutsche Kaiserreich setzte im Ersten Weltkrieg ganz auf 'die islamische Karte'. Den Heiligen Krieg der Muslime wollte Wilhelm als 'letzten Trumpf' einsetzen. Im Schatten des Ersten Weltkriegs wurden 1915 die Armenier aus Anatolien vertrieben und ermordet. Es waren bis zu 1,4 Millionen Menschen. Generalfeldmarschall Colmar von der Goltz hatte die Deportation der 'unzuverlässigen' Armenier in die mesopotamische Wüste empfohlen, weil er sie als Bedrohung im Rücken der eigenen Truppen sah."
Besprochen werden in der Literarischen Welt Botho Strauß' neuer Prosaband "Vom Aufenthalt" (mehr hier), Katharina Hackers Roman "Alix, Anton und die anderen" und Mark Mazowers große Studie "Hitlers Imperium - Europa unter der Herrschaft des Nationalsozialismus" (recht skeptisch gelesen von Götz Aly). Außerdem liest Walter Laqueur noch einmal Edward Saids neu aufgelegten postkolonialistischen und inzwischen arg gealterten Klassiker "Orientalismus".
Im Feuilleton schreibt Uwe Wittstock über die neuen Entwicklungen im Hause Suhrkamp nach dem Rückzug des letzten Unseld und dem Streit mit Katharina Hacker, die nun zu Fischer geht. Paul Badde berichtet über einen Appell italienischer Intellektueller an den Papst. Und Hildegard Stausberg hat in Brasilien einen Film (Website und Trailer) über das Leben des Präsidenten Lula gesehen.
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Weitere Medien, 21.11.2009
Zeit das FAZ-Abo abzubestellen. Frank Schirrmacher zitiert im Bild-Interview zu seinem neuen Buch Payback die Studie einer amerikanischen Wissenschaftlerin: "Menschen, die für zwei Wochen von allen aktuellen Informationen abgeschieden waren, wurden nachweislich gesünder."
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Frankfurter Rundschau, 21.11.2009
Julia Kospach unterhält sich mit dem Schriftsteller und Psychotherapeuten Irvin D. Yalom über Freud, Nietzsche, den Tod - und seine Anfänge: "Ich bin im russischen Immigrantenmilieu meiner Eltern in Washington D.C. aufgewachsen. Dort wusste man nicht viel über Berufe. Zwei Dinge kamen für mich in Frage: Geschäftsmann oder Arzt. Auch weil die größtenteils farbige Nachbarschaft für einen kleinen, jüdischen Jungen wie mich ein gefährliches Pflaster war, hielt ich mich vor allem drinnen auf und wurde zu einem leidenschaftlichen Leser. Und die Medizin schien mir bedeutend näher an Tolstoj und Dostojewski als die Geschäftswelt. "
Weitere Artikel: Claus-Jürgen Göpfert kommentiert den durch die Auszahlung des Gesellschafters Joachim Unseld nun möglichen Neuanfang beim Suhrkamp Verlag. Martin Eich mag nicht recht glauben, dass der rechtsextreme kroatische Musiker Marko Perkovic - Songauszug: "Sie haben unsere Träume verkauft, die Söhne Judas, pures Gold warfen sie in den Dreck." - eine Audienz beim Papst bekam. In einer Times Mager von Hans-Jürgen Linke geht's um Dunkle Energie. In ihrer US-Kolumne trifft Marcia Pally in einer US-Bank auf schockierende Geldwechselinkompetenz.
Besprochen werden ein Gossip-Konzert in Offenbach, ein Abend mit Choreografien von Benjamin Millepied und Bücher zur Frankfurter Botticelli-Ausstellung (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).
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Die Tageszeitung, 21.11.2009
Autor Stephan Wackwitz liest Mark McGurls bisher nur in den USA erschienenes Buch "The Program Era", das die amerikanische Nachkriegs-Literatur unterm Paradigma des Creative Writing neu sortiert. Wackwitz ist begeistert und sieht auch gleich Anwendungsmöglichkeiten für die deutsche Gegenwartsliteratur: "Der Universitätsmaoismus meiner Jugend war das bildungssoziologische Analogon von Carvers 'Würdest du bitte endlich still sein, bitte'. Und das elaborierte dekonstruktivistische Distinktionsgetöse unserer jungen Lacan-Schüler und Derrida-Adepten ist die deutsche Parallele zu David Foster Wallace' maximalistischem Großwerk 'Unendlicher Spaß'. Übrigens werden die beiden akademischen Distinktionsfraktionen bei uns derzeit durch die Antipoden Judith Hermann und Dietmar Dath auch literarisch eingeholt."
Weitere Artikel: Christian Semler erinnert sich an die "friedliche Revolution" von 1989, und daran, wie der Westen das "Geschenk", das darin lag, ausschlug. Bert Rebhandl unterhält sich mit der Schauspielerin Corinna Harfouch über die DDR, die Erinnerung daran, aber auch über ihren neuen Film "This is Love". Zur Titelgeschichte über Gentrifizierung denkt Georg Seeßlen über Getto, Peripherie und Zombiefizierung nach. In der "Leuchten der Menschheit"-Kolumne befasst sich Andreas Fanizadeh mit Frank Schirrmachers "Payback".
Besprochen werden nur Bücher, darunter Wolfgang Sofskys jüngstes Anthropologicum "Das Buch der Laster" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).
Und Tom.
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Neue Zürcher Zeitung, 21.11.2009
In diesem Sommer befuhren erstmals zwei Frachter ohne Unterstützung von Eisbrechern die Nordostpassage. Der dänische Schriftsteller Jens Christian Gröndahl denkt darüber nach, was das für die Skandinavier bedeutet: "Die emsige Sommerfahrt der beiden Frachter ist beinahe eine Defloration des Unwegsamkeitsmythos des Nordens und lässt die Skandinavier mit der entfremdeten und heimatlosen Empfindung zurück, dass die Erde erst jetzt wirklich rund geworden ist."
Weitere Artikel: In der Stilkolumne erklärt die Schriftstellerin Nora Gomringer: "Nun, meine Mutter ist meine Stil-Ikone." Andreas Breitenstein ließ sich in Zürich von Gerhard Schulze auf einen "soziologischer Bewusstseinstrip" mitnehmen. Joachim Güntner prophezeit dem Suhrkamp Verlag nach dem Ausscheiden Joachim Unselds eine Stärkung des letzten verbliebenen Mitgesellschafters, der Medienholding AG Winterthur.
In Literatur und Kunst zeichnet der Sammler Ueli Sigg ein schönes Porträt des Künstlers Ai Weiwei, der gerade eine große, von Birgit Sonna besprochene Retrospektive in München zeigt. Hier der Anfang: "Eines Tages, in hoffentlich noch ferner Zukunft, wird unausweichlich Gott vor WW treten (Gott ist der große, weißhaarige Mann mit dem Rauschebart – so viel zu WWs Handen, denn der hat zeitlebens jegliche selbsternannte Autorität ignoriert). Und Er wird zu WW sagen: 'Nun hat deine Kunst wirklich jedermann konfus gemacht – deine Zeit ist abgelaufen!'"
Außerdem: Stefana Sabin stellt den Wilnaer Dichter Abraham Sutzkever vor, dem der Ammann Verlag eine neue Werkausgabe gewidmet hat. Besprochen werden Bücher, darunter eine Kulturgeografie der Alpen (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).
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Süddeutsche Zeitung, 21.11.2009
Tobias Kniebe nimmt Einblick in die ausaufernde Materialsammlung zu Stanley Kubricks nie gedrehtem Napoleon-Film: "Kubricks Treatment liest sich da noch ganz unentschieden. Es will alles. Er beginnt wirklich mit der Geburt, er endet mit Napoleons Tod auf St. Helena. Er verzeichnet alle Highlights und alle großen Errungenschaften dieses monumentalen Lebens, vom Sturm auf Toulon bis zum Code Civil. Im Grunde schreibt er eine 100-teilige Vorabendserie, oft mit seinem sehr speziellen, bösen Humor gewürzt: 'In dieser Nacht ging Napoleon mit romantischen Gedanken an Josephine zu Bett. Josephine ging mit Barras zu Bett.' Man liest es und denkt sich bei vielen dieser Pointen: Wie zum Teufel will er das zeigen?"
Johannes Boie unterhält sich mit dem Technikdenker Derrick de Kerckhove, Inhaber des alten McLuhan-Lehrstuhls in Toronto, über die "digitale Zukunft". De Kerckhove verspricht immerhin: "Das Internet wird zum Heilmittel unseres von der Industrialisierung zerstörten Planeten werden."
Weitere Artikel: Erleichtert zeigt sich Thomas Steinfeld, dass die Suhrkamp-"Seifenoper" mit dem Verkauf von Joachim Unselds Anteilen nun zu einem mutmaßlich glücklichen Ende gekommen ist. Ira Mazzoni schildert, wie die Stadt Altenburg ihren historischen Kern durch Um- und Neugestaltung gefährdet. Durch "Sätze wie Sperrholzwucherungen" der Bologna-Prüfungsordnung Germanistik an der Münchner Ludwig-Maximilian-Universität hat sich Alex Rühle gequält. Robert Probst verabschiedet das nach 25 Jahren in den Ruhestand gehende Periodikum "Dachauer Hefte", das in unregelmäßigen Sonderausgaben aber weiter erscheinen soll. Klaus Brill schickt Nachrichten aus Prag.
Für den Aufmacher der SZ am Wochenende berichtet Gerhard Matzig von einem Baustellenbesuch bei den Stadien für die WM 2010 in Südafrika und stellt fest: von drohendem Scheitern keine Spur. Ann-Kathrin Eckardt hat eine große Reportage über Intersexuelle in Deutschland verfasst. Wie es dazu kam, dass die Arbeit zum Zentrum menschlicher Selbstbestimmung geworden ist, versucht Burkhard Müller zu klären. Auf der Historienseite geht es um Kriegsgefangenschaft in der Sowjetunion. Vorabgedruckt wird Peter Hennings Erzählung "Hallo, ich bin hier oben". Gabriela Herpell unterhält sich mit dem Countertenor Philippe Jaroussky über "Bestimmung".
Besprochen werden die Forced-Entertainment-Performance "Void Story" zum Beginn des Münchner Spielart-Festivals, eine Tim-Burton-Ausstellung im New Yorker Museum of Modern Art, Tom Waits' neues Live-Album, Matthias Glasners Film "This Is Love" und Bücher, darunter Katharina Hackers neuer Roman "Alix, Anton und die anderen" (Meike Feissmann hält sich in der Schilderung des Streites zwischen Hacker und Suhrkamp streng an die Version des Verlags, mehr in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).
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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.11.2009
Friederike Böge schickt eine nicht sehr hoffnungsfrohe Reportage aus Kundus, wo sie auch den obersten Richter von Kundus traf, Sayed Faruq Omar, einen ehemaligen Milizenchef von Gulbuddin Hekmatyar. "In den achtziger Jahren hatte er nach Pakistan fliehen müssen, als sein Bruder wegen Mitgliedschaft in einer Widerstandsgruppe vom kommunistischen Geheimdienst verhaftet worden war. In Pakistan traf er dann Hekmatyar, der ihm half, weil er wie Omar aus Imam Sahib kam, einer Kleinstadt im Norden der Provinz Kundus. Er finanzierte ihm ein Jurastudium in Saudi Arabien. Doch als er nach zwei Jahren zurückkehrte, musste er auf einmal kämpfen lernen. 'Wir wurden auf einen Workshop des pakistanischen Geheimdienstes geschickt', sagt Omar, 'und konnte wählen zwischen Kursen für Minen legen, Panzerfaust und Kalaschnikow schießen.'"
Weitere Artikel: Felicitas von Lovenberg begrüßt es, dass Joachim Unseld den Suhrkamp Verlag "loslässt". Hannes Hintermeier findet es eigentlich ganz in Ordnung, dass Hessen eine Liste über ungeeignete Lehrer führt. "Anrührend schlicht" ist das Ehrenmal für die Opfer des Ersten Weltkriegs auf dem Frankfurter Jüdischen Friedhof, lobt Dieter Bartetzko. Albert Camus soll ins Pantheon umziehen, meldet Jürg Altwegg. In der Leitglosse zeigt sich Jürgen Dollase unzufrieden mit dem neuen Gault Millau. An Johanna Maiers Restaurant im Hotel Hubertus hat er dagegen kaum was auszusetzen. Niklas Maak schreibt zum Tod von Jeanne Claude.
Besprochen werden ein Marilyn-Manson-Konzert in Köln, Aufführungen des "Philoktet", einmal nach Heiner Müller, einmal nach Sophokles, in Paris, ein Schumann-Konzert von Martha Argerich und Charles Dutoit in Berlin und Bücher, darunter Katharina Hackers Roman "Alix, Anton und die anderen" und David Grossmanns Roman "Eine Frau flieht vor einer Nachricht" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).
Auf der Schallplatten- und Phono-Seite geht's um CDs von Devendra Banhart, dem Paquito Quintet D'Rivera, Soul-Jazz-Funk von Sa-Ra und Shafiq Husayn, Jan Dismas Zelenkas "Missa Motiva", Offenbachs "Les Contes d'Hoffmann" und zwei Kassandra-Opern von Gerhard Stäbler und Michael Jarrell.
In Bilder und Zeiten porträtiert Dietmar Dath den britischen Komponisten Cornelius Cardew (1936-81, hier Musikausschnitte bei Youtube). Kerstin Holm beschreibt den absurden Prozess um Michail Chodorkowskijs - natürlich abschlägig beschiedenen - Antrag auf Haftbefreiung. Andreas Platthaus hat einen Ortstermin in Vladimir Nabokovs Suite im Hotel Montreux Palace. Und die Schauspielerin Fanny Ardant sagt im Interview: "Ich war noch nie eifersüchtig. Ich verabscheue Heuchelei. Und während die meisten Leute Untreue für eine Sünde halten, die reihenweise Ehen zerstört, fand ich schon immer, dass ein Seitensprung auch eine Art Vitaminspritze für eine Beziehung sein kann."
In der Frankfurter Anthologie stellt Frieder von Ammon ein Gedicht von Friederike Mayröcker vor:
"wird welken wie Gras - auch meine Hand und die Pupille
wird welken wie Gras - mein Fusz und mein Haar mein stillstes Wort
wird welken wie Gras ..."
Archiv: Heute in den Feuilletons
Notschrei eines blutjungen Originalgenies
09.02.2010. Das Wall Street Journal attackiert das "German Cultural Appeasement". Das Chinese Law Prof Blog bringt Liu Xiaobos Rede vor dem Gericht, das ihn zu elf Jahren verurteilte: eine Weigerung zu hassen. Die FR bejubelt das Comeback des Gil Scott-Heron. Die FAZ bringt: Hegemann - Hermeneutik und Kritik. Die NZZ bilanziert die Auswirkungen des Erdbebens auf die Kulturlandschaft Haitis. Und die Welt fragt: Was machen Niall Ferguson und Ayaan Hirsi Ali denn da? Schmusen die? Mehr lesen
Härteste Türpolitik
08.02.2010. Das Blog Gefühlskonserve hat herausgefunden, dass Helene Hegemanns Roman "Axolotl" ein bisschen arg von dem Untergrundroman "Strobo" des Bloggers Airen inspiriert ist. Große Aufregung! Vielleicht lernen die aus dem Internet jetzt auch, was Urheberrecht ist, hofft die FAZ. In der FR beschreibt der italienische Staatsanwalt Roberto Scarpinato, wie Zersetzung des Staats und Aufstieg der Mafia zusammenhängen. Inszenierung des Wochenendes: Koltes' "Quai West" in der Regie von Andrea Breth in Wien. Mehr lesen
Verhängt die Fenster
06.02.2010. In der FAZ sieht Stephen Baker das menschliche Gehirn auf dem Rückzug. Die NZZ fragt, ob Apple das Internet in kleine herstellerabhängige Netze zerschlagen wird. Die Welt trifft die Deutschen in der Kälteregion des Daseins. Die taz erkennt mit Thea von Harbou auf die List der Geschichte. In der FR beklagt Ulrich Beck die McDonaldisierung der Universitäten. Der Tagesspiegel begibt sich auf die Spur des Clans, der Hatun Sürücü ermorden ließ. Und im Perlentaucher unterstützt Herta Müller die Forderung nach dem Friedensnobelpreis für Liu Xiaobo. Mehr lesen
Pneumatische Prozesse
05.02.2010. Die Welt staunt über Pat Metheny, der sich mit großem Tüftleraufwand ein Orchestrion zusammenbauen ließ. In der NZZ denkt Thomas Hettche über das Soldatische, aber auch über den Pergamon-Altar nach. Die FR fordert ein Wahlrecht für Migranten. Die FAZ begleitet Österreich in seinem verzweifelten Ringen um Restsouveränität. Die SZ erklärt, wie man Regeln der Scharia übernimmt, ohne den Rechtsstaat zu verraten. Mehr lesen
Archiv: Heute in den Feuilletons
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Archiv: Heute in den Feuilletons
Wie Einbrecher in der Nacht
04.02.2010. Im Tagesspiegel erklärt der Pädophilie-Experte Klaus Beier, warum die katholische Kirche eine solche Anziehung auf Pädophile hat. Immer schon, wie die SZ vermerkt. Der Freitag bemüht sich um Differenzierung beim Islam: Dschihad heißt sich abmühen. Die taz wäre gegen die Burka, wenn es nicht islamfeindlich wäre, gegen die Burka zu sein. In der Zeit erklärt Werner Herzog, warum er keine andere Wahl hat als Filme zu machen. Die FAZ ermisst den realen Ernst der virtuellen Lage. Mehr lesen
So viel wie ein junges Nashorn
03.02.2010. Wie uralt ist diese Bundesrepublik!, ruft die Welt nach Ansehen einer DVD-Edition mit Kulturfilmen von Bernhard Grzimek. Ebenfalls in der Welt empfiehlt Zafer Sencoak in der aktuellen Islamdebatte einen Blick auf die Türkei. Die FR berichtet vom Fajr Film Festival in Teheran, das von den Juroren boykottiert wird. Auf den Seiten des amerikanischen PEN Clubs schlägt Kwame Anthony Appiah den Autor und Dissidenten Liu Xiaobo für den Friedensnobelpreis vor. Die chinesische Regierung warnt vor dieser Idee. Mehr lesen
Irgendwo in einer fernen Wolke
02.02.2010. Anders als die Kritikophoben gehen die Islamkritiker ein persönliches Risiko ein, meint die NZZ. Nichts ist wohlfeiler als Kritik am Islam, meint dagegen Stefan Weidner im Rheinischen Merkur. Die FR fühlt sich von der Islamdebatte verstört. Spiegel Online berichtet über die geheimen Verhandlungen zum internationalen Copyright-Abkommen ACTA. In der FAZ sieht der New York Times-Redakteur John Markoff den Ipad auch als ein Statement gegen die sozialen Netze. Mehr lesen
Vermutlich wurde er ermordet, vermutlich in Tokio
01.02.2010. Die Washington Post enthüllt, wie viele CDs man verkaufen muss, um auf Platz 1 der amerikanischen Klassikcharts zu landen. Die Beliebigkeit der Literaturkritik ist nicht nur ökonomischem Druck geschuldet, findet die Jungle World. In der NZZ erzählt Angelika Overath von der Verfertigung eines Schulhausromans in Sankt Moritz. Die Zerstörung in Haiti bestürzt mehrere Feuilletons. Die SZ legt nach im Islam-Streit. Die Berliner Zeitung bekennt in der gleichen Sache ihre Ratlosigkeit. Mehr lesen
Circa anderthalb goddamns pro Seite
30.01.2010. In der Welt polemisiert Ulrike Ackermann gegen einen Staat, der uns aus lauter Liebe lauter Freiheiten nimmt. Die NZZ erinnert an den brasilianischen Journalisten Euclides da Cunhas, dessen Buch "Krieg im Sertao" von 1902 die Schrecken des 20. Jahrhunderts ankündigte. In der FAZ verteidigt Sonja Margolina das Recht auf Islamkritik. Die FR bringt einen Essay Salman Rushdies über die siebte Tosünde - die Trägheit. In der SZ staunt Joachim Kaiser über Maurizio Pollini, der alles richtig macht. Außerdem wird in einigen Zeitungen noch J.D. Salinger gewürdigt. Mehr lesen
Und am Ende siegt immer diese Traurigkeit
29.01.2010. Im Hinblick auf den kommenden Tory-Sieg in Großbritannien informiert die NZZ schon mal über die angesagten Gummistiefelmarken zum Abschreiten der Landsitze. In der Berliner Zeitung wünscht sich Berlinale-Chef Dieter Kosslick Slow Filmfood. Für die FAZ ist jetzt ganz klar: Netz ändert Hirn. Carta fragt: Wer zahlt eigentlich Hotel und Jahrgangswein, wenn Vattenfall "Führende Medienmacher" zum Plausch einlädt? Die SZ bringt eine Sonderseite zu Ruhr 2010. Mehr lesen
Ein Fünkchen Leben, ein bisschen Idiotie
28.01.2010. Der Freitag polemisiert gegen den "postkolonialen Feminismus", der einen Abbau von Frauenrechten gutheißt, jedenfalls in anderen Kulturen. Das Ipad ist da: Gizmodo gibt Tipps für den Gebrauch. Im Tagesspiegel sieht die Juristin Sibylle Tönnies das Verbot der Burka in öffentlichen Gebäuden als Maßnahme in der Nachfolge des französischen Revolutionsterrors. Die Zeit geht in Dantes Hölle spielen. Mehr lesen
Nur Frankfurt kam mit keinem Wort vor
27.01.2010. Für die Welt ist Andrzej Stasiuk nach Belzec gefahren, wo es kaum noch Spuren des ehemaligen Todeslagers gibt. Im Guardian erklärt Chefredakteur Alan Rusbridger, warum er eine Paywall ablehnt: Seine Zeitung würde Millionen Leser verlieren. In der New Republic plädiert Lawrence Lessig gegen das Google Book Settlement. Alle waren beim Suhrkamp-Empfang in Prenzlauer Berg. Auch Martin Walser. Bei Spiegel Online erklärt Henryk Broder, dass er seine Karriere als Hassprediger aufgeben und jetzt Taliban werden will. Mehr lesen
Mit einem Martini und einem Orden
26.01.2010. Die FR bringt eine Diskussion über den Afghanistan-Einsatz. Die New York Times staunt über die Diskriminierung arbeitender Mütter in Deutschland. Netzpolitik und das 1 & 1-Blog diskutieren geplante Jugendschutzmaßnahmen, die es den Anbietern auferlegen, ausnahmslos jederzeit sämtliche Inhalte zu kontrollieren. Die Welt staunt über Brecht, der einen Kult für Kälte mit einer Abneigung gegen harte Butter in Einklang brachte. In der SZ spricht Jimmy Wales über die Erzeugung von Objektivität in der Wikipedia - dank der englischen Sprache. Die taz-Feministinnen zupfen weiter am Kopftuch. Stephan Grigat fordert in der Presse eine linke Kritik an der islamischen Menschenzurichtung. Mehr lesen
Menschenfreundliche Wortwundverbände
25.01.2010. In der Berliner Zeitung klagt Wolfgang Benz über den "Hass", der ihm entgegenschlug. Im Tagesspiegel erklärt Henryk Broder, warum er es als Kompliment begreift, wenn ihn deutsche Feuilletonisten als "Hassprediger" bezeichnen. Die SZ berichtet über eine Kontroverse um Yannick Haenels Roman "Jan Karski". Die FAZ bringt einen Lobgesang auf den Jungdramatiker Nis-Momme Stockmann. Und die Welt stellt den Autor Markus Albers vor, der sich künftig selbst verlegt. Mehr lesen
Tempel des digitalen Zeitalters
23.01.2010. Die taz erklärt, warum Feminismus und Islamkritik sich vielleicht doch nicht ausschließen müssen. Die FR fordert nach Lektüre von Seyran Ates neuem Buch mehr Differenzierung bei der Betrachtung des Islam. Die NZZ feiert Conlon Nancarrows hochkomplexe Musik für mechanische Klaviere. In der Welt begrüßen Berliner Suhrkamp-Autoren ihren Verlag im neuen Domizil und geben Überlebenstipps für die Hauptstadt. In der SZ warnt Jaron Lanier vor dem maoistischen Google. In der FAZ erkennt Frank Schirrmacher in Google eine Akademie der Aufklärung. Mehr lesen



