Bücherschau der Woche
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Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Ewige Werte
- Post aus der Antarktis
- Fallende Blätter: die Lage des Feuilletons heute
- Domenico Scarlatti
- Olaf Sundermeyer und der Perlentaucher: Richtigstellungen
- Die Perlentaucher-Affäre und das System Schirrmacher
- Der sogenannte neue Übersetzerstreit
- Die Zeitungen und die Freien
- Neu und Nach: ein Übersetzerstreit
- Anna Politkowskaja
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- Wikipedia und der Google Juice
- Andre Müller interviewt Arno Breker
- Canfora, Stalin, Le Goff
- 100 wichtige Intellektuelle aus der Provinz
- Adam Michnik
- Seyran Ates: Antwort auf Jutta Limbach
- An die französischen Neinsager
- Der 8. Mai war keine Befreiung
- Thomas Kling
- Let's Talk European!
- Der biedere Untergang
- Marie-Luise Scherer
- Das Ende der Berliner Seiten
- Gustav Seibt über Götz Aly
- Litchfield, Rechnitz, Thyssen-Bornemisza
- Das Kempowski-Dossier
- Nichts ohne Netz: Zeitungen online
- Grass und die SS: ein Linkdossier
- Die Öffentlich-Rechtlichen und das Netz
- Rupert Murdoch hat so Recht
- Und eine Antwort auf Mathias Döpfner
- Google Fraktur
- Die Galle der Gallier
- Post aus der Walachei
Heute in den Feuilletons
Demontage des Illusions-Korsetts
Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
29.11.2011. In der FAZ sagt der Klimaforscher Hans von Storch einen Klimawandel in der Klimaforschung an. In der FR erinnert Regisseur Thomas Heise daran, dass wir schon vor zwanzig Jahren über die neue rechtsextreme Szene in Deutschland informiert waren. Die SZ möchte kein Halal-Netz im Iran. Foreign Policy bringt eine aktuelle Ai-Weiwei-Bilderstrecke. DSK-Gate? Die NYRB fragt, ob DSK Opfer einer Verschwörung wurde. Viele Medien greifen das Thema auf. Die New Republic ist kritisch mit dem in Deutschland sehr gefeierten Maurizio Cattelan.
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Weitere Medien, 29.11.2011
Edward Jay Epstein hat für die New York Review of Books weiter in der Affäre Dominique Strauss-Kahn recherchiert. Er hält eine Verschwörung nicht für unwahrscheinlich und beißt sich an zwei Punkten fest: Warum tanzen zwei Sicherheitsleute des Sofitels auf dem Hotelflur vor Freude, als die Zimmerfrau Nafissatou Diallo ihre Aussage macht? Und wo ist DSKs BlackBerry? "Laut verschiedener, DSK nahestehender Quellen hatte er an diesem Morgen eine SMS von einer Freundin aus Paris erhalten, die zeitweilig im Pariser Büro der UMP arbeitete, Sarkozys Mitte-Rechts-Partei. Sie warnte DSK, der in den Umfragen gerade an Sarkozy vorbeizog, dass mindestens eine private E-Mail, die von seinem BlackBerry an seine Frau Anne Sinclair geschickt worden war, in den UMP-Büros in Paris gelesen worden war. Es ist nicht klar, wie die UMP-Büros an diese Mail gekommen sein könnten, aber wenn sie von seinem IWF-BlackBerry kam, hatte er Grund anzunehmen, dass er in New York unter elektronischer Bewachung stand." (In einer Fußnote erklärt Epstein, dass er und die Redaktion die Namen der Quellen kennen.)
Jed Perl, Kunstkritiker des New Republic, ist sichtlich abgestoßen von der - auch in Deutschland - viel gefeierten Mauricio-Catellan-Show im Guggenheim und dem, was sie repräsentiert: "Cattelan is at the Guggenheim because the big money in the art business is behind him. The other day, one of his minor works, a miniature model of two elevator doors, sold for just over a million dollars at Christie?s. (It comes in an edition of ten, one of which is hanging on Fifth Avenue and 89th Street.) And that was one of the more modest prices at Christie?s contemporary sale on November 8, where a Robert Gober Prison Window went for $3.3 million and a 1961 Roy Lichtenstein for $43.2 million. The collector Eli Broad was quoted, at the end of the auction, explaining that 'People would rather have art than gold or paper.' To which it seems to me the only response is that people who have millions of dollars to spend on a Cattelan, a Gober, or a Lichtenstein are not what used to be known as 'the people.'"
(via ald) Wie Amazon niemals sagen würde: Dieser Artikel könnte eine sehr kleine Gruppe von Menschen interessieren, denen die Namen der Musikkritiker Paul Nelson (Rolling Stone) und Ellen Willis (New Yorker) aus den sechziger und siebziger Jahren etwas bedeuten. Zwei Bücher mit ihren Kritiken sind herausgekommen, die Robert Christgau in der Barnes and Noble Review bespricht.
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Die Welt, 29.11.2011
Die Deutschen erleben gerade, was es heißt, eine mächtige Nation zu sein: Man ist allseitig belauert und verhasst, und die Briten sagen wie eine Aufziehpuppe das "Vierte Reich" an (Richard J. Evans rückte das letzte Woche im New Statesman wieder gerade). "Das geschieht den Deutschen recht", findet Clemens Wergin und zieht eine Parallele zum auch in Deutschland gepflegten Antiamerikanismus: "Bisher galt: Die Amerikaner sollen den größten Teil der Rüstungsausgaben der Nato-Länder bestreiten, aber mitreden wollen natürlich alle, wie diese Militärmacht eingesetzt wird. Die Rechnung ging weitestgehend an den US-Steuerzahler. Nun gilt in Europa: Die Deutschen sollen zahlen, aber bitte keine Ansagen machen. Das wäre dann doch irgendwie zu dominant."
Im Feuilleton feiert Tim Ackermann eine große Ausstellung über Los Angeles in der Kunst im Getty-Museum (die nächstes Jahr im Gropiusbau präsentiert wird). Matthias Heine kommentiert Occupy-Wall-Street-feindliche Kommentare des Kult-Comiczeichners Frank Miller. Hanns-Georg Rodek schreibt zum Tod des britischen Filmregisseurs Ken Russell.
Schön grell - die Begräbnisszene aus Russells Mahler-Film:
Besprochen werden Tankred Dorsts "Merlin" in Zürich und eine "Carmen" an der Komischen Oper Berlin.
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Neue Zürcher Zeitung, 29.11.2011
Auf der Medienseite berichtet Joseph Croitoru, wie die israelische Regierung linke Radiosender schließen lässt und ungenehme Journalisten des öffentlichen Fernsehens feuern lässt. "Israels Journalisten haben angesichts dieser Entwicklung Alarm geschlagen. Am Sonntag vor einer Woche reisten einige hundert von ihnen zu einer in Tel Aviv abgehaltenen 'Notversammlung für Medienfreiheit' an, auf der nicht nur heftige Kritik an der Medienpolitik der Regierung geäußert wurde. Die Medienvertreter gaben sich auch selbstkritisch: Bisweilen habe man sich von Politikern instrumentalisieren und sogar gegeneinander ausspielen lassen." Einen Tag nach dem Journalistentreffen beschloss das Parlament eine Verschärfung des Verleumdungsgesetzes.
Als eine der radikalsten Selbsterforschungen der letzten Jahre würdigt Andrea Köhler Joan Didions Buch über den Tod ihrer Tochter "Blue Nights": "So entpuppt sich, was zunächst als Litanei der Trauer erscheint, zuletzt als schonungslose Demontage des Illusions-Korsetts, das man gemeinhin den Alltag und in der Summe die eigene Biografie nennt. Mehr noch als um den Verlust der Tochter geht es um die Demütigung des Älterwerdens, um das Gefühl der Vergeblichkeit und das Näherrücken des Endes."
Weiteres: Patricia Grzonka stellt Wiens neues 21er Haus vor, das in Karl Schwanzers ehemaliger Weltausstellungspavillon nun die Kunst des 21. Jahrhunderts beherbergt. Aldo Keel berichtet, dass Reykjavik seinen Mittelalterdom rekonstruieren will. Georges Waser schreibt zum Tod des britischen Regisseur Ken Russell.
Besprochen werden Christoph Marthalers Inszenierung "Lo stimolatore cardiaco" im Theater Basel und Heinz-Gerhard Frieses Kulturgeschichte "Die Ästhetik der Nacht" (siehe auch unsere Bücherschau des Tages).
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Frankfurter Rundschau / Berliner Zeitung, 29.11.2011
Der Filmregisseur Thomas Heise, der 1992 und 2000 in zwei Filmen rechtsradikale Jugendliche in Halle porträtierte, erinnert daran, dass wir dank dieser Filme eigentlich schon ziemlich lange über den Rechtsextremismus in Deutschland informiert sind: "'Die Protagonisten ahnen, dass sie in der Wertschätzung einer Gesellschaft, deren Regeln sie nicht mehr durchschauen, längst als Bodensatz auf gleichem Fuß mit den Fremden stehen und versuchen, dieser Erkenntnis mit dem verzweifelten Insistieren auf dem eigenen Deutschtum zu trotzen. Diese Welt scheint Lichtjahre von dem Deutschland entfernt, an dessen Bankschaltern sich Millionen um Wertpapiere balgen - in der Hoffnung so ihrer Identität als doppelt freie Lohnarbeiter zu entfliehen.' Das kann man in der Berliner Zeitung am 24. Juni 2000 zu 'Neustadt. (Stau - der Stand der Dinge)', meinem zweiten in Halle an der Saale gedrehten Film über die erwachsen gewordenen jungen Leute lesen."
Hier ein Ausschnitt aus dem Film:
Auf der Medienseite stellt Jan Söfjer ein neues Reportage-Magazin vor, dass der Schweizer Journalist Daniel Puntas Bernet gegründet hat. "Nun ist die erste Ausgabe erschienen: sieben Reportagen auf 100 Seiten plus einige kleinere Texte. Das Heft erscheint alle zwei Monate im robusten A5-Leineneinband für 15 Euro und liegt in Bahnhofsbuchhandlungen aus. Auf reportagen.com können die Ausgaben im Online-Abo günstiger als eBook und Hörbuch bezogen werden, derzeit sind die Reportagen zum Zuhören sogar gratis." Hier das Inhaltsverzeichnis.
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Weitere Medien, 29.11.2011
Foreign Policy bringt eine aktuelle Ai-Weiwei-Bilderstrecke.
(Via turi2) Das Wall Street Journal nennt erstmals den Termin für den Börsengang von Facebook: zweites Quartal 2012: ""The company is exploring raising $10 billion in its IPO-what would be one of the largest offerings ever-in a deal that might assign Facebook a $100 billion valuation, a number greater than twice that of such stalwarts as Hewlett-Packard Co. and 3M Co."
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Die Tageszeitung, 29.11.2011
Auch auf der Kunstmesse Contemporary Istanbul hat Ingo Arend die türkischen Großmachtambitionen zu spüren bekommen: "Es war mehr als Zufall, dass CI-Generalkoordinator Hasan Bülent Karaman zur Eröffnung der 'New Art Destination' Istanbul als 'Hauptstadt dreier Imperien' pries." Sabine Leucht berichtet mäßig beeindruckt von Helene Hegemanns Auftritt mit ihren Freunden beim Spielart-Festival. Im Gespräch mit Stefan Reinecke schildert der Soziologe Andreas Willisch, wie sich die ökonomischen Kränkung des Osten in einer Stadt wie Wittenberge festgefressen hat.
Besprochen werden Alvis Hermanis Inszenierung von Puschkins "Eugen Onegin" an der Schaubühne in Berlin und Rainer Becks Studie zum Kinderhexenprozess "Mäuselmacher oder die Imagination des Bösen" (siehe auch unsere Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).
Und Tom.
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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.11.2011
Bemerkenswert selbstkritisch der Vortrag des Klimaforschers Hans von Storch zum achtzigsten Geburtstag seines Kollegen Klaus Hasselmann - die Klimaforschung habe sich in der Falle ihrer gesellschaftlichen Relevanz verheddert: "Die Einbettung von Wissenschaft in einen gesellschaftlichen Kontext wird zum Gefängnis, wenn die Nützlichkeit der wissenschaftlichen Ergebnisse für eine bestimmte Politik in den Vordergrund tritt, die Angst vor vermeintlichem Missbrauch durch politische Feinde die Feder führt. Dann werden einige Gedanken inopportun und a priori unplausibel, aber andere opportun und a priori plausibel."
Weitere Artikel: Dieter Bartetzko kommentiert das Votum für Stuttgart 21 als Niederlage des Denkmal- und Naturschutzes und fürchtet Ödnis auf frei werdenden Gleisflächen. Gerhard Stadelmaier mokiert sich über Alte-Musik-Anhänger, die gegen ein von der EU geplantes Verbot von Darmsaiten protestieren und hätte gegen ein Verbot der ganzen Bewegung wohl nichts einzuwenden (mehr zu dem Thema im Blog des Geigenbauers Dmitry Badiarov und in einem Artikel der Daily Mail). Gerhard R. Koch schreibt zum Tod des britischen Filmregisseurs Ken Russell, der einst für seine Musikerfilme berühmt war. Auf der Medienseite stellt Nina Rehfeld den Autor Jeff Kinney vor, dessen erfolgreicher Comic "Gregs Tagebuch" verfilmt und als Fernsehserie herausgebracht wird. Peter Geimer folgte einem Vortrag des Künstlers Thomas Hirschhorn, der gern extrem grausame Bilder zeigt, die von Medien zensiert werden.
Besprochen werden die Maurizio-Cattelan-Retro im New Yorker Guggenheim-Museum, Pirandellos "Man weiß nicht wie" in der Regie Roberto Ciullis in Mülheim und Bücher, darunter ein Bildband über den vor zehn Jahren verstorbenen Beatle George Harrison.
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Süddeutsche Zeitung, 29.11.2011
Elisabeth Kiderlen hat sich auf der oppositionellen Berliner Konferenz "Inside Iran" einige Beiträge zur Netzpolitik des Landes angehört und dabei auch einige Kuriositäten aufgeschnappt: "Derzeit wird überlegt, ob man ein 'halal'-Netz aufbauen soll (das Wort 'halal' ist dabei mit 'koscher' gleichzusetzen), also ein systemkonformes, überwachtes Internet, dessen Ausdehnung auf das Gebiet der Islamischen Republik beschränkt und vom World Wide Web abgetrennt ist." In der Jungle World hat Carl Melcher eine sehr detaillierte Reportage über die Konferenz geschrieben.
Weitere Artikel: Mit ihren kontroversen Vorschlägen zur Reform des Urheberrechts stellen sich die Grünen "erneut an den Beginn einer Entwicklung, die heftige Auseinandersetzungen nach sich ziehen wird", glaubt Dirk von Gehlen und freut sich: "Die Debatte kann beginnen". Kia Vahland berichtet, wie Konzerne und Investoren öffentlichen und damit kulturhistorisch relevanten Raum in Venedig und Rom aufkaufen. Beim Bach-Konzert von Leon Berben hat Michael Stallknecht "die ungeheure Sinnlichkeit im Denken des alternden Johann Sebastian" erfahren. Sehr knapp fällt Fritz Göttlers Nachruf auf den 84jährig verstorbenen Regisseur Ken Russell aus (mehr Stimmen dazu hier).
Besprochen werden ein Konzert des Komponisten Alexandros Karozas in Wien, Alvis Hermanis Inszenierung von Puschkins "Eugen Onegin" an der Schaubühne in Berlin, das neue Album der Hip-Hop-Band Freestyle Fellowship, das Jonathan Fischer restlos begeistert zum "Meisterwerk" erklärt, und Bücher, darunter eine die neue Studie des Soziologen Hans Joas zum Ursprung der Menschenrechte (mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).
Archiv: Heute in den Feuilletons
Pressestellenhafte Hauptsatzrealität
22.02.2012. Die Spanier bekommen in der Krise langsam Angst und zwar echte Angst, konstatiert der Schriftsteller Antonio Orejudo in der NZZ. Im Tagesspiegel erklärt der Autor Nikos Dimou, warum es ein Unglück ist, Grieche zu sein. Welt und FAZ sind begeistert vom erweiterten Städel-Museum in Frankfurt. Die SZ findet, es ist kein Wunder, dass Protestanten Präsidenten werden: Die können reden. Anders als ein Viertel der Deutschen, die laut FAZ nicht richtig lesen und schreiben können. Mehr lesen
Im literarischen Straflager
21.02.2012. Joachim Gauck ist der Mann der Stunde, auch in den Feuilletons. Die FAZ erklärt seinen Freiheitsbegriff. Er sei der erste von den Medien gekürte Bundespräsident, gibt die Welt skeptisch zu bedenken. Die taz nörgelt. Die NZZ findet es richtig, dass der Suhrkamp Verlag Robert Service' Trotzki-Biografie veröffentlicht. SZ und Tagesspiegel greifen nochmal in die Kracht-Debatte ein. Der Perlentaucher erklärt, warum gerade die Auskäufer von Autorenrechten den Begriff des "Geistigen Eigentums" so verteidigen. Mehr lesen
Die Leistung der freien Presse
20.02.2012. Die FR ist sehr zufrieden mit der Rolle der Medien in der Causa Wulff. Die NZZ sieht das von außen ganz anders und fand die deutschen Zeitungen abstoßend selbstgerecht. In der Welt fürchtet der ungarische Regisseur Bence Fliegauf, dass sich Europa auf den chinesischen Weg macht: "Das wäre der Tod jeder Kultur." Insgesamt schreiben die Kritiker recht positiv über den Wettbewerb der Berlinale, auch wenn jeder Kritiker die Bären im einzelnen anders vergeben hätte. Mehr lesen
Gut gemacht
18.02.2012. 17 Autoren werfen dem Spiegel in einem Offenen Brief vor, Georg Diez' Artikel über Christian Krachts Roman "Imperium" überschreite die Grenze zur Denunziation. In der taz wirft der syrische Journalist Ali al-Atassi dem Westen Tatenlosigkeit vor. Der Friedenspreis hat Boualem Sansal beim algerischen Regime nicht beliebter gemacht, berichtet der Tagesspiegel. In der SZ überlegt der Ideenhistoriker Jan-Werner Müller, warum die europäischen Intellektuellen immer provinzieller werden. Die FAZ stellt einen tschechischen Comic über die Vertreibung der Deutschen vor. Alle loben den Berlinale-Wettbewerb. Mehr lesen
Archiv: Heute in den Feuilletons
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Archiv: Heute in den Feuilletons
Nur Spiel, nur Stil, nur Attitüde
17.02.2012. In der FR spricht Peter Nadas über seine "Parallelgeschichten" und über die aktuelle Lage in Ungarn. In der NZZ fürchtet der schottische Autor John Burnside die schottische Unabhängigkeit - aus Angst vor dem Feudalismus. Techdirt zählt mal zusammen, wie oft in den USA in den letzten Jahren Copyright-Verschärfungen beschlossen wurden: genau fünfzehnmal in dreißig Jahren. Die SZ stellt den griechischen Aphoristiker Nikos Dimou, der geistvoll an seiner Heimat litt. In der FAZ vermisst Pierre Nora die kulturelle Gärung in den deutsch-französischen Kulturbeziehungen. Mehr lesen
Das werden die Brüder bitter bereuen
16.02.2012. 25.000 Freunden auf Facebook gefällt die Idee, Hamsa Kaschgari hinzurichten, meldet Spiegel Online (und anders als mit Mohammed-Zeichnungen scheint Facebook hiermit kein Problem zu haben). Deutsche Feuilletons interessieren sich aber viel mehr für den Krach um Kracht. Er hat jetzt eine Lesung in Berlin abgesagt, weil der Spiegel ihn schmähte. SZ und Freitag feiern seinen Roman "Imperium" als Meisterwerk der Ironie. Nein, er ist ein Schmarrn, meint die FR. Aber eigentlich erscheinen heute ja Peter Nadas' "Parallelgeschichten", die Joachim Sartorius im Freitag wahrhaft groß findet. Für die Zeit berichtet Jonathan Littell aus Syrien. Mehr lesen
Das Klavier, das Murmeln, das Sich-Setzen
15.02.2012. Düster sind Bernard-Henri Lévys Visionen in der Griechenland-Krise in der Welt. Noch immer nicht so richtig in Gang kommen will die vom Spiegel lancierte Debatte über die Frage, ob Christian Kracht mit rechtsextremem Gedankengut kokettiert. Die taz diagnostiziert jedenfalls eher auf "spleenige Leere". In der FAZ feiert Domink Graf Zbynek Brynychs Film "Nacht von Lissabon". Und wie steht's um das geistige Eigentum, wenn Urheber die ausschließlichen Nutzungsrechte daran abtreten, fragt ein Rechtsanwalt. Mehr lesen
Neugierde ist der Modus Operandi
14.02.2012. Die taz fragt: Warum ist in Deutschland eigentlich nur Alexander Kluge modern? In der Welt erzählt Kluge, was er mit Adorno gemein hat. UN Watch begrüßt die neuen Repräsentanten Libyens in der UN, wo sie gleich einen deutlichen Standpunkt in der Schwulenfrage vertraten. Die FAZ singt eine Hymne auf Dagmar Manzel. Le Monde fragt, worauf Bismarck hinaus will. In der FR lobt Götz Aly die Integrationsfähigkeit der SED. Außerdem mehr über Ai Weiwei und die Katzen und Douglas Coupland und die Hunde. Mehr lesen
Da war aber vor allem: die Stimme
13.02.2012. Christian Petzolds "Barbara" stößt auf die Begeisterung sämtlicher Filmkritiker. Überhaupt, so die Welt, ist die Bilanz des Berlinale-Wettbewerbs in den ersten Tagen erstaunlich positiv. Im Tagesspiegel denkt der bald achtzigjärige Alexander Kluge über Lebensläufe nach. In der taz erklärt Friedrich Küppersbusch, wie teuer es werden kann, sich selbst zu zitieren. In der NZZ kritisiert Abraham B. Jehoschua die religiösen Fundamentalisten in Israel. Spiegel Online und einige Blogs erzählen die Geschichte des saudischen Journalisten Hamsa Kaschgari, dem wegen eines Tweets die Todesstrafe droht. Alle sind bestürzt über den frühen Tod Whitney Houstons. Mehr lesen
Für Ohrfeigen geboren
11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust. Mehr lesen
Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase
10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen
Wegfall von Arbeit
09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen
Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren
08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen
Der Graf von Sandwich war in Gefahr
07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen
2000PutIN, 2012PutOUT
06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen








