Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 21.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Der späte Sieg der Sozrealisten

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

28.08.2009. Die NZZ liest russische Literatur und findet planes Erzählen und grob vereinfachte Weltbilder. In der FR vergleicht Slavoj Zizek den Gaza-Streifen zwar nicht, aber dann doch mit einem KZ. Die Welt studiert die Programme der Parteien und zweifelt an der Realisierbarkeit eine "Kulturflatrate". Die SZ vermisst Begeisterung fürs wieder aufzubauende Berliner Schloss.

Neue Zürcher Zeitung, 28.08.2009

Es geht bergab mit der zeitgenössischen russischen Literatur, meint Olga Martynova. Keiner orientiere sich mehr am Anspruch der neunziger Jahre, in denen der Literaturbetrieb einer bunt blühenden Avantgardelandschaft glich, in der jeder dachte, schrieb und verlegte, was er wollte: "Die herrschende Literaturästhetik ist im heutigen Russland so geworden, wie sie die offizielle sowjetische Kritik seinerzeit wollte: ein sentimentales und ideologisch beladenes planes Erzählen, das mit grob vereinfachten Weltbildern operiert... Der späte Sieg der Sozrealisten!"


Weitere Artikel: Das Teatro San Materno in Ascona, bekanntestes Baudenkmal des Bremer Bauhaus-Architekten Carl Weidemayer, ist nach dreißig Jahren Verfall endlich renoviert worden, erzählt Antje Bargmann. Manfred Koch liest den Brief von Schiller an Goethe zu dessen 45. Geburtstag im Echtzeit-Blog. Julian Weber erzählt, wie der Deephouse von Pepe Bradock die Techno-Szene wiederbelebt.

Besprochen werden Schumann- und Händel-Konzerte beim Lucerne Festival und zwei Comicbände von Cosey.

Auf der Medienseite stellt Marc Zitzmann neue, innovative Webseiten aus Frankreich vor, die von entlassenen Journalisten französischer Zeitungen gegründet wurden: slate.fr, mediapart, Rue89 und Bakchich.

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Die Welt, 28.08.2009

Wieland Freund hat die Programme der Parteien geprüft und bleibt beim Schlagwort "Kulturflatrate" doch recht skeptisch: "Selbst wenn man die Frage nach dem Einfluss nationaler Gesetzgebung auf ein globales System wie das Internet einmal beiseite lässt, steht eine Kulturflatrate vor gravierenden Problemen - solchen der schieren Durchführbarkeit, solchen der Wirtschaftlichkeit und, vor allem, solchen der Gerechtigkeit." Und: "Eine Kulturflatrate, die Tauschbörsen pauschal sanktionierte, könnte sich als Abwrackprämie aller Bezahlmodelle entpuppen."


Weitere Artikel: Michael Pilz feiert die "runderneuerte" Whitney Houston, die wieder ein offenbar hörenswertes Album vorgelegt hat und Michael Jacksons freigewordene Konzerttermine in London besetzen wird. Hanns-Georg Rodek kommentiert in der Leitglosse die gar nicht so schlechten Zahlen des deutschen Kinos (aber was genau ist deutsches Kino?). Lucas Wiegelmann wirft einen ersten Blick auf den in Hessen gefundendenen bronzenen Pferdekopf aus der Zeit der Varus-Schlacht. Gemeldet wird, dass der Architekt Hans Kollhoff gegen die Vergabe des Auftrags für den Schlossbau in Berlin an Franco Stella klagt. Und Uta Baier besucht das neue Museum für den Maler Emil Schumacher in Hagen.

In ihrer Kolumne auf der Forumsseite warnen Maxeiner & Miersch vor dem "Kleinterrorismus" entfesselter Tierschützer und Kreuzberger Autoabfackler: "Zivilcourage bedeutet nicht nur, wachsam zu sein, wenn der Staat die Bürgerrechte einschränken will. Die gleiche Aufmerksamkeit ist gefragt, wenn zivilgesellschaftliche Gruppen glauben, dass ihre Ein-Punkt-Programme wichtiger sind als die Grundrechte anderer Bürger."

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Frankfurter Rundschau, 28.08.2009

Der Allesdenker und jetzt auch Nahostexperte Slavoj Zizek erhebt gegen Israel wegen der Siedlungen im Westjordanland den Vorwurf der "ethnischen Säuberung" und kommentiert auch die Lage im Gaza-Streifen: "Die Palästinenser bezeichnen den Gaza-Streifen oft als 'das größte Konzentrationslager der Welt' - ein ziemlich drastischer und problematischer Vergleich, der aber im Laufe des letzten Jahres der Wahrheit gefährlich nahe gekommen ist. So sieht die Realität aus - was die hehren 'Gebete für den Frieden' im Grunde scheinheilig und obszön erscheinen lässt."


Im Interview mit Thorsten Herdickerhoff plädiert der Hamburger Historiker Bernd Wagner dafür, sich beim Gedenken an den Zweiten Weltkrieg nicht nur auf den 1. September zu konzentrieren: "Der Zweite Weltkrieg war der erste globale Krieg in dem Sinne, dass Konfliktherde in unterschiedlichen Teilen der Welt miteinander verschmolzen, woraus eine ganz neue Dynamik von Gewalt entstand. Und diese Dynamik können wir nur verstehen, wenn wir unseren Blick über die deutsche Kriegführung und das europäische Geschehen hinaus erweitern."

Auf der Medienseite nimmt Jörg Schindler eine Sonder-Ausgabe des Burda-eigenen Qualitätsboulevardblatts SuperIllu aufs Korn, die, gesponsort von der Arbeitgeber-Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, von den blühenden Landschaften im Osten schwärmt.

Besprochen werden die neue Tournee der Perkussion-Truppe Stomp, das neue Album des israelischen Musikstars Aviv Geffen und James Sallis' neuer Krimi "Dunkle Schuld".

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Die Tageszeitung, 28.08.2009

Maximilian Probst berichtet über die durch und durch höfliche Hausbesetzung in Hamburgs altem Gängeviertel unter Schirmherrschaft des Malers Daniel Richters ("Komm in die Gänge"). Besprochen werden das Album "Kings and Queens" des englischen Musiker Jamie T und verschiedene Techno-Alben.


In der tazzwei fährt Martin Reicher mit seinem Mann zum Kaffeetrinken bei Freunden nach Polen. Gordon Repunski kann feststellen, dass auch im Netz kein Wahlkampf geführt wird. Katia Meade und Deniz Tavli werben für Sachsens sympathischere, nicht-rechtsextreme Seite.

Und Tom.

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.08.2009

Andreas Platthaus spekuliert mit den Archäologen, worum es sich wohl genau beim "Sensationsfund" von Waldgirmes handelt: Teile eines Reiterstandbilds von Kaiser Augustus vielleicht? Andreas Rossmann besucht das neue "Kunstquartier" (Website)  von Hagen. Für Regina Mönch ging eine Berliner Diskussion über die Kulturflatrate so ziemlich aus wie das Hornberger Schießen. In der Glosse schwärmt heute Johann Wolfgang von Goethe vom Kind an und für sich. Andreas Kilb meldet, dass eine Klage des Architekten Hans Kollhoff gegen die Vergabe des Berliner Schlossneubau-Auftrags Erfolgsaussichten zu haben scheint - damit wäre dann allerdings alles wieder offen. "Hd" berichtet, was die Salzburger Festspiele beim Blick zurück und voraus mitzuteilen hatten.


Besprochen werden die "Hommage to Benny Goodman" von Sabine und Wolfgang Meyer beim Schleswig-Holstein Musik Festival, die Ausstellung "James Cook und die Entdeckung der Südsee" in der Kunst- und Ausstellungshalle Bonn, Bohdan Slamas Film "Der Dorflehrer" und Bücher, darunter Melitta Brezniks Roman "Nordlicht" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Süddeutsche Zeitung, 28.08.2009

Der Schriftsteller Durs Grünbein war auf den Spuren des Apostels Paulus in Rom unterwegs und füllt die ganze zweite Feuilletonseite mit den Eindrücken, die er in der dritten Person mitbringt. Hier der Anfang: "Natürlich war er auch darum nach Rom gekommen, um dort den Apostel Paulus zu finden. Das hatte er der alten Frau P., seiner Nachbarin aus Dresdner Kindheitstagen, im Stillen versprochen, dieser guten Seele, die sich in der schulfreien Zeit und in den Sommerferien manchmal um ihn gekümmert hatte. Er war in seinem Leben nie auf einen frommeren Menschen getroffen. Ihr Mann, ein Angestellter bei der katholischen Kirchenverwaltung in Sachsen, war auf einer der seltenen Westreisen, die ihm zugebilligt wurden, einmal in Rom gewesen, aber ohne sie. Seine Frau musste als Geisel zu Hause bleiben, für den Fall einer Republikflucht. Sie hatte die Herrlichkeiten, von denen sie gern erzählte, nie mit eigenen Augen gesehen. Und doch war das Haus, das sie als Hausfrau hütete, bis unters Dach mit Devotionalien vollgestopft, kleinen Marienbildchen und Kreuzen..."


Jens Bisky erklärt, warum das Berliner Schlossrekonstruktionsverfahren schon wieder vor einer juristischen Hürde steht. Das ist aber gar nicht das Schlimmste, meint er. Das eigentliche Problem sei ein Mangel an Enthusiasmus für das Humboldt-Konzept: "Die Architektur hält sich an die Vorgaben, gewinnt aber keinen eigenen sinnlichen Reiz, keine grandezza. Man kann das alles so machen wie geplant, aber es wird wohl wenig mehr dabei herauskommen als Bundestagsbeschlusserfüllung."

Weitere Artikel: Reinhard J. Brembeck bilanziert die diesjährigen Salzburger Festspiele musikalisch: Er ist beeindruckt von den gelungenen Außenseiterinszenierungen, vermisst aber das "Staunen der Erstbegegnung". Egbert Tholls Salzburger Theater-Resümee fällt noch weniger begeistert aus: "Keine Desaster, aber auch keine echte Verzauberung gab es in diesem Jahr." Wolfgang Schreiber macht Entdeckungen bei denLeizpiger Mendelssohn-Festtagen (Website). "Durchaus bemerkenswert" findet Johan Schloemann das in Waldgirmes von Archäologen geborgene Fragment einer antiken Reiterstatue. Catrin Lorch begutachtet nicht ohne Skepsis das teure neue "Kunstquartier" (Website) in Hagen.

Besprochen werden neue Bücher, darunter einiges zu Goethe sowie David Grossmans Roman "Eine Frau flieht vor einer Nachricht" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Für Ohrfeigen geboren

11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust. Mehr lesen

Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase

10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen

Wegfall von Arbeit

09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen

Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren

08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Der Graf von Sandwich war in Gefahr

07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen

2000PutIN, 2012PutOUT

06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen

Die ganze Welt inventarisieren

04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen

Hunde und Katzen, Liebe und Tod

03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen

Einschlusslöcher am Gebäudesockel

02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen

So sehr ich Warhol schätze

01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt  antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen

Also, Bürger, auf zur Wacht!

31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen

Weil es dem Franz so gefallen hat

30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen

Das korrekte Verfahren für Anarchisten

28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen

Und die Emotionen suchen blind

27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen.  Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen

Ein irrer Cut

26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen

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