Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Der Akt geht weiter

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

08.02.2008. In der FAZ erklärt Jorge Semprun, warum er Jonathan Littells Roman "Die Wohlgesinnten" so bewundert. Außerdem kritisiert der britische Philosoph John Gray die grüne Position zur Klimakrise als illusorisch. Die NZZ beklagt die politische Krise Italiens und die Welt die Krise in den deutsch-italienischen Kulturbeziehungen. Der Tagesspiegel kritisiert die FAZ-Inszenierung um Littells Roman "Die Wohlgesinnten". In der taz lernen wir: Green Porno, das sind Kurzfilme fürs Handy über Tiere, die Sex haben. Und die sind von und mit Isabella Rossellini.

Die Tageszeitung, 08.02.2008

Bild zum ArtikelGreen Porno, das sind Kurzfilme fürs Handy über Tiere, die Sex haben. Und dabei kann es ganz schön brutal zugehen, erklärt Regisseurin Isabella Rosselini im Interview: "Es ist oft ganz schön brutal. Stellen Sie sich vor: Die Gottesanbeterin frisst während des Akts den Kopf des Männchens. Dessen Nervensystem ist so eingerichtet, dass es auch ohne Kopf noch weiter Sex hat. Das Weibchen kaut auf dem Kopf des Männchens herum, aber der Akt geht weiter. Das machen wir auch in 'Green Porno'." (Das Foto zeigt Rosselini, sexed up als Schnecke.)


Weiteres: Dirk Knipphals stellt die Shortlist für den Leipziger Buchpreis vor. Zwei Mitglieder der Berlinale-Jury haben kurzfristig aus "wichtigen persönlichen Gründen" abgesagt, teilt Dietmar Kammerer mit. Besprochen werden die Ausstellung "All Inclusive" in der Frankfurter Kunsthalle Schirn und CDs von Christian Prommer und Cat Power.

Auf den Berlinaleseiten werden besprochen Guy Maddins Experimentalfilm "My Winnipeg", Paul Thomas Andersons Wettbewerbsbeitrag "There Will Be Blood", Martin Scorseses Rolling-Stones-Film "Shine a Light", Charles Burnetts Film "My Brothers Wedding" und zwei Filme über Homosexualität/Transsexualität und Islam: "Be Like Others" und "A Jihad for Love". Außerdem gibt es 16 mm Diederichsen.

Auf der Meinungsseite erklärt Paul Krugman im Interview, warum die Gefahr einer Weltwirtschaftskrise noch längst nicht gebannt ist. Robert Misik macht sich Gedanken über die Grenzen der Religionskritik. Und Dilek Zaptcioglu sieht in der Kopftuchfreiheit für türkische Studentinnen nichts als Repression.

Schließlich Tom.

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Frankfurter Rundschau, 08.02.2008

Für Daniel Kotheschulte passt die Luis-Bunuel-Retrospektive der Berlinale bestens zu diesem Festival "mit all seiner Pädagogik, dem Talentcampus, der Debütfilmreihe und den Politfilmen im Wettbewerb": "Es gibt keinen Filmstoff, der nicht von seinen Lehren profitierte: Etwa seine Verachtung gegenüber moralisch untadeligen Figuren - sie existierten für ihn einfach nicht. Oder dem 'schönen Bild': Als der mexikanische Meisterkameramann Gabriel Figueroa eine Einstellung des Films 'Nazarin' zur eigenen Zufriedenheit arrangiert hatte, komplett mit Bergmotiv, Wölkchen und Kaktus im Vordergrund, verkündete Bunuel: 'Schön, und nun drehen wir die Kamera um, damit wir vorn diese vier Ziegen und den kahlen Hügel im Hintergrund sehen.'"


Weiteres: Im Interview mit Stefan Schickhau spricht die Regisseurin Sandra Leupold über ihre Mission für die Oper: "Ich leide, wenn Oper nicht zu glauben ist und langweilt und nur Zeit kostet und keinen Gewinn bringt." Daland Segler berichtet, dass die ARD nun doch ihren für Sonntag geplanten Tatort abgesetzt hat, bei dem es um einen Ehrenmord ausgerechnet in Ludwigshafen geht. Sandra Danicke gefällt das Konzept der Art Rotterdam, junge Galerien zu präsentieren, die "ungewöhnliche Kunst zu zivilen Preisen" anbieten. Martin Dahm gruselt es bei dem Gedanken daran, dass in Spanien demnächst Anne Franks Geschichte als Musical auf die Bühne kommt. In Times mager denkt Harry Nutt über den Unetrschied von Regierung und Opposition nach.

Besprochen werden die Ausstellung zum "Action painting" in der Fondation Beyeler, Enoch zu Guttenbergs Einspielung von Bruckners vierter Symphonie und Björn Kerns Sterbehilfe-Roman "Die Erlöser-AG" (mehr in unserer Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Die Welt, 08.02.2008

Eckhard Fuhr unterhält sich mit Angelo Bolaffi, dem Leiter des italienischen Kulturinstituts in Berlin, der eine wachsende kulturelle Entfremdung zwischen Italienern und Deutschen beklagt. "So sei etwa die deutsche Debatte um Stauffenberg, den 20. Juli und die Verfilmung mit Tom Cruise in Italien kaum wahrgenommen worden. Kaum jemand kenne dort Stauffenberg. Andererseits sei in Deutschland auch noch niemand auf die Idee gekommen, Stauffenbergs italienische Parallelfigur Badoglio ins Spiel zu bringen."


Weitere Artikel: Manuel Brug unterhält sich mit Simon Rattle über seine Philharmoniker ("Sie alle sind wundervoll als Gruppe, doch einzeln können sie einem ganz schön zusetzen!"). Charles Gerhard Rump kritisiert neueste kunstfeindliche Äußerungen des Kardinals Meisner, die die Marktpreise für Gerhard Richters Werke allerdings nicht im geringsten beeinträchtigen können. Hanns-Georg Rodek bespricht Paul Thomas Andersons Berlinale-Film "There will be Blood". Peter Dittmar fürchtet, dass das "Mittelalterliche Hausbuch" von Schloss Wolfsegg ins Ausland verkauft werden soll. Und Peter Zander ist nicht richtig zufrieden mit Martins Scorsese Stones-Film "Shine a Light": "Sieben Achtel des Films sind ein bloßer, reiner Konzertmitschnitt."

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Neue Zürcher Zeitung, 08.02.2008

Rudolf Stamm schreibt zur politischen Dauerkrise in Italien, die es nicht erst seit gestern gebe und die auch nicht "von den stinkenden Abfallhaufen in Neapel" rühre: "Das eigene politische Lager zu erpressen, gehört zur systemimmanenten Normalität. Die Kommunisten in der Regierung Prodi übten sich ebenfalls in diesem Spiel. Unter Berlusconi war es die Lega Nord, die ihre Auffassung über Verfassungsreform und Wahlrecht durchsetzte. Die Erstere ist inzwischen sang- und klanglos gescheitert, doch nach dem monströsen, extreme Zersplitterung begünstigenden Wahlrecht müssen die Italiener im April ein weiteres Mal über die politischen Geschicke des Landes entscheiden. Der politische Hausverstand sagt, dass nach dem Versagen der Linken nun wieder die Rechten an der Reihe seien."


Weitere Artikel: Peter von Matt schreibt zum hundertsten Geburtstag des Germanisten Emil Staiger. Claudia Schwartz entdeckt in Hugh Stubbins' Berliner Kongresshalle ein Wahrzeichen Westberlins. Jan-Heiner Tück berichtet von Irritationen im christlich-jüdischen Dialog, seit mit dem wieder zugelassenen alten Ritus eigentlich auch für die "treulosen Juden" gebetet werden müsste. Auf der Pop-und-Jazz-Seite unterhält sich Claus Lochbihler mit Pat Metheny über dessen neues Album "Day Trip".

Auf der Medienseite erklärt Gy. anhand der zahlreichen Schweizer Gratis-Zeitungen den Unterschied zwischen Gratis und Schein-Gratis: "Der Brauch des 'Free Lunch' in der ursprünglichen Form veranschaulicht die Zusammenhänge treffend: Die Offerte eines Gratis-Mittagessens diente seinerzeit amerikanischen Saloon-Betreibern dazu, Kunden anzuziehen, die es dann - einmal im Lokal - nicht beim Essen bewenden liessen, sondern durchs Konsumieren von Getränken Geld einbrachten, und zwar typischerweise einiges mehr, als die Wirte für die Gratis-Mahlzeit aufzuwenden hatten."

Außerdem spricht "ras" mit Michael Haller über die Gratiszeitungen. "set" stellt die seltsame Internet-Ökonomie dar, in der nur derjenige viel Geld verdient, der seine Dienste kostenlos zur Verfügung stellt.

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Der Tagesspiegel, 08.02.2008

Bereits gestern kritisierte Gregor Dotzauer die FAZ-Inszenierung um Jonathan Littells Roman "Die Wohlgesinnten": "Zu welchem Ergebnis man auch kommen mag: Es kann nicht über den Zerfall einer breiten literarischen Öffentlichkeit hinwegtäuschen, die hier noch einmal simuliert wird." Aber stimmt es, wie Dotzauer in seiner Kritik der von der FAZ angstoßenen Debatten behauptet, dass der Name von Heinrich Himmler in Martin Mosebachs Büchner-Preisrede "erst noch hineinredigiert wurde, um sie offen anstößig zu machen"? (Wie soll das gelaufen sein - hat Mosebach seine Rede von der FAZ erst redigieren lassen, bevor er sie gehalten hat?)


Aktualisierung von 11.55 Uhr zu unserer Frage: Leser schicken uns einen Link der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, die Mosebachs Rede als pdf dokumentiert. Der Name Himmler steht tatsächlich nicht drin, allerdings zitiert Mosebach Himmlers Satz "... Dies erkannt zu haben und dabei anständig geblieben zu sein..." Die Anspielung wird in der FAZ-Version der Rede also durch die Namensnennung nur kenntlich gemacht.

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.02.2008

Der britische Philosoph John Gray kritisiert grüne Antworten auf die Klimakrise als bequem und illusorisch: "Es gibt nur einen vernünftigen Weg: Wir müssen den Bedarf an fossilen Brennstoffen einschränken und, da niemand auf sie verzichten wird, sie sauberer machen. Also müssen wir Technologien einsetzen, die viele Umweltschützer mit abergläubischem Horror betrachten. Bei der Atomenergie gibt es bekanntlich Probleme mit der Sicherheit und der Müllentsorgung. Sie ist keineswegs das Allheilmittel, doch sie zu verteufeln ist schlimmste grüne Ideologie."


Im Interview äußert sich der Schriftsteller und KZ-Überlebende Jorge Semprun begeistert über Jonathan Littells Roman "Die Wohlgesinnten": "Die Erinnerung an den Genozid wie an die Resistance stirbt, wenn sich nicht junge, nachgeborene Schriftsteller dieser Stoffe annehmen. Bald wird es keine überlebenden Zeitzeugen mehr geben. Natürlich haben wir die Zeugnisse der Opfer und die Dokumente in den Archiven. Die Historiker werden weiter über den Zweiten Weltkrieg schreiben. Aber nur die Dichter können das Erinnern erneuern. Das hat jetzt ein vierzigjähriger Amerikaner, der Französisch schreibt, gemacht. "

Weitere Artikel: Nicht nur die G 8-Unterrichtsreform, auch das Problemfeld überehrgeizige Eltern gehört auf die Tagesordnung. Findet Christian Geyer und freut sich, dass die erprobte Polemikern Lotte Kühn ("Lehrerhasserbuch") es mit ihrem neuen Buch "Supermuttis" genau dahin jetzt auch setzt. Zwei freie Plätze im Berlinale-Palast hat in der ersten von zwei Glossen Michael Althen zu vermelden: Die Jury-Mitglieder Susanne Bier und Sandrine Bonnaire haben ihre Teilnahme leider absagen müssen. Und in der zweiten Glosse befasst sich Jochen Hieber mit Fußballerlegendenstatistiken. Peter Körte hat sich mit dem Filmemacher Todd Haynes über seinen Bob-Dylan-Film "I'm Not There" unterhalten. Gerhard Rohde berichtet von der "Musica Viva" in München. Mit dem rasant nach Westen sich ausbreitenden Seefrosch macht uns Joachim Müller-Jung bekannt. Andreas Rossmann schreibt zum Tod der ehemaligen Wuppertaler Museumsdirektorin Sabine Fehlemann.

Auf der Berlinale-Seite lobt Andreas Platthaus Martin Scorseses Stones-Dokumentation "Shine A Light" ohne Überschwang, aber doch als "Auftakt nach Maß". Bert Rebhandl stellt das Programm der Experimental- und Kunstfilmrubrik "Forum Expanded" vor, in dem unter anderem Isabella Rossellinis Insekten-Kurzfilme "Green Pornos" zu sehen sind. Daneben finden sich Kritiken zu Guy Maddins "My Winnipeg" im Forum und zu Eran Riklis' "Lemon Tree" im Panorama.

Auf der Medienseite berichtet Karen Krüger über die Absetzung des "Tatorts" am kommenden Sonntag. Er handelt von Ehrenmord in einer türkischen Familie und spielt ausgerechnet in Ludwigshafen.

Besprochen werden ein Konzert von Jacques Palminger im Frankfurter Mousonturm, eine Amsterdamer Inszenierung von Mozarts "Entführung aus dem Serail", die Düsseldorfer Ausstellung "Fotos schreiben Kunstgeschichte", Kasi Lemmons' Film "Talk To Me" und Bücher, darunter Knud Romers Roman "Wer blinzelt, hat Angst vor dem Tod" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Süddeutsche Zeitung, 08.02.2008

Willibald Sauerländer schwelgt in der großen Mark-Rothko-Retrospektive in der Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung München im Rausch der Farbe. "Andere Maler haben sich der Monochromie verschrieben. Rothko erfüllt seine Bilder mit dem ganzen Farbkreis: mit allen Brechungen von Rot, Orange und Purpur, aber auch mit dem gefährlichen, stechenden Gelb, selten nur mit dem unspirituellen Grün, aber gerne mit Braun- und Pflaumentönen, am liebsten wohl mit dem dunklen, nächtigen Blau, der Farbe der Romantik."


Weitere Artikel: Regisseur Paul Thomas Anderson beharrt im Interview mit Thomas Häntzschel darauf, dass sein zweieinhalbstündiges Öl-Epos "There Will Be Blood", das heute auf der Berlinale gezeigt wird, ohne Stil, Politik und sonstigen Tand auskommt. Malte Dahlgrün weist auf die infam niedrige Besoldungklasse W hin, die dazu führt, dass Schullehrer mehr verdienen als Universitätsprofessoren. Willi Winkler glossiert die stargesprenkelte Verleihung der Goldenen Kamera in Berlin. Rockstars waren noch nie politisch korrekt, meint Andrian Kreye zum Auftritt von Deep Purple bei Gazprom. In Stockholm ist ein Großteil des bildnerischen Nachlasses von Peter Weiss aus dem Keller der Witwe gestohlen worden, informiert Thomas Steinfeld.

Auf der Literaturseite staunt Tim B. Müller über Urs Marti, der in einem Artikel in der Internationalen Zeitschrift für Philosophie Marx und Tocqueville parallel liest und damit zumindest letzeren aktuelle Relevanz entlockt. Lothar Müller resümiert angeregt einen Vortrag von Glenn W. Most, der im Berliner Wissenschaftskolleg über den ungläubigen Thomas sprach.

Im Medienteil bremst Hans Leyendecker die investigativen Kollegen von der FR, die zu Unicef recherchiert hatte: Die Praxis, Rechercheergebnisse den Strafverfolgern zuschanzen, sei "grenzwertig".

Besporchen werden Gert Hagen Seebachs Inszenierung von Hans Werner Henzes erster Oper "Boulevard Solitude" am Nürnberger Opernhaus, Martin Scorseses "furioser" aber nicht ganz ernster Rolling-Stones-Dokumentarfilm "Shine a Light", der gestern die Berlinale eröffnete, und Bücher wie Alison Bechdels Comic-Roman "Fun Home".

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Vom Verenden des Verstehens

26.05.2012. Pfingstereignis Feuilleton! In der FAZ überlegt Durs Grünbein, warum Dichtung unerlässlich ist. In der SZ schreibt Günter Grass ein erlässliches Gedicht. In der NZZ beschreibt Botho Strauss den Idioten als freien Geist. In der Welt droht der Künstler Gregor Schneider Documenta-Chefin Carolyn Christov-Bakargiev mit Kunst. Im Tagesspiegel wünscht sich Johannes Schneider etwas mehr Ehrlichkeit in der Urheberrechtsdebatte. In der taz schlägt Ulrich Kühne vor: Nur noch sechs Prozent für die Verwerter. Mehr lesen

Grenzen spielen eine ambivalente Rolle

25.05.2012. Heise Online und die Welt melden: Die Urheberrechtsabgaben für USB-Sticks steigen um bis zu 1850 Prozent. Die FR bewundert in ihrer Cannes-Kolumne Nicole Kidman in der Rolle ihres Lebens. Die FAZ resümiert die spanische Debatte um Mario Vargas-Llosas jüngstes Buch "La civilización del espectáculo". Mehr lesen

Belebung der Leiber

24.05.2012. In der NZZ beschreibt die Schriftstellerin Mansura Eseddin die Situation kurz vor den Wahlen in Ägypten. In der taz erzählt Wes Anderson, was ihn an den 60er Jahren interessiert. In der FAZ erklärt Peer Steinbrück dem Genossen Thilo Sarrazin noch einmal, warum wir den Euro brauchen. In der Zeit erklärt FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher dem Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo: Die Piraten sind keine Modeerscheinung. SZ, Welt und taz feiern den neuen Film von Leos Carax und seinen Hauptdarsteller mit dem hässlichen und wunderschönen, bösen und romantischen Gnomengesicht: Denis Lavant. Mehr lesen

Pragmatische Theorie der Tücke

23.05.2012. Die Welt erzählt, was man in der großen Ausstellung über den jungen Dürer in Nürnberg lernen kann. Und sie spricht sich gegen die Vorschläge der Piratenpartei zum Urheberrecht aus.  In der SZ begrüßt der Historiker Michael Wildt neue Blicke auf die Gewaltzusammenhänge des 20. Jahrhunderts. Und Georg Klein zerschneidet Schnecken. Slate.fr fragt: Wie frauenfeindlich darf ein Festival wie Cannes sein? Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Gelegentlich auch finster und bizarr

22.05.2012. Die Inszenierung von "The Rake's Progress" in Frankfurt ist zwar ein bisschen bieder, findet die FR, aber ansonsten: tolle Oper! Die FAZ stellt erstaunliche Parallelen zwischen den Urheberrechtspositionen der SPD und der Piraten fest. Die SZ versucht mithilfe der Nobeltpreisträgerin Elinor Ostrom Urban Gardening und Filesharing zu verstehen. Alle trauern um Robin Gibb. Und die NZZ meint zur Position der deutschen Sarrazin-Kritiker: "Hilflos strampeln sie mit im System der Vermarktung, das sie verdammen." Mehr lesen

Figur der Jederzeitlichkeit

21.05.2012. Wie können die Europäer eigentlich in ein Land kommen, wo gefoltert wird, um ein Fußballfest zu feiern?, fragt Juri Andruchowytsch in der FR. Aber sie singen ja auch in Baku, notiert die taz. Im sonnigen Cannes hebt sich die Düsternis dänisch-österreichischer Autorenfilme besonders vorteilhaft ab, findet die Welt. Im Perlentaucher plädiert Katharina Hacker für das Teilen von Texten - und gegen "Geistiges Eigentum". Die NZZ lernt in Japan: Wer hundert werden will, muss lernen, lernen, lernen.  Mehr lesen

Auch bei geringsten dynamischen Graden

19.05.2012. In der Welt gratuliert Kontatin Grcic dem Designerkollegen Dieter Rams, der ihn auf den Pfad der Tugend zurückführte. Die taz überlegt, ob die Geschichte von kino.to als Hollywoodfilm nachzuerzählen wäre, und welche Rolle dabei den Verbänden der Filmindustrie zukäme. Die SZ kritisiert in der Urheberdebatte den Autoren-Aufruf und fordert konstruktive Lösungen. Die FAZ bewegt sich mit Grausen durch spanische Investitionsruinen. Alle trauern um Dietrich Fischer-Dieskau. Mehr lesen

Das Theater, es lebt, es lebt

18.05.2012. Die Berliner Volksbühne ist wieder auferstanden, meldet die taz nach dem Berliner Theatertreffen. Die Welt ist beglückt von Wes Andersons Film "Moonrise Kingdom", der das Festival von Cannes eröffnete. Das Blog Movie Morlock hat passend zum Anlass Glamour-Fotos aus den besseren Jahren des Festivals zusammengestellt. In der FAZ macht Frank Rieger vom CCC einen Vorschlag zur Steuerrevolution. In deutschen Blogs wird immer noch recht heftig über den Urheber-Aufruf diskutiert. Gibt es ein Menschenrecht auf "Geistiges Eigentum"? Mehr lesen

Sie rezensieren, loben und verbreiten auch

16.05.2012. Der Urheber-Aufruf sorgt weiter für Debatten - nun melden sich allerdings auch Autoren, die ihn kritisieren. Cora Stephan will in der Welt die Front gegen die Leser aufbrechen. Benjamin Stein fordert in der Jüdischen Allgemeinen die Anpassung des Urheberrechts an das digitale Zeitalter. Alle Zeitungen begrüßen den Büchner-Preis für Felicitas Hoppe. Nur die SZ überlegt, wer ihr lieber gewesen wäre. Mehr lesen

Viel mit der Hand abgeschrieben

15.05.2012. Die taz kritisiert die Bild: Denn die macht keinen soliden Journalismus, wie er zum Beispiel von Elke Heidenreich verkörpert wird. Jörg Lau kritisiert in seinem Zeit-Blog die taz und erinnert sie daran: Auch wer provoziert, ist nicht selbst schuld, wenn er am Ende dafür umgebracht wird. Die FR ist traurig über die Gentrifizierung Hamburgs. Und Sibylle Lewitscharoff plädiert in der FAZ fürs Urheberrecht. Mehr lesen

Von bürgerlichen Medien empfohlen

14.05.2012. Heftig herumgedruckst wird bei der Berichterstattung über den Eklat bei der Verleihung des Henri-Nannen-Preises: Eigentlich missgönnt SZ-Redakteur Hans Leyendecker den Kollegen von der Bild den Preis gar nicht, schreibt die Bild. Und die SZ zitiert lieber eine Stellungnahme des Netzwerks Recherche - als wäre das nicht Leyendeckers Club. Die taz findet trotzdem: Die SZ-Kollegen sind Helden. Die FAZ ist empört über eine Aktion anonymer Hacker, die die Adressen von Unterzeichnern der Aktion "Wir sind die Urheber" veröffentlichen und mit weiteren Aktionen drohen. Mehr lesen

Unbeeindruckt vom Hohn der Kunstwelt

12.05.2012. Die Urheberrechtsdebatte tost und rumpelt weiter: "Ihr seid nicht (mehr) systemrelevant", ruft Udo Vetter den "Wir sind die Urheber"-Urhebern zu. Euer Geschäftsmodell ist von gestern, bedauert die FR. Vor kurzem protestierten Urheber doch noch gegen Verwerter, wundert sich die SZ. Auf Spiegel Online erinnert Volker Kauder daran, dass auch die Freiheit der Kommunikation Schutz verdient. Die NZZ befasst sich mit dem Dackel in der Kunst. Die FAZ bewundert die Erektion eines Möhrenmännleins. Und: die SZ schlägt den Nannen-Preis für die Bild-Zeitung aus. Mehr lesen

Auch das Spiel folgt Regeln

11.05.2012. Im Tagesspiegel fordert der Drehbuchautor Thomas Bohn: Künstler, erfüllt die Bedürfnisse eures Publikums. Carta fürchtet, dem Künstler geht es bald wie der Milchkuh. Die FAZ dankt für die Würdigung der Verwerter. Die taz findet die Vorstellung von Liquid Democracy naiv: Politik brauche Profis. Die SZ begutachtet die weißen Elefanten in Kiew und Warschau. Die NZZ durchforstet das Angebot der Multioptionsgesellschaft. Mehr lesen

Man versucht, die Revolution herauszuhalten

10.05.2012. In der Zeit pochen hundert Urheber auf ihr Recht. Und Peter Sloterdijk bezweifelt, dass André Rieu in der Lage ist, eine Philosophie-Sendung im ZDF zu moderieren. Die Urheberrechtsdebatte reißt auch in weiteren Medien Gräben auf: Im Freitag fordert der Konzertagent Berthold Seliger eine Reform, die eine Verkürzung der Schutzfristen einschließt. Der Urheberrechtsexperte Till Kreutzer fordert im WDR, dass man die Gegebenheiten der Digitalisierung zur Kenntnis nimmt. Und Foreign Policy meldet: die Prediger der Christenverfolgung haben jetzt schon eine Million Follower. Mehr lesen

Wie eine Kühlbox mit Deckel obendrauf

09.05.2012. Der Tagesspiegel ist froh, dass Berlin nur einen Flughafen eröffnen will. Es hätte noch peinlich kommen können. Der Perlentaucher schaut mit Mitleid auf die narzisstische Kränkung, die das Netz dem Liberalismus zufügt. Die taz druckt schon wieder einen Europa-Appell mit Daniel Cohn-Bendit. In der Welt fragt Ralf Fücks von der grünen Böll-Stifung, ob aus den Piraten je was werden kann. Die NZZ wirft einen Blick auf das neu erblühende Kulturleben in Simbabwe. In der FAZ telefoniert Michael Krüger über Skype mit einem griechischen Freund. Mehr lesen

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