Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 11.02.2012, 21.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Moralisch unglaubwürdig

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

05.12.2007. Die taz dokumentiert einen offenen Brief einer Reihe prominenter europäischer und afrikanischer Autoren an die Staatschefs des bevorstehenden EU-Afrika-Gipfel: "Wir staunen über so viel politische Feigheit." In der FR meint Robert Kaltenbrunner: Die Architektur der Stadt ist eine Bewirtschaftung der Zeit. Der Tagesspiegel fragt: Ist Martin Amis ein Rassist? Die taz schildert die unwürdige Odyssee, zu der Taslima Nasrin in Indien gezwungen wird. Das Deutschlandradio ist nicht hundertprozentig zufrieden mit dem Buch zur Perlentaucher-Debatte über Islam in Europa.

Die Tageszeitung, 05.12.2007

Die taz dokumentiert den Offenen Brief prominenter Autoren wie Günter Grass, Jürgen Habermas, Vaclav Havel und Wole Soyinka zum EU-Afrika-Gipfel, der sich zwar das Thema Menschenrechte auf die Fahnen geschrieben hat, Darfur und Simbabwe aber nicht behandeln will: "Trotz der gemeinsamen Verantwortung Europas und Afrikas, solche Krisen anzugehen, steht keine von beiden auf der Tagesordnung. Es wurde keine Zeit für die formelle oder informelle Diskussion dieser Themen eingeplant. Was kann man zu dieser politischen Feigheit sagen? Wir erwarten von unseren Entscheidungsträgern, dass sie vorangehen - und das mit moralischer Entschiedenheit! Wenn sie das nicht schaffen, stehen wir alle moralisch unglaubwürdig da. Wo sie den schwierigen Themen ausweichen, machen sie sich selbst irrelevant."


Bernard Imhasly schildert die unwürdige Odyssee, der die von Fatwas islamischer Extremisten bedrohte Schriftstellerin Taslima Nasrin als Spielball politischer Kräfte in ihrem derzeit indischen Exil ausgesetzt ist. 1980 mit dem Roman "Schande" bekannt geworden, hat Nasrin nun ein neues Buch veröffentlicht: "Frauen haben keine Heimat". "Die bengalische Schriftstellerin führt in diesen Tagen den existenziellen Beweis ihrer Behauptung. Bengalische? Das stimmt im sprachlichen Sinn, denn Nasrin spricht und schreibt in Bengali. Aber von der Staatszugehörigkeit her stimmt es seit über zehn Jahren nicht mehr - Bürgerin von Bangladesch ist Taslima Nasreen nicht mehr, nachdem die Regierung in Dhaka sich geweigert hatte, ihren Pass zu verlängern. Seither hat sie einen schwedischen Pass. Aber macht sie dies zu einer Schwedin? Ja, folgt man dem Argument indischer Passbeamten, die kaltblütig-bürokratisch behaupten, es sei unmöglich, einer schwedischen Staatsbürgerin in Indien Asyl zu geben."

Weiteres: Adrienne Goehler führt durch die erste große deutsche Einzelausstellung der israelischen Künstlerin Sigalit Landau "The Dining Hall" in den Berliner Kunst-Werken. Christiane Rösinger besichtigte im Berliner Tempodrom Tim Mälzers Kochshow "Ham'se noch Hack".

Auf der Meinungsseite spricht der Oppositionelle Oswaldo Paya im Interview über die unterdrückte Meinungsfreiheit in Kuba und seine Sorge, "dass es bei anhaltender Ignoranz der kubanischen Regierung gegenüber dem Wunsch nach Wandel und bei anhaltender Unterdrückung auch zu Gewalt kommen kann." Renee Zucker erklärt, was die GEZ und der österreichisch-katholischen Kirchensender K-TV miteinander zu tun haben.

Schließlich Tom.

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Neue Zürcher Zeitung, 05.12.2007

Birgit Sonna lobt die Schau mit Werken aus Max Beckmanns Amsterdamer Exiljahren in der Münchner Pinakothek der Moderne. Andreas Kilcher erinnert an den am Samstag in Paris verstorbenen Geschichtsphilosophen und Literaturwissenschaftler Stephane Moses. Die umstrittene Vergabe des Turner Prize an den Künstler Mark Wallinger kommentiert Georges Waser: Dessen von der Jury hochgelobte Installation "State Britain" rekonstruiert das Londoner "Friedenslager" von Brian Haw, mit dem Wallinger jedoch das Preisgeld nicht teilen will. Und Georg-Friedrich Kühn hofft, dass die Berliner Opernhäuser, deren jüngste Premieren er für allenfalls "achtbar" hält, endlich künstlerisch abheben.


Besprochen werden die Ausstellung mit Modellen von Santiago Calatravas Sportstadien im Musee Olympique in Lausanne, Frank Castorfs Inszenierung "Emil und die Detektive" an der Berliner Volksbühne und Bücher, darunter Peter Reichels Biografie über den "deutschen Revolutionär" Robert Blum und zwei Bücher von Paul Maar (mehr dazu in der Bücherschau ab 14 Uhr).

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Die Welt, 05.12.2007

Leider sind die Artikel heute nur zum kleinen Teil online gestellt.


Hendrik Werner erzählt aus bekanntem Anlass, wie die Deutschen im 18. Jahrhundert ihre Leidenschaft fürs Lotto entdeckten. Hanns-Georg Rodek weist in der Leitglosse auf ein Hamburger Treffen der Filmbranche hin, wo über die Novellierung des Gesetzes zur Filmförderung diskutiert wird. Dazu passt ein Artikel von Katharina Dockhorn, die berichtet, dass die verschiedenen Verbände von Film- und Fernsehproduzenten trotz mannigfacher Anläufe keine Fusion zustande bringen. Elmar Krekeler führt sich die Verfilmung von Philip Pullmans Fantasy-Bestseller "Der goldene Kompass" zu Gemüte. Uwe Schmitt schildert den Ärger, den der atheistische Pullman mit den Evangelikalen in den USA hatte. Berthold Seewald erinnert an die Schlacht von Leuthen vor 250 Jahren und einem Monat. Kai-Hinrich Renner durchblättert das neue Glamourmagazin Liebling. Manuel Brug erinnert an den Komponisten Wolfgang Korngold, der vor fünfzig Jahren gestorben ist.  Uta Baier stellt den britischen Künstler Mark Wallinger vor, der in diesem Jahr den Turner-Preis gewinnt.

Besprochen werden eine Aufführung von Heiner Müllers "Anatomie Titus", inszeniert von Dimiter Gottscheff, am Deutschen Theater Berlin und eine AC/DC-DVD.

In einem Forums-Essay geißelt Wolf Lotter die Demontage Stefan Austs als Sieg der Mittelmäßigkeit.

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Frankfurter Rundschau, 05.12.2007

Städtebau besteht in der hohen Kunst, ungleichzeitige Prozesse zu steuern, stellt der Architekt und Stadtplaner Robert Kaltenbrunner in einer Betrachtung über die Architektur der Stadt fest. Sie sei eine Art "Bewirtschaftung der Zeit". "Ohnehin wird man einräumen müssen, dass der Rhythmus einer belebten Stadt von Ungleichzeitigkeit geprägt ist. Es funktioniert nichts nach einem zentralen Zeitregime. Jahreszeiten und Öffnungszeiten dürfen keine Rolle mehr spielen, wenn Spontanes, Ungeplantes und Unerwartetes möglich sein soll. Eine Stadt ist nur dann lebendig, wenn man darauf hoffen darf, dass nicht alles nach Plan verläuft. Die tatsächlich urbane Stadt lebt wesentlich von der beständigen Erwartung, dass alles, was ist, auch anders sein könnte."


Weiteres: Sandra Danicke stellt den Träger des diesjährigen Turner-Preises Mark Wallinger vor, der unter anderem 2004 im Bärenkostüm zehn Nächte lang durch die Berliner Nationalgalerie getapert war. Jürgen Otten porträtiert das Sinfonieorchester des Westdeutschen Rundfunks. Und in Times mager kommentiert Harry Nutt die Berliner Entscheidung für ein Riesen-Riesenrad. Zu lesen ist außerdem ein ausführliches Interview mit Dustin Hoffman, dessen neuer Film "Mr. Magoriums Wunderladen" morgen anläuft, über Trinksprüche, Machtmenschen und Computer-animierte Schauspieler.

Besprochen werden Chris Weitz? Fantasyfilm "Der goldene Kompass" und ein opulentes Zehn-CD-Hörbuch "Doktor Faustus" mit Musik von Hermann Kretzschmar.

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Der Tagesspiegel, 05.12.2007

Jens Mühling kommentiert den britischen Streit um Martin Amis, der Verurteilungen von Selbstmordattentaten in der muslimischen Bevölkerung vermisste und seitdem als Rassist kritisiert wird. "Man könnte den Streit als britische Angelegenheit abtun, für die auch schon ein Label gefunden ist: Als 'Blitcons' werden neuerdings 'britische literarische Neokonservative' bezeichnet, die wie Amis, Salman Rushdie oder Ian McEwan keinen Hehl aus ihrer Ablehnung des Islamismus machen. Doch der Streit weist über die Insel hinaus, auf eine Frage, die westliche Intellektuelle zunehmend auseinanderdividiert: Wie hältst du?s mit dem Islamismus? Amis in England, Christopher Hitchens in Amerika, Andre Glucksmann in Frankreich, in Deutschland Hans Magnus Enzensberger und Ralph Giordano: Noch ist die neue Phalanx disparat. Aber sie wächst." Alle Links zur Amis-Debatte finden sich auf der Website des Guardian.

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.12.2007

Jürgen Kaube attestiert der Bildungsdebatte in Deutschland eine "Mischung aus pädagogischen Heilsversprechen und der Bereitschaft zur Verlogenheit" und will, wo wir schon einmal bei Bildungsproblemen sind, die taz-AutorInnen Anna Lehmann und Christian Füller zu "soziologischen Lesefähigkeitstests" schicken, weil sie auf ungleich verteilte Bildungschancen hinweisen. Gina Thomas porträtiert den diesjährigen Turner-Preisträger Mark Wallinger aka der Mann im Bärenkostüm. In der Glosse kommentiert Jürg Altwegg vom Zorn der Schweizer auf Heiner Geißler, der in der Schweiz eine "diffuse, fast rechtsradikale Atmosphäre" zu spüren glaubte. Von der siebten Architekturbiennale in Sao Paolo berichtet Wolfgang Pehnt. Carsten Dippel hat eine Konferenz an der Evangelischen Akademie in Berlin besucht, auf der deutsche und israelische Wissenschaftler Fragen der Bioethik diskutierten.


In Klaus Ungerers Gerichtsbericht geht es diesmal um einen Gefängnis-Sanitäter, der den Herzinfarkt eines jungen, seitdem gesundheitlich schwer beeinträchtigten Algeriers nicht erkannte. Jordan Mejias informiert über Brad Pitts Pläne, in New Orleans 150 Ökohäuser bauen zu lassen. Andreas Platthaus porträtiert Eva Maria Hoyer, die Direktorin des neu eröffneten Leipziger Grassi-Museums. Einen kurzen Nachruf auf den Literaturwissenschaftler und Philosophen Stephane Moses hat Lorenz Jäger verfasst. Auf der Medienseite findet noch einmal Jürg Altwegg das neue französische Gesetz gegen Netzpiraterie ganz richtig, denn: "Ohne Polizei im Internet scheint es keinen Sinneswandel zu geben."

Besprochen werden Sarah Polleys Regiedebüt "An ihrer Seite", Sewan Lachinians Senftenberger Inszenierung einer Dramen-Version von Joachim Zelters Roman "Schule der Arbeitslosen", die Uraufführung von Gerhard Stäblers Oper "Letzte Dinge" in Würzburg, der Auftritt der isländischen Band Mum in der Berliner Volksbühne, Paul Chalmers Leipziger Neuinszenierung von Tschaikowskys "Nussknacker"-Ballett und Bücher, darunter Peter Hobbs' Roman "Am Ende eines langen Tages" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Aus den Radios, 05.12.2007

Dorothea Jung hat für die "Politische Buch"-Sendung des Deutschlandfunks das Buch "Islam in Europa" besprochen, das auf der Bruckner-Buruma-Debatte in Perlentaucher und signandsight.com beruht: "Was denn aber der angemessene Weg ist, mit dem Islam in Europa umzugehen, diese Erkenntnis bleibt die Perlentaucher-Debatte schuldig. Denn es fehlen Stimmen, die sorgsam und ohne Polemik die Vereinbarkeit von Islam und Demokratie untersuchen. Auch wenn zum Schluss der in Damaskus geborene Deutsche Politikwissenschaftler Bassam Tibi die Bedingungen nennt, innerhalb derer der Islam europäisch werden kann." (Na immerhin!) Auf der gleichen Seite lässt sich der Beitrag auch anhören.

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Süddeutsche Zeitung, 05.12.2007

Die SZ dokumentiert ebenfalls den Offenen Brief zum EU-Afrika-Gipfel, aber sinnvollerweise nur versteckt in der Printausgabe. Alexander Menden stellt den selbstbewussten Gewinner des diesjährigen Turner-Preises Mark Wallinger vor. Petra Steinberger informiert über das Ökosiedlung-Projekt, das Brad Pitt mit Avantgarde-Architekten in New Orleans realisieren will. Lothar Müller berichtet von einer Veranstaltung, in der Bundespräsident Horst Köhler den ersten Band einer Werkausgabe von Theodor Heuss präsentierte. Mirjam Hauck resümiert eine Tagung der Akademie des deutschen Buchhandels über Kinder- und Jugendbücher. Heiko Flottau berichtet über eine zweitägige Konferenz in Alexandria, auf der der Romancier Lawrence Durrell gewürdigt wurde. Volker Breidecker stellt die einstige Innsbrucker Avantgarde-Zeitschrift "Der Brenner" vor, die neben Karl Kraus? "Fackel" nun ebenfalls vollständig im Internet zu lesen ist. Gemeldet wird der Erwerb eines Großteils von Handke-Autographen durch die österreichische Nationalbibliothek.


Die Schallplattenseite ist heute monothematisch dem "Originalgenie" Carl Philipp Emanuel Bach gewidmet. Reinhard J. Brembeck widmet sich den Klaviersonaten, Jörg Königsdorf den Sinfonien und Helmut Mauro schreibt über die Motetten, Passionen und Oratorien des Komponisten. Und in einem Interview erklärt der ungarische Tastenspieler Miklos Spanyi, warum das Clavichord das beste Instrument für dessen Musik ist.

Besprochen werden ein Konzert der 19-jährigen Pianistin Lise de la Salle im Münchner Herkulessaal, in Kurzkritiken die Ausstellung "Filmische Wahrheiten" im Heidelberger Kunstverein, Dito Tsintsadzes Film "Der Mann von der Botschaft" , das neue Album "As I am" von Alicia Keys, Yasmina Rezas Stück "Der Gott des Gemetzels" am Schauspiel Köln, eine Ausstellung über die "Münchner Illustrierte" im Literaturhaus München sowie ein vierbändiges Monumentalwerk über Kasimir Malewitsch von Andrei Nakov (mehr dazu in unserer Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Für Ohrfeigen geboren

11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust. Mehr lesen

Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase

10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen

Wegfall von Arbeit

09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen

Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren

08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Der Graf von Sandwich war in Gefahr

07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen

2000PutIN, 2012PutOUT

06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen

Die ganze Welt inventarisieren

04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen

Hunde und Katzen, Liebe und Tod

03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen

Einschlusslöcher am Gebäudesockel

02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen

So sehr ich Warhol schätze

01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt  antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen

Also, Bürger, auf zur Wacht!

31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen

Weil es dem Franz so gefallen hat

30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen

Das korrekte Verfahren für Anarchisten

28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen

Und die Emotionen suchen blind

27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen.  Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen

Ein irrer Cut

26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen

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