Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 11.02.2012, 11.38 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

06.09.2007. Die Zeit fragt sich, wie man gegen den neuen Sexismus angeht, der seinen Frauenhass nicht ernst meint, sondern nur verkaufen will. Die Welt fragt, was Konvertiten am Islam reizt. Die taz setzt auf ein ostdeutsches 68. Die FAZ war auf dem Theaterfestival von Kabul. Die SZ entdeckt Deutschlands Herz zwischen Wittenberg und Weimar. Und die FR bewundert Santiago Calatravas Chicago Spine, der sich wie Rauch aus einem Lagerfeuer in den Himmel windet. 

Die Zeit, 06.09.2007

Nach zwanzig Jahren legt Emma ihre PorNo-Kampagne wieder auf, Iris Radisch bezweifelt, dass der neuen Brutal-Pornografie, den Gangbang-Videos und Porno-Rappern mit bunten Stickern beizukommen ist: "Das alles zu bedauerlichen, aber unvermeidbaren Liberalisierungsschäden in einer freien Gesellschaft zu erklären, ist nicht mehr möglich. Das alles wirksam zu bekämpfen aber auch nicht. Denn dieser Feind ist nicht mehr mit Trillerpfeifen zu beeindrucken. Den Geschäftsgeist des Neoliberalismus, der wahllos alles herstellt und vertreibt, was sich verkaufen lässt, unterscheidet vom Sexismus alten Stils, dass er für moralische Appelle unerreichbar ist. Der Sexismus meinte seinen Frauenhass ernst. Er war durch Moralisierung zwar nicht zu bekehren, aber immerhin noch zu erreichen. Der Zynismus von heute macht sich aus dem Frauenhass einen Spaß, solange er dafür Abnehmer findet."


"Muss man sich nicht ernstlich um eine Nation sorgen, die so viele Abgesänge und Depressionen, Melancholiker, Resignierte und Psychotiker auf die Leinwand bringt?", fragt Katja Nicodemus nach all den amerikanischen Filmen um den Irakkrieg, den 11. September und andere Traumata, die sie bisher in Venedig gesehen hat.

Weiteres: Am Rande freut sich Gero von Randow über die neue Picidae-Software, die Text in Bild umwandelt und somit ermöglicht, verbotene Inhalte aus dem Netz zu fischen, ohne dass etwa chinesische Zensoren dahinterkommen. Peter Kümmel schreibt ein Doppelporträt der Schauspielerin Heidemarie Rohweder und ihrer Tochter Nina Hoss. Volker Hagedorn besucht den schwerkranken Komponisten Hans Werner Henze, der mit Phaedra gerade seine 14. Oper komponiert hat, die heute in der Staatsoper Berlin uraufgeführt wird. Vor dem anstehenden Tag des Denkmals untersucht Holger Brüls die Krisensymptome der Branche. Heike Kunert berichtet von der Trauerfeier für Ulrich Mühe.

Besprochen werden Manu Chaos neues Album "La Radiola", neue CDs von Iannis Xenakis und dem Moneybrother sowie die John-Waters-Kollektion auf DVD.

Im Aufmacher des Literaturteils preist Ulrich Greiner Rüdiger Safranskis "Romantik" als spannend erzählte deutsche Geistesgeschichte. Für das Dossier betrachtet Martina Keller die nahezu unbegrenzten Möglichkeiten der Biomedizin in Israel.

nach oben

Frankfurter Rundschau, 06.09.2007

"Der sich nach oben wendelnde 'Spire'," zitiert Dirk Fuhrig den spanischen Architekten Santiago Calatrava, der in Chicago mit dem 'Chicago Spire' das höchste Haus des Kontinents plant, "solle den aufsteigenden Rauch aus einem Lagerfeuer der Indianer abbilden - Reminiszenz an die vorkoloniale Epoche, in der die Ufer des Lake Michigan bevorzugtes Siedlungsgebiet der amerikanischen Ureinwohner waren. Diese geschichtsromantisch anmutende Symbolik einmal beiseite gelassen: Betrachtet man die Pläne und Modelle, so wirkt der'Chicago Spire' extrem rank und schlank. Die von Calatrava verwendete neuartige Beton-Konstruktion erlaubt es, das Gebäude trotz kleiner Standfläche weit in die Höhe zu treiben."


Anderes: Harry Nutt schreibt über die Eröffnung des 7. Internationalen Literaturfestes in Berlin und zeigt sich besonders von der "bewegenden Rede" des israelischen Schriftstellers David Grossman beeindruckt. In der Kolumne Times Mager denkt Peter Michalzik über das Kochen nach. Christian Schlüter begrüßt die Rückkehr von Lucky Luke. Hans-Klaus Jungheinrich unterhält sich mit dem estnischen Komponisten Erkki- Sven Tüür, dem die Alte Oper Frankfurt zu Saisonbeginn das Komponisten- Porträt widmen wird.

Besprochen werden Paul Greengrass' Thriller "Das Bourne Ultimatum" (den Daniel Kothenschulte "tollkühn inszeniert" findet und als "reinen Augenschmaus" feiert), Adam Shankmans John-Waters-Remake "Hairspray", Ed Herzogs Film "Schwesterherz", dessen Drehbuch Heike Makatsch und Johanna Adorjan geschrieben haben (und den Rüdiger Suchsland "immer eine Spur zu dick aufgetragen" findet) sowie Michael Kleebergs Roman "Karlmann" (mehr ab 14 Uhr in unserer Bücherschau des Tages).

nach oben

Neue Zürcher Zeitung, 06.09.2007

Marli Feldvoss zieht eine Zwischenbilanz des diesjährigen Filmfestivals von Venedig, das sich für sie durch eine große Bandbreite des Kinos auszeichnet: "Die 64. Mostra hat zwar von Anfang an die Phalanx der Amerikaner vorgeschoben, hat sich im Verlauf jedoch als ein Festival der vielen Spielarten des Kinos erwiesen, das mühelos von der Aktualität des Irak-Kriegs oder der klassenbewussten Sozialchronik zur klassischen Leichtigkeit des über achtzigjährigen Eric Rohmer schwenken kann, der mit 'Les Amours d'Astree et de Celadon' ein Schäferstück aus dem frühen 17. Jahrhundert in eine überzeugende moderne Liebesgeschichte verwandelt. Rohmer benötigt keine fremden Zitate, sondern kann an die eigene erprobte Werktreue seiner früheren Literaturverfilmungen anknüpfen, um den Charme und die subtile Erotik einer längst vergangenen Zeit auf die Leinwand zu bannen."


Weitere Artikel: Georges Waser porträtiert Damien Hirst, dessen diamantenbesetzter Totenschädel gerade für einen Rekordpreis verkauft wurde, als "Künstler der Stunde". In einem Kommentar warnt "ujw." mit Verweis auf den antiken Mythos vor der in England nun gesetzlich erlaubten Produktion von Stammzellen-Chimären.

Besprochen werden Adam Shankmans Remake von John Waters' "Haispray", Tom Ci Cillos Film "Delirious" und Bücher, darunter Christina von Brauns und Bettina Matthes' Studie "Verschleierte Wirklichkeit. Die Frau, der Islam und der Westen" und Michael Ondaatjes Roman "Divisadero" (siehe auch unserer Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

nach oben

Süddeutsche Zeitung, 06.09.2007

Ihr Neuberliner, vergesst Fontane, Preußen und brandenburgische Herrenhäuser!, ruft Gustav Seibt den neuen Freunden des Berliner Umlandes zu: "Wer zweihundert Kilometer weiter nach Süden fährt, gelangt in ein Gebiet, wo deutlich mehr los war, dessen Geschichte so verzwickt und kleinteilig ist, dass sie für nostalgische Identifikationen völlig untauglich ist, obwohl von hier buchstäblich fast alles ausging, womit Deutschland die Welt positiv beeinflusst hat. Zwischen Wittenberg an der Elbe und Weimar an der Ilm erstrecken sich diese nach Süden zu immer gebirgigeren Gegenden, in deren kleinen Städten sich für drei Jahrhunderte eine geistige Produktivität in einer Dichte entfaltete, für die man Parallelen nur in der Toskana der Renaissance oder im antiken Griechenland findet. Thüringen und die ehemals anhaltischen Gebiete sind das, was man in Italien immer von Umbrien sagt: das Herz unseres Landes. Aber davon schweigen des Liedes Stimmen, die von Preußen so viel zu sagen wissen."


Weitere Artikel: Thomas Steinfeld kommentiert den Nachruf auf die amerikanische Literaturkritik, den der renommierte amerikanische Literaturkritiker Steve Wasserman, vor ein paar Tagen in der Columbia Journalism Review veröffentlicht hat. Susan Vahabzadeh schickt einen zufriedenen Bericht vom Filmfestival in Venedig (und unterhält sich mit Hartmut Bitomsky über seinen Festivalbeitrag "Staub"). Andreas Schubert berichtet von Streikplänen finnischer Regisseure für mehr staatliche Filmförderung. Von Johannes Willms erfahren wir, dass der neue französische Präsident Nicolas Sarkozy den rund 850.000 Lehrenden an den Schulen und Universitäten des Landes einen 32 Seiten langen Brief mit Manifestcharakter geschrieben hat (O-Ton: "Unsere Kinder werden niemals zu Weltbürgern werden, wenn wir uns als unfähig erweisen, sie zu Bürgern Frankreichs und Europas zu erziehen.").

Dirk Graalmann informiert über die Absage einer Kundgebung gegen die Islamisierung Europas des Vereins Pax Europa in Köln. Wolfgang Schreiber unterhält sich mit Peter Mussbach, dem Intendanten der Berliner Staatsoper Unter den Linden, der dort gerade die Uraufführung von Hans Werner Henzes "Phaedra" inszeniert. Tobias Lehmkuhl fasst seine Eindrücke von der Eröffnung des 7. Internationalen Literaturfestivals in Berlin zusammen, in deren Mittelpunkt die Rede des israelischen Schriftstellers David Grossman steht.

Online gemeldet wird der Tod des Startenors Luciano Pavarotti.

Besprochen werden Adam Shankmans John-Waters-Remake "Hairspray" mit John Travolta im Fatsuit in der Rolle der Divine, (der Rainer Gansera "außerordentliches Vergnügen" bereitet hat), Norbert Lechners Josef-Einwanger-Verfilmung "Toni Goldwascher", Coline Serreaus Selbstfindungskomödie "Saint-Jacques . . . Pilgern auf Französisch", die Ausstellung "Peter Zadeks Menschentheater" in der Berliner Akademie der Künste (die von Christine Dössel höflich verrissen wird), und Bücher, darunter Martin Amis leidenschaftliche Abrechnung mit dem Stalinismus "Koba der Schreckliche. Die zwanzig Millionen und das Gelächter" (mehr ab 14 Uhr in unserer Bücherschau des Tages).

nach oben

Die Tageszeitung, 06.09.2007

"Womöglich braucht es eine Art ostdeutsches 68, durch das die nötigen Prozesse in Gang kommen, damit sich die ostdeutsche Gesellschaft kritisch mit sich selbst auseinandersetzen kann," sagt der Autor Gunnar Hinck auf der Meinungsseite im Gespräch mit Daniel Schulz in Hinblick auf die "Sprachlosigkeit ostdeutscher Politiker" nach Ereignissen wie in Mügeln.


Weiteres: Dirk Knipphals war auf der Eröffnung des 7. Internationalen Literaturfests in Berlin und hebt besonders David Grossmans Eröffnungsrede hervor. Besprochen werden Coline Serreaus neuer Film "Saint Jacques ... Pilgern auf Französisch", Takashi Miikes Wettbewerbsbeitrag beim Filmfest in Venedig "Sukiyaki Western Django", Adam Shankman neu verfilmte John-Waters-Musicaladaption "Hairspray", Paul Greengrass' Thriller "Das Bourne Ultimatum", Frank Martins szenisches Oratorium "Le vin herbe" und Christoph Marthalers Theaterabend "Sauser in Italien", die beide die diesjährige RuhrTriennale eröffnet haben.

Auf der Medienseite wird gemeldet, dass das Bundesverfassungsgericht den Weg für die Ausstrahlung des Contergan-Films "Eine einzige Tablette" freigemacht hat.

Und Tom.

nach oben

Die Welt, 06.09.2007

Nach der Festnahme zweier zum Islam konvertierter und unter Terrorverdacht stehender Deutschen fragt sich Mariam Lau, was diese jungen Konvertiten am militanten Islam so reizt: "Früher überwog unter den deutschen Islam-Konvertiten oft die Unzufriedenheit mit der eigenen Religion, speziell mit der schwer vermittelbaren Dreifaltigkeit des Christentums, mit Schuldgefühlen, Erbsünde, dem gekreuzigten Messias mit seinen quälenden Zweifeln." Heute wollen die Konvertiten dagegen die volle Dosis, und dies meist politisch. Es gebe "viele Rechte und enttäuschte Linke, die den Islam politisch aufladen mit Imperialismuskritik, Antiamerikanismus, Antisemitismus, Ekel vor Konsum und westlicher Dekadenz. 'In einer Lebenskrise bietet der Islam einfache Lösungen an. Er regelt den Tagesablauf, ist totalitär, hat klare Feindbilder', sagt Claudia Dantschke dazu."


Im Feuilleton: Uwe Wittstock erinnert sich an das erste Treffen der Gruppe 47, das heute vor 60 Jahren im Allgäu stattfand und zu einer "dominierenden literarischen Institution der Bundesrepublik" werden sollte. Peter Dittmar bemerkt in einem Artikel über Plagiate, dass das Erstellen einer Hausarbeit "inzwischen mehr zu einer Kopier- als zu einer Denkarbeit" geworden ist. Uta Baier besuchte in Venedigs Palazzo Fortuny eine Ausstellung des Düsseldorfer Kurators Mattijs Visser ("vergesst die Documenta!"), Jan-Christopher Deissner bespricht das Album "Lady's Bridge" des ehemaligen Pulp-Gitarristen und "professionellen Melancholikers" Richard Hawley. Auf der letzten Seite findet sich zudem ein Interview mit dem Leiter des Militärgeschichtlichen Forschungsamts in Potsdam, das heute 50 Jahre alt wird.

Auf der Kinoseite sah Thomas Abeltshauser die subversive Komödie "Hairspray", in der John Travolta Fummel trägt, Brigitte Preissler bespricht Anna Justices Kinodebüt "Max Minsky und ich". Außerdem widmet man sich dem Film "Saint Jaques...Pilgern auf Französisch" der Regisseurin Serreau.

nach oben

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.09.2007

Die viel reisende Theaterkritikerin Renate Klett berichtet von einem Theaterfestival in Kabul: "Ein Steinchen im Puzzlebild des neuen Afghanistan ist das Theaterfestival, das seit 2004 alljährlich stattfindet und in seiner vierten Saison fünfzig Vorstellungen aus allen Teilen des Landes präsentiert. Es sind Aufführungen, bei denen der Inhalt wichtiger ist als die Form, meist nicht länger als dreißig Minuten, ohne Bühnenbild und Technik. Knappe Geschichten, die von Krieg und Gewalt handeln, von Frauenunterdrückung, Polizeikorruption oder Aberglauben - politisch engagiertes Amateurtheater, das die Wunden des Landes vorzeigt und manchmal auch deren Heilung. Es wird vorwiegend von Männern gespielt, aber es gibt ein paar Frauengruppen, bei denen junge Mädchen mit viel Lust und ein bisschen Rache böse oder dumme Männer darstellen."


Weitere Artikel: Jürgen Kaube glossiert die Neigung deutscher Professoren, in den ersten Wochen des Semesters durch Abwesenheit zu glänzen - und stellt fest, dass die Deutsche Forschungsgemeinschaft auch munter in dieser Zeit Kongresse finanziert, die genau zu diesem Phänomen führen. Andreas Kilb hält es noch einmal ausdrücklich für bedeutsam, dass mit "Der Baader-Meinhof-Komplex" und "Valkyrie" gleich zwei Großproduktionen zur deutschen Geschichte in und um Berlin gedreht werden: "Aber es gibt keine Zufälle. Es gibt nur Zeichen und Konstellation." (Und das endlose Herumreiten auf einem Thema, das gibt es auch.) Helmut Mayer kommentiert die Glaubenszweifel von Mutter Teresa. Gerhard Rohde gratuliert dem Dirigenten Wolf-Dieter Hauschild zum Siebzigsten.

Auf der Kinoseite berichtet Michael Althen aus Venedig, wo ihm Todd Haynes' Bob-Dylan-Film "I'm Not There" gut, Abdellatif Kechiches "Le grain et le mulet" noch besser gefallen hat. Dirk Schümer schreibt über einen ebenfalls in Venedig vorgestellten Dokumentarfilm von Polo Benvenuti über eine Affäre des Komponisten Giacomo Puccini. Andreas Kilb kommentiert unfreundlich die Tatsache, dass beim "Päpstin"-Projekt nach Volker Schlöndorffs Rauswurf mit Sönke Wortmann als Ersatzmann jetzt alles läuft wie geplant - der Film wird zugleich für Fernsehen und Kino produziert.

Besprochen werden eine Robert-Indiana-Ausstellung in Kleve, eine Berliner Ausstellung zu Arthur Schnitzler, eine Ausstellung zu Kölner Bauten des Architekten Joachim Schürmann, Konzerte unter James Levine, Mariss Jansons und Lothar Zagrosek beim Musikfest in Berlin, Anna Justice' Film "Max Minsky und ich" und Literatur, darunter Rob Sheffields Pop-Buch "Love is a Mix Tape" (mehr in unserer Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

nach oben

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

Archiv: Heute in den Feuilletons

Für Ohrfeigen geboren

11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust. Mehr lesen

Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase

10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen

Wegfall von Arbeit

09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen

Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren

08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Der Graf von Sandwich war in Gefahr

07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen

2000PutIN, 2012PutOUT

06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen

Die ganze Welt inventarisieren

04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen

Hunde und Katzen, Liebe und Tod

03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen

Einschlusslöcher am Gebäudesockel

02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen

So sehr ich Warhol schätze

01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt  antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen

Also, Bürger, auf zur Wacht!

31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen

Weil es dem Franz so gefallen hat

30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen

Das korrekte Verfahren für Anarchisten

28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen

Und die Emotionen suchen blind

27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen.  Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen

Ein irrer Cut

26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen

Gesamtes Archiv Heute in den Feuilletons