Bücherschau der Woche
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
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Heute in den Feuilletons
Heute in den Feuilletons
Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
05.09.2007. Dreißig Jahre nach Beginn des Deutschen Herbstes erinnert die FR an den Kult der Gewalt der Siebziger. Andres Veiel beschreibt im Tagesspiegel, wie die RAF eine ganze Generation an den Angelhaken bekam. Die NZZ kann aber feststellen: Der revolutionäre Gestus hat ausgedient. In der FAZ verteidigen sich die Klimaskeptiker gegen die Apokalyptiker. Die taz staunt über die Familienseligkeit der neuen Männerliteratur. Und in der Welt schreibt David Grossman: "Das gute Buch macht den Leser einzigartig."
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Frankfurter Rundschau, 05.09.2007
In einem Essay auf den Politikseiten untersucht Arno Widmann unter der Überschrift "High sein, frei sein, Terror muss dabei sein" die unaufhaltsame internationale Ausbreitung eines Kultes der Gewalt in den Siebzigern. "Aber es wäre ganz falsch sich vorzustellen, der reale Terror sei von der Kunst nur reflektiert worden. Der Furor der Zerstörung, nicht nur ein Hauptthema, sondern auch ein wesentlicher Antrieb der Westkunst nach 1945, hat in einigen Ländern - darunter auch in der Bundesrepublik - eine sehr deutliche Rolle bei der Herausbildung der terroristischen Ideologie und Praxis gespielt."
In einem weiteren Text untersucht Wolfgang Kraushaar alten und neuen Terrorismus.
Im Kulturaufmacher stellt Sylvia Staudte das in den USA erschienene Buch "Poems from Guantanamo" vor. Das Gewicht des von dem Anwalt Marc Falkoff herausgegebene Bändchens sei zwar ein "rein symbolisches", doch: "Drei Dinge vor allem machen das Buch um vieles spannender, als es eine ästhetische Bedeutung sein könnte: seine Entstehungsgeschichte; die jetzt in englischsprachigen Zeitungen angezettelten Diskussionen; und die eigene Wahrnehmung. Denn natürlich kann man als Leser gar nicht anders, als in den spärlichen, oft unbeholfenen Zeilen nach Anzeichen dafür zu suchen, ob der jeweilige Verfasser nun Terrorist ist oder nicht, schuldig oder unschuldig. Es ist ein Reflex, der sich nicht abschalten lässt, so unsinnig er ist."
Weiteres: Arno Widmann und der Leiter des 7. Internationalen Literaturfestivals Berlin Ulrich Schreiber diskutieren in einem Briefwechsel programmatische Gestaltungsmöglichkeiten der für den 13. September geplanten Veranstaltung zum Thema "Grenzen der Toleranz". Stefan Schickhaus begleitete das Osnabrücker Symphonieorchester bei der ersten Konzertreise eines westlichen Orchesters seit der Islamischen Revolution von 1979 in den Iran. Theresa Valtin stellt den neuen Leiter des Internationalen Festivals in Edinburgh Jonathan Mills und sein Programm zu dessen 60. Geburtstag vor. Und in Times mager berichtet Harry Nutt über die Veröffentlichung detaillierter Dossiers von Geheimdienstobservationen des britischen Schriftstellers George Orwell.
Besprochen werden eine Aufführung des weltlichen Oratoriums "Le vin herbe" des Schweizer Komponisten Frank Martin bei der RuhrTriennale und Bücher, darunter Georges-Arthur Goldschmidts Erzählung "Die Befreiung" (mehr dazu in unserer Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).
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Der Tagesspiegel, 05.09.2007
Der Filmemacher Andres Veiel erinnert sich 30 Jahre nach der Entführung Hanns Martin Schleyers an den Deutschen Herbst, in dem er vom Zuschauer "zum Subjekt der Geschichte" wurde: "Baader, Ensslin und Meinhof waren für uns weniger die 'neuen Menschen' einer revolutionären Epoche als diejenigen, die sich opferten. Der Mythos des Märtyrertums. Damit hatten sie meine Generation am Angelhaken. Wir waren nur Alibi-Rebellen, die nie in den Untergrund gegangen wären. Die Widersprüche der RAF, ihr Zynismus, die Anmaßung zu entscheiden, wer auf die Todesliste gesetzt wird - all diese Zweifel kamen mir bald, aber ich machte sie mit mir alleine aus. Weil ich nicht schon wieder nicht dazugehören wollte."
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Die Tageszeitung, 05.09.2007
Im Aufmacher untersucht Jörg Magenau, wie deutsche Autoren wie Dirk von Petersdorff, Burkhard Spinnen oder John von Düffel plötzlich die Freuden von Vaterschaft und Windelschlacht entdecken. "Deutsche Autoren entdecken ihr Vaterglück, als würden sie vom Familienministerium dafür bezahlt oder hätten demnächst eine Auszeichnung mit dem Vaterkreuz zu erhoffen. Dabei entsteht eine Männerliteratur der besonderen Art, die in ihrer Fortpflanzungsfreude und Familienseligkeit an die 50er-Jahre erinnert - auch wenn es mit der Fruchtbarkeit nicht immer zum Besten bestellt ist."
Weiteres: Cristina Nord berichtet vom Filmfestival Venedig über die Wettbewerbsfilme "Bang Bang Wo Aishen" ("Help me Eros") des Taiwaners Lee Kang-Sheng und "Im not there" des Amerikaners Todd Haynes über die Vita Bob Dylans. Und im Interview plaudert die Sängerin Annett Louisan über ihr neues Album "Das optimale Leben" und ihr Lolita-Image.
In tazzwei stellt Denis Yücel den jetzt erschienenen Lucky-Luke-Band "Die Gesetzlosen" von 1951 vor. Auf der Meinungsseite denkt Hilal Sezgin vor dem Hintergrund von 60000 verbrannten Schafen und Ziegen in Griechenland über moralphilosophische Verpflichtungen gegenüber Tieren nach.
Schließlich Tom.
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Die Welt, 05.09.2007
"Das gute Buch macht den Leser einzigartig", heißt es in der Rede des israelischen Schriftstellers David Grossman zur Eröffnung des Internationalen Literaturfestivals Berlin, die die Welt nachdruckt: "Im Idealfall kann die Literatur uns die Gnade gewähren, uns ein wenig über die Kränkung der Entmenschlichung hinwegzuhelfen, die das Leben in großen, anonymen, globalisierten Gesellschaften uns antut: die Kränkung, selbst in einer "groben" Sprache beschrieben zu werden, in Klischees, Verallgemeinerungen und in Stereotypen; die Kränkung unserer Verwandlung in einen - wie Herbert Marcuse sagte - eindimensionalen Menschen."
Peter Zander hat sich in Venedig Todd Haynes' Meditation über Bob Dylan angesehen. Große Klasse findet er Cate Blanchett, die in einer Episode den Rockmusiker Dylan gibt: "Sie müsste am Ende des Festivals die Coppa Volpi bekommen, nicht als beste Schauspielerin, sondern, als bester Schauspieler." Wieland Freund wirft einen Blick in die jetzt veröffentlichten Akten, die der MI5 über George Orwell angelegt hat: "Von geiferndem McCarthyismus wie in den USA jedenfalls keine Spur. Aus Orwells Veröffentlichungen gehe hervor, so ein MI5-Offizier namens W. Ogilvie, 'dass er es nicht mit der Kommunistischen Partei hält und sie nicht mit ihm.' Thomas Abeltshauser weist auf die neue Serie "Brothers and Sisters" hin, in der Calista Flockhart eine konservative Radio-Moderatorin spielt.
Besprochen werden Paul Greengrass' Thriller-Fortsetzung "Bourne-Ultimatum" (den Hanns-Georg Rodek zum "intelligenten Action-Film des Jahres kürt) und Willy Deckers Inszenierung von Frank Martins "Le vin herbe" zur Eröffnung der Ruhrtriennale in Duisburg,
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Neue Zürcher Zeitung, 05.09.2007
Dreißig Jahre nach dem "Deutschen Herbst" konstatiert Joachim Güntner: Es gibt keine RAF-Sympathisanten mehr in Deutschland - Zeichen eines grundlegenden Wandels der politischen Stimmungslage: "Die Kontexte von damals sind verblasst. Niemand predigt mehr Solidarität mit Befreiungskämpfern aus der Dritten Welt. Der revolutionäre Gestus hat ausgedient. Ernst Blochs 'Geist der Utopie' wird nicht mehr beschworen, und seine Feststellung, es stehe doch 'in der Regel so, dass die Seele schuldig werden muss, um das schlecht Bestehende zu vernichten', taugt nicht mehr zur Rechtfertigung revolutionärer Gewalt. Überhaupt hat das Rechtfertigen ein Ende. Es herrscht Unlust, die Motive der Terroristen im Politischen zu suchen. Sie in rigoroser Verkürzung als Mörderbande auf dem Egotrip zu porträtieren, war einmal die Domäne des konservativen Boulevards. Heute kultivieren sogar linksliberale Intellektuelle dieses Bild."
Weitere Artikel: Rolf-Urs Ringger berichtet vom Septembre Musical in Montreux-Veyvey. Auf der Kinder- und Jugendbuchseite wird eine neue Reihe des kookbooks-Verlags vorgestellt, deren Bände kleine Kunstwerke sind. Thomas Binotto hat die ursprüngliche Fassung von Astrid Lindgrens "Pippi Langstrumpf" gelesen, die sogenannte "Ur-Pippi".
Besprochen werden ein Konzert der Bamberger Symphoniker unter Jonathan Nott beim Lucerne Festival, eine die eigenen Bestände musternde Ausstellung im Kunstmuseum Winterthur und Lucas Heinrich Wüthrichs große Matthaeus-Merian-Biografie.
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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.09.2007
Kürzlich hat der Klimaforscher Stefan Rahmstorf in der FAZ all jene, die dem Ausruf der Klimaapokalpyse skeptisch gegenüber stehen, als Häuflein von Verblendeten beschrieben - nun schreiben sieben Denunzierte zurück, darunter Cicero-Chefredakteur Wolfram Weimer, Trendforscher Matthias Horx und brand eins-Autor Wolf Lotter: "Die Autoren dieser Zeilen werden in dem Beitrag als Teil einer finsteren Verschwörung geoutet, die Klimaschutzmaßnahmen verhindern. Es ist ein heiliger Krieg, ein Dschihad, den Rahmstorf da führt. Und es werden keine Gefangenen gemacht: Er reißt Zitate aus dem Zusammenhang, streicht, lässt weg - damit seine Weltuntergangsankündigung nicht in Gefahr gerät. Um auf all dies sachlich einzugehen, fehlt hier der Raum, wir haben deshalb eine Seite mit Richtigstellungen ins Internet gestellt (www.achgut.de)." (Der Artikel wird auch schon in diversen Blogs heftig diskutiert, zum Beispiel bei Stefan Niggemeier).
Weitere Artikel: Gina Thomas hat in der jetzt veröffentlichten Geheimdienstakte von George Orwell gelesen und findet, dass der britische Geheimdienst vom selben "Ordnungswahn" befallen war wie die Stasi. Jordan Mejias hat fünfzig Jahre nach dem Erscheinen Jack Kerouacs Kultbuch "On the Road" wiedergelesen. Arnold Bartetzky informiert über die wachsende Zahl von "gated communities" in Polen. Beim Festival in Venedig hat Dirk Schümer an zwei italienischen Wettbewerbsbeiträgen wenig Gefallen gefunden. Michael Gassmann stellt das Konservatorium von Kairo vor. Alexander Cammann berichtet von einem Marbacher Kolloquium, auf dem über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Begriffsgeschichte diskutiert wurde. Wie es auf einer Akademie für hochbegabte Kinder zugeht, weiß Kilian Trotier. Alexander Jürgs porträtiert die Modedesignerin Vuokko Nurmesniemi, an deren Kleider einst auch Jackie Kennedy gefallen fand.
Besprochen werden Paul Greengrass' Film "The Bourne Ultimatum", die Berliner Grafik-Ausstellung "Illustrative 07", Konzerte mit Jonathan Nott, Pierre Boulez, Peter Eötvös und Jean Deroyer beim Lucerne Festival und Bücher, darunter Annette Mingels' Geschichtenband "Romantiker" (mehr in unserer Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).
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Süddeutsche Zeitung, 05.09.2007
Ausführlich fasst Jörg Häntzschel die hitzige Debatte zusammen, die zwei Bücher in Amerika über das Verhältnis zwischen den USA und Israel ausgelöst haben: "Die Israel-Lobby" von John Mearsheimer und Stephen Walt und die schäumende Replik "The Deadliest Lies". Alexander Menden erzählt die Geschichte der Bespitzelung von George Orwell durch den britischen Geheimdienst. Johannes Boie stellt die offenbar äußerst unterhaltsame Veranstaltungsreihe PechaKucha der Berliner Künstler Joachim Stein und Iepe Rubingh vor, deren Vortragsplätze künftig auf Ebay ersteigert werden können. Kathrin Lauer berichtet über einen Streit um die Sanierung des Hermannstädter Kirchturms.
Besprochen werden der Film "The Bourne Ultimatum", flankiert von einem Interview mit Hauptdarsteller Matt Damon, eine Ausstellung über den Modemacher Valentino im römischen Museo dell?Ara Pacis, die Tristan-Oper "Le vin herbe" des Schweizer Komponisten Frank Martin bei der RuhrTriennale, die Uraufführung des Lied-Projekts "Strophen für übermorgen" des Komponisten Georg Katzer und des Dichters Durs Grünbein beim Kunstfest Weimar, eine Ausstellung von Herlinde Koelbls Haar-Fotografien im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe und Bücher, darunter Jörg Magenaus taz-Geschichte. "Eine Zeitung als Lebensform" und der Textband "Meine wichtigsten Körperfunktionen" von Jochen Schmidt (siehe hierzu unsere Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).
Archiv: Heute in den Feuilletons
Vom Verenden des Verstehens
26.05.2012. Pfingstereignis Feuilleton! In der FAZ überlegt Durs Grünbein, warum Dichtung unerlässlich ist. In der SZ schreibt Günter Grass ein erlässliches Gedicht. In der NZZ beschreibt Botho Strauss den Idioten als freien Geist. In der Welt droht der Künstler Gregor Schneider Documenta-Chefin Carolyn Christov-Bakargiev mit Kunst. Im Tagesspiegel wünscht sich Johannes Schneider etwas mehr Ehrlichkeit in der Urheberrechtsdebatte. In der taz schlägt Ulrich Kühne vor: Nur noch sechs Prozent für die Verwerter. Mehr lesen
Grenzen spielen eine ambivalente Rolle
25.05.2012. Heise Online und die Welt melden: Die Urheberrechtsabgaben für USB-Sticks steigen um bis zu 1850 Prozent. Die FR bewundert in ihrer Cannes-Kolumne Nicole Kidman in der Rolle ihres Lebens. Die FAZ resümiert die spanische Debatte um Mario Vargas-Llosas jüngstes Buch "La civilización del espectáculo". Mehr lesen
Belebung der Leiber
24.05.2012. In der NZZ beschreibt die Schriftstellerin Mansura Eseddin die Situation kurz vor den Wahlen in Ägypten. In der taz erzählt Wes Anderson, was ihn an den 60er Jahren interessiert. In der FAZ erklärt Peer Steinbrück dem Genossen Thilo Sarrazin noch einmal, warum wir den Euro brauchen. In der Zeit erklärt FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher dem Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo: Die Piraten sind keine Modeerscheinung. SZ, Welt und taz feiern den neuen Film von Leos Carax und seinen Hauptdarsteller mit dem hässlichen und wunderschönen, bösen und romantischen Gnomengesicht: Denis Lavant. Mehr lesen
Pragmatische Theorie der Tücke
23.05.2012. Die Welt erzählt, was man in der großen Ausstellung über den jungen Dürer in Nürnberg lernen kann. Und sie spricht sich gegen die Vorschläge der Piratenpartei zum Urheberrecht aus. In der SZ begrüßt der Historiker Michael Wildt neue Blicke auf die Gewaltzusammenhänge des 20. Jahrhunderts. Und Georg Klein zerschneidet Schnecken. Slate.fr fragt: Wie frauenfeindlich darf ein Festival wie Cannes sein? Mehr lesen
Archiv: Heute in den Feuilletons
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Archiv: Heute in den Feuilletons
Gelegentlich auch finster und bizarr
22.05.2012. Die Inszenierung von "The Rake's Progress" in Frankfurt ist zwar ein bisschen bieder, findet die FR, aber ansonsten: tolle Oper! Die FAZ stellt erstaunliche Parallelen zwischen den Urheberrechtspositionen der SPD und der Piraten fest. Die SZ versucht mithilfe der Nobeltpreisträgerin Elinor Ostrom Urban Gardening und Filesharing zu verstehen. Alle trauern um Robin Gibb. Und die NZZ meint zur Position der deutschen Sarrazin-Kritiker: "Hilflos strampeln sie mit im System der Vermarktung, das sie verdammen." Mehr lesen
Figur der Jederzeitlichkeit
21.05.2012. Wie können die Europäer eigentlich in ein Land kommen, wo gefoltert wird, um ein Fußballfest zu feiern?, fragt Juri Andruchowytsch in der FR. Aber sie singen ja auch in Baku, notiert die taz. Im sonnigen Cannes hebt sich die Düsternis dänisch-österreichischer Autorenfilme besonders vorteilhaft ab, findet die Welt. Im Perlentaucher plädiert Katharina Hacker für das Teilen von Texten - und gegen "Geistiges Eigentum". Die NZZ lernt in Japan: Wer hundert werden will, muss lernen, lernen, lernen. Mehr lesen
Auch bei geringsten dynamischen Graden
19.05.2012. In der Welt gratuliert Kontatin Grcic dem Designerkollegen Dieter Rams, der ihn auf den Pfad der Tugend zurückführte. Die taz überlegt, ob die Geschichte von kino.to als Hollywoodfilm nachzuerzählen wäre, und welche Rolle dabei den Verbänden der Filmindustrie zukäme. Die SZ kritisiert in der Urheberdebatte den Autoren-Aufruf und fordert konstruktive Lösungen. Die FAZ bewegt sich mit Grausen durch spanische Investitionsruinen. Alle trauern um Dietrich Fischer-Dieskau. Mehr lesen
Das Theater, es lebt, es lebt
18.05.2012. Die Berliner Volksbühne ist wieder auferstanden, meldet die taz nach dem Berliner Theatertreffen. Die Welt ist beglückt von Wes Andersons Film "Moonrise Kingdom", der das Festival von Cannes eröffnete. Das Blog Movie Morlock hat passend zum Anlass Glamour-Fotos aus den besseren Jahren des Festivals zusammengestellt. In der FAZ macht Frank Rieger vom CCC einen Vorschlag zur Steuerrevolution. In deutschen Blogs wird immer noch recht heftig über den Urheber-Aufruf diskutiert. Gibt es ein Menschenrecht auf "Geistiges Eigentum"? Mehr lesen
Sie rezensieren, loben und verbreiten auch
16.05.2012. Der Urheber-Aufruf sorgt weiter für Debatten - nun melden sich allerdings auch Autoren, die ihn kritisieren. Cora Stephan will in der Welt die Front gegen die Leser aufbrechen. Benjamin Stein fordert in der Jüdischen Allgemeinen die Anpassung des Urheberrechts an das digitale Zeitalter. Alle Zeitungen begrüßen den Büchner-Preis für Felicitas Hoppe. Nur die SZ überlegt, wer ihr lieber gewesen wäre. Mehr lesen
Viel mit der Hand abgeschrieben
15.05.2012. Die taz kritisiert die Bild: Denn die macht keinen soliden Journalismus, wie er zum Beispiel von Elke Heidenreich verkörpert wird. Jörg Lau kritisiert in seinem Zeit-Blog die taz und erinnert sie daran: Auch wer provoziert, ist nicht selbst schuld, wenn er am Ende dafür umgebracht wird. Die FR ist traurig über die Gentrifizierung Hamburgs. Und Sibylle Lewitscharoff plädiert in der FAZ fürs Urheberrecht. Mehr lesen
Von bürgerlichen Medien empfohlen
14.05.2012. Heftig herumgedruckst wird bei der Berichterstattung über den Eklat bei der Verleihung des Henri-Nannen-Preises: Eigentlich missgönnt SZ-Redakteur Hans Leyendecker den Kollegen von der Bild den Preis gar nicht, schreibt die Bild. Und die SZ zitiert lieber eine Stellungnahme des Netzwerks Recherche - als wäre das nicht Leyendeckers Club. Die taz findet trotzdem: Die SZ-Kollegen sind Helden. Die FAZ ist empört über eine Aktion anonymer Hacker, die die Adressen von Unterzeichnern der Aktion "Wir sind die Urheber" veröffentlichen und mit weiteren Aktionen drohen. Mehr lesen
Unbeeindruckt vom Hohn der Kunstwelt
12.05.2012. Die Urheberrechtsdebatte tost und rumpelt weiter: "Ihr seid nicht (mehr) systemrelevant", ruft Udo Vetter den "Wir sind die Urheber"-Urhebern zu. Euer Geschäftsmodell ist von gestern, bedauert die FR. Vor kurzem protestierten Urheber doch noch gegen Verwerter, wundert sich die SZ. Auf Spiegel Online erinnert Volker Kauder daran, dass auch die Freiheit der Kommunikation Schutz verdient. Die NZZ befasst sich mit dem Dackel in der Kunst. Die FAZ bewundert die Erektion eines Möhrenmännleins. Und: die SZ schlägt den Nannen-Preis für die Bild-Zeitung aus. Mehr lesen
Auch das Spiel folgt Regeln
11.05.2012. Im Tagesspiegel fordert der Drehbuchautor Thomas Bohn: Künstler, erfüllt die Bedürfnisse eures Publikums. Carta fürchtet, dem Künstler geht es bald wie der Milchkuh. Die FAZ dankt für die Würdigung der Verwerter. Die taz findet die Vorstellung von Liquid Democracy naiv: Politik brauche Profis. Die SZ begutachtet die weißen Elefanten in Kiew und Warschau. Die NZZ durchforstet das Angebot der Multioptionsgesellschaft. Mehr lesen
Man versucht, die Revolution herauszuhalten
10.05.2012. In der Zeit pochen hundert Urheber auf ihr Recht. Und Peter Sloterdijk bezweifelt, dass André Rieu in der Lage ist, eine Philosophie-Sendung im ZDF zu moderieren. Die Urheberrechtsdebatte reißt auch in weiteren Medien Gräben auf: Im Freitag fordert der Konzertagent Berthold Seliger eine Reform, die eine Verkürzung der Schutzfristen einschließt. Der Urheberrechtsexperte Till Kreutzer fordert im WDR, dass man die Gegebenheiten der Digitalisierung zur Kenntnis nimmt. Und Foreign Policy meldet: die Prediger der Christenverfolgung haben jetzt schon eine Million Follower. Mehr lesen
Wie eine Kühlbox mit Deckel obendrauf
09.05.2012. Der Tagesspiegel ist froh, dass Berlin nur einen Flughafen eröffnen will. Es hätte noch peinlich kommen können. Der Perlentaucher schaut mit Mitleid auf die narzisstische Kränkung, die das Netz dem Liberalismus zufügt. Die taz druckt schon wieder einen Europa-Appell mit Daniel Cohn-Bendit. In der Welt fragt Ralf Fücks von der grünen Böll-Stifung, ob aus den Piraten je was werden kann. Die NZZ wirft einen Blick auf das neu erblühende Kulturleben in Simbabwe. In der FAZ telefoniert Michael Krüger über Skype mit einem griechischen Freund. Mehr lesen








