Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

23.07.2007. Die Reaktionen auf das Ende von Harry Potter sind widersprüchlich. Manche beklagen ein etwas plattes Happy End, andere loben den Mount Everest der Spannung, der vor diesem Happy End liegt. Und dritte beklagen, dass J.K. Rowling nicht mal in der Fiktion die britische Klassengesellschaft abschafft. In der taz kritisiert Tony Judt die Juden der Diaspora, die durch ihre Identifikation mit Israel für den Antisemitismus selbst verantwortlich seien. In der FAZ fragt Wolfgang Sofsky, warum es in Deutschland keine Sensibilität für die Bedrohung der Freiheit gibt. In der NZZ erklärt der Biochemiker Gottfried Schatz sein Unbehagen an der Klimadebatte.

Frankfurter Rundschau, 23.07.2007

Christoph Schlingensief und Katharina Wagner unterhalten sich über Haarstyling, Kostüme und natürlich auch über Wolfgang Wagner. "Schlingensief: 'Das Anschreien von ihm war zwar eine wirkliche Erschütterung bis ins Mark. 'Machen Sie doch Ihre Scheiße alleine. Das interessiert mich nicht mehr. Sie haben künstlerische Freiheit.' Das waren seine drei Sätze. Aber dann hatte er diese Neugierde und kam nach zehn Minuten wieder. Das fand ich das Größte, was passieren konnte. Gestern bei der Probe habe ich trotzdem gedacht, ist das jetzt geschmacklos gegenüber deinem Vater, weiß der das überhaupt?' - Wagner 'Letztlich ist es bei dir auch so. Ich fand seinen Satz ganz prägnant, als du die Kirche angemalt hast und zu ihm hin bist und gesagt hast, schauen Sie mal, Herr Wagner, das ist Kunst. Und er sagte: 'Na, wenn Sie meinen.' Ich glaube, so ähnlich ist das auch bei mir.'"


Desweiteren bemerkt Rainer Braun, dass nicht nur in der ARD die Deutschen weniger Nachrichten gucken. In einer Times mager schildert Christian Thomas das Aufwärmprogramm des gewöhnlichen Worms-Besuchers.

Besprechungen widmen sich Dieter Wedels Inszenierung von Moritz Rinkes "Die letzten Tage von Burgund" bei den Festspielen in Worms, der Produktion "Terror, gestern, heute und morgen" der neugegründeten Truppe "Theaterhaus Rüsselsheim" im Rüsselsheimer Opel-Forum und einer Ausstellung mit "Reisebildern" des Malers Kurt Levy im Jüdischen Museum Frankfurt.

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Die Tageszeitung, 23.07.2007

In einer Artikelserie wird sich die taz dem zukünftigen Zusammenleben jenseits des Multikulturalismus widmen, verkündet Isolde Charim. Charim spricht zum Auftakt mit dem Historiker Tony Judt, der den Juden in der Diaspora dringend dazu rät, sich zu integrieren. "Wir können nicht so weitermachen, dass Juden, auch wenn sie österreichische, französische, schwedische oder australische Staatsbürger sind, sich in besonderer Weise mit Israel identifizieren. Denn das bedeutet, dass sie auch mit Israel identifiziert werden, wenn Israel Dinge tut, die antiisraelische, antijüdische Gefühle hervorrufen. Auf gewisse Weise produziert die Diaspora den Antisemitismus - durch ihre Weigerung, eine Differenz zwischen sich und dem unabhängigen Staat Israel zu machen. Wir müssen eine Wahl gegen solch eine negative Diaspora treffen. Das bedeutet, dass Juden in Amerika, in England oder in Österreich einen Weg finden müssen, Jude zu sein und Österreicher."


Weiteres: Brigitte Werneburg freut sich über Marc Jacobs' Shopping Bag für Louis Vuitton, die auf den Sommer von 1967 Bezug nimmt. Im Meinungsteil glaubt Thomas Winkler, eine freie Gesellschaft muss die Schwulen-, Fremden- und Frauenfeindlichkeit einiger Rapper tolerieren, denn Kunst sei nicht immer schön, richtig oder angenehm.

Besprochen werden eine Ausstellung mit Installationen von Josephine Meckseper im Kunstmuseum Stuttgart sowie Michael Boehlkes und Henryk Gerickes Geschichte des DDR-Punk "Too much future".

Und Tom.

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Die Welt, 23.07.2007

Thomas Kielinger hat schon den neuen Harry Potter verschlungen und verrät, dass es tatsächlich ein Happy End gibt: "Aber täuschen Sie sich nicht: "Damit ist noch gar nichts gesagt. Denn wie die Rowling an ihr Ende kommt, wie sie Stufe um Stufe uns an die Hand nimmt in ihrem Anstieg zum Everest der Spannung, bis die Luft immer dünner, unser Atem immer kürzer wird: Das kann man gar nicht erzählen, selbst wenn man es wollte, jede Synopsis der Handlung müsste sich lächerlich machen angesichts der Präzision und Detailvielfalt des Originals. Die Enthüllungen explodieren von Kapitel zu Kapitel und verdichten sich auf den letzten 50 Seiten förmlich zu Weißglut, was ganze Krimi-Bibliotheken vergessen lässt. Enthüllungen übrigens, denen größte Plausibilität anhaftet, wo keine einzige Information aufgesetzt oder hergeholt wirkt."


Außerdem hat die Redaktion internationale Reaktionen gesammelt.

Weiteres: Thomas Schmid erinnert an den vor 50 Jahren gestorbenen Giuseppe Tomasi di Lampedusa, dem wir einzig und allein den grandiosen Roman "Der Leopard" verdanken. Alexander Kempff stellt Berlin neuen Brutalo-Rapper Massiv vor, der Punchlines wie "Ich bin der, der 90 Prozent aller Schalker Mütter fickt" zusammenstrickt. Dankwart Guratzsch verabschiedet den scheidenden Dresdner Kirchenbaurat Eberhard Burger.

Besprochen werden Moritz Rinkes und Dieter Wedels Inszenierung "Die letzten Tage von Burgund" bei den Wormser Nibelungen-Festspielen, eine Ausstellung zu der Malerin und Goethe-Freundin Angelika Kauffmann, die Schlingensief-Schau "18 Bilder pro Sekunde" im Münchner Haus der Kunst und eine Stauffenberg-Ausstellung bei der 10. Panzerdivision in Sigmaringen.

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.07.2007

Für die FAZ am Sonntag interviewte Julia Encke den Soziologen Wolfgang Sofsky, der in seinem kommenden Buch und im Gespräch die Privatsphäre gegen eine immer schärfere Kontrolle im Namen der Terrorbekämpfung verteidigt und sich die Ergebenheit der Deutschen gegen immer neue Einschränkungen der Freiheit zu erklären versucht: "Nun gibt es etwas, was in Deutschland fehlt: ein antitotalitäres Bewusstsein. Wir hatten den Antikommunismus, wir hatten den verordneten Antifaschismus, aber wir haben keinen Antitotalitarismus, der auf beiden Augen scharf sieht. Obwohl auf deutschem Boden beide totalitären Regimes zu Hause waren, gibt es keine entwickelte Sensibilität für die Bedrohung der Freiheit."


In der heutigen FAZ zeigt sich Felicitas von Lovenberg leise enttäuscht über ein etwas plattes Happy End nach sieben Bändern "Harry Potter". Jürg Altwegg setzt die Sommerserie über "Den Vormarsch des Islamismus" mit einem Blick auf Frankreich fort. Christian Schwägerl macht in der Leitglosse keine Hoffnung auf einen neuen Babyboom. Eleonore Büning unterhält sich mit dem Dirigenten Kyrill Petrenko, der sich nach fünf Jahren als GMD an der Komischen Oper Berlin verabschiedet und als freier Dirigent arbeiten will. Ingeborg Harms wirft einen Blick in deutsche Zeitschriften. Jürgen Richter trauert um den Aschaffenburger Bahnhof, ein Gebäude aus den fünfziger Jahren, dem Abriss droht. Andreas Rossmann gratuliert der Kölner Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner zum Sechzigsten. "F.P." war dabei als in Uwe Johnsons Heimatort Güstrow eine Stele für den Romancier eingeweiht wurde.

Auf der Medienseite empfiehlt Andreas Platthaus eine Reihe mit Trickfilmen für Erwachsene auf 3sat. Für die letzte Seite besucht Angelika Heinick die künstlerisch gestalteten Metrostationen der neuen U-Bahn von Toulouse. Lorenz Jäger verweist auf einen Artikel im Chronicle of Higher Education über einen qualvollen Streit um Jacques Derridas Nachlass zwischen den Erben und der Universität von Irvine. Und Kilian Trotier würdigt den Historiker Gerhard A. Ritter, der den Preis des Historischen Kollegs bekommt.

Besprochen werden eine Ausstellung israelischer Frauenkunst in Haifa, Rossinis Oper "Il turco in Italia" in München, und Sachbücher darunter Oliver Hilmes' Cosima-Wagner-Biografie "Herrin des Hügels" und Ryszard Kapuscinskis nachgelassener Band "Notizen eines Weltbürgers", die von Stephan Wackwitz eher ungnädig aufgenommen werden.

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Neue Zürcher Zeitung, 23.07.2007

"Wo alle gleich denken, denkt niemand besonders viel", zitiert der Biochemiker Gottfried Schatz Walter Lippmann, um sein Unbehagen an der derzeitigen Klimadebatte zu bekennen: "Das Klimasystem unseres Planeten ist so komplex, dass wir noch nicht einmal alle Faktoren kennen, die es beeinflussen. Neben den vieldiskutierten 'Treibhausgasen' Kohlendioxid, Methan und Wasserdampf sind es unter anderem Schwankungen der Sonnen- und der Weltraumstrahlung, Positionsänderungen der Erdachse, Verschiebungen der Kontinente und der Meeresströmungen, wechselnde Durchsichtigkeit der Lufthülle, Änderungen der Pflanzendecke sowie die Evolution neuer Pflanzenformen. Solange wir das Wetter der nächsten Woche nicht mit Sicherheit vorhersagen können, ist es mehr als kühn, das der kommenden Jahrzehnte zu prophezeien...Viele von uns zögern, unseren Wissensnotstand öffentlich zu bekennen, weil ihn die Mächtigen dieser Welt als Vorwand nehmen könnten, um die Ressourcen unseres Planeten unbekümmert weiter zu vergeuden."


Der Autor Najem Wali warnt davor, die staatliche Kulturförderung im Irak mit einer Renaissance des kulturellen Lebens zu verwechseln. Denn vor allem werden hier Künstler alimentiert, um ihre jeweiligen Mäzene zu verherrlichen. "Bedauerlicherweise finden diese Politiker ihr Pendant in jener Gruppe von Kulturschaffenden, die zu Saddams Zeiten besonders gut und gründlich auf Opportunismus gegenüber der Macht gedrillt wurden und ihrerseits den Nutzen erkannten, den sie aus den Bedürfnissen ihrer 'Mäzene' ziehen konnten. Soll man da noch überrascht sein, wenn seit der amerikanischen Invasion im Irak kein kultureller Aufschwung stattgefunden hat - dafür aber eine inflationäre Anzahl von Festivals und Gründungen neuer 'Kulturräte'?"

Weiteres: Auch Lilo Weber hat schon "Harry Potter and the Deathly Hallows" gelesen, den sie "mehr Thriller denn Abenteuerroman" findet, "mit Anspielungen auf das Naziregime, aber auch auf unsere kriegsversehrte Gegenwart". Besprochen werden eine Ausstellung zu Martin Boyce und Fernando Sanchez Castillo im Genfer Centre d'art Contemporain und eine Inszenierung von Rossinis "Turco in Italia" im Münchner Prinzregententheater.

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Der Tagesspiegel, 23.07.2007

Frederik Hanssen inspiziert die Geschichte des Applauses. "Besonders beglückend für den Theater- oder Konzertbesucher sind die Momente, in denen er Zeuge einer aktiven Meinungsbildung des Publikums wird, wenn Bravo- und Buh-Rufer gegeneinander antreten: Legendär sind die Saalschlachten mit Handgreiflichkeiten und Beleidigungen 1913 in Paris um Strawinskys 'Sacre du printemps' oder 1926 in Köln bei Bartoks 'Wunderbarem Mandarin', wo schließlich der eiserne Vorhang des Theaters heruntergelassen wurde, um den Tumult zu beenden. Doch auch in jüngster Zeit konnte man in Berlin Opernpremieren erleben, die wegen widerstreitender Parteien im Zuschauerraum kurz vor dem Abbruch standen und bei denen ein rüder Ton herrschte wie im Fußballstadion."

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Süddeutsche Zeitung, 23.07.2007

Nach einer Mammutsitzung am Samstag kann Burkhard Müller Abschließendes zu Harry Potter verkünden, dem erfolgsreichsten Buch des Konservatismus. "Wer gehofft hat, dass die rigorose Klassengesellschaft in Rowlings Büchern durch den großen apokalyptischen Kampf wenigstens ein bisschen aufgemischt würde, sieht sich getäuscht; am Ende steht wieder das Gleichgewicht von Zauberern und Muggles, mit deutlichem Vorrang für die erste Gruppe; die emanzipatorischen Bestrebungen, die sich eine Zeitlang für die Unterschichten der Elfen und Kobolde (Goblins) erkennen ließen, scheitern. Der Adel muss sich widerstrebend in die Allianz mit der Bourgeoisie fügen, das ist der Preis, den sie beide zu zahlen haben, damit das Proletariat ausgeschlossen bleibt. Das Buch endet äußerlich um 1997 - ideologisch etwa zweihundert Jahre früher, in der Reifephase der Französischen Revolution."


Weiteres: Volker Schlöndorff steht im Interview mit Fritz Göttler zu seiner in der SZ geäußerten Kritik an der bei Filmen mittlerweile von Anfang an geplanten Verwertungskette von Kino, Fernsehen und DVD, für die ihm mittlerweile von seiner Produktionsfirma Constantin gekündigt wurde. (Schlöndorffs Artikel in der Feuilletonrundschau vom 12. Juli, Günter Rohrbachs Antwort am 19. Juli) Der US-nigerianische Schriftsteller Uzodinma Iweala verwehrt sich dagegen, dass Afrika in den westlichen Medien nur als hilfsbedürftiges Land auftaucht. "Mich schaudert es jedes Mal, wenn eine wohlmeinende College-Studentin von Dorfbewohnern spricht, die aus lauter Dankbarkeit für ihre Hilfe für sie tanzten." Ingo Petz besucht den Stadtplaner Vincente Guallart und lässt sich von ihm "Sociapolis" erklären, das brandneue Stadtviertel von Valencia.

Besprochen werden die Uraufführung von Moritz Rinkes "Die letzten Tage von Burgund" bei den Wormser Nibelungen-Festspielen, eine Aufführung von Gioachino Rossinis dramma buffo "Il turco in Italia" im Prinzregententheater bei den Münchner Opernfestspielen, das zweite Album "Desire" des Hip-Hoppers Pharoahe Monch, die Ausstellung "Zwischen zwei Toden" im Karlsruher ZKM, Frank Oz' "sehr britische" Filmkomödie "Sterben für Anfänger", deutsches Independent-Kino von Ottomar Domnick und Eldar Schengelaja auf DVD, und Gedrucktes, darunter drei Bücher über die allierten Bombenangrife auf Deutschland im Zweiten Weltkrieg, Mike Davis' Untersuchung zum "Planet der Slums", sowie Boris Bogdanovics Band "Die grüne Schachtel".

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Vom Verenden des Verstehens

26.05.2012. Pfingstereignis Feuilleton! In der FAZ überlegt Durs Grünbein, warum Dichtung unerlässlich ist. In der SZ schreibt Günter Grass ein erlässliches Gedicht. In der NZZ beschreibt Botho Strauss den Idioten als freien Geist. In der Welt droht der Künstler Gregor Schneider Documenta-Chefin Carolyn Christov-Bakargiev mit Kunst. Im Tagesspiegel wünscht sich Johannes Schneider etwas mehr Ehrlichkeit in der Urheberrechtsdebatte. In der taz schlägt Ulrich Kühne vor: Nur noch sechs Prozent für die Verwerter. Mehr lesen

Grenzen spielen eine ambivalente Rolle

25.05.2012. Heise Online und die Welt melden: Die Urheberrechtsabgaben für USB-Sticks steigen um bis zu 1850 Prozent. Die FR bewundert in ihrer Cannes-Kolumne Nicole Kidman in der Rolle ihres Lebens. Die FAZ resümiert die spanische Debatte um Mario Vargas-Llosas jüngstes Buch "La civilización del espectáculo". Mehr lesen

Belebung der Leiber

24.05.2012. In der NZZ beschreibt die Schriftstellerin Mansura Eseddin die Situation kurz vor den Wahlen in Ägypten. In der taz erzählt Wes Anderson, was ihn an den 60er Jahren interessiert. In der FAZ erklärt Peer Steinbrück dem Genossen Thilo Sarrazin noch einmal, warum wir den Euro brauchen. In der Zeit erklärt FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher dem Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo: Die Piraten sind keine Modeerscheinung. SZ, Welt und taz feiern den neuen Film von Leos Carax und seinen Hauptdarsteller mit dem hässlichen und wunderschönen, bösen und romantischen Gnomengesicht: Denis Lavant. Mehr lesen

Pragmatische Theorie der Tücke

23.05.2012. Die Welt erzählt, was man in der großen Ausstellung über den jungen Dürer in Nürnberg lernen kann. Und sie spricht sich gegen die Vorschläge der Piratenpartei zum Urheberrecht aus.  In der SZ begrüßt der Historiker Michael Wildt neue Blicke auf die Gewaltzusammenhänge des 20. Jahrhunderts. Und Georg Klein zerschneidet Schnecken. Slate.fr fragt: Wie frauenfeindlich darf ein Festival wie Cannes sein? Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Gelegentlich auch finster und bizarr

22.05.2012. Die Inszenierung von "The Rake's Progress" in Frankfurt ist zwar ein bisschen bieder, findet die FR, aber ansonsten: tolle Oper! Die FAZ stellt erstaunliche Parallelen zwischen den Urheberrechtspositionen der SPD und der Piraten fest. Die SZ versucht mithilfe der Nobeltpreisträgerin Elinor Ostrom Urban Gardening und Filesharing zu verstehen. Alle trauern um Robin Gibb. Und die NZZ meint zur Position der deutschen Sarrazin-Kritiker: "Hilflos strampeln sie mit im System der Vermarktung, das sie verdammen." Mehr lesen

Figur der Jederzeitlichkeit

21.05.2012. Wie können die Europäer eigentlich in ein Land kommen, wo gefoltert wird, um ein Fußballfest zu feiern?, fragt Juri Andruchowytsch in der FR. Aber sie singen ja auch in Baku, notiert die taz. Im sonnigen Cannes hebt sich die Düsternis dänisch-österreichischer Autorenfilme besonders vorteilhaft ab, findet die Welt. Im Perlentaucher plädiert Katharina Hacker für das Teilen von Texten - und gegen "Geistiges Eigentum". Die NZZ lernt in Japan: Wer hundert werden will, muss lernen, lernen, lernen.  Mehr lesen

Auch bei geringsten dynamischen Graden

19.05.2012. In der Welt gratuliert Kontatin Grcic dem Designerkollegen Dieter Rams, der ihn auf den Pfad der Tugend zurückführte. Die taz überlegt, ob die Geschichte von kino.to als Hollywoodfilm nachzuerzählen wäre, und welche Rolle dabei den Verbänden der Filmindustrie zukäme. Die SZ kritisiert in der Urheberdebatte den Autoren-Aufruf und fordert konstruktive Lösungen. Die FAZ bewegt sich mit Grausen durch spanische Investitionsruinen. Alle trauern um Dietrich Fischer-Dieskau. Mehr lesen

Das Theater, es lebt, es lebt

18.05.2012. Die Berliner Volksbühne ist wieder auferstanden, meldet die taz nach dem Berliner Theatertreffen. Die Welt ist beglückt von Wes Andersons Film "Moonrise Kingdom", der das Festival von Cannes eröffnete. Das Blog Movie Morlock hat passend zum Anlass Glamour-Fotos aus den besseren Jahren des Festivals zusammengestellt. In der FAZ macht Frank Rieger vom CCC einen Vorschlag zur Steuerrevolution. In deutschen Blogs wird immer noch recht heftig über den Urheber-Aufruf diskutiert. Gibt es ein Menschenrecht auf "Geistiges Eigentum"? Mehr lesen

Sie rezensieren, loben und verbreiten auch

16.05.2012. Der Urheber-Aufruf sorgt weiter für Debatten - nun melden sich allerdings auch Autoren, die ihn kritisieren. Cora Stephan will in der Welt die Front gegen die Leser aufbrechen. Benjamin Stein fordert in der Jüdischen Allgemeinen die Anpassung des Urheberrechts an das digitale Zeitalter. Alle Zeitungen begrüßen den Büchner-Preis für Felicitas Hoppe. Nur die SZ überlegt, wer ihr lieber gewesen wäre. Mehr lesen

Viel mit der Hand abgeschrieben

15.05.2012. Die taz kritisiert die Bild: Denn die macht keinen soliden Journalismus, wie er zum Beispiel von Elke Heidenreich verkörpert wird. Jörg Lau kritisiert in seinem Zeit-Blog die taz und erinnert sie daran: Auch wer provoziert, ist nicht selbst schuld, wenn er am Ende dafür umgebracht wird. Die FR ist traurig über die Gentrifizierung Hamburgs. Und Sibylle Lewitscharoff plädiert in der FAZ fürs Urheberrecht. Mehr lesen

Von bürgerlichen Medien empfohlen

14.05.2012. Heftig herumgedruckst wird bei der Berichterstattung über den Eklat bei der Verleihung des Henri-Nannen-Preises: Eigentlich missgönnt SZ-Redakteur Hans Leyendecker den Kollegen von der Bild den Preis gar nicht, schreibt die Bild. Und die SZ zitiert lieber eine Stellungnahme des Netzwerks Recherche - als wäre das nicht Leyendeckers Club. Die taz findet trotzdem: Die SZ-Kollegen sind Helden. Die FAZ ist empört über eine Aktion anonymer Hacker, die die Adressen von Unterzeichnern der Aktion "Wir sind die Urheber" veröffentlichen und mit weiteren Aktionen drohen. Mehr lesen

Unbeeindruckt vom Hohn der Kunstwelt

12.05.2012. Die Urheberrechtsdebatte tost und rumpelt weiter: "Ihr seid nicht (mehr) systemrelevant", ruft Udo Vetter den "Wir sind die Urheber"-Urhebern zu. Euer Geschäftsmodell ist von gestern, bedauert die FR. Vor kurzem protestierten Urheber doch noch gegen Verwerter, wundert sich die SZ. Auf Spiegel Online erinnert Volker Kauder daran, dass auch die Freiheit der Kommunikation Schutz verdient. Die NZZ befasst sich mit dem Dackel in der Kunst. Die FAZ bewundert die Erektion eines Möhrenmännleins. Und: die SZ schlägt den Nannen-Preis für die Bild-Zeitung aus. Mehr lesen

Auch das Spiel folgt Regeln

11.05.2012. Im Tagesspiegel fordert der Drehbuchautor Thomas Bohn: Künstler, erfüllt die Bedürfnisse eures Publikums. Carta fürchtet, dem Künstler geht es bald wie der Milchkuh. Die FAZ dankt für die Würdigung der Verwerter. Die taz findet die Vorstellung von Liquid Democracy naiv: Politik brauche Profis. Die SZ begutachtet die weißen Elefanten in Kiew und Warschau. Die NZZ durchforstet das Angebot der Multioptionsgesellschaft. Mehr lesen

Man versucht, die Revolution herauszuhalten

10.05.2012. In der Zeit pochen hundert Urheber auf ihr Recht. Und Peter Sloterdijk bezweifelt, dass André Rieu in der Lage ist, eine Philosophie-Sendung im ZDF zu moderieren. Die Urheberrechtsdebatte reißt auch in weiteren Medien Gräben auf: Im Freitag fordert der Konzertagent Berthold Seliger eine Reform, die eine Verkürzung der Schutzfristen einschließt. Der Urheberrechtsexperte Till Kreutzer fordert im WDR, dass man die Gegebenheiten der Digitalisierung zur Kenntnis nimmt. Und Foreign Policy meldet: die Prediger der Christenverfolgung haben jetzt schon eine Million Follower. Mehr lesen

Wie eine Kühlbox mit Deckel obendrauf

09.05.2012. Der Tagesspiegel ist froh, dass Berlin nur einen Flughafen eröffnen will. Es hätte noch peinlich kommen können. Der Perlentaucher schaut mit Mitleid auf die narzisstische Kränkung, die das Netz dem Liberalismus zufügt. Die taz druckt schon wieder einen Europa-Appell mit Daniel Cohn-Bendit. In der Welt fragt Ralf Fücks von der grünen Böll-Stifung, ob aus den Piraten je was werden kann. Die NZZ wirft einen Blick auf das neu erblühende Kulturleben in Simbabwe. In der FAZ telefoniert Michael Krüger über Skype mit einem griechischen Freund. Mehr lesen

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