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Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

23.07.2007. Die Reaktionen auf das Ende von Harry Potter sind widersprüchlich. Manche beklagen ein etwas plattes Happy End, andere loben den Mount Everest der Spannung, der vor diesem Happy End liegt. Und dritte beklagen, dass J.K. Rowling nicht mal in der Fiktion die britische Klassengesellschaft abschafft. In der taz kritisiert Tony Judt die Juden der Diaspora, die durch ihre Identifikation mit Israel für den Antisemitismus selbst verantwortlich seien. In der FAZ fragt Wolfgang Sofsky, warum es in Deutschland keine Sensibilität für die Bedrohung der Freiheit gibt. In der NZZ erklärt der Biochemiker Gottfried Schatz sein Unbehagen an der Klimadebatte.

FR, 23.07.2007

Christoph Schlingensief und Katharina Wagner unterhalten sich über Haarstyling, Kostüme und natürlich auch über Wolfgang Wagner. "Schlingensief: 'Das Anschreien von ihm war zwar eine wirkliche Erschütterung bis ins Mark. 'Machen Sie doch Ihre Scheiße alleine. Das interessiert mich nicht mehr. Sie haben künstlerische Freiheit.' Das waren seine drei Sätze. Aber dann hatte er diese Neugierde und kam nach zehn Minuten wieder. Das fand ich das Größte, was passieren konnte. Gestern bei der Probe habe ich trotzdem gedacht, ist das jetzt geschmacklos gegenüber deinem Vater, weiß der das überhaupt?' - Wagner 'Letztlich ist es bei dir auch so. Ich fand seinen Satz ganz prägnant, als du die Kirche angemalt hast und zu ihm hin bist und gesagt hast, schauen Sie mal, Herr Wagner, das ist Kunst. Und er sagte: 'Na, wenn Sie meinen.' Ich glaube, so ähnlich ist das auch bei mir.'"

Desweiteren bemerkt Rainer Braun, dass nicht nur in der ARD die Deutschen weniger Nachrichten gucken. In einer Times mager schildert Christian Thomas das Aufwärmprogramm des gewöhnlichen Worms-Besuchers.

Besprechungen widmen sich Dieter Wedels Inszenierung von Moritz Rinkes "Die letzten Tage von Burgund" bei den Festspielen in Worms, der Produktion "Terror, gestern, heute und morgen" der neugegründeten Truppe "Theaterhaus Rüsselsheim" im Rüsselsheimer Opel-Forum und einer Ausstellung mit "Reisebildern" des Malers Kurt Levy im Jüdischen Museum Frankfurt.

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TAZ, 23.07.2007

In einer Artikelserie wird sich die taz dem zukünftigen Zusammenleben jenseits des Multikulturalismus widmen, verkündet Isolde Charim. Charim spricht zum Auftakt mit dem Historiker Tony Judt, der den Juden in der Diaspora dringend dazu rät, sich zu integrieren. "Wir können nicht so weitermachen, dass Juden, auch wenn sie österreichische, französische, schwedische oder australische Staatsbürger sind, sich in besonderer Weise mit Israel identifizieren. Denn das bedeutet, dass sie auch mit Israel identifiziert werden, wenn Israel Dinge tut, die antiisraelische, antijüdische Gefühle hervorrufen. Auf gewisse Weise produziert die Diaspora den Antisemitismus - durch ihre Weigerung, eine Differenz zwischen sich und dem unabhängigen Staat Israel zu machen. Wir müssen eine Wahl gegen solch eine negative Diaspora treffen. Das bedeutet, dass Juden in Amerika, in England oder in Österreich einen Weg finden müssen, Jude zu sein und Österreicher."

Weiteres: Brigitte Werneburg freut sich über Marc Jacobs' Shopping Bag für Louis Vuitton, die auf den Sommer von 1967 Bezug nimmt. Im Meinungsteil glaubt Thomas Winkler, eine freie Gesellschaft muss die Schwulen-, Fremden- und Frauenfeindlichkeit einiger Rapper tolerieren, denn Kunst sei nicht immer schön, richtig oder angenehm.

Besprochen werden eine Ausstellung mit Installationen von Josephine Meckseper im Kunstmuseum Stuttgart sowie Michael Boehlkes und Henryk Gerickes Geschichte des DDR-Punk "Too much future".

Und Tom.

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Welt, 23.07.2007

Thomas Kielinger hat schon den neuen Harry Potter verschlungen und verrät, dass es tatsächlich ein Happy End gibt: "Aber täuschen Sie sich nicht: "Damit ist noch gar nichts gesagt. Denn wie die Rowling an ihr Ende kommt, wie sie Stufe um Stufe uns an die Hand nimmt in ihrem Anstieg zum Everest der Spannung, bis die Luft immer dünner, unser Atem immer kürzer wird: Das kann man gar nicht erzählen, selbst wenn man es wollte, jede Synopsis der Handlung müsste sich lächerlich machen angesichts der Präzision und Detailvielfalt des Originals. Die Enthüllungen explodieren von Kapitel zu Kapitel und verdichten sich auf den letzten 50 Seiten förmlich zu Weißglut, was ganze Krimi-Bibliotheken vergessen lässt. Enthüllungen übrigens, denen größte Plausibilität anhaftet, wo keine einzige Information aufgesetzt oder hergeholt wirkt."

Außerdem hat die Redaktion internationale Reaktionen gesammelt.

Weiteres: Thomas Schmid erinnert an den vor 50 Jahren gestorbenen Giuseppe Tomasi di Lampedusa, dem wir einzig und allein den grandiosen Roman "Der Leopard" verdanken. Alexander Kempff stellt Berlin neuen Brutalo-Rapper Massiv vor, der Punchlines wie "Ich bin der, der 90 Prozent aller Schalker Mütter fickt" zusammenstrickt. Dankwart Guratzsch verabschiedet den scheidenden Dresdner Kirchenbaurat Eberhard Burger.

Besprochen werden Moritz Rinkes und Dieter Wedels Inszenierung "Die letzten Tage von Burgund" bei den Wormser Nibelungen-Festspielen, eine Ausstellung zu der Malerin und Goethe-Freundin Angelika Kauffmann, die Schlingensief-Schau "18 Bilder pro Sekunde" im Münchner Haus der Kunst und eine Stauffenberg-Ausstellung bei der 10. Panzerdivision in Sigmaringen.

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FAZ, 23.07.2007

Für die FAZ am Sonntag interviewte Julia Encke den Soziologen Wolfgang Sofsky, der in seinem kommenden Buch und im Gespräch die Privatsphäre gegen eine immer schärfere Kontrolle im Namen der Terrorbekämpfung verteidigt und sich die Ergebenheit der Deutschen gegen immer neue Einschränkungen der Freiheit zu erklären versucht: "Nun gibt es etwas, was in Deutschland fehlt: ein antitotalitäres Bewusstsein. Wir hatten den Antikommunismus, wir hatten den verordneten Antifaschismus, aber wir haben keinen Antitotalitarismus, der auf beiden Augen scharf sieht. Obwohl auf deutschem Boden beide totalitären Regimes zu Hause waren, gibt es keine entwickelte Sensibilität für die Bedrohung der Freiheit."

In der heutigen FAZ zeigt sich Felicitas von Lovenberg leise enttäuscht über ein etwas plattes Happy End nach sieben Bändern "Harry Potter". Jürg Altwegg setzt die Sommerserie über "Den Vormarsch des Islamismus" mit einem Blick auf Frankreich fort. Christian Schwägerl macht in der Leitglosse keine Hoffnung auf einen neuen Babyboom. Eleonore Büning unterhält sich mit dem Dirigenten Kyrill Petrenko, der sich nach fünf Jahren als GMD an der Komischen Oper Berlin verabschiedet und als freier Dirigent arbeiten will. Ingeborg Harms wirft einen Blick in deutsche Zeitschriften. Jürgen Richter trauert um den Aschaffenburger Bahnhof, ein Gebäude aus den fünfziger Jahren, dem Abriss droht. Andreas Rossmann gratuliert der Kölner Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner zum Sechzigsten. "F.P." war dabei als in Uwe Johnsons Heimatort Güstrow eine Stele für den Romancier eingeweiht wurde.

Auf der Medienseite empfiehlt Andreas Platthaus eine Reihe mit Trickfilmen für Erwachsene auf 3sat. Für die letzte Seite besucht Angelika Heinick die künstlerisch gestalteten Metrostationen der neuen U-Bahn von Toulouse. Lorenz Jäger verweist auf einen Artikel im Chronicle of Higher Education über einen qualvollen Streit um Jacques Derridas Nachlass zwischen den Erben und der Universität von Irvine. Und Kilian Trotier würdigt den Historiker Gerhard A. Ritter, der den Preis des Historischen Kollegs bekommt.

Besprochen werden eine Ausstellung israelischer Frauenkunst in Haifa, Rossinis Oper "Il turco in Italia" in München, und Sachbücher darunter Oliver Hilmes' Cosima-Wagner-Biografie "Herrin des Hügels" und Ryszard Kapuscinskis nachgelassener Band "Notizen eines Weltbürgers", die von Stephan Wackwitz eher ungnädig aufgenommen werden.

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NZZ, 23.07.2007

"Wo alle gleich denken, denkt niemand besonders viel", zitiert der Biochemiker Gottfried Schatz Walter Lippmann, um sein Unbehagen an der derzeitigen Klimadebatte zu bekennen: "Das Klimasystem unseres Planeten ist so komplex, dass wir noch nicht einmal alle Faktoren kennen, die es beeinflussen. Neben den vieldiskutierten 'Treibhausgasen' Kohlendioxid, Methan und Wasserdampf sind es unter anderem Schwankungen der Sonnen- und der Weltraumstrahlung, Positionsänderungen der Erdachse, Verschiebungen der Kontinente und der Meeresströmungen, wechselnde Durchsichtigkeit der Lufthülle, Änderungen der Pflanzendecke sowie die Evolution neuer Pflanzenformen. Solange wir das Wetter der nächsten Woche nicht mit Sicherheit vorhersagen können, ist es mehr als kühn, das der kommenden Jahrzehnte zu prophezeien...Viele von uns zögern, unseren Wissensnotstand öffentlich zu bekennen, weil ihn die Mächtigen dieser Welt als Vorwand nehmen könnten, um die Ressourcen unseres Planeten unbekümmert weiter zu vergeuden."

Der Autor Najem Wali warnt davor, die staatliche Kulturförderung im Irak mit einer Renaissance des kulturellen Lebens zu verwechseln. Denn vor allem werden hier Künstler alimentiert, um ihre jeweiligen Mäzene zu verherrlichen. "Bedauerlicherweise finden diese Politiker ihr Pendant in jener Gruppe von Kulturschaffenden, die zu Saddams Zeiten besonders gut und gründlich auf Opportunismus gegenüber der Macht gedrillt wurden und ihrerseits den Nutzen erkannten, den sie aus den Bedürfnissen ihrer 'Mäzene' ziehen konnten. Soll man da noch überrascht sein, wenn seit der amerikanischen Invasion im Irak kein kultureller Aufschwung stattgefunden hat - dafür aber eine inflationäre Anzahl von Festivals und Gründungen neuer 'Kulturräte'?"

Weiteres: Auch Lilo Weber hat schon "Harry Potter and the Deathly Hallows" gelesen, den sie "mehr Thriller denn Abenteuerroman" findet, "mit Anspielungen auf das Naziregime, aber auch auf unsere kriegsversehrte Gegenwart". Besprochen werden eine Ausstellung zu Martin Boyce und Fernando Sanchez Castillo im Genfer Centre d'art Contemporain und eine Inszenierung von Rossinis "Turco in Italia" im Münchner Prinzregententheater.

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Tagesspiegel, 23.07.2007

Frederik Hanssen inspiziert die Geschichte des Applauses. "Besonders beglückend für den Theater- oder Konzertbesucher sind die Momente, in denen er Zeuge einer aktiven Meinungsbildung des Publikums wird, wenn Bravo- und Buh-Rufer gegeneinander antreten: Legendär sind die Saalschlachten mit Handgreiflichkeiten und Beleidigungen 1913 in Paris um Strawinskys 'Sacre du printemps' oder 1926 in Köln bei Bartoks 'Wunderbarem Mandarin', wo schließlich der eiserne Vorhang des Theaters heruntergelassen wurde, um den Tumult zu beenden. Doch auch in jüngster Zeit konnte man in Berlin Opernpremieren erleben, die wegen widerstreitender Parteien im Zuschauerraum kurz vor dem Abbruch standen und bei denen ein rüder Ton herrschte wie im Fußballstadion."

Stichwörter: Berlin, Paris

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SZ, 23.07.2007

Nach einer Mammutsitzung am Samstag kann Burkhard Müller Abschließendes zu Harry Potter verkünden, dem erfolgsreichsten Buch des Konservatismus. "Wer gehofft hat, dass die rigorose Klassengesellschaft in Rowlings Büchern durch den großen apokalyptischen Kampf wenigstens ein bisschen aufgemischt würde, sieht sich getäuscht; am Ende steht wieder das Gleichgewicht von Zauberern und Muggles, mit deutlichem Vorrang für die erste Gruppe; die emanzipatorischen Bestrebungen, die sich eine Zeitlang für die Unterschichten der Elfen und Kobolde (Goblins) erkennen ließen, scheitern. Der Adel muss sich widerstrebend in die Allianz mit der Bourgeoisie fügen, das ist der Preis, den sie beide zu zahlen haben, damit das Proletariat ausgeschlossen bleibt. Das Buch endet äußerlich um 1997 - ideologisch etwa zweihundert Jahre früher, in der Reifephase der Französischen Revolution."

Weiteres: Volker Schlöndorff steht im Interview mit Fritz Göttler zu seiner in der SZ geäußerten Kritik an der bei Filmen mittlerweile von Anfang an geplanten Verwertungskette von Kino, Fernsehen und DVD, für die ihm mittlerweile von seiner Produktionsfirma Constantin gekündigt wurde. (Schlöndorffs Artikel in der Feuilletonrundschau vom 12. Juli, Günter Rohrbachs Antwort am 19. Juli) Der US-nigerianische Schriftsteller Uzodinma Iweala verwehrt sich dagegen, dass Afrika in den westlichen Medien nur als hilfsbedürftiges Land auftaucht. "Mich schaudert es jedes Mal, wenn eine wohlmeinende College-Studentin von Dorfbewohnern spricht, die aus lauter Dankbarkeit für ihre Hilfe für sie tanzten." Ingo Petz besucht den Stadtplaner Vincente Guallart und lässt sich von ihm "Sociapolis" erklären, das brandneue Stadtviertel von Valencia.

Besprochen werden die Uraufführung von Moritz Rinkes "Die letzten Tage von Burgund" bei den Wormser Nibelungen-Festspielen, eine Aufführung von Gioachino Rossinis dramma buffo "Il turco in Italia" im Prinzregententheater bei den Münchner Opernfestspielen, das zweite Album "Desire" des Hip-Hoppers Pharoahe Monch, die Ausstellung "Zwischen zwei Toden" im Karlsruher ZKM, Frank Oz' "sehr britische" Filmkomödie "Sterben für Anfänger", deutsches Independent-Kino von Ottomar Domnick und Eldar Schengelaja auf DVD, und Gedrucktes, darunter drei Bücher über die allierten Bombenangrife auf Deutschland im Zweiten Weltkrieg, Mike Davis' Untersuchung zum "Planet der Slums", sowie Boris Bogdanovics Band "Die grüne Schachtel".

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Dekorativ-degoutante Dekadenz

20.01.2014. Widersprüchliche Auskunft geben die Zeitungen über Karin Beiers siebenstündiges Atridenfluchspektakel "Die Rasenden" nach Euripides, Sartre, Aischylos und Hofmannsthal. Die NZZ hält den Erkenntnisgewinn für so mittel, die FAZ für null, und für die Welt steht fest: Das Hamburger Schauspielhaus ist zurück. In der Berliner Zeitung befasst sich Anetta Kahane mit der Diskrepanz zwischen dem Äußeren Beate Zschäpes und ihren Taten. Springteufel Morozov ploppt heute in der SZ auf. Mehr lesen

Sie sind schon denkend

18.01.2014. Die ersten Reaktionen auf Barack Obamas Rede sind zwiespältig bis kritisch. The Verge und die Electronic Frontier Foundation vergleichen Obamas Maßnahmen Punkt für Punkt mit Forderungen von Bürgerrechtsgruppen. Wir binden Julian Assanges CNN-Interview ein: Der Wikileaks-Gründer kritisiert vor allem, dass die Geheimgerichte nicht abgeschafft werden. Auch Deutsche Politiker reagieren laut FAZ bis hin zur CDU recht skeptisch auf Obamas Rede. Außerdem: Arno Schmidt in der taz. Und Luc Bondys Pariser Marivaux-Inszenierung mit Isabelle Huppert allüberall. Mehr lesen

Bei der Kante hat man nur eine Chance

17.01.2014. In der Berliner Zeitung erzählt Marina Hoermanseder, warum sie so gerne Korsette aus Leder macht. In der FAZ bangt die Ökonomin Shoshana Zuboff um Barack Obama, der in seiner heutigen NSA-Rede gewaltig versagen könnte. Die NSA bringt sowieso nix, hat die SZ herausgefunden. Man kann Schriftsteller nicht züchten, ruft die Welt der Zeit zu. Die NZZ hält dem lauernd anmutenden Blick eines Papstes namens Innozenz stand. Mehr lesen

Der Heintje-Effekt

16.01.2014. In der taz fordert Steve McQueen, dass sich Briten und Amerikaner in punkto Vergangenheit an die eigene Nasen fassen. Die NZZ fordert ungewöhnliche Lehrer. Im Freitag erinnert Wolfgang Müller die reaktionären Aspekte am Werk Arno Schmidts. Kenan Malik plädiert in seinem Blog gegen das Verbot der Dieudonné-Shows. Die Zeit arbeitet den Fall Beltracchi auf und bringt selbstkritische Anmerkungen zum Literaturbetrieb. Außerdem im Freitag: ein Interview mit Karl Ove Knausgård und Armond Whites Kritik an Steve McQueens Film "12 Years a Slave". Mehr lesen

Es toben Bassläufe wie Harpyien herauf

15.01.2014. In der FAZ antwortet Evgeny Morozov auf Sascha Lobo und rät jenen Staaten, die uns NSA und Co. bescherten, uns von Google und Co. zu befreien. Die New York Times erklärt, wie die NSA Computer infiltriert, die nicht im Netz sind. Verlage jammern zwar rum, aber laut kress.de verdienen sie prächtig: dank überlasteten Redakteuren und unterbezahlten Freien. Die SZ geriet bei Mahler unter Kirill Petrenko in Ekstase. Und wenn Russland und die USA auf Franziska Augstein hören, ist demnächst auch Friede in Syrien. Mehr lesen

Gar kein Platz mehr für Gezicke

14.01.2014. Die NZZ verfolgt mit Entsetzen den Erfolg des Films "Fack ju Göhte". Die SZ traut sich nach Sankt Pauli. Für die FAZ reist Andrzej Stasiuk nach Belzec. In der Welt entpuppt sich Rolando Villazón als Rolando-Villazón-Bewunderer. Die taz fordert mit Thomas Mießgang eine neue Kultur der Unhöflichkeit. Mehr lesen

Seltsam sacht, schwebend fast

13.01.2014. Die NZZ ging nach Halberstadt, John Cage hören. In der taz freut sich Jochen Schimmang über die Wiederentdeckung des Autors Christian Geissler. Die französischen Medien fragen: Wie privat oder wie öffentlich ist François Hollandes Affäre mit einer Schauspielerin? Nicht das Internet ist kaputt, meint Martin Weigert in Netzwertig in einer Replik auf Sascha Lobo in der Sonntags-FAZ, sondern der Mensch in seinem Sicherheitswahn. Die SZ sucht nach glasklaren Tatbeständen, um einst von den Nazis requirierte Kunstwerke zu restitutieren. Mehr lesen

Mit offensiver Offenheit

11.01.2014. Mit Übertreibung ist der Dekadenz der Banker und Broker nicht beizukommen, stellt die taz zu Martin Scorseses Film "The Wolf on Wall Street" fest. Die Welt erinnert an eine Zeit, als die Öffentlich-Rechtlichen ihr Publikum noch überforderten. Die NZZ plädiert dafür, die Werke türkischstämmiger Künstler in Deutschland nicht länger bloß als Zeugnisse von Migration und Hybridität zu begreifen. Die SZ würdigt die Verdienste des chinesischen Kurznachrichtendienstes Weibo. Und die FAZ verneigt sich vor Arno Schmidt. Mehr lesen

Jeder Passant ein Mörder

10.01.2014. Das TLS erzählt, wie französische und tschechische Surrealisten 1935 über Kunst und Revolution diskutierten. Die NZZ bewundert die Blumensamen-Designs von Paul Smith. Ein Untersuchungsausschuss der EU erklärt die Massenüberwachung durch NSA und GCHQ für illegal, berichtet der Guardian. Die Welt bewundert Martha Argerich beim Nägel lackieren. Als E-Book ist "Mein Kampf" ein Besteller, meldet Gawker. Die SZ schleicht mit dem legendären Superverbrecher Fantomas durch Paris. Mehr lesen

Absolute Theatermanie

09.01.2014. Im Tagesspiegel erklärt die schwarze Autorin Zadie Smith, warum alle weißen Figuren in ihrem Roman "London NW" als solche ausgewiesen werden, während die Hautfarbe der anderen Personen nicht benannt wird. Die taz erklärt, warum das digitale Filmerbe zurück auf Zelluloid soll. In der NZZ schreibt die russische Schriftstellerin Elena Chizhova über das traurige Leben der Architekten in Petersburg. In der Zeit feiern Haruki Murakami und Thomas Hitzlsperger ihr Coming Out - der eine von beiden als Superman. Mehr lesen

Zeit für eine Rasur

08.01.2014. In der taz spricht Ilija Trojanow über die Wirkungen des Schriftstelleraufrufs gegen den digitalen Überwachungsstaat und wettert über "Defätisten, die es sich auf dem Hochsitz der pessimistischen Weltanschauung" bequem machen. Die NZZ stellt die Seite Alfredflechtheim.com vor, die von mehreren Museen erstellt wurde. Die Welt bewundert den alten Mann Robert Redford und das Meer. Die FAZ veröffentlicht einen Aufruf für Liu Xia. Und die SZ überlegt, wer sich Dissident nennen darf. Mehr lesen

Solange man es nicht schwul nennt

07.01.2014. In der FAZ beklagt der Philosoph Marco Wehr die fatale Wissenschaftsgläubigkeit der Politik - und der Wissenschaft selbst. In der NZZ erklärt Shlomo Sand, was er meint, wenn er von der "Erfindung des jüdischen Volkes" spricht. Die Welt erkundet die "Macht der Machtlosen". Die SZ möchte die Achse Paris-Berlin-Warschau stärken. Und die taz staunt über den Kurator Kaspar König, der behauptet, in Russland alles zu dürfen. Mehr lesen

Wir dynamisieren das Hamsterrad

06.01.2014. In der NZZ erinnert Bora Cosic an den jugoslawischen Architekten und Freund Bogdan Bogdanovich. Der Guardian bringt einen Auszug aus Claudia Roth Pierponts neuer Philip Roth-Biografie. In der FAZ wendet sich Kunsthistoriker Jeffrey Hamburger entschieden gegen die Ökonomisierung der Wissenschaft. In der Welt legt der Historiker Thomas Weber ein Wort für die deutschen Soldaten des Ersten Weltkriegs ein. Und Necla Kelek fordert, dass die Kinder der Roma und Sinti von der Politik nicht im Stich gelassen werden. Mehr lesen

Wie die Krallen einer Katze auf Glas

04.01.2014. In der Welt verlieren Andrzej Stasiuks Augen die Bodenhaftung. In der FR erzählt Steve McCurry, was die Zeit mit dem Fotografen und dieser mit der Zeit macht. In der NZZ spricht Junot Díaz über das Schreiben und die Zeit. Spiegel Online zitiert eine Studie über das immer religiösere Weltbild der Amerikaner: Ein Drittel nimmt die Bibel wörtlich. Die taz fordert analogen Protest gegen digitale Überwachung. Mehr lesen

Die Melodie der Macht

03.01.2014. Die Washington Post erklärt mithilfe von Snowden-Papieren, wie die NSA das Netz in Besitz nehmen will. Die Welt porträtiert den rechtsextremen und postkolonialen Komiker Dieudonné, dem durch ein mögliches Tourneeverbot in Frankreich unverdiente Aufmerksamkeit zuteil wird. Schriftsteller Alberto Nessi erinnert in der NZZ an Stalins Staatsdichter Maxim Gorki, der einst Ossip Mandelstam einen Pullover, aber keine Hosen genehmigte. David Chipperfield und Okwui Enwezor erklären in der SZ, wie sie das Haus der Kunst in München sanieren wollen. Die FAZ eröfffnet eine Reihe zum Ersten Weltkrieg. Mehr lesen

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