Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

26.04.2007. Die Zeit meint: Was wir zurzeit erleben, ist die Verwandlung der RAF-Geschichte in politische Pornografie. In der NZZ hält Sonja Margolina Rückschau auf die Präsidentschaft Boris Jelzins. Die SZ hält daran fest: Deutsches Theater ist nicht nur Blut, Kot, Sperma. Die FR beobachtet Sympathien von Neonazis für Islamisten.Die FAZ hatte frühzeitig exklusive Informationen über entscheidende Personalien in der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, gab sie aber nach Gesprächen mit dem Pförtner nicht preis.

Die Zeit, 26.04.2007

Schon reichlich kommentiert wird ein Text des Verlegers Klaus Wagenbach, in dem er sich dank alter und jetzt wiedergefundener Notate daran erinnert, dass Günter Grass zumindest bis 1963 keinen Hehl aus seiner Mitgliedschaft bei der Waffen-SS gemacht hat.

Einfach nur frivol findet Bernd Ulrich, wie die RAF noch einmal publizistischen Gewinn aus ihrem "letzten schmutzigen Geheimnis" schlagen darf, wer wen ermordet hat. "Man kann verstehen, wenn die Angehörigen der Opfer die Namen derer wissen wollen, die geschossen haben. Das ist ihr privates Recht. Man muss auch dafür sorgen, dass Fehler bei der Aburteilung von RAF-Terroristen korrigiert werden. Das ist eine juristische Pflicht. Doch was sollen neue Fakten mehr bringen als die eine oder andere Fußnote in den schon geschriebenen Geschichtsbüchern? Pornografie ist definiert als die grelle öffentliche Darstellung intimer Vorgänge ohne Kontext und ohne Erkenntnis. Was wir zurzeit erleben, ist die Verwandlung der RAF-Geschichte in politische Pornografie. Am Anfang war die Knarre, am Ende der Porno, was beide verbindet, ist die Gier nach Aufmerksamkeit. 'Scham ist auch dabei', sagt Peter-Jürgen Book, im Scheinwerferlicht stehend. Sündenstolz auch."

Peter Roos hat in Wien den Künstler Erwin Wurm getroffen, dessen Ausstellung "Das lächerliche Leben eines ernsten Mannes" in den Hamburger Deichtorhallen zu sehen ist: "Vor zehn Jahren verlor er in wenigen Monaten die Existenz. Zwischen dem Krebstod des Vaters und dem Krebstod der Mutter verließ ihn die Ehefrau mit beiden Söhnen. Über Nacht. Er stand im Nichts. Die Kunst fror ein. Die Freunde geflohen vor soviel Schmerz, die gesuchten Therapeuten nutzlose Krücken. Immer hatte er vehement geleugnet und als 19. Jahrhundert verdammt, dass Weh, Wahn und Kunst etwas miteinander hätten. Aber plötzlich, nach diesem schwarzen Jahr, dieser Schub: Aus dem Elend wächst die Einminutenskulptur."

Weiteres: Maximilian Probst warnt vor der "postpolitischen Affirmationskultur", die das Internet und andere unverbindliche Netzwerke mit sich bringen: "Networking heißt: einen Pulk von Personen schaffen, in dem man mitläuft und mitgezogen wird." Evelyn Finger hat die israelischen Avantgarde-Choreografen Emanuel Gat und Ohad Naharin besucht und konstatiert: "Wessen Existenz bedroht ist, der braucht keine dekonstruktivistischen Spielereien." Peter Kümmel hat sich neue Schnitzler-Aufführungen in Hamburg, Wien und Zürich angesehen. Tobias Timm hat die Ankäufer der Bundeskunstsammlung beim Powershoppen begleitet.

Besprochen werden Sam Raimis dritter "Spider-Man"-Film, Todd Fields Vorstadt-Film "Little Children" und eine Ausstellung mit Bildern von Christopher Paudiß im Dommuseum Freising.

Im Politikteil konstatiert Philosoph Peter Sloterdijk vor dem anstehenden G8-Gipfel einen moralischen Weltklimawandel: "Die Globalisierung des Mitgefühls macht an den Grenzen der Komfortzone nicht halt." Im Literaturteil ist ein Interview mit Tomi Ungerer zu lesen. Georg Diez erzählt vom Erfolg der Handy-Romane in Japan. Für das Dossier ist Andrea Jesni nach Grosnyj gereist.

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Neue Zürcher Zeitung, 26.04.2007

Sonja Margolina hält Rückblick auf die russische Präsidentschaft Boris Jelzins und schildert in einigen Szenen, warum sie bald an Jelzins demokratischen Absichten zweifelte: "Am 4. Oktober 1993 ließ Jelzin das belagerte Weiße Haus von Panzern beschießen; an die 140 Menschen kamen um. Die meisten Demokraten standen auf der Seite Jelzins; sie befürchteten die Rückkehr des Totalitarismus und Repressalien. Das rot-braune Parlament war ein übler Haufen, doch der Coup von Jelzin war für mich so etwas wie ein Geburtsfehler, der die embryonale russische Demokratie mit einer schweren Behinderung belasten würde."

Weitere Artikel: Paul Jandl liest Elfriede Jelineks Privat- und Internetroman "Neid". Besprochen werden Max-Klinger-Ausstellungen in Chemnitz und in Leipzig und Georg Kleins neuer Roman "Sünde Güte Blitz" ("Wieder einmal zeigt sich Georg Klein als literarischer Großtüftler, der die Stoffe der unterschiedlichsten Genres und Trash-Reservoire für seine Sätze zu nutzen weiß", schreibt Nico Bleutge.)

Auf der Filmseite erinnert Christoph Egger an den Regisseur Fred Zinnemann, der vor hundert Jahren geboren wurde. Besprochen wird David Lynchs neuer Film "Inland Empire".

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Die Welt, 26.04.2007

Jörg von Uthmann betrachtet aus Anlass des siebzigsten Jahrestags der Bombardierung noch einmal Pablo Picassos Guernica-Gemälde. Berthold Seewald stellt den künftigen Chef der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, vor. Und Eckhard Fuhr schildert die Schwierigkeit solcher Personalentscheidungen in Vergangenheit und Gegenwart. Schriftsteller Rolf Schneider legt Reminiszenzen über Boris Jelzin vor. Uta Baier berichtet über eine internationale Konfernz über NS-Raubkunst in Potsdam. Rainer Haubrich gratuliert dem Architekten Ieoh Ming Pei zum Neunzigsten. Auf der Filmseite werden Zhang Yimous Historienfilm "Der Fluch der Goldenen Blume" (mehr hier), Alexander Adolphs Dokumentarfilm "Die Hochstapler" (mehr hier) und das Vorstadt-Drama "Little Children" (mehr hier) mit Kate Winslet besprochen.

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Süddeutsche Zeitung, 26.04.2007

"Das deutsche Theater, so wollte es uns im vergangenen Jahr eine Ekel-Debatte weismachen, sei ein Saustall, in dem nur noch gekotzt, gepisst und gesabbert wird," kommentiert SZ-Kritikerin und Theatertreffen-Jurorin Christine Dössel die diesjährige Auswahl des Berliner Besten-Treffens, "in dem wild gewordene Regieberserker ihre perversen Obsessionen ausleben und exhibitionistische Schauspielknechte in Blut, Kot und Sperma baden - oder aber wehrlosen Kritikern brutalstmöglich den Spiralblock entreißen. So fadenscheinig dieser Alarmismus schon damals war, mit Blick auf die Auswahl für das Berliner Theatertreffen, das am 5. Mai beginnt, scheint er endgültig obsolet. Was heißt hier Ekeltheater? Edeltheater wäre der passendere Begriff für die unverkennbare Tendenz hin zu Glanz, Entertainment und Eleganz, die sich in der aktuellen Auswahl der zehn 'bemerkenswertesten' Inszenierungen spiegelt."

Weiteres: Lothar Müller stellt den Archäologen Hermann Parzinger als aussichtsreichsten Kandidaten für die Nachfolge Klaus-Dieter Lehmanns im Amt des Präsidenten der Stiftung Preußischer Kulturbesitz 2008 vor. Javier Caceres und Robert Probst erinnern an die deutsche und italienische Bombadierung der baskischen Stadt Guernica heute vor siebzig Jahren. Holger Liebs hebt noch einmal die anhaltende epochale Kraft von Pablo Picassos dazu entstandenem Guernica-Gemälde hervor. Petra Steinberger fasst Kernthesen einer Debatte über die Bedeutung der Slums für die Megastädte dieser Welt zusammen, deren Protagonisten der Gesellschaftstheoretiker Stewart Brand, der Architekt Rem Koolhaas und der Stadttheoretiker Mike Davis sind. Günter Kowa empört sich, wie die "Stiftung Saalecker Werkstätten" versucht, das Erbe des NS-Architekten und Verfassers des berüchtigten Buchs "Kunst und Rasse", Paul Schultze-Naumburg, zu rehabilitieren. Frank Thinius gratuliert dem Architekten Ieoh Ming Pei zum neunzigsten Geburtstag, Fritz Göttler dem Filmhistoriker Helmut Färber zum siebzigsten. Außerdem meldet er den Start des Berliner Filmfestivals "Pictureurope"

Besprochen werden die Aufführung der erst kürzlich entdeckten Lieder aus Anton Dvoraks "Zypressen-Zyklus" in Ludwigshafen, Todd Fields Vorstadt-Höllen-Film "Little Children" mit Kate Winslet, Zhang Yimous neuer Film "Der Fluch der goldenen Blume", Pablo Taperos argentinisches Roadmovie "Familia rodante", Antoine Fuquas Film, "Shooter" und Bücher, darunter Cormac McCarthys Pulitzer-preisgekrönter Roman "Die Straße" (mehr ab 14 Uhr in unserer Bücherschau des Tages).

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Frankfurter Rundschau, 26.04.2007

Der Rechtsextremismusforscher Volker Weiss beobachtet Anzeichen einer Öffnung deutscher Neonazis für den islamistischen Diskurs. "Bei den Kundgebungen militanter Islamisten wird zwischen Palästina- und Hisbollah-Fahnen nicht selten auch Klientel der NPD gesichtet. Die NPD hat verstanden, dass sie mit islamistischen Regimes in manchen Fragen auf einen Nenner kommen kann. Im Gegenzug traf der offene Brief des iranischen Präsidenten Ahmadinedschad an die deutsche Regierung mit seinen Bemerkungen über 'bestimmte globale Mächte und spezielle Gruppen' einen für Neonazis vertrauten Ton, Antisemitismus und Geschichtsrevisionismus stiften Gemeinschaft."

Der unvergleichliche Hans-Klaus Jungheinrich ist bis in die brasilianische Amazonasstadt Manaus gereist, um Christoph Schlingensiefs multimediale Inszenierung von Richard Wagners "Fliegendem Holländer" zu erleben, deren Polyphonie der filmischen und theatralischen Parallelerzählungen zu seinem Leidwesen nicht aufs klare Mitverfolgen der Handlung hin angelegt war. "Immer wieder gab es chaotische Stellen, bei denen der Kenner sich fragen mochte, wo gerade die singende Person sich befände. Und der Nichtkenner stoßseufzte: Wer singt denn da schon wieder?"

Weitere Artikel: Die Gerichtsreporterin und Jelinek-Biografin Verena Mayer berichtet vom Prozess gegen eine junge Frau, die auf einer Toilette ein Kind zur Welt brachte und anschließend getötet hat.

Besprochen werden die Tourneeeröffnung des Komikerduos "Badesalz" im Bürgerhaus Sprendlingen, der Geburtsstätte ihres Ruhms, David Lynchs neuer Film "Inland Empire" ("Das Kino hat dergleichen bislang nicht erlebt," staunt Daniel Kothenschulte), Zhang Yimous Historiendrama "Der Fluch der goldenen Blume" und Todd Fields Vorstadtdrama "Little Children" (für Heike Kühn "ein begnadeter Film" von bestechender Schönheit und Klugheit).

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Die Tageszeitung, 26.04.2007

Zum siebzigsten Jahrestages der Bombardierung der baskischen Stadt Guernica durch die Faschisten erinnert der Schriftsteller Raul Zelik daran, dass auf die Region bis heute der Schatten der Vergangenheit fällt und auf beiden Seiten der Terror regiert. "Die ETA hat den Staat frontal herausgefordert. Das Erschießen von Gemeinderäten und an Flughäfen platzierte Autobomben haben mit Befreiungskampf nichts zu tun. Und doch muss die spanische Öffentlichkeit begreifen, dass auch ihr Staat für die Polarisierung der Gewalt im Baskenland Verantwortung trägt. Seit der Bombardierung Guernicas 1937 - und auch noch lange nach Francos Tod - hat er immer wieder auf Mittel zurückgegriffen, die man ebenfalls als terroristisch bezeichnen kann. Heute besteht die historische Chance, den baskischen Konflikt endlich zu beenden. Man kann gut verstehen, warum spanische Politiker, die Attentate überlebt haben, den Friedensbekundungen der ETA nicht trauen wollen. Aber umgekehrt ist ebenso einleuchtend, warum baskische Linke, die Opfer von Folter oder parapolizeilichen Anschlägen wurden, nicht an Spaniens Demokratie glauben."

Anderes: Ilona Lehnart hat an einem Rundgang durch die umgebauten Documenta-Räume teilgenommen, den ihr neuer Leiter Roger M. Buergel veranstaltet hat. Der in Kairo geborene Journalist Samir Greer beschreibt die aus seiner Sicht dubiosen Umstände, unter denen die Büste der Nofretete 1912 nach Berlin gekommen ist.

Besprochen werden eine Douglas-Gordon-Retrospektive im Kunstmuseum Wolfsburg, Todd Fields Film "Little Children" (den Anke Leweke zu verständnisvoll für die porträtierten Vorstadt-Seelen findet), Hiner Saleems Kurdistan-Film "Dol - das Tal der Trommeln". Und Ekkehard Knörer widmet die dvdesk-kolumne heute Klaus Lemkes Film "Paul" von 1974.

Und Tom.

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.04.2007

Heinrich Wefing porträtiert den Archäologen Hermann Parzinger, den designierten neuen Präsidenten der Stiftung Preußischer Kulturbesitz - und erwähnt auch einen anonymen Hinweis auf die Personalie, den die FAZ schon im März erhielt: "Ein gutgekleideter Herr habe ihm den Umschlag in die Hand gedrückt, erinnerte sich der Pförtner, seinen Namen aber habe er nicht erfragen können, da im selben Moment das Telefon geklingelt habe." Im Umschlag war eine Karte mit dem Namen Parzingers.

Weitere Artikel: In der Glosse kommentiert Edo Reents ungnädig Klaus Wagenbachs leicht verspätete Erinnerung an einen Hinweis von Günter Grass auf seine Waffen-SS-Zeit schon Anfang der sechziger Jahre: "Grass wäre demnach, je berühmter er wurde, immer schweigsamer geworden." Günter Paul denkt anlässlich der Entdeckung unseres Schwesterplaneten Gliese 581c über die Möglichkeit von Leben außerhalb der Erde nach. Der Frage, ob Rolf Hochhuth bei seinem "Stellvertreter" KGB-Desinformationen aufsaß, geht Thomas Brechenmacher nach - und kommt zum Ergebnis, dass Hochhuth für die einseitige Darstellung der historischen Wirklichkeit wohl keiner KGB-Hilfe bedurfte. Von den Wittener Tagen für neue Kammermusik (Website) berichtet Gerhard Rohde. Dieter Bartetzko gratuliert dem Architekten Ieoh Ming Pei zum Neunzigsten. Auf der letzten Seite beschreibt Julia Bähr die wiedervereinigte Band "No Angels" als "Musterbeispiel für die medienindustrielle Planwirtschaft". Patrick Bahners kommentiert das Angebot des islamkritikerinnenkritischen Autors Feridun Zaimoglu, beim zweiten Treffen der Islam-Konferenz seinen Platz für eine selbstbewusste Schamtuchträgerin zu räumen (Bahners ist zu vornehm, um auf die Quelle von Zaimoglus Äußerungen, ein Interview in der gestrigen Berliner Zeitung, hinzuweisen). Konrad Adam war auf einer in Berlin stattfindenden Konferenz der Universität Konstanz zum Thema Kreativität. Auf der Medien-Seite berichtet Alexander Häntzschel über einen Prozess gegen regierungskritische malaiische Blogger.

Auf der Kino-Seite informiert Hans Dünki über die technischen Aspekte der Restaurationsarbeiten an einer wieder aufgefundenen Kopie des "Hamlet"-Films mit Asta Nielsen. Vom Ärger, den sich Richard Gere mit einem Kuss auf die Wange der Bollywood-Schauspielerin Shilpa Shetty mit der indischen "Moralpolizei" einhandelte, berichtet Martin Kämpchen.

Besprochen werden eine Ausstellung mit Kostümen, die Jean Paul Gaultier für Choreografien von Regine Chopinot entwarf, in Paris, die DDR-Ausstellung "Parteidiktatur und Alltag" ("vollgestellt mit allerlei Geschichtsgerümpel", kritisiert Regina Mönch), in Berlin, Zhang Yimous Film "Der Fluch der Goldenen Blume" und ein Buch, Eduardo Belgrano Rawsons Roman "Rosas Stimme" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Dekorativ-degoutante Dekadenz

20.01.2014. Widersprüchliche Auskunft geben die Zeitungen über Karin Beiers siebenstündiges Atridenfluchspektakel "Die Rasenden" nach Euripides, Sartre, Aischylos und Hofmannsthal. Die NZZ hält den Erkenntnisgewinn für so mittel, die FAZ für null, und für die Welt steht fest: Das Hamburger Schauspielhaus ist zurück. In der Berliner Zeitung befasst sich Anetta Kahane mit der Diskrepanz zwischen dem Äußeren Beate Zschäpes und ihren Taten. Springteufel Morozov ploppt heute in der SZ auf. Mehr lesen

Sie sind schon denkend

18.01.2014. Die ersten Reaktionen auf Barack Obamas Rede sind zwiespältig bis kritisch. The Verge und die Electronic Frontier Foundation vergleichen Obamas Maßnahmen Punkt für Punkt mit Forderungen von Bürgerrechtsgruppen. Wir binden Julian Assanges CNN-Interview ein: Der Wikileaks-Gründer kritisiert vor allem, dass die Geheimgerichte nicht abgeschafft werden. Auch Deutsche Politiker reagieren laut FAZ bis hin zur CDU recht skeptisch auf Obamas Rede. Außerdem: Arno Schmidt in der taz. Und Luc Bondys Pariser Marivaux-Inszenierung mit Isabelle Huppert allüberall. Mehr lesen

Bei der Kante hat man nur eine Chance

17.01.2014. In der Berliner Zeitung erzählt Marina Hoermanseder, warum sie so gerne Korsette aus Leder macht. In der FAZ bangt die Ökonomin Shoshana Zuboff um Barack Obama, der in seiner heutigen NSA-Rede gewaltig versagen könnte. Die NSA bringt sowieso nix, hat die SZ herausgefunden. Man kann Schriftsteller nicht züchten, ruft die Welt der Zeit zu. Die NZZ hält dem lauernd anmutenden Blick eines Papstes namens Innozenz stand. Mehr lesen

Der Heintje-Effekt

16.01.2014. In der taz fordert Steve McQueen, dass sich Briten und Amerikaner in punkto Vergangenheit an die eigene Nasen fassen. Die NZZ fordert ungewöhnliche Lehrer. Im Freitag erinnert Wolfgang Müller die reaktionären Aspekte am Werk Arno Schmidts. Kenan Malik plädiert in seinem Blog gegen das Verbot der Dieudonné-Shows. Die Zeit arbeitet den Fall Beltracchi auf und bringt selbstkritische Anmerkungen zum Literaturbetrieb. Außerdem im Freitag: ein Interview mit Karl Ove Knausgård und Armond Whites Kritik an Steve McQueens Film "12 Years a Slave". Mehr lesen

Es toben Bassläufe wie Harpyien herauf

15.01.2014. In der FAZ antwortet Evgeny Morozov auf Sascha Lobo und rät jenen Staaten, die uns NSA und Co. bescherten, uns von Google und Co. zu befreien. Die New York Times erklärt, wie die NSA Computer infiltriert, die nicht im Netz sind. Verlage jammern zwar rum, aber laut kress.de verdienen sie prächtig: dank überlasteten Redakteuren und unterbezahlten Freien. Die SZ geriet bei Mahler unter Kirill Petrenko in Ekstase. Und wenn Russland und die USA auf Franziska Augstein hören, ist demnächst auch Friede in Syrien. Mehr lesen

Gar kein Platz mehr für Gezicke

14.01.2014. Die NZZ verfolgt mit Entsetzen den Erfolg des Films "Fack ju Göhte". Die SZ traut sich nach Sankt Pauli. Für die FAZ reist Andrzej Stasiuk nach Belzec. In der Welt entpuppt sich Rolando Villazón als Rolando-Villazón-Bewunderer. Die taz fordert mit Thomas Mießgang eine neue Kultur der Unhöflichkeit. Mehr lesen

Seltsam sacht, schwebend fast

13.01.2014. Die NZZ ging nach Halberstadt, John Cage hören. In der taz freut sich Jochen Schimmang über die Wiederentdeckung des Autors Christian Geissler. Die französischen Medien fragen: Wie privat oder wie öffentlich ist François Hollandes Affäre mit einer Schauspielerin? Nicht das Internet ist kaputt, meint Martin Weigert in Netzwertig in einer Replik auf Sascha Lobo in der Sonntags-FAZ, sondern der Mensch in seinem Sicherheitswahn. Die SZ sucht nach glasklaren Tatbeständen, um einst von den Nazis requirierte Kunstwerke zu restitutieren. Mehr lesen

Mit offensiver Offenheit

11.01.2014. Mit Übertreibung ist der Dekadenz der Banker und Broker nicht beizukommen, stellt die taz zu Martin Scorseses Film "The Wolf on Wall Street" fest. Die Welt erinnert an eine Zeit, als die Öffentlich-Rechtlichen ihr Publikum noch überforderten. Die NZZ plädiert dafür, die Werke türkischstämmiger Künstler in Deutschland nicht länger bloß als Zeugnisse von Migration und Hybridität zu begreifen. Die SZ würdigt die Verdienste des chinesischen Kurznachrichtendienstes Weibo. Und die FAZ verneigt sich vor Arno Schmidt. Mehr lesen

Jeder Passant ein Mörder

10.01.2014. Das TLS erzählt, wie französische und tschechische Surrealisten 1935 über Kunst und Revolution diskutierten. Die NZZ bewundert die Blumensamen-Designs von Paul Smith. Ein Untersuchungsausschuss der EU erklärt die Massenüberwachung durch NSA und GCHQ für illegal, berichtet der Guardian. Die Welt bewundert Martha Argerich beim Nägel lackieren. Als E-Book ist "Mein Kampf" ein Besteller, meldet Gawker. Die SZ schleicht mit dem legendären Superverbrecher Fantomas durch Paris. Mehr lesen

Absolute Theatermanie

09.01.2014. Im Tagesspiegel erklärt die schwarze Autorin Zadie Smith, warum alle weißen Figuren in ihrem Roman "London NW" als solche ausgewiesen werden, während die Hautfarbe der anderen Personen nicht benannt wird. Die taz erklärt, warum das digitale Filmerbe zurück auf Zelluloid soll. In der NZZ schreibt die russische Schriftstellerin Elena Chizhova über das traurige Leben der Architekten in Petersburg. In der Zeit feiern Haruki Murakami und Thomas Hitzlsperger ihr Coming Out - der eine von beiden als Superman. Mehr lesen

Zeit für eine Rasur

08.01.2014. In der taz spricht Ilija Trojanow über die Wirkungen des Schriftstelleraufrufs gegen den digitalen Überwachungsstaat und wettert über "Defätisten, die es sich auf dem Hochsitz der pessimistischen Weltanschauung" bequem machen. Die NZZ stellt die Seite Alfredflechtheim.com vor, die von mehreren Museen erstellt wurde. Die Welt bewundert den alten Mann Robert Redford und das Meer. Die FAZ veröffentlicht einen Aufruf für Liu Xia. Und die SZ überlegt, wer sich Dissident nennen darf. Mehr lesen

Solange man es nicht schwul nennt

07.01.2014. In der FAZ beklagt der Philosoph Marco Wehr die fatale Wissenschaftsgläubigkeit der Politik - und der Wissenschaft selbst. In der NZZ erklärt Shlomo Sand, was er meint, wenn er von der "Erfindung des jüdischen Volkes" spricht. Die Welt erkundet die "Macht der Machtlosen". Die SZ möchte die Achse Paris-Berlin-Warschau stärken. Und die taz staunt über den Kurator Kaspar König, der behauptet, in Russland alles zu dürfen. Mehr lesen

Wir dynamisieren das Hamsterrad

06.01.2014. In der NZZ erinnert Bora Cosic an den jugoslawischen Architekten und Freund Bogdan Bogdanovich. Der Guardian bringt einen Auszug aus Claudia Roth Pierponts neuer Philip Roth-Biografie. In der FAZ wendet sich Kunsthistoriker Jeffrey Hamburger entschieden gegen die Ökonomisierung der Wissenschaft. In der Welt legt der Historiker Thomas Weber ein Wort für die deutschen Soldaten des Ersten Weltkriegs ein. Und Necla Kelek fordert, dass die Kinder der Roma und Sinti von der Politik nicht im Stich gelassen werden. Mehr lesen

Wie die Krallen einer Katze auf Glas

04.01.2014. In der Welt verlieren Andrzej Stasiuks Augen die Bodenhaftung. In der FR erzählt Steve McCurry, was die Zeit mit dem Fotografen und dieser mit der Zeit macht. In der NZZ spricht Junot Díaz über das Schreiben und die Zeit. Spiegel Online zitiert eine Studie über das immer religiösere Weltbild der Amerikaner: Ein Drittel nimmt die Bibel wörtlich. Die taz fordert analogen Protest gegen digitale Überwachung. Mehr lesen

Die Melodie der Macht

03.01.2014. Die Washington Post erklärt mithilfe von Snowden-Papieren, wie die NSA das Netz in Besitz nehmen will. Die Welt porträtiert den rechtsextremen und postkolonialen Komiker Dieudonné, dem durch ein mögliches Tourneeverbot in Frankreich unverdiente Aufmerksamkeit zuteil wird. Schriftsteller Alberto Nessi erinnert in der NZZ an Stalins Staatsdichter Maxim Gorki, der einst Ossip Mandelstam einen Pullover, aber keine Hosen genehmigte. David Chipperfield und Okwui Enwezor erklären in der SZ, wie sie das Haus der Kunst in München sanieren wollen. Die FAZ eröfffnet eine Reihe zum Ersten Weltkrieg. Mehr lesen

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