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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klaus-Michael Bogdal: Europa erfindet die Zigeuner

Ewige Werte
- Post aus der Antarktis
- Fallende Blätter: die Lage des Feuilletons heute
- Domenico Scarlatti
- Olaf Sundermeyer und der Perlentaucher: Richtigstellungen
- Die Perlentaucher-Affäre und das System Schirrmacher
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- Neu und Nach: ein Übersetzerstreit
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- 100 wichtige Intellektuelle aus der Provinz
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- An die französischen Neinsager
- Der 8. Mai war keine Befreiung
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- Das Ende der Berliner Seiten
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- Das Kempowski-Dossier
- Nichts ohne Netz: Zeitungen online
- Grass und die SS: ein Linkdossier
- Die Öffentlich-Rechtlichen und das Netz
- Rupert Murdoch hat so Recht
- Und eine Antwort auf Mathias Döpfner
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- Die Galle der Gallier
- Post aus der Walachei
Heute in den Feuilletons
Unsichtbar angezapft
Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
30.06.2008. Klagenfurt ist in Wirklichkeit ein Jammertal. Allzu mittelständisch war die dort verlesene Literatur, meint die Welt. Die Texte fielen nicht weiter auf, sekundiert die FR. So ist eben belangloser Realismus, sagt die NZZ. Nur die FAZ ist recht zufrieden mit den Texten. Die SZ lobt zumindest die Jury. Die Berliner Zeitung meldet die Entlassung des letzten russischen Kurators für moderne Kunst.
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Berliner Zeitung, 30.06.2008
Nach der Zerschlagung eine Moskauer Ausstellung im Jahr 2003 (mehr hier) und dem Freitod der russischen Künstlerin Anna Altschuk im Berliner Exil (mehr hier) meldet Christian Esch einen weiteren Schlag gegen die Moderne in Russland. Die staatliche Tretjakow-Galerie entlässt ihren Kurator für zeitgenössische Kunst, Andrej Jerofejew, der "ohne es zu wollen in die Rolle eines postsowjetischen Dissidenten geraten" war: "Die Ausstellung 'Soz-Art' über politische Kunst seit 1972 wurde vor einem halben Jahr vom damaligen Kunstminister Sokolow als 'Schande für Russland' bezeichnet. Das Verdikt betraf ironische, obszöne oder provokative Werke - als solche galten selbst die beiden sich küssenden Milizionäre der Künstlergruppe 'Blaue Nasen'- und verhinderte die Ausreise der Ausstellung nach Paris."
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Neue Zürcher Zeitung, 30.06.2008
"Nur zwei Tage hat der Wettbewerb gedauert, und er war dabei so langweilig wie kaum zuvor", befindet Paul Jandl zum Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt: "Was soll von diesen 'Tagen der deutschsprachigen Literatur' bleiben? Ein inhaltlich wie ästhetisch meist belangloser Realismus zieht sich durch die beiden Lesetage, und dass die Jury auf die vielen literarischen Unerheblichkeiten nicht etwa mit Unmut reagiert, sondern mit umso grösserem kulturtheoretischem Aufwand, macht die Sache auch nicht besser." Dass der Sieger Tilman Rammstedt seine Sache "immerhin ganz gut" gemacht hat, reicht Jandl nicht: "Vielleicht schafft der Bachmann-Preis sich gerade selbst ab. Noch ein Wettlesen wie diesmal, und niemand wird ihn vermissen."
Die angestrengte Harmonie in Italien ist vorbei, notiert Franz Haas, seit Premier Berlusconi wieder angefangen hat, an "Gesetzen zu basteln, die ihm die Justiz vom Leib halten und sein Fernsehimperium für immer sichern mögen. So soll das Abhören von Telefongesprächen nur noch bei Ermittlungen gegen Terroristen und Mafiosi erlaubt sein, nicht aber in Fällen von Wirtschaftskriminalität oder anderen Bagatellen wie etwa Entführungen. Diesen Gesetzesvorschlag machte der Regierungschef just in jenen Tagen, als durch Telefonabhörungen bekannt wurde, dass in einer Mailänder Klinik zahlreiche Menschen ohne Notwendigkeit und aus reiner Geldgier operiert wurden, wobei fünf Patienten zu Tode kamen und viele verstümmelt wurden."
Weiteres: Marc Zitzmann porträtiert den steinreichen Couturier Pierre Cardin, der als Mäzen ganz seiner "Vorliebe für große Gesten und emphatische Ausrufezeichen, für Vorgestrig-Avantgardistisches, Abstrakt-Ästhetizistisches und sublimiert (Homo-)Erotisches" fröne. Uwe Stolzmann schreibt zum Tod der Prager Schriftstellerin Lenka Reinerova. Samuel Herzog liefert den Nachruf auf Tod den Bündner Maler und Plastiker Matias Spescha. Besprochen wird Franz Welser Mösts Inszenierung von Bizets "Carmen" im Zürcher Opernhaus.
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Die Tageszeitung, 30.06.2008
Tilman Rammstedt hat in diesem Jahr in Klagenfurt gewonnen (weitere Preisträger hier). Der Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb ist in diesem Jahr fürs Fernsehen aufgehübscht worden, bemerkt Dirk Knipphals. Stromlinienförmig passt er sich nun in den Vermarktungsapparat ein. "Als Maschine zur Entdeckung junger Talente hat der 'Bewerb', wie der Wettbewerb neuerdings österreichisch heißt, schon länger ausgedient; sehr viele der antretenden Autoren hatten vorher schon Buchverträge. Nun schickt sich die Veranstaltung also an, sich in Richtung eines weiteren Instruments zur Erzeugung medialer Aufmerksamkeit für die deutschsprachige Literatur zu wandeln, neben Buchpreis, Elke Heidenreich und Preis der Leipziger Buchmesse. Beim Buchpreis kann der Leser das gute Buch für den nächsten Urlaub abgreifen, bei Heidenreich die leicht peinlichen Schmöker fürs verregnete Wochenende, und bei Klagenfurt kann er sich in Sachen Up-to-date-Sein einen Überblick verschaffen, was alles noch zu lesen möglich wäre."
Im Interview mit Oliver Pohlisch erwartet die Soziologin Saskia Sassen von Barack Obama als möglichem Präsidenten keine Wunder, hält ihn aber für einen "Pragmatiker mit tiefem sozialen Bewusstsein". In der zweiten taz entsetzt sich Petra Schellen über das Maritime Museum des ehemaligen Springer-Vorsitzenden Peter Tamm in Hamburg, das unverblümt die Täter des Zweiten Weltkriegs verehre. Im Medienteil informiert Anett Keller, dass China kurz vor den Olympischen Spielen die Pressezügel wieder anzieht.
Und Tom.
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Die Welt, 30.06.2008
Für Elmar Krekeler gehen die Preise für Tilman Rammstedts "Kaiser von China" zwar ganz in Ordung, aber Enthusiasmus hat das Klagenfurter Wettlesen bei ihm nicht ausgelöst. Allzu mittelständisch erscheint ihm die neuste Literatur: "Der typische Autor dieser literarischen Mittelstandswelt hat anderthalb Bücher geschrieben, ist ziemlich genau 37 und beherrscht sein Handwerk auf eine verblüffende Weise. Und das auf so ziemlich jeglicher Ebene. Selten gab es so wenig schiefe Bilder, so wenig leerlaufende Plots. Allerdings hat es auch noch nie so wenig gegeben, was über eine behagliche mittlere Temperatur herausragte. Das Warten auf den einen, den Großen Text dauerte bis zum Schluss. Er kam aber nicht."
Weitere Artikel: Ulli Kulke resümiert Theorien zur Katastrophe von Tunguska (mehr hier) vor genau hundert Jahren und kommt am Ende zum Ergebnis, dass sie wohl von einem Asteroiden aus Stein ausgelöst wurde, der bei Eintritt in die Atmosphäre komplett verglühte. Ulrich Baron erzählt zugleich, welche Katastrophen der Asteroid seitdem in der Popkultur auslöst. In der Leitglosse sieht Berthold Seewald das Londoner Pop-Spektakel vom Freitag um Nelson Mandela angesichts seiner recht schüchternen Distanzierung von Mugabe und der ausländerfeindluchen Exzesse in Südafrika als ziemlich schale Angelegenheit. Ulrich Weinzierl schreibt zum Tod der Schriftstellerin Lenka Reinerova.
Besprochen werden DVDs, darunter eine Neuauflage der drei "Paten" und eine Kassette mit Harold-Lloyd-Filmen sowie die Filme des Münchner Filmfests und ein Auftritt der auf Deutschland-Tournee befindlichen Gruppe Linkin Park.
Auf der Magazinseite schreibt ein anonymer Abhörschutzexperte über das Potenzial seiner Branche im Internetzeitalter. Es gibt da so einen Trojaner, den man auf jedwedes Handy schicken kann. Das ruft einen dann an, wenn der Getroffene telefoniert: "Das Infame daran ist, dass niemand etwas mitkriegt. Sollte so eine Trojaner-SMS Ihr Handy befallen, werden Sie nichts feststellen können. Kein SMS-Symbol auf dem Display, kein Eintrag im Anruferverzeichnis. Ihr Handy ist unhörbar, unsichtbar angezapft. Diese Manipulation kriegen auch technisch Ahnungslose hin. Es ist so einfach wie Aktenlochen."
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Frankfurter Rundschau, 30.06.2008
Ziemlich ratlos resümiert Christoph Schröder den Klagenfurter Bachmann-Wettbewerb, den Tilman Rammstedt mit seinem hochkomischen und prämierten Text rettete wie ein Witzeerzähler eine laue Party: "Es fehlten die Kanten. Autoren, Texte, Meinungen rauschten hintereinander durch und fielen nicht weiter auf. Wer und warum schließlich auf dem Preiskarussell (immerhin fünf Auszeichnungen für 14 Autoren) zu sitzen kam - das erschien so zufällig wie beliebig. Ästhetische Kategorien, an denen die Jury sich orientierte, waren nur in Ansätzen auszumachen. Debatten über Schreibweisen, Konstruktionszusammenhänge oder Erzählperspektiven hörte man allzu selten. Stattdessen ergingen die Jurymitglieder sich immer wieder in persönlichen Anekdoten."
Weiteres: Hans-Jürgen Linke unterhält sich mit Frankfurts Opernintendant Bernd Loebe über die Lage seines Hauses. In Times Mager zeigt Christian Schlüter seinen Unmut über ein Fußball-Fans und den BASF-Chef Jürgen Hambrecht. Besprochen werden Bonnie Prince Billys neues Album "Lie Down in the Light" und auf der Medienseite der Film "Pingpong", mit dem die ARD in diesem Jahr ihre Reihe "Debüts im Ersten" startet.
Berliner Zeitung | Neue Zürcher Zeitung | Die Tageszeitung | Die Welt | Frankfurter Rundschau | Frankfurter Allgemeine Zeitung | Süddeutsche Zeitung
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.06.2008
Nicht mit der seiner Meinung nach insgesamt dürftigen Leistung der Jury, aber doch mit dem Niveau des Klagenfurter Wettlesens ist Oliver Jungen mehr als zufrieden, Siegertext inklusive: "Jetzt geschah der Durchbruch, begann die Zukunft, schaffte sich das ungeschriebene Bachmann-Gesetz selbst ab. Dafür verantwortlich ist zu großen Teilen ein Text, auf den man gewartet hat: der brillante, absolut stilsichere, zum Bersten komische und zugleich hochliterarische Romanauszug über einen renitent-überlegenen, nun freilich irgendwie toten Großvater, den der bescheiden auftretende Tilman Rammstedt in einer kongenialen Turbolesung zum Besten gab und sich damit völlig zu Recht den mit 25 000 Euro dotierten Ingeborg-Bachmann-Preis sicherte und - das sagt viel - den mit 6000 Euro dotierten Kelag-Publikumspreis gleich dazu."
Weitere Artikel: Maria Frise hat mit Frauen der israelischen Friedensbewegung "Machsom Watch" Kontrollpunkte im Westjordanland aufgesucht. In der Glosse nähert sich Hubert Spiegel dem als nicht unwahrscheinlich avisierten vollständigen Abschmelzen des arktischen Eises noch in diesem Sommer mit Christoph Ransmayr. Paul Ingendaay erklärt, warum der Prado das Goya-Gemälde "Der Koloss" nicht mehr länger für ein Goya-Gemälde hält, sondern für ein Werk seines Mitarbeiters Asensio Julia. Katja Gelinski kommentiert die Entscheidung des obersten US-Gerichtshofs, der den Bürgern ein Grundrecht auf Waffenbesitz zugesteht. Über die gelungene Verwandlung adulter in embryonale Stammzellen berichtet, einen Aufsatz in Nature referierend, Joachim Müller-Jung. Andreas Platthaus gratuliert dem Illustrator Wolf Erlbruch zum Sechzigsten. Zum Tod der Prager Schriftstellerin Lenka Reinerova schreibt Hans-Peter Riese, zu dem des Pharmakologen Norbert Brock Rainer Flöhl.
Besprochen werden der von Nicolas Briegers inszenierte "Doktor Faustus" von Ferruccio Busoni zur Eröffnung des Münchner Opernfestivals, die Eröffnung des Rheingau Musik Festivals mit Gustav Mahlers Vierter Symphonie unter Leitung von Paavo Järvi, die Ausstellung "Pigozzi and the Paparazzi" der Helmut Newton Stiftung, die römische Ausstellung "Vom Freund gezeichnet - ein Porträtalbum deutscher Künstler in Rom", und Bücher, darunter Antonio Jose Pontes "essayistischer Roman? halbfiktionaler Essay? Autobiographie?" mit dem Titel "Der Ruinenwächter von Havanna" und zwei neue Bände über die Mona Lisa (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).
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Süddeutsche Zeitung, 30.06.2008
Nicht mit der seiner Meinung nach insgesamt dürftigen Leistung der Autoren (Siegertext inklusive), aber doch mit den rhetorischen Fähigkeiten der Jury beim Klagenfurter Wettlesen ist Helmut Böttiger mehr als zufrieden: "Erst im Lauf der Zeit stellte sich die Jury dieses Jahr auf die veränderte Situation ein, und sie agierte dabei bewundernswert souverän... So ergab es sich, dass Tilman Rammstedt den mit 25000 Euro dotieren Hauptpreis, den Ingeborg Bachmann-Preis erhielt - mit einem Text, dessen Mechanismen und Effekte haargenau dieselben waren wie bei demjenigen, mit dem er vor einigen Jahren den Berliner Nachwuchswettbewerb Open Mike gewann. Der Unterschied war nur: der Text beim Open Mike dauerte fünfzehn Minuten, der in Klagenfurt dreißig Minuten, und deswegen war der in Klagenfurt eindeutig schlechter."
Weitere Artikel: Alexander Kissler stellt des Papstes neue Kleider vor. Franziska Schwarz informiert in den "Nachrichten aus dem Netz" über falsche Musik-Originale im Internet. Dietmar Polaczek hat ein Fest in Venedig besucht, bei dem viel über die liberale Flüchtlingspolitik der Stadt zu erfahren war. In der DVD-Kolumne empfiehlt Fritz Göttler unter anderem Western von Jack Arnold. Alex Rühle gratuliert dem Kinderbuchautor und Illustrator Wolf Erlbruch zum Sechzigsten.
Auf der Literaturseite hat Rolf Michael Uwe Johnsons "Jahrestage" noch einmal gelesen, und zwar als Chronik des Jahrs 1968. Christoph Bartmann hat den Nachruf auf die Prager Autorin Lenka Reinerova verfasst.
Besprochen werden das Gesangsspitzentreffen im Schlosshof Schönbrunn mit Netrebko, Villazon und Domingo, die Münchner Inszenierung von Ferruccio Busonis "Doktor Faustus", eine Daumier-Ausstellung in Chemnitz, die Ausstellung "Ulrich Loth - Zwischen Caravaggio und Rubens" in der Alten Pinakothek und Olivier Messiaens "St. Francois d'Assise", in Amsterdam von Ingo Metzmacher dirigiert.
Archiv: Heute in den Feuilletons
Für Ohrfeigen geboren
11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust. Mehr lesen
Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase
10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen
Wegfall von Arbeit
09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen
Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren
08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen
Archiv: Heute in den Feuilletons
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Archiv: Heute in den Feuilletons
Der Graf von Sandwich war in Gefahr
07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen
2000PutIN, 2012PutOUT
06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen
Die ganze Welt inventarisieren
04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen
Hunde und Katzen, Liebe und Tod
03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen
Einschlusslöcher am Gebäudesockel
02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen
So sehr ich Warhol schätze
01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen
Also, Bürger, auf zur Wacht!
31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen
Weil es dem Franz so gefallen hat
30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen
Das korrekte Verfahren für Anarchisten
28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen
Und die Emotionen suchen blind
27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen. Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen
Ein irrer Cut
26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen





