Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 10.02.2012, 17.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

In die größtmögliche Dimension katapultiert

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

18.01.2008. Die Welt bringt eine scharfe Kritik an der Arbeit Daniel Barenboims in Berlin. Die SZ prangert den Krawallfeuilletonismus Frank Schirrmachers an. Der Freitag bringt eine Analyse zu Scientology, und wir verlinken auf ein Video, in dem Tom Cruise das segensreiche Wirken seiner Organisation preist. FR und Berliner Zeitung setzen sich mit Jan Tomasz Gross' Thesen zum Antisemitismus in Polen nach dem Krieg auseinander. Die NZZ meint: Twitter ist das nächste große Ding im Netz.

Die Welt, 18.01.2008

Leider ist morgens noch nichts in der Welt online gestellt. Sehen sie später hier nach.


Manuel Brug liefert - bei aller Würdigung seiner musikalischen Verdienste - eine sehr kritische Bestandsaufnahme der Arbeit Daniel Barenboims an der Staatsoper Berlin: "Daniel Barenboim bestimmt laut Vertrag komplett über seine Premieren, die Sänger werden meist nur über zwei Agenturen geliefert, besetzt werden sie von einem neu engagierten älteren Herren, der Wachs in Barenboims Händen ist. Guten Vokalnachwuchs hat das Haus lange nicht mehr hervorgebracht. In den wenigen, meist konservativ programmierten und sich oft wiederholenden Konzerten der Staatskapelle stehen vorwiegend Barenboims Freunde am Pult."

Weitere Artikel in einer inhaltsreichen Ausgabe: Reinhard Wengierek kommentiert missliche Zustände am Leipziger Theater am Ende der Intendanz von Wolfgang Engel. Kai-Hinrich Renner wirft einen Blick auf die Lage des Spiegels nach der (noch nicht offiziellen) Berufung Mathias Müller von Blumencrons und Georg Mascolos als neuen Chefredakteuren. Der Filmemacher Jörg Müllner porträtiert den jüngst verstorbenen russischen Soldaten Michail Minin, der einst die rote Fahne auf dem verlustreich eroberten Reichstag hisste. Tom Mustroph unterhält sich mit dem Theatermacher Matthias Lilienthal, der in diesen Tagen den hundertsten Geburtstag des Berliner Hebbel-Theaters feiert. "Rsc" fragt nach dem Verbleib wertvoller Handschriften der Berliner Staatsbibliothek, die nach dem Krieg transferiert wurden, in Polen und sieht unter der Regierung Tusk verbesserte Chancen für einen Ausgleich zwischen Polen und Detuschland in diesen Dingen. Uta Baier berichtet, dass das Gemälde "Maria mit dem Kind und einem Mönch" von Kunsthistorikern nach einigem Hin und Her nun doch Parmigianino zugeschrieben wird. Eckhard Fuhr berichtet, dass die bayerische Juristin Ingeborg Berggreen-Merkel Nachfolgerin Hermann Schäfers als Abteilungsleiterin im Staatsministerium für Kultur wird. Nikolaus Nowak liest jüngst freigegebene Materialien aus den Archiven des Vatikans, die belegen, dass Pius XI. General Franco nicht so nahe stand wie angenommen. Hgr schreibt zum Tod der Schauspielerin Inge Langen. Günter Agde annociert eine Tagung über deutsche Kriegsgefangene in Russland und russisches Archivmaterial zm Thema.

Auf der Forumsseite schreibt Maria Carmen Morese, die Leiterin des Goethe-Instituts in Neapel, über die Müllkrise der Stadt.

nach oben

Die Tageszeitung, 18.01.2008

Auf der Meinungsseite hält die grüne Europa-Politikerin Helga Trüpel den idealen Zeitpunkt für gekommen, China in der Menschenrechtsfrage gehörig unter Druck zu setzen: "Im Moment hat man den Eindruck, dass die innenpolitische Repression zunimmt und Regimekritiker noch schärfer als bislang verfolgt werden. Auch angesichts des großen internationalen wirtschaftlichen Engagements in China muss die internationale Gemeinschaft die kommenden Monate bis zu den Olympischen Spielen nutzen, Peking zum Einhalten der Menschenrechte zu drängen. Dazu gehören glasklare Worte von Seiten der Politik, aber auch die Forderung an westliche Sportlerinnen und Sportler, während der Spiele in Peking Kontakt zu Menschenrechtsaktivisten aufzunehmen und ihnen so Öffentlichkeit zu verschaffen."


Isolde Charim befragt im Feuilleton den Popkritiker Diedrich Diederichsen in ihrer Diaspora-Reihe nach diesbezüglichen Erfahrungen in der Jugendkultur der Sechziger: "Im Dreieck von erstens Abhauen, also Vereinzeln, zweitens Streunen, also sich empfänglich machen für Erlebnisse und Kontakte, und schließlich drittens Sich-Verabreden, also Techniken der Bildung neuer Gemeinschaften, kann man etwas Diasporisches entdecken."

Besprechungen widmen sich Saul Williams' Album "The Inevitable Rise Of Niggy Tardust!", die Shoegazing-Platte der "The Magnetic Fields" mit dem Titel "Distortion" und John Carneys Musikfilm "Once".

Und Tom.

nach oben

Der Freitag, 18.01.2008

Die "religiöse Organisation" (so in Spanien und Portugal) bzw. "Psycho-Sekte" Scientology ist weltweit auf dem Vormarsch. Kein Wunder, wie Jürgen Meier findet, passen die Ziele der Organisation doch bestens in die heutige Zeit: "Scientology ist die Glorifizierung eines amerikanisierten Egotrips: Das Leben ist ein 'Spiel'! Jeder spielt für sich! Jeder kann Sieger werden! Keiner muss sterben! Jeder kann ewig leben! Kriege sind nur Teile dieses Spiels! Natürlich muss Hubbards 'religiöse Philosophie', wie er seine Lehre nennt, durch Kurse im Hirn des 'Clears' implantiert werden, um Krieg und Tod siegreich zu überleben."


Wie ein erfolgreicher Scientologe aussieht und sich benimmt, ist derzeit auch in einem Werbevideo zu beobachten, in dem Tom Cruise, von hysterischen Lachanfällen geschüttelt, die scientologische Lehre preist. Das Video war kurz bei YouTube hochgeladen, wurde dort rasch gelöscht, ist aber immer noch auf den Seiten des viel gelesenen New Yorker Klatsch-Blogs Gawker zu sehen. Die Scientology-Klage gegen die unerlaubte Veröffentlichung ist sehr prompt eingegangen, wird von Gawker aber mit Hinweis auf das öffentliche Interesse an dem Video zurückgewiesen.

nach oben

Frankfurter Rundschau, 18.01.2008

Der polnische Philosoph Jakub Kloc-Konkolowicz berichtet vom Wirbel, den das neue Buch "Fear" des Harvard-Historikers Jan Tomasz Gross in Polen verursacht. Gross fragt darin nach dem polnischen Antisemitismus. "Da Polen sich also konsequent der Aggression Nazi-Deutschlands widersetzt haben und selber Opfer von Hitlers Völkermordpolitik wurden, sahen und sehen sich auch heute noch viele Polen ausschließlich in der Rolle der Kriegsopfer. Deswegen empfinden sie jede Behauptung, die Polen als Täter darstellt, als Unverschämtheit, wenn nicht als gezielte Attacke auf das polnische Volk. In diesem Sinne werden auch die Vorkommnisse nach dem Zweiten Weltkrieg, vornehmlich der Pogrom in Kielce, von vielen Historikern für eine Provokation des (polnischen oder sogar sowjetischen) Geheimdienstes gehalten, die das Image Polens in Westeuropa beschädigen und den Verbleib des Landes in der russischen Einflusssphäre sicherstellen sollte."


Christian Schlüter widmet Tom Cruise und seinem Promo-Video für Scientology eine Times mager. Dabei geht er auch auf die Verleihung des Courage-Bambi an Tom Cruise ein und zitiert Frank Schirrmacher, der in der FAS geschrieben hatte, dass der Film "Valkyrie", "wenn nicht alle Zeichen trügen, Deutschland mehr verändern wird als irgendein anderer denkbarer Film der letzten Jahrzehnte". Dies, so Schlüter, "beschreibt allerdings auch, sollte Andrew Morton Recht haben, sehr genau die Mission von Cruise und seiner Sekte. Bleibt also die überaus dringliche Frage, wie erfolgreich Scientology in Deutschland bereits missionieren konnte - und wen." (Geänderte Fassung vom 28. Januar 2008).

Weitere Artikel: Daland Segler gibt Mathias Müller von Blumencron und Georg Mascolo als künftigen Chefredakteuren des Spiegel seinen Segen. Der Pianist Maurizio Pollini wirbt im Gespräch mit Jürgen Otten für mehr Aufführungen zeitgenössischer Musik des 20. Jahrhunderts. "Letztlich ist es gar nicht so schwierig, die Musik von Schönberg, Stockhausen, Ligeti, Boulez und Nono zu verstehen."

Besprochen werden das Album "Jukebox" von Cat Power alias Chan Marshall, Adolf Endlers Gedichtband "Krähenüberkrächzte Rolltreppe" und Jan Seghers' Krimi "Partitur des Todes" (mehr in unserer Bücherschau des Tages).

nach oben

Weitere Medien, 18.01.2008

Der Fotograf Fabrizio Bensch arbeitet für die Nachrichtenagentur Reuters als "embedded journalist" im Irak. Im Interview mit der Jungle World kann er die Informationen über eine verbesserte Sicherheitslage in Baghdad bestätigen: "Im März war die Gewalt wesentlich präsenter. Überall lagen Leichen in den Straßen. Oft waren das Menschen, die entführt, gefoltert und ermordet worden waren. Man darf die Leichen nicht anfassen, weil sie mit einer Sprengfalle versehen sein könnten. In der Nacht waren die Straßen völlig leer, es gab selten Strom, und der Müll türmte sich. Bei meinem zweiten Besuch im Oktober und November war das ganz anders. Ich habe die zweite Hälfte des Ramadan noch mitbekommen. Da merkte man so richtig: Das Leben kehrt zurück auf die Straßen... Ich bin durch die Gegend gegangen und habe es so empfunden, als ob ein Teil der Normalität eingekehrt ist."

nach oben

Neue Zürcher Zeitung, 18.01.2008

Auf der Medienseite erkennt "luc" Anzeichen dafür, dass Twitter das nächste Big Thing im Internet wird. Benutzer können auf der Seite Nachrichten hinterlassen, die aber maximal 140 Zeichen lang sein dürfen: "So können über den Dienst Eilmeldungen und jüngste Entwicklungen einfach verbreitet werden. Bereits sind etwa die Breaking News von CNN über Twitter verfügbar. Als im letzten Oktober in Kalifornien die Waldbrände wüteten und die Website des lokalen Fernsehsenders KBPS dem Besucheransturm nicht mehr gewachsen war, verbreitete die Redaktion ihre Meldungen ebenfalls über die Twitter-Website. Beim Startschuss zu den amerikanischen Präsidentschaftswahlen im Gliedstaat Iowa Anfang Januar wurden viele Wahlresultate direkt aus den Versammlungen an Twitter gemeldet."


In einem ausführlichen Text rekapitulieren Otfried Jarren, Martina Vogel und Gerhard Vowe die Entwicklung der Medienlandschaften in der Schweiz und Deutschland. Und "ras" resümiert das Medienjahr 2007.

Für das Feuilleton besucht Georges Waser das Museum zur Geschichte des Zucker- und Sklavenhandels in den Londoner Docklands. Joachim Güntner beschreibt unter Einbeziehung jüngerer Aufregungen den Niedergang der Multikulti-Vokabel zum Schmähwort. Knut Henkel porträtiert den argentinischen Musiker und Komponisten Gustavo Santaolalla, der unter anderem für "Brokeback Mountain" und "Babel" die Filmmusik geschrieben hat. Als "antiklerikalen Abwehrreflex" wertet Uwe Justus Wenzel die Proteste, die Papst Benedikt XVI. zur Absage seines Vortrags an der römischen Universität La Sapienza bewogen haben. Norbert Hummelt schreibt zum Tod des Stefan-George-Forschers Claus Victor Bock.

Besprochen werden Anne Teresa De Keersmaekers neues Tanzstück "Zeitung" in Paris und Miles Davis' jetzt veröffentlichtes Album "Complete On The Corner Sessions".

nach oben

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.01.2008

Großbritannien beugt sich russischen Repressalien und schließt die Institute des "British Council" in St. Petersburg und Jekaterinburg. Nicht nur Kerstin Holm sieht da Parallelen zu früheren Zeiten: "Zuvor hatte die russische Staatssicherheit FSB sowohl in Petersburg wie in Jekaterinburg Mitarbeiter des Instituts zu 'instruktiven' Gesprächen vorgeladen, wobei ihnen klargemacht wurde, dass sie für eine illegale Organisation arbeiteten, die sie in 'provokative Spiele' hineinzuziehen drohe. Zusätzlich bekamen die Kollegen spät in der Nacht Hausbesuch von Milizinspektoren - was an die Einschüchterungsmethoden der dreißiger Jahre erinnert. " (In einem kurzen Statement kommentiert das "British Council" die Vorfälle.)


Weitere Artikel: Von der Freilegung von Octavians Villa auf dem römischen Palatin berichtet Dirk Schümer. In der Glosse bringt es Tobias Rüther fertig, noch eine Reise mit der transsibirischen Eisenbahn mit prügelnden Jugendlichen in Verbindung zu bringen. Nach dem Olympia-Verbot für Oscar Pistorius denkt Oliver Tolmein über "Techno-Doping" nach. Julia Spinola hat sich mit dem Regieteam Jossi Wieler und Sergio Morabito über die Arbeit im Opernbetrieb unterhalten. Marcus Jauer schreibt anlässlich der Grünen Woche über den Bullen "Exodus" und allgemeiner über Fleckvieh, das "zwischen allen Stühlen" sitzt. Von einem regelrechten Prozessstau am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte weiß Alexandra Kemmerer. Jürgen Kaube gratuliert dem Soziologen Anthony Giddens zum Siebzigsten. Auf der Medienseite betrachtet Karl-Peter Schwarz die Klagen slowenischer Journalisten über die Einschränkung der Pressefreiheit mit beträchtlicher Skepsis. Gemeldet wird, dass die FAZ die Bild-Zeitung wegen des nicht genehmigten Nachdrucks von Frank Schirrmachers Artikel "Junge Männer auf Feindfahrt" abgemahnt hat.

Besprochen werden ein Berliner Konzert der dänischen Band "On No Ono", eine Züricher Ausstellung, die sich um "Tagebücher" dreht, eine Retrospektive des Künstlers Lawrence Weiner im New Yorker Whitney Museum, Barbara Alberts Film "Fallen" und Bücher, darunter Robert Löhrs historischer Klassiker-Action-Roman "Das Erlkönig-Manöver" um Kleist, Goethe und Co. und Andrew Cullens Vaterwerdensbericht "Der schwangere Mann" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

nach oben

Süddeutsche Zeitung, 18.01.2008

Lothar Müller prangert in einem fulminanten Artikel den Krawallfeuilletonismus des Kollegen Frank Schirrmacher an, der die Jugendgewalt bei Ausländern in seinem Einwurf umstandslos mit Nationalsozialismus und Stalinismus verglich. "Diese Sätze sind skandalös. Sie schreiben der Minderheit gewalttätiger ausländischer Jugendlicher in Deutschland das Potenzial zu, Menschheitsverbrechen hervorzubringen, die denen des Stalinismus und Nationalsozialismus im zwanzigsten Jahrhundert ebenbürtig sind. Damit ist das Problem, um das sich diese Debatte dreht, in die größtmögliche Dimension katapultiert. Nun geht es um die Transformation der deutschen Nachkriegsdemokratie in ein totalitäres System, aus den Schlägern, die den Rentner in München verprügelten, sind die Vorboten von Bürgerkrieg und Ausnahmezustand geworden." Mehr zu Schirrmachers Artikel auch hier .


Weiteres: Johan Schloemann untersucht die Rede, die der Papst an der römischen Universität La Sapienza halten wollte, und entdeckt hinter der toleranten Fassade einen "intoleranten Wahrheitsbegriff". Jörg Königsdorf spricht mit Jossi Wieler und Sergio Morabito, die Giuseppe Verdis "Maskenball" an der Berliner Staatsoper inszenieren. Die jüngere Popmusik besteht aus Kompressionsgründen vorwiegend aus lauten und sehr lauten Tönen, klagt Jens-Christian Rabe. Andreas Zielcke erinnert München daran, dass Hans Haackes von der Stadt verschlampte Installation weit mehr wert sein dürfte als die Herstellungskosten, die der Künstler nun einklagt. Als wenig hilfreich empfand Jens Bisky ein Gespräch zur Armut in der Berliner Akademie der Künste. Jacob Schrenk beglückwünscht den britischen Soziologen Anthony Giddens zum Siebzigsten. Ijoma Mangold maßregelt (angeregt von Ron Rosenbaums Artikel in Slate) Dmitri Nabokov, der unliebsamen Kritkern immer wieder mit der Verbrennung eines bisher unveröffentlichten Romanfragments seines Vaters droht.

Auf der Literaturseite begrüßt Florian Kessler den Versuch, aktuelle Literatur in den Deutschunterricht zu holen, wie in Niedersachsen mit Uwe Tellkamps Text "Schlaf in den Uhren" von 2004 geschehen. Im Medienteil meldet Christopher Keil, dass Georg Mascolo und Mathias Müller von Blumencron den Spiegel zukünftig gemeinsam leiten sollen.

Besprochen werden ein Auftritt der Geigerin Priya Mitchell bei den Kammermusiktagen auf Schloss Elmau, Stanislaw Muchas Film "Hope" und Bücher, darunter Borries Schwesingers Handbuch "Formulare gestalten" sowie eine Hörbuch-Version von Henry Glass' "Weltquell des gelebten Wahnsinns" (mehr in unserer Bücherschau des Tages).

nach oben

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

Archiv: Heute in den Feuilletons

Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase

10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen

Wegfall von Arbeit

09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen

Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren

08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen

Der Graf von Sandwich war in Gefahr

07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

2000PutIN, 2012PutOUT

06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen

Die ganze Welt inventarisieren

04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen

Hunde und Katzen, Liebe und Tod

03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen

Einschlusslöcher am Gebäudesockel

02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen

So sehr ich Warhol schätze

01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt  antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen

Also, Bürger, auf zur Wacht!

31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen

Weil es dem Franz so gefallen hat

30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen

Das korrekte Verfahren für Anarchisten

28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen

Und die Emotionen suchen blind

27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen.  Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen

Ein irrer Cut

26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen

Die Augenbrauen des Holofernes

25.01.2012. Die Welt lernt das Alphabet des Umsturzes. Die Frankfurter Rundschau fürchtet, dass die Berliner High Society nicht mit der Provinz mithalten kann. Die Japaner verlieren ihren Glauben an die Technik, beobachtet die NZZ. Die SZ konstatiert: Leistung lohnt sich nicht, wenn keiner hinsieht. Die FAZ versammelt Beispiele der französischen Liebe zu Amerika. Mehr lesen

Gesamtes Archiv Heute in den Feuilletons