Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 11.02.2012, 21.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

"Es gab ja die Gemüse-Stasi"

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

09.11.2007. Zum 9. November bedankt sich Durs Grünbein in der NZZ bei den Polen für Solidarnosc und die entscheidende Drehung aus der Eiszeit. Sein polnischer Kollege Wojciech Kuczok dagegen fürchtet in der FR um sein Land nach zwei Jahren kompromittierender PiS-Herrschaft. Welt und FAZ taxieren das herrschende Ausmaß der Ostalgie. In der SZ erklärt Heribert Prantl das neue Vorratsdatenspeicherungsgesetz als Angriff auf den Journalismus.

Neue Zürcher Zeitung, 09.11.2007

Zum 9. November erinnert sich der Lyriker Durs Grünbein im Interview mit Carsten Hueck an den Mauerfall - und an das Wendejahr 1980: "Es war das Jahr der Streiks in Polen. Für mich verbindet sich damit die entscheidende Drehung aus der Eiszeit heraus. Da kommt etwas in Bewegung, das habe ich erst viele Jahre später begriffen. Die Zeit der Solidarnosc, ein Jahr später das Kriegsrecht in Polen, die Abriegelung der Grenze... Da waren neue scharfe Töne zu hören. Man wusste, dass plötzlich die Front innerhalb des Ostens verlief und nicht, wie immer gesagt wurde, der Endkampf an der Westgrenze stattfindet. Das war extrem bedrückend, weil damit eine geografische Verwirrung einsetzte. Man merkte, die große, wirklich stark spürbare Emanzipationsbewegung kommt nun aus dem Osten. Ein Jahr darauf wurde sie aber durch Verhängung des Kriegsrechts wieder unterdrückt. Sie ist konkret geworden durch den Aufstand der Werftarbeiter, durch Walesa und so weiter. Ich habe deshalb auch allerhöchste Achtung vor den Polen. Ich bin ihnen ewig dankbar für diesen großen Aufstand."


Weiteres: Hansjörg Schertenleib besucht den Schriftsteller Ernst Augustin. Joachim Güntner kommentiert die internationale Konferenz des Club of Rome im Schloss des Bundespräsidenten. Jürgen Tietz besichtigt die Ausstellung der Architekten Baumschlager Eberle in der Pinakothek der Moderne in München. Auf der Musikseite freut sich Frank Schäfer über die Liedermacher Funny van Dannen, Jens Friebe und Peter Licht. Und Julian Weber empfiehlt Olaf Karniks und Helmut Philipps' off-beat-Studie "Reggae in Deutschland".

Auf der Medienseite kann Heribert Seifert nur Gutes über die anstehende ARD-Serie "Unsere 60er Jahre" sagen. "ras." referiert, was PR-Mann Sacha Wigdorovits zum Verhältnis seiner Branche zu den Medien zu sagen hat. Und Martin Breitenstein stellt Online-Dienste für Juristen vor.

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Frankfurter Rundschau, 09.11.2007

Der polnische Schriftsteller Wojciech Kuczok freut sich über den Abtritt der PiS, bangt aber um sein Land. "Wenn zwei Jahre der kompromittierenden Herrschaft von Ressentiment, Fremdenfeindlichkeit und nationalkatholischem Geschwätz, von Hetze, Bespitzelung und Affären die PiS-Wählerschaft nicht erschöpft, sie sogar deutlich gestärkt haben, dann heißt das, dass Polen entzweibricht. Dass ein ganzes Heer von gescheiterten, frustrierten und hilflosen Bürgern statt der Mobilisierung die Resignation gewählt hat, statt das Schicksal in die eigene Hand zu nehmen, lieber den anderen auf die Finger schaut, statt mutig voranzuschreiten, in die Vergangenheit zurückblickt und, sich als Einzelne verachtend, nach Wegen sucht, Nationalstolz empfinden zu dürfen."


Thomas Winkler erfährt von Rammstein-Musiker Christian Lorenz, wie es in den Achtzigern bei seiner DDR-Punkband Feeling B zuging. "Es gab ja die, wie wir sie nannten, Gemüse-Stasi. Die mit den Handgelenktäschchen, denen man es sofort angesehen hat. Und wenn die nicht dabei waren, fühlte man sich auch unbeobachtet. Ich hätte nie gedacht, dass die Stasi in den Bands selber saß. Ich war ja auch nicht kriminell, ich habe nichts Staatsfeindliches gemacht. Aber Feeling B war als Band nicht staatsfeindlich. Wir waren einfach nur eine lustige Faxenband. Was provokativ war, waren die Konzerte, zu denen 100 Punks kamen, einen Aschenbecher umkippten, Pogo tanzten und die Bierflaschen liegen ließen."

Weiteres: Bei den Münchner Medientagen geht es um die digitale Strategie des Fernsehens, berichtet Daland Segler. In der Times mager hält Christian Schlüter das iPhone für zu teuer. Besprochen werden eine Ausstellung mit den fotografischen Arrangements des Kanadiers Jeff Wall in der Deutsche Guggenheim in Berlin sowie Christian Schloyers Gedichtband "spiel - ur - meere".

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Die Welt, 09.11.2007

Im Interview erklärt der Sozialhistoriker Gerhard A. Ritter, der über die Kosten der deutschen Einheit geschrieben hat, dass nach der Wende ein "Sonderwirtschaftsgebiet mit niedrigen Steuern" im Osten die richtige Lösung gewesen wäre. Zu ostalgischen Anwandlungen meint er: "De facto gibt es unter den Ostdeutschen Nostalgie. Aber ich habe das Gefühl, dass kaum jemand die DDR wiederhaben will. Keiner will die Reisefreiheit verlieren. In der Nostalgie steckt auch ein Stück positive Rückbesinnung. Die Spreewälder Gurken sind wunderbar, warum sollte man also westdeutsche Gurken kaufen?"


Heute erhält Daniel Kehlmann den Welt-Literaturpreis. Hannes Stein porträtiert den Autor und war mit ihm in New York unterwegs, der Stadt, in die Kehlmann gerne ziehen würde, wenngleich er sich eine Eigentumswohnung in SoHo trotz "Vermessung der Welt" nicht leisten kann.

Weitere Artikel: Martin Andree erklärt, dass sich, wenn auch mit hoher statistischer Unwahrscheinlichkeit, doch immer wieder - wie jetzt in Finnland - Irr- und Amokläufer übermäßig mit Medien-Gewalt identifizieren. Michael Pilz informiert über Neuigkeiten von und zu Robert Plant und Led Zeppelin. Johanna Schmeller zieht ein Jahr nach der Eröffnung von Münchens neuer Synagoge Bilanz. Rainer Haubrich stellt das private Galeriehaus vor, das der Architekt David Chipperfield für den Kunstsammler Heiner Bastian entworfen hat (Bilder gibt's bei Vanity Fair). Sven Felix Kellerhoff informiert über die Ergebnisse einer französischen Historikerkommission, die zum Holocaust in der Ukraine geforscht hat. Beate Depping vermeldet, dass der Ausstellungsmacher Jan Hoet das Museum MARTa in Herford verlassen wird. Den Rechte-Streit um die drei ??? kommentiert Wieland Freund. Hanns-Georg Rodek hat den Regisseur des "Drei ???"-Films Florian Baxmeyer interviewt.


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Die Tageszeitung, 09.11.2007

Thomas Winkler befragt die Ärzte, warum sie von der meistindizierten zur erfolgreichsten Band Deutschlands mutiert sind. Farin Urlaub: "'Das ist ein bisschen wie bei Ephraim Kishon, der auch ausgerechnet in Deutschland seine größten Erfolge feierte, weil alle ein schlechtes Gewissen hatten wegen dem Dritten Reich. Und offensichtlich hatten die Deutschen auch Punk gegenüber ein schlechtes Gewissen.' - Bela B.: 'Weil sie die ganzen Fun-Punker in Umerziehungslager gesteckt haben, wollen sie das an uns wieder gut machen. Aber vielleicht sind wir auch nur drei Typen, die wie viele Deutsche gern mit ihrer Kacke spielen. Aber sich im Gegensatz zu den meisten anderen auch trauen, das öffentlich zu sagen.'"


Weiteres: Jörg Sundermeier fragt sich, welche Maßstäbe die Initiative Deutsche Sprache und die Stiftung Lesen zur Bestimmung des schönsten Bucheinstiegs angelegt haben. Und die Teilnehmer der Münchner Medientage fragen sich laut Klaus Raab, wie weit die Digitalisierung gehen wird. Die Besprechungen widmen sich Neuauflagen von Alben von James Luther Dickinson, Chaz Jankel und Dorothy Ashby und dem Sammelband "Tanz als Anthropologie" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

Die taz widmet dem Vorratsdatenspeicherungsgesetz einen Brennpunkt auf ihre Tagesthemenseiten. Jan Piegsa beschreibt die Reaktionen der Netzaktivisten und Blogger. Christian Rath stellt das Gesetz vor und berichtet über die geplante Massenklage vor dem Verfassungsgericht.

Und Tom.

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Süddeutsche Zeitung, 09.11.2007

Auf der Medienseite kritisiert Heribert Prantl scharf das neue Vorratsdatenspeicherungsgesetz, das die Freiheitsrechte eines jeden Bürger einschränkt, ganz besonders aber die Arbeit von Journalisten in Frage stellt: "Wer als Journalist mit der Pressefreiheit argumentiert, der steht im Verdacht, nur pro domo zu schreiben. Aber es geht hier nicht um bequemere Berufsausübung; es geht um die Grundlagen des Journalismus, um seine demokratische Funktion. Alle großen politischen Skandale der Bundesrepublik, auch und vor allem die mit strafrechtlichem Einschlag, sind von der Presse aufgedeckt worden, nicht von der Staatsanwaltschaft. Man kann sich fragen, welche dieser Skandale ruchbar geworden wären, wenn die Informanten schon damals die Speicherung ihrer Daten und den staatlichen Zugriff darauf hätten befürchten müssen."


Heute wird im Bundestag über das Gesetz abgestimmt. Hier können Sie einen offenen Brief an die Bundestagsabgeordneten verfassen oder sich an der Verfassungsbeschwerde gegen das Gesetz beteiligen.

Naomi Wolf, ehemalige Beraterin von Clinton und Al Gore hat in ihrem neuen Buch "The End of America: A letter of warning to a young patriot" über die Folgen der Regierung Bush den Aufstieg der Nationalsozialisten als Parallele benutzt (sie empfiehlt keinem Deutschen, dasselbe zu tun!). Im Kulturteil fürchtet Wolf im Interview um den Bestand der amerikanischen Demokratie: "Nutzen Sie Ihren gesunden Menschenverstand. Diese Regierung hat gegen den vierten Verfassungszusatz verstoßen, der gegen unrechtmäßige Durchsuchungen schützt, gegen den ersten Verfassungszusatz, der die Meinungsfreiheit garantiert, sie hat illegal einen Krieg begonnen, gefälschte Dokumente dafür benutzt, ein geheimes Gefängnissystem aufgebaut, in dem gefoltert wird, sie hat Leute entführt und gefoltert, sie hat das Parlament ignoriert, Verfügungen über den Kongress hinweg erlassen. Lauter Dinge, die sich seit 200 Jahren niemand mehr getraut hat. Angesichts dieser systematischen Demontage der Verfassung und ihrer Prinzipien, wie kann man da noch Vertrauen in dieses System haben?"

Weitere Artikel: Gar nicht so schlecht, wenn eine Stadt wie Berlin sieben Orchester hat, meint Jörg Königsdorf: "Vielleicht ist diese durch Konkurrenz erzwungene Spezialisierung ja nicht die schlechteste Antwort auf die Frage nach der Zukunft der Institution Sinfonieorchester." Burkhard Müller vermutet, dass die Verwüstung der Installation "Vier Möglichkeiten für Wind und Stille" des tschechischen Künstlers Ivan Kafka im thüringischen Altenburg ein Ausdruck genau jenes Gegensatzes ist, der in der Ausstellung "Altenburg: Provinz in Europa" des dortigen Lindenau-Museums thematisiert wird. Die Menschen verursachen die großen Katastrophen mittlerweile selbst, lernt Jörg Häntzschel auf einer New Yorker Konferenz. Stefan Koldehoff verrät, dass einige Galeristen bei Auktionen die Werke ihrer eigenen Künstler kaufen, um den Preis stabil zu halten. Klaus Dermutz schreibt zum siebzigsten Geburtstag des Schauspielers Martin Schwab. Helmut Mauro unterhält sich mit dem niederländischen Pianisten Ronald Brautigam, der sich Ludwig van Beethoven und dessen originalem Werkklang verpflichtet fühlt. Jochen Arntz wird im Leipziger Stadtmuseum an den Revolutionär Robert Blum erinnert, der am 9. November 1848 von einem Soldaten ermordet wurde.

Besprochen werden eine Ausstellung mit den Schildern und Zeichen der Pop-Art-Ikone Robert Indiana im Museum Kurhaus Kleve, Maria Schraders Verfilmung von Zeruya Shalevs Roman "Liebesleben" und Bücher, darunter Vladimir Tasic' Roman "Abschiedsgeschenk" (hier eine Leseprobe) sowie Zoe Jennys Roman "Das Portrait" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.11.2007

Regina Mönch kann nur darüber staunen, was die Ostalgie so alles zu leisten vermag: "Nichts geht über die eigene Erinnerung. Was aber, wenn in einer 'Spiegel'-Untersuchung fast achtzig Prozent der älteren Ostdeutschen zu den eindeutigen 'besonderen Stärken' der DDR deren Schulsystem zählen? Sehnsucht nach dem Fahnenappell? Nach strammer Wehrerziehung von Kindesbeinen an und sozialistischer Selektion? Gerade mal zwölf Prozent eines Jahrgangs durften in der DDR das Abitur machen; und weil das fast vergessen ist, kann die SED-PDS-Linke heute ihre Neuauflage der Einheitsschule als Gerechtigkeits-Wundertüte verkaufen."


Weitere Artikel: Im Interview meint dagegen der aus der DDR stammende Theaterregisseur Wolfgang Engel, freilich ohne allen Triumphalismus: "Wir haben jetzt das beste Deutschland, das es je gab." Heiko Behr weiß zu berichten, dass der Künstler, der heute wieder Prince heißt, gerade dabei ist, es sich mit seinen treusten Fans zu verscherzen, indem er Websites und Fan-Foren mit Copyright-Klagen droht: "'Der Kerl sagt mir doch jetzt nicht ernsthaft, ich dürfte keine Fotos von meinen eigenen Tattoos ins Internet stellen!', beklagt sich eine Frau mit einer übergroßen Prince-Verzierung." In der Glosse denkt Jürgen Kaube über mögliche Folgerungen aus Umzugsplänen nach, die vorsehen, die französischen Soziologen und Völkerkundler in der Banlieue anzusiedeln. Bernd Noack berichtet, dass die Stadt Nürnberg sich um den Ankauf der Bibliothek von Georg P. Salzmann bemüht, dessen Sammlung die 1933 verbrannten Bücher umfasst. Den Prado-Direktor Miguel Zugaza porträtiert Paul Ingendaay. Klaus Englert begutachtet den Umbau des Amsterdamer Lloyd-Gebäudes (Foto). Gerhard Stadelmaier gratuliert dem Schauspieler Martin Schwab zum Siebzigsten.

Besprochen werden zwei Ausstellungen im Louvre zur Kulturbegegnung des Westens mit dem Islam, Florian Baxmeyers Film "Die drei ??? - Das Geheimnis der Geisterinsel", die Jeff-Wall-Ausstellung in der Berliner Guggenheim, Anna Ditges' Film "Ich will dich - Begegnungen mit Hilde Domin", ein Konzert der Ungarischen Nationalphilharmonie mit dem Dirigenten Zoltan Kocsis in Frankfurt und Bücher, darunter Sjons Roman "Schattenfuchs" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Für Ohrfeigen geboren

11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust. Mehr lesen

Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase

10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen

Wegfall von Arbeit

09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen

Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren

08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Der Graf von Sandwich war in Gefahr

07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen

2000PutIN, 2012PutOUT

06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen

Die ganze Welt inventarisieren

04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen

Hunde und Katzen, Liebe und Tod

03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen

Einschlusslöcher am Gebäudesockel

02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen

So sehr ich Warhol schätze

01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt  antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen

Also, Bürger, auf zur Wacht!

31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen

Weil es dem Franz so gefallen hat

30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen

Das korrekte Verfahren für Anarchisten

28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen

Und die Emotionen suchen blind

27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen.  Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen

Ein irrer Cut

26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen

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