Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 09.02.2012, 20.50 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

14.05.2007. Die taz freut sich auf kommende Zeitkristalle bei der Documenta. Die SZ findet die Autonomen so sentimental. Die FR fürchtet die Herrschaft des Marktes über die französische Kultur. Die NZZ hat keine Angst vor China. Im Tagesspiegel konstatiert Peter Stein zum Ärger Klaus-Maria Brandauers: Junge Menschen sind zwar nicht interessant, aber sie sehen gut aus.

Neue Zürcher Zeitung, 14.05.2007

Keine Angst vor China, meinte Urs Schoettli letzte Woche in einem Vortrag beim NZZ-Podium China. "Die Wiedervernetzung Chinas mit der Weltwirtschaft bringt neue Chancen wie auch neue Risiken. Ein China, das an der Weltwirtschaft teilhat, ist viel berechenbarer als ein China, das sich von der Außenwelt abschottet. Peking muss heute zu seinem eigenen Vorteil an einer florierenden Weltwirtschaft, an einem effizienten internationalen Finanzsystem, an reibungslos fließenden Handelsströmen und an einer sicheren Energie- und Rohstoffversorgung interessiert sein. Deshalb kann es nicht erstaunen, dass die Volksrepublik längst ihre Mission, die Weltrevolution anzustacheln, aufgegeben hat. In Tat und Wahrheit ist China heute auf der internationalen Bühne eine konservative Macht."


Weitere Artikel: Mehr Aussteller und mehr Besucher als im letzten Jahr gab's bei der BuchBasel, berichtet Martin Zingg. Jürg Meier resümiert das 18. Schaffhauser Jazzfestival. Martin Meyer gratuliert dem Literaturwissenschaftler Norbert Miller zum Siebzigsten. Joachim Güntner besuchte die Tagung "Aufgeklärte Natur" in Wörlitz.

Besprochen werden ein vierteiliger Ballettabend mit einer Spoerli-Uraufführung im Zürcher Opernhaus und die Aufführung von Gerhart Hauptmanns "Vor Sonnenuntergang" im Theater Basel.

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Die Tageszeitung, 14.05.2007

Kurator Alexander Horwath erklärt Brigitte Werneburg im Interview, warum Film bei der documenta schön altmodisch ausschließlich im Kino gezeigt wird. "Kurt Krens 'Tree Again' etwa: ein Baum in Vermont, 3 Minuten Film, gedreht in Einzelbildern über 50 Tage hinweg, kein Ton. Das kann dich als Betrachter erfassen, wie du es anderswo nie erleben wirst. In vielen Kunstausstellungen würde es schwer fallen, überhaupt zu bemerken, dass es sich um ein stumm gestaltetes Kunstwerk handelt, denn es kommen jede Menge andere Töne von anderswoher. Und: dass es sich um ein dreiminütiges Kunstwerk handelt, also um eine Art Zeitkristall, nicht um einen Loop."


Weiteres: Auf der Medienseite bemerkt David Denk, dass die Hamburger Journalisten gegen den geplanten Wegzug von Bild protestieren. Besprechungen finden sich zur Ausstellung "Gewahrsam. Räume der Überwachung" im Deutschen Architekturmuseum Frankfurt und Jürgen Goschs "verspielter" Version von Shakespeares "Sommernachtstraum" im Deutschen Theater Berlin.

Und Tom.

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Frankfurter Rundschau, 14.05.2007

Zwar wird auch zukünftig ein Prozent des französischen Staatshaushalts für Kultur ausgegeben, beruhigt Martina Meister alle Kulturinteressierten. Aber der Wind frischt auf. "Sarkozy will nämlich das Kulturministerium mit dem Erziehungsministerium vereinigen. Symbolisch ist das ein wichtiger Schritt. Es würde nämlich nicht nur ein Megaministerium entstehen, sondern auch die Sonderrolle der Kultur in Frankreich radikal in Frage gestellt werden. In einem Interview ließ er wissen, dass man natürlich 'alte Literatur' studieren könne, nur möge man bitte nicht davon ausgehen, dass der Steuerzahler das Studium in die sichere Arbeitslosigkeit bezahlen werde. Kurz, die Universitäten werden mehr Geld für naturwissenschaftliche Fächer und neue Technologie bekommen, aber es wird auf Kosten der Geisteswissenschaften gehen. Kein Zweifel: Es ist die Logik des Marktes, die hier zukünftig regiert."


Weiteres: Uwe Herms würdigt den Schriftsteller und Naturwissenschaftler Walter E. Richartz. Christian Schlüter improvisiert in der times mager über Islamkonderenz und Dalai Lama. Zum Auftakt der Wiener Festwochen wird Leos Janaceks "Aus einem Totenhaus" besprochen, dirigiert von Pierre Boulez und inszeniert von Patrice Chereau.

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Berliner Zeitung, 14.05.2007

Thierry Fremeaux, Chef des übermorgen beginnenden Festivals von Cannes wirft im Interview mit Marcus Rothe einen Blick auf den Wettbewerb: "Eine große Rolle spielt diesmal das Thema der neuen Grenzen, die nicht unbedingt geografisch, sondern vor allem geistig sind. Einige Beispiele: Der Chinese Wong Kar-wai drehte in den USA einen mit französischem Geld produzierten Film: ein Beispiel für die Globalisierung. Fatih Akins Film behandelt den universalen Dialog westlicher und islamischer Kulturen. Der Österreicher Ulrich Seidl zeigt in 'Import/Export', dass die Beziehungen zwischen dem Westen und dem postkommunistischen Osteuropa nicht mehr politisch, sondern wirtschaftlich geprägt sind."

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Der Tagesspiegel, 14.05.2007

Am Samstag hat Peter Steins "Wallenstein" in Berlin Premiere, im Interview mit Andreas Schäfer plaudern der Regisseur und Klaus Maria Brandauer zum Beispiel über junge Schauspieler, die nicht mal aus dem Stand ein Gedicht aufsagen können! Stein mag sie trotzdem: "Ich habe es gern, wenn ich in einem Ensemble arbeiten kann, in dem alle Alterstufen vertreten sind: sehr alte Hasen, weniger alte Hasen und ganz junge Anfänger. Das ist auch ästhetisch sehr angenehm. Jüngere Leute sehen einfach besser aus als Alte. (Brandauer stampft wütend auf.) Das bedeutet nicht, dass junge Leute interessanter sind - davon kann keine Rede sein. Aber sie sind einfach schöner. Sie sind erotisch zugänglicher als ältere Herrschaften. Ältere Herrschaften sind dafür interessanter. - Es gibt auch die Erotik der Weisheit. - Weiß ich nicht. Das ist nicht unbedingt mein Sex."

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Süddeutsche Zeitung, 14.05.2007

Absurd findet Volker Breidecker die polizeiliche Fahndung nach den Verfassern des seit vier Jahren frei verkäuflichen Buchs "Autonome in Bewegung". Er ist bei der Lektüre fast eingeschlafen lassen. "Wo Manneskrieger aber ganz unter sich sind, in Zelten, Bunkern oder auch nur mentalen Unterständen, dort waltet das Gefühl. Dann erzählen sie einander, dass es mit dem 'ersten Molli' ganz ähnlich war 'wie mit dem ersten Kuss', der irgendwann einfach 'überfällig' war. Und ein anderer ehemaliger 'Krieger der Revolte' bekennt: 'Ich fühlte mich wichtig und gefährlich, denn der Staat bot starke Kräfte gegen uns auf, die Medien nahmen uns wahr.' War da noch etwas anderes im Spiel, eine Theorie des anarchistischen oder kommunistischen Aufstands? Oder gar praktische Handreichungen zum bewaffneten Kampf? Nichts davon in diesem Buch. 'Nein', bekennt da auch jener Straßenkrieger, dem es beim Gedanken an die 'nach Geschichte, nach Abenteuer, nach radikaler Konsequenz, nach Tod' klingende Illegalität immerhin heftig kribbelte, 'nein, politisch führten wir keinen Privatkrieg gegen den Staat, aber emotional ...'"


Weiteres: Sehr genossen hat Burkhard Müller offenbar die Frühlingstagung der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung über "Augeklärte Natur" in Wörlitz. Als melancholisch" bezeichnet Günter Kowa Reinhard Minkewitz' Wandgemälde, mit dem der Schriftsteller Erich Loest Werner Tübkes "Arbeiterklasse und Intelligenz" an der Leipziger Universität ergänzen möchte. Michael Moore inszeniert sich kurz vor seinem neuen Werk "Sicko" einmal mehr als politisch Verfolgter, registriert "jhl" nach einem Blick auf Moores Website. Im Medienteil rechnet Hans Hoff mit einer kurzen Halbwertszeit des serbischen Eurovision-Gewinnerwerks.

Besprochen werden Patrice Chereaus und Pierre Boulez' Version von Leos Janaceks Oper "Aus einem Totenhaus" zum Auftakt der Wiener Festwochen, Jürgen Goschs "wunderbare" Inszenierung von Shakespeares "Sommernachtstraum" am Deutschen Theater Berlin, die Uraufführung von George Taboris "Gesegnete Mahlzeit" sowie die Frank Hoffmanns Inszenierung von Goethes "Tasso" bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen, Johan Grimonprez' "leicht und lässige" Ausstellung und Videoinstallation "Looking for Alfred" in der Münchner Pinakothek der Moderne, eine Ausstellung zum Freskenmaler Piero della Francesca im Museo nazionale d'arte medievale e moderna in Arezzo, ein Konzert des Münchner Kammerorchesters mit Stücken von Sergej Prokofjew, Nikolaus Brass und Thomas Larcher, und Bücher, darunter Claude Arnauds Biografie von Nicolas de Chamfort und David Thomsons Studie von Nicole Kidman (mehr in unserer Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Die Welt, 14.05.2007

Für Uwe Schmitt geht es in Ordnung, dass Hollywood jetzt auch Filme, in denen geraucht wird, mit dem geschäftsschädigenden Jugendschutz-Label "R" (Restricted) versieht. Vorher galt dies schon für Fluchen, Sex, und Gewalt. Hanns-Georg Rodek stellt den stramm konservativen Ex-Senator, Anwalt und "Law and Order"-Schauspieler Fred Thompson vor, der sich um die amerikanische Präsidentschaft bewerben will. Dankwart Guratzsch besucht die neue Dauerausstellung des Dessauer Bauhauses, die zwar nicht die Revolution neu erfinde, aber den Blick entgrenze. Stefan Grund meldet, dass der Chefdramaturg der Wiener Burg, Joachim Lux, neuer Intendant am Thalia Theater in Hamburg wird. Volker Tarnow berichtet vom Cello-Festival in Machester.


Besprochen werden Jürgen Goschs Aufführung des "Sommernachtstraums" am Deutschen Theater in Berlin (bei dem Matthias Heine weniger geschockt, als vielmehr "brav gelangweilt" war), Pierre Boulez' und Patrice Chereaus "grandiose" Inszenierung von Leos Janaceks "Aus einem Totenhaus" für die Wiener Festwochen und Robyn Orlins Händel-Choreografie "L'Allegro, il Penseroso ed il Moderato" in Paris

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.05.2007

Im Aufmacher berichtet Sandra Kegel dass in der Stadt Dormagen im Rahmen eines sozialarbeiterischen Modellversuchs künftig sämtliche Familien auf eventuelle Gewalt gegen Kinder überprüft werden sollen. In der Leitglosse beklagt Dieter Bartetzko die "kreischende Austauschbarkeit" des Grand Prix d'Eurovision am Samstag. Richard Kämmerlings gratuliert dem Literaturwissenschaftler Norbert Miller zum Siebzigsten. Martin Otto resümiert eine Potsdamer Tagung über das "Erbe der Monarchie".


Auf der Medienseite meldet Thomas Purschke, dass neue Stasiakten über die IM-Tätigkeit des mit großer Abfindung geschassten ehemaligen ARD-Sportkoordinators Hagen Boßdorf gefunden wurden. Und Kerstin Holm meldet, dass kurz vor dem europäisch-russischen Gipfeltreffen in der Moldaustadt Samara die verbliebenen kritischen Journalisten der Stadt von der Polizei scharf drangsaliert werden, unter anderem wurde das dortige Büro der Nowaja Gazeta durch Beschlagnahme von Computern lahmgelegt.

Für die letzte Seite unternimmt Arnold Bartetzky einen Rundgang durch die Stadt Belfast, die in Hoffnung auf einen dauerhaften Frieden auch städtebaulich aufblüht. Pia Reinacher porträtiert den schweizerischen Liebling der Literaturkritik, Peter Weber. Und Jürgen Kaube berichtet über Plagiatsvorwürfe gegen den Berliner Juraprofessor Hans-Peter Schwintowski.

Besprochen werden Janaceks "Totenhaus" unter Pierre Boulez und Patrice Chereau in Wien (die erste Zusammenarbeit der beiden seit der "Lulu" von 1979, wie eine begeisterte Eleonore Büning vermerkt), die neue Dauerausstellung des Bauhauses in Dessau, die von Harun Farocki zusammengestellte Ausstellung "Kino wie noch nie" in Berlin, Brahms' Violinkonzert mit Julia Fischer, Lorin Maazel und den New Yorker Philharmonikern in Frankfurt und Shakespeares "Sommernachtstraum" in der Regie von Jürgen Gosch im Deutschen Theater Berlin, außerdem Sachbücher, darunter kritische Bücher über die deutsche Ärzteschaft.

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Wegfall von Arbeit

09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen

Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren

08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen

Der Graf von Sandwich war in Gefahr

07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen

2000PutIN, 2012PutOUT

06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Die ganze Welt inventarisieren

04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen

Hunde und Katzen, Liebe und Tod

03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen

Einschlusslöcher am Gebäudesockel

02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen

So sehr ich Warhol schätze

01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt  antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen

Also, Bürger, auf zur Wacht!

31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen

Weil es dem Franz so gefallen hat

30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen

Das korrekte Verfahren für Anarchisten

28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen

Und die Emotionen suchen blind

27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen.  Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen

Ein irrer Cut

26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen

Die Augenbrauen des Holofernes

25.01.2012. Die Welt lernt das Alphabet des Umsturzes. Die Frankfurter Rundschau fürchtet, dass die Berliner High Society nicht mit der Provinz mithalten kann. Die Japaner verlieren ihren Glauben an die Technik, beobachtet die NZZ. Die SZ konstatiert: Leistung lohnt sich nicht, wenn keiner hinsieht. Die FAZ versammelt Beispiele der französischen Liebe zu Amerika. Mehr lesen

Vergegenwärtigungskunst

24.01.2012. In der französischen Huffington Post attackiert Caroline Fourest den tunesischen Präsidenten Moncef Marzouki. Wer sich für Freiheit im Netz einsetzt, arbeitet in Wahrheit dem Kapital in die Hände, findet der Tagesspiegel.  Die Welt begibt sich auf die Suche nach der Kairoer Kunstszene, findet sie aber nicht so recht. Die SZ staunt über Hans Holbeins Schutzmantelmadonna in Schwäbisch Hall. De FAZ bringt eine kleine Hommage auf den Künstler Denis Limonow, der durch eine tollkühne Aktion zwei weißrussische Jugendliche vor der Hinrichtung bewahren will. Mehr lesen

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