Perlentaucher - Das Kulturmagazin

Anmelden | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 09.02.2010, 16.23 Uhr

Bücher der Saison

Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

14.05.2007. Die taz freut sich auf kommende Zeitkristalle bei der Documenta. Die SZ findet die Autonomen so sentimental. Die FR fürchtet die Herrschaft des Marktes über die französische Kultur. Die NZZ hat keine Angst vor China. Im Tagesspiegel konstatiert Peter Stein zum Ärger Klaus-Maria Brandauers: Junge Menschen sind zwar nicht interessant, aber sie sehen gut aus.

Neue Zürcher Zeitung, 14.05.2007

Keine Angst vor China, meinte Urs Schoettli letzte Woche in einem Vortrag beim NZZ-Podium China. "Die Wiedervernetzung Chinas mit der Weltwirtschaft bringt neue Chancen wie auch neue Risiken. Ein China, das an der Weltwirtschaft teilhat, ist viel berechenbarer als ein China, das sich von der Außenwelt abschottet. Peking muss heute zu seinem eigenen Vorteil an einer florierenden Weltwirtschaft, an einem effizienten internationalen Finanzsystem, an reibungslos fließenden Handelsströmen und an einer sicheren Energie- und Rohstoffversorgung interessiert sein. Deshalb kann es nicht erstaunen, dass die Volksrepublik längst ihre Mission, die Weltrevolution anzustacheln, aufgegeben hat. In Tat und Wahrheit ist China heute auf der internationalen Bühne eine konservative Macht."


Weitere Artikel: Mehr Aussteller und mehr Besucher als im letzten Jahr gab's bei der BuchBasel, berichtet Martin Zingg. Jürg Meier resümiert das 18. Schaffhauser Jazzfestival. Martin Meyer gratuliert dem Literaturwissenschaftler Norbert Miller zum Siebzigsten. Joachim Güntner besuchte die Tagung "Aufgeklärte Natur" in Wörlitz.

Besprochen werden ein vierteiliger Ballettabend mit einer Spoerli-Uraufführung im Zürcher Opernhaus und die Aufführung von Gerhart Hauptmanns "Vor Sonnenuntergang" im Theater Basel.

nach oben

Die Tageszeitung, 14.05.2007

Kurator Alexander Horwath erklärt Brigitte Werneburg im Interview, warum Film bei der documenta schön altmodisch ausschließlich im Kino gezeigt wird. "Kurt Krens 'Tree Again' etwa: ein Baum in Vermont, 3 Minuten Film, gedreht in Einzelbildern über 50 Tage hinweg, kein Ton. Das kann dich als Betrachter erfassen, wie du es anderswo nie erleben wirst. In vielen Kunstausstellungen würde es schwer fallen, überhaupt zu bemerken, dass es sich um ein stumm gestaltetes Kunstwerk handelt, denn es kommen jede Menge andere Töne von anderswoher. Und: dass es sich um ein dreiminütiges Kunstwerk handelt, also um eine Art Zeitkristall, nicht um einen Loop."


Weiteres: Auf der Medienseite bemerkt David Denk, dass die Hamburger Journalisten gegen den geplanten Wegzug von Bild protestieren. Besprechungen finden sich zur Ausstellung "Gewahrsam. Räume der Überwachung" im Deutschen Architekturmuseum Frankfurt und Jürgen Goschs "verspielter" Version von Shakespeares "Sommernachtstraum" im Deutschen Theater Berlin.

Und Tom.

nach oben

Frankfurter Rundschau, 14.05.2007

Zwar wird auch zukünftig ein Prozent des französischen Staatshaushalts für Kultur ausgegeben, beruhigt Martina Meister alle Kulturinteressierten. Aber der Wind frischt auf. "Sarkozy will nämlich das Kulturministerium mit dem Erziehungsministerium vereinigen. Symbolisch ist das ein wichtiger Schritt. Es würde nämlich nicht nur ein Megaministerium entstehen, sondern auch die Sonderrolle der Kultur in Frankreich radikal in Frage gestellt werden. In einem Interview ließ er wissen, dass man natürlich 'alte Literatur' studieren könne, nur möge man bitte nicht davon ausgehen, dass der Steuerzahler das Studium in die sichere Arbeitslosigkeit bezahlen werde. Kurz, die Universitäten werden mehr Geld für naturwissenschaftliche Fächer und neue Technologie bekommen, aber es wird auf Kosten der Geisteswissenschaften gehen. Kein Zweifel: Es ist die Logik des Marktes, die hier zukünftig regiert."


Weiteres: Uwe Herms würdigt den Schriftsteller und Naturwissenschaftler Walter E. Richartz. Christian Schlüter improvisiert in der times mager über Islamkonderenz und Dalai Lama. Zum Auftakt der Wiener Festwochen wird Leos Janaceks "Aus einem Totenhaus" besprochen, dirigiert von Pierre Boulez und inszeniert von Patrice Chereau.

nach oben

Berliner Zeitung, 14.05.2007

Thierry Fremeaux, Chef des übermorgen beginnenden Festivals von Cannes wirft im Interview mit Marcus Rothe einen Blick auf den Wettbewerb: "Eine große Rolle spielt diesmal das Thema der neuen Grenzen, die nicht unbedingt geografisch, sondern vor allem geistig sind. Einige Beispiele: Der Chinese Wong Kar-wai drehte in den USA einen mit französischem Geld produzierten Film: ein Beispiel für die Globalisierung. Fatih Akins Film behandelt den universalen Dialog westlicher und islamischer Kulturen. Der Österreicher Ulrich Seidl zeigt in 'Import/Export', dass die Beziehungen zwischen dem Westen und dem postkommunistischen Osteuropa nicht mehr politisch, sondern wirtschaftlich geprägt sind."

nach oben

Der Tagesspiegel, 14.05.2007

Am Samstag hat Peter Steins "Wallenstein" in Berlin Premiere, im Interview mit Andreas Schäfer plaudern der Regisseur und Klaus Maria Brandauer zum Beispiel über junge Schauspieler, die nicht mal aus dem Stand ein Gedicht aufsagen können! Stein mag sie trotzdem: "Ich habe es gern, wenn ich in einem Ensemble arbeiten kann, in dem alle Alterstufen vertreten sind: sehr alte Hasen, weniger alte Hasen und ganz junge Anfänger. Das ist auch ästhetisch sehr angenehm. Jüngere Leute sehen einfach besser aus als Alte. (Brandauer stampft wütend auf.) Das bedeutet nicht, dass junge Leute interessanter sind - davon kann keine Rede sein. Aber sie sind einfach schöner. Sie sind erotisch zugänglicher als ältere Herrschaften. Ältere Herrschaften sind dafür interessanter. - Es gibt auch die Erotik der Weisheit. - Weiß ich nicht. Das ist nicht unbedingt mein Sex."

nach oben

Süddeutsche Zeitung, 14.05.2007

Absurd findet Volker Breidecker die polizeiliche Fahndung nach den Verfassern des seit vier Jahren frei verkäuflichen Buchs "Autonome in Bewegung". Er ist bei der Lektüre fast eingeschlafen lassen. "Wo Manneskrieger aber ganz unter sich sind, in Zelten, Bunkern oder auch nur mentalen Unterständen, dort waltet das Gefühl. Dann erzählen sie einander, dass es mit dem 'ersten Molli' ganz ähnlich war 'wie mit dem ersten Kuss', der irgendwann einfach 'überfällig' war. Und ein anderer ehemaliger 'Krieger der Revolte' bekennt: 'Ich fühlte mich wichtig und gefährlich, denn der Staat bot starke Kräfte gegen uns auf, die Medien nahmen uns wahr.' War da noch etwas anderes im Spiel, eine Theorie des anarchistischen oder kommunistischen Aufstands? Oder gar praktische Handreichungen zum bewaffneten Kampf? Nichts davon in diesem Buch. 'Nein', bekennt da auch jener Straßenkrieger, dem es beim Gedanken an die 'nach Geschichte, nach Abenteuer, nach radikaler Konsequenz, nach Tod' klingende Illegalität immerhin heftig kribbelte, 'nein, politisch führten wir keinen Privatkrieg gegen den Staat, aber emotional ...'"


Weiteres: Sehr genossen hat Burkhard Müller offenbar die Frühlingstagung der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung über "Augeklärte Natur" in Wörlitz. Als melancholisch" bezeichnet Günter Kowa Reinhard Minkewitz' Wandgemälde, mit dem der Schriftsteller Erich Loest Werner Tübkes "Arbeiterklasse und Intelligenz" an der Leipziger Universität ergänzen möchte. Michael Moore inszeniert sich kurz vor seinem neuen Werk "Sicko" einmal mehr als politisch Verfolgter, registriert "jhl" nach einem Blick auf Moores Website. Im Medienteil rechnet Hans Hoff mit einer kurzen Halbwertszeit des serbischen Eurovision-Gewinnerwerks.

Besprochen werden Patrice Chereaus und Pierre Boulez' Version von Leos Janaceks Oper "Aus einem Totenhaus" zum Auftakt der Wiener Festwochen, Jürgen Goschs "wunderbare" Inszenierung von Shakespeares "Sommernachtstraum" am Deutschen Theater Berlin, die Uraufführung von George Taboris "Gesegnete Mahlzeit" sowie die Frank Hoffmanns Inszenierung von Goethes "Tasso" bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen, Johan Grimonprez' "leicht und lässige" Ausstellung und Videoinstallation "Looking for Alfred" in der Münchner Pinakothek der Moderne, eine Ausstellung zum Freskenmaler Piero della Francesca im Museo nazionale d'arte medievale e moderna in Arezzo, ein Konzert des Münchner Kammerorchesters mit Stücken von Sergej Prokofjew, Nikolaus Brass und Thomas Larcher, und Bücher, darunter Claude Arnauds Biografie von Nicolas de Chamfort und David Thomsons Studie von Nicole Kidman (mehr in unserer Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

nach oben

Die Welt, 14.05.2007

Für Uwe Schmitt geht es in Ordnung, dass Hollywood jetzt auch Filme, in denen geraucht wird, mit dem geschäftsschädigenden Jugendschutz-Label "R" (Restricted) versieht. Vorher galt dies schon für Fluchen, Sex, und Gewalt. Hanns-Georg Rodek stellt den stramm konservativen Ex-Senator, Anwalt und "Law and Order"-Schauspieler Fred Thompson vor, der sich um die amerikanische Präsidentschaft bewerben will. Dankwart Guratzsch besucht die neue Dauerausstellung des Dessauer Bauhauses, die zwar nicht die Revolution neu erfinde, aber den Blick entgrenze. Stefan Grund meldet, dass der Chefdramaturg der Wiener Burg, Joachim Lux, neuer Intendant am Thalia Theater in Hamburg wird. Volker Tarnow berichtet vom Cello-Festival in Machester.


Besprochen werden Jürgen Goschs Aufführung des "Sommernachtstraums" am Deutschen Theater in Berlin (bei dem Matthias Heine weniger geschockt, als vielmehr "brav gelangweilt" war), Pierre Boulez' und Patrice Chereaus "grandiose" Inszenierung von Leos Janaceks "Aus einem Totenhaus" für die Wiener Festwochen und Robyn Orlins Händel-Choreografie "L'Allegro, il Penseroso ed il Moderato" in Paris

nach oben

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.05.2007

Im Aufmacher berichtet Sandra Kegel dass in der Stadt Dormagen im Rahmen eines sozialarbeiterischen Modellversuchs künftig sämtliche Familien auf eventuelle Gewalt gegen Kinder überprüft werden sollen. In der Leitglosse beklagt Dieter Bartetzko die "kreischende Austauschbarkeit" des Grand Prix d'Eurovision am Samstag. Richard Kämmerlings gratuliert dem Literaturwissenschaftler Norbert Miller zum Siebzigsten. Martin Otto resümiert eine Potsdamer Tagung über das "Erbe der Monarchie".


Auf der Medienseite meldet Thomas Purschke, dass neue Stasiakten über die IM-Tätigkeit des mit großer Abfindung geschassten ehemaligen ARD-Sportkoordinators Hagen Boßdorf gefunden wurden. Und Kerstin Holm meldet, dass kurz vor dem europäisch-russischen Gipfeltreffen in der Moldaustadt Samara die verbliebenen kritischen Journalisten der Stadt von der Polizei scharf drangsaliert werden, unter anderem wurde das dortige Büro der Nowaja Gazeta durch Beschlagnahme von Computern lahmgelegt.

Für die letzte Seite unternimmt Arnold Bartetzky einen Rundgang durch die Stadt Belfast, die in Hoffnung auf einen dauerhaften Frieden auch städtebaulich aufblüht. Pia Reinacher porträtiert den schweizerischen Liebling der Literaturkritik, Peter Weber. Und Jürgen Kaube berichtet über Plagiatsvorwürfe gegen den Berliner Juraprofessor Hans-Peter Schwintowski.

Besprochen werden Janaceks "Totenhaus" unter Pierre Boulez und Patrice Chereau in Wien (die erste Zusammenarbeit der beiden seit der "Lulu" von 1979, wie eine begeisterte Eleonore Büning vermerkt), die neue Dauerausstellung des Bauhauses in Dessau, die von Harun Farocki zusammengestellte Ausstellung "Kino wie noch nie" in Berlin, Brahms' Violinkonzert mit Julia Fischer, Lorin Maazel und den New Yorker Philharmonikern in Frankfurt und Shakespeares "Sommernachtstraum" in der Regie von Jürgen Gosch im Deutschen Theater Berlin, außerdem Sachbücher, darunter kritische Bücher über die deutsche Ärzteschaft.

nach oben

Archiv: Heute in den Feuilletons

Notschrei eines blutjungen Originalgenies

09.02.2010. Das Wall Street Journal attackiert das "German Cultural Appeasement". Das Chinese Law Prof Blog bringt Liu Xiaobos Rede vor dem Gericht, das ihn zu elf Jahren verurteilte: eine Weigerung zu hassen. Die FR bejubelt das Comeback des Gil Scott-Heron. Die FAZ bringt: Hegemann - Hermeneutik und Kritik. Die NZZ bilanziert die Auswirkungen des Erdbebens auf die Kulturlandschaft Haitis.  Und die Welt fragt: Was machen Niall Ferguson und Ayaan Hirsi Ali denn da? Schmusen die? Mehr lesen

Härteste Türpolitik

08.02.2010. Das Blog Gefühlskonserve hat herausgefunden, dass Helene Hegemanns Roman "Axolotl" ein bisschen arg von dem Untergrundroman "Strobo" des Bloggers Airen inspiriert ist. Große Aufregung! Vielleicht lernen die aus dem Internet jetzt auch, was Urheberrecht ist, hofft die FAZ. In der FR beschreibt der italienische Staatsanwalt Roberto Scarpinato, wie Zersetzung des Staats und Aufstieg der Mafia zusammenhängen. Inszenierung des Wochenendes: Koltes' "Quai West" in der Regie von Andrea Breth in Wien. Mehr lesen

Verhängt die Fenster

06.02.2010. In der FAZ sieht Stephen Baker das menschliche Gehirn auf dem Rückzug. Die NZZ fragt, ob Apple das Internet in kleine herstellerabhängige Netze zerschlagen wird. Die Welt trifft die Deutschen in der Kälteregion des Daseins. Die taz erkennt mit Thea von Harbou auf die List der Geschichte. In der FR beklagt Ulrich Beck die McDonaldisierung der Universitäten. Der Tagesspiegel begibt sich auf die Spur des Clans, der Hatun Sürücü ermorden ließ. Und im Perlentaucher unterstützt Herta Müller die Forderung nach dem Friedensnobelpreis für Liu Xiaobo. Mehr lesen

Pneumatische Prozesse

05.02.2010. Die Welt staunt über Pat Metheny, der sich mit großem Tüftleraufwand ein Orchestrion zusammenbauen ließ. In der NZZ denkt Thomas Hettche über das Soldatische, aber auch über den Pergamon-Altar nach. Die FR fordert ein Wahlrecht für Migranten. Die FAZ begleitet Österreich in seinem verzweifelten Ringen um Restsouveränität. Die SZ erklärt, wie man Regeln der Scharia übernimmt, ohne den Rechtsstaat zu verraten.  Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Wie Einbrecher in der Nacht

04.02.2010. Im Tagesspiegel erklärt der Pädophilie-Experte Klaus Beier, warum die katholische Kirche eine solche Anziehung auf Pädophile hat. Immer schon, wie die SZ vermerkt. Der Freitag bemüht sich um Differenzierung beim Islam: Dschihad heißt sich abmühen. Die taz wäre gegen die Burka, wenn es nicht islamfeindlich wäre, gegen die Burka zu sein. In der Zeit erklärt Werner Herzog, warum er keine andere Wahl hat als Filme zu machen. Die FAZ ermisst den realen Ernst der virtuellen Lage. Mehr lesen

So viel wie ein junges Nashorn

03.02.2010. Wie uralt ist diese Bundesrepublik!, ruft die Welt nach Ansehen einer DVD-Edition mit Kulturfilmen von Bernhard Grzimek. Ebenfalls in der Welt empfiehlt Zafer Sencoak in der aktuellen Islamdebatte einen Blick auf die Türkei. Die FR berichtet vom Fajr Film Festival in Teheran, das von den Juroren boykottiert wird. Auf den Seiten des amerikanischen PEN Clubs schlägt Kwame Anthony Appiah den Autor und Dissidenten Liu Xiaobo für den Friedensnobelpreis vor. Die chinesische Regierung warnt vor dieser Idee. Mehr lesen

Irgendwo in einer fernen Wolke

02.02.2010. Anders als die Kritikophoben gehen die Islamkritiker ein persönliches Risiko ein, meint die NZZ. Nichts ist wohlfeiler als Kritik am Islam, meint dagegen Stefan Weidner im Rheinischen Merkur.  Die FR fühlt sich von der Islamdebatte verstört. Spiegel Online berichtet über die geheimen Verhandlungen zum internationalen Copyright-Abkommen ACTA. In der FAZ sieht der New York Times-Redakteur John Markoff den Ipad auch als ein Statement gegen die sozialen Netze. Mehr lesen

Vermutlich wurde er ermordet, vermutlich in Tokio

01.02.2010. Die Washington Post enthüllt, wie viele CDs man verkaufen muss, um auf Platz 1 der amerikanischen Klassikcharts zu landen. Die Beliebigkeit der Literaturkritik ist nicht nur ökonomischem Druck geschuldet, findet die Jungle World. In der NZZ erzählt Angelika Overath von der Verfertigung eines Schulhausromans in Sankt Moritz. Die Zerstörung in Haiti bestürzt mehrere Feuilletons. Die SZ legt nach im Islam-Streit. Die Berliner Zeitung bekennt in der gleichen Sache ihre Ratlosigkeit. Mehr lesen

Circa anderthalb goddamns pro Seite

30.01.2010. In der Welt polemisiert Ulrike Ackermann gegen einen Staat, der uns aus lauter Liebe lauter Freiheiten nimmt.  Die NZZ erinnert an den brasilianischen Journalisten Euclides da Cunhas, dessen Buch "Krieg im Sertao" von 1902 die Schrecken des 20. Jahrhunderts ankündigte. In der FAZ verteidigt Sonja Margolina das Recht auf Islamkritik. Die FR bringt einen Essay Salman Rushdies über die siebte Tosünde - die Trägheit. In der SZ staunt Joachim Kaiser über Maurizio Pollini, der alles richtig macht. Außerdem wird in einigen Zeitungen noch J.D. Salinger gewürdigt. Mehr lesen

Und am Ende siegt immer diese Traurigkeit

29.01.2010. Im Hinblick auf den kommenden Tory-Sieg in Großbritannien informiert die NZZ schon mal über die angesagten Gummistiefelmarken zum Abschreiten der Landsitze. In der Berliner Zeitung wünscht sich Berlinale-Chef Dieter Kosslick Slow Filmfood. Für die FAZ ist jetzt ganz klar: Netz ändert Hirn. Carta fragt: Wer zahlt eigentlich Hotel und Jahrgangswein, wenn Vattenfall "Führende Medienmacher" zum Plausch einlädt? Die SZ bringt eine Sonderseite zu Ruhr 2010. Mehr lesen

Ein Fünkchen Leben, ein bisschen Idiotie

28.01.2010. Der Freitag polemisiert gegen den "postkolonialen Feminismus", der einen Abbau von Frauenrechten gutheißt, jedenfalls in anderen Kulturen. Das Ipad ist da: Gizmodo gibt Tipps für den Gebrauch. Im Tagesspiegel sieht die Juristin Sibylle Tönnies das Verbot der Burka in öffentlichen Gebäuden als Maßnahme in der Nachfolge des französischen Revolutionsterrors. Die Zeit geht in Dantes Hölle spielen. Mehr lesen

Nur Frankfurt kam mit keinem Wort vor

27.01.2010. Für die Welt ist Andrzej Stasiuk nach Belzec gefahren, wo es kaum noch Spuren des ehemaligen Todeslagers gibt. Im Guardian erklärt Chefredakteur Alan Rusbridger, warum er eine Paywall ablehnt: Seine Zeitung würde Millionen Leser verlieren. In der New Republic plädiert Lawrence Lessig gegen das Google Book Settlement. Alle waren beim Suhrkamp-Empfang in Prenzlauer Berg. Auch Martin Walser. Bei Spiegel Online erklärt Henryk Broder, dass er seine Karriere als Hassprediger aufgeben und jetzt Taliban werden will. Mehr lesen

Mit einem Martini und einem Orden

26.01.2010. Die FR bringt eine Diskussion über den Afghanistan-Einsatz. Die New York Times staunt über die Diskriminierung arbeitender Mütter in Deutschland. Netzpolitik und das 1 & 1-Blog diskutieren geplante Jugendschutzmaßnahmen, die es den Anbietern auferlegen, ausnahmslos jederzeit sämtliche Inhalte zu kontrollieren. Die Welt staunt über Brecht, der einen Kult für Kälte mit einer Abneigung gegen harte Butter in Einklang brachte. In der SZ spricht Jimmy Wales über die Erzeugung von Objektivität in der Wikipedia - dank der englischen Sprache. Die taz-Feministinnen zupfen weiter am Kopftuch. Stephan Grigat fordert in der Presse eine linke Kritik an der islamischen Menschenzurichtung. Mehr lesen

Menschenfreundliche Wortwundverbände

25.01.2010. In der Berliner Zeitung klagt Wolfgang Benz über den "Hass", der ihm entgegenschlug. Im Tagesspiegel erklärt Henryk Broder, warum er es als Kompliment begreift, wenn ihn deutsche Feuilletonisten als "Hassprediger" bezeichnen. Die SZ berichtet über eine Kontroverse um Yannick Haenels Roman "Jan Karski". Die FAZ bringt einen Lobgesang auf den Jungdramatiker Nis-Momme Stockmann.  Und die Welt stellt den Autor Markus Albers vor, der sich künftig selbst verlegt. Mehr lesen

Tempel des digitalen Zeitalters

23.01.2010. Die taz erklärt, warum Feminismus und Islamkritik sich vielleicht doch nicht ausschließen müssen. Die FR fordert nach Lektüre von Seyran Ates neuem Buch mehr Differenzierung bei der Betrachtung des Islam. Die NZZ feiert Conlon Nancarrows hochkomplexe Musik für mechanische Klaviere. In der Welt begrüßen Berliner Suhrkamp-Autoren ihren Verlag im neuen Domizil und geben Überlebenstipps für die Hauptstadt. In der SZ warnt Jaron Lanier vor dem maoistischen Google. In der FAZ erkennt Frank Schirrmacher in Google eine Akademie der Aufklärung. Mehr lesen

Gesamtes Archiv Heute in den Feuilletons