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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
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Heute in den Feuilletons
Heute in den Feuilletons
Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
18.01.2006. Im Tagesspiegel verteidigt Tony Kushner sein Drehbuch zu Steven Spielbergs umstrittenem "Munich"-Film. Die FAZ schildert Exzesse des katalanischen "Nationalismus". Die FR macht uns mit der "Jesus-hat-uns-alle-lieb-Architektur" vertraut. Laut SZ gefährdet die CDU gerade ihr traditionelles Bild der Normalfamilie. Die Welt stellt die neue Dauerausstellung im Haus der Wannsee-Konferenz vor.
Der Tagesspiegel | Frankfurter Rundschau | Die Tageszeitung | Neue Zürcher Zeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung | Die Welt | Süddeutsche Zeitung
Der Tagesspiegel, 18.01.2006
Tony Kushner, der das Drehbuch zu Steven Spielbergs Film "München" geschrieben hat, verteidigt sich im Gespräch mit Peter von Becker gegen den Vorwurf, er habe bei den Recherchen geschlampt. "Das Problem ist doch, dass es über die Hintergründe von München 1972 und die Folgen keine zugänglichen Akten gibt. Jeder Informant erzählt immer nur seine jeweilige Version. Wir kennen Abou Dauds Version, weil er darüber ein Buch geschrieben hat. Jetzt versteckt er sich und beklagt sich zugleich, dass wir ihn nicht gefragt haben. In Wahrheit ist er beleidigt, dass es bisher keine englische Übersetzung seines Buchs gibt! (lacht) Auch bei den Israelis gibt es widersprüchliche Varianten. Und manche würden gerne verschleiern, dass die Spur der blutigen Vergeltung für München zur damaligen israelischen Premierministerin Golda Meir führt. Ich halte Meir für eine große Persönlichkeit, die wir im Film keineswegs denunzieren. Doch ohne sie hätte es die auf ganz Europa ausgedehnte Verfolgung und Liquidierung der palästinensischen Terror-Verdächtigen und dabei den Tod auch etlicher Unschuldiger nicht gegeben."
Rüdiger Schaper stellt den libanesischen Performance-Künstler Rabih Mroue vor, der auch beim Berliner "Middle East News"-Wochenende im HAU auftreten wird. "'Looking for a Missing Employee' dreht sich um eine wahre Geschichte, die in einer Flut von Spekulationen, Verdächtigungen, Falschmeldungen, Fantasien und Lügen versank. Ein Fall Hariri im Kleinen. Eines Tages, erzählt Mroue, verschwand ein Beiruter Finanzbeamter mit einem Koffer voller Geld. Irgendwann fand man seine Leiche, aber nie kam heraus, ob er auf eigene Rechnung handelte, ob der Geheimdienst oder eine einfache kriminelle Bande dahintersteckte. Mroue arbeitet mit frei zugänglichem Material: Zeitungsberichten. 'Looking for a Missing Employee' ist eine politische Detektivgeschichte. Ihre Explosivität liegt in der Ruhe, mit der Mroue sie aufblättert."
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Frankfurter Rundschau, 18.01.2006
Wenig mehr als "Jesus-hat-uns-alle-lieb-Architektur" hat Rudolf Maria Bergmann in der Kunsthalle Krems gesehen. Die Ausstellung dort über Kirchenbauten seit 1989 greife zwar in die aktuelle Diskussion ein. "Wenn jedoch im Katalog behauptet wird, 'eine neue Architektengeneration' nähere sich dem Thema 'mit erfrischender Unbefangenheit', heißt das im Klartext, dass die Wenigsten von Liturgie eine Ahnung haben. Manche der vorgestellten Bauten vermitteln den Eindruck, Theologie sei eine Bastelanleitung für eine Religion des Ästhetischen und keine Wissenschaft. Um zu beeindrucken, werden alle Register gezogen, minimalistischer Kitsch, aufgeregter Edelmaterialmix, atemberaubende Formen, übermächtige Räume. Eine Sturzflut von Bildern, die in ihrer Beliebigkeit nur zur Bildlosigkeit führen: Die Lattenkiste ginge auch als Fahrradparkhaus durch, coole Glasschreine und messerscharfkantige Betonkästen könnten ebenso gut Niederlassungen von IT-Firmen sein."
Weitere Artikel: Michael Rutschky sinniert über die Diebe, die ihm in einem feinen Restaurant seine Reisetasche klauten. In Times Mager erzählt Daniel Kothenschulte, wie er versuchte, Ang Lee Komplimente für seinen Film "Brokeback Mountain" zu machen.
Besprochen werden die "punktgenaue und phantasievolle" Inszenierung von Anja Hillings "Monsun" an den Münchner Kammerspielen durch Roger Vontobel und Bücher, darunter Bret Easton Ellis' Roman "Lunar Park" und eine Reportage von Eva Karnofsky über das Schicksal einer illegalen Hausangestellten in Lateinamerika (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).
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Die Tageszeitung, 18.01.2006
In der tazzwei antwortet Matthias Matussek, Kulturchef des Spiegels, in einem kurzen Brief auf Joachim Lottmanns Behauptung, er sei ein Linker: "Ich bin weder links noch rechts noch Deutschnationaler. Allerdings halte ich die deutsche Wiedervereinigung für prima, nicht zuletzt, weil ich dadurch meine Frau kennen gelernt habe. Und weil wir damit als Nation historisch endlich angekommen sind. Womit Ruhe an den Grenzen wäre."
Im Kulturteil resümiert Brigitte Werneburg ihre Reise nach Wolfsburg: eine Pressekonferenz des neuen Direktors des Kunstmuseums Wolfsburg, Markus Brüderlin, der sich künftig mehr der klassischen Moderne als dem Pop widmen will, und die Ausstellungen "Industrie Stadt Futurismus. 100 Jahre Wolfsburg/Nowa Huta" im Kunstverein Wolfsburg und die Hussein-Chalayan-Ausstellung "Fashion & Video" im Kunstmuseum. Besprochen werden weiter ein Konzert von Richard Ashcroft, der in Berlin sein neues Album "Keys To The World" vorstellte, und der Band "Outside" mit Standardtexten der angloamerikanischen Queer Theory (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).
Schließlich Tom.
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Neue Zürcher Zeitung, 18.01.2006
Roman Bucheli stellt David Chipperfields Literaturmuseum der Moderne in Marbach am Neckar vor. Der Bau gefällt ihm, ob er aber für Ausstellungen geeignet ist? "Mit dem Literaturmuseum der Moderne hat sich die Ausstellungsfläche in Marbach beinahe verdreifacht, indessen ist kein Quadratmeter Hängefläche hinzugekommen. Die holzverkleideten Wände sind dafür nicht vorgesehen. So werden - um das Manko zu beheben - die Gestalter der zugleich als Leuchtkörper fungierenden Vitrinen ihr ganzes Können unter Beweis stellen müssen."
Weitere Artikel: Andrea Köhler beschreibt die Karriere von Joan Didions Trauerbuch über den Tod ihres Mannes, "The Year of Magical Thinking", dass jetzt als Monolog am Broadway inszeniert werden soll. Aldo Keel erzählt von den Feierlichkeiten in Norwegen zum 100. Geburtstag von Ibsen.
Besprochen werden Bücher, darunter Thomas Lackmanns "Geschichte einer deutschen Familie", der zweite Teil von Brian Boyds Nabokov-Biografie "Die amerikanischen Jahre" (hier eine Leseprobe) und Michael Gielens Autobiografie "Unbedingt Musik" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).
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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.01.2006
Am Beispiel des katalanischen "Nationalismus" schildert Paul Ingendaay im Aufmacher Perversionen losgelassener Autonomiebestrebungen der spanischen Region: "Kürzlich kam heraus, dass die katalanische Regionalregierung in neun Krankenhäusern Barcelonas ohne Einwilligung der Betroffenen fast tausend Patientengeschichten auf die erforderliche Anwendung der katalanischen Sprache überprüfen ließ. Der Datenschutz ist gegenüber dem Kontrollwahn der Behörden offensichtlich vernachlässigbar. Soeben hat ein in Barcelona lebender Mediziner angekündigt, er werde im März vor dem Sitz der katalanischen Regionalregierung in Hungerstreik treten, sollte seine Tochter im Kindergarten nicht in spanischer Sprache unterrichtet werden. Das verbriefte Recht der Zweisprachigkeit sei für die Bewohner Kataloniens in der Praxis zu einem erzwungenen Monolinguismus geworden."
Weitere Artikel: In der Leitglosse mokiert sich "bat" über einen humoristisch gemeinten Vorschlag Claus Peymanns, den Palast der Republik in der Nähe des Berliner Ensembles wieder aufzubauen. Karen Krüger beklagt die Schließung des Lautarchivs der Humboldt-Universität. Michael Althen berichtet von der Verleihung der Golden Globes. Der Kunsthändler Ewald Rathke wendet sich gegen die Definition eines Munch-Gemäldes als nationales Kulturgut, die den Handel erschwert. Gerhard Stadelmaier schreibt zum Tod des Kritikerkollegen Peter Laemmle. Hannes Hintermeier gratuliert dem Verleger Hermann Herder zum Achtzigsten.
Auf der Medienseite erkundet Michael Hanfeld die Chancen auf eine Ministererlaubnis für die Fusion von Springer und Pro 7 Sat 1, die allerdings von Springers dramatischen Auftreten bei der seinerzeit von Holtzbrinck geplanten Fusion zwischen Berliner Zeitung und Tagesspiegel erschwert werden könnte. Roland Zorn fragt, was die Kabelfirma Arena mit den jüngst erworbenen Fußballrechten anfangen wird. Und Gina Thomas porträtiert den schottischen Politiker George Galloway, der sich nicht entblödet, an Big-Brother-Shows teilzunehmen.
Auf der letzten Seite begibt sich Bernd Noack auf die Spuren jüdischen Lebens in Salzburg einst und jetzt. Daniela Gregori begrüßt die von der österreichischen Regierung beschlossene Rückgabe bedeutender Klimt-Gemälde an die Erben jüdischer Kunstsammler. Und Martina Lenzen-Schulte porträtiert den jungen Arzt und Forscher Jan Wehkamp, der durch private Stiftungsgelder in Deutschland gehalten werden konnte.
Besprochen werden Rob Marshalls Film "Die Geisha" (laut Verena Lueken ein "Schmachtfetzen über scheue Blicke, lebenslange Loyalität, weibliche Rivalität und die Schönheit der reinen Seele"), Tankred Dorsts Stück "Parzival" in Oberhausen, die Ausstellung "3 x Tischbein und die europäische Malerei um 1800" in Kassel, "Romeo und Julia", arrangiert von Alejandro Tantanian in Luzern, Philippe Boesmans Oper "Julie" nach Strindberg in Braunschweig und Händels "Orlando" unter William Christie und Jens-Daniel Herzog in Zürich.
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Die Welt, 18.01.2006
Sven Felix Kellerhoff besucht die neue Dauerausstellung im Haus der Wannsee-Konferenz: "Die vom Berliner Historiker Peter Klein wissenschaftlich betreute Schau fasst das Wissen über den Weg zum Genozid auf neuestem Stand zusammen. Gerade in den vergangenen 15 Jahren hat die Forschung hier gewaltige Fortschritte gemacht - vor allem dank der Öffnung zahlreicher Archive in Ost- und Ostmitteleuropa. Daher sind die Überschneidungen zwischen der bisherigen und der neuen Ausstellung gering, obwohl die gleiche traurige Geschichte dokumentiert wird."
Weitere Artikel: Holger Kreitling macht einen Rundgang auf der Kölner Möbelmesse. Ulrich Weinzierl schreibt über die von Österreich beschlossene Rückgabe von Gemälden Gustav Klimts an die rechtmäßigen Erben. Hanns-Georg Rodek unterhält sich mit Regisseur Oliver Hirschbiegel über seinen neuen Film "Ein ganz gewöhnlicher Jude" mit Ben Becker, der morgen in die Kinos kommt.
Besprochen werden Händels "Orlando" in verschiedenen Inszenierungen und ein Konzert des britischen Sängers Richard Ashcroft in Berlin.
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Süddeutsche Zeitung, 18.01.2006
Selbst wenn die "Kindergärtnerin an der Spitze" noch so lächelt: Auch Ursula von der Leyen kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die CDU gerade ihr traditionelles Bild der Normalfamilie zugunsten einer leistungsfähigeren Gesamtbevölkerung aufgibt, meint Johan Schloemann. "Ganztagsschulen, Kinderkrippen, Elterngeld, Schlechterstellung der hedonistischen Kinderlosen, Integration durch gleiche Bildung für alle in Kindergarten und Schule, Ausschöpfung der Arbeitskraft möglichst aller Bürger - das sind klassische Kennzeichen einer massiv in die Gesellschaft und die Lebensplanung hineingreifenden staatlichen Planung: Und nun soll all dies nach gut 60 Jahren CDU nicht mehr als eine kosmetische Korrektur sein? Wenn man genauer hinsieht, erkennt man jedenfalls, dass, wer sich dem bürgerlichen Lager zurechnet, heute unter einer prekären Gespaltenheit zwischen Geschäft und Weltbild zu leiden hat."
Oliver Fuchs sagt der Band "Arctic Monkeys" und ihrem am Freitag erscheinenden Debütalbum einen Riesenerfolg voraus, auch wenn die Lieder schon seit Monaten im Internet kursieren. "Es ist nicht so, dass sie den Rock, wie Kritiker gerne sagen, 'neu erfinden', aber sie holen aus zwei Gitarren, Bass und Schlagzeug heraus, was herauszuholen ist. Das Äußerste an Härte, Dichte und Bums. Sheffield ist eine alte Stahlstadt, aber die Arctic Monkeys klingen weniger stählern als flüssigmetallisch. Beweglich. Elastisch. Die Lieder hüpfen fröhlich wie Flummis."
Weitere Artikel: Susan Vahabzadeh merkt nach der Verleihung der Golden Globes (die Gewinner), dass 2005 jenseits der Blockbuster vielleicht doch gar kein so schlechtes Kinojahr war. Stefan Koldehoff begrüßt es, dass Österreich nun fünf zu Unrecht angeeignete Klimt-Gemälde mit einem geschätzten Gesamtwert von rund 150 Millionen Euro zurückgeben muss und erinnert daran, das auch Deutschland in dieser Weise verklagt werden kann. Dass die Enquetekommission des Bundestags nun zugunsten des Ethikrats "so umstandslos zu Grabe getragen" wurde, hält Alexander Kissler für einen Hinweis auf das bioethische Desinteresse von Angela Merkel und der Union.
Springer hat beim Schicksal von ProsiebenSat1 nun wohl nicht mehr viel mitzureden, vermutet Hans-Jürgen Jakobs auf der Medienseite.
Besprochen werden die neue Dauerausstellung der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz, Rob Marshalls "fernöstlich-feminine Oliver-Twist-Version" "Memoirs of a Geisha", die Uraufführung von Rebekka Kricheldorfs Erwachsenenmärchen "Rosa und Blanca" in Kassel, Katharina Thalbachs mit mehr "Sprit als Esprit im Tank" inszeniertes Oscar-Wilde-Stück "Bunbury - The Importance of being Ernest" an der Komödie am Kurfürstendamm, und Bücher, darunter Erich Hörls "grandiose" Dissertation über "Die heiligen Kanäle" der Mediengesellschaft, Jonathan Lethems "bestechender" Erzählungsband "Menschen und Superhelden" sowie die Lebenserinnerungen von Mozarts Librettist Lorenzo da Ponte (mehr in unserer Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).
Archiv: Heute in den Feuilletons
Für Ohrfeigen geboren
11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust. Mehr lesen
Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase
10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen
Wegfall von Arbeit
09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen
Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren
08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen
Archiv: Heute in den Feuilletons
201212345678910111220111234567891011122010123456789101112200912345678910111220081234567891011122007123456789101112200612345678910111220051234567891011122004123456789101112200312345678910111220021234567891011122001123456789101112
Archiv: Heute in den Feuilletons
Der Graf von Sandwich war in Gefahr
07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen
2000PutIN, 2012PutOUT
06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen
Die ganze Welt inventarisieren
04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen
Hunde und Katzen, Liebe und Tod
03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen
Einschlusslöcher am Gebäudesockel
02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen
So sehr ich Warhol schätze
01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen
Also, Bürger, auf zur Wacht!
31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen
Weil es dem Franz so gefallen hat
30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen
Das korrekte Verfahren für Anarchisten
28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen
Und die Emotionen suchen blind
27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen. Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen
Ein irrer Cut
26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen





