Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

31.12.2005. Bora Cosic beobachtet in der Berliner Zeitung, wie Deutschland zu seiner eigenen Provinz verkommt. Die taz lässt Lord Ralf Dahrendorf und Paul Nolte über Bürgersinn und die neue Bürgerlichkeit diskutieren. In der Welt fordert Matthias Politycki 2006 mehr Theorie in der Literaturkritik, während Jörg Immendorf 2005 an einen Haufen Zeitungsfetzen erinnert. Der Pianist Alfred Brendel verwahrt sich im NZZ-Interview gegen exzentrische Tastenlöwen. Und die FR sorgt sich um den Kulturraum Kino.

Berliner Zeitung, 31.12.2005

Die Tatsache, dass sich der Gasprom- und Ringier-Manager Gerhard Schröder zum Abschied aus seinem vorvorigen Amt von einer Militärkapelle "My Way" blasen ließ, inspiriert den in Zagreb geborenen Autor Bora Cosic zu einem kulturkritischen Blick auf sein Exil Deutschland: "Ich sehe nun, wie ein sehr großes Land im Stande ist, zur eigenen Provinz zu verkommen. Als erwüchse sein Geist aus Städtchen und Nestern, in denen ein verständlicherweise veralterter Geschmack blüht, die ganze Umgebung erscheint als eine Art Ethnomuseum eines recht ordentlichen Lebens, aber wozu das Ganze? Natürlich streben kluge Menschen in Laboren und Instituten, Bibliotheken und Archiven weiterhin vorwärts, doch was sich auf der offiziellen Bühne abspielt, ist durch den Staatsmann geprägt, der zum leichten musikalischen Genre seines Abschieds weint."


Fürs Magazin wühlt Arno Widmann im Müller-Material: "Wir wissen nicht, wie Heiner Müller auferstehen wird und was von ihm auferstehen wird. Wir wissen aber, dass er es tun wird. Schon, weil wir ihn brauchen. Vielleicht brauchen wir ihn in Wahrheit nicht. Vielleicht bilden wir uns nur ein, wir bräuchten ihn. Aber es wäre gut, wir probierten ein wenig herum - an und mit ihm. Auf der Bühne und in den Büchern. Man wird zurückkehren zu seinen Gedichten und Texten. Man wird sie ausschlachten und missbrauchen. Man wird in ihm wühlen, das eine nehmen und das andere lassen. Es wird lange dauern, bis sich herausstellt, was bleibt."

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Die Welt, 31.12.2005

In der Beilage Literatur und Kunst kommt auch Autor Matthias Politycki noch einmal auf 2005 zu sprechen: auf Günter Grass' Gruppe "Lübeck 05" (Mitglieder) und vor allem auf den von ihm und einigen Kollegen in die Runde geworfenen Begriff des "Relevanten Realismus". Im nächsten Jahr wünscht sich Politycki vom Feuilleton keine freischwebenden Einzelbesprechungen mehr, sondern eine ordentliche theoretische Verankerung der aktuellen Literatur. "Jede literarische Epoche, auch die unsre, ruht auf verborgenen ästhetischen Prämissen; sie aus den publizierten Werken wie aus den versprengt zu Protokoll gegebenen Meinungen ihrer Schöpfer zu rekonstruieren, wäre das Spannendste, was uns das Feuilleton in Sachen Gegenwartsliteratur bieten könnte."


Außerdem: Der im Evangelischen wie Katholischen bewanderte Theologe Klaus Berger rät dem "matten" deutschen Christentum, sich um eine Auslegung der Schrift "auf der Höhe der Zeit und mit theologischem Tiefgang" zu bemühen, wenn es in der Weltkirche noch eine Rolle spielen will. Im literarischen Jahresrückblick erfahren wir erstaunlicherweise etwas vom Sudoku-GAU in der FR. Unter den Buchbesprechungen sticht Henry A. Kissingers Ode an den "Jahrhundertkanzler" Helmut Kohl und seine "unschätzbaren" Memoiren ins Auge.

Der Maler Jörg Immendorf (Bilder) zieht im Feuilleton eine sehr persönliche Jahresbilanz. "Wenn ich zurückblicke, kommt es mir vor, als würde das Jahr aus Fetzen bestehen, aus regelrechten Papierfetzen, wie man sie aus einer Zeitung reißt. Die Reihenfolge kommt durcheinander. Doch wo die Chronologie noch stimmt, was mir im wörtlichen Sinne nicht aus dem Kopf fallen kann, das ist mein China-Aufenthalt, das sind die zwei Löcher im Kopf, die implantierten Föten-Zellen. Ich glaubte an diese Methode, ich wollte es auf jeden Fall versuchen. So fing das Jahr an. Ich hatte viel Zeit. Wenn ich aus dem Fenster schaute, gegen Abend, tauchten die Elstern auf. Das sind die chinesischen Glücksvögel, hätte mir mein schlauer Freund Tilman Spengler erklärt, wenn er dabei gewesen wäre. Die Elstern versammelten sich in dem großen, kahlen Baum, sie schwammen regelrecht durchs Geäst. Der Baum quoll über vor Glück."

Weiteres: Ulrike Münter stellt die wichtigsten europäischen Galeristen für zeitgenössische chinesische Kunst vor. "Es muß schon alles in Trümmern liegen, bevor auf dem Kunstmarkt nichts mehr geht, ist der Tenor des knappen Rückblicks auf das rekordträchtige deutsche Kunstmarktjahr 2005. Angereichert mit einigen netten Anekdoten gratuliert der Jazztrompeter Till Brönner seinem Mentor Peter Herbolzheimer, dem langjährigen Leiter des Bundesjazzorchesters, zum Siebzigsten. Besprochen wird schließlich noch Stefan Bachmanns "herunterdemokratisierte" Inszenierung von Kleists "Amphitryon" im Deutschen Theater Berlin.

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Die Tageszeitung, 31.12.2005

In einem zweiseitigen Gespräch unterhält sich Alexander Cammann mit dem Soziologen Ralf Dahrendorf und dem Historiker Paul Nolte über den Bürgersinn und die neue Bürgerlichkeit. Auf den entscheidenen Unterschied weist etwa Nolte hin: "Denken Sie an die unzähligen Golfplätze, die in der Umgebung von Berlin entstehen. Es gibt das Bedürfnis, klassische Formen wieder zu entwickeln, wie beispielsweise die Salonkultur. Es sind also parallele Phänomene: Unbürgerlichkeit und neue Bürgerlichkeit. Wir müssen dabei einen kritischen Blick auf die Mittelschichten werfen: Bürgerliches Engagement ist in Baden-Württemberg viel häufiger als in Norddeutschland, wo es nicht selbstverständlich ist, seine Freizeit für die Caritas oder die Freiwillige Feuerwehr zu opfern. Daher ist für mich diese neue Bürgerlichkeit auch sehr begrenzt, weil sich eher individuell verwirklicht wird, statt mehr für die Gesellschaft zu tun." (Die vollständige Fassung des Gesprächs findet sich in der Zeitschrift Vorgänge.)


Weiteres: "Arschcool und dabei so sexy" findet Kirsten Rießelmann Keira Knightley als Kopfgeldjägerin in Tony Scotts Film "Domino". Uli Hannemann erzäht vom Geballere im Jahresendkampf in Berlin-Neukölln: "Mit dem letzten Glockenschlag beginnt draußen die Großoffensive. Die Feiernden scheinen unaufhaltsam vorzurücken. Block für Block wird im Häuserkampf genommen, aus leeren Sektflaschen heult ununterbrochen die Artillerie. Direkt vor dem Eingang zum Partykeller gibt es erneut einen mächtigen Schlag. Eine Frau bekommt einen Schreikrampf - es wird erst besser, als jemand auf eine lustige Tröte bläst. 'Mein Gott', erbleicht sogar Krawuttke, 'das war ein Warschauer Wuppdich'."

"Ich bin kein Betonkopf, der seine Weltsicht in Stein gemeißelt hat", sagt Udo Di Fabio, Verfassungsrichter und Autor von "Die Kultur der Freiheit", in weiteren sehr interessanten Gespräch im tazmag zur Bürgerlichkeit. Christian Schneider eröffnet eine neue Reihe zur Aktualität von Sigmund Freud. Besprochen werden Bücher, darunter Anita Albus' Erkundung "Von seltenen Vögeln" und Meinhard Miegels Schrift "Epochenwende" (mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).

Ins Team der Weltelf 2006 haben die Tagesthemenseiten unter anderen Angela Merkel, Hillary Clinton, Mahmud Ahmadinedschad, Sido und den "Gröfaz" Frank Schirrmacher gewählt.

Und hier noch TOM.

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Frankfurter Rundschau, 31.12.2005

Daniel Kothenschulte fragt nach Gründen für die Kinomisere. Der Respekt für das Kino als Kunstort sei verloren gegangen, und nicht nur die Großen haben daran Anteil, meint er: "Einer der künstlerisch bedeutendsten Filme des Jahres, der hypnotische Essay "Tropical Malady" des Thailänders Apichatpong Weerasethakul, wurde vom Verleih Salzgeber in digitaler Form verliehen. In ganzen Ballungsräumen wie dem Ruhrgebiet oder dem Rheinland gibt es keine Kinos, die über digitale Projektion verfügen, und weshalb sollte man auch ein Stück klassischer Zelluloid-Fotografie über einen Beamer schicken? Der wohl wichtigste deutsche Kunstfilmverleiher erliegt hier der Versuchung, für eine kleine Ersparnis in den Vertriebskosten die Substanz eines Filmes zu beschädigen. Das digitale Zeitalter kommt früh genug, aber was wird uns erwarten, wenn der Kulturraum Kino schon vorher verloren geht? Jedes Traditionshaus, das die Kinoketten derzeit abwirtschaften, stirbt für immer."


Marcia Pally behauptet zum Jahreswechsel: "Wenn wir uns auf IHN besinnen, könnte das Jahr 2006 die Lösung aller Weltprobleme bringen." Und weiter: "Ich kann mir auch einen intelligenten Gott vorstellen, der alles dank der globalen Erwärmung geschmolzene Wasser des Polakreises in jene chinesischen Städte schafft, die kein sauberes Wasser mehr haben, weil die chinesischen Industrie-Immissionen auch für die globale Erwärmung verantwortlich sind, die dann die Pole schmelzen lässt."

Außerdem: Martin Lüdge gratuliert dem Lyriker Rolf Haufs zum Siebzigsten. Besprochen werden eine große Ausstellung des flämischen Malers David Teniers d. J. in Karlsruhe und regionale Kulturereignisse.

Und Martina Meister rezitiert den "Plat du Jour" des Silvestermahls aus dem Ritz in Paris.

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Neue Zürcher Zeitung, 31.12.2005

In Literatur und Kunst unterhält sich Martin Meyer mit dem Pianisten Alfred Brendel, der gegenüber dem Interviewer auf Werktreue pocht: "Ich wittere in Ihnen eine gewisse Vorliebe für exzentrische Tastenlöwen. Was ist schlimmer: Werkgerechtigkeit oder Selbstgerechtigkeit? Lassen wir Gerechtigkeit beiseite. Von den Werken sollten die aufregendsten Impulse ausgehen; der Pianist und schon gar die Pianistin sollten mit ihrer Hilfe geradezu aufblühen. Natürlich muss man junge Spieler zur Selbständigkeit erziehen. Anderseits muss man ihnen bis in die letzte Note nachweisen, wie genau eine Aufführung zu erarbeiten ist. Man kann das nur anhand seiner eigenen Vorstellungskraft und mit Hilfe seiner persönlichen Erfahrungen vermitteln: als Beispiel, aber nicht als die eine, endgültige Wahrheit."


Weiteres: Der Schriftsteller Bora Cosic fragt sich angesichts seines Computers, warum die Maschinen ausgerechnet das "Dubioseste der menschlichen Seele" übernommen haben: "ihre Unsicherheit in vielem, ihre Launenhaftigkeit, Neurasthenie, manchmal den völligen Wahn." Stephan Krass liest die Zeichen der Tierwelt im Allgemeinen und die des Marienkäfers im Besonderen. Sabine Scho verewigt das erste Tier, über das sie Macht hatte: ein Kamel im Zoo.

Im Feuilleton fragt Uwe Justus Wenzel am Ende des Einstein-Jahres und nach der Entlarvung des koreanischen Klon-Forschers Hwang Woo Suk als Betrüger nach der Redlichkeit von Wissenschaftlern. Besprochen werden die große Egon-Schiele-Schau in der Wiener Albertina, Stefan Bachmanns "Amphitryon"-Inszenierung am Deutschen Theater Berlin, und Bücher, darunter Steffen Menschings Roman "Lustigs Flucht" und Leon Blums Erinnerungen an den Fall Dreyfus (mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).

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Süddeutsche Zeitung, 31.12.2005

Das Feuilleton beschäftigt sich in erster Linie mit heiter bedenklicher Selbstinszenierung zum Jahreswechsel. Drei Mal wird auf der Aufmacherseite ein halbvolles Glas abgebildet. Holger Liebs behauptet dazu ausführlich: "Das Jahr 2006 bringt uns nach vorne", Felicitas Hoppe meint: "2006? Oh mein Gott...". Und Alex Rühle findet: "Auch 2006 wird sich nichts ändern."


Weitere Artikel: Hans-Christian Schmid wirbt für die Bonus-DVD der Woche, Terence Malicks Film "Badlands". Roman Urbaner analysiert das deutsche Trauma hinter "Dinner for One". Elisabeth Bauschmid gratuliert der Autorin Irina Korschunow zum Achtzigsten. Alexander Kissler lässt das biopolitische Jahr 2005 mit dem Zentralereignis der Klon-Fälschung durch Hwang Woo Suk Revue passieren. Stefan Koldehoff berichtet, dass der Krösus Paul Allen - Mitbegründer von Microsoft - im April erstmals Teile seiner geheimnisumwitterten Kunstsammlung zeigen wird. Nico Bleutge gratuliert dem Lyriker Rolf Haufs zum 70. Geburtstag. Günter Kowa berichtet über die Umbauarbeiten an den Staatlichen Museen in der Moritzburg in Halle nach Plänen von Nieto/Sobejano.

Für die Literaturseite haben SZ-Autoren eine Kollage letzter Sätze aus bekannten Romanen zusammengestellt.

Besprochen werden Stefan Bachmanns Inszenierung von Kleists "Amphitryon" am Deutschen Theater Berlin und ein Hörbuch nach Kafkas "Amerika".

Im Aufmacher der SZ am Wochenende erläutert Benjamin Henrichs seine Erkenntnis: "2005 ist das Jahr der Abgänge gewesen, der beinahe unaufhörlichen Abschiede, Entlassungen, Schlussworte und Tränen." Auf vier Seiten werden Personen porträtiert, von denen man sich eine bedeutsame Rolle im nächsten Jahr erwartet. Und Anne Siemens interviewt Nick Hornby.

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.12.2005

Auf der ersten Seite präsentiert das Feuilleton zum Jahresende Texte von und zu Heine, Mozart, Billy Wilder und Sigmund Freud quasi als Fundstücke "aus dem Gurkenglas". In der Randglosse weist "Si." auf den deprimierenden Fund einer internationalen Untersuchung hin, dass weltweit nur die Polen mit ihren Lebensbedingungen unzufriedener sind als die Deutschen (hier sind es 73 Prozent). Beim Durchforsten der Bestsellerlisten seit 1927 stellt Sabine Löhr fest, dass erst in den neunziger Jahren der Krimi das Humorbuch in der Lesergunst ablöste. Robert von Lucius erklärt uns, was die Finnen dafür tun, den Mythos ihres Designs am Leben zu erhalten. Camilla Blechen beobachtet, wie Berlin des Archäologen Robert Koldewey gedenkt.


In den Überresten von Bilder und Zeiten belegt Wolfgang Sandner, dass Mozart entegegen anderweitiger Vermutungen doch nicht der Herrgott selbst gewesen ist. Hans Grössel erinnert an die Dänin Karen Jeppe, die zusammen mit Johannes Lepsius gegen die Unterdrückung armenischer Christen im Osmanischen Reich kämpfte.

Auf der Medienseite bilanziert Michael Hanfeld das zurückliegende Fernsehjahr: "2005 war das Jahr, in dem wir den Kontakt verloren." Alexander Schneider stellt die mexikanische Zeitschrift Artes de Mexico vor.

Auf der Plattenseite feiert Edo Reents das neue "recht ruppige, sehr gute" Album der Strokes "First Impressions of Earth", das ihn erleichtert feststellen ließ, dass die supercoolen Herren doch das "Getue" um ihr erstes Album verdaut haben.

Außerdem besprochen werden die "grandiose" Ausstellung zur Geschichte der Tierfotografie im Essener Museum Folkwang, Stefan Bachmanns "ungerührt vor sich hindümpelnde" Inszenierung von Kleists "Amphitryon" und Bücher, darunter Eugenijus Alisankas Gedichte "Aus ungeschriebenen Geschichten", Ror Wolfs nun abgeschlossene "Raoul Tranchirers Enzyklopädie für unerschrockene Leser" und William Trevors Erzählungen "Seitensprung" (mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Vom Verenden des Verstehens

26.05.2012. Pfingstereignis Feuilleton! In der FAZ überlegt Durs Grünbein, warum Dichtung unerlässlich ist. In der SZ schreibt Günter Grass ein erlässliches Gedicht. In der NZZ beschreibt Botho Strauss den Idioten als freien Geist. In der Welt droht der Künstler Gregor Schneider Documenta-Chefin Carolyn Christov-Bakargiev mit Kunst. Im Tagesspiegel wünscht sich Johannes Schneider etwas mehr Ehrlichkeit in der Urheberrechtsdebatte. In der taz schlägt Ulrich Kühne vor: Nur noch sechs Prozent für die Verwerter. Mehr lesen

Grenzen spielen eine ambivalente Rolle

25.05.2012. Heise Online und die Welt melden: Die Urheberrechtsabgaben für USB-Sticks steigen um bis zu 1850 Prozent. Die FR bewundert in ihrer Cannes-Kolumne Nicole Kidman in der Rolle ihres Lebens. Die FAZ resümiert die spanische Debatte um Mario Vargas-Llosas jüngstes Buch "La civilización del espectáculo". Mehr lesen

Belebung der Leiber

24.05.2012. In der NZZ beschreibt die Schriftstellerin Mansura Eseddin die Situation kurz vor den Wahlen in Ägypten. In der taz erzählt Wes Anderson, was ihn an den 60er Jahren interessiert. In der FAZ erklärt Peer Steinbrück dem Genossen Thilo Sarrazin noch einmal, warum wir den Euro brauchen. In der Zeit erklärt FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher dem Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo: Die Piraten sind keine Modeerscheinung. SZ, Welt und taz feiern den neuen Film von Leos Carax und seinen Hauptdarsteller mit dem hässlichen und wunderschönen, bösen und romantischen Gnomengesicht: Denis Lavant. Mehr lesen

Pragmatische Theorie der Tücke

23.05.2012. Die Welt erzählt, was man in der großen Ausstellung über den jungen Dürer in Nürnberg lernen kann. Und sie spricht sich gegen die Vorschläge der Piratenpartei zum Urheberrecht aus.  In der SZ begrüßt der Historiker Michael Wildt neue Blicke auf die Gewaltzusammenhänge des 20. Jahrhunderts. Und Georg Klein zerschneidet Schnecken. Slate.fr fragt: Wie frauenfeindlich darf ein Festival wie Cannes sein? Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Gelegentlich auch finster und bizarr

22.05.2012. Die Inszenierung von "The Rake's Progress" in Frankfurt ist zwar ein bisschen bieder, findet die FR, aber ansonsten: tolle Oper! Die FAZ stellt erstaunliche Parallelen zwischen den Urheberrechtspositionen der SPD und der Piraten fest. Die SZ versucht mithilfe der Nobeltpreisträgerin Elinor Ostrom Urban Gardening und Filesharing zu verstehen. Alle trauern um Robin Gibb. Und die NZZ meint zur Position der deutschen Sarrazin-Kritiker: "Hilflos strampeln sie mit im System der Vermarktung, das sie verdammen." Mehr lesen

Figur der Jederzeitlichkeit

21.05.2012. Wie können die Europäer eigentlich in ein Land kommen, wo gefoltert wird, um ein Fußballfest zu feiern?, fragt Juri Andruchowytsch in der FR. Aber sie singen ja auch in Baku, notiert die taz. Im sonnigen Cannes hebt sich die Düsternis dänisch-österreichischer Autorenfilme besonders vorteilhaft ab, findet die Welt. Im Perlentaucher plädiert Katharina Hacker für das Teilen von Texten - und gegen "Geistiges Eigentum". Die NZZ lernt in Japan: Wer hundert werden will, muss lernen, lernen, lernen.  Mehr lesen

Auch bei geringsten dynamischen Graden

19.05.2012. In der Welt gratuliert Kontatin Grcic dem Designerkollegen Dieter Rams, der ihn auf den Pfad der Tugend zurückführte. Die taz überlegt, ob die Geschichte von kino.to als Hollywoodfilm nachzuerzählen wäre, und welche Rolle dabei den Verbänden der Filmindustrie zukäme. Die SZ kritisiert in der Urheberdebatte den Autoren-Aufruf und fordert konstruktive Lösungen. Die FAZ bewegt sich mit Grausen durch spanische Investitionsruinen. Alle trauern um Dietrich Fischer-Dieskau. Mehr lesen

Das Theater, es lebt, es lebt

18.05.2012. Die Berliner Volksbühne ist wieder auferstanden, meldet die taz nach dem Berliner Theatertreffen. Die Welt ist beglückt von Wes Andersons Film "Moonrise Kingdom", der das Festival von Cannes eröffnete. Das Blog Movie Morlock hat passend zum Anlass Glamour-Fotos aus den besseren Jahren des Festivals zusammengestellt. In der FAZ macht Frank Rieger vom CCC einen Vorschlag zur Steuerrevolution. In deutschen Blogs wird immer noch recht heftig über den Urheber-Aufruf diskutiert. Gibt es ein Menschenrecht auf "Geistiges Eigentum"? Mehr lesen

Sie rezensieren, loben und verbreiten auch

16.05.2012. Der Urheber-Aufruf sorgt weiter für Debatten - nun melden sich allerdings auch Autoren, die ihn kritisieren. Cora Stephan will in der Welt die Front gegen die Leser aufbrechen. Benjamin Stein fordert in der Jüdischen Allgemeinen die Anpassung des Urheberrechts an das digitale Zeitalter. Alle Zeitungen begrüßen den Büchner-Preis für Felicitas Hoppe. Nur die SZ überlegt, wer ihr lieber gewesen wäre. Mehr lesen

Viel mit der Hand abgeschrieben

15.05.2012. Die taz kritisiert die Bild: Denn die macht keinen soliden Journalismus, wie er zum Beispiel von Elke Heidenreich verkörpert wird. Jörg Lau kritisiert in seinem Zeit-Blog die taz und erinnert sie daran: Auch wer provoziert, ist nicht selbst schuld, wenn er am Ende dafür umgebracht wird. Die FR ist traurig über die Gentrifizierung Hamburgs. Und Sibylle Lewitscharoff plädiert in der FAZ fürs Urheberrecht. Mehr lesen

Von bürgerlichen Medien empfohlen

14.05.2012. Heftig herumgedruckst wird bei der Berichterstattung über den Eklat bei der Verleihung des Henri-Nannen-Preises: Eigentlich missgönnt SZ-Redakteur Hans Leyendecker den Kollegen von der Bild den Preis gar nicht, schreibt die Bild. Und die SZ zitiert lieber eine Stellungnahme des Netzwerks Recherche - als wäre das nicht Leyendeckers Club. Die taz findet trotzdem: Die SZ-Kollegen sind Helden. Die FAZ ist empört über eine Aktion anonymer Hacker, die die Adressen von Unterzeichnern der Aktion "Wir sind die Urheber" veröffentlichen und mit weiteren Aktionen drohen. Mehr lesen

Unbeeindruckt vom Hohn der Kunstwelt

12.05.2012. Die Urheberrechtsdebatte tost und rumpelt weiter: "Ihr seid nicht (mehr) systemrelevant", ruft Udo Vetter den "Wir sind die Urheber"-Urhebern zu. Euer Geschäftsmodell ist von gestern, bedauert die FR. Vor kurzem protestierten Urheber doch noch gegen Verwerter, wundert sich die SZ. Auf Spiegel Online erinnert Volker Kauder daran, dass auch die Freiheit der Kommunikation Schutz verdient. Die NZZ befasst sich mit dem Dackel in der Kunst. Die FAZ bewundert die Erektion eines Möhrenmännleins. Und: die SZ schlägt den Nannen-Preis für die Bild-Zeitung aus. Mehr lesen

Auch das Spiel folgt Regeln

11.05.2012. Im Tagesspiegel fordert der Drehbuchautor Thomas Bohn: Künstler, erfüllt die Bedürfnisse eures Publikums. Carta fürchtet, dem Künstler geht es bald wie der Milchkuh. Die FAZ dankt für die Würdigung der Verwerter. Die taz findet die Vorstellung von Liquid Democracy naiv: Politik brauche Profis. Die SZ begutachtet die weißen Elefanten in Kiew und Warschau. Die NZZ durchforstet das Angebot der Multioptionsgesellschaft. Mehr lesen

Man versucht, die Revolution herauszuhalten

10.05.2012. In der Zeit pochen hundert Urheber auf ihr Recht. Und Peter Sloterdijk bezweifelt, dass André Rieu in der Lage ist, eine Philosophie-Sendung im ZDF zu moderieren. Die Urheberrechtsdebatte reißt auch in weiteren Medien Gräben auf: Im Freitag fordert der Konzertagent Berthold Seliger eine Reform, die eine Verkürzung der Schutzfristen einschließt. Der Urheberrechtsexperte Till Kreutzer fordert im WDR, dass man die Gegebenheiten der Digitalisierung zur Kenntnis nimmt. Und Foreign Policy meldet: die Prediger der Christenverfolgung haben jetzt schon eine Million Follower. Mehr lesen

Wie eine Kühlbox mit Deckel obendrauf

09.05.2012. Der Tagesspiegel ist froh, dass Berlin nur einen Flughafen eröffnen will. Es hätte noch peinlich kommen können. Der Perlentaucher schaut mit Mitleid auf die narzisstische Kränkung, die das Netz dem Liberalismus zufügt. Die taz druckt schon wieder einen Europa-Appell mit Daniel Cohn-Bendit. In der Welt fragt Ralf Fücks von der grünen Böll-Stifung, ob aus den Piraten je was werden kann. Die NZZ wirft einen Blick auf das neu erblühende Kulturleben in Simbabwe. In der FAZ telefoniert Michael Krüger über Skype mit einem griechischen Freund. Mehr lesen

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