Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 17.03.2010, 14.22 Uhr

Bücher der Saison

Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

18.11.2005. Die taz beleuchtet die klassische Prosa Osama bin Ladens. Die Welt untersucht neueste Tendenzen der Begräbniskultur. Die NZZ (und die FAZ) kritisieren die französische Schulen als frontalpädagogische Paukanstalten. Die FAZ stellt die chauvinistischen Thriller des türkischen Autors Burak Turna vor. Im Tagesspiegel setzt Georg Klein Hoffnungen auf das zivilisatorische Potenzial des Fußballs.

Die Tageszeitung, 18.11.2005

Der US-amerikanische Professor Bruce Lawrence hat ein Buch mit Texten von Osama bin Laden herausgegeben. Peter Böhm erfährt von ihm im Interview, dass Bin Ladens Botschaften in der arabischen Welt vor allem auf Kassetten zirkulieren und sehr elegant formuliert sind. "Wenn Sie zum ersten Mal die Prosa von Osama bin Laden lesen oder ihn sprechen hören, werden Sie erstaunt sein, wie gut er seine Gedanken formuliert. Er benutzt keinerlei Umgangssprache, keinerlei Neologismen. Er spricht so, als sei er jemand, der im 7. Jahrhundert lebt und den Propheten Mohammed verehrt."


Weiteres: Christian Broecking unterhält sich mit dem New Yorker Jazzmusiker und Dichter Gil Scott-Heron, der über Jazz Poetry als Vorläufer des Rap aufklärt und über die heutige Dominanz von ABAB- AB-Reimen klagt. Jony Eisenberg bezeichnet die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, dass Manfred Stolpe nun nicht mehr als Stasi-Mitarbeiter bezeichnet werden darf, in der zweiten taz als "schwarzen Tag" für die Pressefreiheit. Die Ausschreitungen im Sükrü-Saracoglu-Stadion nach dem WM-Qualifikationsspiel der Türkei gegen die Schweiz sind kein rein türkisches Problem, meint Arno Frank. Chefredakteur Stefan Aust hat die Querelen um die politische Ausrichtung des Spiegels nicht nur unbeschadet, sondern gestärkt überstanden, meldet Oliver Gehrs auf der Medienseite.

Besprochen werden Alben von jüngeren Bands wie My Morning Jacket, Rogue Wave und Wolf Parade sowie Andrej Zholdaks fast fünfstündige Inszenierung von "Medea in der Stadt" an der Berliner Volksbühne.

Schließlich Tom.

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Die Welt, 18.11.2005

Annabel Dillig untersucht im Aufmacher neueste Tendenzen der Begräbniskultur: "Um Individualität zu beweisen, muss es nicht gleich die zum Urnentransport verdonnerte Weltraumkapsel sein. Aber Friedwälder zum Beispiel: Eine Mischung aus Natursehnsucht, dem Wunsch nach Anonymität und Individualität führt dazu, dass viele - naturgemäß vorwiegend Agnostiker und Menschen aus dem Norden und Osten des Landes - in einer Urne unter einem Baum bestattet werden möchten. Die Internet-Präsenz bringt den Veranstaltern der Friedwald GmbH Interessenten aus dem gesamten Bundesgebiet. In nur vier Jahren sind zehn dieser Wälder aus dem Boden gewachsen. Rund 800 Euro kostet die letzte Ruhestätte im Grünen, eine Garantie gegen Blitzschlag gibt's gratis dazu."


Weitere Artikel: Gernot Facius unterhält sich mit Hans Joachim Meyer vom Zentralkomitee der Katholiken in Deutschland über Sterbehilfe, Multikulti, Leitkultur. Wieland Freund schreibt zum Tod des Kinderbuchautors Hans-Georg Noack. Manfred Quiring hat eine Tagung über Raubkunst in Moskau verfolgt, in der sich keine Veränderung der russischen Position abzeichnete. Berthold Seewald beklagt die Ausplünderung archäologischer Stätten im Irak und fordert eine Aufhebung des Antiken-Handels. Und Andrea Seibel verfolgte eine Konferenz über Megastädte in London.

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Neue Zürcher Zeitung, 18.11.2005

In Frankreich diskutiert man darüber, wie das französische Bildungssystem so verbessert werden kann, dass tatsächlich Chancengleichheit zwischen den Pariser Schülern und denen aus den Vorstädten entsteht. Jürgen Ritte sieht da wenig Hoffnung: Man müsste "gewaltige, geradezu utopische Investitionen" in den Schulen der Vorstädte tätigen. Zweifelhaft sei, ob das überhaupt helfen würde. "... denn 'Pädagogik' und 'Didaktik' sind Begriffe, die republikanisch-jakobinischen Hardlinern in Frankreich (sie sind in der Mehrheit), links wie rechts, geradezu als Schimpfwörter gelten. Sie sehen die Schule zuerst als frontalpädagogische Paukanstalt. Die meisten Lehrer werden mit spärlichstem didaktischem Werkzeug in die Schulen entlassen. Die jüngsten, die im Juni noch, im Wettbewerb ums Lehramt, ihre Kenntnisse über den mittelhochdeutschen Wigoleis unter Beweis stellen mussten, stehen im September vor einer Klasse in Clichy-sous-Bois, die niemand mit den Geheimnissen des französischen Konjunktivs vertraut gemacht hat."


Weiteres: Hubertus Adam berichtet über den Prozess gegen die Kuratorin des Getty-Museums Marion True in Rom, die 42 antike, aus Raubgrabungen stammende Objekte erworben haben soll. Klaus Englert stellt die neue Kunstakademie München von Coop Himmelb(l)au vor. Und Roman Bucheli schreibt zum Tod des Autors Werner Schmidli. Besprochen wird eine Ausstellung zu Leonore Mau und Hubert Fichte im Haus der Photographie in den Hamburger Deichtorhallen.

Auf der Filmseite resümiert Heinz Kersten das 15. Festival des osteuropäischen Films in Cottbus. Besprochen werden Hans-Ulrich Schlumpfs Film "Ultima Thule" und "Ouaga Saga", ein Film von Dani Kouyate über Jugendliche aus dem Quartier Bo-Bo in Ouagadougou.

Auf der Medien- und Informatikseite berichtet set. über den Kampf der Musikindustrie gegen die Tauschbörsen im Internet. Viel Zeit und Energie wird darauf verwendet, statt sich dem eigentlichen Problem zu widmen: "Die Musikindustrie muss sich den Vorwurf gefallen lassen, den technologischen Wandel verschlafen zu haben. Lange war die Anheuerung von Anwälten die einzige Antwort auf das Problem. Die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle für das Online-Zeitalter überließ man der Computerindustrie; heute dominieren Firmen wie Apple, Microsoft oder Amazon das Geschäft."

Weitere Artikel: Irena Ristic berichtet über die geplante Neugründung einer Tageszeitung in Österreich durch die Brüder Fellner. Zit. berichtet, wie die französischen Qualitätsblätter optisch und inhaltlich ihren Auftritt auffrischen, um wieder mehr Leser zu gewinnen. Flü. meldet das Erscheinen der dritten Boulevardzeitung in Polen: Nowy Dzien (Neuer Tag) gehört dem Verlag Agora, der auch die Gazeta Wyborcza herausbringt und soll Fakt, dem Boulevardblatt von Springer Konkurrenz machen.

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.11.2005

Joseph Croitoru stellt den chauvinistischen Thriller "Der Dritte Weltkrieg" des jungen Autors Burak Turna vor, der in der Türkei zur Zeit massenhaften Absatz findet. Der Roman spielt in naher Zukunft. Europa wird darin am Ende von einer russisch-türkischen Allianz erobert. Und vorher geht es so zu: "Die multikulturellen Gesellschaften des Westens brechen zusammen, die europäischen Demokratien kapitulieren eine nach der anderen vor den Faschisten, die in Deutschland und Frankreich an die Macht gelangt sind. Organisierte Banden terrorisieren mit staatlicher Rückendeckung die europäischen Muslime, es herrschen bürgerkriegsähnliche Zustände. Dann folgt die endgültige Ablehnung eines EU-Beitritts der Türkei, die aufgrund ihres islamischen Charakters als Bedrohung für das christlich-rassistische Europa empfunden wird." Auch das vorige Buch "Metallsturm" war schon ein großer Erfolg in der Türkei: Dort zündet ein türkischer Agent eine Atombombe in den USA.


Weitere Artikel: Im Aufmacher beklagt die 16-jährige Schülerin Theresa Knoblauch, die ein Jahr in Frankreich verbringt, den autoritären und verschulten Charakter des französischen Schulsystems. Jordan Mejias begrüßt den National Book Award für Joan Didions autobiografisches Buch "The Year of Magical Thinking". Karol Sauerland erklärt die Hintergründe einer Äußerung des neuen polnischen Präsidenten Lech Kaczynski zu Thomas Mann - ein Literatenstreit um Manns Figuren Settembrini und Naphta gehörte zum Wetterleuchten vor der Solidarnosc-Bewegung. Und Paul Ingendaay stellt die spanische Band Marlango vor, die durch englische Texte auffällt.

Auf der Medienseite berichtet Robert von Lucius über anhaltende Verstimmung zwischen Dänemark und der Türkei, die nach wie vor gegen die jüngste Veröffentlichung von Karikaturen Mohammeds in der Jyllands-Posten diplomatischen Protest einlegt. Frank Pergande beleuchtet die Zeitungslandschaft in Mecklenburg-Vorpommern. Christopher Stolzenberg kommentiert den Kompromiss zur Icann beim Informationsgipfel in Tunis. Alfons Kaiser stellt das neue Modemagazin Heckmag vor. Und Michael Hanfeld berichtet von einer Diskussion im Spiegel über die Äußerungen der Augstein-Tochter (und ehemaligen FAZ-Kollegin) Franziska Augstein. Außerdem erfahren wir, dass der Spiegel das Monopol-Magazin nun doch nicht kaufen wird.

Auf der letzten Seite schreibt Jenny Hoch über den Trend zum selbstgestalteten Turnschuh, den man auf den Internetseiten von Nike und Puma realisieren kann. Dirk Schümer kommentiert Äußerungen des italienischen Philosophen Toni Negri zur französischen Jugendrevolte. Und Daniel Veith porträtiert den Unternehmer Klaus Nixdorf, der mit einem Ideen-Express zunächst Brasilien, dann ganz Amerika und schließlich den Rest der Welt voranbringen will.

Besprochen werden die große Ausstellung über die Melancholie in der Kunst in Paris, Fow Pyng Hus Film "Paradise Girls", ein Konzert des Philharmonia Orchestras unter Esa-Pekka Salonen mit Mahlers Siebter in Frankfurt, Konzerte bei den Tagen Alter Musik in Herne, das Stück "Medea in der Stadt" des ukrainischen Dramatikers Andrij Zholdak an der Berliner Volksbühne und Sachbücher, darunter Wolfgang Sofskys neues Buch "Das Prinzip Sicherheit".

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Frankfurter Rundschau, 18.11.2005

Michael Helbing schildert erste Eindrücke von dem von der Bundeszentrale für politische Bildung ausgerichtete Festival "Politik im freien Theater" in Berlin, wo noch bis Sonntag Kritik an Politik und Theater geübt wird. Hans-Jürgen Linke heißt in einer Times-mager-Kolumne endlich auch die niedergelassenen Fachärzte und Privatpatienten im Kreis der Gesundheitsreform-Verlierer willkommen. Christine Preis gratuliert dem Soziologen Zygmunt Bauman zum achtzigsten Geburtstag.


Auf der Medienseite serviert Markus Brauck genussvoll einige Häppchen von der recht lebendigen Redaktionssitzung beim Spiegel, die einen brüllenden Matthias Matussek, einen reuigen Thomas Darnstädt und einen gestärkten Stefan Aust zeitigte. "Drei Dinge scheinen festzustehen am Ende dieses Machtkampfes beim Spiegel. Erstens: Stefan Aust sitzt fester im Sattel als zuvor. Zweitens: Seine Widersacher können alle Hoffnungen begraben. Drittens: Ein glanzvoller Sieg war das nicht. 'Aust hat eine Lappalie eskalieren lassen, um Darnstädt loszuwerden', sagt ein Redakteur."

Die einzige Besprechung widmet sich der Uraufführung des Theaterprojekts "Märchen: Naive Fragen - Komplexe Antworten" von norton.commander.productions im Frankfurter Künstlerhaus Mousonturm.

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Der Tagesspiegel, 18.11.2005

Als Vater zweier Vereinsfussballer setzt der Schriftsteller Georg Klein den Ausschreitungen im WM-Qualifikationsspiel der Schweiz gegen die Türkei weiterhin auf die zivilisierende Wirkung des Fußballs. "Als Vater eines vierzehnjährigen und eines elfjährigen Vereinsfußballers habe ich in den letzten Jahren auf bundesdeutschen Sportanlagen einiges gesehen: geschickt verdeckte Ellenbogenstöße, Anspucken mitten ins Gesicht, selbst gezielte Tritte in den Unterleib des am Boden liegenden Gegenspielers. Auch dem Ohr wird regelmäßig Übles geboten: sexuelle Beschimpfungen niederträchtigster Art, die Androhung von Prügel und rassistisches Sprachgut, mit dem sich bereits die Bevölkerung des Nachbardorfes zu einer minderwertigen Ethnie erklären lässt. (...) Aber wenn das Rohe und Bösartige ausbleibt, wenn der Dämon dem Ritual der Regel gehorcht, beweist gerade der Fußball, wie viel Zivilisation am ewig kampflustigen Mann zu leisten in der Lage ist."

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Süddeutsche Zeitung, 18.11.2005

Captain America, Spider-Man, X-Men und Daredevil: An seinen Superhelden lässt sich recht genau die US-amerikanische Befindlichkeit ablesen, erfährt Titus Arnu aus einer Studie. "Captain America hat zwar neue Feinde gefunden, gegen die er mit Superkräften kämpft. Aber er ist sich nicht mehr so sicher, ob sein Kampf moralisch noch einwandfrei ist - und wofür er überhaupt antritt."


Weiteres: Die Haltung zur europäischen Verfassung teilt die sozialistische Partei Frankreichs immer noch mittenmang, informiert Clemens Pornschlegel vor dem heutigen Parteitag. Mittlerweile denken einige Verfassungsgegner schon an eine Abspaltung a la Linkspartei. Kai Strittmatter versteht die Gewalt im Länderspiel Schweiz-Türkei als Folge des übertriebenen türkischen Nationalstolzes. Im Gespräch mit Diego Manrique raunt Madonna etwas von auf ihrem Album "Confessions On A Dancefloor" befindlichen Nachrichten: "Die Botschaften werden sich Schritt für Schritt von selbst zeigen." Detlef Esslinger schildert die Dreharbeiten des indischen Films "Humraah" in Heppenheim und weiß jetzt, warum indische Regisseure gerne in der Fußgängerzone vor dem Tchibo-Laden drehen. "Je mehr Deutsche, umso exotischer die Szenen." Jürgen Berger befragt Regisseur Jossi Wiehler zu seiner Inszenierung des Kabuki-Klassikers "Yotsuya Ghost Story" in Tokio und seiner Version von Euripides' "Die Bakchen", die ab Samstag an den Münchner Kammerspielen zu sehen sind. Die scheidende Kulturstaatsministerin Christina Weiss hat sich von den Berliner Feuilletonisten mit einer kleinen Bürofeier und viel "tintigem" Rotwein verabschiedet, kolportiert Gustav Seibt.

Heute wird im Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt die Ausstellung "Gebaute Träume und Sehnsüchte" zum nicht unumstrittenen Werk Friedensreich Hundertwassers eröffnet. Auf einer eigenen Seite sucht die SZ-Redaktion in kurzen Vignetten nach den Hundertwassern anderer Sparten.

Auf der Literaturseite lässt sich Katharina Deloglu vom spanischen Schriftsteller Rafael Chirbes anlässlich des 30. Todestags von Franco erläutern, dass die Literatur gar nicht anders kann, als "von den Idealen der Menschen zu erzählen". Im Interview mit Hans-Jürgen Jakobs und Claudia Tieschky erzählt der ehemalige ORF-Intendant Gerd Bacher auf der Medienseite über die Talenteschmiede ORF, Leo Kirch und rechte Intellektualität.

Besprochen werden Kristina Konrads Dokumentarfilm "Unser America" über die sandinistische Vergangenheit Nicaraguas, die Ausstellung "Pasolini und der Tod" in der Münchner Pinakothek der Moderne, und Bücher, darunter der als "Unglaubensgespräche" titulierte Briefwechsel von Hermann Kurzke und Jacques Wirion, die "wunderbaren Erinnerungen des ehemaligen Fischer-Lektors J. Hellmut Freund "Vor dem Zitronenbaum" sowie Björn Kuhligks Urban- und Ruralpoesie "Großes Kino" (mehr in unserer Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Dinge zusammenzuleimen ist sehr einfach

17.03.2010. Die "Leipziger Erklärung" entfacht die Hegemann-Debatte neu. Die Welt erklärt, warum Christa Wolf Literatur ist, obwohl sie Sätze von Faulkner ohne Dank und Tüttel übernommen hat. Die SZ erklärt, warum Peter Esterhazy Literatur ist, obwohl er ganze Kapitel anderer Autoren abschrieb. In der SZ erklärt Sibylle Lewitscharoff, warum sie von Mashups nichts hält. In der Welt erklärt Claude Lanzmann, warum die Juden nicht gerettet werden konnten.  Auch die Debatten um die Abgründe der Reformpädagogik und  des Katholizismus gehen weiter: Hans Küng fordert in der SZ ein Mea Culpa des obersten Vertuschers. Mehr lesen

Ein Mann wie Winnetou

16.03.2010. Der Tagesspiegel bringt eine Petition deutscher Großschriftsteller von Grass bis Wolf gegen einen möglichen Leipziger Buchpreis für Helene Hegemann. Gerhard Amendt belehrt in der Welt Josef Haslinger, dass er in seinem Text über pädophile Priester an einem kindlichen Zustand der seelischen Ohnmacht festhalte. Micha Brumlik findet für die taz  von Anfang an homoerotische Aspekte in der deutschen Reformpädagogik. In der FAZ kritisiert Necla Kelek die islamischen Verbände in Deutschland. Mehr lesen

Dass er zu einem Eis am Stiel wird, dann splittert

15.03.2010. In der Welt warnt Ibn Warraq vor den Scharia-Gerichten in England. In der SZ schreibt Richard Swartz über Korruption in Kroatien. Die FAZ erinnert an Zeiten, als zum Frommen der Kunst Knaben kastriert wurden. Gawker gefriert bei Ian McEwans Satire auf den Klimawandel und deckt eine von Sean Penn begangene Ungerechtigkeit auf. Und im Tagesspiegel gratuliert Jürgen Neffe dem Perlentaucher zum Zehnten. Mehr lesen

Ich war verstört

13.03.2010. In der Welt erinnert sich Joseph Haslinger an seine Jugend in einem katholischen Internat: "Die Pädophilen waren in dieser Sphäre von klösterlicher Gewalt eine Oase der Zärtlichkeit." In der FAZ begibt sich Bruce Sterling auf den betrügerisch vernetzten Basar der Geschichte. Im Guardian schreibt Timothy Garton Ash über Ryszard Kapuscinski und die Grundregeln des Reporters. In der taz erklärt Kate Pickett, dass Ungleichheit auch Reiche stresst. In der NZZ bannt Beat Furrer mit Bas Hilfe altägyptische Zerfallsphantasien. Und die FR vernimmt beglückt das Lachen eines bebauchten, bärtigen Buddhas.  Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Zeitung lebt

12.03.2010. In der NZZ erklärt der Autor Hans Maarten van der Brink, warum die Holländer im Juni Geert Wilders zum Premier wählen könnten. Die FR möchte kein Leichtgewicht mehr sein, sondern ein Trumm werden. Die Welt wünscht Griechenland mehr anglikanische Arbeitsethik. Die taz hat Freude an Joanna Newsoms Organ. Die FAZ verteidigt die Freiheit der Kunst. Mehr lesen

Damals war die Zukunft heute

11.03.2010. Ai Weiwei ist sich in der FR sicher: Durch das Internetzeitalter verändert sich die gesamte Machtstruktur. Die Welt liefert eine Reportage über die Verfertigung einer kritischen Koranausgabe. Im Freitag plädiert Clemens Meyer gegen allzuviele Literaturpreise. Der Guardian weiß, womit sich Marianne Faithfull schminkt. Golem berichtet über eine Resolution des Europaparlaments gegen ACTA. Die taz bringt ein Interview mit dem Kapuscinski-Biografen Artur Domoslawski. Die Zeit erinnert sich mit Wehmut an die Zeit, in der sie modern war. Mehr lesen

Baukomplexe mit heimelig-prätenziösen Namen

10.03.2010. An der Zeitungskrise ist das Internet gar nicht schuld - sie ist nämlich schon viel älter,  meint Google in seinem Policy Blog. Auf Telepolis erklärt Hamed Abdel-Samad den Zusammenhang zwischen Rechtspopulismus und Islamkritik: Der erste kommt, wenn die zweite ausbleibt. In  taz und NZZ sprechen iranische Autoren über die Repression in ihrem Land. Wir verlinken auf die gerade online gestellte letzte Kollektion von Alexander McQueen. Mehr lesen

Zerrissene Blätter, zerbröselte Siegel

09.03.2010. Christopher Hitchens graust es in Slate vor dem saudischen Anwalt Ahmed Zaki Yamani, der die dänische Zeitung Politiken mit Klagedrohungen dazu brachte, sich für den Abdruck der Mohammed-Karikaturen zu entschuldigen. Darf man einfach die Geschichte verdrehen? Bernard-Henri Levy kritisiert in den neuesten Filmen Tarantinos und Scorseses eine Tendenz zum Revisionismus. Laut BBC betrachten 80 Prozent aller Weltbürger Internetzugang als fundamentales Menschenrecht. Und Oscar-Preisträgerin Kathryn Bigelow erklärt in der Welt, wie Journalismus funktioniert. Mehr lesen

Schwirren und fliegen und sausen

08.03.2010. Ja doch, Christoph Waltz hat den Oscar als bester Nebendarsteller gewonnen. Wir setzen Links zu Videos, Galerien, Listen und Roben. In der NZZ wendet sich der Maskulinologe Gerhard Amendt gegen das Opferbild Frau. Die taz bringt am Frauentag gleich eine ganze Männertaz mit einem Manifest für ein neues Selbstbewusstsein des Mannes. In der FR erklärt der Ökonom Robert Fogel, warum das alte Europa gegenüber China zurückbleibt: Es ruht sich allzu gerne aus. In Carta erklärt ein Burda-Manager, warum er Leistungsschutzrechte will: weil er seine Inhalte kostenlos ins Netz stellt. Mehr lesen

Denken Sie an Klaviersaitendraht

06.03.2010. In der Welt geißelt Margaret Atwood die Schuld der Menschen an den Vögeln - und nennt dabei auch Zahlen. In der FR kommentiert Ulrich Beck das endgültige Ende des Bankgeheimnisses. Die taz warnt vor Acta. In der SZ kritisiert der Verfassungsrechtler Christoph Möllers die Vertuschungstaktik der katholischen Kirche: Für Verbrechen wie sexuellen Missbrauch ist der Staat zuständig. Die FAZ beschreibt den Einfluss von Bloggern auf die Modeindustrie. Mehr lesen

Antipathie gegen Beton und Stahl

05.03.2010. Der Kultur geht's an den Kragen: Die Welt schildert die Folgen des Bevölkerungsschwunds und der Steuerpolitik für Städte wie Dessau. Die taz erwägt das Für und Wider eines Films über Rudi Dutschke, der in der Rudi-Dutschke-Straße Premiere hatte. Die NZZ kritisiert die Bürger von Bukarest, welche die Errungenschaften der klassischen Moderne nicht ausreichend würdigen. Das Buch über Günter Grass' Stasi-Akten sorgt für respektvolles Aufsehen. Mehr lesen

Ein Fingernagel in ihrer Suppe

04.03.2010. In der FR erzählt Liao Yiwu, wie ihn das Gefängnis zum Reportageschriftsteller machte. Golem meldet: Die Telekom löscht 19 Terabyte Vorratsdaten. In der NZZ trägt der Theologe Friedrich Wilhelm Graf zur weiteren Ernüchterung Margot Käßmanns bei. Die Welt warnt: Man kann Joanna Newson nicht einfach den New Weird Americana zuordnen. In der taz kritisiert Ralf Bönt das neue Prestige der Religionen.  Mehr lesen

Ein Trost am Rand meines Grabes

03.03.2010. Liao Yiwu schickt seinen deutschen Lesern einen Trauergesang  für die Dongxiao - die taz bringt ihn. Philip Gourevitch trägt außerdem im New Yorker einige sehr interessante Links zu Liao bei. Der NZZ geht das Urteil zur Vorratsdatenspeicherung nicht weit genug: Sie fragt, was aus dem Recht auf informationelle Selbstbestimmung geworden ist. In Sachen Leistungsschutzrechte spielt die Bundesjustizminsterin im Magazin promedia auf Zeit.In der FR schreibt der chilenische Autor Ariel Dorfman über das Erdbeben. Mehr lesen

Ich saß bereits im Flugzeug

02.03.2010. Die Debatte über Ryszard Kapuscinski geht weiter. Laut Welt war er ein parteilicher Autor, der es mit der Wahrheit nicht so genau nahm. In der NZZ erklärt Martin Pollack, warum er die Biografie nicht übersetzen will - nicht wegen ihrer Wahrheiten, sondern wegen ihres Tons. Die FAZ beklagt den Einfluss der Sammler auf den heutigen Kunstbetrieb. In der SZ fordert Ulrich Johannes Schneider: Digitalisiert die Bücher! Die taz präsentiert die furiose Geigerin Patricia Kopatchinskaja und NPR das neue Album der Gorillaz. Mehr lesen

Eine Kultur der Jetzigkeit

01.03.2010. Die SZ  berichtet über die Demontage eines Denkmals in Polen: Ryszard Kapuscinski wird vorgeworfen, dass er nicht nur dem Regime recht nahe stand, sondern auch ganz schön geflunkert hat.  Die NZZ ist auf dem Quivive und hat herausgefunden, dass Brooklyn inzwischen angesagter ist als Manhattan, vor allem bei den "Helicopter Moms". Die FAZ liest mit Staunen Cory Doctorows Roman "Little Brother".  Das Blog Carta meldet, dass die SZ 21 Stellen in der Redaktion streicht. Mehr lesen

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