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Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

31.08.2004. In der SZ wundert sich Lutz Hachmeister über den merkwürdigen Slang der Regierung Schröder. Die NZZ berichtet über die Proteste gegen den Parteitag der Republikaner in New York. Die New York Times ist sehr erstaunt: Es gibt praktisch keine Juden in Deutschland, aber eine Menge jüdischer Kultur. In der FAZ wundert sich Richard Rorty darüber, was sich deutsche Universitäten alles gefallen lassen. Die FR besucht den Millennium Park von Chicago.

FR, 31.08.2004

Helmut Müller-Sievers besucht den neuen Millennium-Park (mehr hier und hier eine beeindruckende Fotostrecke) in Chicago, der ein riesiges ehemaliges Gleisgelände überdacht: "Die Parkplaner gossen das Areal mit einer Betonschale aus, in die sie eine riesige Tiefgarage installierten. Der neue Park ist ihr Dach. Man kann sich denken, dass damit, zumal wegen der Nähe des Sees, einige tektonische Schwierigkeiten verbunden waren. Ihre Überwindung erlaubt es aber, den gesamten Verkehr, der sich auf den Park zubewegt, sowie den alltäglichen Verkehr zum Art Institute und den abends zur Symphonie und in die umliegenden Theater, aus den Straßen zu nehmen. Das erste der neuen Gebäude, wenn man den Spaziergang im Nordosten des Parkrechtecks beginnt, ist ein spezieller Fahrradschuppen (mehr hier): dort kann man nicht nur sein Fahrrad abstellen, sondern gleich noch duschen, sich umziehen und seine Montur in einem Spind lassen. Selbstverständlich gibt es auch Fahrradtechniker mit Internetanschluss."

Besprochen wird eine Ausstellung zum Stand der griechischen Fotokunst in Kiel. In Times mager berichtet Thomas Medicus über Kompromissvorschläge verschiedener Akademien zur Rechtschreibreform.

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Tagesspiegel, 31.08.2004

Heute zwei Gespräche auf den Kulturseiten:

Rüdiger Schaper spricht mit dem Theaterregisseur Bob Wilson über seine texanischen Wurzeln, seine Sehnsucht nach der Ferne und seinem Gefühl für kulturelle Grenzen: "Amerikaner reisen nicht. Amerika kennt keine Grenzen. Wir leben in diesem riesigen Land, und wir wurden nie angegriffen. Wir kennen nicht einmal Mexiko. George Bushs erste Auslandsreise als Präsident führte ihn - nach Mexiko. Als ich den 'Hamlet' machte, eine Koproduktion von Houston mit europäischen Bühnen, hieß es in Houston: Oh, wir fahren nach Paris. Wir reisen ins Ausland. Ich bin nie auf die Idee gekommen, dass Paris im 'Ausland' liegt."

Jan Schulz-Ojala traf sich mit einem selbstbewussten Marco Müller und sprach über seine neue Position als Filmfestival-Chef von Venedig und was andere von ihm halten: "Heute nennen sie mich einen 'Hollywoodisten', der nur Stars nach Venedig holt. Aber das tangiert mich wenig. Ich habe viele künstlerisch innovative Filme produziert und muss da wohl niemandem was beweisen. In Venedig gibt es natürlich auch jene Filme, die ein Festival braucht, um Aufmerksamkeit zu erregen. Immerhin: Die Medien hier steigen mit verdoppeltem Interesse ein. Wir zeigen Qualitätskino für ein Massenpublikum."

Stichwörter: Paris, Venedig

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TAZ, 31.08.2004

Ganz feierlich zumute wird Susanne Messmer beim Hören von Björks neuer Platte: "Jeder Klang, jeder Beat auf 'Medulla' ist ohne Instrumente, a cappella, nur mithilfe von Chören, Sängern, Stimmkünstlern und ausgefeilter Aufnahmetechnik produziert -, man wird vor allem Björks Stimme ausgesetzt, die so noch stärker alles überstrahlt als gewohnt. Und diese Stimme sagt: Es ist hohe Kunst, gleichzeitig emotional und auf den Punkt zu singen. Ich vernehme mich selbst, höre tief in mich rein, bin bei mir, hier und jetzt. Und es war harte Arbeit, diesen Eindruck herzustellen."

Weitere Artikel: Gerrit Bartels hat einer Autorenlesung des Literarischen Colloquiums Berlin zur Saisoneröffnung zugehört und verspricht insgesamt einen unaufgeregten, aber hoffentlich nicht langweiligen Bücherherbst. Gunnar Lützow denkt darüber nach, was man ernsthaft als Luxus bezeichnen kann und empfiehlt schon mal einen Bristol 407 als Auto. Kolja Mensing erzählt eine weitere Episode aus seinem in der Entstehung begriffenen Dokumentarfilm "13. Stock" über das Leben in einem Bremer Sozialbauquartier. Und Madeleine Bernstorff schickt einen Bericht von der 6. Werkleitz Biennale in Halle.

Auf der Medienseite erzählt Steffen Grimberg über Ärger bei der BBC, auf der Meinungsseite warnt Niels Boeing vor möglichen Gefahren der Nanotechnik. In tazzwei erzählt Viola Keeve, wie die Hippen, Hotten und Hiphopper in den USA das Publikum auffordern, gefälligst zu wählen.

Und hier Tom.

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Weitere Medien, 31.08.2004

Der Artikel ist aus der New York Times von vorgestern, wir haben ihn zu spät gesehen. Jeremy Eichler ist sehr erstaunt: Es gibt Hunderte von Klezmermusikgruppen in Deutschland, und das ganz ohne Juden, schreibt er in einem längeren Hintergrundbericht! "A renaissance of Jewish culture without Jews, prompting a wide range of reactions here and abroad, from bewilderment and cautious approval to cynicism and reproach."

Stichwörter: New York, New York Times

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NZZ, 31.08.2004

Andrea Köhler berichtet über die Vielzahl von Protestveranstaltungen gegen den Republikaner-Kongress in New York: "Nahezu ungezählt sind mittlerweile die Bush- Parodien; seit einiger Zeit freilich sind die Späße über George Walkers beschränkte Artikulationsfähigkeit weit rüderen Scherzen gewichen. Die Aktionen reichen vom großen Reimen bis zum großen Fressen. In einem Straßenspektakel, in dem sich jeder, der mag, bis zum Brechreiz voll stopfen kann, wollen drei Performancekünstlerinnen die Nähe der Bush-Republik zum Römischen Reich evozieren; der Trog steht auf dem Trottoir parat. " (Mehr zum Wahlkampf in Amerika in unserem Link des Tages)

Weitere Artikel: Carolyn Schnyder befasst sich mit einem Kongress über den Reformator Heinrich Bullinger. "Hmn" meldet, dass Jürgen Flimm ab 2007 Intendant der Salzburger Festspiele ist (beide Artikel sind nicht online).

Besprochen werden ein Konzert des Symphonie-Orchesters des Bayerischen Rundfunks unter Leitung von Mariss Jansons beim Lucerne Festival (Peter Hagmann ärgert sich über den Konzertmeister, der sich während des Konzerts "geräuschvoll und gestenreich" die Nase putzte), ferner Konzerte beim Willisauer Jazzfestival sowie Bücher, darunter Jeremy Rifkins Studie "Der europäische Traum" (laut Uwe Justus Wenzel ein "Muntermacher für deprimierte Alteuropäer") und Handschriften von Marcel Proust (mehr in unserer Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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SZ, 31.08.2004

Auf der Medienseite widmet sich der Medienjournalist Lutz Hachmeister dem "merkwürdigen Slang" der Regierung Schröder. "Es ist ein Mischmasch aus McKinsey-Jargon, Restbeständen der 68er-Soziologie und pseudo-futuristischen Visionen, der als unheimlich und bedrohlich verstanden wird. Hartz IV, das zur Zeit besonders umkämpfte Gesetz, hat sich sprachlich in diesem Sinn verselbständigt. Es wirkt in seiner besonderen Kombination aus Manager-Namen und Durchnumerierung, fast unabhängig von realen Auswirkungen, wie eine Vergeltungswaffe der Regierung gegen die arbeitende oder arbeitslose Bevölkerung." Unter Helmut Kohl war übrigens, wie Hachmeister erinnert, noch ein Wolfgang Bergsdorf Inlandschef im Bundespresseamt, der über "Herrschaft und Sprache" habilitiert hatte!

Weiteres: Susan Vahabzadeh berichtet, dass Hollywood in Zeiten ständiger Kostensteigerung wieder auf junge Nachwuchsregisseure setzt: "Junge Regisseure sind nicht so verwöhnt, vielleicht auch nicht immer so mutig, einen ganzen Drehtag ins Warten aufs richtige Licht zu investieren." Jürgen Otten setzt uns über die jüngsten Berliner Sparpläne in Kenntnis: Das Rundfunk-Sinfonie-Orchester Berlin (RSB) und das Berliner Sinfonie-Orchester (BSO) sollen nach Plänen von Kultursenator Thomas Flierl zusammengelegt werden. Thomas Steinfeld weist auf eine mögliche Konsequenz aus dem Karlsruher Urteil zu den Juniorprofessoren hin, damit würden nämlich auch die Befristungsregelungen für wissenschaftliche Angestellte aufgehoben.

Alexander Kissler berichtet von einer Studie zu sexuellem Missbrauch in der Katholischen Kirche, deren Autoren in dem unangreifbaren Priesterbild von der Repraesentatio Christi die Ursache für viele Übergriffe sehen. Christine Dössel sichtet die neuen Spielzeithefte der Theater, die sich in ihren Augen zu "kunstvollen Hinguckern" entwickelt haben. Lothar Müller meldet, dass Jürgen Flimm 2006 Intendant der Salzburger Festspiele wird.

G.K. betrachtet in der Leitglosse neue reaktionäre Tendenzen in der britischen Architekturszene. Lisa Spitz entlarvt am Beispiel des Flecken Böcklingen (zwischen Güllenborn und Queichthal) das zurückgebliebene Dorf als Lebenslüge. Dorothee Müller war bei einem Designerworkshop im südfranzösischen Boisbuchet. Rolf-Bernhard Essig nimmt anerkennend zur Kenntnis, dass sich das Erlanger Poetenfest "um das Historische und das Internationale erweitert" hat.

Besprochen werden Bücher, darunter Thorsten Beckers Roman "Sieger nach Punkten" und Heinz-Dieter Krauschs Geschichte der Zierpflanzen "Kaiserkron und Päonien rot" (mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).

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Welt, 31.08.2004

Auf den Kulturseiten berichtet der griechische Architekturkritiker Dimitris Rigopoulos über die Veränderungen von Athen durch die Olympischen Spiele: "Wir können es selbst kaum glauben. Vergessen sind alle entwertenden Adjektive; plötzlich ist Athen 'schön', 'strahlend', 'magisch'. Das mediterrane Temperament allein reicht nicht aus, um diesen Stimmungswechsel der Athener gegenüber ihrer eigenen Stadt zu erklären. Es sind tatsächlich sichtbare Erfolge. Im letzten Monat erlebte die griechische Hauptstadt eine geradezu fieberhafte Flut von Übergaben beeindruckender Infrastruktur-Projekte: Fertigstellung der großen Tangente, einer Schnellstraße von 72 Kilometern; Erweiterung der Metro zu den westlichen, südlichen und östlichen Athener Vororten; Verbindung des neuen Flughafens mit dem Zentrum, jetzt braucht man nur noch 35 Minuten; Rückkehr der Tram, zwei Linien verbinden das Stadtzentrum mit dem Küstenbereich. Für eine Stadt, die bis Januar 2000 nur eine überalterte Metrolinie und einen der unangenehmsten Flughäfen der nördlichen Hemisphäre besaß, scheinen diese Errungenschaften jegliche Übertreibung zu legitimieren."

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FAZ, 31.08.2004

Richard Rorty ist empört über den Plan, an der Hamburger Universität die Stellen für Geisteswissenschaften zu halbieren. Er erinnert die deutschen Politiker daran, dass die Qualität von Harvard, Yale und Princeton darauf zurückzuführen ist, dass einst amerikanische Forscher und Gelehrte "aus Orten wie Heidelberg, Tübingen und Berlin mit dem Anspruch zurückkamen, in Amerika Universitäten nach Art derjenigen zu gründen, die sie in Deutschland gesehen hatten." Vielleicht wäre es jetzt an der Zeit, dass die Deutschen von den Amerikanern lernen: "Keine bedeutende amerikanische Universität würde auch nur eine Sekunde lang den Vorschlag ernst nehmen, den Umfang ihrer Geisteswissenschaften zu halbieren. Ein solcher Vorschlag eines Ministeriums würde nur als arroganter Versuch gewertet, das kulturelle Klima des Landes zu verändern. Die Mitglieder einer Regierung, die mit einer staatlichen Universität so etwas versuchen würden, dürften sicher sein, sofort als Witzfiguren verspottet zu werden. Alle anderen Universitäten würden ihrer Schwesterinstitution beispringen. Ich bin sicher, das gilt auch für Deutschland, und Gelehrte in der ganzen Bundesrepublik werden öffentlich ihre Bestürzung darüber ausdrücken, was in Hamburg geplant ist."

Im Juli behauptete eine junge Frau, in der Pariser Metro Opfer eines antisemitischen Anschlags geworden zu sein. Später stellte sich heraus, dass alles erfunden war. Warum nur ist es heutzutage so attraktiv, sich zum Opfer zu stilisieren? Die schönsten Thesen dazu haben natürlich die Franzosen. Guillaume Paoli stellt einige davon vor: So sieht der Philosoph Frederic Gros "eine 'Demokratie der empfindlichen Subjekte' im Anbrechen, die allesamt in einem Punkt übereinstimmen: Kein Leid wird weiter toleriert. Notwendigerweise wird die Nullrisiko-Ideologie von einer institutionellen Veropferung (victimisation) begleitet." Zugleich werde der Ruf nach Bestrafung immer lauter. "Je mehr Opfer es gibt, desto mehr Täter gibt es, die verfolgt werden müssen. 'Penalneid' nennt der Schriftsteller Philippe Muray den herrschenden Trieb der Epoche, einen unlöschbaren Durst nach Bestrafung."

Weitere Artikel: Jordan Mejias berichtet von bemerkenswert friedfertigen Demonstrationen in New York gegen die Republikaner: "Ein Vater, der sich mit seiner verlegen lächelnden Tochter an die Fifth Avenue gestellt hat, um ein zugegebenermaßen winziges Bush/Cheney-Plakat emporzuhalten, wird in Debatten verstrickt, aber weder ausgebuht noch niedergeschlagen. Die zwei Amerikas, von denen in der Ära Bush gern geredet wird, achten hier noch darauf, dass ihr gemeinsames Fundament unangetastet bleibt." Frank Schirrmacher nennt Ernst Jüngers "Annäherungen. Drogen und Rausch" sein Lieblingsbuch. Jürg Altwegg meldet die Entlassung David Streiffs, Chef des Schweizer Bundesamtes für Kultur wegen Unverträglichkeit mit Innnenminister Pascal Couchepin. Gina Thomas berichtet, dass die britische Presse schon gespannt auf Oliver Hirschbiegels Film "Der Untergang" wartet. Heinrich Wefing lehnt den Kompromissvorschlag der Darmstädter Akademie zur Rechtschreibreform für die FAZ ab. Eleonore Büning sieht die Salzburger Festspiele in Kompromissen veröden. Klaus Ungerer schildert eine Gerichtsverhandlung über Nachbarschaftsstreitigkeiten. Wolfgang Sandner schreibt zum Tod des niederländischen Dirigenten Hans Vonk. Dietmar Dath schreibt zum Tod der Sängerin Laura Branigan.

Auf der Medienseite beschreibt Jürg Altwegg, wie die Entführung zweier französischer Journalisten im Irak die französische Gesellschaft über alle Religionsgrenzen hinweg eint: "Die feigen Feinde der offenen Gesellschaft werden ihr innenpolitisches Ziel nicht erreichen: Das Kopftuch-Gesetz wird nicht abgeschafft. Im Gegenteil: Auch jene, die es besonders hart betrifft und die es energisch bekämpft haben, scheinen seine Nützlichkeit und Notwendigkeit deutlicher zu erkennen als vor der Geiselnahme - wie immer diese auch ausgehen mag." Auf der letzten Seite porträtiert Clementine Kügler den ehemaligen Dieb und Meisterfälscher Erik der Belgier, der Buße tut, indem er der Polizei hilft, gestohlene Gemälde zurückzubekommen. Thomas Groß versucht die Tatsache zu verarbeiten, dass seit dem 11. September so viele Aliens im Kino aufgetaucht sind. Und Martin Kämpchen berichtet über eine indische Debatte um die Todesstrafe.

Besprochen werden eine Ausstellung über den weltreisenden Adelbert von Chamisso im Kreuzberg Museum Berlin (mehr hier), die Ausstellung "Transatlantici" im Meeresmuseum in Genua, eine Ausstellung von Heike Beyer im Kölner Museum Ludwig und der koreanische Film "Oldboy" von Chan-Wook Park.

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Dekorativ-degoutante Dekadenz

20.01.2014. Widersprüchliche Auskunft geben die Zeitungen über Karin Beiers siebenstündiges Atridenfluchspektakel "Die Rasenden" nach Euripides, Sartre, Aischylos und Hofmannsthal. Die NZZ hält den Erkenntnisgewinn für so mittel, die FAZ für null, und für die Welt steht fest: Das Hamburger Schauspielhaus ist zurück. In der Berliner Zeitung befasst sich Anetta Kahane mit der Diskrepanz zwischen dem Äußeren Beate Zschäpes und ihren Taten. Springteufel Morozov ploppt heute in der SZ auf. Mehr lesen

Sie sind schon denkend

18.01.2014. Die ersten Reaktionen auf Barack Obamas Rede sind zwiespältig bis kritisch. The Verge und die Electronic Frontier Foundation vergleichen Obamas Maßnahmen Punkt für Punkt mit Forderungen von Bürgerrechtsgruppen. Wir binden Julian Assanges CNN-Interview ein: Der Wikileaks-Gründer kritisiert vor allem, dass die Geheimgerichte nicht abgeschafft werden. Auch Deutsche Politiker reagieren laut FAZ bis hin zur CDU recht skeptisch auf Obamas Rede. Außerdem: Arno Schmidt in der taz. Und Luc Bondys Pariser Marivaux-Inszenierung mit Isabelle Huppert allüberall. Mehr lesen

Bei der Kante hat man nur eine Chance

17.01.2014. In der Berliner Zeitung erzählt Marina Hoermanseder, warum sie so gerne Korsette aus Leder macht. In der FAZ bangt die Ökonomin Shoshana Zuboff um Barack Obama, der in seiner heutigen NSA-Rede gewaltig versagen könnte. Die NSA bringt sowieso nix, hat die SZ herausgefunden. Man kann Schriftsteller nicht züchten, ruft die Welt der Zeit zu. Die NZZ hält dem lauernd anmutenden Blick eines Papstes namens Innozenz stand. Mehr lesen

Der Heintje-Effekt

16.01.2014. In der taz fordert Steve McQueen, dass sich Briten und Amerikaner in punkto Vergangenheit an die eigene Nasen fassen. Die NZZ fordert ungewöhnliche Lehrer. Im Freitag erinnert Wolfgang Müller die reaktionären Aspekte am Werk Arno Schmidts. Kenan Malik plädiert in seinem Blog gegen das Verbot der Dieudonné-Shows. Die Zeit arbeitet den Fall Beltracchi auf und bringt selbstkritische Anmerkungen zum Literaturbetrieb. Außerdem im Freitag: ein Interview mit Karl Ove Knausgård und Armond Whites Kritik an Steve McQueens Film "12 Years a Slave". Mehr lesen

Es toben Bassläufe wie Harpyien herauf

15.01.2014. In der FAZ antwortet Evgeny Morozov auf Sascha Lobo und rät jenen Staaten, die uns NSA und Co. bescherten, uns von Google und Co. zu befreien. Die New York Times erklärt, wie die NSA Computer infiltriert, die nicht im Netz sind. Verlage jammern zwar rum, aber laut kress.de verdienen sie prächtig: dank überlasteten Redakteuren und unterbezahlten Freien. Die SZ geriet bei Mahler unter Kirill Petrenko in Ekstase. Und wenn Russland und die USA auf Franziska Augstein hören, ist demnächst auch Friede in Syrien. Mehr lesen

Gar kein Platz mehr für Gezicke

14.01.2014. Die NZZ verfolgt mit Entsetzen den Erfolg des Films "Fack ju Göhte". Die SZ traut sich nach Sankt Pauli. Für die FAZ reist Andrzej Stasiuk nach Belzec. In der Welt entpuppt sich Rolando Villazón als Rolando-Villazón-Bewunderer. Die taz fordert mit Thomas Mießgang eine neue Kultur der Unhöflichkeit. Mehr lesen

Seltsam sacht, schwebend fast

13.01.2014. Die NZZ ging nach Halberstadt, John Cage hören. In der taz freut sich Jochen Schimmang über die Wiederentdeckung des Autors Christian Geissler. Die französischen Medien fragen: Wie privat oder wie öffentlich ist François Hollandes Affäre mit einer Schauspielerin? Nicht das Internet ist kaputt, meint Martin Weigert in Netzwertig in einer Replik auf Sascha Lobo in der Sonntags-FAZ, sondern der Mensch in seinem Sicherheitswahn. Die SZ sucht nach glasklaren Tatbeständen, um einst von den Nazis requirierte Kunstwerke zu restitutieren. Mehr lesen

Mit offensiver Offenheit

11.01.2014. Mit Übertreibung ist der Dekadenz der Banker und Broker nicht beizukommen, stellt die taz zu Martin Scorseses Film "The Wolf on Wall Street" fest. Die Welt erinnert an eine Zeit, als die Öffentlich-Rechtlichen ihr Publikum noch überforderten. Die NZZ plädiert dafür, die Werke türkischstämmiger Künstler in Deutschland nicht länger bloß als Zeugnisse von Migration und Hybridität zu begreifen. Die SZ würdigt die Verdienste des chinesischen Kurznachrichtendienstes Weibo. Und die FAZ verneigt sich vor Arno Schmidt. Mehr lesen

Jeder Passant ein Mörder

10.01.2014. Das TLS erzählt, wie französische und tschechische Surrealisten 1935 über Kunst und Revolution diskutierten. Die NZZ bewundert die Blumensamen-Designs von Paul Smith. Ein Untersuchungsausschuss der EU erklärt die Massenüberwachung durch NSA und GCHQ für illegal, berichtet der Guardian. Die Welt bewundert Martha Argerich beim Nägel lackieren. Als E-Book ist "Mein Kampf" ein Besteller, meldet Gawker. Die SZ schleicht mit dem legendären Superverbrecher Fantomas durch Paris. Mehr lesen

Absolute Theatermanie

09.01.2014. Im Tagesspiegel erklärt die schwarze Autorin Zadie Smith, warum alle weißen Figuren in ihrem Roman "London NW" als solche ausgewiesen werden, während die Hautfarbe der anderen Personen nicht benannt wird. Die taz erklärt, warum das digitale Filmerbe zurück auf Zelluloid soll. In der NZZ schreibt die russische Schriftstellerin Elena Chizhova über das traurige Leben der Architekten in Petersburg. In der Zeit feiern Haruki Murakami und Thomas Hitzlsperger ihr Coming Out - der eine von beiden als Superman. Mehr lesen

Zeit für eine Rasur

08.01.2014. In der taz spricht Ilija Trojanow über die Wirkungen des Schriftstelleraufrufs gegen den digitalen Überwachungsstaat und wettert über "Defätisten, die es sich auf dem Hochsitz der pessimistischen Weltanschauung" bequem machen. Die NZZ stellt die Seite Alfredflechtheim.com vor, die von mehreren Museen erstellt wurde. Die Welt bewundert den alten Mann Robert Redford und das Meer. Die FAZ veröffentlicht einen Aufruf für Liu Xia. Und die SZ überlegt, wer sich Dissident nennen darf. Mehr lesen

Solange man es nicht schwul nennt

07.01.2014. In der FAZ beklagt der Philosoph Marco Wehr die fatale Wissenschaftsgläubigkeit der Politik - und der Wissenschaft selbst. In der NZZ erklärt Shlomo Sand, was er meint, wenn er von der "Erfindung des jüdischen Volkes" spricht. Die Welt erkundet die "Macht der Machtlosen". Die SZ möchte die Achse Paris-Berlin-Warschau stärken. Und die taz staunt über den Kurator Kaspar König, der behauptet, in Russland alles zu dürfen. Mehr lesen

Wir dynamisieren das Hamsterrad

06.01.2014. In der NZZ erinnert Bora Cosic an den jugoslawischen Architekten und Freund Bogdan Bogdanovich. Der Guardian bringt einen Auszug aus Claudia Roth Pierponts neuer Philip Roth-Biografie. In der FAZ wendet sich Kunsthistoriker Jeffrey Hamburger entschieden gegen die Ökonomisierung der Wissenschaft. In der Welt legt der Historiker Thomas Weber ein Wort für die deutschen Soldaten des Ersten Weltkriegs ein. Und Necla Kelek fordert, dass die Kinder der Roma und Sinti von der Politik nicht im Stich gelassen werden. Mehr lesen

Wie die Krallen einer Katze auf Glas

04.01.2014. In der Welt verlieren Andrzej Stasiuks Augen die Bodenhaftung. In der FR erzählt Steve McCurry, was die Zeit mit dem Fotografen und dieser mit der Zeit macht. In der NZZ spricht Junot Díaz über das Schreiben und die Zeit. Spiegel Online zitiert eine Studie über das immer religiösere Weltbild der Amerikaner: Ein Drittel nimmt die Bibel wörtlich. Die taz fordert analogen Protest gegen digitale Überwachung. Mehr lesen

Die Melodie der Macht

03.01.2014. Die Washington Post erklärt mithilfe von Snowden-Papieren, wie die NSA das Netz in Besitz nehmen will. Die Welt porträtiert den rechtsextremen und postkolonialen Komiker Dieudonné, dem durch ein mögliches Tourneeverbot in Frankreich unverdiente Aufmerksamkeit zuteil wird. Schriftsteller Alberto Nessi erinnert in der NZZ an Stalins Staatsdichter Maxim Gorki, der einst Ossip Mandelstam einen Pullover, aber keine Hosen genehmigte. David Chipperfield und Okwui Enwezor erklären in der SZ, wie sie das Haus der Kunst in München sanieren wollen. Die FAZ eröfffnet eine Reihe zum Ersten Weltkrieg. Mehr lesen

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