Bücher der Saison
Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.
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Javier Marias: Dein Gesicht morgen

Ewige Werte
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- Die Zeitungen und die Freien
- Neu und Nach: ein Übersetzerstreit
- Anna Politkowskaja
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- 100 wichtige Intellektuelle aus der Provinz
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- Der 8. Mai war keine Befreiung
- Thomas Kling
- Let's Talk European!
- Der biedere Untergang
- Marie-Luise Scherer
- Das Ende der Berliner Seiten
- Gustav Seibt über Götz Aly
- Litchfield, Rechnitz, Thyssen-Bornemisza
- Das Kempowski-Dossier
- Nichts ohne Netz: Zeitungen online
- Grass und die SS: ein Linkdossier
- Die Öffentlich-Rechtlichen und das Netz
- Rupert Murdoch hat so Recht
- Und eine Antwort auf Mathias Döpfner
- Google Fraktur
- Die Galle der Gallier
- Post aus der Walachei
Heute in den Feuilletons
Heute in den Feuilletons
Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
25.08.2004. Die Proteste gegen Hartz IV beschäftigen jetzt auch die Feuilletons. In FR und Welt äußern sich unter anderen Wolfgang Sofsky, Peter Fuchs und Michael Rutschky. Die NZZ plädiert für eine Rechtschreibreform des Englischen. Die taz meldet in Rechtschreibedingen westösterreichische Autonomiebestrebungen. Die FAZ berichtet über die Premiere von Lutz Hachmeisters Film über Goebbels.
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Die Tageszeitung, 25.08.2004
In Österreich verebben die Proteste gegen die Rechtschreibreform schon wieder, berichtet Ralf Leonhard. "Das Manifest einiger LiteratInnen, angeführt von Marlene Streeruwitz, Peter Henisch und Robert Schindel, das eine eigene österreichische Rechtschreibung fordert, stieß indessen nicht nur bei einigen Kollegen, sondern vor allem in Westösterreich auf Unverständnis. So empörte sich ein Leserbriefschreiber aus Rum in Tirol über die postulierten Weihen für Powidl, Marillen und Schlagobers: 'Obers ist nicht österreichisch, sondern rein wienerisch, österreichisch ist Schlag bzw. Schlagrahm.'"
Weitere Artikel: Arno Orzessek berichtet von einer Tagung über Immanuel Kant auf Schloss Elmau, und Anke Leweke hat sich mit dem Schauspieler Richy Müller unterhalten, der die Hauptrolle in Michael Kliers neuem Film "Farland" spielt.
Schließlich Tom.
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Die Welt, 25.08.2004
Heute zweimal Hartz IV. Im Kulturteil will der Soziologe Wolfgang Sofsky nichts beschönigen: "Keiner wagt offen zu sagen, was der Fall ist: dass der deutsche Wohlfahrtsstaat vor dem Ende steht und künftig jeder selbst sehen muss, wo er bleibt." Dabei räumt er den Demonstranten nur wenig Hoffnung ein: "Die Macht der aktuellen Demonstrationen ist begrenzt. Die Protestgänger können nicht streiken und die Arbeit verweigern, denn sie haben keine. Sie können keine Betriebe besetzen, denn die Fabriken sind längst geschlossen. Nur Parteizentralen, Rathäuser oder Arbeitsämter könnten sie demolieren. Der Schaden wäre überschaubar."
Auf den Forumsseiten vergleicht Alexander Wendt die Montagsdemonstrationen von 1989 und heute. "Damals brachten die Menschen ganz im Marxschen Sinne die - realsozialistischen - Verhältnisse zum Tanzen. Ihre Wiedergänger von 2004 sind von dem Wunsch getrieben, ins Rutschen gekommene Lebensbedingungen noch einmal zu betonieren."
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Frankfurter Rundschau, 25.08.2004
Zwei Kommentare zu den Montagsdemonstrationen: Michael Rutschky, sich an die Demos 1968 erinnernd, schwant schon, dass "die messianischen Erwartungen" der Demonstranten nicht erfüllt werden können. Der Systemtheoretiker Peter Fuchs findet die Proteste zukunftslastig, denn "anders als in längst vergangenen Tagen werden die Entscheidungen, die die Aktualität betreffen, nicht mehr bestimmt durch das, was immer schon so entschieden wurde, sondern durch Ausblick auf zukünftig mögliche, aber unbekannte Ereignisse - durch das, was geschehen könnte, nicht durch das, was schon geschehen ist."
Weitere Artikel: Konkurrenz für Salzburg? Das Baltic Sea Festival in Stockholm, das die Dirigenten Esa-Pekka Salonen und Valeriy Gergiev organisieren, hat das Zeug dazu, meint Kirsten Liese. In New York planen zahllose Aktivistengruppen mit Unterstützung aus Kunst, Pop, Film und Design Gegenaktionen zum Parteitag der Republikaner, berichtet Sebastian Moll. Bettina Schuler erklärt in Times Mager, warum sie lieber Bier am Kiosk kauft, statt in einen Club zu gehen.
Besprochen werden eine CD von Mouse on Mars "Radical Connector", Jazz-CDs und Bücher, darunter Teil zwei der Roman-Tetralogie "Die Kinder des Sisyfos" von Erasmus Schöfer und neue Gedichte von Jan Wagner (siehe auch unsere Bücherschau heute ab 14 Uhr).
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Neue Zürcher Zeitung, 25.08.2004
Georges Waser stellt in der Orthografie-Serie der NZZ die englische Rechtschreibung vor, die er für dringend reformbedürftig hält. Sie zählt zu den "unregelmäßigsten" Schreibungen der Welt, die Diskrepanz zwischen Aussprache und Schrift ist sehr hoch. Dennoch findet Waser die Reformvorschläge reichlich schauerlich; so versichert die Simplified Spelling Society auf ihrer Seite: "Uther cuntrys hav updated the spelling of thair languajes; so can we!" ("mor info" hier).
Aldo Keel informiert über den Diebstahl der Munch-Gemälde in Oslo. Unter anderem hat er erfahren, dass die Bilder aus Kostengründen nicht versichert waren: "'Was soll ich mit Geld', stöhnt der Direktor. 'Ich will die Bilder zurückhaben.' Aber auch er kann nicht erklären, weshalb die Alarmglocke nicht schrillte, als die dreisten Diebe Munchs 'Schrei' und 'Madonna', zwei Ikonen der frühen europäischen Moderne, abtransportierten." Joachim Güntner war bei einer Montagsdemo in Magdeburg, die ja "nicht einmal in den für Sozialromantik empfänglichen Feuilletons" Fürsprecher finden. In der Befindlichkeit der Demonstranten entdeckt er "die verheerende psychologische Seite der Aufbauhilfe Ost".
Besprochen werden ansonsten ein Konzert des Lucerne Festival Orchestra unter Leitung von Claudio Abbado sowie Bücher, darunter der Roman "Buch eines einsamen Menschen" von Gao Xingjian und eine Studie über den Reformator Heinrich Bullinger (mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).
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Der Tagesspiegel, 25.08.2004
Volker Hassemer, Peter Raue, Nele Hertling, Jürgen Schitthelm haben eine Antwort auf das Thesenpapier Thomas Flierls formuliert, eine "geduckte Haltung" werfen sie dem Berliner Kultursenator vor: "Augenmaß ist gut. Halbherzigkeit aber verursacht Mutlosigkeit, Kraftlosigkeit, ja Lethargie."
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Süddeutsche Zeitung, 25.08.2004
Thomas Steinfeld resümiert eine Debatte unter amerikanischen Musikkritikern zur Zukunft der Klassik; "The Next Big Thing" wurde zwar nicht gefunden, aber wenigstens herrschte Einigkeit: "Durch die Aufhebung des Zwangs zum ästhetischen Fortschritt, so der Konsens der amerikanischen Kritiker, entstehe eine neue Freiheit." (Hier lässt sich die ganze Diskussion übrigens nachlesen.) Restauration ist nicht Avantgarde, meint Julia Encke zum Thema Nouvelle Chanson" und hält es - trotz und in Bezug auf Benjamin Biolay - mit Charles Aznavour: "Das ewige Gerede vom 'Nouvelle Chanson Francaise' ist doch Quatsch." Fritz Göttler hat sich Bernd Eichinger schon mal auf den "Untergang" einstimmen lassen. Johannes Willms erinnert an die Befreiung von Paris vor sechzig Jahren. Henning Klüver meldet, dass die italienischen Museen vor drastischen Kürzungen stehen.
Besprochen werden Jacques Rivettes neuer Film "Geschichte von Marie und Julien" (mit einem erdenschweren Jerzy Radziwilowicz, wie ihn das französische Kino selten gesehen hat), das neue Album von Mouse on Mars, eine Ausstellung der Schweizer Künstler Peter Fischli und David Weiss in der Hannoverschen Kestnergesellschaft, und Bücher, darunter Karl Otto Hondrichs "Liebe in den Zeiten der Weltgesellschaft", Eric Rohmers früher Roman "Elisabeth" (Leseprobe) und Zsuzsanna Gahses "durch und durch. Mühlheim/Thur in drei Kapiteln" (mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).
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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.08.2004
Lutz Hachmeister (mehr hier) hat einen Film über Goebbels gedreht, der ausschließlich mit Dokumentaraufnahmen und mit Zitaten aus Goebbels' Tagebüchern auskommt. Nils Minkmar gehörte zu den geladenen Gästen der Premiere des "Goebbels-Experiments", die aus atmosphärischen Gründen in Goebbels' damaliger Villa am Bogensee bei Berlin abgehalten wurde: "Noch vor wenigen Jahren wäre es undenkbar gewesen, einen Film ausschließlich mit Goebbels-Zitaten zu produzieren und ohne die berühmten Bilder von den Leichenbergen von Bergen-Belsen und von der Befreiung von Auschwitz zu zeigen. Heute sind diese Bilder tief im Bewusstsein des Publikums verankert, und der Film kann sich das zunutze machen. Man sieht, wie Goebbels im Februar 1933 im Sportpalast steht, die Arme in die Seite gestemmt, und mit dem Finger wackelt und lächelt und sagt: 'Einmal wird unsere Geduld zu Ende sein, und dann wird den Juden das freche Lügenmaul gestopft werden.' Den Horror, mit dem man dieses Lächeln sieht, kann kaum ein anderes Bild erzeugen."
Weitere Artikel: In der Leitglosse berichtet Paul Ingendaay über spanische Debatten um ein Foto aus der Vogue, das die amtierenden Ministerinnen der Regierung in Kleidern heimischer Designer zeigt. Jürg Altwegg meldet, dass der ehemalige Terrorist und Mörder Cesare Battisti vor einer möglichen Auslieferung durch die französischen Behörden, die ihn nach einem Ukas Francois Mitterrands bis vor kurzem noch schützten, untergetaucht ist. Jörg Albrecht berichtet von einem hoffnungsvollen ersten Treffen des neuen europäischen Wissenschaftsverbands Euroscience in Stockholm - das Euroscience Open Forum möchte einmal so einflussreich werden wie die Versammlungen der American Association for the Advancement of Sciences. Heinz Berggruen erklärt Erich Kästners ersten Gedichtband "Herz auf Taille" zu seinem Lieblingsbuch. Robert von Lucius berichtet von der Eröffnung des neuen, von Henning Larsen entworfenen Opernhauses von Kopenhagen. Dirk Schümer stellt ein virtuelles italienisches Museum der Badekultur vor. Der Soziologe Dieter Haselbach beginnt ein ganzseitiges Resümee der Kopftuchdebatte mit einer erstaunlichen Einsicht: "In der Kopftuchdebatte gibt es zwei Lager."
Auf der Medienseite berichtet Christian Deutschmann über die geplante Programmreform beim Deutschlandradio Kultur. Bernd Steinle stellt die Zeitschrift AlaskaMen vor, in der sich einsame Raubeine dem weiblichen Geschlecht empfehlen. Empfohlen wird die Dokumentation "Anna Lindh und ihr Mörder" über den Mord an der schwedischen Ministerin, die heute Abend auf Arte läuft.
Auf der letzten Seite berichtet Andreas Platthaus über Konzerte des Gewandhausorchesters im Kulturprogramm der Olympischen Spiele. Patrick Bahners resümiert die amerikanische Rechtsprechung über das Problem widerrechtlich mitgeschnittener und dann veröffentlichter Telefongespräche. Und Dirk Schümer besucht eine Renzo-Piano-Retrospektive in Genua.
Besprechungen gelten Jacques Rivettes neuem Film "Geschichte von Marie und Julien" und einer Ausstellung des Fotografen Heinrich Riebesehls in Hannover.
Archiv: Heute in den Feuilletons
Muss ich etwas zu sagen haben?
20.03.2010. Die Welt trifft den Dichter Bei Dao in Hongkong, dessen Bücher in China immerhin wieder erscheinen dürfen. In der FAZ erklärt Jürgen Kuri, dass nur Soziale Netzwerke Googles amoralischen Algorithmen etwas entgegensetzen können. In der SZ bekommen Mädchen und Damen wieder Zustände. In der taz hört Klaus Theweleit Jimi Hendrix. Mehr lesen
Zurück in die Münzfernsprecher-Epoche
19.03.2010. In der FR erkennt Verena Auffermann in der Diskussion um Helene Hegemann die Angst vor der digitalen Zukunft. In der Welt bestätigt dies eine Studie und nennt auch eine Zahl: über 70 Prozent der Deutschen sind nie in der digitalen Gesellschaft angekommen. In der taz ist Liao Yiwu froh, dass seine Bücher illegal kopiert werden, sonst könnte sie niemand lesen. Die SZ porträtiert den künftigen tschetschenischen Nobelpreisträger Kanta Ibragimow, der seinen jüngsten Roman nur dank eines geschmuggelten USB-Sticks veröffentlichen konnte. In der FAZ rauft sich Constanze Kurz die Haare: Sendezeiten im Internet? Wo leben unsere Landespolitiker? Mehr lesen
Arrondierte Männergruppen
18.03.2010. Die FR spekuliert über die Frage,ob Günter Grass von westlichen Geheimdiensten ausspioniert wurde. Im Welt-Interview mit Julia Kristeva stellt sich heraus, das es der Poststrukturalismus mit dem Tod des Subjekts gar nicht so gemeint hat. In der Presse erklärt Andre Müller, warum es für sein Metier von Vorteil ist, ohne Vater aufgewachsen zu sein. In der FAZ warnt der Internetskeptiker Evgeny Morozov vor Twitter und Co. Der Zeit ist eins klar: Wenn Männer Männer missbrauchen, sind auf jeden Fall schon mal Männer schuld. Mehr lesen
Dinge zusammenzuleimen ist sehr einfach
17.03.2010. Die "Leipziger Erklärung" entfacht die Hegemann-Debatte neu. Die Welt erklärt, warum Christa Wolf Literatur ist, obwohl sie Sätze von Faulkner ohne Dank und Tüttel übernommen hat. Die SZ erklärt, warum Peter Esterhazy Literatur ist, obwohl er ganze Kapitel anderer Autoren abschrieb. In der SZ erklärt Sibylle Lewitscharoff, warum sie von Mashups nichts hält. In der Welt erklärt Claude Lanzmann, warum die Juden nicht gerettet werden konnten. Auch die Debatten um die Abgründe der Reformpädagogik und des Katholizismus gehen weiter: Hans Küng fordert in der SZ ein Mea Culpa des obersten Vertuschers. Mehr lesen
Archiv: Heute in den Feuilletons
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Archiv: Heute in den Feuilletons
Ein Mann wie Winnetou
16.03.2010. Der Tagesspiegel bringt eine Petition deutscher Großschriftsteller von Grass bis Wolf gegen einen möglichen Leipziger Buchpreis für Helene Hegemann. Gerhard Amendt belehrt in der Welt Josef Haslinger, dass er in seinem Text über pädophile Priester an einem kindlichen Zustand der seelischen Ohnmacht festhalte. Micha Brumlik findet für die taz von Anfang an homoerotische Aspekte in der deutschen Reformpädagogik. In der FAZ kritisiert Necla Kelek die islamischen Verbände in Deutschland. Mehr lesen
Dass er zu einem Eis am Stiel wird, dann splittert
15.03.2010. In der Welt warnt Ibn Warraq vor den Scharia-Gerichten in England. In der SZ schreibt Richard Swartz über Korruption in Kroatien. Die FAZ erinnert an Zeiten, als zum Frommen der Kunst Knaben kastriert wurden. Gawker gefriert bei Ian McEwans Satire auf den Klimawandel und deckt eine von Sean Penn begangene Ungerechtigkeit auf. Und im Tagesspiegel gratuliert Jürgen Neffe dem Perlentaucher zum Zehnten. Mehr lesen
Ich war verstört
13.03.2010. In der Welt erinnert sich Joseph Haslinger an seine Jugend in einem katholischen Internat: "Die Pädophilen waren in dieser Sphäre von klösterlicher Gewalt eine Oase der Zärtlichkeit." In der FAZ begibt sich Bruce Sterling auf den betrügerisch vernetzten Basar der Geschichte. Im Guardian schreibt Timothy Garton Ash über Ryszard Kapuscinski und die Grundregeln des Reporters. In der taz erklärt Kate Pickett, dass Ungleichheit auch Reiche stresst. In der NZZ bannt Beat Furrer mit Bas Hilfe altägyptische Zerfallsphantasien. Und die FR vernimmt beglückt das Lachen eines bebauchten, bärtigen Buddhas. Mehr lesen
Zeitung lebt
12.03.2010. In der NZZ erklärt der Autor Hans Maarten van der Brink, warum die Holländer im Juni Geert Wilders zum Premier wählen könnten. Die FR möchte kein Leichtgewicht mehr sein, sondern ein Trumm werden. Die Welt wünscht Griechenland mehr anglikanische Arbeitsethik. Die taz hat Freude an Joanna Newsoms Organ. Die FAZ verteidigt die Freiheit der Kunst. Mehr lesen
Damals war die Zukunft heute
11.03.2010. Ai Weiwei ist sich in der FR sicher: Durch das Internetzeitalter verändert sich die gesamte Machtstruktur. Die Welt liefert eine Reportage über die Verfertigung einer kritischen Koranausgabe. Im Freitag plädiert Clemens Meyer gegen allzuviele Literaturpreise. Der Guardian weiß, womit sich Marianne Faithfull schminkt. Golem berichtet über eine Resolution des Europaparlaments gegen ACTA. Die taz bringt ein Interview mit dem Kapuscinski-Biografen Artur Domoslawski. Die Zeit erinnert sich mit Wehmut an die Zeit, in der sie modern war. Mehr lesen
Baukomplexe mit heimelig-prätenziösen Namen
10.03.2010. An der Zeitungskrise ist das Internet gar nicht schuld - sie ist nämlich schon viel älter, meint Google in seinem Policy Blog. Auf Telepolis erklärt Hamed Abdel-Samad den Zusammenhang zwischen Rechtspopulismus und Islamkritik: Der erste kommt, wenn die zweite ausbleibt. In taz und NZZ sprechen iranische Autoren über die Repression in ihrem Land. Wir verlinken auf die gerade online gestellte letzte Kollektion von Alexander McQueen. Mehr lesen
Zerrissene Blätter, zerbröselte Siegel
09.03.2010. Christopher Hitchens graust es in Slate vor dem saudischen Anwalt Ahmed Zaki Yamani, der die dänische Zeitung Politiken mit Klagedrohungen dazu brachte, sich für den Abdruck der Mohammed-Karikaturen zu entschuldigen. Darf man einfach die Geschichte verdrehen? Bernard-Henri Levy kritisiert in den neuesten Filmen Tarantinos und Scorseses eine Tendenz zum Revisionismus. Laut BBC betrachten 80 Prozent aller Weltbürger Internetzugang als fundamentales Menschenrecht. Und Oscar-Preisträgerin Kathryn Bigelow erklärt in der Welt, wie Journalismus funktioniert. Mehr lesen
Schwirren und fliegen und sausen
08.03.2010. Ja doch, Christoph Waltz hat den Oscar als bester Nebendarsteller gewonnen. Wir setzen Links zu Videos, Galerien, Listen und Roben. In der NZZ wendet sich der Maskulinologe Gerhard Amendt gegen das Opferbild Frau. Die taz bringt am Frauentag gleich eine ganze Männertaz mit einem Manifest für ein neues Selbstbewusstsein des Mannes. In der FR erklärt der Ökonom Robert Fogel, warum das alte Europa gegenüber China zurückbleibt: Es ruht sich allzu gerne aus. In Carta erklärt ein Burda-Manager, warum er Leistungsschutzrechte will: weil er seine Inhalte kostenlos ins Netz stellt. Mehr lesen
Denken Sie an Klaviersaitendraht
06.03.2010. In der Welt geißelt Margaret Atwood die Schuld der Menschen an den Vögeln - und nennt dabei auch Zahlen. In der FR kommentiert Ulrich Beck das endgültige Ende des Bankgeheimnisses. Die taz warnt vor Acta. In der SZ kritisiert der Verfassungsrechtler Christoph Möllers die Vertuschungstaktik der katholischen Kirche: Für Verbrechen wie sexuellen Missbrauch ist der Staat zuständig. Die FAZ beschreibt den Einfluss von Bloggern auf die Modeindustrie. Mehr lesen
Antipathie gegen Beton und Stahl
05.03.2010. Der Kultur geht's an den Kragen: Die Welt schildert die Folgen des Bevölkerungsschwunds und der Steuerpolitik für Städte wie Dessau. Die taz erwägt das Für und Wider eines Films über Rudi Dutschke, der in der Rudi-Dutschke-Straße Premiere hatte. Die NZZ kritisiert die Bürger von Bukarest, welche die Errungenschaften der klassischen Moderne nicht ausreichend würdigen. Das Buch über Günter Grass' Stasi-Akten sorgt für respektvolles Aufsehen. Mehr lesen
Ein Fingernagel in ihrer Suppe
04.03.2010. In der FR erzählt Liao Yiwu, wie ihn das Gefängnis zum Reportageschriftsteller machte. Golem meldet: Die Telekom löscht 19 Terabyte Vorratsdaten. In der NZZ trägt der Theologe Friedrich Wilhelm Graf zur weiteren Ernüchterung Margot Käßmanns bei. Die Welt warnt: Man kann Joanna Newson nicht einfach den New Weird Americana zuordnen. In der taz kritisiert Ralf Bönt das neue Prestige der Religionen. Mehr lesen



