Bücher der Saison
Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.
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Alma Guillermoprieto: Havanna im Spiegel

Martina Rellin: Klar bin ich eine Ost-Frau!

Ewige Werte
- Post aus der Antarktis
- Fallende Blätter: die Lage des Feuilletons heute
- Domenico Scarlatti
- Olaf Sundermeyer und der Perlentaucher: Richtigstellungen
- Die Perlentaucher-Affäre und das System Schirrmacher
- Der sogenannte neue Übersetzerstreit
- Die Zeitungen und die Freien
- Neu und Nach: ein Übersetzerstreit
- Anna Politkowskaja
- Politkowskaja
- Wikipedia und der Google Juice
- Andre Müller interviewt Arno Breker
- Canfora, Stalin, Le Goff
- 100 wichtige Intellektuelle aus der Provinz
- Adam Michnik
- Seyran Ates: Antwort auf Jutta Limbach
- An die französischen Neinsager
- Der 8. Mai war keine Befreiung
- Thomas Kling
- Let's Talk European!
- Der biedere Untergang
- Marie-Luise Scherer
- Das Ende der Berliner Seiten
- Gustav Seibt über Götz Aly
- Litchfield, Rechnitz, Thyssen-Bornemisza
- Das Kempowski-Dossier
- Nichts ohne Netz: Zeitungen online
- Grass und die SS: ein Linkdossier
- Die Öffentlich-Rechtlichen und das Netz
- Rupert Murdoch hat so Recht
- Und eine Antwort auf Mathias Döpfner
- Google Fraktur
- Die Galle der Gallier
- Post aus der Walachei
Heute in den Feuilletons
Heute in den Feuilletons
Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
25.08.2004. Die Proteste gegen Hartz IV beschäftigen jetzt auch die Feuilletons. In FR und Welt äußern sich unter anderen Wolfgang Sofsky, Peter Fuchs und Michael Rutschky. Die NZZ plädiert für eine Rechtschreibreform des Englischen. Die taz meldet in Rechtschreibedingen westösterreichische Autonomiebestrebungen. Die FAZ berichtet über die Premiere von Lutz Hachmeisters Film über Goebbels.
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Die Tageszeitung, 25.08.2004
In Österreich verebben die Proteste gegen die Rechtschreibreform schon wieder, berichtet Ralf Leonhard. "Das Manifest einiger LiteratInnen, angeführt von Marlene Streeruwitz, Peter Henisch und Robert Schindel, das eine eigene österreichische Rechtschreibung fordert, stieß indessen nicht nur bei einigen Kollegen, sondern vor allem in Westösterreich auf Unverständnis. So empörte sich ein Leserbriefschreiber aus Rum in Tirol über die postulierten Weihen für Powidl, Marillen und Schlagobers: 'Obers ist nicht österreichisch, sondern rein wienerisch, österreichisch ist Schlag bzw. Schlagrahm.'"
Weitere Artikel: Arno Orzessek berichtet von einer Tagung über Immanuel Kant auf Schloss Elmau, und Anke Leweke hat sich mit dem Schauspieler Richy Müller unterhalten, der die Hauptrolle in Michael Kliers neuem Film "Farland" spielt.
Schließlich Tom.
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Die Welt, 25.08.2004
Heute zweimal Hartz IV. Im Kulturteil will der Soziologe Wolfgang Sofsky nichts beschönigen: "Keiner wagt offen zu sagen, was der Fall ist: dass der deutsche Wohlfahrtsstaat vor dem Ende steht und künftig jeder selbst sehen muss, wo er bleibt." Dabei räumt er den Demonstranten nur wenig Hoffnung ein: "Die Macht der aktuellen Demonstrationen ist begrenzt. Die Protestgänger können nicht streiken und die Arbeit verweigern, denn sie haben keine. Sie können keine Betriebe besetzen, denn die Fabriken sind längst geschlossen. Nur Parteizentralen, Rathäuser oder Arbeitsämter könnten sie demolieren. Der Schaden wäre überschaubar."
Auf den Forumsseiten vergleicht Alexander Wendt die Montagsdemonstrationen von 1989 und heute. "Damals brachten die Menschen ganz im Marxschen Sinne die - realsozialistischen - Verhältnisse zum Tanzen. Ihre Wiedergänger von 2004 sind von dem Wunsch getrieben, ins Rutschen gekommene Lebensbedingungen noch einmal zu betonieren."
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Frankfurter Rundschau, 25.08.2004
Zwei Kommentare zu den Montagsdemonstrationen: Michael Rutschky, sich an die Demos 1968 erinnernd, schwant schon, dass "die messianischen Erwartungen" der Demonstranten nicht erfüllt werden können. Der Systemtheoretiker Peter Fuchs findet die Proteste zukunftslastig, denn "anders als in längst vergangenen Tagen werden die Entscheidungen, die die Aktualität betreffen, nicht mehr bestimmt durch das, was immer schon so entschieden wurde, sondern durch Ausblick auf zukünftig mögliche, aber unbekannte Ereignisse - durch das, was geschehen könnte, nicht durch das, was schon geschehen ist."
Weitere Artikel: Konkurrenz für Salzburg? Das Baltic Sea Festival in Stockholm, das die Dirigenten Esa-Pekka Salonen und Valeriy Gergiev organisieren, hat das Zeug dazu, meint Kirsten Liese. In New York planen zahllose Aktivistengruppen mit Unterstützung aus Kunst, Pop, Film und Design Gegenaktionen zum Parteitag der Republikaner, berichtet Sebastian Moll. Bettina Schuler erklärt in Times Mager, warum sie lieber Bier am Kiosk kauft, statt in einen Club zu gehen.
Besprochen werden eine CD von Mouse on Mars "Radical Connector", Jazz-CDs und Bücher, darunter Teil zwei der Roman-Tetralogie "Die Kinder des Sisyfos" von Erasmus Schöfer und neue Gedichte von Jan Wagner (siehe auch unsere Bücherschau heute ab 14 Uhr).
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Neue Zürcher Zeitung, 25.08.2004
Georges Waser stellt in der Orthografie-Serie der NZZ die englische Rechtschreibung vor, die er für dringend reformbedürftig hält. Sie zählt zu den "unregelmäßigsten" Schreibungen der Welt, die Diskrepanz zwischen Aussprache und Schrift ist sehr hoch. Dennoch findet Waser die Reformvorschläge reichlich schauerlich; so versichert die Simplified Spelling Society auf ihrer Seite: "Uther cuntrys hav updated the spelling of thair languajes; so can we!" ("mor info" hier).
Aldo Keel informiert über den Diebstahl der Munch-Gemälde in Oslo. Unter anderem hat er erfahren, dass die Bilder aus Kostengründen nicht versichert waren: "'Was soll ich mit Geld', stöhnt der Direktor. 'Ich will die Bilder zurückhaben.' Aber auch er kann nicht erklären, weshalb die Alarmglocke nicht schrillte, als die dreisten Diebe Munchs 'Schrei' und 'Madonna', zwei Ikonen der frühen europäischen Moderne, abtransportierten." Joachim Güntner war bei einer Montagsdemo in Magdeburg, die ja "nicht einmal in den für Sozialromantik empfänglichen Feuilletons" Fürsprecher finden. In der Befindlichkeit der Demonstranten entdeckt er "die verheerende psychologische Seite der Aufbauhilfe Ost".
Besprochen werden ansonsten ein Konzert des Lucerne Festival Orchestra unter Leitung von Claudio Abbado sowie Bücher, darunter der Roman "Buch eines einsamen Menschen" von Gao Xingjian und eine Studie über den Reformator Heinrich Bullinger (mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).
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Der Tagesspiegel, 25.08.2004
Volker Hassemer, Peter Raue, Nele Hertling, Jürgen Schitthelm haben eine Antwort auf das Thesenpapier Thomas Flierls formuliert, eine "geduckte Haltung" werfen sie dem Berliner Kultursenator vor: "Augenmaß ist gut. Halbherzigkeit aber verursacht Mutlosigkeit, Kraftlosigkeit, ja Lethargie."
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Süddeutsche Zeitung, 25.08.2004
Thomas Steinfeld resümiert eine Debatte unter amerikanischen Musikkritikern zur Zukunft der Klassik; "The Next Big Thing" wurde zwar nicht gefunden, aber wenigstens herrschte Einigkeit: "Durch die Aufhebung des Zwangs zum ästhetischen Fortschritt, so der Konsens der amerikanischen Kritiker, entstehe eine neue Freiheit." (Hier lässt sich die ganze Diskussion übrigens nachlesen.) Restauration ist nicht Avantgarde, meint Julia Encke zum Thema Nouvelle Chanson" und hält es - trotz und in Bezug auf Benjamin Biolay - mit Charles Aznavour: "Das ewige Gerede vom 'Nouvelle Chanson Francaise' ist doch Quatsch." Fritz Göttler hat sich Bernd Eichinger schon mal auf den "Untergang" einstimmen lassen. Johannes Willms erinnert an die Befreiung von Paris vor sechzig Jahren. Henning Klüver meldet, dass die italienischen Museen vor drastischen Kürzungen stehen.
Besprochen werden Jacques Rivettes neuer Film "Geschichte von Marie und Julien" (mit einem erdenschweren Jerzy Radziwilowicz, wie ihn das französische Kino selten gesehen hat), das neue Album von Mouse on Mars, eine Ausstellung der Schweizer Künstler Peter Fischli und David Weiss in der Hannoverschen Kestnergesellschaft, und Bücher, darunter Karl Otto Hondrichs "Liebe in den Zeiten der Weltgesellschaft", Eric Rohmers früher Roman "Elisabeth" (Leseprobe) und Zsuzsanna Gahses "durch und durch. Mühlheim/Thur in drei Kapiteln" (mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).
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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.08.2004
Lutz Hachmeister (mehr hier) hat einen Film über Goebbels gedreht, der ausschließlich mit Dokumentaraufnahmen und mit Zitaten aus Goebbels' Tagebüchern auskommt. Nils Minkmar gehörte zu den geladenen Gästen der Premiere des "Goebbels-Experiments", die aus atmosphärischen Gründen in Goebbels' damaliger Villa am Bogensee bei Berlin abgehalten wurde: "Noch vor wenigen Jahren wäre es undenkbar gewesen, einen Film ausschließlich mit Goebbels-Zitaten zu produzieren und ohne die berühmten Bilder von den Leichenbergen von Bergen-Belsen und von der Befreiung von Auschwitz zu zeigen. Heute sind diese Bilder tief im Bewusstsein des Publikums verankert, und der Film kann sich das zunutze machen. Man sieht, wie Goebbels im Februar 1933 im Sportpalast steht, die Arme in die Seite gestemmt, und mit dem Finger wackelt und lächelt und sagt: 'Einmal wird unsere Geduld zu Ende sein, und dann wird den Juden das freche Lügenmaul gestopft werden.' Den Horror, mit dem man dieses Lächeln sieht, kann kaum ein anderes Bild erzeugen."
Weitere Artikel: In der Leitglosse berichtet Paul Ingendaay über spanische Debatten um ein Foto aus der Vogue, das die amtierenden Ministerinnen der Regierung in Kleidern heimischer Designer zeigt. Jürg Altwegg meldet, dass der ehemalige Terrorist und Mörder Cesare Battisti vor einer möglichen Auslieferung durch die französischen Behörden, die ihn nach einem Ukas Francois Mitterrands bis vor kurzem noch schützten, untergetaucht ist. Jörg Albrecht berichtet von einem hoffnungsvollen ersten Treffen des neuen europäischen Wissenschaftsverbands Euroscience in Stockholm - das Euroscience Open Forum möchte einmal so einflussreich werden wie die Versammlungen der American Association for the Advancement of Sciences. Heinz Berggruen erklärt Erich Kästners ersten Gedichtband "Herz auf Taille" zu seinem Lieblingsbuch. Robert von Lucius berichtet von der Eröffnung des neuen, von Henning Larsen entworfenen Opernhauses von Kopenhagen. Dirk Schümer stellt ein virtuelles italienisches Museum der Badekultur vor. Der Soziologe Dieter Haselbach beginnt ein ganzseitiges Resümee der Kopftuchdebatte mit einer erstaunlichen Einsicht: "In der Kopftuchdebatte gibt es zwei Lager."
Auf der Medienseite berichtet Christian Deutschmann über die geplante Programmreform beim Deutschlandradio Kultur. Bernd Steinle stellt die Zeitschrift AlaskaMen vor, in der sich einsame Raubeine dem weiblichen Geschlecht empfehlen. Empfohlen wird die Dokumentation "Anna Lindh und ihr Mörder" über den Mord an der schwedischen Ministerin, die heute Abend auf Arte läuft.
Auf der letzten Seite berichtet Andreas Platthaus über Konzerte des Gewandhausorchesters im Kulturprogramm der Olympischen Spiele. Patrick Bahners resümiert die amerikanische Rechtsprechung über das Problem widerrechtlich mitgeschnittener und dann veröffentlichter Telefongespräche. Und Dirk Schümer besucht eine Renzo-Piano-Retrospektive in Genua.
Besprechungen gelten Jacques Rivettes neuem Film "Geschichte von Marie und Julien" und einer Ausstellung des Fotografen Heinrich Riebesehls in Hannover.
Archiv: Heute in den Feuilletons
Notschrei eines blutjungen Originalgenies
09.02.2010. Das Wall Street Journal attackiert das "German Cultural Appeasement". Das Chinese Law Prof Blog bringt Liu Xiaobos Rede vor dem Gericht, das ihn zu elf Jahren verurteilte: eine Weigerung zu hassen. Die FR bejubelt das Comeback des Gil Scott-Heron. Die FAZ bringt: Hegemann - Hermeneutik und Kritik. Die NZZ bilanziert die Auswirkungen des Erdbebens auf die Kulturlandschaft Haitis. Und die Welt fragt: Was machen Niall Ferguson und Ayaan Hirsi Ali denn da? Schmusen die? Mehr lesen
Härteste Türpolitik
08.02.2010. Das Blog Gefühlskonserve hat herausgefunden, dass Helene Hegemanns Roman "Axolotl" ein bisschen arg von dem Untergrundroman "Strobo" des Bloggers Airen inspiriert ist. Große Aufregung! Vielleicht lernen die aus dem Internet jetzt auch, was Urheberrecht ist, hofft die FAZ. In der FR beschreibt der italienische Staatsanwalt Roberto Scarpinato, wie Zersetzung des Staats und Aufstieg der Mafia zusammenhängen. Inszenierung des Wochenendes: Koltes' "Quai West" in der Regie von Andrea Breth in Wien. Mehr lesen
Verhängt die Fenster
06.02.2010. In der FAZ sieht Stephen Baker das menschliche Gehirn auf dem Rückzug. Die NZZ fragt, ob Apple das Internet in kleine herstellerabhängige Netze zerschlagen wird. Die Welt trifft die Deutschen in der Kälteregion des Daseins. Die taz erkennt mit Thea von Harbou auf die List der Geschichte. In der FR beklagt Ulrich Beck die McDonaldisierung der Universitäten. Der Tagesspiegel begibt sich auf die Spur des Clans, der Hatun Sürücü ermorden ließ. Und im Perlentaucher unterstützt Herta Müller die Forderung nach dem Friedensnobelpreis für Liu Xiaobo. Mehr lesen
Pneumatische Prozesse
05.02.2010. Die Welt staunt über Pat Metheny, der sich mit großem Tüftleraufwand ein Orchestrion zusammenbauen ließ. In der NZZ denkt Thomas Hettche über das Soldatische, aber auch über den Pergamon-Altar nach. Die FR fordert ein Wahlrecht für Migranten. Die FAZ begleitet Österreich in seinem verzweifelten Ringen um Restsouveränität. Die SZ erklärt, wie man Regeln der Scharia übernimmt, ohne den Rechtsstaat zu verraten. Mehr lesen
Archiv: Heute in den Feuilletons
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Archiv: Heute in den Feuilletons
Wie Einbrecher in der Nacht
04.02.2010. Im Tagesspiegel erklärt der Pädophilie-Experte Klaus Beier, warum die katholische Kirche eine solche Anziehung auf Pädophile hat. Immer schon, wie die SZ vermerkt. Der Freitag bemüht sich um Differenzierung beim Islam: Dschihad heißt sich abmühen. Die taz wäre gegen die Burka, wenn es nicht islamfeindlich wäre, gegen die Burka zu sein. In der Zeit erklärt Werner Herzog, warum er keine andere Wahl hat als Filme zu machen. Die FAZ ermisst den realen Ernst der virtuellen Lage. Mehr lesen
So viel wie ein junges Nashorn
03.02.2010. Wie uralt ist diese Bundesrepublik!, ruft die Welt nach Ansehen einer DVD-Edition mit Kulturfilmen von Bernhard Grzimek. Ebenfalls in der Welt empfiehlt Zafer Sencoak in der aktuellen Islamdebatte einen Blick auf die Türkei. Die FR berichtet vom Fajr Film Festival in Teheran, das von den Juroren boykottiert wird. Auf den Seiten des amerikanischen PEN Clubs schlägt Kwame Anthony Appiah den Autor und Dissidenten Liu Xiaobo für den Friedensnobelpreis vor. Die chinesische Regierung warnt vor dieser Idee. Mehr lesen
Irgendwo in einer fernen Wolke
02.02.2010. Anders als die Kritikophoben gehen die Islamkritiker ein persönliches Risiko ein, meint die NZZ. Nichts ist wohlfeiler als Kritik am Islam, meint dagegen Stefan Weidner im Rheinischen Merkur. Die FR fühlt sich von der Islamdebatte verstört. Spiegel Online berichtet über die geheimen Verhandlungen zum internationalen Copyright-Abkommen ACTA. In der FAZ sieht der New York Times-Redakteur John Markoff den Ipad auch als ein Statement gegen die sozialen Netze. Mehr lesen
Vermutlich wurde er ermordet, vermutlich in Tokio
01.02.2010. Die Washington Post enthüllt, wie viele CDs man verkaufen muss, um auf Platz 1 der amerikanischen Klassikcharts zu landen. Die Beliebigkeit der Literaturkritik ist nicht nur ökonomischem Druck geschuldet, findet die Jungle World. In der NZZ erzählt Angelika Overath von der Verfertigung eines Schulhausromans in Sankt Moritz. Die Zerstörung in Haiti bestürzt mehrere Feuilletons. Die SZ legt nach im Islam-Streit. Die Berliner Zeitung bekennt in der gleichen Sache ihre Ratlosigkeit. Mehr lesen
Circa anderthalb goddamns pro Seite
30.01.2010. In der Welt polemisiert Ulrike Ackermann gegen einen Staat, der uns aus lauter Liebe lauter Freiheiten nimmt. Die NZZ erinnert an den brasilianischen Journalisten Euclides da Cunhas, dessen Buch "Krieg im Sertao" von 1902 die Schrecken des 20. Jahrhunderts ankündigte. In der FAZ verteidigt Sonja Margolina das Recht auf Islamkritik. Die FR bringt einen Essay Salman Rushdies über die siebte Tosünde - die Trägheit. In der SZ staunt Joachim Kaiser über Maurizio Pollini, der alles richtig macht. Außerdem wird in einigen Zeitungen noch J.D. Salinger gewürdigt. Mehr lesen
Und am Ende siegt immer diese Traurigkeit
29.01.2010. Im Hinblick auf den kommenden Tory-Sieg in Großbritannien informiert die NZZ schon mal über die angesagten Gummistiefelmarken zum Abschreiten der Landsitze. In der Berliner Zeitung wünscht sich Berlinale-Chef Dieter Kosslick Slow Filmfood. Für die FAZ ist jetzt ganz klar: Netz ändert Hirn. Carta fragt: Wer zahlt eigentlich Hotel und Jahrgangswein, wenn Vattenfall "Führende Medienmacher" zum Plausch einlädt? Die SZ bringt eine Sonderseite zu Ruhr 2010. Mehr lesen
Ein Fünkchen Leben, ein bisschen Idiotie
28.01.2010. Der Freitag polemisiert gegen den "postkolonialen Feminismus", der einen Abbau von Frauenrechten gutheißt, jedenfalls in anderen Kulturen. Das Ipad ist da: Gizmodo gibt Tipps für den Gebrauch. Im Tagesspiegel sieht die Juristin Sibylle Tönnies das Verbot der Burka in öffentlichen Gebäuden als Maßnahme in der Nachfolge des französischen Revolutionsterrors. Die Zeit geht in Dantes Hölle spielen. Mehr lesen
Nur Frankfurt kam mit keinem Wort vor
27.01.2010. Für die Welt ist Andrzej Stasiuk nach Belzec gefahren, wo es kaum noch Spuren des ehemaligen Todeslagers gibt. Im Guardian erklärt Chefredakteur Alan Rusbridger, warum er eine Paywall ablehnt: Seine Zeitung würde Millionen Leser verlieren. In der New Republic plädiert Lawrence Lessig gegen das Google Book Settlement. Alle waren beim Suhrkamp-Empfang in Prenzlauer Berg. Auch Martin Walser. Bei Spiegel Online erklärt Henryk Broder, dass er seine Karriere als Hassprediger aufgeben und jetzt Taliban werden will. Mehr lesen
Mit einem Martini und einem Orden
26.01.2010. Die FR bringt eine Diskussion über den Afghanistan-Einsatz. Die New York Times staunt über die Diskriminierung arbeitender Mütter in Deutschland. Netzpolitik und das 1 & 1-Blog diskutieren geplante Jugendschutzmaßnahmen, die es den Anbietern auferlegen, ausnahmslos jederzeit sämtliche Inhalte zu kontrollieren. Die Welt staunt über Brecht, der einen Kult für Kälte mit einer Abneigung gegen harte Butter in Einklang brachte. In der SZ spricht Jimmy Wales über die Erzeugung von Objektivität in der Wikipedia - dank der englischen Sprache. Die taz-Feministinnen zupfen weiter am Kopftuch. Stephan Grigat fordert in der Presse eine linke Kritik an der islamischen Menschenzurichtung. Mehr lesen
Menschenfreundliche Wortwundverbände
25.01.2010. In der Berliner Zeitung klagt Wolfgang Benz über den "Hass", der ihm entgegenschlug. Im Tagesspiegel erklärt Henryk Broder, warum er es als Kompliment begreift, wenn ihn deutsche Feuilletonisten als "Hassprediger" bezeichnen. Die SZ berichtet über eine Kontroverse um Yannick Haenels Roman "Jan Karski". Die FAZ bringt einen Lobgesang auf den Jungdramatiker Nis-Momme Stockmann. Und die Welt stellt den Autor Markus Albers vor, der sich künftig selbst verlegt. Mehr lesen
Tempel des digitalen Zeitalters
23.01.2010. Die taz erklärt, warum Feminismus und Islamkritik sich vielleicht doch nicht ausschließen müssen. Die FR fordert nach Lektüre von Seyran Ates neuem Buch mehr Differenzierung bei der Betrachtung des Islam. Die NZZ feiert Conlon Nancarrows hochkomplexe Musik für mechanische Klaviere. In der Welt begrüßen Berliner Suhrkamp-Autoren ihren Verlag im neuen Domizil und geben Überlebenstipps für die Hauptstadt. In der SZ warnt Jaron Lanier vor dem maoistischen Google. In der FAZ erkennt Frank Schirrmacher in Google eine Akademie der Aufklärung. Mehr lesen



