Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 11.02.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

19.02.2003. In der FAZ hofft Stanislaw Lem, dass es außer dem Menschen noch ein paar andere ekelhafte Kreaturen im Universum gibt. Die NZZ erinnert an bessere Zeiten in Bagdad. Die FR findet ein weltpolitisches Strandgut in Bremerhaven. Die taz erklärt den Unterschied zwischen Lenin und Limonow. In der SZ schreibt Ivan Nagel ein Falschwörterbuch des Krieges.

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.02.2003

Ganz schön knurrig war Stanislaw Lem beim Interview mit der FAZ. Die Solaris-Verfilmungen von Tarkowski (viel zu lang) und Soderbergh (hat er nicht gesehen, will er nicht sehen), mag er nicht. Mit "diesem dreckigen Kerl" Saddam Hussein würde er sofort Schluss machen. Die moderne Welt geht ihm auf die Nerven - "Ich sehe nicht fern, meine Herren, außer Nachrichten in deutscher Sprache, denn die lassen mich am ehesten kalt." - und vom Klonen hält er auch nichts. Obwohl "... ich glaube, das Klonen wird kommen, nur eben nicht von Montag auf Mittwoch. Alle Tabus verschwinden irgendwann. Als ich Schüler war, wusste ich nicht einmal, was Pädophilie ist. Heute wirft sich jeder dritte Vati auf seine Tochter oder seinen Jungen. Der Mensch ist eine unangenehme Gattung, sehr peinlich, ja. Da sind wir wieder bei 'Solaris': Die Hoffnung, dass es auch andere Wesen gibt, und zwar nicht nur Humanoide, ist ein kleiner Trost. Ein Trost könnte auch sein, dass es noch ekelhaftere Kreaturen gibt als den Menschen. Es wäre peinlich zu denken, dass wir die einzigen sind, die das Weltall bewohnen und ständig solche schrecklichen Dinge tun. Na ja, jetzt sehen wir mal zu. Ich warte auf den Angriff Amerikas auf den Irak. Ihr Außenminister Fischer ist übrigens dicker geworden."


Der chilenische Schriftsteller Ariel Dorfman erzählt, wie er einmal beinahe ein amerikanisches Kind hätte ertrinken lassen, das ihm mit seinem aufdringlichen Geschrei den Nachmittag verdorben hatte. Dann hat er den "Teufelsbraten" aber doch gerettet und sich mit der Mutter über ein Louis-Armstrong-Konzert unterhalten, das beide besucht hatten. "So einfach war das und ist es heute noch, vom Verächter der Yankees zum Liebhaber der nordamerikanischen Kultur zu werden. Ein Zickzackkurs, ein Hin und Her aus Verachtung und Bewunderung, das Millionen Menschen auf der ganzen Welt seit Jahrzehnten durchmachen. Aber entscheidender für mich und meine gespaltene Existenz war im Kurbad von Jahuel die emotionelle und intellektuelle Grunderfahrung des Versuchs, das amerikanische Volk von der Politik seiner Regierung zu trennen. Seit diesem Zwischenfall habe ich gelernt, andere Wahrheiten zu verstehen: Wie einfach es ist, den Antiamerikanismus zu benutzen, um die Fehler und Versäumnisse der eigenen Gesellschaft nicht kritisieren zu müssen..."

Weitere Artikel: Jürgen Tietz fürchtet, das in den fünfziger Jahre erbaute Institut für Bergbau und Hüttenwesen der Berliner TU könnte abgerissen werden, wenn es erst einmal verkauft worden ist. "Damit würde die städtebauliche Situation am Ernst-Reuter-Platz aus den Fugen geraten." Und Sonja Margolina hat einen Blick in russische Zeitungen geworfen, die sich vom deutsch-französischen Einvernehmen auch einiges für Russland versprechen.

Auf der Medienseite schildert Souad Mekhennet den unerfreulichen Fernsehalltag im Irak. Saddam beim Beten, Saddam "bei einem Wettschwimmen, bei dem er selbstverständlich vorn liegt, beim Bergsteigen mit Tirolerhut, auf einem Schimmel, die rechte Hand schräg nach oben gereckt, eine Pose, die er auf Bildern oft einnimmt." Auf der letzten Seite wirft der emeritierte Philosoph Reinhard Brandt den Befürwortern des Klonens vor, sie legten Kant falsch aus.

Besprochen werden eine Ausstellung über die Belle Epoche in Wien und Budapest im Wiener Palais Harrach, der Film "No Man's Land" von Danis Tanovic, Deborah Colkers "Casa"-Tanz an der Komischen Oper Berlin und eine Ausstellung mit chinesischen Grabungsfunden in Neuseeland.

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Neue Zürcher Zeitung, 19.02.2003

Cristina Erck erinnert daran, dass Bagdad einmal bessere Zeiten gesehen hat: "Die Regierungszeit Haruns (786-809) gilt als Blüteperiode der Dichtung und der Wissenschaften; Mamun (813-833) förderte die Erschließung griechischer Texte. Bagdad war die Quelle, aus der in den folgenden Jahrhunderten Europa sein Wissen bezog. Erst der verheerende Mongolensturm 1258 setzte dem ein grausames Ende. Saddam Hussein scheut sich nicht, den alles vernichtenden Einfall der Reiterhorden mit der anstehenden Kriegsgefahr, Hulagu mit Bush zu vergleichen, während er selbst sich gern als Nebukadnezar stilisiert."


Weitere Artikel: Kerstin Stremmel fragt in einem Hintergrundartikel, was in Zeiten der Streichungen in den Kulturetats aus der Kunststadt Köln wird. Peter Hagmann stellt den von Renzo Piano entworfenen Parco della musica in Rom vor, der dem römischen Sinfonieorcheter seinen lang ersehnten Sitz beschert. Joachim Güntner stellt das von der Stiftung Lesen ersonnene Rekordprojekt des schnellsten Buchs der Weltgeschichte vor, das am 23. April, dem Welttag des Lesens, realisiert werden soll.Besprochen werden Donizettis Oper "La favorite" in Wien, eine CD mit Janaceks "Jenufa" unter Bernhard Haitink, 4 CDs, auf denen österreichische Orgeln vorgestellt werden, Aufnahmen des Praak-Quartetts und einige Bücher, darunter eine Abhandlung über die Geschichte Kölner Straßennamen und Gedichte von Franco Fortini. (Siehe unsere Bücherschau ab 14 Uhr.)

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Frankfurter Rundschau, 19.02.2003

Verena Mayer erzählt die skurrile Geschichte um das reparaturbedürftige irakische Schiff "Al-Zahraa", das wegen des plötzlich in Kraft getretenen Embargos seit geschlagenen zwölf Jahren als "weltpolitisches Strandgut" in Bremerhaven liegt. "Das Schiff knarrt leicht im Wellengang, sonst rührt sich nichts. Wenn man genau schaut, sieht man eine kleine Luke, die von einer Neonröhre erhellt ist - der einzige Hinweis, dass sich etwas tut auf irakischem Territorium. Denn hinein gelangt man nicht so leicht, Journalisten und anderen Neugierigen wird der Zutritt hartnäckig verweigert. Das regt seit einem Jahrzehnt zu gleichen Teilen Fantasie und Misstrauen an, ein verlassenes Schiff ist ja immer ein Topos des Rätselhaften, ein irakisches ganz besonders. Wenn man sich im Hafen nach der Al-Zahraa erkundigt, hört man oft das Wort Geheimdienst. Der irakische Geheimdienst habe ein Auge auf das Schiff, heißt es, und: Die haben bestimmt ihre Gründe, warum sie niemanden auf das Schiff lassen. Von einem Helikopterlandeplatz wird gemunkelt, in einer Zeitung war bereits von Geisterschiff die Rede.


Weitere Artikel: In einer neuen Folge ihrer "Flatiron Letters" erklärt Marcia Pally, wie wichtig die freie Wahl für den "American Way of Life" ist. Gabriele Hoffmann freut sich über das gelungene "Ensemble" der Stuttgarter Kulturmeile, die nun mit der Fertigstellung des "Haus der Geschichte Baden-Württemberg" ihren Abschluss gefunden hat. Martina Meister erzählt ein Hauptstadtmärchen: "Warum das Tempodrom das Luftigste unter den Berliner Luftschlössern ist". In Times mager stellt Jürgen Roth der "keuschen" und slanglosen Gemeinsprache den Totenschein aus. Und aus Großbritannien wird gemeldet, dass es bei Erscheinen des neuen Harry-Potter-Bandes zum Preiskrieg kommen wird.

Auf der Medienseite berichtet Konrad Lischka, dass Wissenschaftler in den amerikanischen Fachzeitschriften nun der Selbstzensur unterliegen und verlinkt auf die gemeinsame Erklärung von 32 Fachjournalen. Schließlich berichtet "rid", dass die Taunusfilm GmbH vor dem Aus steht.

Besprochen wird "Enemy of the Enemy", das neue Album der Asian Dub Foundation.

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Die Tageszeitung, 19.02.2003

Wladimir Kaminer stellt den russischen Schriftsteller Eduard Limonow vor, dem der aus dem russischen Untergrund vergebene und mit einem Rubel dotierte Andrej-Bely-Preis verliehen wurde. Einst war er Dissident. Als Nationalbolschewist mit dem Vorbild Lenin kehrte er 1992 aus dem Exil zurück und hätte gern mal wieder eine kleine Revolution angezettelt: "Lenin schaffte es, in einem Land, das er kaum kannte, zusammen mit Leuten, die ihn kaum verstanden, an die Macht zu kommen - indem er alle Debatten über die politische Zukunft des Landes blockierte, Liberale, Demokraten und Rechte beschimpfte und mit einem Dutzend Soldaten das Telegrafenamt besetzte. Das kann ich auch, dachte sich Limonow 1992. Nur ein Haken war dabei. Lenin hatte zwar nur eine kleine Partei, aber immerhin hatte er eine. Limonow hatte gar nichts." Manchmal kennt die Geschichte auch glückliche Fügungen!


"Amerikas konzentrierte Verachtung" gilt derzeit Frankreich, und nicht Deutschland. Schade eigentlich, meint Michael Streck aus Washington, denn vielleicht hätte sonst die Berlinale, die nicht gerade arm an politischen Stellungnahmen war, etwas mehr Beachtung in der amerikanischen Presse gefunden. Allein die Leser der New York Times hätten mit zwei Tagen Verspätung vom Gewinner des Goldenen Bären erfahren. Natürlich, denn er sei ja kein Amerikaner. "Die einschlägigen Blätter und TV-Stationen interessiert es schlichtweg nicht, wenn ausländische Filme Preise gewinnen und was Hollywood-Stars neben dem Laufsteg in Berlin treiben." Dies, so Streck, sage auch Einiges über die amerikanische Medienlandschaft aus: "Grundsätzlich gilt seit der Machtübernahme der Republikaner im Weißen Haus: Wer in den USA kritische Stimmen lesen will, muss online gehen."

Besprochen wird Lars-Ole Walburgs Inszenierung von Rainald Goetz' "Heiligem Krieg" an den Münchner Kammerspielen. Susanne Messmer stellt in der Kolumne Modernes Lesen einige Bücher vor.

Und schließlich Tom.

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Süddeutsche Zeitung, 19.02.2003

Krieg beginnt mit Lüge und Verfälschung, meint Ivan Nagel und hat ein "Falschwörterbuch" des Krieges zusammengestellt, in dem Wörter wie "Vorbeugung" und "Terrorismus" zu finden sind. Das allerwichtigste Wort jedoch ist natürlich "Krieg": "Der Aufmarsch von 200.000 Soldaten um die Grenzen des Irak heißt nicht 'Kriegsvorbereitung', sondern (seit Monaten dulden wir das): 'Drohkulisse'. Der Zweck ihrer Anwesenheit ist nicht der 'Krieg', sondern der 'Weltfrieden'. Der Irak gefährdet nur die 'Sicherheit', nicht die 'Ölwirtschaft' der USA und ihrer Bürger. Gegen ihn hat man keinen 'Angriff' vor, sondern 'Entwaffnung'. Entrissen werden ihm dabei die (atomaren, biologischen, chemischen) 'Massenvernichtungswaffen' - von der Weltmacht, die sie in den größten Mengen besitzt und Atombombe, Agent Orange, Napalm auch schon verwendet hat." Hoffentlich, so Nagel, werden die Amerikaner zu verhindern wissen, dass George Bush auch noch "Freiheit" und "Demokratie" zu Einträgen im Falschwörterbuch macht.


Weitere Artikel: Thomas Steinfeld kann dem Vergleich zwischen millionenschweren Managern und virtuosen Künstlern nicht ganz folgen. Tim B. Müller berichtet, wie Michael Naumann in einer Rede Abschied von der Bildung nahm. Wolfgang Schieder rät, sich nicht allzu viel von der Freigabe der vatikanischen Akten zu erwarten. In der Kolumne sinniert "Imue" über die Sprinter unter den Literaten. Und "Akis" berichtet, dass die CDU/CSU fürs Erste den Streit um die Bioethik beilegt.

Mittwoch ist Musiktag: Christine Heise hat mit Nick Cave (mehr hier) über Johnny Cash, Disziplin und Melancholie geredet. Karl Lippegaus stellt "Psicotic Music' Hall" vor, das neue Programm des französischen Sängers Pascal Comelade, dessen Markenzeichen japanische Spielzeug-Pianos und anderen Trödelmusikalien sind. Besprochen werden "More Melody", das neue Album der Phenomonological Boys, das Sparks-Album "Lil' Beethoven", Calexicos "Feast of Wire", Susanne Brokeschs elektronische Musik, Eliza Carthys Traditional-Sammlung "Anglicana" und die "Fünfzehn Neuen DAF-Lieder".

Außerdem werden besprochen Martin Scorseses Epos "Gangs of New York", Werner Fritschs "Schwejk?" am Linzer Landestheater, Maurizio Pollinis Münchner Chopin- und Debussy-Konzert und Bücher, darunter Margriet de Moors Roman "Kreutzersonate", Verena Luekens New-York-Reportage und Frantisek Smahels Geschichte der Hussitischen Revolution (siehe auch unsere Bücherschau heute ab 14 Uhr).

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Für Ohrfeigen geboren

11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust. Mehr lesen

Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase

10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen

Wegfall von Arbeit

09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen

Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren

08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Der Graf von Sandwich war in Gefahr

07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen

2000PutIN, 2012PutOUT

06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen

Die ganze Welt inventarisieren

04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen

Hunde und Katzen, Liebe und Tod

03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen

Einschlusslöcher am Gebäudesockel

02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen

So sehr ich Warhol schätze

01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt  antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen

Also, Bürger, auf zur Wacht!

31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen

Weil es dem Franz so gefallen hat

30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen

Das korrekte Verfahren für Anarchisten

28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen

Und die Emotionen suchen blind

27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen.  Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen

Ein irrer Cut

26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen

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