Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

29.11.2001. Die SZ berichtet über Ulrich Becks Vergleich der Tschernobyl-Katastrophe mit dem 11. September. In der FAZ analysiert Walter Laqueur das Versagen der CIA, während ein Sprecher der Firma Advanced Cell Technologies uns aufklärt, was man mit gefrorenen Embryonen noch so alles anstellen kann. In der NZZ (und anderswo) findet man die neue Wehrmachtsausstellung gut gemacht.

Die Zeit, 29.11.2001

Ein Verriss, aber so was von liebevoll! Klaus Harpprecht schreibt im Aufmacher des Zeit-Feuilletons über Heinrich Breloers Dokudrama "Die Manns". "Zehn Hauptdarsteller nennt die Besetzungsliste und achtzehn Nebenrollen, die mehr verlangen als gehobene Statisterie. Sie stehen auch für Persönlichkeiten von Rang und Gewicht" wie Joseph Roth, von dem wir nicht viel mehr erfahren als "den melancholischen Hinweis, dass er im Begriff war, sich zu Tode zu saufen". Und was nicht alles fehlt in diesem 270-minütigen Dreiteiler! Bruderliebe und Bruderhass, das "Generalthema", die Todessehnsucht, das "fatale Laster" der Manns, die Literatur, das "Lebenselixier" der Familie: "verschenkt". Dafür dominiert die Homoerotik. Und doch: aus jeder Zeile liest man, wie glücklich unser Rezensent ist, dass es überhaupt einen Film über die Manns gibt. Er empfiehlt allerdings, sich auf das Epos durch die Lektüre des Begleitbuchs vorzubereiten, für das sich die Autoren "unschätzbares Verdienst" erworben hätten.


Der syrische Dichter Adonis beklagt, dass westliche Intellektuelle den Afghanistan-Krieg befürworten, statt die arabisch-islamische Welt "so zu unterstützen, dass sie aus eigener Kraft der Rückschrittlichkeit, Menschen Verachtung und dem Terrorismus den Krieg erklären". Dass die Moslems aus eigener Kraft etwas tun müssen, dass Bin Laden "nur von innen" besiegt werden kann und muss, zeigt Adonis in seinem Artikel immerhin eindrucksvoll auf: Sie sollen einen "Krieg für Demokratie, Freiheiten, Menschenrechte und für Institutionen, die diese Werte schützen" führen. Wenn die moslemischen Intellektuellen diesen Krieg nur endlich führen würden, kämen die westlichen Intellektuellen schon nach.

Weitere Artikel: Ausstellungsmacherin Ulrike Jureit erklärt im Interview, was die neue von der alten Wehrmachtsausstellung unterscheidet ("es gibt deutlich weniger Fotos"). Petra Kipphoff freut sich über die restaurierte Alte Nationalgalerie in Berlin ("Die Prinzessinnen. Sie sind wieder da."). Christof Siemes analysiert die generalstabsmäßige Planung des Musicals "König der Löwen". Walter Moers hat auf einer ganzen Seite eine Liebeserklärung an Walt Disney gezeichnet. Hanno Rauterberg stellt Bauminister Kurt Boediwgs Report zur Lage der Baukultur in Deutschland vor. Und Claudia Herstatt berichtet über Objekte des Art deco und des Jugendstils, die "begehrt und rar" seien.

Besprochen werden Aoyma Shinjis "großartiger" Film "Eureka", die neue CD "Romantik" der Element of Crime ("Es ist der Altberliner Kneipenblues, den Regeners, tja: rauchzarte Stimme heraufbeschwört. Kreuzberger Nächte und Schöneberger Abstürze revisited", schreibt Thomas Gross, der es wissen muss) und Globalisierungstheater: "Smarthouse" in Stuttgart und "Push Up 1 ? 3" in Berlin.

Im Aufmacher des Literaturteils bespricht Elisabeth von Thadden ein Buch des Wirtschaftshistorikers Ernst Peter Fischer: "Die andere Bildung". Das Zeit-Dossier ist Afghanistan gewidmet.

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Neue Zürcher Zeitung, 29.11.2001

Heribert Seifert hat sich die neue Wehrmachtsaustellung in den Berliner Kunst-Werken angesehen und beschreibt den Unterschied zur alten so: War vorher "der schockierende Foto-Strip das Leitmedium gewesen, so ist es jetzt die 'Sitzvitrine': Man kann sich hier an zahlreiche Tische setzen, in die auf feste Tafeln aufgezogene Dokumente, Darstellungen, Karten und Schaubilder eingelassen sind. Diese Arbeitsplätze sind jeweils von Glaskästen umgeben, die an die Unterbringung Adolf Eichmanns im Jerusalemer Gerichtssaal erinnern." Statt "Inszenierung eines Affektsturms durch suggestive Bilder des Schreckens nun die nüchtern-sachlichen Mittel des historischen Seminars, die an die Grenzen dessen gehen, was eine Ausstellung dem bildhungrigen Besucher zumuten kann." Seifert ist zufrieden.


Weitere Artikel: Genevieve Lüscher stellt Publikationen der Stiftung Bibliotheca Afghanica vor. Und Georg-Friedrich Kühn berichtet über Baupläne der Berliner "Zeitgenössischen Oper". Die Truppe hat ein Modell von dem Architekturbüro Gewers Kühn & Kühn entwerfen lassen, "das den Bertelsmann-Pavillon für die Expo entwarf und auch den soeben begonnenen Bau des Probengebäudes für die Bayerische Staatsoper". 50-75 Millionen Euro soll der Bau etwa kosten und 10 Millionen Euro jährlich der Betrieb, zitiert Kühn den Sprecher der "Zeitgenössischen Oper", Andreas Rocholl.

Besprochen werden Aki Nawaz und Fun'da'mental's neue CD "There Shall Be Love!", Mick Jaggers Solo-Album "Goddess In The Doorway" und Bücher, darunter Mela Hartwigs Roman "Bin ich ein überflüssiger Mensch?"

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Frankfurter Rundschau, 29.11.2001

In der FR verteidigt sich die angefeindete Intendantin des Frankfurter Schauspiels Elisabeth Schweeger: Thema des Spielplanes sei die Krise des Ichs, was in einer Vielfalt von Theater-Sprachen widergespiegelt werden sollte. Vielfalt deswegen, weil es heute keine verbindliche, allgemein gültige Theatersprache mehr gebe. Elisabeth Schweeger macht sich außerdem Gedanken, warum das Theater seinen selbstverständlichen Platz in der Gesellschaft verloren hat. Aber "nicht nur die Kunst steht in der Gefahr, sich im Elfenbeinturm einzusperren, sondern auch die Gesellschaft draußen, die sich mit eingefahrenen Sehgewohnheiten, Erwartungs- oder Konsumhaltungen abschottet und die Neugierde als Prinzip vergessen hat." 


Ulrich Speck  kommentiert die überarbeitete Wehrmachtsausstellung  als Lehrstück über die Grenzen zwischen legitimer und verbrecherischer Kriegsführung.  Und er zieht eine aktuelle Lehre: "Wenn George Bush den Afghanistankrieg mit dem Holocaust begründet, könnte man ihm, mit Verweis auf die Wehrmachtsausstellung, entgegenhalten, dass gerade die Nichteinhaltung der Grenzen zwischen völkerrechtsgemäßer und völkerrechtswidriger Kriegführung in eine mehr als problematische Grauzone führt."

Weitere Artikel: Frank Keil stellt umfangreiche Beobachtungen zu Hamburgs Kultur-Senatorensuche an. Daniela Sannwald schreibt, dass Shinji Aoyamas Film "Eureka" eine magische Kinoreise gegen die Trauer ist. Georg-Friedrich Kühn berichtet wenig begeistert von Adriana Hölszky Oper "Tragödia" im Berliner Hebbel Theater. Von Martina Meister erfahren wir Einzelheiten über die Rekonstruktion von Franz Kafkas sowie deren Rückkehr nach Prag, was die Frage aufwirft, wie etwas rekonstruiertes eigentlich zurückkehren kann. Thorsten Jantschek schreibt über die Stuttgarter Urauufführung von Rene Polleschs "Smarthouse® (1 + 2)" . Christian Thomas hat den Architekten und ehemaligen SPD-Bundestagsabgeordnete Conradi zum Zustand von Architektur und Städtebau in der Bundesrepublik befragt.

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.11.2001

faz


Ronald M. Green von der Klonfirma ACT macht uns im Interview mit Christian Schwägerl mit weiteren Plänen seiner Firma bekannt: "Das Unternehmen will nun die Gewinnung von embryonalen Stammzellen aus Embryonen untersuchen. Dabei geht es um die Frage, ob gefrorene Embryonen verwendet werden sollen. Wir beschäftigen uns auch mit der Praxis am Jones Institute, Embryonen eigens für die Versuche zu schaffen."

Walter Laqueur, Kriegshistoriker vom Center for Strategic Studies and International Studies in Wahsington, analysiert das Versagen der CIA, die bekanntlich kaum Agenten hat, die arabisch sprechen. Aber nach Laqueur haben auch die Journalisten und Wissenschaftler versagt. "In den Vereinigten Staaten zählt die Orientalistik zu den schwächsten Fächern im großen Bereich der 'Regional Studies'. Andere Schwierigkeiten kamen hinzu. Regionalexperten neigen dazu, sich förmlich in ihren Forschungsgegenstand zu verlieben, was sich abträglich auf ihre Kritikfähigkeit auswirkt."

Michael Jeismann zieht folgende Lehre aus der neuen Wehrmachtsausstellung: "Nicht jeder Soldat der Wehrmacht war ein Verbrecher, auch nicht an der Ostfront, aber jeder unterlag einem Krieg, der in seinen Intentionen und Mitteln verbrecherisch war und jeden Soldaten jederzeit zum Verbrecher machen konnte."

Weitere Artikel: Michael Althen, Andreas Kilb und Peter Körte (in der FAZ tummelt sich die Elite der deutschen Filmkritik) interviewen die Filmproduzenten Bernd Eichinger und Nico Hoffmann über den Stand der Dinge im deutschen Kino ? Hofmann verlangt gute Kritiken: "Ohne ein großes Bündnis, durchaus ein kritisches, gelangt man im Moment mit einem deutschen Programm weder im Fernsehen noch im Kino zum Erfolg." Dirk Schümer lässt es in seiner heutigen Venedigkolumne heute um Goethe und Venedig gehen. Norbert Blüm, CDU, schreibt zum Tod von Ria Maternus, Wirtin in Bad Godesberg "noch vor 14 Tagen". Andreas Rossmann resümiert eine Tagung der deutschen Shakespeare-Gesellschaft in Bochum. Freddy Langer schreibt zum Tod des Fotografen Seydou Keita. Timo Jahn bringt uns auf den Stand über den Besitz derer von Fürstenberg, der aus pekuniärem Bedarf in alle Welt verstreut wird. Und auf der letzten Seit schickt Hans-Joachim Neubauer eine Reportage aus Belgrad.

Besprochen werden die Ausstellung "Picasso und die Schweiz" in Bern, der Film "Eureka", und das südafrikanische DNA Dance Theatre auf Europa-Tournee.

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Süddeutsche Zeitung, 29.11.2001

Sonja Zerki berichtet von einem denkwürdigen Auftritt Ulrich Becks, der als als erster Wissenschaftler vor den Abgeordneten der Russischen Staatsduma über die "Weltrisikogesellschaft" nach dem 11. September sprach. Der Globalisierungskritiker Beck habe die New Yorker Anschläge als "Tschernobyl der Globalisierung", bewertet, und dem Neoliberalismus eine Mitschuld am Erfolg der Terroristen angelastet. Das totaleVersagen der mit Fast-Food-Jobs besetzten US-Flugsicherheit habe es bewiesen: "Ein Land kann sich zu Tode neoliberalisieren."


"Nachrichten über Klonen haben anscheinend unweigerlich das Klonen von Nachrichten zur Folge," wettert Max-Planck-Präsident Hubert Markl. Der Pawlow-Reflex biopolitischer Sofortentrüstung sei zuverlässig abrufbar. Dass einige Medien nicht aufhören, ein paar ausländischen Reproduktionsexhibitionisten oder Sektennarren ein ständig neu bereitetes Massenforum zu bieten, sollte deswegen nicht als schaudererregende Nachrichten über das Klonen, bewertet werden. Dann stellt Markl einiges klar, zum Beispiel dass therapeutisches Klonen nach gegenwärtigem Kenntnisstand überhaupt nicht unbedingt therapeutisch, sondern möglicherweise auch umgekehrt wirkt. Und außerdem gehöre das Klonen sowieso verboten. Reymer  Klüver stellt ein wunderliches Archiv vor, nämlich die Sammlung von Dokumenten aus der Protest-Bewegung im Hamburger Institut für Sozialforschung. Klüver zitiert den Leiter der Sammlung, Reinhart Schwarz: Gesammelt werde, was in den gesellschaftspolitischen Debatten und kulturellen Auseinandersetzungen der Bundesrepublik an Protest artikuliert werde, aber flüchtig sei, weil es sonst kaum festgehalten würde: "das, was eher randständig ist". Das Kernstück bilden allerdings die Aktenbestände, bei denen wiederum die Dokumente aus der Zeit der  Studentenbewegung im Zentrum stehen würden: ganze Regale voll mit den Papieren des 'Anwaltskollektivs', fünf Meter 'Kommune 1', 15 Ordner 'Dutschke', fünf Ordner 'Klarsfeld/Ohrfeige', 900 Boxen 'RAF, 1. Generation'. Weitere Artikel: Hans Schifferle berichtet von der Eröffnung des internationale Queer-Filmfestivals. Hubert Filser schreibt schreibt zum Tod des Fotografen Seydou Keïta. Thomas Mauch untersucht die Musik und Clubscene in Berlin, und verteidigt das "Wohnzimmer Berlin" gegen hauptstädtische Großmannsucht. Michael Hagner schreibt schreibt über die Sammlung des Hirnanatomen Franz Joseph Gall in Baden bei Wien. Florian Schneider surft durch Websites und Mailinglists, und wundert sich über Intime Tagebücher als Hype.Wolfgang Jean Stock schreibt über einen deutscher Beitrag zur Baukultur Afghanistans. Andreas Bernhard berichtet, dass sich eine Forschungsgruppe der Freien Universität Berlin, unter der Leitung des Germanisten Rolf-Peter Janz, nun mit der "kulturwissenschaftlichen Analyse von Schwindelerfahrungen" beschäftigt.

Besprochen werden eine Erro-Ausstellung im Kunstmuseum Reykjavik, Peter Chelsoms neuer Film "Weil es dich gibt", ein Konzert von Polt, Biermösl und Tote Hosen im Wiener Burgtheater, eine gefeierte Aufführung von "Tristan und Isolde" im Staatstheater von Melbourne und Bücher, darunter Thomas Etztemüllers Beschreibung des Falls Werner Conze.

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Die Tageszeitung, 29.11.2001

Über Pläne der Berlusconi-Regierung, berühmte italienische Kulturdenkmäler und Museen zu privatisieren, berichtet Frank Helbert. Allerdings prophezeit er keine großen Gewinne. Der Plan sehe die Möglichkeit vor, Geschäftsführung und Personalverwaltung einiger Kulturgüter und daran angeschlossener Dienstleistungsbetriebe für eine Vertragsdauer von mindestens fünf Jahren an private Unternehmen zu verpachten, die sich dann über den Alltagsbetrieb hinaus um ein erweitertes Marketing kümmern würden, wird Kulturminister Urbani zitiert: "Wenn man etwa in der Nähe der Primavera von Botticelli eine Renaissance-Ecke einrichten könnte, in der mit Musik und Kostümen der damaligen Zeit Geschichte verständlich gemacht wird, dann ist  das schon ein Fortschritt." Weitere Artikel: Sabine Leucht berichtet vom Münchner Theaterfestival "Spielart". Besprochen werden Rod Luries Film "Die letzte Festung", die Jens-Sparschuh-Verfilmung "Der Zimmerspringbrunnen" und Shinji Aoyamas "einzigartiger" Film "Eureka".

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Vom Verenden des Verstehens

26.05.2012. Pfingstereignis Feuilleton! In der FAZ überlegt Durs Grünbein, warum Dichtung unerlässlich ist. In der SZ schreibt Günter Grass ein erlässliches Gedicht. In der NZZ beschreibt Botho Strauss den Idioten als freien Geist. In der Welt droht der Künstler Gregor Schneider Documenta-Chefin Carolyn Christov-Bakargiev mit Kunst. Im Tagesspiegel wünscht sich Johannes Schneider etwas mehr Ehrlichkeit in der Urheberrechtsdebatte. In der taz schlägt Ulrich Kühne vor: Nur noch sechs Prozent für die Verwerter. Mehr lesen

Grenzen spielen eine ambivalente Rolle

25.05.2012. Heise Online und die Welt melden: Die Urheberrechtsabgaben für USB-Sticks steigen um bis zu 1850 Prozent. Die FR bewundert in ihrer Cannes-Kolumne Nicole Kidman in der Rolle ihres Lebens. Die FAZ resümiert die spanische Debatte um Mario Vargas-Llosas jüngstes Buch "La civilización del espectáculo". Mehr lesen

Belebung der Leiber

24.05.2012. In der NZZ beschreibt die Schriftstellerin Mansura Eseddin die Situation kurz vor den Wahlen in Ägypten. In der taz erzählt Wes Anderson, was ihn an den 60er Jahren interessiert. In der FAZ erklärt Peer Steinbrück dem Genossen Thilo Sarrazin noch einmal, warum wir den Euro brauchen. In der Zeit erklärt FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher dem Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo: Die Piraten sind keine Modeerscheinung. SZ, Welt und taz feiern den neuen Film von Leos Carax und seinen Hauptdarsteller mit dem hässlichen und wunderschönen, bösen und romantischen Gnomengesicht: Denis Lavant. Mehr lesen

Pragmatische Theorie der Tücke

23.05.2012. Die Welt erzählt, was man in der großen Ausstellung über den jungen Dürer in Nürnberg lernen kann. Und sie spricht sich gegen die Vorschläge der Piratenpartei zum Urheberrecht aus.  In der SZ begrüßt der Historiker Michael Wildt neue Blicke auf die Gewaltzusammenhänge des 20. Jahrhunderts. Und Georg Klein zerschneidet Schnecken. Slate.fr fragt: Wie frauenfeindlich darf ein Festival wie Cannes sein? Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Gelegentlich auch finster und bizarr

22.05.2012. Die Inszenierung von "The Rake's Progress" in Frankfurt ist zwar ein bisschen bieder, findet die FR, aber ansonsten: tolle Oper! Die FAZ stellt erstaunliche Parallelen zwischen den Urheberrechtspositionen der SPD und der Piraten fest. Die SZ versucht mithilfe der Nobeltpreisträgerin Elinor Ostrom Urban Gardening und Filesharing zu verstehen. Alle trauern um Robin Gibb. Und die NZZ meint zur Position der deutschen Sarrazin-Kritiker: "Hilflos strampeln sie mit im System der Vermarktung, das sie verdammen." Mehr lesen

Figur der Jederzeitlichkeit

21.05.2012. Wie können die Europäer eigentlich in ein Land kommen, wo gefoltert wird, um ein Fußballfest zu feiern?, fragt Juri Andruchowytsch in der FR. Aber sie singen ja auch in Baku, notiert die taz. Im sonnigen Cannes hebt sich die Düsternis dänisch-österreichischer Autorenfilme besonders vorteilhaft ab, findet die Welt. Im Perlentaucher plädiert Katharina Hacker für das Teilen von Texten - und gegen "Geistiges Eigentum". Die NZZ lernt in Japan: Wer hundert werden will, muss lernen, lernen, lernen.  Mehr lesen

Auch bei geringsten dynamischen Graden

19.05.2012. In der Welt gratuliert Kontatin Grcic dem Designerkollegen Dieter Rams, der ihn auf den Pfad der Tugend zurückführte. Die taz überlegt, ob die Geschichte von kino.to als Hollywoodfilm nachzuerzählen wäre, und welche Rolle dabei den Verbänden der Filmindustrie zukäme. Die SZ kritisiert in der Urheberdebatte den Autoren-Aufruf und fordert konstruktive Lösungen. Die FAZ bewegt sich mit Grausen durch spanische Investitionsruinen. Alle trauern um Dietrich Fischer-Dieskau. Mehr lesen

Das Theater, es lebt, es lebt

18.05.2012. Die Berliner Volksbühne ist wieder auferstanden, meldet die taz nach dem Berliner Theatertreffen. Die Welt ist beglückt von Wes Andersons Film "Moonrise Kingdom", der das Festival von Cannes eröffnete. Das Blog Movie Morlock hat passend zum Anlass Glamour-Fotos aus den besseren Jahren des Festivals zusammengestellt. In der FAZ macht Frank Rieger vom CCC einen Vorschlag zur Steuerrevolution. In deutschen Blogs wird immer noch recht heftig über den Urheber-Aufruf diskutiert. Gibt es ein Menschenrecht auf "Geistiges Eigentum"? Mehr lesen

Sie rezensieren, loben und verbreiten auch

16.05.2012. Der Urheber-Aufruf sorgt weiter für Debatten - nun melden sich allerdings auch Autoren, die ihn kritisieren. Cora Stephan will in der Welt die Front gegen die Leser aufbrechen. Benjamin Stein fordert in der Jüdischen Allgemeinen die Anpassung des Urheberrechts an das digitale Zeitalter. Alle Zeitungen begrüßen den Büchner-Preis für Felicitas Hoppe. Nur die SZ überlegt, wer ihr lieber gewesen wäre. Mehr lesen

Viel mit der Hand abgeschrieben

15.05.2012. Die taz kritisiert die Bild: Denn die macht keinen soliden Journalismus, wie er zum Beispiel von Elke Heidenreich verkörpert wird. Jörg Lau kritisiert in seinem Zeit-Blog die taz und erinnert sie daran: Auch wer provoziert, ist nicht selbst schuld, wenn er am Ende dafür umgebracht wird. Die FR ist traurig über die Gentrifizierung Hamburgs. Und Sibylle Lewitscharoff plädiert in der FAZ fürs Urheberrecht. Mehr lesen

Von bürgerlichen Medien empfohlen

14.05.2012. Heftig herumgedruckst wird bei der Berichterstattung über den Eklat bei der Verleihung des Henri-Nannen-Preises: Eigentlich missgönnt SZ-Redakteur Hans Leyendecker den Kollegen von der Bild den Preis gar nicht, schreibt die Bild. Und die SZ zitiert lieber eine Stellungnahme des Netzwerks Recherche - als wäre das nicht Leyendeckers Club. Die taz findet trotzdem: Die SZ-Kollegen sind Helden. Die FAZ ist empört über eine Aktion anonymer Hacker, die die Adressen von Unterzeichnern der Aktion "Wir sind die Urheber" veröffentlichen und mit weiteren Aktionen drohen. Mehr lesen

Unbeeindruckt vom Hohn der Kunstwelt

12.05.2012. Die Urheberrechtsdebatte tost und rumpelt weiter: "Ihr seid nicht (mehr) systemrelevant", ruft Udo Vetter den "Wir sind die Urheber"-Urhebern zu. Euer Geschäftsmodell ist von gestern, bedauert die FR. Vor kurzem protestierten Urheber doch noch gegen Verwerter, wundert sich die SZ. Auf Spiegel Online erinnert Volker Kauder daran, dass auch die Freiheit der Kommunikation Schutz verdient. Die NZZ befasst sich mit dem Dackel in der Kunst. Die FAZ bewundert die Erektion eines Möhrenmännleins. Und: die SZ schlägt den Nannen-Preis für die Bild-Zeitung aus. Mehr lesen

Auch das Spiel folgt Regeln

11.05.2012. Im Tagesspiegel fordert der Drehbuchautor Thomas Bohn: Künstler, erfüllt die Bedürfnisse eures Publikums. Carta fürchtet, dem Künstler geht es bald wie der Milchkuh. Die FAZ dankt für die Würdigung der Verwerter. Die taz findet die Vorstellung von Liquid Democracy naiv: Politik brauche Profis. Die SZ begutachtet die weißen Elefanten in Kiew und Warschau. Die NZZ durchforstet das Angebot der Multioptionsgesellschaft. Mehr lesen

Man versucht, die Revolution herauszuhalten

10.05.2012. In der Zeit pochen hundert Urheber auf ihr Recht. Und Peter Sloterdijk bezweifelt, dass André Rieu in der Lage ist, eine Philosophie-Sendung im ZDF zu moderieren. Die Urheberrechtsdebatte reißt auch in weiteren Medien Gräben auf: Im Freitag fordert der Konzertagent Berthold Seliger eine Reform, die eine Verkürzung der Schutzfristen einschließt. Der Urheberrechtsexperte Till Kreutzer fordert im WDR, dass man die Gegebenheiten der Digitalisierung zur Kenntnis nimmt. Und Foreign Policy meldet: die Prediger der Christenverfolgung haben jetzt schon eine Million Follower. Mehr lesen

Wie eine Kühlbox mit Deckel obendrauf

09.05.2012. Der Tagesspiegel ist froh, dass Berlin nur einen Flughafen eröffnen will. Es hätte noch peinlich kommen können. Der Perlentaucher schaut mit Mitleid auf die narzisstische Kränkung, die das Netz dem Liberalismus zufügt. Die taz druckt schon wieder einen Europa-Appell mit Daniel Cohn-Bendit. In der Welt fragt Ralf Fücks von der grünen Böll-Stifung, ob aus den Piraten je was werden kann. Die NZZ wirft einen Blick auf das neu erblühende Kulturleben in Simbabwe. In der FAZ telefoniert Michael Krüger über Skype mit einem griechischen Freund. Mehr lesen

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