Efeu - Die Kulturrundschau
Absurdität der Zeit
Die besten Kritiken vom Tage. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
31.10.2024. Wir sollten in Zukunft mehr Filme drehen, "in denen die Juden nicht als Opfer gezeigt werden, sondern als lebendige Menschen", überlegt der frühere Filmproduzent Günter Rohrbach in der Zeit. In der taz fordert die Dramaturgin Stella Leder angesichts der Ideologisierung im Kulturbetrieb, über die Geschichte des linken Antisemitismus zu reden. Der Standard versucht im Wiener Leopold Museum mit Knoblauch und Tomaten die Dämonen im Werk von Rudolf Wacker zu bannen.
9punkt - Die Debattenrundschau
vom
31.10.2024
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Film

In Cannes wurde Sean Bakers "Anora" mit der Goldenen Palme ausgezeichnet (unser Resümee), nun kommt der Film auch bei uns ins Kino. Der Film ist eine nach New York versetzte Variante von "Pretty Woman", erzählt mit den Mitteln eines filmhistorisch informierten, eher niedrig budgetierten Indiekinos, schreibt Kamil Moll im Perlentaucher. "Ähnlich wie 'Uncut Gems' von Josh und Benny Safdie, ein Film, der seine Verve und Dynamik ebenfalls aus der genauen Kenntnis der Topografie New Yorks zog, ahmt 'Anora' die Intensitätsstrategien des New-Hollywood-Kinos nach, sei es in der Schnittstruktur oder einer Vorliebe für hektische Nahaufnahmen und die ausgestellte Körnung analogen Filmmaterials. ... Als farbenfrohe Liebesschwärmerei, als urbane Nachtodyssee und am Ende geradezu infantil alberne Kriminalgroteske ist 'Anora' ein Film, dessen Impulse in entgegengesetzte Richtungen streben und bisweilen kaum noch zu einem Zentrum zurückzufinden scheinen. Es gilt für ihn möglicherweise dasselbe wie für eine Bahnfahrt durch New York: Das euphorisierende Glück liegt eher darin, eine weite Entfernung hinter sich zu legen, als darin, tatsächlich eine Verbindung zu finden."
SZ-Kritiker Tobias Kniebe hat der Jury von Cannes derweil immer noch nicht verziehen, dass sie diesen Film ausgezeichnet hat: Zwar hat Kniebe für das bisherige Schaffen des Indie-Auteurs Baker nichts als Respekt, doch "dass Sean Baker die Goldene Palme nun genau in dem Moment in die Höhe recken darf, in dem er dieses lustige High-Energy-Nichts in die Kinos bringt, passt irgendwie zur Absurdität der Zeit." Nun "freuen sich natürlich alle, dass die verdammte Altersdifferenz hier mal fehlt, die der feministische Diskurs so erfolgreich in Richtung Schmierigkeit positioniert hat, dass man den angegrauten Richard Gere fast nicht mehr anschauen kann. Womit aber wird er ersetzt? Mit der Figur eines Boygroup-Herzensbrecher-Freiers, so jung und heiß, dass er nie für Sex bezahlen müsste. Was bitte ist das, wenn nicht der Höhepunkt der Verlogenheit? Gegen 'Anora' sieht 'Pretty Woman' plötzlich aus wie ein Werk des beinharten Realismus." Weitere Besprechungen in FR, Freitag und FAZ.
Im großen Zeit-Gespräch sorgt sich der frühere Filmproduzent Günter Rohrbach sehr angesichts des erstarkenden Antisemitismus. Als WDR-Redakteur hatte er seinerzeit gegen den Unwillen anderer ARD-Anstalten und trotz Anschläge rechtsextremer Gruppen auf Sendemasten die US-Serie "Holocaust" nach Deutschland gebracht. Wenn Juden heute wieder Angst auf der Straße haben, dann "muss das gerade auch uns Filmemachern zu denken geben. Wir haben in unseren Filmen aus guten Gründen die Juden immer wieder als Opfer gezeigt. Steckt in dieser ständigen Wiederholung der von uns verübten Verbrechen auch ein Teil des Problems? Hatte Martin Walser in seiner berüchtigten Friedenspreisrede vielleicht doch ein richtiges Gespür? Der israelische Psychoanalytiker Zwi Rix hat das in eine paradoxe Formulierung gekleidet: 'Die Deutschen werden den Juden Auschwitz nie verzeihen.' Was er offensichtlich damit meint, ist, dass die Juden für uns Deutsche eine Bedrohung darstellen, weil ihre bloße Existenz ein Gefühl der Schuld aufruft. Dieses Gefühl mobilisiert Abwehrmechanismen, die sich gegen die Juden richten. Der israelische Historiker Dan Diner geht noch einen Schritt weiter, indem er im Holocaust eine negative Erwähltheit des jüdischen Volkes sieht, die es auf andere Weise zum Hassobjekt der Völker mache. Produzieren wir also fortlaufend die falschen Filme? Sicher nicht. Dennoch sollte man darüber nachdenken, in Zukunft mehr Filme zu drehen, in denen die Juden nicht als Opfer gezeigt werden, sondern als lebendige Menschen, die essen, trinken, lieben, arbeiten, einen Alltag haben."
Weitere Artikel: In der taz resümiert Silvia Hallensleben die Viennale. Patrick Holzapfel empfiehlt in der NZZ die Retrospektive Mia Hansen-Løve in Bern. David Steinitz plaudert für die SZ mit Jan Josef Liefers, der aktuell in Simon Verhoevens (bei uns besprochener) Komödie "Alter weißer Mann" zu sehen ist. Jakob Thaller spricht für den Standard ebenfalls mit Liefers und obendrein noch mit dem Regisseur sowie dem Schauspieler Michael Maertens. Jakob Maurer erinnert in der FR an Tobe Hoopers "Texas Chain Saw Massacre", das vor 50 Jahren in die Kinos kam, in Deutschland lange Zeit verboten war und nun als Klassiker seines Genres vollständig rehabilitiert ist. Andreas Kilb schreibt in der FAZ einen Nachruf auf die Schauspielerin Teri Garr.
Besprochen werden Andres Veiels "Riefenstahl" (FR, mehr dazu bereits hier), die Netflix-Serie "Achtsam morden" (taz) und die Apple-Serie "You Would Do It Too" (FAZ). Außerdem informieren SZ und Filmdienst über die aktuellen Kinostarts der Woche.
Literatur
Sally Rooney und Abdulrazak Gurnah auf der einen Seite (unser Resümee). Herta Müller und Ozzy Osbourne auf der anderen Seite. Aber sie sind nicht die einzigen prominenten Autoren und Künstler, die einen Gegenaufruf zu Rooney und Co. unterzeichnet haben. "Zu den Unterzeichnern des Briefes gehören Lee Child, der Schöpfer von Jack Reacher, der Philosoph Bernard Henri Lévy..., der Schauspieler Jeff Garlin, die Historiker Sir Simon Schama und Simon Sebag Montefiore, der Schriftsteller Howard Jacobson", berichtet der Jewish Chronicle. Der Text des Gegenaufrufs ist angesichts des äußerst aggressiven Rooney-Appells auffällig milde: "Wir glauben, dass Schriftsteller, Autoren und Bücher - zusammen mit den Festivals, die sie präsentieren - Menschen zusammenbringen, Grenzen überwinden, das Bewusstsein erweitern, den Dialog eröffnen und positive Veränderungen bewirken können." In der antiisraelischen britischen Zeitung The Guardian berichtet Nadia Khomami .
"Dass in politisch komplexen Zeiten besonders unterkomplexe Reaktionen ausgerechnet von Schriftstellern und Intellektuellen kommen, ist bekannt, ebenso dass die Bereitschaft von vielen von ihnen, Offene Briefe zu unterzeichnen, oft eher den Zweck der Selbstbestätigung erfüllt als durchdachte politische Einschätzungen und Forderungen zu verbreiten", schreibt Mara Delius in der Welt über den literarischen Boykott israelischer Kulturinstitutionen."Mit keinem einzigen Wort wird der Grund des aktuellen Gaza-Konflikts erwähnt, der 7. Oktober 2023. Angesichts dieser aggressiven Realitätsblindheit stellt sich die Frage, was von den genannten Schriftstellern zu halten ist, nicht als Schriftsteller, sondern als Denker."
Weitere Artikel: Klett-Cotta hat in letzter Zeit einen regelrechten Riecher dafür entwickelt, was auf dem Buchmarkt geht, staunt Paul Jandl in der NZZ. In der FAZ gratuliert Patrick Bahners dem Literaturkritiker Lothar Müller zum 70. Geburtstag.
Besprochen werden unter anderem Emmanuelle Guattaris "New York, Little Poland" (NZZ), Willa Cathers "Der verwunschene Fels" (Zeit Online), Hengameh Yaghoobifarahs "Schwindel" (online nachgereicht von der FAZ), Sandra Bayers Kinderbuch "Schrecklich geheime Geisterbahn-Geheimnisse" (FR), Rainer Moritz' Neuübersetzung von Gaston Leroux' "Das Phantom der Oper" (FAZ), Maria Stepanovas "Der Absprung" (Zeit) und Antje Babendererdes Kinderbuch "Triff mich im tiefen Blau" (SZ). Mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr.
"Dass in politisch komplexen Zeiten besonders unterkomplexe Reaktionen ausgerechnet von Schriftstellern und Intellektuellen kommen, ist bekannt, ebenso dass die Bereitschaft von vielen von ihnen, Offene Briefe zu unterzeichnen, oft eher den Zweck der Selbstbestätigung erfüllt als durchdachte politische Einschätzungen und Forderungen zu verbreiten", schreibt Mara Delius in der Welt über den literarischen Boykott israelischer Kulturinstitutionen."Mit keinem einzigen Wort wird der Grund des aktuellen Gaza-Konflikts erwähnt, der 7. Oktober 2023. Angesichts dieser aggressiven Realitätsblindheit stellt sich die Frage, was von den genannten Schriftstellern zu halten ist, nicht als Schriftsteller, sondern als Denker."
Weitere Artikel: Klett-Cotta hat in letzter Zeit einen regelrechten Riecher dafür entwickelt, was auf dem Buchmarkt geht, staunt Paul Jandl in der NZZ. In der FAZ gratuliert Patrick Bahners dem Literaturkritiker Lothar Müller zum 70. Geburtstag.
Besprochen werden unter anderem Emmanuelle Guattaris "New York, Little Poland" (NZZ), Willa Cathers "Der verwunschene Fels" (Zeit Online), Hengameh Yaghoobifarahs "Schwindel" (online nachgereicht von der FAZ), Sandra Bayers Kinderbuch "Schrecklich geheime Geisterbahn-Geheimnisse" (FR), Rainer Moritz' Neuübersetzung von Gaston Leroux' "Das Phantom der Oper" (FAZ), Maria Stepanovas "Der Absprung" (Zeit) und Antje Babendererdes Kinderbuch "Triff mich im tiefen Blau" (SZ). Mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr.
Bühne
Die Münchner Kammerspiele haben gemeinsam mit dem Institut für Neue Soziale Plastik die Reihe "Schreiben über 'Die Situation'" ins Leben gerufen, in der jüdische und israelische AutorInnen alle zwei Monate literarische oder dramatische Texte über das Geschehen seit dem 7. Oktober in Israel oder der Diaspora lesen. Die taz hat mit den Initiatorinnen, der Intendantin Barbara Mundel und der Dramaturgin Stella Leder über Antisemitismus im Kulturbetrieb gesprochen. Der 7. Oktober habe erst zum Vorschein gebracht, wie tief Antisemitismus im universitären aber auch im kulturellen Bereich verankert ist, sagt Mundel, die ihre Unterschrift zur Initiative GG 5.3 (unser Resümee) inzwischen zurückgezogen hat. BDS habe sie schon damals verurteilt, aber zunächst noch an Dialog geglaubt, erklärt sie. Leder wird konkreter: "Wir haben es mit einer zunehmenden Ideologisierung eines bestimmten Teils der kulturellen Sphäre zu tun. BDS erzielte die ersten Erfolge um 2017 in Deutschland. Schon damals wurde BDS als antisemitisch kritisiert. Die Reaktion von BDS-Anhängern war zu behaupten, damit werde die Meinungsfreiheit eingeschränkt. BDS argumentiert mit einer populistischen Rhetorik, die man bis dahin nur von AfD und Pegida kannte. Was dann geschah, war, dass die Behauptung der Einschränkung der Meinungsfreiheit von Künstlern und Kulturinstitutionen auf den eigenen Bereich übertragen wurde, indem behauptet wurde, die Kunstfreiheit werde eingeschränkt. Leder fordert: "wir müssen über die Geschichte des linken Antisemitismus reden."
Weitere Artikel: Im Van-Magazin porträtiert Volker Hagedorn den Bariton Bo Skovhus. Besprochen werden Tobias Kratzers "Rheingold" an der Bayerischen Staatsoper (Zeit, VAN), Ivan Fischers Inszenierung von Richard Strauss' Oper "Ariadne auf Naxos" beim Vicenza Opera Festival (FAZ) und das neue Stück "Bullshit" von She She Pop im Berliner Hebbel am Ufer (nachtkritik, Tagesspiegel)
Weitere Artikel: Im Van-Magazin porträtiert Volker Hagedorn den Bariton Bo Skovhus. Besprochen werden Tobias Kratzers "Rheingold" an der Bayerischen Staatsoper (Zeit, VAN), Ivan Fischers Inszenierung von Richard Strauss' Oper "Ariadne auf Naxos" beim Vicenza Opera Festival (FAZ) und das neue Stück "Bullshit" von She She Pop im Berliner Hebbel am Ufer (nachtkritik, Tagesspiegel)
Kunst

Nicht mal in Österreich ist der Name von Rudolf Wacker sonderlich bekannt - zu Unrecht, wie Standard-Kritiker Michael Wurmitzer im Wiener Leopold-Museum feststellt, das dem 1939 gestorbenen Voralberger Maler der Neuen Sachlichkeit mit "Magie und Abgründe der Wirklichkeit" eine Ausstellung widmet, die die "bezaubernd schönen" Wimmelbilder ebenso zeigt wie sie in Wackers "politisch abgründiges" Werk blickt: "Davon fasziniert, wie Objekte in der mittelalterlichen Kunst über sich hinausdeuten können, bannen Wacker … viele kleine Gegenstände, die er im echten Leben sammelt und in seinen Bildern zu Arrangements mit symbolischer Aufladung kombiniert: Muscheln, Vasen, Holzvögel, Spielkarten, Heiligenschnitzereien, Volkskunst, Kinderzeichnungen. ... In altmeisterlicher Technik zeitaufwendig gemalt, lassen sie sich mit etwas Bildvokabellernen gut dechiffrieren: Kakteen tauchen immer wieder als Phallussymbol auf, eine Kartonschachtel steht fürs Gefangensein, eine angeschnittene Tomate für Gewalt, Knoblauch dient der Dämonenabwehr und so weiter. In den artifiziellen, analytisch nüchtern gehaltenen Anordnungen drückt sich Wackers Sorge um den Zustand einer Gesellschaft angesichts von Wirtschaftskrise und Faschismus aus."
Weitere Artikel: Die im Jahr 1989 von dem unabhängigen Kurator Andrej Jerofejew in Moskau gegründete Abteilung für zeitgenössische Kunst wird nun der neu gegründeten Abteilung für russische Kunst des späten 20. und frühen 21. Jahrhunderts der Tretjakow-Galerie zugeschlagen, berichtet der ukrainische Kunsthistoriker Konstantin Akinsha in der FAZ: Diese bewacht die 72-jährige Natalja Alexandrowa, eine "Spezialistin für den sozialistischen Realismus, der in Putins Russland zu neuen Ehren kommt". Die Beratende Kommission NS-Raubgut hat der Freien Hansestadt Bremen empfohlen, zwei Gemälde von George Grosz nicht an die Erben zu restituieren, meldet Birgit Rieger im Tagesspiegel: Grosz habe die Bilder "Pompe Funèbre" von 1928 und "Stillleben mit Fisch und Muschel" (auch Stillleben mit Okarina) von 1931 wegen zu hoher Schulden weggegeben, argumentiert die Kommission.
Besprochen werden eine Ausstellung im Kurhaus Kleve des von den Nazis als "entartet" verfemten Bildhauers Ewald Mataré, der mit seinen avantgardistischen Skulpturen für Soldatenfriedhöfe, Kirchenausstattungen und Brunnen in der BRD eine zweite Karriere starten konnte (taz), die Noah-Davis-Ausstellung im Kunsthaus Minsk in Potsdam (Tagesspiegel, mehr hier), die Albert-Oehlen-Ausstellung "Computerbilder" in der Hamburger Kunsthalle (SZ) und eine Marina Abramovic-Retrospektive im Kunsthaus Zürich (NZZ).
Musik
Maxi Broecking hat für die taz mit der südkoreanischen Musikerin Sun-Mi Hong gesprochen, die heute mit ihrem BIDA Orchestra beim Jazzfest Berlin auftritt. Joachim Hentschel porträtiert für die SZ die Influencerin Kayla Shyx, die nun auch Musik macht. Karl Fluch freut sich im Standard auf das Konzert des Rappers Nas in Wien am kommenden Samstag. Besprochen werden das neue Album von The Cure (Freitag, mehr dazu hier) sowie Konzerte von Kim Gordon (TA), Cécile McLorin Salvant (FR) und Robert Plant (TA).
Architektur
In der SZ mäandert Gerhard Matzig um die Frage herum, was er von dem geplanten Mukaab Tower in Riad halten soll. 400 Meter breit, 400 Meter tief und 400 Meter hoch wird der an einen an "krankhafter Fettsucht leidenden Legostein" erinnernde Würfel das größte Bauwerk der Welt, 100.000 neue Wohnungen sollen dort ebenso Platz finden wie Hotel, Shopping-Multiversen und eine ganze Universität. Nachhaltig ist das natürlich nicht, bauen werden überwiegend entrechtete Wanderarbeiter, weiß Matzig, aber irgendwie scheint ihn das Bauwerk auch zu faszinieren. So viel aber ist für ihn sicher: Schuld an solch gigantomanischen Bauprojekten ist - natürlich - der Westen. "Asiaten und Araber gucken sich die Baugeschichte des Westens an, sehen die längsten Brücken und tiefsten Tunnel, die höchsten Häuser und breitesten Straßen - und scheinen ihre Schlüsse daraus zu ziehen. (…) Man könnte den Wahnsinn abtun als nicht ganz zeitgemäßes Phänomen in einem delirierenden, fernen Übermorgenland. Doch der Utopismus dort, der auch die 170 Kilometer lange, alle bekannten Absurditäten hinter sich lassende, vorgebliche Öko-Megacity 'The Line' umfasst (auf 500 Milliarden Dollar taxiert und garantiert vieles, nur nicht umweltfreundlich), folgt letztlich unserer eigenen Spur."
Im Jahr 2005 wurde der norwegische Künstler Lars Ramberg mit seiner Installation "ZWEIFEL" auf dem Dach des damals noch stehenden Gerüsts des Palasts der Republik bekannt, nun schlägt er nicht nur vor, die Installation auf dem Stadtschloss anzubringen, sondern den Schlossplatz gleich in "Platz des Zweifels" umzubenennen, berichtet Nikolaus Bernau, der dieser Idee gegenüber im Tagesspiegel gar nicht so abgeneigt ist: "Tatsächlich ist der Name 'Schlossplatz' eine Erfindung der Nach-Wende-Zeit, als es darum ging, schnell den DDR-Namen 'Marx-Engels-Platz' abzulösen, der entstand, nachdem das Berliner Schloss 1950 gesprengt wurde. Historisch dagegen war dieser Monumentalbau umgeben vom Schlossplatz nach Süden, der Schlossfreiheit nach Westen und nach Norden vom Lustgarten sowie seit 1885 der Kaiser-Wilhelm-Straße, der heutigen Karl-Liebknecht-Straße. Straßenumbenennungen sind, da hat Ramberg völlig Recht, immer auch Bewusstseins-Marker."
Im Jahr 2005 wurde der norwegische Künstler Lars Ramberg mit seiner Installation "ZWEIFEL" auf dem Dach des damals noch stehenden Gerüsts des Palasts der Republik bekannt, nun schlägt er nicht nur vor, die Installation auf dem Stadtschloss anzubringen, sondern den Schlossplatz gleich in "Platz des Zweifels" umzubenennen, berichtet Nikolaus Bernau, der dieser Idee gegenüber im Tagesspiegel gar nicht so abgeneigt ist: "Tatsächlich ist der Name 'Schlossplatz' eine Erfindung der Nach-Wende-Zeit, als es darum ging, schnell den DDR-Namen 'Marx-Engels-Platz' abzulösen, der entstand, nachdem das Berliner Schloss 1950 gesprengt wurde. Historisch dagegen war dieser Monumentalbau umgeben vom Schlossplatz nach Süden, der Schlossfreiheit nach Westen und nach Norden vom Lustgarten sowie seit 1885 der Kaiser-Wilhelm-Straße, der heutigen Karl-Liebknecht-Straße. Straßenumbenennungen sind, da hat Ramberg völlig Recht, immer auch Bewusstseins-Marker."
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