Efeu - Die Kulturrundschau - Archiv

Literatur

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Efeu - Die Kulturrundschau vom 25.03.2017 - Literatur

Die Auszeichnungen der Leipziger Buchmesse (mehr dazu im gestrigen Efeu) spiegeln ein lebhaftes Interesse an der Vergangenheit wieder, doch am "Willen zum politischen Zeitgeschehen" mangelt es den Büchern, stellen Tania Martini und Ulrich Gutmair im taz-Fazit fest. Ausgezeichnet wurde auf der Buchmesse auch der Literaturkritiker Andreas Breitenstein mit dem Alfred-Kerr-Preis. Laudator Norbert Gstrein hebt in der NZZ die "Unerschrockenheit und Haltung" in Breitensteins Texten hervor. In seiner Dankesrede spricht der Preisträger über die Geistesarbeit seiner Tätigkeit und bläst dabei auch in manch kulturpessimistisches Horn: "Wir erleben einen Zerfall der Bildung und der Lesekultur - jenes Humus, auf dem die Passion für Literatur gedeiht. Die Entwertung des einheitlichen Sinns und des symbolischen Raums hat mit dem Dekonstruktivismus begonnen und findet ihre Fortsetzung im Netzuniversum, in dessen unendlichen Räumen originäre Phantasie und fokussierte Aufmerksamkeit verdampfen. Gegen die digitalen Text- und Bilderfluten hat hohe Literatur einen schweren Stand, ist sie doch das Gegenteil von Hysterie und Zerstreuung."

Wie als Verleger damit umgehen, dass rechtspopulistische Positionen immer stärker in den Mainstream drängen? Um diese Frage - und das vom Verlag inzwischen zurückgezogene Buch des alt-right-Mitbegründers Milo Yiannopoulos - kreiste eine Buchmessendebatte, von der Caroline Kraft in der "10 nach 8"-Reihe von ZeitOnline berichtet. Aber was für eine Debatte wollen wir eigentlich, fragt sie: "Während ich mir die Reaktionen der Yiannopoulos-Gegner durchlese, frage ich mich, wie zielführend diese Strategien eigentlich sind. Kann man von Debattenkultur sprechen, wenn Protest vor allem in Form von Boykott und Schweigen ausgedrückt wird? Was wäre gewesen, wenn die Chicago Review of Books die Autoren, die von Yiannopoulos' Diskriminierung betroffen sind, dazu aufgefordert hätte, darüber zu schreiben? Über ihr Jüdisch-Sein, ihr Frau-Sein, ihr Schwarz-Sein? Es wäre zumindest eine Strategie, die Gruppen, um die es geht, in eine Diskussion mit einzubeziehen, und ihre Stimme zu stärken."

Weiteres aus Leipzig: Beim Flanieren über das Buchmessegelände staunt Alex Rühle über die bibliophilen Kostbarkeiten, die der junge Verlag "Das kulturelle Gedächtnis" aus der Versenkung holt (mehr dazu auch im Buchmarkt). Gregor Dotzauer besucht für den Tagesspiegel die Stände des litauischen Gastlandes. Welt-Autorin Hannah Lühmann schlendert mit SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz über die Buchmesse.

Abseits von Leipzig: In Berlins Mitte bildet sich rund um die Zeitschrift Das Wetter ein literarischer Nachwuchs mit ganz eigenen Idiosynkrasien und betriebskritischen Bündnissen, stellt Felix Stephan in der Literarischen Welt staunend fest: "Sogar ein blitzblankes Manifest liegt vor, das das Zeitalter der 'Ultraromantik' ausruft, einer neuen literarischen Evolutionsstufe, die sich aus der Science-Fiction und der Romantik speist. Aus der Science-Fiction stammen in dieser Rechnung die künstlichen Welten und die Naturbeobachtung, aus der Romantik die Sehnsucht. Allerdings richtet sich die Sehnsucht jetzt nicht mehr an der Vergangenheit aus, sondern an der 'Unendlichkeit des Raums und der Unendlichkeit des Fortschritts, der Unendlichkeit des Abenteuers und des Neuen'."

Außerdem: Im großen taz-Interview mit Olga Grjasnowa wird die Schriftstellerin ausführlich dazu befragt, wie es sei, als in Deutschland lebende Frau aus einer aserbaidschanisch-jüdischen Familie mit einem dann ja wohl muslimischen Syrer verheiratet zu sein. Um sympathische Entgegnungen ist die Autorin nicht verlegen: Religiös sind beide nämlich überhaupt nicht und "zwei Agnostiker kommen miteinander sicher besser aus als zwei Missionare unterschiedlicher Religionen". Für die Literarische Welt wagt sich Schriftsteller Durs Grünbein aus dem Berliner Literaturbetrieb ins Affenhaus, wo er den "Versuch einer Kontaktaufnahme mit Außerirdischen" unternimmt. Marie-Sophie Adeoso spricht in der FR mit Hanya Yanagihara über deren Roman "Ein wenig Leben". Christiane Müller-Lobeck erkundigt sich für die taz bei Sarah Glidden über deren Arbeit als Comicjournalistin. Katharina Laszlo berichtet in der FAZ von der ersten Ausgabe des Berliner Versfests, das jungen Lesern Lyrik vermitteln will. Die Literarische Welt bringt Nadja Spiegelmanns "Ich sollte dir das eigentlich alles nicht" erzählen" als Fortsetzungsgeschichte. Tilman Krause denkt in der Literarischen Welt über den Charme vergriffener Bücher nach und stellt den in Vergessenheit geratenen Bestsellerautor Max Eyth vor. Außerdem bringt die Literarische Welt weitere Antworten aus dem Literaturbetrieb auf die vergangenes Wochenende gestellte Frage, was Literaten zu tun hätten, wenn die Realität irrer wirkt als die Fiktion (dazu lakonisch Enzensberger: "Umfragen hasse ich.").

Fernerhin: Allerlei online nachgereichtes zum gestrigen Walser-Jubiläum. Martin Oehlen führt in der FR durch die Jahrzehnte des Schriftstellers. Die Zeit hat ihr großes Geburtstagsgespräch mit Walser online nachgereicht. Gerrit Bartels gratuliert im Tagesspiegel, wo auch der chinesische Germanist Huang Liaoyu von Glück, Ehre und Stolz berichtet, Walsers ins Chinesische übertragen zu dürfen. In der FR beschreibt Christian Thomas die "deutschen Sorgen" des Jubilars. Und Alexander Kluges dctp.tv hat ein Gespräch mit Walser online gestellt.

Besprochen werden Simone Meiers "Fleisch" (taz), Lukas Bärfuss' "Hagard" (Zeit), Karl Heinz Bohrers Autobiografie "Jetzt - Geschichte meines Abenteuers mit der Phantasie" (SZ), Jochen Schimmangs "Altes Zollhaus, Staatsgrenze West" (Freitag), Jan Schomburgs "Das Licht und die Geräusche" (Literarische Welt) und Zsusza Banks "Schlafen werden wir später" (FAZ).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 24.03.2017 - Literatur

Erstmals in der Geschichte des Leipziger Buchpreises gingen alle Auszeichnungen an Autorinnen, meldet Cornelia Geißler in der Berliner Zeitung - und zwar an Barbara Stollberg-Rilinger (für ihre Studie über Maria Theresia), Eva Lüdi Kong (für ihre Übersetzung des chinesischen Klassikers "Die Reise in den Westen") und in der Kategorie "Belletristik" an Natascha Wodin für "Sie kam aus Mariupol", einer literarischen Aufarbeitung der Geschichte ihrer Mutter, die als Zwangsarbeiterin nach Deutschland kam und sich einige Jahre später das Leben nahm. Die Favoritin wurde sehr zu Recht ausgezeichnet, kommentiert Sandra Kegel auf FAZ.net und würdigt auch die "starken Konkurrenten". Die Zeit hat aus diesem Anlass Helmut Böttigers Besprechung von Wodins Buch online nachgereicht. Recht fad in Auswahl und Ablauf fand allerdings Gerrit Bartels vom Tagesspiegel die Preisvergabe, von der es hier eine Aufzeichnung gibt. Mit der Preisträgerin hat sich Susanne Burkhardt vom Deutschlandradio Kultur unterhalten.

Außerdem wurde Mathias Énard für seinen Roman "Kompass" mit dem Leipziger Buchpreis für Europäische Verständigung ausgezeichnet. Bewegt zeigen sich die Kritiker insbesondere von Leyla Dakhlis Laudatio auf den Preisträger: Ihr ist eine "äußerst sprachmusikalischer Lobrede" geglückt, in der sie über die gemeinsame Zeit mit dem Autor im Mittleren und Nahen Osten in den Neunzigerjahren sprach, berichtet Richard Kämmerlings in der Welt. Aus diesen Erfahrungen habe der Autor Antrieb und Stoff für seinen Roman geschöpft.

In seiner folgenden Dankesrede plädierte Énard - zum Erstaunen der Kommentatoren in flüssigem Deutsch - für eine "Erotik des Wissens", die den "Kulturkämpfern" auf allen Seiten das Handwerk legen solle, erklärt Andreas Fanizadeh in der taz. Das von dem Preisträger skizzierte "System des autonomen, kosmopolitischen Schriftstellers" hält Fanizadeh zwar für schlüssig, wenngleich er insbesondere bei der Rolle des Auslands in der syrischen Tragödie der letzten Jahre nicht voll mitgeht: "Was meint der 45-jährige Schriftsteller damit wirklich, der in Leipzig diese rhetorische Frage gleich hinterher schob: 'Können wir nicht anders für Sicherheit sorgen als durch Vorherrschaft und Imperialismus?' Für den Arabischen Frühling war der europäische 'Imperialismus' wohl mit Sicherheit das geringste Problem."

Lothar Müller berichtet in der SZ unterdessen von den zahlreichen politischen Signalen, mit denen diese Buchmesse begann. Énards Rede fasst er zusammen als "Appell an die westlichen Gesellschaften, ihre nicht-europäischen, orientalischen Wurzeln nicht zu vergessen, eine Erinnerung an Europa, die libanesische Prinzessin, 'die an einem Strand bei Sidon von einem Gott des Nordens entführt wurde', sie war 'eine illegale Einwanderin, eine Ausländerin, eine Kriegsbeute'." Deutschlandradio Kultur hat sich mit dem Preisträger auf dem Blauen Sofa unterhalten. In einem dazu gestellten Feature stellt der Sender Ènard vor. Gerrit Bartels berichtet im Tagesspiegel unterdessen von der Liveschalte per Skype zur türkischen Schriftstellerin Aslı Erdoğan, die ihr Land derzeit nicht verlassen darf (hier die Aufnahme beim ZDF).

Von Leipzig zum Bodensee: Zum heutigen 90. Geburtstag Martin Walsers würdigt Jörg Magenau den Jubilar in der taz als "Differenzierungskünstler der Innenwelten." Andreas Platthaus berichtet in der FAZ aus Stuttgart, wo Walser die von Heribert Tenscher besorgte bibliophile Gesamtausgabe seines Werks präsentiert wurde (hier dazu ein Interview mit dem Herausgeber). Michael Maar, der bekennt, Walser lange links liegen gelassen zu haben, berichtet in der FAZ zudem ausführlich von seiner versöhnlich stimmenden Lektüre von Walsers 1978 erschienenen Novelle "Ein fliehendes Pferd". Beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk gibt es zudem aktuell zahlreiche Features, Interviews und Sendungen zu Walsers Geburtstag - hier dazu der Überblick.

Weiteres: In der SZ gratuliert Volker Breidecker dem Schriftsteller Elazar Benyoëtz zum 80. Geburtstag.

Besprochen werden der zweite Band von Karl Heinz Bohrers Autobiografie (Freitag), Takis Würgers "Der Club" (NZZ), Jochen Schmidts "Zuckersand" (SZ), Olga Grjasnowas "Gott ist nicht schüchtern" (Freitag), Steffen Popps Gedichtband "118" (Zeit) und die neue Einheitsübersetzung der Bibel (NZZ).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 23.03.2017 - Literatur

Heute beginnt die Leipziger Buchmesse. Für Gerrit Bartels vom Tagesspiegel ein Anlass, auf die Rolle der Literatur im postfaktischen Zeitalter zu sprechen zu kommen. Wenn Politik und Nachrichten ringsum fabulieren, sehe sich die Literatur besonders unter Druck, ihre Kompetezen zu konturieren oder der Beliebigkeit der "alternative facts" sogar etwas entgegenzusetzen. Mit Journalismus solle sie aber lieber nicht konkurrieren und auch nicht inhaltlich übermäßig politisch werden, so Bartels weiter. Ihre noble Aufgabe bestehe vielmehr darin "sich eine ihr gemäße Wirklichkeit" zu schaffen. "Daran kann dann die reale Gegenwart ihre Sinne schärfen, zu Erkenntnissen gelangen. Insofern ist in der Regel die Literatur die wertvollere, zielführendere, komplexere, die sich Zeit nimmt - und nicht jene, die sich ad hoc an der Realität abarbeitet, die womöglich schneller als die Gegenwart sein will, die gewissermaßen 'gerade eben jetzt' mit dem Roman zur Trump-Ära aufwartet."

Mehr zur Buchmesse: Für die FAZ führt Reinhard Veser durch die litauische Literatur, der die Leipziger Buchmesse in ihrem Jahr ihren Schwerpunkt widmet. Im Tagesspiegel befasst sich Gregor Dotzauer außerdem mit dem Trend zum Tausendseiter. Weitere Hinweise zur Leipziger Buchmesse, insbesondere zur Auszeichnung Mathias Énards mit dem Buchpreis zur Europäischen Verständigung, in der gestrigen Ausgabe unserer Kulturrundschau.

Außerdem wird Martin Walser (morgen) 90: Walser-Festspielwochen in den Feuilletons (siehe dazu auch unseren Efeu vom 18.03.). Im Interview mit der Zeit plaudert der Jubilar über Unseld, Johnson, seine Auschwitzrede, Grass und das Gefühl, nie richtig erwachsen zu werden: "Goethe hat einmal gegenüber Eckermann gesagt, manchen werde eine 'wiederholte Pubertät' geschenkt. Goethe benutzt das Wort 'Pubertät', das ist doch irre! Was er meinte, habe ich allerdings gar nicht immer positiv erlebt, sondern durchaus als Mangel: Ich bin kein erwachsener Mann geworden. Verglichen mit anderen gleich­altrigen, männlichen Wesen, habe ich mich im­mer als zu wenig männlich, zu wenig erwachsen gefühlt."

Für die NZZ hat sich Bernd Noack mit Walser unterhalten, der unter anderem sehr gelassen die derzeitigen Erfolge der AfD kommentiert: "In zehn Jahren weiß kein Mensch mehr, wer oder was die AfD war. Wir hatten einmal die Republikaner, wir hatten auch einmal die Skinheads - und jetzt haben wir die AfD. ... Sie haben keine Basis, und deswegen sind sie wirklich ungefährlich. Niemand wird mit denen eine Koalition eingehen. Die sind armselig, im wahrsten Sinn des Wortes. Unsere Gesellschaft ist nicht gefährdet."

Weiteres: Im Freitext-Blog auf ZeitOnline erinnert sich Frank Schulz an Harry Rowohlt. Andreas Platthaus schreibt in der FAZ zum Tod des Comiczeichners Bernie Wrightson.

Besprochen werden Natascha Wodins für den Leipziger Buchpreis nominierter Roman "Sie kam aus Mariupol" (Welt), der Roman "Das kalte Blut" des Filmemachers Chris Kraus (Welt), Tom Kummers "Nina & Tom" (ZeitOnline) und Antanas Škėmas "Das weiße Leintuch" (SZ). Außerdem liest Andreas Platthaus (FAZ) in Büchern von Kakuzo Okakura und Christoph Peters über Erfahrungen mit Tee.

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Efeu - Die Kulturrundschau vom 22.03.2017 - Literatur


Robert Silvers (Bild: Annie Schlechter/NY Review of Books)

Ein Leben am Schreibtisch, in Büchern und Debatten: Robert Silvers, der Gründer und Herausgeber der New York Review of Books, ist im Alter von 87 Jahren gestorben. Er war "Haupt und Glieder, Kopf und Herz, messerscharfer Verstand und gnadenloser Redigierbleistift der bedeutendsten amerikanischen Zeitschrift", schreibt Willi Winkler in der SZ. Mara Delius würdigt den Verstorbenen in der Welt für dessen "radikalintellektuelle Haltung": "Ein halbes Jahrhundert angloamerikanische Geistestradition und gelebtes Denkerleben verbanden sich durch ihn zu einem intellektuellen Magazin, das mehr als einfach ein Literaturblatt war." NZZ-Kritikerin Andrea Köhler schätzt Silvers' "intellektuelle Kompromisslosigkeit." In seinem Magazin selbst erinnern sich Autoren und Wegbegleiter an ihren Herausgeber. Zahlreiche handverlesene Perlen aus der New York Review finden Sie in unserem Überblick in der Magazinrundschau.

Morgen beginnt die Leipziger Buchmesse, am heutigen Vorabend wird traditionell der Buchpreis zur Europäischen Verständigung verliehen, der an diesem Jahr an Mathias Énard und dessen Roman "Kompass" geht. Zu Recht meinen die Kritiker, denn das Buch sei ein "ein Hohelied auf die Kunst und Kultur der arabischen Welt", wie etwa Joachim Güntner in der NZZ schwärmt, "ein Buch der Romanzen und der Gelehrsamkeit, das mit verführerischer Sprachkraft daran gemahnt, wie sehr doch einst der Orient den Okzident bezaubert und befruchtet hat." Der Roman unternehme "eine Rehabilitation des Orientalismus", schreibt Ulrich Gutmair in der taz und stimmt tatsächlich mit dem Autor überein, dass es an der Zeit, diese lang verfemte Haltung aus dem Bannfluch der Kritik zu holen: Sie lasse sich immerhin auch "als kulturelles Begehren begreifen, die eigene Beschränktheit hinter sich zu lassen. ... die Kritik des Orientalismus krankt an ebenjenem Denken in scharfen Kontrasten, das sie dekonstruieren möchte, sie ist selbst ein dichotomischer Apparat." Über diese und ähnliche Fragen unterhält sich Gregor Dotzauer im Tagesspiegel mit dem Preisträger. (Bild: Mathias Énard, 2013. Foto: The Supermat, CC BY-SA 3.0)

Weiteres: Für den Tagesspiegel porträtiert Andreas Busche Bachmannpreisträgerin Sharon Dodua Otoo, die gerade ihr Debüt veröffentlicht hat. Richard Kämmerlings hat für die Welt Litauen besucht, das Gastland der Leipziger Buchmesse. Fridtjof Küchemann befasst sich in der FAZ mit Studien, die die Lektürequalität bei digital vorliegenden Texten erforschen.

Besprochen werden der erste Band der Ingeborg-Bachmann-Gesamtausgabe (SZ), Clemens Meyers Erzählband "Die stillen Trabanten" (Freitag), Tom Kummers "Nina & Tom" (online nachgereicht von der FAS), Daniel Pennacs neuer Krimi seiner Malaussène-Saga (NZZ), Jakob Noltes "Schreckliche Gewalten" (ZeitOnline), Patrick Devilles "Viva" (FR), Jörg Späters Biografie über Siegfried Kracauer (Standard), André Hellers "Uhren gibt es nicht mehr. Gespräche mit meiner Mutter in ihrem 102. Lebensjahr" (Standard), Heinz Strunks "Jürgen" (SZ) und Antanas Skemas "Das weiße Leintuch" (FAZ).

Außerdem bringt die taz heute ihre Beilage zur Leipziger Buchmesse, die wir in den kommenden Tagen auswerten. Besprochen wird darin unter anderem Julian Barnes' "Der Lärm der Zeit", außerdem spricht Stefan Hochgesand mit Saleem Haddad über dessen schwulen Roman "Guapa" und Tania Martini befragt Nora Bossong nach den Erfahrungen, die sie bei der Recherche zu ihrer Reportage "Rotlicht" gemacht hat.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 21.03.2017 - Literatur

Vor der Leipziger Buchmesse haben Thomas Hummitzsch und Erik Heier Alina Herbing, Fabian Hischmann, Zoë Beck und Ingo Schulze zum großen Freitag-Gespräch über den Stand der Dinge in der deutschen Gegenwarts- und Nachwuchsliteratur versammelt. Dabei ging es insbesondere um Fragen der Politik und deren Niederschlag in der Literatur. Vor allem der Sonderfall Trump stellt vor Probleme, sagt  zum Beispiel Beck: Einen guten Plot gebe dieser nicht ab. "Als Satire vielleicht, aber wirklich lustig findet das doch niemand. Ich halte das Schreiben in dieser Wirklichkeit sogar für schwieriger, weil sich die Gegenwart so stark überzeichnet, dass man sich die Stoffe mit Bedacht suchen muss. Viele, die vorher immer gesagt haben, dass sie sich aus der Politik heraushalten, schauen jetzt, inwiefern das, was da passiert, in ihrem Schreiben reflektiert wird."

Ja, wie mit Trump umgehen? Damit befasst sich heute auch der Schriftsteller Thomas Stangl im NZZ-Essay, der um Fragen des höflichen Lesens und Schreibens im Zeitalter eskalierender Krawall-Rhetorik kreist. "Dem Terror ihrer Sätze, getwittert oder sonst wie in die Welt geprügelt, kann man nicht mit Gegenterror begegnen; noch weniger aber einfach mit Argumenten, denn was die Maschinerie dieser Sätze mit einigem Erfolg versucht, ist die Zerstörung des Raums für Argumente. ... Was man tun kann, ist weiterlesen; ausweichen, resigniert, höflich und ohne auf das Denken, auf Intelligenz zu verzichten."

Weiteres: Welt-Autor Joseph Wälzholz liest genervt den späten Alexander Solschenizyn. Im SWR2-Forum gehen die Literaturwissenschaftler Heinz Drügh, Nils Gelker und Sandra Richter der Frage nach, ob die Germanistik denn nun in der Krise stecke. Paul Wrusch hat für die taz die Lit.Cologne besucht. Außerdem gibt es heute die SZ-Literaturbeilage zur Leipziger Buchmesse. Im Aufmacher bespricht Lothar Müller Stefan Hertmans Roman "Die Fremde".

Besprochen werden Mary Gaitskills "Die Stute" (Tagesspiegel), Rudolph Herzogs "Truggestalten" (online nachgereicht von der Zeit), Hisham Matars "Die Rückkehr" (NZZ), Eva Menasses "Tiere für Fortgeschrittene" (FAZ), der Roman "Das kalte Blut" des Filmemachers Chris Kraus (Tagesspiegel), Brigitte Kronauers "Der Scheik von Aachen" (taz), Tom Schulz' Gedichtband "Die Verlegung der Stolpersteine" (SZ) und Anne Webers "Kirio" (FAZ).

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Efeu - Die Kulturrundschau vom 20.03.2017 - Literatur

Der deutschen Literatur geht es prächtig. Das behauptet zumindest Gerrit Bartels, der vor der am Mittwoch beginnenden Leipziger Buchmesse im Tagesspiegel darüber staunt, wie ungestüm und vital sich die Debüts des literarischen Nachwuchses (etwa von Fatma Aydemir und Takis Würger) und überhaupt die Neuerscheinungen der Saison zeigen. Umso ärgerlicher findet er es, dass die Buchmesse noch immer keinen eigenständigen Preis für die Lyrik auslobt und auch in der Belletristik in erster Linie auf Literatur mit besonders großem L setzt: "Von Aufbruch und Sturm und Drang kann bei dieser betulichen Auswahl keine Rede sein. Hier wird eine ganze Generation ignoriert, die zwar handwerklich noch ihre Schwächen hat, naturgemäß auch kein Werk (wieder Großbuchstaben!), aber viele Stoffe, Lebensstoffe, direkt aus der Gegenwart, und eben den Drang, diese aufzubereiten."

Für den Tagesspiegel besucht Gregor Dotzauer Litauen, das in diesem Jahr Gastland der Leipziger Buchmesse ist. Judith Leister liest sich für die NZZ durch die Neuerscheinungen aus Litauen. Ihre Beobachtung dabei: "Autoren wie Laurynas Katkus, Eugenijus Alisanka oder Marius Ivaskevicius untersuchen die Brüche und Gräben, die das 20. Jahrhundert und die jüngste Vergangenheit im kollektiven Schicksal und in individuellen Lebensläufen hinterlassen haben. Die Loslösung von hergebrachten Narrativen und die Suche nach Identität, die Rolle Litauens in Europa und das Verhältnis zu Russland spielen eine zentrale Rolle."

Derek Walcott war "der letzte große Lyriker der Moderne", schreibt Tobias Döring im FAZ-Nachruf auf den verstorbenen Literaturnobelpreisträger, und zwar dergestalt, "dass in jedem seiner Verse eine Elegie auf die verlorene Sprachmacht mitschwingt". Und: Seine Gedichte "waren der Inbegriff einer neuen, selbstbewussten Weltliteratur nach dem Ende der kolonialen Ära", schreibt Richard Kämmerlings in der Welt: "Walcott erschien als Homer für unsere Zeit, der die Antillen mit der griechischen Inselwelt der Antike dichterisch verschmolz." (Bild: Bert Nienhuis, 2008. CC BY-SA 3.0)

Weiteres: Hans-Peter Kunisch berichtet in der SZ von den Debatten auf der Litcologne. Für die FAZ war Oliver Jungen bei diesen "anderthalb Wochen Literaturkarneval." FAZ-Kritiker Andreas Platthaus besucht gemeinsam mit Schriftstellerin Hanya Yanagihara das Kunstmuseum Stuttgart. Im Tagesspiegel schreibt Ralph Trommer einen Nachruf auf den Comickünstler Bernie Wrightson.

Außerdem sind in den Mediatheken des Hörfunks über das Wochenende einige interessante Sendungen zusammengekommen: Im SWR2-Forum diskutieren Martin Ebel (Tagesanzeiger), Meike Feßmann (Autorin und Kritikerin) und Dirk Knipphals (taz) über die Arbeit von Preisjurys. Ein WDR-Feature befasst sich mit Matthias Énards Roman "Kompass". In der SWR-Sendereihe "Zeitgenossen" spricht Anja Brockert mit dem Schriftsteller Hans-Ulrich Treichel. Und Deutschlandradio Kultur erkundet im Feature von Maike Albath Venedig in der Literatur.

Besprochen werden Lukas Bärfuss' "Hagard" (Tagesspiegel, Freitag), der erste Band der Ingeborg-Bachmann-Gesamtausgabe (Tagesspiegel), der zweite Band von Karl-Heinz Bohrers Memoiren (Zeit), Tomas Espedals "Biografie, Tagebuch, Briefe" (Freitag), Clemens Meyers neuer Erzählband "Die stillen Trabanten" (SZ), Steffen Popps Lyrikband "118" (Standard), Riad Sattoufs Comic "Esthers Tagebücher" (Tagesspiegel), Arno Franks "So, und jetzt kommst Du" (FAS) und neue Hörbücher, darunter "Harry Rowohlt erzählt sein Leben von der Wiege bis zur Biege" (FAZ).

In der online nachgereichten Frankfurter Anthologie schreibt Frieder von Ammon über Phalaikos' "Kenotaph für einen Schiffbrüchigen":

"Phokos ging in der Fremde zugrunde. Denn der Woge konnte sein schwarzes
Schiff nicht entrinnen und hielt ihr nicht stand.
..."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 18.03.2017 - Literatur

Mit einer ganzen Seite gratuliert Burkhard Müller Martin Walser in der SZ zum 90. Geburtstag, den jener allerdings erst am kommenden Freitag begeht. Dass der Schriftsteller im Laufe seines Lebens und Schaffens auch für manche Kontroverse gut war, sieht ihm Müller heute nach: "Wen außer Martin Walser gäbe es in der deutschen Literatur, der so für die gesamte lange Epoche seit Gründung der Bundesrepublik bis heute einsteht? Er ist, so ungern das einige Zeitgenossen hören mögen, unser schlechthin klassischer Autor. Mit neunzig hat mancher sich selbst überlebt. Walser ist seine Hochbetagtheit zum Segen geworden wie einem biblischen Patriarchen. Und er schreibt weiter." (Auf dem Bild: Martin Walser, 2013. Gemeinfrei)

Deutlich skeptischer ist da schon Richard Kämmerlings' Essay über Walser, der heute in der Welt veröffentlicht wird: "Gerade der Autor, der fast obsessiv darum bemüht ist, sich nicht festlegen, nicht auf den Begriff bringen, fixieren und petrifizieren zu lassen, dessen Ideal eine 'Entblößungsverbergungssprache' ist, erscheint inzwischen wie ein Gulliver, der sich durch sein ständiges Winden und Zappeln in einem grandiosen Seiltrick selbst gefesselt hat."

Die FAZ dokumentiert Ilija Trojanows Laudatio auf seinen Kollegen Abbas Khider, der in diesen Tagen seine Residenz als Stadtschreiber von Mainz bezieht. Khiders Romane eignen sich als Antidot zum gesellschaftlichen Klima, sagt Trojanow: "Wenn eine ganze Gesellschaft sich eines Themas annimmt, verselbständigen sich die diskursiven Wahrheiten. Es dominieren Weltanschauungsfakten und gefühlige Argumente. Wer dem entkommen will, könnte Zuflucht finden in den Gegenwelten von Romanen."

Weiteres: Die Literatur entdeckt die Natur wieder, schreibt Jörg Magenau im Freitag. In Frankfurt las Paul Auster aus seinem neuen Roman "4321", berichtet Judith von Sternburg in der FR. Nico Bleutge (SZ) und Bruno von Lutz (NZZ) schreiben zum Tod des Nobelpreisträgers Derek Walcott. Außerdem hat das ZeitMagazin Stefan Willekes große und sehr lesenswerte Reportage über Maxim Biller online nachgereicht.

Besprochen werden unter anderem Lorenz Jägers Biografie über Walter Benjamin (NZZ), Zsuzsa Bánks "Schlafen werden wir später" (NZZ), Karlheinz Stierles "Montaigne und die Moralisten" (NZZ), Anne Webers "Kirio" (taz), Chris Kraus' "Das kalte Blut" (Literarische Welt), die Memoiren des "Daily Show"-Moderators Trevor Noah (taz), Michela Murgias "Chirú" (FAZ) sowie neue Lyrik von Tom Schulz und Steffen Popp (NZZ).

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Efeu - Die Kulturrundschau vom 17.03.2017 - Literatur


Walt Whitman, fotografiert von George C. Cox in New York (1887)

In der NZZ schwärmt Jürgen Brôcan von Walt Whitmans erst vor kurzem entdeckten Roman "Jack Engle" (hier als Download), den Brôcan derzeit für eine kommentierte Ausgabe ins Deutsche überträgt. "Ein kleiner, sehr feiner Roman" sei das, der sich ganz der guten Unterhaltung verpflichtet fühlt, versichert er. Es handle es sich gewissermaßen um "ein Kompendium der seinerzeit beliebten Literaturformen, und allein das macht ihn zu Unterhaltung auf hohem Niveau. Das Erstaunlichste an 'Jack Engle' ist die Vielzahl der Genres, die Whitman auf eng begrenztem Raum auf virtuose und raffinierte Weise einsetzt. Elemente der Familien-, Kriminal- und Liebesgeschichte stehen neben lyrischen Beschreibungen einer Flussfahrt, einem geradezu dokumentarisch anmutenden Friedhofsbesuch und vitalen Schnappschüssen aus der fortschrittlichen, lebensprühenden Stadt New York mit ihren unterschiedlichen Berufen, sozialen Schichten und Religionen."

Ironie, Selbstironie gar gibt es in Korea praktisch nicht. Ein Grund dafür ist die Sprache, erklärt Hoo Nam Seelmann in der NZZ. "Die koreanische Sprache besitzt eine stark hierarchische Struktur, die das Aufkommen eines formell allgemeinen Kommunikationsstils behindert. Die Kategorie des Honorativs, des sprachlichen Respektausdrucks, der in den europäischen Sprachen nicht existiert, spielt dabei eine wichtige Rolle. Die Herausbildung des Honorativs hat sich auf die Struktur der Sprache prägend ausgewirkt und formte auch den Blick auf die soziale Wirklichkeit. Aber sprachlich vorgegebene Respektbezeugung lässt kaum Raum für die Ironie." 

Weiteres: Für die Welt besucht Tilman Krause den Literaturkritiker Herbert Wiesner, der dieser Tage 80 wird und 1986 das Berliner Literaturhaus mit auf den Weg gebracht hat. Auf ZeitOnline berichtet Ann-Kristin Tlusty von ihrem Treffen mit der Comicjournalistin Sarah Glidden. Für die SZ hat Lothar Müller Ingo Schulzes Berliner Lesung besucht, auf der dieser sein für den Herbst angekündigtes Buch "Peter Holtz - Sein glückliches Leben erzählt von ihm selbst" vorstellte. Und der Bayerische Rundfunk liest aus Texten von Zelda Fitzgerald.

Besprochen werden Brigitta Behrs Graphic Novel "Susi, die Enkelin von Haus Nummer 4 und die Zeit der versteckten Judensterne" (SZ), Flurin Jeckers Debüt "Lanz" (NZZ), Marlon James' "Eine kurze Geschichte von sieben Morden" (Tagesspiegel) und Luigi Capuanas erstmals auf Deutsch vorliegender Roman "Giacinta" aus dem Jahr 1879 (SZ).
Stichwörter: Walt Whitman, Ironie, Korea

Efeu - Die Kulturrundschau vom 16.03.2017 - Literatur

Sehr bewusst habe Imre Kértesz seinen Nachlass in Berlin eingelagert. Nun will eine von der Orbán-Regierung großzügig ausgestattete ungarische Stiftung den Nachlass verwalten. Bei dem Schriftsteller Iván Sándor löst dies blankes Entsetzen aus, wie in der FR nachzulesen ist: Auch andere ungarische Schriftsteller wurden von der Regierung bereits vereinnahmt, deren politische Vorläufer im Geiste jene seinerzeit aus dem Land getrieben haben. "Darauf, was jetzt mit seinen Werken geschieht, würde Imre Kertész gewiss mit seinem bekannten Lachen reagieren, das ich seit unseren gemeinsamen Spaziergängen am Balaton in Erinnerung habe. Die Abwegigkeit der Angelegenheit würde ihn nicht überraschen, denn er hatte die Absurdität schon immer für einen Bestandteil der Weltordnung gehalten. ... Moralisch halte ich diese 'Übereignung' so lange für ungültig und inakzeptabel, bis ein von Kertész selbst unterzeichnetes, durch glaubhafte Zeugen bestätigtes Dokument auftaucht." (Mehr dazu in unserer Magazinrundschau hier und hier)

Weiteres: In der NZZ erinnert sich der serbische Dichter Bora Ćosić daran, wie er im Winter 1951 auf den Futurismus gestoßen ist. Im Verlagsblog Hundertvierzehn fordert Thomas von Steinaecker die Würdigung unvollendeter Werke. Besprochen werden Natascha Wodins "Sie kam aus Mariupol" (SZ) und Eva Menasses "Tiere für Fortgeschrittene" (FAZ).

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Efeu - Die Kulturrundschau vom 15.03.2017 - Literatur

In einem aus dem Guardian entnommenen Beitrag schreibt die Autorin Aminatta Forna im Freitag über die Aufgaben der afrikanischen Gegenwartsliteratur: Es geht um einen Akt der Emanzipation äußerer Zuschreibungen. "Für die erste Generation afrikanischer Schriftsteller, die gleichsam zusammen mit ihren Ländern erwachsen wurden, bedeutete dies: den Afrikanerinnen und Afrikanern eine Existenz zu erschreiben. ... Jede Generation baut auf dem Fundament der vorherigen Generation auf, auch die der afrikanischstämmigen Schriftstellerinnen. Aber wir eignen uns nicht nur aufs Neue unsere Geschichten an, wir wenden auch den Blick auf die, die uns sehen." Bereits 2015 befasste sich Forna in einem Guardian-Essay ausführlich mit Fragen nach der Identität und Identitätszuweisungen in der Literatur - hier das Resümee in unserer Magazinrundschau.

John Lambert übersetzt Emmanuel Carrère vom Französischen ins Englische. Auf Work in Progress, dem Blog seines Verlages Farrar, Straus & Giroux, erklärt er die Feinheiten des carrèristischen Stils: Es handelt sich dabei um eine besonders strikte Form ultrapräziser Exaktheit.

Weiteres: In den radioTexten des Bayerischen Rundfunks spricht Antonio Pellegrino mit Georg Stefan Troller, der im Anschluss aus seinem neuen Buch "Unterwegs auf vielen Straßen" liest (hier der erste Teil der Sendung). Für den Tagesspiegel unterhält sich Christian Schröder mit Nora Bossong über deren (im Freitag und im CrimeMag besprochene) Sexarbeit-Reportage "Rotlicht". Bei der lit.Cologne diskutierten Autorinnen Dagrun Hintze und Wiebke Porombka über Fußball, berichtet Joachim Güntner in der NZZ. Für die taz spricht Cornelius Oettle mit Astrid Vehstedt, die vom Vorsitz des Berliner Landesverbands deutscher Schriftsteller zurückgetreten ist, nachem sich einer ihrer Kollegen als AfD-Aktivist entpuppt hat. Für die taz hat Susanne Messmer Paul Austers Berliner Lesung besucht. Im Comic treten derzeit vermehrt neue Heldinnenfiguren auf, bemerkt Tagesspiegel-Kritikerin Lara Keilbart.

Besprochen werden der erste Band der Ingeborg-Bachmann-Gesamtausgabe (taz, Zeit), Victor Gardons "Brunnen der Vergangenheit" (NZZ), Katja Kettus "Feuerherz" (NZZ), F.W. Bernsteins "Frische Gedichte" (Freitag), eine neue Auswahl von Annemarie Schwarzenbachs Reportagen (Freitag), Rudolph Herzogs "Truggestalten" (Freitag), Louis-Philippe Dalemberts "Die Götter reisen in der Nacht" (FR), neue Kriminalromane von Michael Connelly und Adrian McKinty (FR), eine Ausgabe der Briefe zwischen Artur und Therese Schnabel (FR), Boris Sawinkows "Das schwarze Pferd" (SZ), Franz Schuhs "Fortuna" (FAZ, SZ) sowie neue Fallada- und Luther-Biografien (Freitag).

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