Efeu - Die Kulturrundschau - Archiv

Kunst, Ausstellungen, Architektur

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Efeu - Die Kulturrundschau vom 28.03.2017 - Kunst


Ausstellungsansicht von Sibylle Spirngers Ausstellung in der Bremer Gesellschaft für Aktuelle Kunst. Foto: Franziska von den Driesch

Völlig umgehauen ist Jan Zier in der taz von den Arbeiten der Malerin Sibylle Springer, die gerade in der Bremer GAK in der Ausstellung "Gift" gezeigt werden. Springer reproduziert Bilder, Klassiker der Kunstgeschichte wie Stefan Lochners Heiligenmartyrium: "Am Original könntest du jetzt schulterzuckend vorbeigehen, zum nächsten Ölschinken schreiten. Und denken: Das ist doch echt alles lange her, vorbei. Bei den Werken von Sibylle Springer geht das nicht. Du musst dich auf sie einlassen. Dich zu ihnen verhalten. Genau deshalb sind sie so stark. Erst die Verschleierung offenbart das ganze Grauen: Die Gleichgültigkeit, mit der hier ein Mensch hingerichtet wird, aber auch die eigene Faszination für die Gewalt und die Obszönität ihrer Darstellung. 'Das ist so deprimierend - das macht mich fertig', sagt Springer."

Weiteres: Catrin Lorch unterhält sich in der SZ mit der polnischen Kuratorin Joanna Warsza über den Sinn von Künstler-Boykotten und die Notwendigkeit zu intervenieren: "Ändern kann man nur dann etwas, wenn man nicht einfach aussteigt." Verena Lueken freut sich in der FAZ, dass das Met Breuer in New York Marisa Merz' Schau "The Sky Is a Great Space" zeigt, damit man nicht länger glauben muss, die Arte Povera sei reine Männersache gewesen. Brigitte Werneburg berichtet in der taz von der Art Basel Hongkong.

Besprochen werden eine Schau über das Poetische in der Kunsthalle Wien (Standard) und eine Schau des venezianischen Barock-Malers Paris Bordone in der Hamburger Kunsthalle (Welt).
Stichwörter: Sibylle Springer

Efeu - Die Kulturrundschau vom 27.03.2017 - Kunst


Katharina Sieverding: Transformer, 1972 in der Ausstellung "Kunst und Kapital" in der Bundeskunsthalle.

Sehr sehenswert findet Peter Iden in der FR die große Retrospektive zu Katharina Sieverding in der Bonner Bundeskunsthalle: "Ihr Stoff ist die Welt. Von der Welt, wie wir sie leben, handelt Katharina Sieverding in ihren fotografischen, oft durch farbige Eingriffe malerisch überformten Werken mit der während fünf Jahrzehnten erworbenen Fähigkeit zur Transformation konkret gegebener Wirklichkeit in Konstellationen, die vordringen wollen zu Wahrheiten jenseits unmittelbarer Eindrücke. Es sind Verwandlungen des Abbilds, das Inbild wird."

Besprochen werden die Ausstellung "Ersehnte Freiheit" zu Abstraktion in den 1950ern im Frankfurter Museum Giersch (FAZ) sowie die beiden großen Otto-Dix-Ausstellungen im Zeppelin Museum in Friedrichshafen und im K20 in Düsseldorf (SZ).
Stichwörter: Katharina Sieverding

Efeu - Die Kulturrundschau vom 25.03.2017 - Kunst


Links: Carl Spitzweg, Der ewige Hochzeiter, um 1860, Villa Hügel. Rechts: Erwin Wurm, Landadel, 2008 © Privatbesitz

Angeregt kommt Almuth Spiegler aus der großen Spitzweg-Ausstellung im Wiener Leopold Museum, denn Direktor Hans Peter Wipplinger hat 110 Spitzweg-Gemälden durch 15 Arbeiten des österreichischen Künstlers Erwin Wurms ergänzt. Das passt ausgezeichnet, meint Spiegler in der Presse mit Blick auf die Spitzwegsche Gesellschaftskritik hinter den idyllischen Motiven: Bei Spitzweg müsse man "oft nur die Blickachsen aller in einer Szene Anwesenden verfolgen - etwa wenn ein Galan einer Schönen ein Blumenbouquet überreicht -, um zu verstehen, wie soziale Kontrolle funktioniert, wie politisch das Private immer war und ist. Dieses Gefühl der alles abschnürenden, unausweichlichen bürgerlichen Enge überwältigt einen in voller Wucht schon beim Betreten der Ausstellung", nämlich wenn man vor Wurms Elternhaus steht: "in voller Länge, 16 Meter, inklusive Geranien-Blumenkisterln. Und in absurder Enge, gequetscht auf 1,50 Meter".

Weitere Artikel: Am Sonntag übergibt die Künstlerin Marlene Dumas der Dresdner Annenkirche das neue Altarbild. Im Vorfeld gabs schon Unmut, berichtet Susanne Altmann im Art Magazin: denn Jesus ist schwarz.

Besprochen werden die Ausstellung über Michelangelo und Sebastiano del Piombo in der National Gallery in London (TagesAnzeiger), eine Ausstellung von Arbeiten von Eva Schlegel, Angela de la Cruz und Johanna Calle in der Galerie Krinzinger in Wien (Standard), die Schau "Jardins" im Pariser Grand Palais (FAZ)
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Efeu - Die Kulturrundschau vom 23.03.2017 - Kunst

Patrick Wildermann spaziert in Berlin für den Tagesspiegel mit Direktor Bernd Scherer durch das renovierte Haus der Kulturen der Welt. In der Zeit würdigt Fritz Habekuss die Maler der Reformation, Lucas Cranach und seinen Sohn.

Besprochen werden Camille Henrots Ausstellung "If Wishes Were Horses" in der Kunsthalle Wien (Standard) und eine Ausstellung in Conegliano über Giovanni Bellini und seine Werkstatt (SZ).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 22.03.2017 - Kunst

"Grenzüberschreitende Gemeinsamkeiten" in der Kunst Europas findet Standard-Kritikerin Herwig G. Höller in der von ZKM-Direktor Peter Weibel, Eckhart Gillen aus Berlin und Danila Bulatow aus Moskau kuratierten Großausstellung "Die Kunst Europas 1945-1968", die jetzt im staatlichen Puschkin-Museum in Moskau angekommen ist: "Die kinetischen Installationen der Düsseldorfer Künstlergruppe Zero ergänzen jene des Moskauer Kollektivs Dwischenie ('Bewegung'). Mit dem Polen Zbigniew Gostomski und dem Slowaken Milan Dobeš entsteht ein gesamteuropäisches Kontinuum. Schwieriger wird es hingegen bei neuen Realismen, Konzept- oder gar Aktionskunst, die sich jeweils im sozialistischen Zentraleuropa fast gleichzeitig wie im Westen belegen lassen, in der deutlich autoritären Sowjetunion jedoch erst einige Jahre später in Erscheinung traten."

Zum Davolaufen findet Jonathan Jones im Guardian sämtliche Vorschläge für die vierte Säule auf dem Trafalgar Square, und das obwohl Britanniens beste Künstler am Wettbewerb beteiligt waren. Doch öffentliche Sockelkunst ist einfach kein Konzept, das in die Zukunft weist: "Forty years of this, and art will be back in the stone age."

Weitere Artikel: Anlässlich der Paula-Moderssohn-Becker-Ausstellung im Hamburger Bucerius-Kunst-Forum betrachtet Ursula Seibold-Bultmann für die NZZ Modersohn-Beckers Selbstporträt von 1906.

Besprochen werden die Schau "Okeanus" im TBA21 im Wiener Augarten, die den 2013 verstorbenen Künstler Allan Sekula als Pionier der Dokumentarkunst würdigt (FAZ), die Ausstellung "Füsslis 'Nachtmahr' - Traum und Wahnsinn" im Frankfurter Goethe-Museum (FR) und Ai Weiweis "Law of the Journey" in Prag (art).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 21.03.2017 - Kunst

In einem dpa-Bericht sammelt Christina Horsten in der FR Reaktionen der amerikanischen Museen auf Donald Trump. In der NZZ begrüßt Daniele Muscionico die steigende Wertschätzung der Pressefotografie als kulturelle Leistung, die unter anderem der Band "Schweizer Pressefotografie" dokumentiere: "Das Bild als Zeitkapsel und Gedächtnisspeicher für nachfolgende Generationen." Respekt zollt Colette Schmidt im Standard der Akademie Graz, die trotz drastischer Budgetkürzungen einen neuen Standort eröffnet. Und Stefan Kornelius erklärt es in der SZ zum Erfolg deutscher Kulturpolitik, dass die Farah-Diba-Sammlung nicht in Berlin, aber immerhin in Teheran zu sehen ist.

Besprochen wird die große Vermeer-Schau im Louvre (NZZ).
Stichwörter: Donald Trump

Efeu - Die Kulturrundschau vom 20.03.2017 - Kunst


Sebastiano del Piombo, Solomons Urteil, etwa 1506-9

Sehr ungerecht findet Kia Vahland in der SZ, wie die National Gallery in London den Renaissance-Maler Sebastiano del Piombo zum bloßen Getreuen Michelangelos degradiert, und das auch noch im Namen der Künstlerfreundschaft: "Michelangelo gönnt seinem Freund weit weniger als dieser ihm, ab und an schadet er ihm gar. Als der Venezianer ihn einmal bittet, beim Vatikan zu erwirken, dass er einen Auftrag bekommt, tut Michelangelo das in einem so höhnischen Brief, dass Sebastiano zum Gespött am Hofe wird. 'Dein Brief ist das einzige Gesprächsthema im Palast, alle lachen', schreibt Sebastiano dem Freund ohne Vorwurf. Und ergänzt: 'Du wirst mich immer als Freund behalten, gekocht oder geröstet. Ich werde dazu nichts mehr sagen, du bist der Meister.' Vielleicht hätte er sich lieber einen Freund gesucht, der nicht so viel mächtiger war als er und vor allem nicht so launisch."

Weiteres: Ingo Arend ist in der taz ganz hingerissen von der Sanftmut, mit der sich die Autokratie in Dubai präsentiert. Auch die Offenheit des dortigen Global Art Forum findet er in einem Text, der sich wie ein Advertorial liest, große Klasse: "Selbstverständlich sind die Emirate eine Autokratie, die auf rechtloser Fremdarbeit und Zensur gründet. Freilich eine sanfte, verglichen mit den martialischen Attitüden Donald Trumps." Besprochen wird die Ausstellung "Max Liebermann und der Sport" in der Liebermann-Villa in Berlin (FAZ).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 18.03.2017 - Kunst

Äußerst angeregt berichtet Judith von Sternburg in der FR von der von Christian Spies und Birgit Sander kuratierten Ausstellung "Ersehnte Freiheit" im Frankfurter Museum Giersch, das sich mit der Abstraktion in den 1950er Jahren befasst: "Offensichtlich eindrucksvoll ist die Vielfalt, trotz des hier auf eine kleine Personenauswahl und ein einziges Jahrzehnt reduzierten Blicks. Groß und ungemein frisch wirkt die Experimentierfreude, überdeutlich ist der expressive und brachiale Anteil, der sich oft aber einer sehr sorgfältigen Oberflächenbehandlung verdankt. Zum Maximalismus gesellt sich Minimalismus."
Stichwörter: Abstrakte Kunst

Efeu - Die Kulturrundschau vom 17.03.2017 - Kunst


Maria Lassnig: "Zwei Arten zu sein (Doppelselbstporträt)", 2000. © Maria Lassnig Stiftung

"Kluge Beschränkung" attestiert Ursula Scheer in der FAZ der Retrospektive der 2014 verstorbenen österreichischen Malerin Maria Lassnig im Essener Folkwang-Museum: "Auswahl und Hängung folgen der Strategie von Blick und Gegenblick, brechen die Chronologie auf und schaffen Zusammenhänge über freien Raum hinweg - was mit den von Maria Lassnig am liebsten leer gelassenen Hintergründen in ihren Gemälden korrespondiert. "
Stichwörter: Maria Lassnig

Efeu - Die Kulturrundschau vom 16.03.2017 - Kunst


Oh… Jakob Lena Knebl und die mumok Sammlung, mumok Wien. Photo: mumok / Lisa Rastl

Die queere Wiener Künstlerin Jakob Lena Knebl hat die Sammlung im Wiener Mumok neu aufgestellt. In der Presse ist Almuth Spiegler restlos begeistert: "Es ist eine für kanonische Gemüter völlig respektlose Mischung von Mode, Kunst, Design und Clubkultur - samt Special-Appearance der Seventies, der 1970er-Jahre, die Knebl besonders am Herzen liegen. Denn hier sieht sie die Urzellen der sexuellen Befreiung und des politischen Bewusstseins liegen, die sich zu bequemen Sitzsäcken ausgewachsen haben. Von diesen und anderen Sitzgelegenheiten gibt es genug in der Ausstellung - etwa eine Sofalandschaft, von der aus man in einem biederen hölzernen Wandverbau kunsthistorischen Nippes bewundern kann, einen Messingkopf von Sophie Täuber etwa, aber auch einen männlichen Rückenakt Johanna Kandls oder ein Video mit einem sozusagen fokussierten männlichen Vorderakt, nämlich einem Penis (der hier Erleuchtung bedeutet, also den Lichtschalter bedient) von Anna Jermolaewa. Derartige assoziative Gruppen - 'Begehrensräume' - bilden den Rhythmus der ganzen Ausstellung..."


Lawrence Alma-Tadema, Unconscious Rivals, 1893 Bristol Museums & Art Gallery, Foto: © Bristol Culture, Bristol Museum and Art Gallery

Er prägte unser Bild von der Antike, inspirierte Hollywood und beeinflusste Gustav Klimt: "Sein Métier: die malerische Wiedererweckung der römischen und griechischen Antike", erzählt Roman Gerold im Standard anlässlich einer Ausstellung von Werken des niederländischen Malers Lourens Alma-Tadema im Belvedere in Wien. "In akribisch recherchierten, ungemein detailgenauen Bildern ließ Alma-Tadema, dieser Archäologe mit dem Pinsel, das alte Rom, Pompeij und Ägypten aufleben. Historischer Begebenheiten nahm er sich an, aber auch ganz alltäglicher Szenen von der Straße, schuf Bilder quasi 'zum Betreten'. Besonderen Anklang fanden auch sonnenlichtdurchflutete, mediterrane Visionen von müßiggehenden Reichen und Schönen. Von Patrizierfrauen etwa, die sich in der Villa am Meer mit 'Pool' an exotischen Karpfen erfreuen (Silberne Lieblinge, 1903). Mit derlei Illusionen identifizierte sich die viktorianische Elite gern."

Weiteres: Simone Reber freut sich im Tagesspiegel über den Gabriele Münter Preis für die Münchner Künstlerin Beate Passow. Besprochen werden Astrid Esslingers "Strichcodesklaven" in der Werkstatt Graz (Standard), die Polke-Ausstellung im Burda-Museum in Baden-Baden (FR) und die Schau zur Künstlerfreundschaft Michelangelo und Sebastiano in der National Gallery in London (Zeit).
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