Carl Blechen, Meeresstudie, 1829. Kunst Museum Winterthur, Stiftung Oskar Reinhart
Die Blütezeit der Ölstudie in Italien nahm einen Umweg über die Schweiz, wo Maler fast hundert Jahre vor den Impressionisten schon plein-air malten. Farbtuben gab es damals noch nicht, aber sie transportierten ihre Farben bequem in Schweinsblasen, lernt Stefan Trinks (FAZ) in der Ausstellung "Zur Sonne! Zur Freiheit! Wege der Freilichtmalerei um 1800" im Kunst Museum Winterthur. Höhepunkt sind die sieben Ölstudien Camille Corots, aber auch weniger berühmte Künstler beeindrucken ihn. Zum Beispiel Carl Blechen: Dessen Sepiazeichnungen aus Amalfi von 1829 bedeuten "nicht weniger als eine nochmalige Steigerung des schon in den Studien unaufhörlichen Licht-Spiels. Der Berliner Maler 'baut' geradezu mit Licht, wie das entsprechende Ausstellungskapitel überschrieben ist. Vergleichbar mit den Solarisationen Christian Schads aus den Zwanzigerjahren oder modernen Photoshop-Spielereien sind Hell und Dunkel invertiert, erscheinen verschattete Häuserwände plötzlich überblendet, helle Partien dagegen surreal verdunkelt. Schatten und Sonne streiten manichäisch miteinander um den Raum auf den kleinformatigen Papieren. Dass es sich um wahre, in und vor der Natur entstandene Skizzen handelt, wird angesichts solcher Wunderwerke der Lichtmalerei niemand bezweifeln. Nichts ist dem modernen Blick näher als diese vor fast zweihundert Jahren entstandene Kunst."
Lisa Berins besucht für die FR den neuen Skulpturenpark, der gerade rings um die Frankfurter Schirn entsteht. Besprochen werden eine Ausstellung des Filmkünstlers Eric Baudelaire, der im CCA Berlin auch einige Skulpturen zeigt (taz), Carlos Casas' Filminstallation über den gewaltigen Vulkanausbruch auf der indonesischen Insel Krakatau 1883 im Münchner Haus der Kunst (taz) und eine Ausstellung des Kollektivs "Kunzten" in der Berliner Kunstfabrik am Flutgraben (taz).
Aleen Solari, "Tribute to Bicce", installation view Kunsthalle Osnabrück 2026. Courtesy the artist. Photo: Friso Gentsch
Eine "kühne Rauminstallation" machttaz-Kritiker Harff-Peter Schönherr in der Kunsthalle Osnabrück ausfindig. Aleen Solaris "Tribute to Bicce" ist dem Gästeblock eines Fußballstadions nachempfunden, stilecht mit "originalen 'Fotzen'-Stickern drauf". Gleichzeitig ist er "in betont weiblichem Rosa gestrichen. Banner und Fahne, wie nach dem Spiel vergessen, zeigen neutrales Friedensweiß." Dem Kritiker gefällt gut, wie geschickt die Arbeit mit Geschlechterklischees spielt und "Martialität und Sanftheit" verschmelzen lässt: "Solaris Fußballfans (sie ist selbst einer, im realen Leben) sind aus Drahtgeflecht, Styropor, Metallfolie, Pappe. Grotesk wirken sie, monströs, ungeschlacht, unfertig. Aber gerade deshalb zeigen sie: Zu Füßen des Gästeblocks erstreckt sich ein Möglichkeitsraum, ein Raum der Erprobung neuer Rollen. Klug ist das."
Staunend besucht Schönherrs taz-Kollegin Beate Scheder derweil eine Ausstellung im Castello di Rivoli nahe Turin, die Arbeiten Cecilia Vicuñas präsentiert. Die 1948 geborene Chilenin greift in ihren Arbeiten Kunsttraditionen indigener Völker auf. "Quipus" zum Beispiel ist "eine raumeinnehmende, riesige textile Installation. Rohe weiße, ungesponnene Wolle - ein Teil davon stammt von Biellese-Schafen aus der Umgebung - über einer Konstruktion aus Bambus. Sie baumelt darüber wie ein riesiger Berg zupfeliger Wäsche. Mehr als 100 Meter des schlauchartigen Raumes der für Wechselausstellungen vorgesehenen 'Manica Lunga' nimmt die horizontale Installation ein. In der soll man - so will es die Künstlerin - Zeit verbringen, daneben und darin. Um sie sich von der Nähe anzusehen, den intensiven Geruch der Wolle einzuatmen."
Weiteres: Larissa Kikol porträtiert in monopol den Graffiti-KünstlerRomain Fueler. Ebenfalls in monopolschreibt Laura Ewert über eine Arbeit des Klangkünstlers Llorenç Barber auf der Manifesta 16. Besprochen werden die Schau "Vilhelm Hammershøi. Maler des stillen Klangs" im Kunsthaus Zürich (FAZ) und Mire Lees "The Heart of My Machine is Golden Lead" in der Wiener Secession (Standard).
Paul Signac: Sonntag, 1888-1890, Privatsammlung. Foto: Museum Barberini Dass sich der Pointillist Paul Signac der anarchistischen Bewegung zugehörig fühlte, kann FAZ-Kritiker Andreas Kilb zumindest an seinen Sujets nicht erkennen, wenn er durch die Ausstellung "Symphonie der Farben. Paul Signac und der Neoimpressionismus" im Museum Barberini in Potsdam schlendert. Seine "Lichtmalerei" zeigt "Klippen, Wolken, Hafenmauern und schimmernde Wellen", aber auch eines der wenigen Interieurs ist zu sehen, erklärt Kilb, das Bild "Sonntag" von 1890: "Der Mann im Gehrock, der rechts das Kaminfeuer schürt, und die von ihm abgewandte Frau im weinroten Kleid im Hintergrund sind so dicht in die ornamentalen Oberflächen ihres bürgerlichen Wohnzimmers eingewoben, dass sie selbst wie Mobiliar wirken. Jeden Moment erwartet man, dass die Textur des Bildes reißt wie in einem Clip von Monty Python und ein grüner Dinosaurier oder Winston Churchill auf einem Dreirad zum Vorschein kommt. Das Porträt, das Van Rysselberghe von Signac am Steuer seines Segelboots gemalt hat, ist dagegen fast fotorealistisch, es erinnert an eine Filmszene von René Clair oder Jean Renoir."
In der FRerinnert die Kunsthistorikerin Karoline Hille an die Ausstellung "Women Artists: 1550-1950", die 1976 im Los Angeles County Museum stattfand und sich zum ersten Mal weltweit in aller Ausführlichkeit Künstlerinnen widmete: "Die Malerinnen der frühen Neuzeit, von Renaissance, Barock und Klassizismus, haben im Rückblick betrachtet eines gemeinsam: Sie waren zu Lebzeiten anerkannt und erfolgreich, wurden von den Zeitgenossen bewundert und leisteten mit ihren großartigen Werken einen maßgeblichen Beitrag zur Kunstgeschichte. Aber jede von ihnen geriet nach dem Tod, spätestens jedoch im 19. Jahrhundert in Vergessenheit. Denn niemand sammelte die Bilder und Briefe, Inventare und sonstige wichtige Quellen."
Weitere Artikel: In der NZZ erläutert Rico Bandle die Hintergründe eines Erbschaftstreits um den verstorbenen Kunstsammler Werner Merzbacher, der überraschend seine Vermögensverwalterin als Erbin eingesetzt hatte. Hubertus Butin ist in der FAZ genervt von SchauspielerInnen, die auf den Kunstmarkt drängen und trotz wenig bis keinem Talent hohe Auktionssummen erzielen und Einzelausstellungen erhalten (am schlimmsten findet Butin Adrien Brodys Werke). Besprochen wird die Ausstellung "Helga Paris - Häuser und Gesichter Halle 1983-1985 im Kunstmuseum Moritzburg (FAZ).
Vilhelm Hammershøi: Interieur. Strandgate 30. Bild: Wikimedia Commons.
Vilhelm Hammershøi war schon zu Lebzeiten aus der Zeit gefallen, weiß Philipp Meier in der NZZ, aber vielleicht kommt die Ausstellung "Hammershøi. Maler des stillen Klangs" im Kunsthaus Zürich gerade deshalb zum rechten Augenblick. Seine Bilder zeigen wenig und zwingen zum Innehalten: "In 'Interieur. Strandgade 30' (1905-1909) stehen Möbel an die Wand gerückt beisammen wie Reisende in einer Wartehalle. In ihrem möbelhaften Schweigen künden sie vom Umzug des Künstlers: ein Schrank, ein Stuhl, ein Büchergestell, ein Sekretär - mit so viel Charakter und Eigenleben, dass sie es wert waren, wie Menschen porträtiert zu werden. Der gemalte Raum vibriert hier als Zusammenspiel rechteckiger Flächen in unterschiedlichen Brauntönen. Denn in diesem stillen Möbel-Stillleben hat Hammershøi selbst dieLuft gemalt. Sie flimmert hier wie in den meisten seiner Bilder. Man sieht sie nicht und sieht sie doch. Zustande kommt dieser Effekt durch eine impressionistische Pinselführung lauter kleiner Striche. Hinzu kommt die gedämpfte Farbpalette, die alles in Dunst zu tauchen scheint."
Weiteres: Der Teppich von Bayeux wird im British Museum ausgestellt und das Haus kann sich auf einen Besucheransturm einstellen, meldet die FAZ. Anika Meier unterhält sich für Monopol mit dem Maler Friedrich Kunath über die Bar, die er in sein Atelier in Los Angeles gebaut hat.
Besprochen werden: Die Ausstellungen "Draußen … Im Museum" im Brücke-Museum (Tagesspiegel) und "Saâdane Afif. Five Preludes" im Hamburger Bahnhof (Tagesspiegel).
Bestellen Sie bei eichendorff21!Zum 250. Unabhängigkeitstag der USA führt Sebastian Moll (taz) ein Gespräch mit der amerikanischen Kunsthistorikerin Jennifer Van Horn, die zuletzt das Buch "Portraits of Resistance" veröffentlicht hat. Horn geht es in ihrer Forschung vor allem um die Leerstellen in der amerikanischen Kunst. In Depots lagern etwa "viele Porträts elitärer weißer, angloamerikanischer Kolonisten, gemalt von in Großbritannien geborenen Künstlern. Das passte nicht ins idealisierte Bild amerikanischer Kunst. Mein zweites Buch konzentrierte sich stärker auf Porträts von Menschen afrikanischer Herkunft. Sie werden heute zunehmend ausgestellt. Ein Beispiel ist Jacques Amans' Gemälde der Familie Frey mit ihrem schwarzen Haussklaven Bélizaire von 1837, das sich jetzt im Metropolitan Museum befindet. Bélizaire wurde im Laufe der Zeit übermalt. Ein faszinierendes Werk: Der Akt des buchstäblichen Verdeckens - der bewussten Erzeugung einer Leerstelle - und die spätere Freilegung der Figur durch die Restaurierung sowie die Wiedergewinnung von Bélizaires Lebensgeschichte sind ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie Fragen nach dem, was fehlt oder unsichtbar gemacht wurde, zu einer komplexeren und umfassenderen Geschichtsschreibung führen können."
Hermine Moos mit der Alma-Mahler-Puppe, 1919. Quelle: Wikipedia Auf den Bilder-und-Zeiten-Seiten der FAZ erzählt die Autorin Tanja Raich die Geschichte der Puppe, die Oskar Kokoschka drei Jahre nach der Trennung von Alma Mahler bei der Künstlerin und Puppenmacherin Hermine Moos in Auftrag gab. Wie besessen war er von der Idee eine genaue Puppen-Alma zu besitzen, erinnert Raich: "Er forderte Hermine Moos dazu auf, ins Museum zu gehen und ihren eigenen Körper abzutasten: 'Wenn sie hie und da im Unklaren sind, wie ein Muskel, eine Spannung oder ein Knochen sitzt, so ist es besser nicht in einem Atlas nachzusehen, sondern mit der Hand an ihrem bloßen Körper die Stelle, die sie bewegen müssen, so lange zu untersuchen, bis sie das Gefühl davon warm und lebendig klar in sich haben.' Die Haut sollte 'pfirsichähnlich im Angreifen' sein und 'nirgends Nähte erlauben an Stellen, wo Sie denken, daß es mir weh tut und mich daran erinnert, daß der Fetisch ein elender Fetzenbalg ist.'"
Angelique Aubrit & Ludovic Beillard, Une solitude vraiment terrible, installation view, 2024, MeetFactory, Prague,Czech Republic. Courtesy of the artists and Gallery Tim Wouters, Brussels. Noch perverser sind die puppenartigen Fetisch-Inszenierungen, die der Franzose Pierre Molinier entworfen hat, und die die Kunsthalle Gießen nun zu seinem 50. Todestag in den Kontext mit Arbeiten von Angelique Aubrit und Ludovica Beillard stellt. Ein "Ereignis", findet Oliver Koerner von Gustorf (Monopol): "Schon am Eingang der Ausstellungshalle wartet neben einem riesig aufgeblasenen Selbstporträt eines maskierten Molinierin Strapsen, das an Madonnas 'Erotica'-Phase denken lässt, eine lebensgroße Puppe. Die sitzt da, zusammengesunken, merkwürdig gesichtslos, auf einem Stuhl. Ein Goth-Junge oder Mädchen vielleicht, in einer Art Kittelkleid mit Anzugsjacke. Dieses kindlich-greise Wesen heißt Clod. Es gehört zu dem hermetischen Kosmos von Angélique Aubrit und Ludovic Beillard, die seit 2021 zusammenarbeiten. ... Zusammen schaffen sie Installationen, Videos und Performances und erzeugen damit immersive Umgebungen, die von grotesken, hölzernen Puppenwesen bevölkert sind."
Weitere Artikel: Hilka Dirks macht sich in der taz heute nochmal Gedanken über den blauen Blazer im Merkel-Porträt.
Besprochen werden außerdem die Ausstellung "Helga Paris. Häuser und Gesichter. Halle 1983-85" im Kunstmuseum Moritzburg Halle an der Saale (taz).
Anne Bean: Who Speaks My Voice. 1982 Punk war eine weltweite Rebellion gegen Autoritäten, erinnert Julian Weber (taz), der nicht zuletzt daran die Aktualität der grandiosen Ausstellung "Unruly. The Body in Punk" im Aros-Museum in Aarhus erkennt. Das Widerständige und Renitente des Punk kann er hier noch einmal an 130 Exponaten nacherleben: "In einem Werk der britischen Performancekünstlerin Anne Bean, 'Who Speaks My Voice' (circa 1982), ist der Kopf einer Frau mit Fotoausrissen und Kontaktabzügen zu einer vielköpfigen Hydra montiert. Deren Münder sind aufgerissen, an den geöffneten Lippen hängen Drähte, wie bei Fischen, die an Angelhaken zappeln. Der stille Schrecken der 'Abject Art' von Anne Bean schockiert auch 45 Jahre nach Entstehung der Collage."
In der FAZ atmet Edo Reents auf, dass die Sammlung Prinzhorn in Heidelberg, deren Fortbestand aus Geldknappheit lange nicht sicher war, nun mit der Ausstellung "Alles Kunst?" ihr 25-jähriges Jubiläum feiern kann. Weltpolitisches und Privates entdeckt Reents in den Arbeiten der Insassen ebenso wie Humorvolles oder "Querulantentum": "Seltsam obsessiv und gleichzeitig streng sachlich gezeichnet die 'Rockverwandlungen' des Maschinenbauingenieurs August Natterer (1868 bis 1933), eine Mischung aus technischer und Modezeichnung. Spektakulär das 'Weltrettungsprojekt' von Vanda Vieira-Schmidt (1949 bis 2023), die eine Million hier teilweise gigantisch aufgetürmte DIN-A4-Blätter mit simplen Bleistiftzeichnungen versah, in der von magischem Denken getragenen Absicht, auf diese Weise die Welt vor bösen Menschen zu retten, die sie mit dem Teufel im Bunde glaubte."
Weitere Artikel: Bald wird der Teppich von Bayeux nach 950 Jahren wieder in London zu sehen sein, Alexander Menden (SZ) nutzt die Wartezeit auf ein Ticket fürs British Museum, um die Geschichte des Teppichs zu erzählen. Michelangelos David hat nun einen neuen Doppelgänger in Klosters in den Schweizer Alpen, entworfen von dem Bildhauer Christian Bolt aus dem gleichen Carrara-Marmor, den Michaelangelo einst nutzte, berichtet Philipp Meier in der NZZ. Der neue David "markiert nun den Auftakt zu einem Kulturprojekt mit Kooperationen zwischen der ETH Zürich und italienischen Fachleuten im Bereich der Kunstforschung sowie Meisterklassen im Atelier Bolt." Ebenfalls in der NZZ schreibt Philipp Meier den Nachruf auf die Alter von 94 Jahren verstorbene Kunsthändlerin und Museumsstifterin Angela Rosengart. Besprochen wird außerdem die Ausstellung "Sammlung Fotografie: Zweimal Deutschland um 1980", die Fotos aus Ost und West einander gegenüberstellt im Kölner Museum Ludwig (FAZ).
Olivia McEwan (Guardian) kann in der Londoner National Gallery die Wirkung, die Ferdinand Georg Waldmüllers Gemälde haben, nur bewundern - setzt der österreichische Maler in seiner Landschaftsmalerei doch ganz auf Präzision statt auf Dramatik: "Er fügt die Elemente Blätter, Rinde, Gras und Laub mit der abgemessenen, schielenden Präzision eines Kochs in seine Kompositionen ein, der mit einer Pinzette Mikro-Garnituren aufträgt. Ungewöhnlich an sich ist Waldmüllers Verwendung eines weißen statt eines braunen Untergrunds für seine Gemälde. Das Auftragen von Ölfarbe in dünnen Lasuren auf einen weißen Untergrund sorgt für strahlend leuchtende Farben."
Weitere Artikel: Das am Mittwoch enthüllte Merkel-Porträt des Künstlers Jeremie Queyras kommt bei den KunstkritikerInnen weniger gut an: Gefällig und nicht leidenschaftlich - passt zu Merkel, meint Lisa Berins in der FR. Der taz-Kritikerin Hilka Dirks gefällt das Merkel-Porträt der amerikanischen Malerin Elizabeth Peyton deutlich besser. Der Kopf ist einigermaßen gelungen, meint Stefan Trinks in der FAZ und hält sich darüber hinaus vornehm zurück. Weit entfernt von jeglicher Brisanz, findetWolfgang Ullrich bei Monopol, stattdessen lege das Gemälde nahe, "dass Angela Merkel ein eher amateurhaftes Verhältnis zur Kunst hat. Dass man sie wiedererkennt und dass alles in Handarbeit und mit gewissem Zeitaufwand entstanden ist, scheint dann schon zu genügen." Ebenfalls in der FR erzählt Michael Hesse eine kleine Geschichte der Machtporträts. In der FAZ schreibt Stephan Berg den Nachruf auf die im Alter von 91 Jahren gestorbene Malerin Rune Mields.
Besprochen wird außerdem das Ausstellungsprojekt "Publik Machen. Zu Arbeit und Wirken des Zentrums für Kunstausstellungen der DDR", das an verschiedenen Orten in Berlin und Dresden gezeigt wird (Tsp).
Marcus Woeller inspiziert für die Welt das Angela-Merkel-Porträt, das bald das Kanzleramt schmücken wird. Geschaffen hat es der Künstler Jérémie Queyras, der sonst vorwiegend abstrakt malt. Diesmal aber: im Gegenteil. "Abstrakt ist nichts auf diesem Bild. Es ist der pure Realismus. Von protestantischer Nüchternheit. So riskant wie eine Verwaltungsvorschrift. ... Es ist leider überhaupt nicht überraschend. Jérémie Queyras hat die Angela 'Sie kennen mich' Merkel gemalt." In der SZ schreibt Peter Richter. Hier ist das Bild zu sehen.
Weitere Artikel: Der Künstler Markus Lüpertz hat wieder einmal ein Kirchenfenster gestaltet, im Naumburger Dom; Jörg Häntzschel nimmt das in der SZ zum Anlass, sich Gedanken über das Verhältnis von Kunst und Kirche zu machen. Ingeborg Ruthe ruft in der BlZ dem verstorbenen Galeristen Klaus Märtens nach. Florian Illies bespricht in der Zeit einen Gesprächsband, in dem sich ein anderer Galerist, Michael Werner, über "notwendige Kunst" äußert. Im Tagesspiegel wiederum verfasst Nicola Kuhn einen Nachruf auf die Konzeptkünstlerin Runa Mields. Katharina Rustler hört sich für den Standard in der Wiener Angewandten um, wo nach dem Amtsantritt der neuen Rektorin Ulrike Kuch plötzlich gute Stimmung herrscht.
Besprochen werden Vatherine Opies Schau "Mountains Don't Know Their Names" im Pomo, Trondheim (monopol), die Frida-Kahlo-Schau "Frida: The Making of an Icon" in der Londoner Tate Modern (NZZ) und die Ausstellung "Tapetenwechsel. Migration und Mobiliar seit 1960" im Museum Ephraims-Palast, Berlin (taz).
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