Efeu - Die Kulturrundschau - Archiv

Kunst, Ausstellungen, Architektur

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Efeu - Die Kulturrundschau vom 28.04.2017 - Kunst

Der Senegalese Issa Samb, genannt Joe Ouakam, gilt als Afrikas erster moderner Künstler, schreibt Jonathan Fischer (SZ) in seinem Nachruf: "Mit großen Ausstellungen hatte das kaum zu tun. Denn der Bildhauer, Maler, Filmemacher, Dichter und Philosoph Joe Ouakam gehörte zu den Künstlern, die kein Œuvre im klassischen Sinne brauchen. Zwar war er auch auf der letztjährigen Biennale 'Dak'art' mit Bildern vertreten. Ein Kunstwerk aber war der Mann selbst. Wenn Künstlerkollegen in Oaukams Freiluftatelier eintrudelten, schien ihre Kommunikation nicht über Worte zu laufen. Als vielmehr darüber, dass selbst das Kleinste eine Bedeutung hat. Ouakam etwa stand einmal auf, um ein Blatt, das vom Baum gefallen war, an die 'richtige' Stelle zu legen. Entrückt. Und hyperpräsent."

Weiteres: In der Presse bietet Almuth Spiegler einen Überblick über die Ausstellungen in Köln, Bonn und Prag zu Gerhard Richters 85. Geburtstag. Die NZZ porträtiert die Zürcher Galeristin Susanna Kulli, die nach 33 Jahren ihre Galerie schließt. Die FAZ informiert über den Streit um den Standort für ein Berliner Exilmuseum. Und der Tagesspiegel gibt Tipps fürs Berliner Gallery Weekend.
Stichwörter: Joe Ouakam

Efeu - Die Kulturrundschau vom 27.04.2017 - Kunst

(Bild:Axel Hütte, Castellina, 1992 (2015) Chromogener Farbabzug, 98,4 x 120,3 cm. DZ BANK Kunstsammlung. © Axel Hütte)

Überwältigt berichtet Freddy Langer in der FAZ von der Ausstellung der Becher-Schüler im Frankfurter Städel Museum, die ihm in teils monumentalen Formaten die Bedeutung des Fotografen-Paares Bernd und Hilla Becher für die Kunstfotografie der Gegenwart vor Augen führt: "Es spricht für die Arbeiten der Becher-Schüler, dass der Schock angesichts ihrer Werke bis heute nicht nachgelassen hat, obwohl das große Format längst so gewöhnlich geworden ist, dass überflüssigerweise selbst Reportageaufnahmen wandfüllend in Museen hängen. Doch die Bilder der Becher-Schüler sind von Anbeginn groß gedacht. Sie locken mit Tausenden Details, bisweilen digital nachgeschärft oder durch Rechenprogramme ergänzt, und entziehen sich dem Betrachter umso mehr, je näher er ihnen tritt. Und so fragen sie viel weniger nach dem Wesen der Welt als nach den Möglichkeiten der Kunst." FR-Kritikerin Sandra Danicke ergeht es ähnlich: "Bei aller Nüchternheit, strukturellen Klarheit und technischen Präzision geht es den Nachfolgern im Wesentlichen darum, die Fotografie als Konstrukt vorzuführen und damit ihren Kunstanspruch zu zementieren. Und sei es auch mit Mitteln, die man bis dahin vornehmlich der Werbung zuordnete." Auf Deutschlandradiokultur spricht Rudolf Schmitz mit Kurator Martin Engler und einigen Becher-Schülern.

Im art-magazin liefert Michael Kohler erste zufriedene Eindrücke von der Art Cologne. Im Mittelgeschoss "empfängt etwa Sprüth Magers das Publikum mit einem aktuellen 'Selbstporträt' von Cindy Sherman, um es anschließend mit einem Riesenformat aus Andreas Gurskys 'Bangkok'-Serie zu erschlagen; nach so viel Starpower nimmt man Sterling Rubys fragiles Mobile mit Putzeimer beinahe mit Erleichterung zur Kenntnis. In diesem Takt geht es weiter: Daniel Buchholz zeigt eine wie gemalt wirkende abstrakte Dunkelkammer-Arbeit von Wolfgang Tillmans neben einem wie fotografiert wirkenden Gemälde von Isa Genzken; bei White Cube ist neben einem kribbelig-krabbeligen Rieseninsektenkasten von Damien Hirst eine feuerbehandelte Pseudo-Minimal-Skulptur von Theaster Gates zu sehen."

Besprochen wird: die Rudolf-Belling-Retrospektive im Hamburger Bahnhof. (Welt)

Efeu - Die Kulturrundschau vom 26.04.2017 - Kunst

Für die SZ besucht Jörg Heiser die Ausstellung zum Intellektuellen-Künstler Pierre Klossowski im Berliner Schinkel Pavillon und erlebt in Schund und Lüsternheit den Ausweg aus der Gewalt: "Im ungelenken, profanen Eros findet Klossowski Glauben. Dies ist kein naives Modell sinnlicher Spiritualität, sondern der Auseinandersetzung mit Nietzsche und de Sade abgerungen. Bei letzterem diagnostizierte er 1933 einen umgekehrten Ödipus-Komplex, also Mutterhass. Den Mut zur abgründigen Perversion rettet Klossowski für sich, indem er das Grauen und die verbrecherische Gewalt bei de Sade in Zärtlichkeit und Witz verwandelt." (Bild: Pierre Klossowski: Les barres parallèles, 1976)

Weiteres: In Köln ist die Art Cologne gestartet. Im Interview mit dem Monopol Magazin verrät ihr Direktor Daniel Hug, warum er nach Berlin expandieren will, die Art Basel aber bitte nicht nach Düsseldorf kommen sollte: "Wenn die Schweizer nun aber überall in der Welt Ableger gründen, dann haben sie eine solche Macht über den Kunstmarkt, dass das viel regionale Kultur verdrängt. Das ist auch eine Form von Kolonialismus."

Besprochen wird die Markus-Lüpertz-Ausstellung im Leipziger Museum für bildende Künste (die laut Andreas Platthaus in der FAZ überhaupt nicht schwerdeutsch daherkomme).
Stichwörter: Pierre Klossowski

Efeu - Die Kulturrundschau vom 25.04.2017 - Kunst





Klaus Paier: "Optische Schreie" im Ludwig Forum Aachen.

In der taz freut sich Bernd Müllender über die Ausstellung "Optische Schreie" im Aachener Ludwig Forum, die dem "plakativen Expressionismus" des Klaus Paier huldigt. In den achtziger Jahren Aachen drückte der Wandmaler der Stadt seine Anklagen gegen Atomkraft, Krieg, Autos und Unterdrückung auf: "'Das muss weg' war der Imperativ des sauberen Spießertums unter Federführung des CDU-Oberbürgermeisters Kurt Malangré. Zu provokativ für das tiefschwarze Aachen war diese grellbunte Sympathie mit Außenseitern der Gesellschaft wie Punks, Hausbesetzern, Schwulen (Paier war selbst in der Aktionsgruppe der Aachener Printenschwestern aktiv). Schweinerei, Schmierereien, igitt. Städtische Säuberungstrupps rückten an."

Sabine Breitwieser muss wegen ihres harschen Führungsstils das Salzburger Museum der Moderne verlassen. In der NZZ findet Paul Jandl zwar nicht, dass es soziale Kompetenz im Kunstbetrieb braucht, räumt aber ein, dass es "Österreichs Museumslandschaft in sich hat: Manches hochseriöse Haus wird in barocker Selbstherrlichkeit geführt. Sabine Breitwieser zählt wohl nicht zu den eitelsten Museumschefs, aber die Vermarktung des Direktoren-Ichs ist Teil des geschäftlichen Konzepts auf einem Markt, der heiß umkämpft ist."

Besprochen werden die Lucas-Cranach-Ausstellung im Düsseldorfer Museum Kunstpalast (NZZ), Howard Kanovitz' fotorealistische Arbeiten im Ludwig Museum Koblenz (FAZ) und die die Schau der Bildhauerin Sarah Pichlkostner in der Wiener Galerie Winter (Standard).
Stichwörter: Klaus Paier

Efeu - Die Kulturrundschau vom 24.04.2017 - Kunst


Johan Joseph Zoffany, Queen Charlotte, 1771, © Her Majesty Queen Elizabeth II 2017

Im 20. Jahrhundert war das britische Königshaus nicht sehr kunstfreundlich, um es milde auszudrücken. Im 18. Jahrhundert war das ganz anders - nicht zuletzt dank dreier deutscher Prinzessinnen, denen das Yale Center for British Art gerade die Ausstellung "Enlightened Princesses: Caroline, Augusta, Charlotte and the Shaping of the Modern World" gewidmet hat, erklärt Martin Filler in der NYRB: "These three German Georgian graces - whose contributions to British life spanned more than a century - brought far more to their adopted country than just political stability. They were all exceptionally well educated, intellectually curious, and aesthetically attuned, even by the standards of the day usually reserved for men. This was true especially when it came to the Enlightenment ideas and principles being advanced at the time. The princesses' careful schooling in a multiplicity of subjects central to the Aufklärung (Enlightenment) included a strong emphasis on science, particularly botany and astronomy, along with the classical curriculum of Greek and Latin. Their attainments far outstripped almost all of the British nobility and much of the aristocracy."

Und: Christopher Benfey erinnert sich in der NYRB an den Maler Albert Pinkham Ryder. David Lewis besucht für das Artforum die Picabia-Ausstellung im Museum of Modern Art in New York.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 22.04.2017 - Kunst


Hans Op de Beeck, The Settlement, 2013. © Hans Op de Beeck

Wie Alice im Wunderland bewegt sich NZZ-Kritikerin Kerstin Stremmel im Museum Wolfsburg durch die Rauminszenierungen Hans Op de Beecks, der seine Modelle oft kleiner oder größer baut als das Original, immer auf der Suche nach ihrem eigenen Film: "Die Künstlichkeit und Akribie erinnert an Filmsets, die der schwedische Regisseur Roy Andersson über Wochen in seinem Studio bauen lässt und dann oft nur für eine einzige Kameraeinstellung benutzt. Bei Hans Op de Beeck sind wir es, die immer irgendwie unpassend gekleideten Besucher, die sich ein Drehbuch überlegen müssen. In diesem Raum wirkt alles bekannt und fremd zugleich und ist in seiner reduzierten Farbigkeit weniger langweilig als beruhigend und irgendwie zeitgemäß entschleunigend. Die Schatzkammer des Sammlers wird in Wolfsburg durch einen Balkon ergänzt. Von hier aus hat man einen Blick auf eine düstere Unterstadt, das Szenario erinnert an den Film 'Metropolis'."


Paul Elliman, Autumn/Winter 2016/17, Courtesy der Künstler

In den Berliner Kunst-Werken beginnt der neue Kurator Krist Gruijthuijsen seine Amtszeit mit einem Premieren-Trio zur Konzeptkunst, berichtet Christiane Meixner im Tagesspiegel: "Das Wesentliche ist für Gruijhtuisen das Wort. Es steht am Beginn der Konzeptkunst und formt den Gedanken, aus dem heraus ein Werk wie von Hanne Lippard entstehen kann. Sie war die Erste in seinem Premieren-Trio und hat im Hauptraum eine Wendeltreppe samt akustischer Installation aufgebaut, die den Besucher mit Fragen konfrontiert: Was willst du, wer bist du, was ist der Sinn deines Daseins? Paul Elliman, der den Eröffnungsreigen im ersten Stockwerk fortsetzt, gibt vorsichtige Antworten. In seiner Ausstellung 'As you said' formen sie in monumentalen Buchstaben auf Displays oder Plakaten vor allem Parolen der Gegenwart: Ich, Du, Politics, Language." Der anderen beide Künstler sind Ian Wilson und Adam Pendleton.

Weitere Artikel: "Nichts als alternative Fakten" sieht ein faszinierter Marcus Woeller (Welt) in Damien Hirsts neue Ausstellungen in Venedig, die angeblich einen versunkenen antiken Schatz zeigen, den Hirst aus dem Meer geborgen haben will. Anlässlich der Schau Jack Bilbo/Daniel Richter, die ab 28. April im Atelier Liebermann in Berlin zu sehen ist, druckt die taz einen Text über Bilbo von Ludwig Lugmeier aus dem Katalog vorab. Im Guardian schreibt Lara Feigel anlässlich der kommenden großen Giacometti-Ausstellung in der Tate Modern über Giacomettis Obsessionen.

Besprochen werden zwei Ausstellungen mit Bildern aus drei Jahrhunderten venezianischer Malerei in der Hamburger Kunsthalle und in der Würzburger Residenz (FR) und eine Ausstellung des Südafrikaners Kemang Wa Lehulere in der DB-Kunsthalle Berlin (FR).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 21.04.2017 - Kunst


Bild: Galerie im Turm

Noch bis Ende nächster Woche ist in der Galerie im Turm in Berlin-Friedrichshain die Ausstellung "A Gallerina's Dream (Arbeitstitel)" mit Werken von Stefan Panhans und Andrea Winkler zu sehen, die Julia Gwendolyn Schneider in der taz sehr empfiehlt. Gezeigt wird dort unter anderem Panhans Experimentalfilm "Freeroam À Rebours, Mod#I.1" (2016), der auf Fehlerszenarien aus dem Computerspiel "Grand Theft Auto" basiert: "Zwischen Videoclip, Performance und zeitgenössischem Tanz oszillierend, basiert der Film auf Formen des Unvermögens im Verhalten menschengesteuerter Avatare. Die Unkonzentriertheit der realen Personen, die die virtuellen Spielfiguren steuern, erzeugt Fehlbewegungen im Algorithmus der Figuren. Damit sind Stillstand und Zögerlichkeiten gemeint, die den permanent handlungsorientierten Bewegungen des fast reinen Action-Spiels zuwiderlaufen und den perfekten Spielfluss stören. In Panhans' Video kopieren Tänzer und Schauspieler die Fehler im Bewegungsalgorithmus der Game-Avatare und zelebrieren diese Momente in einem Tanz des Ungenügens, der Bewegungen richtungslos hin und her wabern lässt und jegliche Zielorientiertheit gegen den Strich bürstet."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 20.04.2017 - Kunst

Im Gespräch mit dem Freitag skizziert der Galerist Johnson Chang auf der Art Basel in Hongkong den Markt für chinesische Kunst und kündigt ein neues Projekt zusammen mit dem Haus der Kulturen der Welt an: "Dabei soll es um Mao Zedongs Revolution gehen. Ich sprach darüber mit dem Kurator und Autor Anselm Franke. Das Projekt steckt noch in der Anfangsplanung, die Realisierung wird wohl Jahre in Anspruch nehmen. Der intellektuelle Diskurs zum chinesischen Revolutionsthema wird definitiv in Berlin stattfinden, aber der Ort für die dazugehörige Ausstellung ist noch nicht entschieden. Sie wird wahrscheinlich erst in Hongkong gezeigt werden und dann hoffentlich nach Deutschland weiterwandern."

Weiteres: Im Interview mit dem Standard spricht die Künstlerin Brigitte Kowanz über ihre Arbeit für den österreichischen Pavillon in Venedig und die offenbar nicht ganz einfache Zusammenarbeit mit Erwin Wurm.

Besprochen werden das deutsch-iranische Ausstellungsprojekt "Frühe Kulturen zwischen Wasser und Wüste" in der Bonner Bundeskunsthalle (FR) und die Ausstellung Michelangelo und Sebastiano del Piombo in der Londoner National Gallery (Tagesspiegel, FAZ),

Efeu - Die Kulturrundschau vom 19.04.2017 - Kunst


(Foto: Jürgen Teller: Charlotte Rampling, a Fox, and a Plate No.15, Latimer Road, London 2016)

In der Berliner Zeitung weiß Ingeborg Ruthe, dass der jetzt im Berliner Gropiusbau ausstellende Fotograf Jürgen Teller nicht nur Anhänger hat, Kritiker finden seine derben Bilder schamlos, fragwürdig. Sie hingegen kann ihn gut ab, die Clownerien, das Tragikomische, die Selbstironie inklusive Selbstvermarktung: "Da lebt einer - abseits der klassischen Menschen-Fotografie der Altvorderen - ganz den offenen Kulturbegriff. Man weiß nicht, was Beuys dazu sagen würde. Aber Tellers innig-komisch-erzählerisches Interesse an Menschen, an Zusammenhängen mit dem Alltäglichen ist unübersehbar und der Vorwurf, seine Fotokunst sei sinnfrei, ist nachgerade humorlos. Tellers fotografischer Blick ist eben nicht pathetisch, mehr kurioser Natur."

Weiteres: Sehr aufschlussreich findet Ronald Berg in der taz die Dessauer Bauhaus-Ausstellung "Handwerk wird modern", die sich den Werkstätten vor der großen Kehrtwende zum Industriedesign widmet. Anlässlich der Restaurierung von Leonardo da Vincis "Anbetung der Könige" (mehr hier) wünscht sich der Kunsthistoriker Frank Zöllner in der FAZ wieder mehr wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema. Ziemlich geschwätzig findet Georg Imdahl in der FAZ die in Wolfsburg und Leverkusen gezeigten Arbeiten des Belgiers Hans Op de Beeck.
Stichwörter: Juergen Teller

Efeu - Die Kulturrundschau vom 18.04.2017 - Kunst


Damien Hirst: "The Severed Head of Medusa", 2017. Aus der Ausstellung Treasure From the Wreck of the Unbelievable".

Völlig überwältigt ist Laura Cumming im Guardian von Damien Hirsts Bombast-Schau "Treasures from the Wreck of the Unbelievable" in Venedigs Punta della Dogana und dem Palazzo Grassi: "I have never seen a bigger show in my life. The artist has filled not one but two museums with hundreds of objects in marble, gold and bronze, crystal, jade and malachite - heroes, gods and leviathans all supposedly lost in a legendary shipwreck 2,000 years ago and now raised from the Indian Ocean at Hirst's personal expense. It is by turns marvellous and beautiful, prodigious, comic and monstrous."

In der Weimarer Ausstellung "Winckelmann. Moderne Antike" sticht Welt-Kritiker Tilman Krause noch einmal in aller Deutlichkeit ins Auge, dass sich der Deutsche Klassizismus an der Körperlichkeit der Antike entzündete, genauer gesagt an männlichen Körpern: "Der Verklärer männlicher Schönheit in der Kunst ließ sich auch privat zu großen Begeisterungsausbrüchen für junge Männer hinreißen. Der Klassizismus erlebte seine Geburt aus dem Geist einer durchaus gelebten Homosexualität... Goethe hat es als erster ausgesprochen: Nie hätte Winckelmann den großen Paradigmenwechsel vom Rokoko zum Klassizismus vollzogen, wenn er nicht auf Männer abgefahren wäre."

Weiteres: Brigitte Werneburg durfte für die taz durch die Museumslandschaft Flanderns reisen, besonders gut gefallen hat ihr eine Ausstellung zum belgischen Maler, Bildhauer und Grafiker Pol Bury im Brüsseler Bozar, auch "weil Bury die Meinung vertrat, Kunst müsse zu erschwinglichen Preisen einem Massenpublikum zugänglich sein". Luise Glum ist in der taz gar nicht dafür zu haben, Banksys Arbeiten in der Wanderausstellung "Magic City" durch Europas Museen zu schicken: "Die Seele der Streetart war seit den Anfängen der Bewegung ihre Absage an die Kommerzialisierung der für die Öffentlichkeit geschaffenen Kunst durch Dritte." Im Tagesspiegel stellt Astrid Hebold das RomArchive vor, das europäische Kunst von Sinti und Roma digital archivieren soll. Richtig aufregend findet SZ-Kritiker Gottfried Knapp die neue Einrichtung des Kölner Kolumba-Museums, dessen neue Präsentation unter dem Titel "Über das Individuum" läuft.
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