Efeu - Die Kulturrundschau - Archiv

Architektur

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Efeu - Die Kulturrundschau vom 24.04.2018 - Architektur


Die Greencity in Zürich, ein Projekt der Stadt, Genossenschaft und Swiss Life. Foto: Greencity.

Den Anspruch, ein Quartier zu bauen, das den Menschen hilft, sich dem ökologischen Ziel der 2000-Watt-Gesellschaft anzunähern, wofür der durchschnittliche Energieverbrauch pro Kopf drastisch reduziert werden muss, findet Antja Stahl in der NZZ durchaus ehrbar. Als sie sich die Zürcher "Greencity" aber angeschaut hat, wollte sie sie am liebsten in "Greycity" umbenennen, so wenig ansprechend findet sie den Betonklotz. Und auch die Regulierung des Lebens innerhalb des Quartiers empfindet sie als beklemmend: "Das unbedingte Bestreben, den Energieverbrauch der Bewohner und Nutzer zu senken, hat nicht nur die Architektur in die Knie gezwungen. Damit sich Greencity auch nach dem Einzug von schätzungsweise 2000 Einwohnern in 731 Wohnungen noch '2000-Watt-Areal' nennen darf, wurden weitere Vorkehrungen getroffen, die die Mündigkeit des Individuums tatsächlich grundsätzlich infrage stellen. Es gibt bei einer Genossenschaft etwa 'mietvertragliche Verpflichtungen', die dem Bewohner vorschreiben, welche Haushaltsgeräte er benutzen soll und wie er seine Wohnung einzurichten hat."

Weiteres: Ganz und gar unzufrieden ist Falk Jaeger in der FAZ mit dem Umbau der Prager Straße in Dresden: "Die Stadt hat ihre Planungshoheit längst aufgegeben und ihre Zukunft den Kräften des Marktes überlassen." Dankwart Guratzsch verteidigt in der Welt die Rekonstruktion der Frankfurter Altstadt gegen den Architekten Stephan Trüby, der sie kürzlich in der FAZ als revisionistischen Plan eines Rechtsradikalen geißelte.
Stichwörter: Greencity, Zürich

Efeu - Die Kulturrundschau vom 16.04.2018 - Architektur


Ausstellungsansicht "Junya Ishigami" in der Fondation Cartier. Foto: Jean Picon

Fasziniert geht taz-Redakteurin Brigitte Werneburg durch die erste Einzelausstellung der Fondation Cartier zur zeitgenössischen Architektur: Der Japaner Junya Ishigami zeigt hier, wie man mit der Natur baut, Licht in Erdlöcher bringt und beim Beten nass wird. Nachhaltig? Das, meint Werneburg, "verfehlt seine Idee einer befreiten Architektur, in der seine japanische Sozialisation deutlich wird: JapanerInnen kennen und schätzen keine im westlichen Sinne 'echte' Natur. Sie betrachten sie als immer schon artifiziell, selbst Wälder und Landschaften sind künstlich angelegt. Denn zur Natur in Japan gehören Erdbeben, die das vermeintlich Solide stets aufs Neue erschüttern. Hier greift unsere Vorstellung von Dauer nicht. Junya Ishigamis Vorstellung von Nachhaltigkeit liegt in der Frage, wie man Prozesse neu denken und verändern kann, während wir im Westen sie über unsere Nachhaltigkeitskonzepte regeln und verstetigen wollen." Vielleicht sollte man ihn für die Volksbühne engagieren?

Efeu - Die Kulturrundschau vom 09.04.2018 - Architektur

Dass Großbauprojekte auch ohne Skandale und Kostenexplosionen funktionieren können, lernt Standard-Kritiker Wojciech Czaja in der von Andrea Jürges kuratierten Ausstellung "Große Oper, viel Theater?" im Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt. In der NZZ erinnert Ulf Meyer an den dänischen Architekten Jørn Utzon, Architekt der Oper von Sidney, der heute 100 Jahre alt geworden wäre.
Stichwörter: Jorn Utzon

Efeu - Die Kulturrundschau vom 03.04.2018 - Architektur

Die beiden irischen Architektinnen Yvonne Farrell und Shelley McNamara kuratieren die im Mai beginnende Architekturbiennale in Venedig. Im SZ-Interview mit Laura Weissmüller besingen sie die Kunst, schöne Mauern zu errichten: "Wenn Sie als Architekt eine hohe Mauer entwerfen müssen, weil es das Gebäude für eine Bank oder ein Regierung ist, dann werden das die Menschen verstehen, wenn es eine schöne Wand ist. Der Palazzo Strozzi in Florenz ist dafür ein gutes Beispiel: Es ist ein sehr abwehrendes Gebäude, aber umgürtet von einer langen Bank, wo sich alle hinsetzen können. Manchmal geht es gar nicht darum, ob man ein Gebäude betreten oder es benutzen kann, sondern darum, ob man einen Genuss dabei empfindet, wenn man daran vorbeigeht."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 29.03.2018 - Architektur

Der Berliner Senat will Rainer Rümmlers Unterführung zwischen Internationalem Congress Centrum (ICC), Busbahnhof und S-Bahn (Bild) schließen, meldet Peter Richter in der SZ. Anwohner und Touristen meiden sie, weil sie nach Urin stinkt, unheimlich ist und die Rolltreppen immer kaputt sind. Doch zugleich ist die Unterführung ein beliebter Drehort für Hollywoodfilme: "Vielleicht weil man ihr so ansieht, dass sie mit allen Mitteln das Gegenteil eines Angstraums sein wollte, sondern modern, optimistisch und geradezu poppig. Erstens ist es der größte Säulenwald zwischen der Mezquita von Córdoba und dem Krematorium Baumschulenweg (das seinerseits allerdings wiederum die Mezquita von Córdoba zum Vorbild hat). Durch die niedrige Höhe der Decke kommt man sich nur weniger vor wie in einem Wald, sondern eher wie zwischen den Wurzeln. Zweitens sind Wände und Säulen sehr, sehr orange." Vielleicht kann man einen Club draus machen, oder einen Ausstellungsort, schlägt Richter vor. Oder vielleicht kann die Stadt einfach die Rolltreppen regelmäßig warten lassen?

Besprochen wird die Ausstellung "Große Oper - Viel Theater? Bühnenbauten im europäischen Vergleich" im Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt (FAZ).
Stichwörter: Rainer Rümmler

Efeu - Die Kulturrundschau vom 27.03.2018 - Architektur

In der SZ berichtet Joseph Hanimann von Plänen in Paris, von privaten Investoren Brücken über die Seine oder den Boulevard péripherique bauen zu lassen.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 26.03.2018 - Architektur

Dankwart Guratzsch schreibt in der Welt zum Tod des DDR Architekten Manfred Prasser, der unter anderem den Friedrichstadtpalast entwarf, aber auch am Palast der Republik und am Gendarmenmarkt beteiligt war, wie Lothar Heinke im Tagesspiegel ergänzt.

Besprochen wird die Ausstellung "Habitat" zur Zooarchitektur im Bärenzwinger im Köllnischen Park in Berlin (taz).
Stichwörter: Manfred Prasser

Efeu - Die Kulturrundschau vom 24.03.2018 - Architektur

"Hochaktuell und brisant" findet FR-Kritiker Christian Thomas die im Deutschen Architekturmuseum gezeigte Schau "Große Oper - viel Theater?" - führt sie ihm doch anhand verschiedener Beispiele vor Augen, weshalb sich die Planung der Sanierung bzw. des Neubaus der Städtischen Bühnen in Frankfurt noch lange hinziehen wird und schon jetzt mit Kosten von 800 Millionen Euro gerechnet werden muss: "Das Theater als Ort, an dem Tag und Nacht gearbeitet wird - Transparenz nicht nur als Schauwert, sondern als Legitimationsstrategie. Und nicht nur das Beispiel des National Theatre in London wird angeführt, um auf eine veränderte, umfassendere Nutzung von Theaterbauten hinzuweisen, eine womöglich zeitgemäßere, jedenfalls eine ganztägige, mit Buchshop, Café und Restaurant, anstelle des alleinigen Spielbetriebs, abends. Vielfältige neue Wege, auch in Gdansk. Umsichtige in Liverpool."

Am Beispiel des von dem Architekten Ole Scheeren - der schon den CCTV-Turm in Peking entwarf - als Museum, Auktionshaus, Hotel und Marktplatz gestalteten Hauptquartiers des Guardian Art Center zeigt sich Kai Strittmatter in der SZ, dass die Zeit der Aufbruchsstimmung in China vorerst vorbei ist: Denn Peking sei "eine Stadt, die den Bürgern deren Bedürfnisse immer wieder um die Ohren knallt. Ein politischer Ort, den die Macht immer wieder neu zu formen beliebt. Den idyllischen Hutongs südlich vom neuen Auktionshaus hat die Stadtregierung gerade im letzten Sommer das Leben ausgetrieben, Läden und Restaurants wurden über Nacht zugemauert. Weil Peking 'sauber' und 'ordentlich' werden soll, weil die Partei alles organisch Gewachsene misstrauisch beäugt und weil sie die Auswärtigen vertreiben will aus der Stadt."
Stichwörter: Peking, China, Ole Scheeren

Efeu - Die Kulturrundschau vom 21.03.2018 - Architektur


Elbtower, Hamburg 2017. Bild: David Chipperfield Architects.

Till Briegleb sieht in der SZ der Hamburger Osterweiterung eigentlich erwartungsfreudig entgegen: David Chipperfield Architekten werden einen 235 Meter hohen Elbtower an den Elbbrücken errichten, am Billebogen in Rothenburgsort: "Dort begrüßen einen bisher Stelzendächer von Stückguthallen, bröckelnde Hafenbecken mit Birkenbewuchs, verlorene Backsteingebäude und eine Menge nostalgisch wirkender Gewerbepragmatismus - vom Reifenstapel bis zum pinkelnden Brummifahrer. Dieser Verfallscharme einer aussterbenden Hafenkultur aus der Zeit, als echte Männer noch echte Säcke in ungeheizte Speicher schleppten, wird in den nächsten Jahren verschwinden." Aber er ahnt auch: "Den distinguierten Hamburger, der so gerne Schirmlampen in die Fenster seiner Altbauwohnung stellt, mag es vor diesem Megazeichen und seinen Implikationen schaudern."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 20.03.2018 - Architektur

Warum gibt es in deutschen Städten keinen Sinn für Schönheit? Warum ist alles so hässlich? Oder so gestrig? Ronald Berg seufzt in der taz vernehmbar, aber vermutlich vergeblich über die fehlende Baukultur: "Gestaltungssatzungen existieren in Berlin für etliche Stadtquartiere - etwa für die Spandauer Vorstadt, Teile der Karl-Marx-Allee oder den Bereich des ehemaligen Luisenstädtischen Kanals, wovon heute nur noch das Engelbecken geflutet ist. Und stets orientiert man sich dabei an der vermeintlich 'schönen' Vergangenheit. Zeitgenössisch-verbindliche Vorstellungen über das Schöne scheinen zu fehlen. Also das, was Immanuel Kant seinerzeit 'Gemeinsinn' nannte."
Stichwörter: Karl Marx
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