Efeu - Die Kulturrundschau - Archiv

Architektur

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Efeu - Die Kulturrundschau vom 20.07.2017 - Architektur

Jeremie Frank: Das Makrofon, 1981, © Jeremie Frank
Die Ausstellung "Gezeichnete Welten" im Berliner Museum für Architekturzeichnung lehrt einen staunenden Bernhard Schulz (Tagesspiegel), wie die Architekturzeichnung in den siebziger und achtziger Jahren durch den Direktor der Londoner Architectural Association, Alvin Boyarsky, zu Ehren kam: "Jahrhundertelang war Architektur in Form von Traktaten und Lehrbüchern vermittelt worden, nun setzte sich die Zeichnung - im weitesten Sinne - an die Spitze. Boyarsky sorgte für internationalen Austausch durch unzählige Ausstellungen, Veröffentlichungen, Symposien; sein Motto war 'Wir kämpfen die Schlacht mit den Zeichnungen an der Wand'. Dass das nicht nur harmonisch ablief, wurde 1983 klar, als einem ganzen Kursus das Abschlusszeugnis verweigert wurde, weil die Zeichnungen der Studenten 'zu experimentell und cartoonartig' seien."

Außerdem: In der SZ erzählt Christiane Schlötzer, wie deutsche Architekten einst dabei halfen, Ankara zu modernisieren.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 18.07.2017 - Architektur


Festung Franzenfeste in Bozen. Foto: Markus Scherer Architekt.

Jetzt machen sich die internationalen Architekturstars mit ihren Event-Bauten auch in Südtirol breit, schimpft Roman Hollenstein in der NZZ, dabei hat die Region das überhat nicht nötig. Tatsächlich erlebe sie gerade einen "baukünstlerischen Höhenflug", meint Hollenstein, und wie elegant und expressiv Architektur in Südtirol sein kann,  zeigt ihm der Umbau der Franzensfeste durch die Architekten Markus Scherer und Walter Dietl: "Scherer, der sich zusammen mit Walter Angonese schon 2003 mit dem ingeniösen Umbau von Schloss Tirol einen Namen gemacht hatte, versuchte die Patina des in seinem Urzustand erhaltenen Baudenkmals zu wahren und 'für zukünftige Besucher erlebbar zu machen'. Entstanden ist ein stilles, mitunter fast metaphysisch anmutendes Meisterwerk, das die besten Eigenschaften der neuen Südtiroler Architektur auf höchstem künstlerischem Niveau vereint und dabei an unerwarteten Stellen mit spektakulären Einfällen überrascht." Leider, leider annonciert die NZZ auch, dass der Architekturkritiker Hollenstein die Zeitung verlässt und in Pension geht.

Für den Standard besucht Wojciech Czaja die Kölner Ditib-Zentralmoschee, die nach acht Jahren Bauzeit, Grabenkämpfen und Prozessen am Wochenende im Juni in Betrieb ging. Gebetet wird - trotz moderner Architektur - immer noch streng nach Geschlechtern getrennt.
Stichwörter: Franzensfeste, Südtirol

Efeu - Die Kulturrundschau vom 17.07.2017 - Architektur

Für die taz feiert nun auch Daniel Sylbersztajn Francis Kérés wunderschönen und bereits vielfach besungenen Sommerpavillon der Serpentine Gallery in London: "Leitmotiv des Pavillons wie auch des Architekturstils Kérés ist das Offene."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 14.07.2017 - Architektur

Wer wissen will, wie umwelt- und menschengerechtes Wohnen sich mit boden- und energiesparendem und kostengünstigem Städtebau verbinden lässt, sollte sich die von Roland Rainer zwischen 1967 und 2000 entworfene Gartenstadt in Puchenau bei Linz ansehen, empfiehlt Reinhard Seiß in der SZ. Tobias Sedlmaier besucht für die NZZ das akustische Probetraining in der neuen Zürcher Tonhalle Maag.

Besprochen wird die Ausstellung "The City Is Ours" im Museum of London (Guardian).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 10.07.2017 - Architektur


Giuseppe Pettazzis Fiat-Tagliero-Tankstelle in Asmara. Foto: Sailko, CC.

Die Unesco hat nicht nur die Eiszeit-Höhlen auf der Schwäbischen Alb zum Weltkulturerbe erklärt, sondern auch Eritreas Hauptstadt Asmara. In der New York Times freut sich Kimiko de Freytas-Tamura über die Entscheidung und nennt die Stadt mit den vielen Art-Deco-Gebäuden "Afrikas Miami": "Zu den modernistischen Gebäude der Stadt gehören ebenso Bowling-Bahnen wie die Fiat-Tagliero-Tankstelle, die wie ein Flugzeug aussiegt, mit einem zentralen Tower und zwanzig Meter langen Flügeln. Es gibt auch eine Garage aus dem Jahr 1937, die an einen Schiffsrumpf mit Bullaugen erinnert. Die Zilli Bar sieht wie ein altes radiogerät aus, mit Fenstern wie Drehreglern." In der FAZ sieht Vera Simone Bader damit auch Eritreas Umgang mit dem Architektur-Erbe seiner italienischen Kolonialmacht gewürdigt.

Thomas Steinfeld besichtigt in der SZ den imposanten Palazzo Ducale in Mantua, dessen architektonische Rätsel erst nach Jahrhundert aufgeklärt werden konnten: "Ein riesiges Labyrinth ist diese Anlage. Ein mittelalterlicher Palazzo gehört dazu und eine Burg aus der Zeit um 1400, große Paläste und kleine Häuser aus allen Perioden der Renaissance und des frühen Barock, eine noch existierende, große Kirche und eine verschwundene, die in andere Gebäude einging, ein halbes Dutzend grüne Innenhöfe oder Gärten, teilweise hängend, Verbindungsgänge, Spiegelsäle, offene und geschlossene Galerien, Fluchten ohne Zahl."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 08.07.2017 - Architektur

Bild: Roberto Burle Marx, Garten der früheren Francisco Pignatari Residenz, jetzt Parque Burle Marx, São Paulo, 1956, Foto: Cesar Barreto

Ausgerechnet Berlin inspirierte den brasilianische Maler, Bildhauer und Landschaftsarchitekten Roberto Burle Marx für seine Arbeit in den Tropen, erfährt Welt-Kritiker Marcus Woeller in der großen Berliner Ausstellung "Tropische Moderne" mit Gemälden, Modellen und Gartenentwürfen aus allen Schaffensperioden des Künstlers. Besonders in den Aufträgen für private Bauherren konnte er sich ausleben, erklärt Woeller: "Für Niemeyers Casa Edmundo Cavanelas in Petrópolis legte er Rabatten aus purpurblättrigen Bodendeckern in den Rasenteppich, als hätte der einen riesigen Rotweinfleck. Daneben pflanzte er ein Schachbrett aus zweifarbigen Gräsern, an denen die Platzpfleger heutiger Fußballarenen ihre Freude hätten. Für Villen in Rio und São Paulo kombinierte er brutalistische Reliefs mit den Wucherungen autochthoner Botanik. Burle Marx' Gärten sind lebende Bilder."

Bild: Serpentine Pavilion 2017, designed by Francis Kéré. Serpentine Gallery, London. Kéré Architecture, Photography Bild: 2017 Iwan Baan

Für die NZZ hat sich Marion Löhndorf den von dem afrikanischen Architekten Diébédo Francis Kérés gestalteten Sommerpavillon für die Serpentine Gallery in Kensington Gardens angeschaut: "Der Clou ist der Einsatz des Regenwassers, das vom Dach des Hauses gesammelt wird und in kleinen Wasserfällen seine Runden dreht, bis es in die Kanalisation läuft: Aus der Sicht des afrikanischen Architekten, in dessen Land Wasser rar ist, sollte es als etwas Besonderes geschätzt werden. Die verwendeten Materialien Holz, Stahl und Plastic verleihen seinem Bau Leichtigkeit. Nur der Boden ist aus Beton."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 04.07.2017 - Architektur


Wohnprojekt Wien, einzueins architektur, 2013. Foto: Hertha Hurnaus

Nach der Ausstellung "Together" zur Zukunft des Wohnen im Vitra Design Museum in Weil am Rhein weiß SZ-Kritiker Gerhard Matzig nicht, ob er jetzt lieber eine Revolution anzetteln oder zurück ins Münchner Eigenheim fahren will: "Selten hat man eine Architekturausstellung gesehen, in der man so schnell berauscht und so bald wieder ernüchtert wurde. Selten hat man auch eine derart die Fantasie anregende und gleichzeitig das Existenzielle verhandelnde Schau gesehen. Und selten stand man vor so vielen Lösungen, die mitunter von Problemen kaum zu unterscheiden sind. Es sind nicht allein Kickerkasten, Brettspiel und Sojabohnen, die davon erzählen, dass die neue Architektur der Gemeinschaft nicht nur vom hehren Ideal der Gemeinschaft handelt, sondern auch von den Niederungen und Leidenswegen der Gemeinschaftsorganisation."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 01.07.2017 - Architektur


Frank Lloyd Wright, Plan for greater Baghdad, Baghdad project, 1957. aerial perspective of the cultural center and university from the north. the frank lloyd wright foundation archives (the museum of modern art | avery architectural & fine arts library, columbia university, new york)

Sehr gut gefällt NZZ-Kritiker Albert Kirchengast die bescheidene Attitüde, mit der das Moma in New York den 150. Geburtstag des Architekten Frank Lloyd Wright feiert: "Nicht Wright, die Kultfigur, heute wie damals von emsiger Jüngerschaft umgeben, sondern zwölf kleine Bildschirme stehen im Zentrum der Ausstellung. Bergdoll nimmt den Titel seiner Schau ernst, lässt Architekturhistoriker, Kuratoren, Archivare, ob jung oder alt, renommiert oder neu im Forschungsbetrieb, je ein Objekt ihrer Wahl aus der Fülle des Möglichen picken und auspacken. Das wurde gefilmt und zu charmant unprätenziösen Präsentationen gefügt - man schaut den Leuten sozusagen live beim Nachdenken über die Schultern."
Stichwörter: Frank Lloyd Wright

Efeu - Die Kulturrundschau vom 29.06.2017 - Architektur


Anbau in der Pasona Urban Farm. Foto: Kono Designs

Bürohäuser, in denen Schweine gezüchtet oder Bohnen gezogen werden, sind im Trend, besonders japanische Architekten gehen da voran, erzählt Ulf Meyer in der NZZ: "Die Pasona Urban Farm wurde von dem japanischstämmigen Architekten Yoshimi Kono aus New York entworfen. Sein neungeschossiges Bürohaus macht alle vier Jahreszeiten direkt am Arbeitsplatz erlebbar. Das fünfzig Jahre alte Gebäude hat Kono gründlich umgekrempelt: Von den 20 000 Quadratmetern Geschossfläche wurden 4000 als Anbaufläche für Nutzpflanzen abgezwackt: Obst, Gemüse und Getreide werden im Haus geerntet und in der hauseigenen Cafeteria zubereitet und verspeist. 'Farm-to-table office' nennen Experten dieses neue, radikale Konzept. 'Agrarspezialisten' unterstützen die Angestellten bei der Pflege der mehr als 200 Pflanzenarten im Haus."

Die Berliner können sich über ein Museum des 20. Jahrhunderts so viele Gedanken machen wie sie wollen, ohne vernünftige Stadtplanung bleibt das von der vielbefahrenen Potsdamer Straße zerschnittene Kulturforum ein trostloser Ort, meint Thomas E. Schmidt in der Zeit: Er plädiert für eine Untertunnelung der Postdamer Straße an dieser Stelle, damit "das Kulturforum einen eigenen Charakter als öffentlicher Platz entwickeln kann". Überhaupt sollte man das ganze neu ausschreiben: "Die Entscheidung, eines der letzten großen Museen in Berlin an falscher Stelle zu bauen, war von keinem Gremium getroffen worden. Das wirft einen nachträglichen Schatten auch auf den Architektenwettbewerb, den eine Expertenjury entschieden hat. Doch auch hier: Wer stellte die Jury zusammen, wer formulierte die Ausschreibungsbedingungen? War die Behörde der Kulturbeauftragten des Bundes federführend oder die Berliner Stadtentwicklungsbehörde? Vor allem: Wer befand eigentlich darüber, welche Architekten geladen wurden und welche ausgeschlossen blieben? Kulturpolitische Entscheidungen fallen noch immer erstaunlich intransparent."

Weitere Artikel: Alexander Menden lässt sich in London für die SZ von der Architektin Amanda Levete durch das "Exhibition Road Quarter" führen, eine neue Erweiterung des Victoria & Albert Museums (mehr dazu im Guardian und bei Designboom).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 28.06.2017 - Architektur

Auf der neuen sonnendurchfluteten Piazza vor Londons Victoria and Albert Museum kommt sich Guardian-Kritiker Oliver Wainwright ein wenig vor wie in Marbella. In der NZZ weiß Corinne Elsesser die Architekturführer von DOM Publishers zu schätzen, die auf abseitigen Wegen nach Venedig, Astana oder auch Pjöngjang führen.
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