Efeu - Die Kulturrundschau - Archiv

Architektur

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Efeu - Die Kulturrundschau vom 23.06.2018 - Architektur

Im Tagesspiegel begutachtet Bernhard Schulz die Entwürfe aus dem Programmwettbewerb für Schinkels Bauakademie in Berlin: "Vier der fünf Preisträger kommen aus Berlin. Das besagt Einiges über den Wettbewerb... Die einzigen Nicht-Berliner legten bei der Vorstellung am Mittwoch den Finger in genau diese Wunde, als sie erklärten: 'Für mehr Dynamik und weniger Seilschaften wird die Bauakademie in einer rotierenden Intendanz geführt.'"

Weiteres: Dezeen stellt einen New Yorker Wolkenkratzer des britischen Architekten David Adjaye vor, der bereits bestens auf die Lieferung per Drohne ausgerichtet ist.

Stichwörter: Bauakademie

Efeu - Die Kulturrundschau vom 22.06.2018 - Architektur

In der SZ lässt sich Andrian Kreye von der thailändischen Landschaftsarchitektin Kotchakorn Voraarkhom ihr Konzept einer porösen Stadt erklären, die die Betonversiegelungen aufbricht, damit die Wasser des Monsun wieder abfließen können. "Kotchakorn Voraarkhom war in ihrer Kindheit Augenzeugin der selbstgemachten Katastrophe. 'Früher gab es immer noch die Kanäle, es waren nicht alle Straßen zubetoniert', erklärt die 39-Jährige. 'Das Wasser konnte fließen. Doch weil wir immer eine landwirtschaftliche Gesellschaft waren und Landschaft eine Selbstverständlichkeit, dachte niemand daran, die Landschaft Bangkoks zu erhalten.' So gibt es heute kaum Parks oder Grünflächen. Genau da setzt Voraarkhom mit ihrer Arbeit an."

Weiteres: Petra Kohse stellt in der Berliner Zeitung das Architekturbüro Ortner&Ortner Baukunst vor. Im Tagesspiegel denkt Bernhard Schulz über die neue Rolle der Bibliothek nach. In der FAZ berichtet Falk Jaeger über die Planungen für den Wiederaufbau von Schinkels Bauakademie in Berlin.
Stichwörter: Bauakademie

Efeu - Die Kulturrundschau vom 20.06.2018 - Architektur

Ausstellungsansicht: Junya Ishigami: Freeing Architecture, Fondation Cartier, Paris 2018. Foto: Jean Picon


SZ-Autor Joseph Hanimann entdeckt in der Ausstellung "Freeing Architecture" in der Pariser Fondation Cartier die Arbeiten des Architekten Junya Ishigami, der sich weigert, nach Konzepten, Denkmustern oder Begriffen zu arbeiten, die eh meist schon überholt sind bevor die Architektur sie umsetzen kann: "Das einzige Grundprinzip, das er anerkennt, ist die Priorität des jeweils konkret Vorhandenen, in dem die Charakteristik des Orts, gesellschaftliche und individuelle Erwartungen, das natürliche Potenzial, die urbane oder landschaftliche Dynamik ineinander verknotet sind. Die architektonische Intervention kann dann minimalistisch sein wie beim Restaurant in einem Kunstbiotop der japanischen Provinz Tochigi, bestehend aus einem glasüberdachten Mäuerchen in einer Waldlichtung. Sie kann aber auch ganze Wälder versetzen wie im Botanical Farm Garden am selben Ort". Mehr zu Ishigami gibt es bei Dezeen.

Die Tempel in Südindien sind ja schon herrlich fantasievolle, kunterbunte Bauten, aber erst die Kirchen! Auf Hyperallergic bringt Monica Uszerowicz tolle Bilder, die vor allem von dem Fotografenpaar Haubitz und Zoche in Kerala aufgenommen wurden.
Stichwörter: Ishigami, Junya

Efeu - Die Kulturrundschau vom 18.06.2018 - Architektur

Ganz richtig findet Till Briegleb in der SZ die "Politischen Grundpositionen zu Stadt, Land und Architektur", mit denen sich rund fünftausend deutsche Architekten sich zu einer gesellschaftspolitischen Verantwortung bekennen und etwa die Sanierung über den Neubau stellen wollen. Aber Briegleb sieht auch die Schwachstelle des Manifests: "Die Gegner sind in diesem Fall ihre eigenen Bauherren. Und das ist ein Dilemma. Denn wie will man ernsthaft Bodenspekulation anprangern und die verlöschende Vielfalt in den Städten, den Verlust von Heimat beklagen und die mangelnde Werthaltigkeit von Neubauten, die galoppierende Verdrängung von Normalverdienern aus den Stadtzentren kritisieren und eine nachhaltige Baukultur fordern, wenn man es nicht in Zusammenhang stellt mit der renditefixierten Investorenkultur?"

Efeu - Die Kulturrundschau vom 15.06.2018 - Architektur

Wehmütig blickt Bernhard Schulz im Tagesspiegel nach Tschernjachowsk, ins einst ostpreußische Insterburg, wo von Hans Scharouns Frühwerk zumindest noch die allerdings ebenfalls zunehmend verfallende "Bunte Reihe" erhalten ist: "Sie ist in jener gemäßigt expressionistischen Formensprache gehalten, die damals in Deutschland weit verbreitet war, und für die sich in Berlin manche zumeist jedoch überformte Beispiele finden. Es sind Bauten, die expressive Formen als Ausweis einer neuen Zeit verwenden. Sie gehen den großen Leistungen der Weimarer Zeit voran, jenem 'Neuen Bauen', wie es Scharoun selbst mit der Siedlung Siemensstadt in Berlin verwirklicht hat."
 
Stichwörter: Scharoun, Hans

Efeu - Die Kulturrundschau vom 14.06.2018 - Architektur

Im Welt-Gespräch mit Dankwart Guratzsch ärgert sich der luxemburgische Architekt Rob Krier über die Gegenwart des Städtebaus und "gescheiterte Diplom-Ingenieure" in Stadtplanungsämtern: "Ich bin wahrhaftig erschrocken über das, was man von dieser neuen Europa-City am Hauptbahnhof sieht. 30, 35 Jahre Lehre und Veröffentlichungen und Bauanstrengungen sind in den Wind geschlagen. Wie Kollegen heute diesen repetitiven Dreck, diese Banalität in die Städte tragen können - das ist ungeheuerlich und geschmacklos, das ist öffentliche Kriminalität, Baukriminalität! Wenn in der Oper diese Art von Qualität gesungen würde, die wäre leer und müsste in drei Wochen schließen. Kein Mensch fährt am Sonntag in das Märkische Viertel und in die Gropiusstadt, um dort spazieren zu gehen. Aber das, was jetzt entsteht, ist nicht besser."
Stichwörter: Krier, Rob, Städtebau

Efeu - Die Kulturrundschau vom 13.06.2018 - Architektur

Als einen sensationellen Ort feiert Bernhard Schulz im Tagesspiegel den Neubau für das Kunstmuseum im portugiesischen Coimbra durch den Architekten Gonçalo Byrne.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 12.06.2018 - Architektur

Frida Escobedos Sommer-Pavillon. Foto: Serpentine Gallery


Den diesjährigen Sommer-Pavillon der Serpentine-Galerie in Londons Kensignton Garden hat die mexikanische Architektin Frida Escobedo errichtet, als erst zweite Frau seit Zaha Hadid. Im Guardian ist Oliver Wainwright nicht nur von dieser Entscheidung begeistert, sondern auch vom Ergebnis: Von außen sieht der Edelstahl-Bau aus wie Flechtwerk, doch innen tappt man durch eine Wasseroberfläche, erzählt er. "Ihr dunkler umschlossener Hof lässt unvermeidlich an Peter Zumthors Kloster von 2011 denken. Doch während sich die geteerte Box des Schweizer Maestros wie ein luftloses Mausoleum anfühlte, atmet Escobedos Container Luft und Licht. Er ist zugleich rau und scharfkantig, die gefurchten Zementziegel kontrastieren mit den skalpellartigen Ecken des Edelstahl-Dachs, das über dem dunklen Raum schwebt und damit für verzerrte Reflexionen und etliche Möglichkeiten für Selfies sorgt." In der FAZ freut sich Gina Thomas, wie Escobedo abstrakte Ideen über Zeit und Raum ins Konkrete wendet: "Hier erlebt der Besucher den Lauf der Zeit wie eines jener Seinsmomente, die auch Virginia Woolf beschäftigten." Eine schöne Bildstrecke gibt es bei Dezeen.

Früher eine Molkeirei, heute ein Zentrum für Bildung und Kultur: Das Toni-Areal in Zürich. Foto: EM2N Architekten


In den Museen Europas mag die Nachkriegsarchitektur hoch im Kurs stehen, aber nicht in seinen Städten. In der NZZ denkt Jürgen Tietz darüber nach, was es braucht, um die kraftvollen Bauten des Brutalismus mit ihrem ruppigen Reiz zu erhalten: "Wie bei fast allem im Leben geht es aber nicht nur ums Geld, sondern auch um Liebe: In Zürich-West beim Toni-Areal habe das 'freundliche Programm' entscheidend zu Erhaltung und Erfolg des Hauses beigetragen, sagen die Architekten. Ohnehin sei es am besten, wenn ein Haus robust genug sei, um Potenziale für die Aneignung durch die Nutzer zu eröffnen. 'Man muss es über den Gebrauch gern haben.' Überall dort, wo sich mit den Gebäuden zugleich Möglichkeitsräume eröffnen, entstehen Wege zur Identitätsfindung. Und die lassen die Erhaltungschancen steigen."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 09.06.2018 - Architektur

"Es ist nicht alles so eintönig in Nordkorea, wie man es sich vorstellt", erfahren wir von Marcus Woeller in der Welt, der Oliver Wainwrights neuen Bildband über nordkoreanische Innenarchitektur durchgeblättert hat. "Pjöngjang ist die wohl bunteste Stadt, in der ich überhaupt jemals war", sagt Wainwright und konzentriert sich in seinen Fotografien - auch wegen der Auflagen, die ihm seitens Nordkorea auferlegt wurden - "auf die Alltagsgebäude, auf die politischen Monumente, auf die repräsentative Architektur eines abgekapselten Landes. Er schwelgt in Details, Materialien, Interieurs."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 08.06.2018 - Architektur

Musée der Romanité, Nimes. 


Für die SZ hat sich Joseph Haniman das von der Pariser Architektin Elizabeth de Portzamparc entworfene und mit "gewellten Schleiern aus weiß getönten Glasplättchen" den Eindruck des Schwebens hervorrufende Musée de la Romanité in Nimes angeschaut. Beeindruckend, meint er, fragt aber: "Wie viel archäologische Legitimierung braucht die zeitgenössische Architektur in historischen Städten? In einem Hof des Museums suggerieren ein paar in die Wand montierte Steinbrocken einen antiken Ziergiebel. Sie stammen vom Tempel, den Kaiser Augustus über einer Quelle aus vorrömischer Zeit hatte errichten lassen. Auf 16 Meter Höhe in die sonst leere Betonwand montiert, wirken sie aber eher kurios als grandios."
 
Weitere Artikel: Wie eine "urbane Anti-Frust-Pille" erscheint Till Briegleb (SZ) der Plan für das Hamburger Paloma-Viertel, für das der Investor die Wünsche der Bewohner St. Paulis berücksichtigte und das nun nicht nur bezahlbaren Wohnraum, sondern auch ein Basketballfeld, eine Skateranlage, einen Spielplatz und einen offenen Garten auf den Dächern bieten wird.
Stichwörter: Musee de la Romanité