Frühestens 2031 ist mit einer Neueröffnung der Dauerausstellung im
Zeughaus des Deutschen Historischen Museums Berlin zu rechnen, teilte am Mittwoch dessen Präsident
Raphael Gross mit - und nicht mal das ist sicher, seufzt Nikolaus Bernau im
Tagesspiegel. Und natürlich fehlt, wie könnte es anders sein in Berlin, ein
Ausweichquartier. Gross würde gern in die Räume ziehen, die das Stadtmuseum im
Humboldt Forum derzeit noch für die Ausstellung "Berlin Global" nutzt, aber "zuständig für diese Räume ist das Land Berlin. Und das plant nach dem Ende von 'Berlin Global' für etwa 20 Millionen Euro eine Ausstellung über 'Freiheit'. Deren Sinn ist allerdings, vorsichtig gesagt,
denkbar vage. Gross hofft also, dass der Senat die Räume bis zum Ende der Sanierung des Zeughauses - wann immer das ist - an das DHM für dessen Dauerausstellung vergibt."
Noch schlechter sieht es bei der Suche nach einem
Ersatzquartier für die
Berliner Staatsbibliothek aus, die ab 2030 für elf Jahre geschlossen wird, stöhnt Robert Ide ebenfalls im
Tagesspiegel: "Die Berliner Landesbibliotheken können kaum Ersatz bieten, sind sie doch selbst sanierungsüberfällig. Die Amerika-Gedenkbibliothek in Kreuzberg ist schon lange zu klein, die Stadtbibliothek in Mitte modert schon viel zu lange vor sich hin, bevor sie hoffentlich bald ins Kaufhof-Gebäude am Alexanderplatz umziehen kann. Die Hauptstadt hat ihr
Gedächtnis verkommen lassen, nun ist es verkalkt."
Und wie sieht's am Berliner
Alexanderplatz aus? Baustellen, leere Ladenlokale,
Uringestank - und doch gibt es mit "The Berlinian", dem von der Signa-Gruppe begonnenen und dem Architekturbüro
Kleihues +
Kleihues entworfenen Hochhaus einen "eleganten" Lichtblick, atmet Boris Pofalla in der
Welt auf: "Die die Decken tragenden Betonsäulen sind so weit nach hinten versetzt, dass die Ecken des Baus aus aneinanderstoßenden Glasscheiben bestehen und der Blick durch sie hindurchgeht." Auch weitere Hochhäuser sind in Planung, da fragt sich Pofalla dann doch: "Woher kommt dieser
Aufbruchsgeist? Warum hat Berlin plötzlich den Mut, nach oben zu bauen, zu verdichten und wirklich urban zu sein? Von den verzagten Verhinderern der Gegenwart jedenfalls nicht - Hochhausbauten sind in Berlin heute politisch sehr umstritten. Die Idee aber stammt aus dem fernen Jahr
1993. Damals kämpfte Berlin mit den Folgen der Teilung und dem Verlust seines Sonderstatus als Außenposten der freien Welt. Aber die klamme Stadt machte auch große Pläne, erwartete einen
enormen Wachstumsschub."
Weitere Artikel: Leonie C. Wagner fragt für die
NZZ bei der Organisation des
Pritzker-
Preises, aber auch bei verschiedenen Architekurbüros nach, wie die
Zukunft des Preises nach der Epstein-Affäre aussehen könnte (
unsere Resümees) - und erhält keine Antworten.