Efeu - Die Kulturrundschau - Archiv

Architektur

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Efeu - Die Kulturrundschau vom 22.05.2017 - Architektur



Sehr beeindruckt berichtet Jan Marot von seinem Besuch im neueröffneten Museums für Kunst, Architektur und Technik in Lissabon. Konzipiert hat den beeindruckenden Bau die Londoner Architektin Amanda Levete: Geglückt ist ihr ein "120 Meter lange und nur 14 Meter hoher Blickfang mit erstaunlichem Tiefgang. ... Mit der Hommage an die portugiesische Azulejo-Kultur erzielt Levete den visuellen Effekt, dass der Museumsbau je nach Sonnenstand und Reflexe seine Farbe ändert - grellweiß am Morgen, rosa, golden-orange bis tiefrot in der Abenddämmerung." Im Tiefgeschoss offenbar sich schließlich "eine immense Fläche. Die 1000 Quadratmeter große Galeria Oval nimmt ein Drittel der Ausstellungsfläche in Levetes Neubau ein. Zusammen mit dem alten E-Werk stehen insgesamt 7000 Quadratmeter Schaufläche zur Verfügung. Wie Künstler indes diese atypischen, neugeschaffenen Räume, die mitunter labyrinthisch verlaufen, gut nutzen werden, stellt sie auf jeden Fall vor Herausforderungen."

Weitere Artikel: In der NZZ denkt Robert Kaltenbrunner über Architektur und Integration nach.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 20.05.2017 - Architektur

In der NZZ würdigt die Architektin Astrid Staufer ausführlich das Werk des 2016 verstorbenen Mailänder Architekten Luigi Caccia Dominioni, das vor allem in Zürich viele Bewunderer hat: "Was aus heutiger Sicht als Leichtigkeit erscheinen mag, mit der Luigi Caccia Dominioni in der Nachkriegsmoderne unvoreingenommen Spielräume auslotete, stieß bei den intellektuellen Kollegen auf Skepsis und auf Kritik. ... Mit seinen waghalsigen Verstößen gegen den 'modernen Anstand', mit bronzenen Hunden und schmiedeisernen Geländern, stieß Caccia bei den zeitgenössischen Kommentatoren ebenso auf Unverständnis wie mit seiner heterogenen Werkpalette und der konsequenten Verweigerung, sich auf einen 'Stil' festzulegen."

Außerdem in der NZZ: Die Architekturwissenschafterin Gabriele Reiterer feiert die Architektur der Wiener Moderne.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 19.05.2017 - Architektur

Gerhard Matzig reibt sich in der SZ die Augen: Galten vor kaum 15 Jahren Architekten auf dem Arbeitsmarkt noch als schwer vermittelbar, werben heute praktisch alle namhaften Büros um Nachwuchs. Mit dem derzeitigen Bauboom ist das nicht zu erklären, glaubt Matzig: "Eher gelingt dies mit Blick auf die Studieninhalte, die sich ebenfalls seit einiger Zeit stark verändert haben. Wurden früher vor allem kreative Entwerfer an den Architekturabteilungen der Hochschulen ausgebildet, die im Zweifel später mal Kathedralen oder wenigstens das Wohnen von morgen gestalten würden, so sind das heute auch Klimadesigner, Baurechtler oder Immobilien-Ökonomen. Das Studium der Architektur wurde geerdet." Matzigs Fazit: "Am Bau braucht man Expertise. Nicht nur Extravaganz."

Besprochen wird eine Ausstellung über Schweizer Pavillon-Architektur im Zürcher Centre Le Corbusier (SZ).
Stichwörter: Architekten

Efeu - Die Kulturrundschau vom 15.05.2017 - Architektur

Im Standard stellt Wojciech Czaja die Lehmbauarchitektin Anna Heringer, die neben fünf anderen Personen in der Doku "Die Zukunft ist besser als ihr Ruf" porträtiert wird. "'Fast drei Milliarden Menschen auf der Welt leben in Lehmbauten', sagt Heringer im Gespräch mit dem Standard. 'Hauptsächlich sind dies Menschen in Entwicklungsländern beziehungsweise Menschen aus unteren sozialen Schichten. Aus diesem Grund ist dieser - älteste - Baustoff der Welt leider stark stigmatisiert. Er wird prominent ignoriert. Und das ist in sozialer, ökologischer und auch wirtschaftlicher Hinsicht ziemlich tragisch.'"
Stichwörter: Lehmbau, Anna Heringer

Efeu - Die Kulturrundschau vom 12.05.2017 - Architektur


Zwei verbundene Einfamilienhäuser im Heideweg in Dresden-Hellerau, entworfen von Heinrich Tessenow (1910, Foto veröffentlicht unter CC-Lizenz von Hans G. Oberlack bei Wikipedia)

In der taz erinnert Bettina Maria Brosowsky an den Architekten Heinrich Tessenow (1876-1950), der zu den prägenden Erneuerern der Architektur im frühen 20. Jahrhundert zählte: "Sein Anknüpfen an die 'Letzte Baukunst', die Zeit um 1800, war keinesfalls reaktionär, sondern wollte eine spezifische Kultur der angestrebten Harmonie zwischen Mensch und Natur geistig wiederbeleben. Tessenows Hauptaugenmerk galt dem menschenwürdigen Wohnen und Leben. Er entwarf unzählige kleine, ländliche Daseinsweisen favorisierende Wohnhäuser und Siedlungen, er lehrte und publizierte zu Hausbau wie Handwerk, zum Schulbau oder zu Stadtgestalten unterschiedlicher Größe, immer mit seinen atmosphärisch dichten Planzeichnungen und Perspektiven belegt."
Stichwörter: Heinrich Tessenow

Efeu - Die Kulturrundschau vom 11.05.2017 - Architektur


Das Melanchthonhaus mit dem kubistischen Neubau von Dietzsch und Weber Architekten

Stefan Rhein, süddeutscher Altphilologe und Gründungsdirektor der Lutherstätten in Wittenberg, musste ganz schön kämpfen, um neben der Renovierung der Lutherstätten auch Veränderungen durchsetzen zu können, erzählt er im Interview mit der Zeit: "Weil wir uns nicht einig waren in der Frage: Was ist uns Wittenberg? Für mich ist es eben nicht nur ein Freilichtmuseum der Reformation, sondern ein vitaler Ort, der signalisiert: Luther lebt! Wir haben hier eine Kulturmeile, die reicht vom Lutherhaus über das Melanchthonhaus, die Universität Leucorea, die Cranach-Häuser und den Marktplatz bis zur Schlosskirche. Nahebei liegt Luthers Predigtkirche. Viele wollten, dass all das Alte alt und anheimelnd bleibt. Ich wollte es zeitgenössisch ergänzen. Nicht triumphalistisch, aber auch nicht anpasserisch. Unser größter Streitfall war 2013 dann jener kubische Ergänzungsbau zum Melanchthonhaus: 1536 Grundsteinlegung, nie zerstört, auch innen kaum verändert."

Außerdem: Schwer enttäuscht ist Roman Hollenstein (NZZ) von dem von Diener & Diener gebauten neuen Hauptsitz des Versicherungskonzerns Swiss Re am Zürcher See: "Aus der ursprünglich geplanten minimalistischen Architekturskulptur ist ein banales Gebäude geworden, das allenfalls in den Gewerbezonen am Stadtrand einen gewissen Reiz entfalten könnte, nicht aber an einer der schönsten Stellen Zürichs."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 08.05.2017 - Architektur


Cine Impala, Namibe, 2013. "Angola Cinemas" von Walter Fernandes und Miguel Hurst

Im Rahmen des Münchner Dokumentarfilmfestivals zeigt der Münchner Gasteig auch eine Ausstellung zur Kino-Architektur in Angola, die wir uns Isabel Pfaff in der SZ zufolge sehr avantgardistisch vorstellen müssen: "Es waren die Anfänge der tropischen Moderne, die sich in Angolas Kino-Architektur spiegelten. Und nicht nur dort: Mehrere afrikanische Kolonien wurden zu einer Art Zufluchtsort für europäische Avantgardisten, denen es in ihren mitunter autoritären Herkunftsländern zu eng geworden war. Während Salazar in Portugal oder Mussolini in Italien zu Hause wenig Raum ließen für moderne Experimente, ließen sie ihre junge Künstlergeneration in den Kolonien gewähren. Nicht nur in Angola und Mosambik finden sich Spuren dieser experimentellen Phase, auch die Hauptstadt des einst italienisch beherrschten Eritrea gilt heute als Zentrum einer italienisch-tropischen Moderne."
Stichwörter: Angola, Kinoarchitektur

Efeu - Die Kulturrundschau vom 05.05.2017 - Architektur


"Maison d'homme", 1967 von Le Corbusier im Auftrag Heidi Webers entworfen (Foto: Georg Aerni)

Gabriele Detterer besucht für die NZZ die zum fünfzigsten Geburtstag von Le Corbusiers "Maison d'homme" in Zürich ebendort veranstaltete große Ausstellung von Schweizer Pavillons: "Der Fokus der Ausstellung liegt auf dem 'Jetzt', wobei das Adverb 'forever' weit mehr als ein Anhängsel ist. Denn als dauerhafter Pavillon umschließt die im Auftrag Heidi Webers von Le Corbusier entworfene und 1967 eingeweihte 'Maison d'homme' die ganze Vielfalt der in seinem Inneren präsentierten Bauten, von denen einige nur kurz existierten - etwa die Expo-Wolke in Yverdon von Diller und Scofidio oder der 2016 von Tom Emerson und seinen ETH-Studenten für die Manifesta 11 realisierte 'Pavilion of Reflections' in Zürich."

Zuwachs wird die Schweizer Pavillon-Landschaft demnächst in der Nähe von Basel erhalten: wie Andres Herzog im Tages-Anzeiger vermeldet, wird Peter Zumthor die Fondation Beyeler in Riehen um einen "Dreiklang aus Stampfbeton und Glas" erweitern: "Ein kleines Betriebsgebäude, ein Pavillon für Veranstaltungen und ein Ausstellungshaus. Sein Projekt macht sich klein, damit der Piano-Bau und die Natur weiterhin die Hauptrolle spielen: Der verglaste Pavillon senkt sich in die Erde, das Ausstellungshaus winkelt sich dreiflügelig ab."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 03.05.2017 - Architektur

In der NZZ nennt Jürgen Tietz Dresdens Kulturpalast auch architektonisch einen Wohlklang aus Alt und Neu. In der FAZ betont Jan Brachmann vor allem den warmen Klang des Konzertsaals im Unterschied zur Hamburger Elbphilharmonie: "Dresden folgt nicht einer akustischen Züchtungslinie, die Transparenz und Detailschärfe über alles stellt. Von der Hamburger Akustik, die manche Hörer als unbarmherzig oder bloßstellend empfunden haben, lässt sich vielleicht sagen, was Georg Friedrich Wilhelm Hegel über die Moderne als solche behauptete: 'Es ist darin die ganze Totalität der Beschränkungen zu finden, nur das Absolute selbst nicht.'"
Stichwörter: Kulturpalast Dresden

Efeu - Die Kulturrundschau vom 02.05.2017 - Architektur

In der SZ preist Gottfried Knapp Dresdens "glanzvoll umgebauten" Kulturpalast von 1969, in den neben der Dresdner Philharmonie auch die Stadtbibliothek und ein Kabarett miteinzieht. Im Tagesspiegel lobt Bernhard Schulz die Offenheit des Hauses: "Die verglasten Foyers waren so zeitgeistig wie nur irgendeines der alten Bundesrepublik; allerdings niedriger, so dass auch das Wandbild im ersten Obergeschoss mit seinem sozialistischen Zukunftsoptimismus als schmaler Fries zwischen Saaltüren und Decke verläuft." In der Berliner Zeitung bemerkt Bernhard Honnigfort: "Das reiche Dresden buttert gerade eine Unmenge Geld in seine Kultur. Es ist auch Geld für dringende Korrekturen am Pegida-beschmutzten Image."
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