Efeu - Die Kulturrundschau - Archiv

Architektur

424 Presseschau-Absätze - Seite 1 von 43
Zurück | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | Vor

Efeu - Die Kulturrundschau vom 21.02.2017 - Architektur

Die heutige Verbindung von Staat und Kirche in Polen ist Oliver Hamm nicht unbedingt sympathisch, aber wie der Katholizismus in Zeiten des Sozialismus den Kirchenbau durchsetzte, ringt ihm in der NZZ Respekt ab: 3779 Kirchen wurden gebaut und zwar finanziert durch Einzelspenden: "Wenn gar nichts anderes mehr half, bediente man sich auch einmal eines illegalen Tricks, etwa bei der Sankt-Lorenz-Kirche in Breslau (1978-1980), die gegenüber der zuständigen Behörde als Lagergebäude deklariert worden war, um eine Baugenehmigung zu erwirken. Die Architekten Wiktor Dziełaj und Zenon Pretozyński ließen sich von der Sünde, einen staatlichen Beamten betrogen zu haben, von Kardinal Henryk Gulbinowicz freisprechen."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 18.02.2017 - Architektur

Dass sich 400 Künstler auf einer Unterschriftenliste gegen den Bau eines Hochhauses am Wiener Heumarkt ausgesprochen haben, hinterlässt bei Georg Leyrer (Kurier) "Ratlosigkeit, auch wenn dieses Projekt sicher nicht das sympathischste ist. Schenken die Superreichen ihr Ausbeutungsgeld plötzlich an die Armen, wenn sie den Heumarkt nicht verbauen dürfen? ... Wäre es nicht Aufgabe gerade der Kultur, diese Stadt von ihrem pragmatisierten Erbenstatus in eine Zukunft zu führen? Und warum schafft es jede Stadt der Welt, spektakuläre moderne Architektur an zentrale Orte zu stellen, nur Wien streitet um jeden faden Bau?"
Stichwörter: Wien

Efeu - Die Kulturrundschau vom 17.02.2017 - Architektur



Eine "gewisse Ermüdung" überkommt Rainer Haubrich (Welt) bei der Bonner Tagung "Demokratie bauen. Identität bauen" der Universität Stuttgart und des Bundesamts für Bauwesen und Raumordnung (BBR): "Das Terrain ist inzwischen ziemlich abgegrast, und es halten sich hartnäckig Klischees, die man überwunden glaubte. Dazu gehört etwa die Vorstellung, dass 'transparente Architektur' besonders demokratisch sei, weil sie für Offenheit und Teilhabe stehe. Wenn der Architekturhistoriker Klaus Jan Philipp über das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe aus dem Jahre 1969 referiert und dabei ein Gutteil seiner Abbildungen zugezogene Vorhänge oder heruntergelassene Jalousien zeigt, ist das nicht ohne unfreiwillige Ironie." (Foto: Rainer Lück, unter CC-Lizenz bei Wikipedia veröffentlicht)
Anzeige

Twitterfeed der Verlage

Efeu - Die Kulturrundschau vom 10.02.2017 - Architektur

Die Dubliner Architektinnen Yvonne Farrell und Shelley McNamara, designierte Leiterinnen der Architekturbiennale 2018 von Venedig, haben mit der Technischen Universität in Lima eine Campus-Universität in einem Hochhaus untergebracht, staunt Stanislaus von Moos in der NZZ: "Die UTEC hat die Gestalt einer riesigen, offenen Megastruktur, bestehend aus hängenden Gärten, frei in den Luftraum gehängten Treppen und Galerien, über die man die auf zehn Stockwerke verteilten Laboratorien, Unterrichtsräume und Büros der Hochschule erreicht. Mag die von einem britischen Kritiker unlängst geprägte Formel von 'Peru's modern-day Machu Picchu' auch über das Ziel hinausschießen: Sie verknüpft den brutalistischen Neubau mit der Erinnerung an die an Steilhänge im Hochgebirge angelegten Städte der Inkas und berührt so zweifellos einen neuralgischen Punkt." (Foto: Grafton Architects)

Weiteres: Im südbadischen Rottweil steht jetzt ein 250 Meter hoher Turm, in dem Fahrstühle getestet werden, berichtet Martin Hecht in der FAZ und stellt fest: "Nichts ist provinzieller als die Provinz, wenn sie sich großstädtisch gebärdet."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 09.02.2017 - Architektur

Der Streit zwischen dem Architekten Stephan Braunfels und dem Freistaat Bayern um den Bau des Münchner Konzertsaals, zu dessen Wettbewerb Braunfels nicht zugelassen wurde, ist für SZ-Kritiker Gerhard Matzig auch Zeichen einer Krise in der Gestaltung dieser Wettbewerbe: "Durchgeführt wurde in München zum Bau des Konzertsaals das, was Experten als 'Planungswettbewerb innerhalb des Vergabeverfahrens der VgV' bezeichnen, wobei die VgV die Vergabeverordnung ist, also die 'Verordnung über die Vergabe öffentlicher Aufträge'. Das alles hört sich schon schlimm genug an. Gemeint ist eine Konkurrenz bereits namhafter Büros, an der sich im Gegensatz zu offenen Verfahren nicht alle Architekten beteiligen dürfen. Es ist ein Wettbewerb mit Numerus clausus, wobei die Beschränkung dazu führen kann, unliebsame Kandidaten gezielt vor der Tür zu lassen."

Glas als Baumaterial ist schön, aber Transparenz schafft auch Probleme, erklärt Adrian Lobe an konkreten Beispielen in der NZZ: "Vor einigen Wochen wurde im Netz ein Video viral, das ein Paar in einem Hotel beim Geschlechtsverkehr zeigte. Die belustigten Büromitarbeiter hatten das Paar durch die Glasfront gefilmt. Der Nachbar wird zum Voyeur, wenn die Wohnungen wie ein Panoptikum anmuten: Der Außenstehende hat wie ein Wächter alle Wohnzellen im Blick, jede Handlung ist sichtbar, jeder Bewohner gläsern."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 07.02.2017 - Architektur


Paulo Mendes da Rocha: Paulistano Athletic Club in São Paulo, 1961. Foto RIBA

Im Guardian huldigt Oliver Wainwright dem brillanten Brutalismus des brasilianischen Architekten Paulo Mendes da Rocha, dem gerade die Goldmedaille des Royal Institute of British Architects verliehen wurde. So wie seine Gebäude der Schwerkraft trotzen, so widerstehe Mendes den Realtitäten in Sao Paulo: "'Jeder Raum ist öffentlich', sagt Mendes, ' der einzige private Raum, den man sich vorstellen kann, ist der menschliche Geist."

Patrick Bahners berichtet in der FAZ, dass der Architekt Stephan Braunfels erfolgreich gegen seinen Ausschluss aus dem Wettbewerb für den Münchner Konzertsaal geklagt hat. Auch dem Gericht waren die Maßstäbe zu undurchsichtig, die das Bauamt München angelegt hatte, um das planerische Leistungsvermögen der Bewerber zu ermitteln.

Besprochen wird die Ausstellung "Begreifbare Baukunst " über Türgriffe in der Architektur im Grassimuseum für Angewandte Kunst in Leipzig (FAZ).
Stichwörter: Paulo Mendes da Rocha

Efeu - Die Kulturrundschau vom 06.02.2017 - Architektur

Eckhart Nickel besucht für die FAZ im Karlsruher ZKM  die dem Visionär Frei Otto gewidmete Schau "Denken in Modellen", der die Freiheit in eien von Zwängen beherrschten Branche brachte.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 04.02.2017 - Architektur


Für die Rotterdamer Dächertage errichteten MVRDV eine provisorische Treppe zum Großhandelsgebäude. Foto: MVRDV

Klaus Englert porträtiert in der taz den niederländischen Architekten Winy Maas, der mit seinem Büro MVRDV an der vertikalen Stadt und einem demokratischen Stadtraum arbeiten, vor allem in Rotterdam: "Maas, der mit seinem Team ein Jahr zuvor die Markthall als vibrierendes neues Stadtzentrum schuf, errichtete am sensiblen Punkt des neuen Bahnhofsplatzes eine überdimensionale Treppenkonstruktion, die hinauf zur großartigen Dachlandschaft des Groot Handelsgebouw führt. 380.000 Menschen nutzten einen Monat lang die Möglichkeit, ihre Stadt aus der Vogelperspektive wahrzunehmen... Tatsächlich möchte Maas, wie auch seine Rotterdamer Kollegen von ZUS Architects, eine weitere Stadtebene erschließen, um Fußgängerzonen und Promenaden zu erweitern."

Aus Protest gegen den Wiederaufbau der Garnisonskirche in Potsdam ist der Architekt und ehemalige Direktor der Stiftung Bauhaus Dessau, Philipp Oswalt, aus der Evangelischen Kirche ausgetreten, Im Welt-Interview betont er, kein grundsätzlicher Gegner von Rekonstruktion zu sein, aber beim neuen Schulterschluss zwischen Kirche, Staat und Militär macht er nicht mit: "Die evangelische Kirche betreibt bei ihrer Kampagne für den Wiederaufbau Geschichtsfälschung. Schlichtweg unwahr ist, dass die Garnisonkirche ein Ort des Widerstands gegen den Nationalsozialismus war und ihr Abriss von Walter Ulbricht angeordnet wurde. Auch war der 'Tag von Potsdam' kein singuläres Ereignis. Schon in der gesamten Weimarer Zeit war die Garnisonkirche Treffpunkt antidemokratischer und rechtsradikaler Kreise. Auch die Zeit vor 1919 ist problematisch, weil hier die preußischen Kriegszüge kirchlich abgesegnet wurden."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 02.02.2017 - Architektur

Im Interview mit dem TagesAnzeiger darf Regula Lüscher, Senatsbaudirektorin in Berlin, ihre größten Erfolge selbst vorstellen: Das Kulturforum, den Raum ums Rote Rathaus und - da wendet man sich dann schaudern ab - "Ich habe im größten Stadtentwicklungsgebiet, das ich verantworte, am Hauptbahnhof, vor dem Regierungswechsel noch alle Bebauungspläne durchs Parlament gebracht, als abgeschlossenes Paket." Genauso sieht es dort auch aus.

Besprochen wird die Walter-Pichler-Ausstellung "Radikal: Architektur & Prototypen" im Museum der Moderne in Salzburg (FAZ).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 31.01.2017 - Architektur

Wie soll man es eigentlich nennen, wenn die bürgerliche Mittelschicht aus den Städten verdrängt wird? Wenn nicht einmal mehr die Gentry mit den Wohnungspreisen Schritt halten kann, die von Developern in schwindelerregende Höhen getrieben wird? In der FAZ schlägt Niklas Maak Alarm: "Damit ist ein dramatischer Punkt erreicht, die europäische Stadt als 'Ort für alle' am Ende - und dass die Zahlen, die in den vergangenen Tagen veröffentlicht wurden, keinen viel lauteren Aufschrei verursacht haben, ist nur durch die Zermürbung der Stadtbewohner zu erklären. Sie haben es offenbar als unvermeidliche Entwicklung des Spätkapitalismus hingenommen, in trostlosen Neubauvierteln zu hausen und die Hälfte des Familieneinkommens für eine Wohnung ausgeben zu müssen, die den Charme einer öffentlichen Bedürfnisanstalt mit angeschlossener Schlaf- und Kochgelegenheit hat."

In der FR macht Robert Kaltenbrunner für die Entwicklung auf dem Wonungsmarkt auch die stetig steigenden Bedürfnisse der Mittelschicht selbst für die Entwicklung verantwortlich: "Seit Jahren steigt hierzulande die Zahl an Hausständen, was aber vor allem auf den Trend zu kleineren Haushalten zurückgeht. Es ist nicht ohne Ironie, dass die Generation der Babyboomer dafür ursächlich verantwortlich zeichnet, denn diese Altersklasse entlässt sprichwörtlich ihre Kinder. Der Anteil der Ein-Personen-Haushalte liegt mittlerweile bei knapp über 40 Prozent, in den größten Städten sogar bei über 50 Prozent... Treibende Kräfte für die steigende Nachfrage sind zudem ein noch wachsender Pro-Kopf-Wohnflächenkonsum, die Wohneigentumsbildung, das heißt der Übergang von Mieter- zu Eigentümerhaushalten, neue Präferenzen für bestimmte Gebäude- und Wohnungstypen sowie steigende Zweitwohnungsnachfrage aufgrund der Mobilitätserfordernisse des Arbeitsmarktes."
Zurück | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | Vor