Aida Baghernejad spricht für den Tagesspiegel mit MarkusAcher von TheNotwist, die dieser Tage ihr neues Album "News from Planet Zombie" veröffentlichen. Mit dem Erfolg von BadBunny ist auch der Salsa wieder da und dies "als Werkzeug des Maga-Widerstands und Ausdruck postkolonialer Awareness", freut sich Dorion Weickmann in der SZ. In der Zeit spricht Jens Balzer mit dem Graf von Unheilig über dessen Comeback, nachdem er 2014 noch sein Bühnen-Aus angekündigt hatte. Berit Dießelkämper spricht ebenfalls in der Zeit mit der Anglistikprofessorin StephanieBurt, die ein Buch über TaylorSwift veröffentlicht hat. Urs Nagel schreibt im Tages-Anzeiger einen Nachruf auf den Boston-Sänger TommyDeCarlo. Joachim Hentschel spricht für die SZ mit KimGordon, die ein neues Soloalbum veröffentlicht hat. Wir hören rein:
Besprochen werden ein Boxset mit den Alben der 80s-Popband TheColourfield (Standard), ein Konzert des Wu-TangClan in Köln (FR) und ein Konzert von AliceCoote in Frankfurt (FR).
"Der Kult um Geese ist eine unwahrscheinliche Geschichte einer mysteriösen Band in einer verrückten Zeit", staunt Julian Zwingel in der taz: Gerade noch spielte die US-Indieband in kleinen Locations, jetzt füllt sie die großen Hallen - und das, obwohl in den USA das Konzept "Band" zugunsten von Solo-Acts eigentlich komplett abgemeldet ist. Nicht so hier: "Jeder gemeinsame Auftritt, jedes Solokonzert der einzelnen Bandmitglieder, jede öffentliche Äußerung wird zitiert, interpretiert, auf Social Media massenhaft verbreitet. In Collegeradios hat Geese, die stilistisch zwischen experimentellem Indie, Postpunk und Art-Rock changieren, Powerplay-Status. Sänger Cameron Winter steht im Mittelpunkt einer eigenen Memekultur. Sein Gesangsstil wirkt entfesselt. Er kratzt, kreischt bis zur Unkenntlichkeit, flüstert und croont, flehtundmäandert durch die Songs."
Christian Putsch stellt in der Welt das südafrikanische MIAGI-Orchester vor, das demnächst für ein Konzert nach Deutschland kommen wird. Die Musiker lernten ihre Kunst in Förderprogrammen für Townships erfahren wir. "Programme wie MIAGI oder Initiativen von Universitäten und Musikschulen haben in den vergangenen Jahrzehnten Tausenden jungen Menschen Zugang zu klassischer Ausbildung ermöglicht." Die Folge: "Wohl noch nie gab es in Südafrika so viele gut ausgebildete klassische Musiker. Doch eine stabile Berufskarriere schaffen nur die wenigsten", auch wenn "das Land über die wohl beste Infrastruktur für klassische Musik in Subsahara-Afrika verfügt".
Besprochen werden ein Auftritt von Florence + theMachine in Berlin (taz), BrunoMars' neues Album (NZZ) und Morisseys neues Album "Make-up is a Lie" ("Politisch ein Trottel", doch "bei den Tränendrückern kennt er sich aus", schreibt Christian Schachinger im Standard).
Etwas säuerlich kam FAZ-Kritiker Clemens Haustein aus MoritzEggerts vom Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin aufgeführtem Schlagzeug-Konzert "Master and Servant", in dem sich Schlagzeuger Konstantyn Napolov und Dirigent Vladimir Jurowski sehr zur Freude des Publikums ein durch allerlei Mätzchen angereichertes Duell um die Hoheit über den Klangkörper und die musikalische Darbietung lieferten. Zwar "hat das musikalisch durchaus Witz", doch was "den gedanklichen Hintergrund des Stückes angeht, erstaunt das Bild, das Eggert, Präsident des Deutschen Komponistenverbandes, von Orchestern hat. ... Ein Orchester, das eine halbe Stunde lang in choralem Einheitston spielt, jegliche Individualität unterdrückt und vor allem als nachplappernderPapagei auftritt: Das hat schon etwas Böswilliges. Alles nur Spaß? Ein Spaß auf Kosten der eigenen Arbeitsgrundlage. Ohne die Orchester, die Eggert hier als eine Versammlung Grenzdebiler vorführt und die seine Stücke bislang aufführten, wäre der Komponist ziemlich aufgeschmissen." Im Tagesspiegel bescheinigt Christiane Peitz der Darbietung derweil "reichlich Unterhaltungswert".
Die Popkritiker trauern um Country Joe McDonald, der in der US-Gegenkultur der späten Sechziger zum Namen wurde. Legendär sind sein Fuck-CheerinWoodstock und seine zynischen Texte, in denen er sich insbesondere am Vietnamkrieg abarbeitete - beides oben eingebettet. McDonald "hat Musik für irre Trips gemacht, schon Jahre bevor das space age rockmusikalisch so richtig losging mit David Bowies 'Major Tom' und Pink Floyds 'Reise zur dunklen Seite des Mondes'", schreibt Jan Wiele in der FAZ. "Links und rechts sah McDonald die Heroen seiner Generation fallen - Hendrix, Joplin, Al Wilson, Jim Morrison, er wusste, was für falsche Freunde Alkohol und Drogen waren", schreibt Willi Winkler in der SZ. "Aber als ihm ein Interviewer vergangenes Jahr mit dem Club 27 der Großen Frühverstorbenen im Gewerbe kam, verriet er ein Geheimnis: Das sei Paul McCartney gewesen, der sich der Konkurrenz entledigte. ... Vielleicht war es sein Humor, der den Country Joe in der weitgehend humorlosen psychedelisch getränkten Umgebung überleben ließ." Weitere Nachrufe in FR und Tages-Anzeiger.
Weiteres: Hanspeter Künzler führt in der NZZ durch das (kaum überschaubare) Schaffen von Bonnie "Prince" Billy, der mit "We Are Together Again" gerade sein wer weiß wievieltes Album veröffentlicht hat. In der "Neuen Musik" des Dlf Kulturerinnert Richard Schroetter an die 1931 von der Geigerin YvonneGiraud gegründete "Société de Musique de Chambre" und die Konzertreihe "La Sérénade".
Besprochen werden außerdem der von Klaus Abelmann, Detlef Max, Sebastian Moock und Hollow Skai herausgegebene Band "Hey Ho! Let's Go!" über 50 Jahre Punk in Hannover (taz), das neue Album der Gorillaz (NZZ), ein Konzert von JewgeniKissin in Wien (Standard) und das neue Album von Mitski (SZ).
Im Tagesspiegelberichtet Kai Müller, dass das für Mai angesetzte Berliner XJazz-Festival nun seitens der Veranstalter abgesagt werden musste, weil die BerlinerKulturförderung sich bis zuletzt nicht zu einer Ansage durchringen konnte, ob das Festival gefördert wird oder nicht. Klaus Walter widmet sich in einem FR-Essay der Konjunktur des Protestsongs.
Besprochen werden Mitskis Album "Nothing's About to Happen to Me" (NZZ), das neue Album von HarryStyles (FR, mehr dazu bereits hier), AnkaSchmids vorerst nur in der Schweiz startender Dokumentarfilm "Melodie" über das Singen (NZZ), ein Konzert des Wu-TangClan in Wien (Standard), ein Jazzkonzert von BradMehldau mit der HR-Bigband (FR), Joe Bonamassas Tributalbum an B.B. King (FAZ) und VoodooJürgens' neues Album "Gschnas" (FAZ).
Das neue Album von HarryStyles beschäftigt die Popkritik (hier unser erstes Resümee). Dafür hat sich der Schmuse-Popper einige Club-Sounds aus Berlin abgeschaut, wo er sich die letzten drei Jahre von ein paar Sichtungen in der Öffentlichkeit (Marathon, Berghain, Bäcker) zurückgezogen hat. "Der Puls geht hoch, das Herz schlägt schnell. Synthesizer purzeln Kadenzen hinab, der Beat verzögert sich, man fällt aus dem Takt, springt ein paar Momente später wieder rein", beschreibt Helene Slancar im Standard ihren Höreindruck. Dieses "Album lebt von einer befremdlichen Mischung aus neu gefundenem musikalischen Selbstbewusstsein und altbekannterVerletzlichkeit", es "ist ein musikalisch durchaus raffinierter Serotonin-Schub."
Inga Barthels findet die Platte im Tagesspiegel ganz okay, auch wenn einige Songs wirklich nicht hängenbleiben und die Texte - naja, geht so. Aber "er ist nunmal der kollektive Boyfriend des Internets, und Harry Styles war schon immer eher ein Popstar als ein Singer-Songwriter." Doch "irgendwie ist es auch schön, mal wieder positive Vibes in der elektronischen Tanzmusik zu spüren", kommentiert Elena Witzeck in der FAZ. Jakob Biazza von der SZ bezeugt derweil auf diesem Album "sehr freie Erkundungen von Nacht und wohliger Dunkelheit und all den im besten Fall schönen Gefühlen, die das tagsüber so mit sich bringt".
Anders als sein SZ-Kollege Michael Stallknecht (unser Resümee) kommt Elmar Krekeler (WamS) nicht beseelt aus dem Berliner Filmmusik-Konzert der Organistin AnnaLapwood. Er hält aber auch nicht viel von dem Versuch, über Filmmusik neue Publikumsschichten zu erschließen, die dann auch mal für Beethoven oder Bruckner vorbeischauen: "Das funktioniert nicht, weil die Hollywood-Suiten exakt zugeschnitten sind auf die Aufmerksamkeitsspanne der Generation Schnipsel. Für die bedeutet dann ein Abend mit Bruckners Siebter etwa eine gewaltige Produktenttäuschung, obwohl die ständig aufgischtende Dramaturgie von Bruckner der Höhepunktlerei der kleinteiligen Leinwandmedleys durchaus ähnelt." Auch "ist der inzwischen eingefahrene Kanon der Filmmusikklassiker extrem eng" und Stücke aus "Harry Potter" und "Fluch der Karibik" sind auch "nicht Brahms' Vierte."
Weiteres: Julian Theilen porträtiert in der WamS den Wiener Indiemusiker JoshuaPepeOperschall, dem es gelingt mit nur einer Insta-Story vom Nobody zum vielleicht nächsten großen Ding zu werden. Besprochen werden ein von StefanGottfried dirigiertes Brahms-Konzert des ConcentusMusicus zu Ehren von NikolausHarnoncourt (Standard) und ein neues Album von Morrissey (Es "bleiben von dieser Platte kaum memorable Zeilen hängen", seufzt Peter Richter in der SZ).
Der britischen Organistin AnnaLapwood ist es "gelungen, eines der ältesten Instrumente Europas ins Tiktok-Zeitalter zu holen", staunt Michael Stallknecht in der SZ: Mit ihren Orgel-Interpretationen schmissiger Filmmusik hat sie erst Social Media und dann die bedeutendsten Konzertsäle der Welt erobert - eben gab sie ihr Debüt in der ausverkauften Berliner Philharmonie. "In jedem Konzert spielt sie auch mindestens einen älteren Klassiker für ihr Instrument. In Berlin ist es die Toccata von EugèneGigout, ein gefürchtet schwieriges Werk. ... Lapwood rast mit mustergültiger Klarheit über Manuale und Pedale, ihre technische Virtuosität stellt selbst nach härtesten Klassikmaßstäben niemand infrage." Sie "lässt die Schuke-Orgel der Philharmonie nie dröhnen, zeigt eine auffallende Liebe für die weichen, pastellenen Register, die sie in oft unerwarteter Weise mischt, raffiniert und klar zugleich".
Weitere Artikel: Hartmut Welscher spricht für VAN mit Midori Seiler, die seit 2025 das Orchester Anima Eterna leitet. Victor Efevberha führt in der taz anhand einer neuen Biografie durch das Leben des 2000 verstorbenen DJScrew, der mit seinen Vinyl- und Hustensaft-Experimenten entschieden zur Verlangsamung des für Houston typischen Rapsounds beigetragen hat. Robert Mießner stellt in der taz das Rebetiko Orchestra Berlin vor. Die Konferenz der Landesmusikräte protestiert in einem Appell an den SWR gegen eine angedachte Verkleinerung der Deutschen Radio Philharmonie zu einem Kammerorchester, meldet VAN. Jan Wiele (FAZ) und Joachim Hentschel (SZ) gratulieren DavidGilmour von Pink Floyd zum 80. Geburtstag. Holger Noltze erinnert in VAN an den afroamerikanischen Komponisten EdmondDédé, dessen 1887 fertiggestellte Opr "Morgiane, ou, Le Sultan d'Ispahan", die jetzt erstmals eingespielt wurde. Ein Auszug:
Besprochen werden das neue Album von HarryStyles (FAZ, mehr dazu bereits hier), das neue Album der Gorillaz (taz), eine Box mit den Platten von TheColourfield (FR) und das neue Album der Kölner Neo-Krautrockband Urlaub in Polen (JungleWorld).
Zeit-Kritiker Jens Balzer ist begeistert von HarryStyles' neuem, in den Berliner Hansastudios entstandenem Album "Kiss All the Time. Disco, Occasionally". Der Musiker öffnet sich darauf "der elektronischen Pop- und Clubmusik" in ihren glamouröseren statt düsteren Varianten, auch musikhistorische Experimente traut er sich: "Hier blubbert ein Modular-Synthesizer, dort piepst ein Unterwasserortungsgeräusch, einmal verweht auch das Wimmern eines Theremin. ... Über einem glitzernden Synth-Arpeggio wie aus der Kosmischen Musik der Siebzigerjahre erhebt sich in dem Stück 'Pop' allmählich eine gleißende Gitarrenfigur; und das Finale 'Carla's Song' ist eine warm schwebende Spätsommerballade, die sich mitItze-itze-Hi-Hats ganz plötzlich in eine flotte Rave-Nummer verwandelt. Alle Beteiligten ... beherrschen die Dynamik von Elektropop-Songs ebenso wie jene von Clubmusik-Strecken, und sie verstehen es, verbliebene Sprengsel des Brit-Rock-geprägten Solofrühwerks von Styles in das Gesamtbild zu fügen."
Weiteres: Im Standardporträtiert Christoph Irrgeher den Dirigenten Semyon Bychkov. Joachim Hentschel erzählt in der SZ von seinem Besuch in den Proberäumen von Modeselektor, die seit den Neunzigern in der Berliner Technoszene umtriebig sind. Besprochen werden die nun auf CD veröffentlichte Aufnahme des einzigen Wagner-Konzerts, das der vor zehn Jahren verstorbeneNikolausHarnoncourt je dirigiert hat (FR), FrauKraushaars Album "Gurke Kartoffel Ahnung" (taz) und JillScotts Album "To Whom This May Concern" (NZZ).
Patricia Shams schreibt im Tages-Anzeiger zum Tod des Bluessängers JohnHammond. Gunnar Leue erinnert in der Welt an die Geschichte der musikalischen Bespaßung von Truppen im Kriegseinsatz. Besprochen werden Labrinths Album "Cosmic Opera Act I" (FR) und das neue Album von BrunoMars (Welt).
Der Jazzgitarrist PatMetheny erweist sich im SZ-Gespräch mit Andrian Kreye als erfrischender KI-Enthusiast. Wer vor KI in der Musik Angst hat, habe nur Angst um seine Platzierung in den Charts, meint er - für Leute aus seiner Welt sei also eh nichts zu verlieren. KI "könnte den kulturellen Mittelweg verändern, auf dem sich der Großteil der Popmusik bewegt. Ich hoffe, dass die Leute davon einfach gelangweilt sein werden, weil KI das besser kann als die meisten dieser Leute. Die Leute werden draufkommen, dass man sich etwas anderes einfallen lassen muss. So etwas Ähnliches ist in unserer Welt aber immer wieder passiert. Es gab in den vierziger Jahren all diese Musik, die sich immer wieder aufs Neue wiederholte und dann kam Charlie Parker und veränderte alles." Und "jedes Mal, wenn man sich mit KI beschäftigt, wird man von dem, was passiert, überrascht. Aber nur wenn man weiß, wie Musik funktioniert. Sonst klingt das wahrscheinlich albern. Aber wenn man versteht, was in all dem wirklich Cooles steckt, entdeckt man die neuenMöglichkeiten, die sie in den Harmonien, den Melodien, den Rhythmen finden."
In der NZZporträtiert Jonathan Fischer den als Kind von Adoptiveltern aus dem liberianischen Bürgerkrieg in die USA gebrachten Folksänger MonRovia, dessen Protestsongs "ohne geballte Faust" auskommen. "Hier begegnet einer all der Wut und Angst mit entwaffnender Zärtlichkeit". Er "ist nicht der Erste, der auf der Suche nach den Wurzeln von Folk und Country beim Blues landet; herausgefunden hat er überdies, dass auch die String-Music in den Appalachen von afrikanischen Sklaven und ihren Nachkommen geprägt wurde. 'Ich merkte, dass man diese Musik über die Zeit weißgewaschen hatte; trotzdem trug sie viel bei zu meiner Selbstfindung und Heilung.' Von Schmerz und Heilung handelt auch Mon Rovias bekanntester Song, 'Crooked the Road'. Der Refrain hat eine unwiderstehliche Macht, einen angesichts der täglichen Hiobsnachrichten zu beruhigen wie ein warmer Tee. Es geht um das Zusammenstehen in schweren Zeiten."
Besprochen werden MitskisAlbum "Nothing's About to Happen to Me" ("mitreißend und wunderbar anzuhören", freut sich Helene Slancar im Standard, bei Byte.FM ist es das Album der Woche), ein Konzert von Anne-SophieMutter in Frankfurt (FR), ein Jazzabend mit JakobManz in Frankfurt (FR) und neue Popalben, darunter "We Are Together Again" von Bonnie "Prince" Billy ("herzerwärmend", freut sich Christian Schachinger im Standard).
SarahEngels wird Deutschland beim EurovisionSongContest im Mai in Wien vertreten. Die Musikerin ist schon so ziemlich durch jede Show des Privatfernsehens getingelt, die man sich vorstellen kann, ist Gunda Bartels vom Tagesspiegelaufgefallen. "Dass das Schicksal Deutschlands beim Eurovision Song Contest ... in den Händen eines im Stahlbad des Privatfernsehens groß gewordenen Profis wie Sarah Engels liegt, kann ein gutes oder schlechtes Zeichen sein." Ihr Stück "Fire" ist "vor allem eine generische Up-Tempo-Nummer im Hinternwackel-Rhythmus", kommentiert Manuel Brug in der Welt. "Das allerdings ist massentauglich und hat durchaus ESC-Chancen, vielleicht sogar, weil es so sorgsam undeutsch ist."
Elisa Britzelmeier resümiert derweil in der SZ das Musikfestival von Sanremo, mit seinen fünf Abenden hintereinander ist der Musikwettbewerb bekanntlich eines der zentralen Ereignisse im Jahr in Italien. Gewonnen hat der Neapolitaner SalDaVinci, der auf Britzelmeier "wie ein Zeitreisender aus der Vergangenheit" wirkt und dessen Nummer "Per sempre sì" ein Loblied aufs Heiraten ist. Im Vergleich zu den Vorjahren ist das doch alles ein bisschen ins Biedere abgeruscht: Früher "gab es lustige Momente, die teils völlig improvisiert wirkten, Duettpartner, die sich live auf der Bühne zerstritten, twerkende Männer und Statements zu gesellschaftlichen Themen. 2026 wirkte im Vergleich sehr viel braver."
Weiteres: Jan Brachmann erzählt in der FAZ von seiner Reise zum Arctic Chamber Music Festivalim norwegischen Longyearbyen, wo sich die Sonne nur anhand ihrer rosa Reflektion auf den Bergen ringsum erahnen lässt. Besprochen werden BazLurhmannsElvis-Konzertfilm "Epic" (Standard), das neue Album der Gorillaz (Welt), ein Konzert des LondonPhilharmonicOrchestra unter KarinaCanellakis mit AnneSophieMutter (Standard), ein Konzert von DavidByrne in Zürich (NZZ), ein Konzert von ThomasSauerborns neuem Quintett Mirabelle in Frankfurt (FR), ein Konzert des KlangforumsWien mit der Perkussionistin ViviVassileva (Standard) und ein Konzert von HowardCarpendale (Welt).