Efeu - Die Kulturrundschau - Archiv

Musik

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Efeu - Die Kulturrundschau vom 22.02.2017 - Musik

Für den Standard spricht Ljubisa Tosic mit dem Keyboarder Philipp Nykrin. Christian Schröder schreibt im Tagesspiegel zum Tod des Gitarristen Larry Coryell.

Besprochen werden ein Zemlinsky-Konzert der Philharmonia Züric mit Arabelle Steinbacher (NZZ), das Austro-Pop Album "Magic Life" von Bilderbuch ("Freigeistmusik, die ob ihrer Individualität durchaus magisch ist", begeistert sich Johann Voigt in der taz) und ein russischer Abend des Bayerischen Staatsorchesters unter Kirill Petrenko mit dem Pianisten Marc-André Hamelin ("eine vielfältige, aufregende Expedition in letztlich ungewohnte Klangwelten", schwärmt Harald Eggebrecht in der SZ).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 21.02.2017 - Musik

Für die Zeit porträtiert Daniel Faulhaber den Basler Musiker Manuel Gagneux, der sich von einem Trollforum dazu inspirieren ließ Gospel und Black Metal miteinander zu kombinieren und jetzt nach Tweets maßgeblicher Leute als großer Hype gefeiert wird. Mit seinem Projekt Zeal & Ardor stellt er sich die Fragen: "Was wäre gewesen, wenn sich die Sklaven damals dem Glauben ihrer Herren verweigert hätten, wenn sie nicht zum Christentum, sondern zum Satanismus konvertiert wären? Wenn sie also nicht Gott, sondern dem Teufel ihre Treue geschworen hätten?" So klingt das dann:



Julian Weber unterhält sich für die taz mit Dave Longstreth vom Projekt Dirty Projectors, deren gleichnamiges Album den unterschiedlichen Facette der Liebe gewidmet ist und den taz-Popredakteur restlos glücklich macht: Das Album "ist eine musikalische Offenbarung, Blue-Eyed Soul fürs 21. Jahrhundert, wie er zwingender nicht klingen kann." Hier als Hörprobe ein aktuelles Video:



Weiteres: Im Rap melden sich immer mehr Lesben schlagfertig zu Wort, berichtet SZ-Kritiker Jan Kedves in einem Überblicksartikel. Für die Berliner Zeitung plaudert Steven Geyer mit Fat Mike von der Punkband NoFX. In der Berliner Zeitung schreibt Mike Wilms zum Tod von Gerrit Meijer, der mit PVC eine der ersten Punkbands Berlins gegründet hat.

Besprochen werden eine neue Film- und CD-Kassette über Otto Klemperers Schaffen (SZ), ein Konzert der Wiener Philharmoniker vor deren Reise nach New York (Standard), ein Konzert des Pianisten Radu Lupu (SZ), Maggie Rogers' Debüt-EP "Now That The Light Is Fading" (Freitag) und neue Jazzveröffentlichungen (The Quietus).
Stichwörter: Black Metal, Gospel

Efeu - Die Kulturrundschau vom 20.02.2017 - Musik

In Berlin haben die Berliner Philharmoniker unter Sir Simon Rattle und mit tatkräftiger Unterstützung des Rundfunkchors György Ligetis Oper "Le Grand Macabre" aufgeführt. "Umwerfend" und "grandios" fand Tagesspiegel-Kritikerin Christiane Tewinkel den Abend und weiß trotz aller Weltuntergangsstimmung, die Ligeti verströmt, gar nicht, wen sie mehr mit Lob überhäufen soll - die Sangesleistungen, das Orchester? Peter Sellars' Inszenierung in der Philharnomie konnte FAZ-Kritikerin Eleonore Büning unterdessen nur wenig abgewinnen. Dafür stimmte die musikalische Leistung versöhnlich: "Chor und Orchester musizierten so punktgenau und lustvoll, sie tauchten die bitteren Pillen in so geisterhaft-luxuriös durch den Raum schwebende Sphärenklangflächen und galoppierende Crescendi, dass das Gerümpel drum herum sehr schnell sehr egal war."

Weiteres: In der NZZ stellt Florian Bissing die Jazzwerkstatt Bern vor. Robert Schlösser schreibt in der Berliner Zeitung über Falco, der am Wochenende sechzig Jahre alt geworden wäre. In der Frankfurter Pop-Anthologie befasst sich Uwe Ebbinghaus mit "Delmenhorst" von Element of Crime.

Besprochen werden Sohns Berliner Auftritt (taz), ein Konzert von Bilderbuch (Tagesspiegel), Neil Youngs 1982er Album "Trans" (Pitchfork) und das Ambientalbum "Reassemblage" von Visible Cloaks (PItchfork).
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Efeu - Die Kulturrundschau vom 18.02.2017 - Musik

Hans Keller erinnert in der NZZ an die Ursprünge der Sambamusik vor 100 Jahren, die aus einem Plagiatsstreit und einem sich daran anschließenden Wettkampf um die beste Parodie des plagiierten Songs entstand. Die Welt spendiert einen Gratis-Download von Beethovens 9. Sinfonie mit Gustavo Dudamel. Cathrin Kahlweit schreibt in der SZ über Falco, der morgen 60 Jahre alt geworden wäre. Die FAZ-Popkritiker würdigen Falco als Pionier des deutschsprachigen Raps. Besprochen wird zudem eine "Best Of"-CD von Old Crow Medicine Show (FAZ).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 17.02.2017 - Musik

Für Pitchfork unterhält sich Philip Sherburne mit Brian Eno. Unter anderem geht es um die Produktion seines neuen Ambientalbums "Reflection", das einerseits als App veröffentlicht wurde, in der die musikalischen Variablen permanent verändert werden, sodass das Album theoretisch unendlich lange laufen könnte. Zum anderen gibt es eine statische Version des Albums von 54 Minuten Länge. Eno verfolgte dabei eine "hybride Annäherung. Ich hatte elf Stücke in der gewünschten Länge generiert, die ich von iTunes in zufälliger Reihenfolge abspielen ließ. Ich hörte mir die Stücke nachts an, während ich mit anderen Tätigkeiten beschäftigt war. Und während ein Stück durchlief, dachte ich: 'Das war ein schönes Stück. Vor allem die zweite Hälfte gefällt mir.' Entsprechend machte ich mir Notizen. So ging das ein paar Abende. Zwei Stücke stachen ganz besonders heraus. Bei dem einem waren die letzten 40 Minuten wunderschön, beim anderen die ersten 25 Minuten. Also dachte ich mir: 'Das ist ein Studio hier. Ich mache eine verdammte Platte. Ich füge sie einfach aneinander.' Es war wie die Geburt des Rock'n'Roll. 'Ich darf das. Das ist kein Beschiss.' Es war ein bisschen haarig, eine passende Stelle dafür zu finden, aber im Resultat handelt es sich um zwei miteinander vernähte Stücke."

Besprochen werden das Album "Culture" des HipHop-Trios Migos (taz) und ein Konzert von Kirill Gerstein (Standard).
Stichwörter: Brian Eno, Ambient

Efeu - Die Kulturrundschau vom 16.02.2017 - Musik

Jan Feddersen und Burhan Yassin sprechen für die taz mit dem isländischen Pianisten Víkingur Ólafsson unter anderem über Philipp Glass, der heute 80 Jahre alt wird und von dessen Kompositionen Ólafsson gerade einige eingespielt hat: "Bei Kindern sieht man, dass sie Wiederholungen mögen. Minimalismus ist die Essenz aller Musik. Glass hat alles Überladene zur Seite geschoben, das in einem bestimmten Moment Unwichtige. Das ist seine Qualität, nichts anderes."

Für die SZ plaudert Jonathan Fischer mit Michael Render vom Hiphop-Projekt Run The Jewels. Besprochen werden das neue Album von Bilderbuch (ZeitOnline) und ein Konzert von Gérard Depardieu in Paris (NZZ).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 15.02.2017 - Musik

Gregor Dotzauer schreibt im Tagesspiegel zum Tod des Jazzpianisten Michael Naura. In der FAZ gratuliert Gerhard R. Koch dem Komponisten John Adams zum 80. Geburtstag.

Besprochen werden ein Konzert von Apocalyptica (FR), "Magic Life" von Bilderbuch (Standard), ein gemeinsamer Auftritt von Jonathan Nott und Nelson Goerner (NZZ) und das Wiener Konzert der Sterne (Skug).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 14.02.2017 - Musik

Im Tagesspiegel resümiert Gerrit Bartels die Grammy-Verleihung, bei der die Stars sich in kleineren Gesten und Posen gegen Trump übten. Welt-Kritiker Hannes Stein verzweifelte allerdings an der schieren Bravheiten der kleinen Spitzen: Das war "dermaßen zahm, dass der Berichterstatter sich auf schreckliche Weise an das DDR-Kabarett 'Distel' erinnert fühlte, in dem es unter der Diktatur erlaubt war, manchmal ganz sanft wider den Stachel zu löcken, solange sich kein Parteifunktionär dabei auf den roten Schlips getreten fühlte."

Weiteres: Auf Pitchfork stellt die Folklegende Shirley Collins die prägendste Musik ihres Lebens vor. Julian Weber schreibt in der taz zum Tod von Al Jarreau. Besprochen wird eine Compilation mit afrikanischer Psych-Musik der 70er Jahre (Pitchfork).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 13.02.2017 - Musik

Die Musikkritiker der großen Feuilletons befassen sich heute mit den äußeren Rändern der Romantik. Als "ersten Romantiker" könne man den ewig vergessenen Komponisten Etienne-Nicolas Méhul auffassen, der derzeit im Palazzetto Bru Zane im großen Stil wiederentdeckt wird (mehr dazu hier), wie Eleonore Büning in der FAZ berichtet. Die These vom Romantik-Vorreiter hält sie für plausibel: "Spuren aus seinem Oeuvre [lassen sich] über Beethoven hinaus bis zu Schubert verfolgen, der, wie Berlioz, Weber, Wagner und andere mehr, einer seiner Bewunderer war. Es lohnt sich also, noch einmal genau hinzuhören, nicht nur in den 'Uthal' mit seinen harfenumspülten Bardenchören, hinreißenden Romanzen, stürmischen Ensembles."

Außerdem wurden die Grammys verliehen, die Hauptpreise gingen an Adele und Beyonce. Letztere präsentierte sich in einer Bühnenshow als eine Art neue Muttergöttin, das einem die Spucke wegbleibt. Aisha Harris ist auf Slate allerdings ganz hingerissen von solcher Majestät.

Weiteres: In der SZ schreibt Michael Stallknecht unterdessen eingehend über den Münchner Rachmaninow-Marathon des Pianisten Daniil Trifonow unter Valery Gergiev . Für die Jungle World plaudert Olaf Neumann mit Graham Nash von Crosby, Stills, Nash & Young über dies und jenes. Zum Tod des Jazzsängers Al Jarreau schreiben Ljubisa Tosic (Standard), Jens-Christian Rabe (SZ), Michael Hanfeld (FAZ) und Ueli Bernays (NZZ). Im Klassikblog des Guardian schreibt Jüri Reinvere einen Nachruf auf den estnischen Komponisten Veljo Tormis.

Besprochen werden Rag'n'Bone Mans "Human" (Tagesspiegel) und Tim Darcys "Saturday Night" (Spex).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 11.02.2017 - Musik

Was für ein diskreter Tod! Der schwedische Tenor Nicolai Gedda starb am 8. Januar, wie jetzt erst bekannt wurde. Gedda brillierte ab 1951 in "Stratosphären-Partien" wie dem "Postillon de Lonjumeau", würdigt Thomas Baltensweiler in der NZZ den Ausnahmetenor. "Mit Mozart, mit russischen Opern, als Konzert- und Liedinterpret hatte Gedda international Erfolg. In französischen Partien verwies er die meisten seiner Konkurrenten auf die Plätze. Mit seiner mirakulösen 'Voix mixte', der Mischung der Stimmregister, kostete er hier die reichen dynamischen Facetten mustergültig aus; und sein Timbre, dessen Vorzug in der unerhörten Klarheit, weniger in der Sinnlichkeit bestand, passte hervorragend zur Eleganz und Reinheit, mit der er etwa als Hoffmann, als Werther und in Meyerbeer-Raritäten die gesanglichen Linien zeichnete."

Weitere Nachrufe schreiben Frederik Hanssen (Tagesspiegel), und Wilhelm Sinkovicz (Presse). Hier kann man Gedda 1969 im schwedischen Fernsehen hören:



Unübetrefflich, nicht von dieser Welt, sein "Je crois entendre encore" aus Georges Bizets Perlentauchern.



Flucht aus dem Gentrifizierungs-Kiez, ab in den Kultur-Großbetrieb? Andrea Rothaug vom Verein RockCity Hamburg verspricht sich von der Elbphilharmonie jedenfalls auch für die Hamburger Szene Impulse, gesteht sie im taz-Interview mit Julian Weber. Das neue Haus könnte "es schaffen, die Grenze zwischen E- und U-Musik mit einer sympathischen Rücksichtslosigkeit zu überschreiten und gleichzeitig Unterschiede zu leben. Besonders interessant ist der kleine Saal. Hier könnte die Elbphilhar­monie ihren Leuchtturmcharakter tatsächlich durch Kollaboration mit den lokalen Szenen neu definieren."

Weiteres: Ljubisa Tosic spricht für den Standard mit Ute Pinter vom Grazer Impuls-Festival.

Besprochen werden das neue Album von Austra (Zeit), Mica Levis Soundtrack zu Pablo Larráins Film "Jackie" (The Quietus), ein Konzert von Katia und Marielle Labèque (NZZ), neue Alben der Metalgötter Sepultura und Kreator (Jungle World) sowie Martin Zencks Buch über Pierre Boulez (FAZ).
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