Efeu - Die Kulturrundschau - Archiv

Musik

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Efeu - Die Kulturrundschau vom 24.05.2017 - Musik

Zeit-Kritiker Christoph Dallach unterhält sich mit Irmin Schmidt, Gründungsmitglied der Krautrock-Gruppe Can, über Welterfolg, den Einfluss von Karl-Heinz Stockhausen und die moderne Technik, die das gemeinsame Musizieren überflüssig mache: "Als wir an­fin­gen mit Mu­sik, nah­men wir nur auf zwei Spu­ren auf. Man muss­te zu­hö­ren, was die an­de­ren spie­len, und sich be­wusst ein­brin­gen. Spä­ter war korrigierbar, was du ge­macht hat­test, es war auf ei­ner ei­ge­nen Spur, du konn­test es wie­der­ho­len oder an­ders mi­schen und so wei­ter. Wir ha­ben zwar wei­ter so ge­spielt wie frü­her, aber da brauch­ten die an­de­ren gar nicht da­bei zu sein. Da ist et­was verloren ge­gan­gen, das so nie wie­der zu­sam­men­kam."

Was damals zusammengekommen war, kann man hier sehen und hören:



Weiteres: Jan Paersch plaudert in der taz mit Thurston Moore. Für den Standard spricht Karl Gedlicka mit der Pianistin Diana Krall über deren neues Album.

Besprochen werden das neue Album "Roswell" von Marteria (Tagesspiegel), ein Konzert des Flötisten Emmanuel Pahud (NZZ), ein Konzert von Half Japanese (taz, Berliner Zeitung) und ein Konzert der Staatskapelle Dresden (Standard).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 23.05.2017 - Musik

In der NZZ stellt Ueli Bernays neuen Mundart-Rock vor. Die Spex bringt Eindrücke von Bryan Ferrys Berliner Konzert.

Besprochen werden ein Konzert des Arditti Quartetts (Tagesspiegel), Nick Hakims Album "Green Twins" (Pitchfork) und ein Konzert des Schwedischen Radio-Sinfonieorchesters (NZZ).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 22.05.2017 - Musik

Für den Standard unterhält sich Ronald Pohl mit dem Jazzmusiker Franz Koglmann, der seinen 70. Geburtstag feiert.

Besprochen werden der Berliner Auftritt von Bryan Ferry (Berliner Zeitung), ein Konzert des Quartetto Prometeo bei der Winterthurer "musica aperta" in Winterthur (NZZ) und ein Konzert von Molly Nilsson (taz).

Stichwörter: Franz Koglmann

Efeu - Die Kulturrundschau vom 20.05.2017 - Musik

Julian Weber unterhält sich mit der Musikerin Sophia Kennedy über deren Debütalbum, das den taz-Kritiker ziemlich umgeworfen hat: "Psychedelischer Barock, was die Arrangements anbelangt, und zugleich elektronisch unterfüttert mit subsonischen Bässen und anderen raffinierten Klangdetails. Größeren Willen zum Stil und elegantere Reduktion gab es hierzulande in diesem Jahr noch nicht. ... Getragen wird ihr Sound von ihrer spröden, aber reizvollen Stimme und einer sparsamen musikalischen Möblierung. Bisweilen reichen ein, zwei Akkorde auf dem Klavier und klickende Percussion, um die Songs über die Ziellinie zu bringen. Sei es durch etwas Hall auf der Stimme, Kennedy vermag stets surreale Atmosphäre zu erzeugen. Man fühlt sich an die frühe Nico erinnert." Da hören wir doch gerne rein:



Besprochen werden Jlins "Black Origami" (The Quietus), ein Konzert der Einstürzenden Neubauten (The Quietus), ein Konzert des Schwedischen Radiosymphonieorchestern (Standard), das neue Album "Weather" von Pond (Tagesspiegel), ein Konzert der Berliner Philharmoniker unter Andrés Orozco-Estrada  (Tagesspiegel).
Stichwörter: Sophia Kennedy

Efeu - Die Kulturrundschau vom 19.05.2017 - Musik

Country-Klassik trifft auf zeitgenössischen Alternative Folk: Für sein neues Album "Best Troubadour" hat sich Bonnie "Prince" Billy ein Bündel Klassiker von Merle Haggard geschnappt und diese Stücke seinem eigenen Werk anverwandelt. In der taz schreibt Dirk Schneider sehr ausführlich über dieses musikalische Gespräch über die Jahrzehnte hinweg: Das Ergebnis erinnert ihn an "Hausmusik, nah und ungezwungen, und das macht einige der Songs so lebendig, wie sie es vielleicht ursprünglich nie waren: Die intimen Texte, viele davon im Duett gesungen, entwickeln einen Sog, den man bei Haggards Einspielungen nicht findet, so staatstragend und onkelhaft wirken sie bisweilen. ... Im Vergleich zu Haggards männlichem Bariton bekommen dessen Songs bei Oldham eine ganz andere Gültigkeit: Wenn Oldhams gebrochener Gesang mal wieder gerade so die Kurve zum harmonischen Abschluss bekommt, als sei darin alles Torkeln und Taumeln auf dem Lebensweg enthalten, vielleicht auch alle Lüge, die dann am Ende doch zur Wahrheit wird (und umgekehrt)." Hier das aktuelle Video (im modernen 360*-Modus):



In der Jungle World zeigt sich Kristof Maria Künssler enttäuscht von dem Comeback der Post-Hardcore-Band At The Drive-In, die um 2000 im Underground für ziemlich viel Aufsehen gesorgt haben und deren Mitglied sich seitdem in einer Vielzahl von Bands, darunter die Prog-Band The Mars Volta, verstreut haben. Das neue Album ist demgegenüber eher lasch und innovationslos: "Möglicherweise ist die Halbwertzeit von Post-Hardcore abgelaufen; und vielleicht klingt diese Musik in den Ohren von Teenagern frischer. Die Band ist zumindest weit davon entfernt, sich zu einer Karikatur ihrer selbst zu degradieren...  Aber: Man wildert gelegentlich erschreckend nah am musikalischen Revier des Nu-Metal." Wir wagen dennoch ein Ohr:



Weiteres: Ryan Dombal spricht auf Pitchfork mit Sufjan Stevens über dessen neues Album "Planetarium". Für The Quietus spricht Patrick Clarke mit der Band Saint Etienne über den Einfluss, den David Lynchs "Twin Peaks" auf deren Werk ausübt. Chris Cornell, Sänger der Grunge-Band Soundgarden, hat sich umgebracht: Nachrufe schreiben Michael Pilz (Welt), Gerrit Bartels (Tagesspiegel), Julian Weber (taz) und Stefan Hentz (NZZ).

Besprochen werden ein Konzert von Cameron Carpenter (FR), ein Auftritt von Bilderbuch (Standard), das Album "Black Origami" von Jlin (Pitchfork), Blondies "Pollinator" (Spex), Jane Weavers "Modern Kosmology" (The Quietus), Juana Molinas "Halo" (Spex), Helene Fischers neues Album (Standard) und neue Popveröffentlichungen, darunter "Burials in Several Earths" des Radiophonic Workshop (ZeitOnline).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 18.05.2017 - Musik

Mit einem dicken Wälzer feiert das zwischen Kunst und Club changierende Elektro-Avantgarde-Label Raster-Noton sein über 20-jähriges Bestehen. Für Bjørn Schaeffner von der NZZ ein angenommener Anlass zur Rückschau und Bilanz: "Wo Karl-Heinz Stockhausen postulierte, dass Sound uns verändere, machen die Musiker von Raster-Noton die Probe aufs Exempel: Sie forschen auf der Achse von Körperlichkeit und Entkörperlichung, im Grenzgebiet von Materie und Äther. Carsten Nicolai experimentierte früh mit Frequenzen, die im subliminalen Bereich liegen. Eine japanische Fan-Page trat irgendwann sogar das hübsche Gerücht los, dass sich Nicolai mit Fledermäusen unterhalte.  ... Innovative, neue Musik steht per se unter Krach-Verdacht. Was den einen so verwirrend wie ein Borges-Labyrinth vorkommt, ist anderen ein ewig angestrengtes Klanggewühl."

Weiteres: Jürg Huber resümiert in der NZZ den Zürcher Liederfrühling. In der NZZ schreibt Peter Hagmann über die Situation des Sinfonieorchesters Basel, das derzeit mit einer eher ungenügenden Exilspielstätte vorlieb nehmen muss.

Besprochen werden ein Konzert von All Diese Gewalt (Tagesspiegel), Shobaleader Ones nach sich selbst benanntes Album (taz), Laibachs Konzertfilm aus Nordkorea (Spex), ein Konzert des Rappers Stormzy (Tagesspiegel), der Auftakt des Berliner Klavierfestivals mit Yevgeny Sudbin (Tagesspiegel) und eine "Best Of"-Box von Nick Cave und den Bad Seeds (wohl eher eine "Bekanntest-Of" gähnt Erz-Fan Karl Fluch im Standard).

Stichwörter: Electro, Raster-Noton

Efeu - Die Kulturrundschau vom 17.05.2017 - Musik

Was ist vom Summer of Love 1967 in San Francisco eigentlich übrig geblieben? Nicht viel, stellt Freitag-Autor Lennart Laberenz beim Besuch in der Stadt fest, wo zwei Ausstellungen (eine davon hier) den historischen Rückblick wagen. Ein trübes Stimmungsbild: "Aus wolkiger Mystik wurde viel schaurige Weltabgewandtheit. Von der Umweltbewegung blieb in der Bay Area nicht viel mehr übrig als strenger formulierte Auflagen, Tesla und sündteure Käseboutiquen. Ohne ein Organic-Product-Schild lässt sich nicht mal mehr ein Supermarktlutscher verkaufen. Yoga ist trotz Präsident Trump noch immer wichtiger als Lokalpolitik. Auf der Haight Street gibt es noch einiges zu kiffen, aber es wirkt so, als wären das eher Zwischenmahlzeiten von Leuten, die sich ansonsten von Härterem ernähren, während ihnen Großfamilien aus Kansas mit leisem Schauer begeistert beim langsamen Verschimmeln zuschauen."

Weiteres: Nicklas Baschek weint auf ZeitOnline dem NuMetal der 90er Jahre nach. Louise Brown erinnert auf The Quietus an das vor 30 Jahren veröffentlichte, einflussreiche Album "Under the Sign of the Black Mark" der Metalband Bathory. Im Guardian geht Tim Jonze der Frage nach, wann Rockbands endlich im Weltall Konzerte geben.

Besprochen werden das neue Album von Do Make Say Think (Pitchfork), ein Konzert von All Diese Gewalt (taz), Comebuckleys Album "Zofia" (NZZ) und ein Chopin-Konzert des Deutschen Symphonie-Orchesters mit dem Pianisten Nobuyuki Tsujii unter Vladimir Ashkenazy (Tagesspiegel).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 16.05.2017 - Musik

Bruno Mars will, Bruno Mars kann: Aus dem Staunen über die Livequalitäten des hawaiianischen Popsängers und Superstars kommt SZ-Kritiker Andrian Kreye beim Münchner Konzert nicht mehr heraus. Geradezu größenwahnsinnig sei die pophistorisch im übrigen sehr souveräne und bestens informierte Performance, sagt Kreye: Dieser "Größenwahn ist eine realistische Selbsteinschätzung. ... Die Qualität der Vorbilder war es, die Aggressivität und Erotik des Funk elektrisch zu einem breiten Klangbild aufzupumpen, das wie eine Woge die Hörer erfassen und vor sich hertreiben konnte. Bruno Mars nimmt diesen Effekt und legt in der zweiten musikalischen Ebene noch einen anderen darunter. Der stammt aus der Musik seiner Kindheit (er wurde 1985 geboren), dem New Jack Swing, einem Versuch, Soul mit den Elektrobeats des frühen Hip-Hop zu modernisieren. Weil die Technologie aber inzwischen sehr viel weiter ist als die spitzen Elektroklänge aus den ersten Schlagzeugcomputern und Synthesizern, wird die Vergangenheit live zum musikalischen Kraftwerk." Die Lichtshow ist jedenfalls schon ziemlich wuchtig, wie diesem Video zu entnehmen ist.

Weiteres: Stefan Strauß porträtiert für die Berliner Zeitung den Alphaville-Sänger Marian Gold.

Besprochen werden ein in China spontan gegebenes Klavierkonzert von Wladimir Putin (ZeitOnline), das Wiener Konzert der Fehlfarben (Skug), ein Konzert der Philharmonia Zürich mit Anne-Sophie Mutter (NZZ), ein Konzert von Diamanda Galás (Tagesspiegel), das neue Album von Helene Fischer (Tagesspiegel) und Arto Lindsays Album "Cuidado Madame" (taz),

Stichwörter: Bruno Mars

Efeu - Die Kulturrundschau vom 15.05.2017 - Musik

Sehr begeistert schlendert SZ-Kritiker Alexander Menden durch die Hallen des Victoria & Albert Museums in London, wo die große Pink-Floyd-Ausstellung "Their Mortal Remains" zu sehen ist. Die Größe des Museums kommt der Ausstellung zupass: "Die architektonische Opulenz des Pink-Floyd-Designs verlangt geradezu nach diesen Dimensionen."

Außerdem: Ueli Bernays resümiert in der NZZ das Jazzfestival Schaffhausen, bei dem unter anderem die Band Pilgrim auftrat ("stur wie Bergsteiger, zäh wie Mönche"). Nach dem Besuch der 49. Tage für Kammermusik in Witten macht sich Marco Frei von der NZZ um die Zukunft der Kammermusik keine Sorgen mehr.

Besprochen werden ein Schostakowitsch- und Strauss-Konzert der Berliner Philharmoniker (Tagesspiegel), das neue Album von GAS ("verändert die Wahrnehmung von Zeit", schreibt Max Dax in der SZ), ein Konzert des Tonhalle-Orchesters mit dem Konzertchor Harmonie Zürich (NZZ), das Album "No Shape" von Perfume Genius (Spex), das neue Album von Helene Fischer (Berliner Zeitung), das neue Album von Deep Purple (FAZ) und zum Jubiläum von Monteverdis Taufe vor 450 Jahren neue Bücher und Aufnahmen (SZ, FAZ).

In der Frankfurter Pop-Anthologie schreibt Hannes Hintermeier über XTCs "I Bought Myself a Liarbird":


Efeu - Die Kulturrundschau vom 13.05.2017 - Musik

Julian Weber hat sich für die taz mit Thessia Machado auf ein Gespräch getroffen. Die Klangkünstlerin befasst sich weniger mit Software, sondern lieber mit konkreten, haptischen Geräten, verrät sie: "Ich verhelfe den Maschinen durch meine Eingriffe zu mehr Freiheit von ihren Verpflichtungen, zu einer freieren Existenz. ... Als gelernte Bildhauerin berühre ich gerne Material und beschäftige mich mit Mechanik. Ich nehme gerne Maschinen auseinander, um zu sehen, wie sie funktionieren. Software-Instrumente kenne ich auch, aber ihre taktile Qualität finde ich unterentwickelt." Wie das aussieht, kann man sich hier ansehen:



Atemlos um die Welt? Das neue Schlager-Album Helene Fischers reizt Jens Balzer auf Zeit Online zur Detailanalyse: "Von Ibiza nach London und wieder zurück: Ihren eingespielten Eklektizismus variiert Fischer hier als Hopping zwischen verschiedenen Urlaubsdestinationen. ... Wenn die Künstlerin sich schon nicht mehr als souveräne Frau zeigt, so überhöht sie - wenigstens im ersten Teil von 'Helene Fischer' - das eklektische, postmoderne Design ihres Popstarkonzepts in der Inszenierung als musikalische Nomadin."

"Tokyo-To", Pink Floyd Konzertposter, Japan, 1972
Die Musealisierung von Pink Floyd tritt mit der großen Ausstellung "The Mortal Remains" im Londoner Victoria & Albert Museum endgültig in ihr Endstadium. Mit den 350 mitunter sehr aufwändigen Exponaten, die insbesondere die theatralische Bühnenästhetik im späteren Werk der einstigen Psychedelic-Rocker widerspiegeln, fühlt sich Gina Thomas von der FAZ "in den Kosmos versetzt, aus dem die mittelständischen Kriegs- und unmittelbaren Nachkriegskinder ihre Impulse bezogen". Stefanie Bolzen führt in der Welt durch die Ausstellung. Für Deutschlandfunk Kultur war Robert Rotifer vor Ort. Weitere Besprechungen im Guardian und im Telegraph.

Weiteres: Frederik Hanssen porträtiert Michael Barenboim, der sein erstes Album mit Geigenaufnahmen vorgelegt hat. In der taz stellt Jan Feddersen die Beiträge zum Eurovision Song Contest vor. Christian Schachinger vom Standard erinnert an das vor 50 Jahren veröffentlichte Debüt von Velvet Underground. Christian Wildhagen schreibt zum Tod des Dirigenten Francis Travis. Im Bayerischen Rundfunk spricht Ania Mauruschat mit Colin Black über Soundwalks und Radiokunst. Tim Neshitov hat sich für die SZ unter enttäuschte linke Fans von Xavier Naidoo begeben, die es sehr bedauerlich finden, dass der Sänger sich in den letzten Jahren einen Aluhut aufgesetzt hat und sich antisemitischer Rhetorikstrategien bedient.

Außerdem bringt die taz eine Weltmusik-Beilage. Unter anderem gibt es einen Auszug aus dem Buch "Global Pop. Das Buch zur Weltmusik", einen Bericht von Stefan Franzen über die Musik der Ureinwohner Kanadas, ein Interview mit der arabischen Popsängerin Yasmine Hamdan und eine Besprechung des neuen Albums des ägyptischen Undergroundmusikers Tamer Abu Ghazaleh.

Besprochen wird ein Konzert von András Schiff (Tagesspiegel).
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