Efeu - Die Kulturrundschau

Linderung durch Menschen

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05.10.2024. Die Literarische Welt lässt zum Jahrestag des 7. Oktober jüdische Stimmen aus der Literatur zu Wort kommen. Die Literaturhistoriker Gabriele Radecke und Robert Radecke-Rauh versuchen im Tagesspiegel herauszufinden, ob Theodor Fontane Antisemit war. Die FR gibt sich in einer Ausstellung in Frankfurt dem Farbrausch der bemalten Textilien Hamid Zénatis hin. Die SZ ist beeindruckt davon, wie Katharina Bach in einer Soloperformance von Michel Friedmans Text "Fremd" das Leiden eines jüdischen Kindes im Nachkriegsdeutschland greifbar macht.
9punkt - Die Debattenrundschau vom 05.10.2024 finden Sie hier

Literatur

Paukenschlag bei Suhrkamp: Der bislang minderheitsbeteiligte Baumarkt-Unternehmer Dirk Möhrle übernimmt zum Ende des Monats das Aktienpaket der Siegfried-Unseld-Familienstiftung und der Familie Ströher. Damit wird er alleiniger Inhaber des Traditionsverlags. Die Ära Unseld ist Geschichte. Der bisherige Verleger Jonathan Landgrebe soll seine Arbeit weiterhin ausführen. Hier das Resümee in unserer Debattenrundschau.

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In der Literarischen Welt führt Marko Martin durch Veröffentlichungen mit jüdischen Wortmeldungen zum ersten Jahrestag des 7. Oktobers. Das Buch "Israel, 7. Oktober. Protokoll eines Anschlags" der Journalistin Lee Yaron reiht sich dabei ein in die Tradition der Gedenkbücher der jüdischen Gemeinden, indem sie den Menschen, die in der medialen Berichterstattung oft in bloßen Zahlenanhäufungen verschwinden, ihre Biografie zurückgibt, schreibt er. "Mit deren Biografien entsteht gleichzeitig eine Art Kulturgeschichte der (vor allem links-säkularen) Kibbuzbewegung im Süden Israels, bekommen Menschen noch einmal Konturen. Konturen in ihrem tätigen Sein, in ihrer Todesangst und entsetzlichen Einsamkeit am 7. Oktober und schließlich auch in ihrem Widerstand, dem das Überleben anderer zu verdanken ist. ... Eingebettet sind diese dramatischen und doch denkbar skrupulös erzählten Geschehnisse in eine regierungskritische Analyse des 'Davor und Danach', die in keiner Zeile verschweigt, worum es der islamo-faschistischen Hamas seit jeher einzig und allein geht: So viele Juden und Jüdinnen wie möglich viehisch zu massakrieren."

War Theodor Fontane Antisemit? Die Literaturhistoriker Gabriele Radecke und Robert Radecke-Rauh führen im Tagesspiegel durch die aktuelle Debatte und ziehen Belegstücke aus Werken und Briefen des Schriftstellers heran, die bald die eine, bald die andere Antwort auf diese Frage naheliegend erscheinen lassen und unterstreichen "Fontanes ambivalente Aussagen in seiner erst postum veröffentlichten Privatkorrespondenz". Eher positiven Äußerungen stehen darin "haarsträubende Tiraden gegenüber". Sie stellen fest: "Fontane agierte stets als Nischen-Antisemit, der seine antijüdische Gesinnung zwar nie öffentlich äußerte, aber im privaten Raum keinen Hehl daraus gemacht hat." Aber "auch in seinem Werk erweist er sich als Nischen-Antisemit, der seine Lyrik und Prosa mit mehr oder weniger versteckten Spitzen versieht", wie eine 1998 im Selbstverlag veröffentlichte Studie von Michael Fleischer belegt: "Die Raffinesse, mit der Fontane antisemitische Stereotype versteckt, zeigt seine weniger bekannte Erzählung 'Wohin?' von 1888. In einem Gespräch über mögliche Reiseziele will ausgerechnet der jüdische Bankier James Orte meiden, in denen vermehrt Juden Urlaub machen - ohne es explizit auszusprechen."

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Jonathan Fischer spricht für die SZ mit der bereits zweimal in den USA mit dem National Book Award ausgezeichneten Schriftstellerin Jesmyn Ward, die in ihrem historischen Roman "So gehn wir denn hinab" von einer jungen Sklavin in New Orleans erzählt. Mit diesem Thema steht sie in einem größeren Zusammenhang der us-amerikanischen Gegenwartsliteratur: "Wir amerikanischen Schriftsteller afrikanischer Abstammung werden gerade Zeugen eines Versuchs, unsere Geschichte auszulöschen. Ich wollte da gegensteuern: Zeigen, was die Menschen durchgemacht haben, die wie meine Erzählerin Annis in mörderischen Märschen zu den Kerkern und Sklavenmärkten in New Orleans gebracht wurden. ... Mich nervt dieses Gerede von Kanye West und anderen, dass die Sklaverei eine Wahl gewesen sei: 'Nein, mir wäre das nie passiert', sagen sie. 'Ich hätte mir das nicht gefallen lassen.' Das zeigt, dass die Leute sehr begrenzte Vorstellungen davon haben, wie Sklaven in Wirklichkeit Widerstand geleistet haben. Mich hat für meinen Roman das Buch 'Slavery's Exiles' von Sylviane Diouf sehr beeinflusst: Sie beschreibt, wie entlaufene Sklaven oft nicht in den Norden geflohen sind, sondern sich in der Nähe ihrer ehemaligen Plantagen versteckten, Communities organisierten, mit ihren versklavten Verwandten Handel trieben."

Weitere Artikel: Mara Delius erzählt in der Literarischen Welt von ihrer Begegnung mit dem britischen Schriftsteller Andrew O'Hagan, der mit "Caledonian Road" eben einen Roman "zur Lage der Nation" verfasst hat. Für die NZZ hat Roman Bucheli mit ihm gesprochen. Der Schriftsteller Najem Wali erzählt im Literarischen Leben der FAZ, wie Erich Maria Remarques "Zeit zu leben und Zeit zu sterben" ihn in den Siebzigern dazu inspirierte, in Bagdad deutsche Literatur zu studieren. Marc Reichwein hat für die Literarische Welt den großen italienischen Traditionsverlag Feltrinelli in Mailand besucht. Der Schriftsteller Karl-Markus Gauss führt in der NZZ durch Leben und Werk seines Kollegen Jean Amery - mit besonderem Augenmerk auf Amerys Auseinandersetzungen mit der deutschen Linken seit den Sechzigern, die damals zusehends in "krude Verschwörungstheorien" und fanatischen Antisemitismus abdriftete. Tal Sterngast erzählt in "Bilder und Zeiten" der FAZ von einem Abend in Tel Aviv, bei dem der Philosoph Irad Kimhi über Paul Celans Notiz in einem Brief an den Lyriker Yehuda Amichai nachdachte, dass er sich eine Welt ohne Israel weder vorstellen könne noch wolle. Thomas Combrink wirft für "Bilder und Zeiten" der FAZ einen Blick auf Ernst Jandls Liebe zur Musik und insbesondere zum Jazz. Die FAZ dokumentiert in "Bilder und Zeiten" Lena Goreliks im Rahmen der Frankfurter Reihe "Zehn Gebote in zehn Geschichten" gehaltene Rede zum Verhältnis zwischen dem Diebstahlverbot der Zehn Gebote und der schriftstellerischen Tätigkeit. Rose-Maria Gropp erinnert in "Bilder und Zeiten" an Françoise Sagans Roman "Bonjour Tristesse". Tilman Spreckelsen schreibt ebendort über die Burg, die sich der Dichter Saint-Pol-Roux 1904 in der Bretagne hat bauen lassen und die heute eine einsturzgefährdete Ruine ist.

Besprochen werden unter anderem Olga Grjasnowas "Juli, August, September" (Standard), Sally Rooneys "Intermezzo" (taz), Marlen Hobracks "Erbgut" (FR), Sebastian Heinrichs "Kurz gesagt: Italien" (online nachgereicht von der FAZ), Barbara Zemans "Beteigeuze" (LitWelt), Mircea Cărtărescus "Theodoros" (FAZ) und Jan Weilers "Munk" (SZ). Mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr.
Archiv: Literatur

Kunst

Hamid Zénati, ohne Titel, undatiert, Foto: © Hamid Zénati Estate, Foto: Maximilian Geuter

Leider nur posthum wird dem deutsch-algerischen Textilkünstler Hamid Zénati die Aufmerksamkeit zuteil, die er verdient, bedauert Lisa Berins in der FR. Eingeschränkt durch einen unsicheren Aufenthaltsstatus, konnte Zénati nie die nötigen Schritte gehen, um sich in der Öffentlichkeit zu etablieren, so Berins. Zum Glück zeigt das Museum für Angewandte Kunst in Frankfurt nun in einer "üppigen" Schau seine Werke, die die Kritikerin in einen regelrechten Farbrausch versetzen: "Er bemalte Stoffe, die zum einen eine Budget-Alternative zur Leinwand waren, auf der anderen Seite auch praktisch einrollbar in einen Koffer überall hin mitgenommen werden konnten. Zénati reiste gern und oft; nach Algerien, in die Wüste, nach Indonesien, durch Kuba und Indien. Seine Technik war die des Cut-Outs: Er legte Schablonen auf die Textilien, auf Baumwolle oder Leinen, und malte sie ab. Es müssen unglaublich viele Schablonen gewesen sein, nie scheint sich ein Muster zu wiederholen. Manchmal erinnern die Bilder an volkstümliche Kunst, an Native Art, mal an Pop-Art, an die Abstraktion der frühen Moderne, an Graffiti. Hier und da erkennt man Figuratives; einen Kopf, ein Ufo, eine Gestalt, ein Insekt."

Außerdem: In der taz berichtet Regina Müller von der Versteigerung der Kunstsammlung des Kurators Kasper König. Evelyn Wöldicke wird neue Direktorin der Liebermann-Villa, meldet der Tagesspiegel mit dpa. Besprochen werden die Erwin Wurm-Retrospektive in der Albertina Modern in Wien (Welt) und die Ausstellung "Albert Oehlen: Schweinekubismus" in Galerie Max Hetzler in Berlin (Tsp).
Archiv: Kunst

Musik

Im WamS-Gespräch mit Andreas Rosenfelder loben der (stramm linke) Pianist Igor Levit und der (stramm konservative) Dirigent Christian Thielemann, die gerade gemeinsam mit den Wiener Philharmonikern ein Brahms-Album aufgenommen haben, einander und ihre gemeinsame Freundschaft fast schon eine Spur zu euphorisch über den grünen Klee. Aber es gibt es auch ernste Passagen, etwa wenn sich Levit an den Ausnahmezustand im Kulturbetrieb der letzten zwölf Monate nach dem 7. Oktober erinnert. "Als Antwort auf die Frage, wie es mir geht, habe ich mir in letzter Zeit angewöhnt zu sagen: Die Basis ist beschissen, und auf dieser Basis wird es kompliziert. Es gab in den vergangenen Monaten außerhalb meines engsten Freundeskreises nicht mehr viele Räume, wo es mir grundsätzlich gut ging. Zu diesen Räumen gehört die Bühne. Nicht das Üben zu Hause, sondern die Linderung durch Menschen." An seiner Haltung habe sich aber grundsätzlich nichts geändert: "Ich habe eine Definition davon, was ich für links erachte", nämlich "radikale Empathie und radikaler Individualismus. ... Wenn sich gewisse ehemalige Weggefährten... Gott, da fange ich sofort an zu weinen! Wenn sich diese Weggefährten, die sich als links bezeichnen, durch ihren Hass gegen Israel ins Aus schießen, dann liegt das nicht an mir, dann liegt das an denen."

Im taz-Gespräch mit Katharina Granzin blickt die Dirigentin Joana Mallwitz auf ihre erstes Jahr als Chefdirigentin am Berliner Konzerthaus zurück ("es war fantastisch") und gibt Einblick in ihre Arbeitsweise: "Das Dirigieren ist eine der schnellsten und komplexesten Arten, wie man kommunizieren kann." Der Komponist "hatte diese große Idee, die er in lauter kleine Noten gebracht hat. Ich wiederum erarbeite mir die Partitur vom Kleinsten zum Größten und versuche bei jeder einzelnen Note genau zu schauen, wo sie steht, um von dort aus wieder zu dieser großen Idee zu kommen. Im Moment der ersten Probe mit dem Orchester versuche ich durch Körperlichkeit - durch Bewegung, Mimik, Atem - diese große Idee zu vermitteln. ... Man kann jedes Stück theoretisch auf tausend verschiedene Arten spielen. Es geht nicht darum, dass meine Idee die einzig richtige ist, aber sie muss in sich stimmen."

Weitere Artikel: Rachel Spiker erinnert in der taz an den israelischen Schlagzeuger Yotam Harim, der am 7. Oktober von der Hamas entführt wurde und bei einem missglückten Einsatz vom israelischen Militär erschossen wurde.

Besprochen werden Geoffrey Norris' Buch "Sergei Rachmaninoff spricht" (Standard), Charly Hübners Dokumentarfilm über die Band Element of Crime (Artechock), das neue Coldplay-Album "Moon Music" (FAZ, Welt, Standard), Rosie Lowes Album "Lover, Other" (FR) und das neue, mit etwas Glück tatsächlich letzte Album der Fantastischen Vier (SZ).
Archiv: Musik

Bühne

Szene aus Michel Friedmans Fremd

Ergriffen ist SZ-Kritiker Egbert Tholl von Kathrin Lindners Inszenierung von "Fremd" an den Münchner Kammerspielen. In diesem Text verarbeitet Michel Friedman seine Kindheit und Adoleszenz im Deutschland der Nachkriegszeit: Als er zehn Jahre alt ist, übersiedelt er mit seinen Eltern von Frankreich in die Bundesrepublik, von seiner großen Familie haben nur diese und die Großmutter überlebt. Katharina Bach macht die Feindlichkeit der Welt, in der das Kind aufwächst, in einer Soloperformance greifbar, die es in sich hat, so der beeindruckte Tholl: "Mit Kreide schreibt Katharina Bach 'Jude' an die schwarze, eiserne Wand, die die Bühne verschließt. 'Jude', 'Jude', 'Jude', wie 1933 auf Schaufenster in Deutschland. Und jetzt wieder. Dann schreibt sie darüber: 'Do Not Disturb.' Störe nicht! Juden stören, Sinti, Queere, Ausländer. Fährt das Kind nach dem Sommer gut gebräunt Straßenbahn, umklammert eine Frau ihre Handtasche. 'Fremd' ist ungeheuer persönlich, schmerzhaft, intim - aber nie privat. Das Nichtdazugehören ist nicht das Gefühl eines einzelnen Menschen. Integrier dich! Aber wo? Wohin? Einmal ist das Kind im Zirkus. Großes Pathos, Licht. Alle lachen. Das Kind nicht. Nicht einmal so geht es."

Christoph Weissermel geht in der FAZ der Geschichte des indonesischen Schattentheaters auf den Grund, dem sogenannten Wayang Kulit, das auf eine "mindestens tausendjährige Tradition" zurückblickt: "Zu dessen Faszination gehört, dass zwei Vorstellungen in einer zu sehen sind: So wird das Geschehen nicht nur auf der Leinwand beobachtet. Das Publikum kann auch dahinterschauen und die Fingerfertigkeit des Schattenspielers bewundern oder die Schattenfiguren selbst sehen, die sich von dieser Seite als farbige Kunstwerke erweisen. Wayang Kulit lässt sich daher als Meditation zwischen Angedeutetem (dem Ephemeren der Schatten) und Erkennbarem (den bunt glänzenden Figuren) verstehen, als Grenzgang zwischen einer animistischen, von Ahnen, Göttern und Geistern beseelten und der unmittelbar sichtbaren Welt."

Außerdem: Die neue Leitung der Volksbühne in Berlin übernimmt das norwegisch-deutsche Künstler-Duo Vegard Vinge und Ida Müller, meldet Rüdiger Schaper im Tagesspiegel. Das deutsche Musical "Elisabeth" feierte in China Premiere: SZ-Kritiker Florian Müller staunt, wie die Geschichte von Sissi hier geradezu revolutionäres Potential entfaltet. Michael Stallknecht porträtiert in der NZZ den Schweizer Startenor Benjamin Bernheim. In der WamS trifft Elmar Krekeler den Schauspieler Dimitrij Schaad. Dennis Basaldella macht für die taz einen Spaziergang zu den Ruinen des einstigen Heidetheaters und lernt etwas über die Geschichte der frühen DDR. Besprochen werden Robert Lepages Inszenierung seines Stücks "Glaube, Geld, Krieg und Liebe" an der Schaubühne Berlin (SZ) und Emma Dantes Inszenierung von Verdis "Nabucco" an der Berliner Staatsoper (FAZ).
Archiv: Bühne

Film

Ralph Eue widmet sich im Filmdienst eingehend den Filmen von Robert Kramer, dem die Viennale in diesem Monat eine Retrospektive widmet: Seine Filme "Essays, und zugleich sind sie Abenteuerfilme." Kramer "beschreitet Wege ins Ungewisse, vielleicht wie es sich in einem Aphorismus von Kierkegaard ausgedrückt findet, dass man das Leben nur rückwärtig verstehen könne, es aber in der Vorausschau gelebt werden müsse. ... Mit seiner Arbeit wolle er versuchen, mit der Kamera zu leben, so wie man auch sonst lebt, um etwas von Menschen zu registrieren, die ihrerseits sehen und darüber ein Verhältnis entwickeln zu dem, was um sie herum vorgeht. ... Im Zusammenhang von 'Route One, USA' (1989) - wohl seinem Opus magnum - einem filmischen Mosaik mit über 60 Personen von verschiedenster Herkunft und mit unterschiedlichstem sozialem Status, die entlang der Route One an der Ostküste der USA zwischen kanadischer Grenze und Florida leben, notierte Robert Kramer: 'Entdeckungen machen. Sie vorbereiten. Das Umfeld schaffen, damit sie zutage treten können. Sich Zeit nehmen. Wir haben die Freiheit, jeden Moment anzufangen oder abzubrechen, um dem Faden der Geschichte, die ja noch im Entstehen begriffen ist, zu folgen, um Leute zu finden, von denen wir nicht wussten, dass wir sie suchten, in einer Stadt, von der wir noch nie gehört hatten.'"



Weitere Artikel: Dunja Bialas weist auf Artechock auf eine Münchner Retrospektive zu Ehren von Ousmane Sembène hin. Robert Wagner empfiehlt auf critic.de eine Berliner Filmreihe zur Geschichte des japanischen Kinos. Rüdiger Suchsland streift für Artechock durch die Kinogeschichte der Maßlosigkeit. Jenni Zylka hört für die taz genau hin, wie Todd Philipps in seinem "Joker: Folie à deux" (Artechock, critic.de, unsere Kritik) Popklassiker einsetzt: "subtil" zwar nicht, "komplex aber schon". Andrey Arnold wirft für die Presse einen Blick auf die sich wandelnde Star-Kultur. Axel Timo Purr schreibt auf Artechock einen Nachruf auf Kris Kristofferson als Schauspieler (leider ebenfalls, ohne Kristoffersons heimlich schönsten Film, Sam Peckinhpahs unterschätzten "Convoy", zu erwähnen).

Besprochen werden Victor Kossakovskys Essayfilm "Architecton" (critic.de, mehr dazu hier), Francis Ford Coppolas "Megalopolis" (Artechock, unsere Kritik), Chris Sanders' Animationsfilm "Der wilde Roboter" (Standard), Michel Francos "Memory" (Artechock), Joachim A. Langs "Cranko" (FAZ), Sabine Hieblers und Gerhard Ertls österreichisches Oma-Road-Movie "80 Plus" (Standard), die ARD-Serie "Made in Germany" über den postmigrantischen Alltag (Zeit Online) und der Netflix-Film "Ein neuer Sommer" mit Nicole Kidman ("Der Strom der schönen Bilder fließt zäh dahin", seufzt Ursula Scheer in der FAZ).
Archiv: Film