Lee Yaron
Israel, 7. Oktober
Protokoll eines Anschlags

S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2024
ISBN 9783103976458
Gebunden, 320 Seiten, 26,00 EUR
ISBN 9783103976458
Gebunden, 320 Seiten, 26,00 EUR
Klappentext
Aus dem Englischen von Sigrid Schmid, Cornelia Stoll, Maria Zettner. Mit einem Nachwort des Schriftstellers und Pulitzer-Preis-Trägers Joshua Cohen. Auf Basis von zahlreichen Interviews mit Angehörigen und Überlebenden. Am 7. Oktober 2023 startet die Hamas einen Großangriff auf Israel. Lee Yaron rekonstruiert den Tag der Katastrophe und zeichnet Porträts der ermordeten Frauen, Männer und Kinder, um die Erinnerung an sie zu bewahren. Sie interviewte Angehörige und Überlebende und hatte Zugang zu Abschriften von Telefonaten und Nachrichten, die dem Tod dieser Menschen manchmal nur Sekunden vorausgingen.Vom Musikfestival "Tribe of Nova" über ein Beduinendorf bis zum Kibbuz Kfar Aza führt uns Yaron an die Orte der Trauer, um die unerhörte Gewalt, die sich an diesem Tag entlud, zu erfassen. Die Chronik eines Tages, der in die Geschichte Israels, des Nahen Ostens und der ganzen Welt eingehen wird, und ein literarisches Denkmal für die Opfer.
BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info)
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 08.11.2024
Rezensentin Sylvia Staude liest Lee Yarons "Erinnerungsstein" für die Opfer vom 7. Oktober mit Schrecken. Die detaillierte Behandlung von Einzelschicksalen ist für sie nur schwer zu verkraften, zumal sich viele der Ermordeten für den Frieden einsetzten. Offen beschrieben werden aber nicht nur die Morde, sondern auch der Mut einzelner Menschen, meint sie. Die Interviews mit Überlebenden und Angehörigen lassen das Grauen des Tages lebendig werden, aber auch die unerschütterliche Haltung der Journalistin Yaron: Israel muss seine Politik gegenüber den Palästinensern ändern, stellt die Autorin fest.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 28.10.2024
Gleich drei Bücher zum Jahrestag des 07. Oktobers nimmt sich Rezensent René Wildangel vor, der sich als Historiker vorwiegend mit dem Nahen und Mittleren Osten befasst: Die eindrücklichsten Schilderungen hat wohl Lee Yaron vorgelegt, Journalistin für Haaretz. "Kaum auszuhalten" sind die Geschichten der infolge des Angriffs getöteten und traumatisierten Menschen. Es finden sich in dem Buch die Erfahrungen Schoah-Überlebender ebenso wie getöteter Beduinen oder Menschenrechtsaktivisten für Palästina, Yaron hat kurz nach dem Angriff ob ihrer Fassungslosigkeit über die israelische Regierung angefangen, mit Überlebenden zu sprechen, erfahren wir. Dass ihr Mann Joshua Cohen das Buch in seinem Nachwort mit den aschkenasischen Yizkor-Erinnerungsbüchern in Verbindungen bringt, leuchtet Wildangel absolut ein. Ein so "deprimierendes wie überwältigendes" Buch, schließt er.
Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 19.10.2024
Einer schwer erträglichen, aber augenöffnenden Lektüre begegnet Rezensent Klaus Bittermann mit Lee Yarons Buch über den Anschlag der Hamas auf Israel am 7. Oktober. Dabei sei das Buch weit mehr als nur ein "Protokoll": Über zahlreiche Interviews mit Augenzeugen und gesammelte Telefonnachrichten, E-Mails und Handy-Mitschnitte gelinge es der israelischen Journalistin, die Geschichten der Opfer zu erzählen und ihnen so ihre "Würde zurückzugeben", so der Kritiker. Zu den tausenden Ermordeten zählten, wie Bittermann liest, viele Friedensaktivisten und "überzeugte Linke", die sich für Projekte wie Krankenhäuser oder Industrieanlagen einsetzten, die für Israelis und Palästinenser gleichermaßen zur Verfügung stehen sollten - ein durch den Angriff brutal zum Platzen gebrachter Traum, so Bittermann. Einen positiven Ausblick könnte Yaron nicht bieten, aber dafür Einzelschicksale, angereichert um historisch-politische Kontextualisierungen, die sowohl die israelische als auch die palästinensische Seite beleuchten, lobt der Kritiker. Für ihn ein großer Gewinn.
Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 08.10.2024
Etwas Hoffnung schöpft Rezensentin Victoria Eglau mit dem Buch der israelischen Journalistin Lee Yaron. Viele Stellen im Text sind für sie allerdings nur schwer zu ertragen. Die Autorin porträtiert Menschen, die selbst oder deren Angehörige am 7. Oktober 2023 bei dem Massaker der Hamas ums Leben kamen. Das Buch protokolliert laut Eglau die letzten Stunden der Menschen und vermittelt ihre Lebensgeschichten: Kibbuz-Bewohner, Raver, Friedensaktivisten, Holocaust-Überlebende, Erwachsene und Kinder. Die genaue Recherche und der einfühlsame Ton bringen Eglau ganz nah zu den Menschen. Doch die Autorin betrachtet die Ereignisse auch im politischen und historischen Kontext, kritisiert die Regierung Netanjahu und zeigt Empathie für das Schicksal der Palästinenser, meint Eglau, das stimmt sie zuversichtlich.
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