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Efeu - Die Kulturrundschau

Rebellion aus Passion und Sanftheit

Die besten Kritiken vom Tage. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
14.10.2017. Die taz schaut sich in der afrikanischen Literaturszene um: Einen homogenen Kanon gibt es nicht, lernt sie. Die Welt blickt in die entblößenden Augen der Alice Neel. Die Nachtkritik lernt auf Kampnagel, dass für Frankreich der Balkan schon in Deutschland beginnt. Ziemlich gestrig finden NZZ und Nachtkritik Ante Helena Reckes ausschließlich mit schwarzen Schauspielern besetzte "Mittelreich"-Inszenierung. Und die SZ lauscht elektronischem Rythm & Blues von Kelela.
9punkt - Die Debattenrundschau vom 14.10.2017 finden Sie hier

Bühne


Bild: Szene aus Mittelreich. Foto: Judith Buss.


In der Nachkritik hat sich Sabine Leucht Anta Helena Reckes ganz auf schwarze Beteiligte setzende Kopie von Anna-Sophie Mahlers Musiktheaterinszenierung von Josef Bierbichlers Roman "Mittelreich" an den Münchner Kammerspielen angesehen. Die Kopie ist beeindruckend, findet sie, aber den von Recke thematisierten "weißen Blick" kann Leucht nicht entdecken: "Macht man also irgendetwas falsch, wenn man in 'Mittelreich' keine 'schwarzen Körper', sondern einfach Menschen sieht? Man spürt sie zwar, die Stellen, an denen man zusammenzucken sollte. (...) Selbst wenn man da wirklich einmal zusammenzuckt, öffnet sich auf Dauer keine 'andere Ebene darunter' zu Sklaverei, Kolonisation und rassistischen Gräueltaten."

Das Ensemble ist großartig, findet Bernd Noack in der NZZ. Die erwünschte Provokation will sich aber auch bei ihm nicht einstellen: "Das zweite 'Mittelreich' bleibt eine gedanklich überanstrengte Spielerei mit nicht einleuchtendem Rollentausch - demnächst ausschließlich mit Syrern oder auch Rollstuhlfahrern? -, deren kulturpolitischer Anspruch und Protest als aufgepfropft engagierte Behauptung über der bekannten Szene schwebt und tatsächlich zum eher zweifelhaften Vergleich zwischen der weißen und schwarzen Truppe herausfordert."
 
Nachtkritiker Falk Richter hat sich in dem von dem Theaterkollektiv God's Entertainment nach Ivo Andrics Roman "Wesire und Konsuln" gebauten bosnischen Dorf "Convakatary Konak" beim Spielzeiteröffnungsfestival "Openhaus - Strategien für eine migrantpolitische Gesellschaft" auf Kampnagel umgesehen. Die Dringlichkeit mag fehlen, aber immerhin lernt Richter hier, dass "die Beschreibung des Balkans als dunkler Hinterhof Europas" je nach Perspektive woanders verortet wird: "Für Slowenien beginnt der Balkan hinter der kroatischen Grenze, für Deutschland in den südöstlichen Vierteln Wiens, für Frankreich in Deutschland und fürs Brexit-Großbritannien im undurchschaubaren, zerstrittenen Rest-Europa. Der Balkan, das sind die anderen, die Gewalttätigen, die Sänger und Säufer, vor denen man Angst hat: Inhaltlich ist das eine durchaus scharfe Schlussfolgerung, die das mythisch raunende Balkanbild Mitteleuropas als Projektion kenntlich macht, eine Schlussfolgerung, auf der sich aufbauen ließe, wenn sich das Stück nicht in der Folge wieder im Angerissenen, Ungefähren verlieren würde."

In Dresden und Nürnberg haben sich mit Lydia Steier und Calixto Bieito gleich zwei Größen des Regietheaters an Hector Berlioz' Oper "Die Trojaner" versucht, berichtet FAZ-Kritiker Heinrich Kohrs. Glücklicherweise gab es noch die "überwältigende" Musik, seufzt Kohrs, der vor allem mit Bieitos "enigmatischen Bizarrerien" nichts anfangen kann: "Bieito hat offensichtlich von Anfang an mit der extrem gekürzten Partitur gearbeitet. Und hier hat ihn dann der Instinkt doch eine Lücke spüren lassen, die er mit der dürftigen Rezitation eines Gedichts von Michel Houellebecq füllt. 'Isolement', Verlassenheit, ist dessen Thema, das doch mit der Romanze des Hylas so ungleich eindringlicher zu haben gewesen wäre. Oder wollte Nürnberg einen Sänger einsparen?"

Archiv: Bühne

Literatur

Die NZZ dokumentiert Jonathan Franzens Dankesrede zum Frank-Schirrmacher-Preis, in der der Schriftsteller seiner Befürchtung Ausdruck verleiht, dass Social Media und das Netz "eine Welt, in der es früher Erwachsene und Kinder gab und in der ganz klar die Erwachsenen den Takt vorgaben, in eine universale Schulcafeteria für Vierzehnjährige" verwandle.

Mehr von der Frankfurter Buchmesse: "Die Stimmung ist latent gereizt", berichtet Hannah Bethke in der FAZ von den politischen Sachbuchständen und Vorträgen. Was Verleger Achim Bergmann nur bestätigen kann: Der wurde am Stand der Jungen Freiheit, nachdem er sich bei einer Veranstaltung mit Zwischenrufen bemerkbar gemacht hatte, von einem Rechten kurzerhand niedergeschlagen, wie Andreas Fanizadeh in der taz meldet.

Außerdem: Dirk Knipphals schlendert über die Buchmesse und macht sich dabei Gedanken über die Buchbranche. Michael Wurmitzer berichtet im Standard unter anderem von einer Gesprächsrunde mit Michel Houellebecq. Jens Bisky besucht für die SZ die osteuropäischen Stände, wo ihm selbstbewusste Ukrainer und eine neue russische Lenin-Biografie begegnen.

Die taz legt ihrer Wochenendausgabe ein ausführliches Dossier über afrikanische Literaturen bei: Vorstellungen eines homogenen literarischen, kanonisierbaren Raums lehnt der kongolesische Schriftsteller und Journalist Muepu Muamba ab: "Wer bestimmt überhaupt die Bedeutung der Dinge? Jene, die sich selbst für noch wichtiger halten. Sie sind davon überzeugt, dass ihnen die Legitimität und die Autorität innewohnen, Dinge zu benennen. Dabei ist Poesie die Möglichkeit, den Konsens zu brechen, sie ist oft paradox, also jenseits der Doxa. Poesie akzeptiert weder Fesseln noch Zwang. Sie nimmt nie imperiale Diktate an. Sie sprengt sie alle fröhlich in die Luft. Sie ist eine Rebellion aus Passion und Sanftheit. Afrikanische Literaturen formen sich beim Schreiben, so wie das Afrika, das sie begleiten. Ihr Kanon wird auch und immer im Nachhinein geschmiedet."

Zum Einstieg sprechen hier die vier Autorinnen und Autoren Prinzessin Esther Kamatari, Sonwabiso Ngcowa, Amma Darko und Bontle Senne in Kurz-Interviews Auskundt über ihre Arbeit. Ilona Eveleens hat den nairobischen Schriftsteller Stanley Gazemba besucht. Daniel Zylbersztajn spricht mit der nigerianischen Verlegerin Bibi Bakara-Yusuf, die Afrikas Literaturen zum Teil des globalen Gedankenguts machen will. Hilda Twongyeirwe will mit einem Schriftstellerinnenverband die Buchkultur in Afrika festigen, erklärt sie gegenüber Simone Schlindwein. Gesa Steeger hat sich in Berlin mit dem nigerianischen Autor Elnathan John getroffen. Ilona Eveleens porträtiert James Odhiambo, der in Kenia die wichtigste Buchmesse Ostafrikas organisiert. Jahman Oladejo Anikulapo erklärt Katrin Gänsler im Gespräch, wie er für mehr Aufmerksamkeit auf die Vielfalt der Literaturen Afrikas sorgen will. Simone Schlindwein stellt die Arbeit der Lehrerin Rosey Sembatya vor, die sich in Uganda für literarische Bildung einsetzt. Katrin Gänsler hat sich mit Okechukwu Ofili getroffen, der mit einer App dem Umstand begegnen will, dass es in Nigeria kaum Buchhandlungen gibt. Außerdem bringt die taz die Kurzgeschichte "Neu-Biafra-Sperma" von Edwin Okolo. Und taz-Afrikaredakteur Dominic Johnson gibt Buchtipps.

Außerdem: Susanne Mayer führt für ZeitOnline ein ausführliches Gespräch mit der feministischen Schriftstellerin Hélène Cixous. Im Freitext-Blog auf ZeitOnline wünscht sich Nora Bossong bessere Lektoren für den auf Seifenopern-Qualität stattfindenden österreichischen Wahlkampf. Der Standard bringt Cornelia Travniceks Festrede zur Veranstaltung "Österreich liest", in der die Schriftstsllerin über das Verhältnis zwischen Literatur und Literaturverfilmungen, zwischen Schriftstellerinnen und Filmemachern nachdenkt. Elise Graton unterhält sich für die taz mit der französischen Comiczeichnerin Aude Picault.

Besprochen werden John Le Carrés neuer Smiley-Roman "Das Vermächtnis der Spione" (Perlentaucher) Margaret Atwoods und Johnnie Christmas' Comic "Angel Catbird" (Tagesspiegel), Sophie Divrys "Als der Teufel aus dem Badezimmer kam" (Tagesspiegel), Kenneth Goldsmiths "Uncreative Writing" (taz), Dany Laferrières "Die Kunst, einen Schwarzen zu lieben ohne zu ermüde" (Tagesspiegel), Emmanuelle Loyers Biografie über Claude Lévi-Strauss (Tagesspiegel), Daniel Kehlmanns "Tyll" (Standard, Zeit), Michael Rutschkys' "In die neue Zeit" (Tagesspiegel) und Sven Regeners "Wiener Straße" (FAZ).
Archiv: Literatur

Kunst


Bild: Jackie Curtis and Rita Red, 1970. Öl auf Leinwand. The Cleveland Museum of Art, Leonard C. Hanna. © The Estate of Alice Neel.

In der Welt ist Julia Pohle dankbar, dass die Hamburger Deichtorhallen der in Europa weitgehend unbekannten amerikanischen Künstlerin Alice Neel nun eine große Werkschau widmen. Ihre intensiven Porträts erinnern an Otto Dix und George Grosz, meint Pohle: "Diese Wirkungskraft wird vor allem von den gemalten Augen erzeugt, die den Betrachter in aller Regel fixieren. Es sind große und tiefe Augen mit einer dicken, schwarzen Kontur, die schönsten Körperteile des Menschen, die seine Seele entblößen, die von den Erlebnissen und auch Schrecken aller Jahre erzählen, sofern man bewusst hinsieht. Neel hat das immer wieder getan. Sie malte ihre Familie, ihre Freude und die Leute aus ihrer urbanen Nachbarschaft."

Im Art-Magazin erzählt Sandra Danicke anlässlich der aktuell im Frankfurtert Städel gezeigten Ausstellung die Geschichte der Naturforscherin und Künstlerin Maria Sibylla Merian, die sich, radikal, zielstrebig und ihrer Zeit voraus, keinerlei Sentimentalitäten erlaubte: "Einmal beschrieb sie, wie ihr drei junge Lerchen gebracht wurden, die sie getötet habe. Als sie die Tiere drei Stunden später rupfen wollte, saßen 17 dicke Maden darin. Jede andere hätte sich geschüttelt, doch Merian schaute genau hin: 'Diese Maden hatten keine Füß, und kundten sich doch fest an den federn halten.' Am nächsten Tag waren aus den Maden braune Eier geworden. 15 Tage später 'kamen so viel schöne grüne und blawe Fliegen herauß, welch ich grosse Mühe hatte zu fangen, dieweil sie so hurtig waren, ich bekame nur 5 davon, die anderen entflohen mir alle'. Die fünf jedoch wurden aufgespießt und präpariert. Auch Mäuse und Schlangen schnitt sie ungerührt auf.".

Ganz unheimlich wird taz-Kritikerin Beate Scheder angesichts der von Ed Atkins mit computeranimierten Avataren inszenierten Videoinstallationen mit dem Titel "Old Food" im Martin-Gropius-Bau zumute: Er beweise "wieder einmal, dass er ein Meister in der Erzeugung dessen ist, was die Roboterforschung als 'Uncanny Valley' beschreibt, dem Phänomen, dass Kunstfiguren, die Menschen zu sehr ähneln, Angst und Schrecken auslösen. Das Baby, der Junge, der Mann und die Räume, durch die sie sich bewegen, sind gleichzeitig zu real wie zu künstlich, die Sommersprossen auf dem Jungengesicht, die flackernden Kerzen, die Blendenflecken, grandios übertrieben. Atkins treibt das Spiel um Authentizität und Individualität, wie es uns Digital Natives und Immigrants ja so oder so im Griff hält, auf die Spitze." (Bild: Ed Atkins, Production still for "Old Food", 2017, Galerie Isabella Bortolozzi, Berlin, Cabinet Gallery, London, Gavin Brown's Enterprise, New York, Rome and dépendance, Brussels

Weiteres: Im SZ-Interview mit Jörg Häntzschel spricht Art-Basel-Chef Marc Spiegler über Messemüdigkeit und die Ethik des Kunstmarkts. In der FAZ freut sich Andrea Diener schon jetzt auf die kommende Woche beginnende großen Rubens-Schau im Kunsthistorischen Museum Wien, die den Einflüssen Italiens im Werk von Rubens nachspürt: "Es war, als hätte jemand auf seinen Leinwänden das Licht angeschaltet, ordentlich durchgerührt, alles aufgepumpt und in Bewegung versetzt."

Besprochen werden die Ausstellung "Matisse - Bonnard" im Frankfurter Städel Museum (FR) und die Jeanne Mammen Ausstellung in der Berlinischen Galerie (SZ).
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Archiv: Kunst

Film

40 Jahre Deutscher Herbst - zum Jahrestag gönnt sich das Erste am kommenden Sonntag einen von Dominik Graf inszenierten "Tatort" zum Thema. Der Filmemacher perspektiviert darin den Fall der Toten von Stammheim mit einer auf zwei Zeitebenen erzählten Geschichte neu. Das wird zu Kontroversen führen, verspricht Markus Ehrenberg im Tagesspiegel. Denn Graf tische einiges auf: "Verschwörungstheorien, 'Tagesschau'-Szenen von den RAF-Morden an Buback und Schleyer, Fake-Doku-Bilder, Liebe zwischen V-Mann und Terroristin, der Verfassungsschutz, der Delikte eines Ex-Mitarbeiters deckt, eine Staatsanwältin (Carolina Vera), die mit jüngeren Männern schläft und sich damit angreifbar macht. Formal ist das natürlich vom Feinsten. Ein Cineasten-Krimi im True-Crime-Modus."

Oliver Jungen lobt in der FAZ "die hysterisch verunsicherte Atmosphäre der siebziger Jahre, in der alle Seiten einander belauerten und sich jede Untat zutrauten", die Graf und sein Team hier erzielen. Besonders gefällt ihm, dass es Graf im Bezug auf den linken Terrorismus gelinge, "ein ungeschöntes Porträt seiner hässlichen Fratze abzuliefern: Nichts, aber auch gar nichts ist hier glorios am roten Terror, sondern alles schmutzig, korrupt und ausweglos."

Weiteres: Der Weinstein-Skandal weitet sich aus: Nun sieht sich auch der Vizepräsident von Amazon Studios, Roy Price, mit dem Vorwurf sexueller Belästigung konfrontiert, meldet Kurt Sagatz im Tagesspiegel. Im BR2-Feature erklimmen Markus Metz und Georg Seeßlen den Gipfel des Bergfilms.

Besprochen werden neue Honecker-Komödien (Freitag), der Science-Fiction-Film "What Happened to Monday" mit Noomi Rapace (Standard), Denis Villeneuves "Blade Runner 2049" (Freitag) und die deutsche Groß-Serie "Babylon Berlin" (ZeitOnline).
Archiv: Film

Musik

Elektronischer Rhythm & Blues ist derzeit die "zeitgenössischste Musik" überhaupt, erklärt Jan Kedves in der SZ, nachdem er sich begeistert durch das Debüt der derzeit überall gefeierten Sängerin Kelela angehört hat. Kedves untermauert seine These quasi-hegelianisch: Zur gegenwärtig drängendsten Frage nämlich, "woraus der nicht algorithmisierbare Rest des Menschlichen besteht, und ob die künftige Beziehung des Digitalen zum Menschen als Feindschaft erzählt werden muss", bilde elektronischer R'n'B nämlich einen Entwurf, "wie friedliche Gemeinschaft und gegenseitige Ergänzung funktionieren. Es gibt in dieser Musik keinen Gegensatz zwischen Elektronik und Emotion und Erotik. Es geht um Verschmelzung, um Intimität mit und durch Algorithmen. Mit anderen Worten: Das, was man Seele nennt, oder Soul, ist in elektronischem R & B immer schon da - auch und gerade im Synthetischen."

Ziemlich spannend findet Daniel Gerhardt auf ZeitOnline das neue Album von St. Vincent, dessen Popentwurf zugleich "aufrichtiger Ausdruck einer ganzheitlichen Vision und zugleich ironisch gebrochen" sei. "Im Großkünstlerinnengestus pflegt sie ihren Geniekult und versichert trotzdem bei jeder Gelegenheit: The joke's on you, ihr könnt mich mal. 'Masseduction' ist kein großes Popalbum, das wäre zu einfach für St. Vincent. Es ist ein Album darüber, wie man ein großes Popalbum macht." Dazu ein Video.



Weiteres: Harald Eggebrecht berichtet in der SZ von seinem Aufenthalt als Juror beim Internationalen 2. Zhuhai Mozart-Wettbewerbs in China, bei dem er über den regen Zuspruch insbesondere junger Familien stutzt. Für die Zeit begleitet Ulrich Stock den armenischen Jazzmusiker Tigran Hamasyan bei einer Reise zum Ararat. Deutschlandfunk Kultur bringt eine Lange Nacht über Thelonious Monk zum Nachhören.

Besprochen werden das neue Album von Ibeyi (taz), ein Janácek-Konzert der Berliner Philharmoniker unter Simon Rattle (Tagesspiegel), das neue Album "Carry Fire" von Robert Plant (Berliner Zeitung), ein Konzert von Grizzly Bear (taz) und das gemeinsame Album "Ladilikan" von Kronos Quartett und dem Trio Da Kali (NZZ). Daraus ein Video:

Archiv: Musik