Efeu - Die Kulturrundschau
Die alte Hand, ins Kinn gestützt
Die besten Kritiken vom Tage. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
18.07.2026. Wenn das Humboldt Forum eh angeblich nur Raubkunst zeigt, kann man es entweder ganz schließen oder auf historische Aufklärung setzen, meint die FAZ und setzt dabei aufs DHM. Es soll eine neue Internationale Bauausstellung in Berlin geben, in acht Jahren, berichtet die taz. Die Musikkritiker diskutieren weiter über Danger Dan, der mit "Keine Angst" nicht im ZDF auftreten darf. Zeit Online ist ganz für Subversion gegenüber Rechtsextremen und der AfD, aber Grüße an die militante Antifa-Hammerbande gehen gar nicht. Die SZ stört die romantische Selbstüberhöhung im Song. Skandalös wäre die Ausstrahlung gewesen, ruft die Welt. In der FR erzählt Jason Stanley, warum er nicht nach Deutschland emigriert.
9punkt - Die Debattenrundschau
vom
18.07.2026
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Kunst
Das Humboldt Forum wird fünf Jahre alt. So richtig in Feierlaune sind allerdings weder die Direktoren noch Andreas Kilb (FAZ). Er findet die Ausstellungen des Museums beliebig und politisch fragwürdig: "Schon vor der Grundsteinlegung brandmarkten postkoloniale Aktivisten die Sammlungen des Ethnologischen und des Asiatischen Museums pauschal als Raubkunst. ... Das Humboldt-Forum wird so zum Sprachrohr für seine eigene Abschaffung. Es wird zur Bühne für jene historisch unaufgeklärte, die gesamte Kulturgeschichte in Gut und Böse, Täter und Opfer sortierenden Dogmatik, die es doch gerade widerlegen sollte." Wenn jetzt die Berlin-Ausstellung planmäßig abzieht, ließe sie das vielleicht korrigieren, überlegt Kilb. Dann könnte das Deutsche Historische Museum, das wegen der Sanierung des Zeughauses seit Jahren keine Dauerausstellung mehr hat, hier vorübergehend einziehen, mit einer Ausstellung über den Kolonialismus des Deutschen Kaiserreichs. "So würde man etwa erfahren, wie es möglich war, dass einige Hundert deutsche Kolonialbeamte und Offiziere und einige Tausend schwarze Söldner eine nach Millionen zählende afrikanische Bevölkerung auf einer Fläche vom Umfang ganz Westeuropas in Schach halten konnten (nämlich durch umfassende Kollaboration der Einheimischen) oder unter welchen Umständen der Völkermord an den Herero und Nama tatsächlich stattfand (nämlich begleitet von einer erbitterten Debatte im Reichstag und in deutschen Zeitungen und einem Machtkampf in der Kolonie Deutsch-Südwestafrika). Das taumelnde Humboldt-Forum bekäme ein festes Rückgrat in Gestalt historischer Aufklärung."
Weiteres: Ralph Bollmann reist für die FAS zu Wagner-Aufführungen in Posen und Riga. In der SZ erzählt Bernhard Heckler von einigen Museumsbesuchen mit Hindernissen in England. Besprochen werden eine Retrospektive des in Berlin lebenden argentinischen Künstlers Tomás Saracenos im Münchner Haus der Kunst (SZ), die Courbet-Ausstellung im Essener Folkwang Museum (taz) und eine Ausstellung der Künstlergruppe Troika in der Berliner Galerie von Max Goelitz (Tsp).
Weiteres: Ralph Bollmann reist für die FAS zu Wagner-Aufführungen in Posen und Riga. In der SZ erzählt Bernhard Heckler von einigen Museumsbesuchen mit Hindernissen in England. Besprochen werden eine Retrospektive des in Berlin lebenden argentinischen Künstlers Tomás Saracenos im Münchner Haus der Kunst (SZ), die Courbet-Ausstellung im Essener Folkwang Museum (taz) und eine Ausstellung der Künstlergruppe Troika in der Berliner Galerie von Max Goelitz (Tsp).
Literatur
Das Schauspiel, das der PEN America seit dem 7. Oktober 2023 bietet, ist einfach nur grotesk, findet Tania Martini in der FAS. Jüngste Posse: Der bisherige Präsident Dinaw Mengestu warf hin, nachdem auf der Website des PEN America ein großer Bericht erschien, in dem israelische und jüdische Autorinnen und Autoren von ihren Erfahrungen mit einem mehr oder weniger stillen Boykott erzählen (unser Resümee). Mengestu "wertete den Bericht als einen Versuch, 'verfassungsrechtlich geschützte Meinungsäußerungen zu unterdrücken'. Auf Instagram klagte er den PEN an, 'die Unterdrückung durch Bigotterie und Gleichgültigkeit' zu begünstigen. Dabei verurteilt der PEN nicht einmal die BDS-Bewegung. ... 'Was PEN America nicht versteht, ist, dass ein Boykott eine Form des Dialogs ist', schrieb Mengestu. Immerhin hat er damit eine ganz neue Definition von Dialog geprägt: Gesprächsverweigerung als höchste Form des Austauschs. Das müsste nun nur noch jemand verstehen."
Weiteres: Clemens Böckmann spricht für die taz mit der Literaturwissenschaftlerin Mareike Gronich über die Strukturen eines rechten Literaturbetriebs. Warum tut man sich den Bachmannwettbewerb in Klagenfurt eigentlich an, fragt "Bilder und Zeiten" die einstigen Teilnehmerinnen und Teilnehmer Christoph Szalay, Caroline Rosales, Kurt Prödel, Ozan Zakariya Keskinkılıç, Slata Roschal und Kinga Tóth. Im "Literarischen Leben" der FAZ erzählt Andreas Platthaus von seiner Begegnung mit dem Comicduo Max Goldt und Stephan Katz. In "Bilder und Zeiten" der FAZ blickt Reto Zingg auf die Faszinationsgeschichte von Homers "Odyssee". Im Literaturfeature von Dlf Kultur befasst sich Sabine Voss mit neuen Romanen über weibliche Opfer des Nationalsozialismus. Für "Aus den Archiven" von Dlf Kultur hat Isabella Kolar historische Radiofeatures über Ingeborg Bachmann zusammengestellt.
Besprochen werden unter anderem zwei neue Bücher von Johanna Sebauer (taz), Michael Riepls "Ferne Heimat Altmontal. Das Leben meiner Großmutter zwischen Schwarzem Meer und Kaukasus" (Welt), Klaus Lederers "Queerpolitik im Handgemenge: Ein Blick zurück, ein Blick nach vorne" (taz), Kohei Saitos "Am Ende des Fortschritts. Überleben in den Ruinen des Kapitalismus" (taz), eine neue Joseph-Roth-Edition (FR), Angelika Klüssendorfs "Trost" (NZZ), Şeyda Kurts Debütroman "Zeit der Monster" (WamS), Deborah Levys "Mein Jahr in Paris mit Gertrude Stein" (FAS) und Stanisław Vincenz' "Auf der Suche nach dem Taubenbuch des Baal Schem Tow". Geschichten aus den Karpathen von Huzulen, Chassidim und Rachmanen" (FAZ).
In der Frankfurter Anthologie schreibt Rüdiger Görner über H. G. Adlers "Ein Zufall":
"Ein Zufall in gefrorenen Händen;
Weh, daß die Blätter rosten.
Die alte Hand, ins Kinn gestützt ..."
Weiteres: Clemens Böckmann spricht für die taz mit der Literaturwissenschaftlerin Mareike Gronich über die Strukturen eines rechten Literaturbetriebs. Warum tut man sich den Bachmannwettbewerb in Klagenfurt eigentlich an, fragt "Bilder und Zeiten" die einstigen Teilnehmerinnen und Teilnehmer Christoph Szalay, Caroline Rosales, Kurt Prödel, Ozan Zakariya Keskinkılıç, Slata Roschal und Kinga Tóth. Im "Literarischen Leben" der FAZ erzählt Andreas Platthaus von seiner Begegnung mit dem Comicduo Max Goldt und Stephan Katz. In "Bilder und Zeiten" der FAZ blickt Reto Zingg auf die Faszinationsgeschichte von Homers "Odyssee". Im Literaturfeature von Dlf Kultur befasst sich Sabine Voss mit neuen Romanen über weibliche Opfer des Nationalsozialismus. Für "Aus den Archiven" von Dlf Kultur hat Isabella Kolar historische Radiofeatures über Ingeborg Bachmann zusammengestellt.
Besprochen werden unter anderem zwei neue Bücher von Johanna Sebauer (taz), Michael Riepls "Ferne Heimat Altmontal. Das Leben meiner Großmutter zwischen Schwarzem Meer und Kaukasus" (Welt), Klaus Lederers "Queerpolitik im Handgemenge: Ein Blick zurück, ein Blick nach vorne" (taz), Kohei Saitos "Am Ende des Fortschritts. Überleben in den Ruinen des Kapitalismus" (taz), eine neue Joseph-Roth-Edition (FR), Angelika Klüssendorfs "Trost" (NZZ), Şeyda Kurts Debütroman "Zeit der Monster" (WamS), Deborah Levys "Mein Jahr in Paris mit Gertrude Stein" (FAS) und Stanisław Vincenz' "Auf der Suche nach dem Taubenbuch des Baal Schem Tow". Geschichten aus den Karpathen von Huzulen, Chassidim und Rachmanen" (FAZ).
In der Frankfurter Anthologie schreibt Rüdiger Görner über H. G. Adlers "Ein Zufall":
"Ein Zufall in gefrorenen Händen;
Weh, daß die Blätter rosten.
Die alte Hand, ins Kinn gestützt ..."
Film
"Mittlerweile vertraue ich mir genug, um mich selbst als Stoff zu verwenden", verrät Pedro Almodóvar, dessen jüngste Filme immer autobiografischere Züge tragen, David Steinitz im SZ-Gespräch. Besprochen werden Leyla Bouzids "Mit leiser Stimme" (NZZ, unsere Kritik) und Pixars fünfter "Toy Story"-Film (WamS).
Bühne
Sabine Leucht berichtet in der taz über die Querelen um die (Nicht-)Verlängerung des Vertrags der Münchner Kammerspiel-Chefin Barbara Mundel. Peinlich, wenn die Kammerspiele nun aller Voraussicht nach zum Theater des Jahres gewählt werden, meint Leucht, die nicht nur die Kommunikationspannen in der Münchner Stadtverwaltung kritisiert: "Wann hat eigentlich wer beschlossen, dass Expertise in Sachen Kunst für Kulturverwaltungen allenfalls ein Nice-to-have ist? Das ist ja nicht nur in München so. Wiechers ist parteiloser, SPD-naher Jurist, in der Kurzbio der Kulturbürgermeisterin Mona Fuchs ist keinerlei Kunstaffinität auffindbar. Beide haben ebenso wenig eine rechte Kulturkampfagenda wie der neue grüne Münchner OB, der einen Brief von kammerspielnahen Regiepersonen schlicht ignorierte. Sie haben einfach gar keine Haltung, und das genügt, wenn die einzige Agenda das Sparen ist."
In der FAZ hält Hannes Hintermeier den Verlust Mundels für München für nicht ganz so dramatisch: Erstens sei sie schon Ende 60 und zweitens die Unterstützung für sie innerhalb und außerhalb des Hauses auch nicht so doll: "Teilweise blieb die Auslastung unter sechzig Prozent, aktuell ist sie auf 75 Prozent gestiegen. Zuletzt sah sich das Haus mit dem Vorwurf konfrontiert, antisemitischem Gedankengut nicht entschieden genug entgegenzutreten. Auch intern knirschte es, nur ein knappes Viertel der 300 Beschäftigen hat einen Unterstützungsbrief für Mundel unterschrieben."
Weiteres: Welt-Kritiker Elmar Krekeler lässt sich in Bayreuth von Marcus Lobbe den ersten von Künstlicher Intelligenz gestalteten "Ring des Nibelungen" erklären. Besprochen werden Oliver Lansleys und James Seagers mit Musik unterlegtes Stück über "Die Hunnenkönigin" Kriemhild bei den Nibelungenfestspielen in Worms (nachtkritik), Johannes Schlekers Inszenierung von Franz Xaver Otts Handwerkerstück "Vom Glück der Tätigen" am Theater Lindenhof in Melchingen (nachtkritik) und Cornelia Rainers Adaption von Joseph Roths "Radetzkymarsch" an der Bühne der Macht im kärtnerischen St. Daniel (nachtkritik).
In der FAZ hält Hannes Hintermeier den Verlust Mundels für München für nicht ganz so dramatisch: Erstens sei sie schon Ende 60 und zweitens die Unterstützung für sie innerhalb und außerhalb des Hauses auch nicht so doll: "Teilweise blieb die Auslastung unter sechzig Prozent, aktuell ist sie auf 75 Prozent gestiegen. Zuletzt sah sich das Haus mit dem Vorwurf konfrontiert, antisemitischem Gedankengut nicht entschieden genug entgegenzutreten. Auch intern knirschte es, nur ein knappes Viertel der 300 Beschäftigen hat einen Unterstützungsbrief für Mundel unterschrieben."
Weiteres: Welt-Kritiker Elmar Krekeler lässt sich in Bayreuth von Marcus Lobbe den ersten von Künstlicher Intelligenz gestalteten "Ring des Nibelungen" erklären. Besprochen werden Oliver Lansleys und James Seagers mit Musik unterlegtes Stück über "Die Hunnenkönigin" Kriemhild bei den Nibelungenfestspielen in Worms (nachtkritik), Johannes Schlekers Inszenierung von Franz Xaver Otts Handwerkerstück "Vom Glück der Tätigen" am Theater Lindenhof in Melchingen (nachtkritik) und Cornelia Rainers Adaption von Joseph Roths "Radetzkymarsch" an der Bühne der Macht im kärtnerischen St. Daniel (nachtkritik).
Architektur

Im Interview mit der FAZ erklärt der Architekt Andreas Hild, wie das Münchener Arabellahaus vor dem Abriss gerettet werden könnte: durch einen Umbau - und warum er sich generell eine Umbauordnung wünscht. "Unser gesamtes Baurecht ist im Kern auf Neubau ausgerichtet - historisch verständlich, denn nach dem Krieg musste neu gebaut werden. Aber wenn ich ein Gebäude heute grundlegend saniere, muss ich in vielen Fällen eine Bauordnung einhalten, die dreimal fortgeschrieben wurde, seit das Haus errichtet wurde. Das ist schlicht nicht realistisch. Ein genehmigter Zustand sollte nicht permanent auf den neuesten technischen und rechtlichen Stand gebracht werden müssen. Das wäre schon mal ein erster, leicht verständlicher Punkt einer Umbauordnung."
Musik
Rufen sie nun zu Gewalt gegen Rechtsextremisten auf oder nicht? Hat das ZDF richtig gehandelt? Die Feuilletons diskutieren jedenfalls angeregt über "Keine Angst", das neue Stück von Danger Dan, dem ein gemeinsamer Auftritt mit Igor Levit vom ZDF in letzter Minute untersagt wurde (unser erstes Resümee). Jens Balzer von Zeit Online jedenfalls hält das Stück über weite Strecken gelungen - wenn, ja wenn ganz am Ende die kunstvoll aufgehaltene Schwebe der "defensiven Vorsichtigkeit" nicht umschlagen würde in Grüße an die militante Antifa-Hammerbande. Die "lyrische Leistung" des Stücks bestehe "bis dahin ... ja gerade darin, nicht zur Militanz aufzurufen, sondern zur Selbstverteidigung, zur subversiven Rückeroberung von Räumen, die an die Rechtsextremen schon verloren schienen. ... Dennoch ist die Entscheidung des ZDF falsch, abgesehen von dieser Zeile predigt das Lied in seiner Gesamtheit ja keine linke Militanz. Es formuliert vielmehr eine verbreitete Angst vor rechter Militanz, und es ist gerade diese Angst, für die sich in der gegenwärtig herrschenden Stimmung kaum noch öffentliche Resonanzräume finden."
Noch immer werden vor allem im Osten der Republik Menschen Opfer brutaler Gewalt von Neonazis, die dann häufig auch Verbindungen zur AfD aufweisen, hält Gustav Seibt in der SZ zunächst einmal fest. Die existenzielle Ausgangslage des Songs habe also durchaus Berechtigung - doch schlimmer als Prügelnazis auf Bahnhofgleisen sei die Bereitschaft weiter Teile der Bevölkerung einer rechtsextremen Partei politische Macht zu verleihen: "Man kommt dann nicht um den Befund herum, dass der jetzt vom ZDF richtigerweise abgesetzte Song eine komplette Themaverfehlung darstellt. Er träumt sich in womöglich romantisch gedachter Selbstüberhöhung zurück in eine archaische Bürgerkriegssituation, in ein Szenario von Saalschlachten und dem Katz-und-Maus-Spiel paramilitärischer Gruppen, wie es am Ende der Weimarer Republik Alltag wurde. Aber schon damals entschied sich der Weg in die Diktatur nicht in Bierhallen und Zirkusarenen, sondern an den Wahlurnen."
"Das ZDF hat völlig richtig gehandelt", findet derweil Alan Posener in der Welt. Der Song stelle "eine Anleitung zur Organisierung konspirativer Antifa-Zellen" dar. "Nicht die Ausladung, skandalös wäre die Ausstrahlung gewesen. Was soll im Namen der Kunstfreiheit als Nächstes gebührenfinanziert ausgestrahlt werden? Ein arabischstämmiger Rapper, der zur Errichtung des Kalifats und zur Auspeitschung 'unzüchtiger Frauen', ein Rechtsrocker, der zur Jagd auf 'Asylanten und Sozialschmarotzer' aufruft?" Das ZDF hat unterdessen für heute Abend eine Sondersendung "Aspekte" angekündigt, meldet unter anderem DWDL. Der Text des Lieds soll journalistisch eingeordnet werden. Das begrüßt Michael Hanfeld in der FAZ ebenso wie er die vorangegangene Ausladung: "Der Intendant handelt richtig, und auftauchen wird Danger Dan mit seinem Song im ZDF auch. Sich mit ihm 'dokumentarisch-journalistisch' zu beschäftigen, ist der angemessene Weg. Das muss dem Zweiten gelingen."
Weitere Artikel: In "Bilder und Zeiten" der FAZ wirft Werner M. Grimmel einen Blick auf die Arbeit des Musikwissenschaftlers Timo Jouko Herrmann, der eher zufällig auf seit zweihundert Jahren vor der Öffentlichkeit im Privatbesitz verborgene Kompositionen von Antonio Salieri gestoßen ist. Jan Brachmann spricht in der FAZ mit dem Bariton Konstantin Krimmel. Marie Serah Ebcinoglu staunt in der FAS über die zahlreichen Zusatzkarrieren, die sich die Kaulitz-Brüder von Tokio Hotel mittlerweile als Podcaster, Tequila-Hersteller und Medienunternehmer aufgebaut haben. Im Musikfeuilleton von Dlf Kultur erinnert Sabine Fringes an die Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth die aus dem verschlafenen Kleinstädtchen im 18. Jahrhundert einen Hotspot der Kultur machte.
Besprochen werden Ian Thompsons von einer Compilation mit Hörbeispielen begleiete Buch "Synths, Sax & Situationists" über den französischen Underground-Rock der späten Sechziger- und Siebzigerjahre ("ein immens informatives Buch mit anregender Disko- und Bibliografie", schreibt Diedrich Diederichsen in der taz), ein Auftritt von Tom Jones in Frankfurt (FR), ein Jazzkonzert von Brother & Sisterhood in Frankfurt (FR), ein Mozart-Konzert des Tenebrae Choir und der Academy of St Martin in the Fields in Kloster Eberbach (FR) und "Music. Fashion. Film", das neue Album von Charli XCX (WamS).
Noch immer werden vor allem im Osten der Republik Menschen Opfer brutaler Gewalt von Neonazis, die dann häufig auch Verbindungen zur AfD aufweisen, hält Gustav Seibt in der SZ zunächst einmal fest. Die existenzielle Ausgangslage des Songs habe also durchaus Berechtigung - doch schlimmer als Prügelnazis auf Bahnhofgleisen sei die Bereitschaft weiter Teile der Bevölkerung einer rechtsextremen Partei politische Macht zu verleihen: "Man kommt dann nicht um den Befund herum, dass der jetzt vom ZDF richtigerweise abgesetzte Song eine komplette Themaverfehlung darstellt. Er träumt sich in womöglich romantisch gedachter Selbstüberhöhung zurück in eine archaische Bürgerkriegssituation, in ein Szenario von Saalschlachten und dem Katz-und-Maus-Spiel paramilitärischer Gruppen, wie es am Ende der Weimarer Republik Alltag wurde. Aber schon damals entschied sich der Weg in die Diktatur nicht in Bierhallen und Zirkusarenen, sondern an den Wahlurnen."
"Das ZDF hat völlig richtig gehandelt", findet derweil Alan Posener in der Welt. Der Song stelle "eine Anleitung zur Organisierung konspirativer Antifa-Zellen" dar. "Nicht die Ausladung, skandalös wäre die Ausstrahlung gewesen. Was soll im Namen der Kunstfreiheit als Nächstes gebührenfinanziert ausgestrahlt werden? Ein arabischstämmiger Rapper, der zur Errichtung des Kalifats und zur Auspeitschung 'unzüchtiger Frauen', ein Rechtsrocker, der zur Jagd auf 'Asylanten und Sozialschmarotzer' aufruft?" Das ZDF hat unterdessen für heute Abend eine Sondersendung "Aspekte" angekündigt, meldet unter anderem DWDL. Der Text des Lieds soll journalistisch eingeordnet werden. Das begrüßt Michael Hanfeld in der FAZ ebenso wie er die vorangegangene Ausladung: "Der Intendant handelt richtig, und auftauchen wird Danger Dan mit seinem Song im ZDF auch. Sich mit ihm 'dokumentarisch-journalistisch' zu beschäftigen, ist der angemessene Weg. Das muss dem Zweiten gelingen."
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Besprochen werden Ian Thompsons von einer Compilation mit Hörbeispielen begleiete Buch "Synths, Sax & Situationists" über den französischen Underground-Rock der späten Sechziger- und Siebzigerjahre ("ein immens informatives Buch mit anregender Disko- und Bibliografie", schreibt Diedrich Diederichsen in der taz), ein Auftritt von Tom Jones in Frankfurt (FR), ein Jazzkonzert von Brother & Sisterhood in Frankfurt (FR), ein Mozart-Konzert des Tenebrae Choir und der Academy of St Martin in the Fields in Kloster Eberbach (FR) und "Music. Fashion. Film", das neue Album von Charli XCX (WamS).
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