Efeu - Die Kulturrundschau
Das Angenehme und das Ekelhafte
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17.05.2025. Die FAZ entdeckt mit Rashid Johnson im New Yorker Guggenheim zwischen Monstera und Palmen den schwarzen Beuys. Der Guardian erkennt dank Helen Chadwick im britischen Wakefield die Schönheit saftiger Würmer. Warum läuft Fatih Akins famoser Heimatfilm "Amrum" in Cannes eigentlich nicht im Wettbewerb, fragen sich FR und Welt. Die taz tauscht dank der Zürcher Designerin Bitten Stetter das hässliche Flügelhemd im Krankenhaus gegen einen frechen Turnarounder.
9punkt - Die Debattenrundschau
vom
17.05.2025
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Kunst

Stefan Trinks hat in der FAZ wenig Zweifel daran, dass wir den hierzulande noch wenig bekannten Amerikaner Rashid Johnson, einer der wichtigsten Vertreter der "Post-Black-Art"-Konzeptkunst, auf der kommenden Documenta kennenlernen werden, richtet ihm deren künstlerische Leiterin Naomi Beckwith im New Yorker Guggenheim Museum doch gerade die Überblicksschau "A Poem For Deep Thinkers" aus. Trinks hätte nichts dagegen, hat er doch viel Vergnügen daran, wie dieser "schwarze Beuys" das Guggenheim in einer "fröhlichen Tempelschändung" zum Treibhaus der Kunst zurückverwandelt: "Fast bis in die Mitte der knapp dreißig Meter hohen Museumsrotunde baumeln mehrere Monstera, Bananenstauden, Palmen und viele andere Pflanzen, die lose mit afroamerikanischer Flora assoziiert werden können. Die durchaus nicht kleinen Bäume und Pflanzen schweben wie ein kinetisches Mobile von Alexander Calder entwurzelt - die Wurzelballen stecken in speziellen Behältnissen - kreuz und quer frei im Raum, was ein surreales Bild erzeugt, zugleich aber auch zum alles verwebenden Ansatz Johnsons passt."

Im Guardian ist Hannah Clugston dankbar, dass das britische Hepworth Wakefield der 1996 im Alter von nur 42 Jahren verstorbenen Künstlerin Helen Chadwick nun eine große Retrospektive widmet. Auch wenn der Kritikerin der Duft von 800 Kilo Milchschokolade, der aus einem Schokobrunnen strömt, schnell im Halse stecken bleibt: "Dieses Hin und Her - das Angenehme und das Ekelhafte - zieht sich durch Chadwicks gesamtes Werk. … In 'Loop My Loop' verknotet sich eine glänzende Haarsträhne mit den Eingeweiden eines Schweins; in 'Piss Flowers' werden aus Urin wunderschöne, organische Blüten geformt, und in 'Agape' leuchten glänzende Mandeln durch einen Leuchtkasten und erzeugen einen blutigen Effekt. Die Künstlerin verwendet eine ungewöhnliche Materialvielfalt, um Reaktionen bei ihrem Publikum hervorzurufen. Sie möchte, dass wir fühlen, nicht denken. Sie greift auf unser Unterbewusstsein, auf unsere Begierden zurück und fordert uns auf, zu ergründen, warum ein pelziger Tisch oder ein Haufen saftiger Würmer uns gleichzeitig anziehen und abstoßen."
Weitere Artikel: Für die FAS spricht Thomas David mit dem belgischen Künstler Luc Tuymans, dessen Freskenzyklus "L'Orphelin" im Pariser Louvre Ende Mai wieder weiß übermalt wird, unter anderem über sein simuliertes Putin-Porträt. Dass in Darmstadt und Heidelberg gleich zwei Open-Air-Ausstellung mit Skulpturen des britischen Bildhauers Tony Cragg zu sehen sind, nimmt Alexander Menden in der SZ zum Anlass, den Turner-Preisträger in seinem Wuppertaler Atelier zu besuchen. Marlene Dumas' Gemälde "Miss January" hat bei Christie's mit 13,6 Millionen Dollar einen Höchstpreis erzielt, meldet Sophie Jung in der taz. Für den Tagesspiegel besucht Hubertus Butin das Museo Cerralbo in Madrid, das die üppige Sammlung des Aristokraten Enrique de Aguilera y Gamboa beherbergt. Ebenfalls im Tagesspiegel besucht heute Nikolaus Bernau das niederländische Migrationsmuseum Fenix (unser Resümee), das ihm aber zu viel Licht hat. Nach Juergen Teller wird wohl Martin Parr für Saint Laurent fotografieren, freut sich Sabine Röthig in der Berliner Zeitung. Auf den Bilder und Zeiten-Seiten der FAZ schreibt der Kunsthistoriker Henrik Karge zum hundertfünfzigsten Todestag des Juristen Karl Schnaase, der zu einem der einflussreichsten Kunsthistoriker wurde.
Besprochen wird außerdem die Artemisia Gentileschi-Ausstellung "Héroïne de l'art" im Pariser Musée Jacquemart-André (NZZ, mehr hier).
Design
Wer schöner leben und schöner wohnen will, sollte auch schöner sterben dürfen, meint Beate Scheder in der taz. Das funktionale, aber unansehnliche Flügelhemd, in dem in Hospitälern und Altenheimen die letzte Reise angetreten wird, ist ihr jedenfalls ein Dorn im Auge. "Das Bedürfnis, sich mit Schönem zu umgeben und selbst schön zu sein, verschwindet nicht einfach, nur weil man schwach und krank ist. Vielleicht wächst es sogar noch, wenn der Lebensraum aufs Bett zusammenschrumpft." Abhilfe schafft die Zürcher Designerin Bitten Stetter, die mit ihrem Label finally Pflegehilfsmittel gestaltet. "Ihr 'Turnarounder' legt den Po nicht frei und lässt sich bequem an der Seite zusammenbinden. Es gibt ihn uni und in zwei aufeinander abgestimmten Farben, in Lila und Eisblau zum Beispiel. Gefertigt ist er aus anschmiegsamer Biobaumwolle, die von Gebrauch zu Gebrauch noch weicher werden soll. Und er hat an den Ärmeln, da wo es nicht drückt, Taschen zum Verstauen von Taschentüchern oder dem Handy. Tragen lässt er sich klassisch mit der Öffnung nach hinten oder andersherum wie ein Kimono."
Film

Warum läuft Fatih Akins Heimatfilm "Amrum" in Cannes eigentlich nicht im Wettbewerb, sondern in der (immerhin ja sehr angesehenen) Nebenreihe "Un Certain Regard", ärgert sich Daniel Kothenschule in der FR. Mit diesem "unterschätzten Meisterwerk" hat der Regisseur "nach Kindheitserinnerungen seines Mentors Hark Bohm eine moderne Antwort auf Rossellinis 'Deutschland im Jahre Null' geschaffen." Dieser "Liebesdienst an Hark Bohms letztem Drehbuch rückt auch das unterschätzte Werk dieses populären Außenseiters des Neuen Deutschen Films wieder in den Fokus: Niemand nahm im deutschen Kino Jugendliche seinerzeit so ernst. ... 'Amrum' hat dank Akins unprätentiösem, unbestechlichem Blick, seiner Verweigerung gegenüber äußerlicher Emotionalisierung und einer kitschfreien, aber überwältigenden Landschaftsfotografie genau diese Qualitäten."
Diese Geschichte über "Amrum in den letzten Kriegswochen" ist eine "durch und durch deutsche Geschichte", schreibt Hanns-Georg Rodek in der Welt, "ein Gemeinschaftswerk von zwei Fischköppen, die die Nordsee kennen und lieben, aber nicht Hans-Albers-mäßig sentimental, sondern durchaus mit kritischem Blick." Das "ist kein Film, wie Cannes ihn sucht, etwa wie Mascha Schilinskis stilistisch kühner 'In die Sonne schauen' oder Oliver Laxes zutiefst schockierende Wüsten-Odyssee 'Sirāt'". Aber "es ist ein minimalistisches Werk der Zuneigung, der von Hark Bohm an seinen Kindheitsort und der von Fatih Akin an seinen künstlerischen Vater. Man sieht sehr gerne zu, und von Zeit zu Zeit ist man gerührt."

Im Wettbewerb lief derweil Dominik Molls neuer, während der Gelbwestenproteste im Jahr 2018 angesiedelter Polizeithriller "Dossier 137". Standard-Kritikerin Valerie Dirk sah "einen packend inszenierten Thriller, der durch die ... Fragen danach, wann Polizeigewalt sanktioniert wird, politische Brisanz gewinnt." Im Mittelpunkt steht eine von Léa Drucker gespielte Ermittlerin, die unter erheblickem Druck Vorwürfen von Polizeigewalt nachgeht. "Moll inszeniert das mit demonstrativer Nüchternheit, zugleich aber mit einem stetigen Sog der Dringlichkeit", schreibt Tim Caspar Boehme in der taz. Der Regisseur ist damit "ganz in der Gegenwart mit der von verschiedensten Seiten bedrängten Demokratie."
Außerdem von Cannes: Auf Artechock schließt sich Dunja Bialas den bisherigen Lobeshymnen auf Mascha Schilinskis "In die Sonne schauen" aus vollem Herzen an. Andreas Scheiner berichtet in der NZZ von einer Veranstaltung mit Tom Cruise und seinem Regisseur Christopher McQuarrie am Rande des Filmfestivals.
Abseits von Cannes: Dunja Bialas spricht für Artechock mit Susannah Pollheim und Madeleine Bernstorff, den neuen Leiterinnen der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen. Im Artechock-Gespräch mit Thomas Willmann erklärt Guy Maddin, warum seine (im Standard und auf Artechock besprochene) Horror-Politsatire "Rumours" so gar nicht aussieht wie seine früheren Experimentalfilme. Kamil Moll spricht für Filmstarts mit Steven Soderbergh über das Thrillerkino. Auf Artechock erzählt Pia Marais, wie ihr Film "Transamazonia" entstand. In Österreich drohen erhebliche Kürzungen in der Filmförderung, berichten Stefan Weiss und Doris Priesching im Standard. Christian Meier besucht für die WamS die in der spanischsprachigen Welt bereits sehr erfolgreiche Produktionsfirma Secuoya, die nun auch in Deutschland tätig werden will. In der "Langen Nacht" im Dlf Kultur beschäftigt sich der Filmkritiker Josef Schnelle ausführlich mit den Filmträumereien von Federico Fellini.
Besprochen werden Jia Zhangkes "Caught by the Tides" (Jungle World, Artechock, unsere Kritik), Guy Delisles Comic "Für den Bruchteil einer Sekunde" über Eadweard Muybridge, der mit der Entwicklung der Phasenfotografie eine zentrale Vorarbeit zur Entstehung von Film und Kino geleistet hat (FD), Niki Steins und Stefan Austs von der ARD online gestelltes Dokudrama "Stammheim - Zeit des Terrors" (taz), Zach Lipovskys und Adam B. Steins Horrorfilm "Final Destination 6: Bloodlines" (Artechock, unsere Kritik) und Christopher McQuarries neuer "Mission Impossible"-Film (Welt).
Literatur
Hannes Stein ist in der Welt einigermaßen fassungslos darüber, dass Salman Rushdies nun zu 25 Jahren verurteilter Attentäter "kein Gran Reue" zeigt, sondern im Gegenteil sich in seinem Abschlussplädoyer - aus den so üblichen wie dummen Gründen - als Rushdies Opfer darstellt. Der Literaturkritiker Rainer Moritz singt im "Literarischen Leben" der FAZ ein Loblied auf das Auslassungszeichen in der Literatur. Andreas Platthaus schaut sich für "Bilder und Zeiten" der FAZ um, was Dinçer Güçyeter derzeit so macht: Zwar hat der Autor, der 2023 den Preis der Leipziger Buchmesse gewonnen hat, seitdem kein eigenes Buch mehr veröffentlicht - aber dafür ist er umso engagierter als Verleger. In New York hat die Schriftstellerin Dana Vowinckel die Übersetzung ihres Romans "Gewässer im Ziplock" vorgestellt, berichtet Frauke Steffens in der FAZ. "Bilder und Zeiten" dokumentiert die Rede, die die Schriftstellerin Cécile Wajsbrot zur Eröffnung der Ruhrfestspiele Recklinghausen gehalten hat. Außerdem dokumentiert "Bilder und Zeiten" die Laudatio des Verlegers Sebastian Guggolz auf den Schriftsteller Finn Job, der die Alfred-Döblin-Medaille erhalten hat. Derweil dokumentiert die SZ die Eröffnungsrede der Schriftstellerin Yasmina Reza zur Turiner Buchmesse. Im Literaturfeature von Dlf Kultur befasst sich Sven Ahnert damit, wie Malcolm X, der vor 100 Jahren geboren wurde, in der Literatur nachhallt.
Besprochen werden unter anderem Nell Zinks "Sister Europe" (taz), Bela Winkens' "Brief an die Mutter" (taz), Anke te Heesens "Frauen vor Mustern. Ein Bildmotiv und seine Geschichte" (taz), Julian Schütts Max-Frisch-Biografie (TA), Ralf Rothmanns "Museum der Einsamkeit" (FR), Katja Kullmanns "Stars" (Presse), Gesa Olkuszs "Legenden" (Presse), die Wiener Ausstellung "Woher wir kommen. Literatur und Herkunft" (FAZ), Georgi Gospodinovs "Der Gärtner und der Tod" (FAZ) sowie Katharina Zorns und Jasna Fritzi Bauers "Else" (SZ).
In der Frankfurter Anthologie schreibt Helmuth Kiesel über Stefan Georges "Leo XIII":
"Heut da sich schranzen auf den thronen brüsten
Mit wechslermienen und unedlem klirren :
Dreht unser geist begierig nach verehrung ..."
Besprochen werden unter anderem Nell Zinks "Sister Europe" (taz), Bela Winkens' "Brief an die Mutter" (taz), Anke te Heesens "Frauen vor Mustern. Ein Bildmotiv und seine Geschichte" (taz), Julian Schütts Max-Frisch-Biografie (TA), Ralf Rothmanns "Museum der Einsamkeit" (FR), Katja Kullmanns "Stars" (Presse), Gesa Olkuszs "Legenden" (Presse), die Wiener Ausstellung "Woher wir kommen. Literatur und Herkunft" (FAZ), Georgi Gospodinovs "Der Gärtner und der Tod" (FAZ) sowie Katharina Zorns und Jasna Fritzi Bauers "Else" (SZ).
In der Frankfurter Anthologie schreibt Helmuth Kiesel über Stefan Georges "Leo XIII":
"Heut da sich schranzen auf den thronen brüsten
Mit wechslermienen und unedlem klirren :
Dreht unser geist begierig nach verehrung ..."
Architektur
Für weitere Länderpavillons in den Giardini in Venedig ist seit mehr als dreißig Jahren kein Platz mehr - eine Ausnahme wurde jetzt für das Emirat Katar gemacht, das derzeit mit einem provisorischen Pavillon der pakistanischen Architektin Yasmeen Lari, bald dann von einem Bau der libanesisch-französischen Architektin Lina Ghotmeh vertreten sein wird, berichtet Marcus Woeller in einer von Qatar Museums unterstützten Recherche in der Welt. Entsprechend vage schreibt Woeller zu den Gründen für die Ausnahme: "Entscheidender Impuls war die Vereinbarung zur Zusammenarbeit zwischen Katar und Venedig, die im Juni 2024 unterzeichnet wurde. Ihr folgte eine Spende des Emirats in Höhe von 50 Millionen Euro an die Stadt. … Das Abkommen wurde an dem Tag bekannt gegeben, an dem Qatar Airways die Direktverbindung zwischen der katarischen Hauptstadt Doha und Venedig wieder aufnahm. Zu hören war nun, das Geld könne genutzt werden, um den Flughafen besser an die Stadt anzubinden."
Weitere Artikel: Die NZZ erscheint heute als dem Architekten Santiago Calatrava gewidmete Künstler-Ausgabe. Roman Bucheli spricht mit dem Spanier, der etwa für die Kronprinzenbrücke in Berlin verantwortlich zeichnet, über seinen Weg von der Malerei zur Architektur und die Spiritualität seiner Arbeit. In einem weiteren Artikel blickt Philipp Meier auf Calatravas Werk.
Weitere Artikel: Die NZZ erscheint heute als dem Architekten Santiago Calatrava gewidmete Künstler-Ausgabe. Roman Bucheli spricht mit dem Spanier, der etwa für die Kronprinzenbrücke in Berlin verantwortlich zeichnet, über seinen Weg von der Malerei zur Architektur und die Spiritualität seiner Arbeit. In einem weiteren Artikel blickt Philipp Meier auf Calatravas Werk.
Bühne
"Aufgeben ist keine Option", hält Anna Fastabend (taz) angesichts der Kürzungen des Berliner Kulturbudgets fest, nachdem sie beim 62. Berliner Theatertreffen feststellen kann, mit welcher Aktualität und Relevanz sich das Theater auch gegen den Vorwurf behauptet, man betreibe nur Nabelschau des eigenen Milieus: "Das mag zwar hier und da zutreffen, möchte man erwidern, aber nicht nur die 62. Ausgabe dieser wichtigen Werkschau für die darstellenden Künste bemüht sich um einen jüngeren, diversen Anstrich, indem sie Nachwuchstalente aus Paraguay, Tel Aviv oder Kyjiw einlädt." Für die FAS trifft sich Julia Encke mit Mavie Hörbiger, die in Milo Raus Inszenierung des in Österreich 40 Jahre gesperrten Jelinek-Stücks "Burgtheater" über die NS-Verstrickungen des Hörbiger-Clans am Burgtheater auf der Bühne stehen wird. Ebenfalls in der FAS denkt Katja Petrowskaja in der Bild der Woche-Kolumne über Romeo Castelluccis Inszenierung von Pergolesis "Stabat Mater" in Genf nach.
Besprochen werden Annalisa Enghebens Theatermonolog "Ich bei Tag und du bei Nacht in der Konditorei 'Patisserie Chaim Soutine' nach Josef Winkler am Stadttheater Klagenfurt (Standard) und Roberto Andòs Inszenierung der "Elektra" des Sophokles sowie Robert Carsens Inszenierung von "Oedipus in Kolonos" bei den Festspielen in Syrakus (FAZ).
Besprochen werden Annalisa Enghebens Theatermonolog "Ich bei Tag und du bei Nacht in der Konditorei 'Patisserie Chaim Soutine' nach Josef Winkler am Stadttheater Klagenfurt (Standard) und Roberto Andòs Inszenierung der "Elektra" des Sophokles sowie Robert Carsens Inszenierung von "Oedipus in Kolonos" bei den Festspielen in Syrakus (FAZ).
Musik
Eigentlich sollte der Eurovision Song Contest ja ein ausgelassenes Fest der Freude und der internationalen Gemeinschaft sein, doch beim Flanieren durch Basel bietet sich Sabine Winkler (Welt) ein ziemlich eingetrübtes Bild: BDS-Idioten bestimmen offenbar die Stimmung in der Stadt. "Eurovision-Plakate werden mit 'Free Gaza'-Parolen übermalt, fast jeden Tag ziehen Protestzüge durch die Basler-Straßen. Es ist eine aggressive Präsenz. Die Demonstranten machen klar, dass sie sich nicht einschüchtern lassen und sie das Sagen haben. Im Gegensatz dazu trifft man in der Stadt kaum Leute, die sich als Israel-Fans erkennbar machen - wahrscheinlich aus Angst vor möglichen Angriffen. ... Bislang blieben die Proteste friedlich. Jedoch legen sie eine radikalere Attitüde an den Tag als 2024 in Malmö. ... Ein Demonstrant machte in Richtung der israelischen Sängerin Yuval Raphael eine Geste, mit der er andeutete, ihr die Kehle durchzuschneiden."
Außerdem: In der SZ spricht Reinhard J. Brembeck mit Simon Rattle, der heute in München mit dem Ernst-von-Siemens-Musikpreis ausgezeichnet wird. NZZ-Kritiker Christian Wildhagen schmilzt beim Zürcher Brahms-Konzert des Geigers Augustin Hadelich regelrecht dahin. In der WamS blickt Manuel Brug zurück auf zehn Jahre Kent Nagano an der Hamburgischen Staatsoper: "Es ist eine seltsam schwebende, zwischen Erfüllung und Überforderung, Leidenschaft und Gleichmut balancierende Operndirektionsdekade gewesen." Diba Shokri freut sich in der FAZ, dass Billie Eilish ihren binnen weniger Jahre vollzogenen, kometenhaften Aufstieg zur Popikone dafür nutzt, um für mehr Umweltbewusstsein zu werben. Leonie C. Wagner porträtiert in der NZZ die Sängerin Cassie Ventura, die als Kronzeugin im Prozess gegen P. Diddy aussagt. In der taz rät Johanna Schmidt allen Spotify-Kunden zu Anbietern wie Tidal oder Qobuz zu wechseln, die den Künstlern deutlich höhere Beträge ausschütten. Martin Scholz plauscht für die WamS mit Carlos Santana. Und beim Dlf Kultur zum Nachhören: Die Berliner Philharmoniker spielen unter Kirill Petrenko Mahlers Neunte.
Außerdem: In der SZ spricht Reinhard J. Brembeck mit Simon Rattle, der heute in München mit dem Ernst-von-Siemens-Musikpreis ausgezeichnet wird. NZZ-Kritiker Christian Wildhagen schmilzt beim Zürcher Brahms-Konzert des Geigers Augustin Hadelich regelrecht dahin. In der WamS blickt Manuel Brug zurück auf zehn Jahre Kent Nagano an der Hamburgischen Staatsoper: "Es ist eine seltsam schwebende, zwischen Erfüllung und Überforderung, Leidenschaft und Gleichmut balancierende Operndirektionsdekade gewesen." Diba Shokri freut sich in der FAZ, dass Billie Eilish ihren binnen weniger Jahre vollzogenen, kometenhaften Aufstieg zur Popikone dafür nutzt, um für mehr Umweltbewusstsein zu werben. Leonie C. Wagner porträtiert in der NZZ die Sängerin Cassie Ventura, die als Kronzeugin im Prozess gegen P. Diddy aussagt. In der taz rät Johanna Schmidt allen Spotify-Kunden zu Anbietern wie Tidal oder Qobuz zu wechseln, die den Künstlern deutlich höhere Beträge ausschütten. Martin Scholz plauscht für die WamS mit Carlos Santana. Und beim Dlf Kultur zum Nachhören: Die Berliner Philharmoniker spielen unter Kirill Petrenko Mahlers Neunte.
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