Efeu - Die Kulturrundschau - Archiv

Design und Mode

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Efeu - Die Kulturrundschau vom 09.12.2017 - Design

In der SZ ächzt Gerhard Matzig schwer, nachdem er die weihnachtlichen Design- und Dekor-Ideen einschlägiger Medien und Portale durchgesehen hat: Spärlichkeit ist King, scheint die Grundhaltung dieses "sinnlichen Entzugskomas" zu sein, "in das man angesichts der radikal minimalistischen, ja antiseptischen Adventsschmuck-Hervorbringungen der zeitgenössischen Interior-Branche fällt". Dieser "misanthropisch verstimmten Design-Hölle" mit ihrer "erlesenen Askese der Less-is-more-Ästhetik" zieht Matzig jedes Krankenhaus vor, das dagegen "fast schon wie ein Hort wunderkerzenfröhlicher und schokoherzlicher Gemütlichkeit anmutet".


Der Crystal Dome in den Swarovski-Welten

In der taz bewundert dagegen Ralf Leonhardt die begeisterten und kauffreudigen indischen Touristen, die in Scharen in die Swarovski-Kristallwelten in Tirol strömen. Die von Andre Heller angestoßene Schau bietet "eine immer wieder wechselnde Ausstellung von Installationen namhafter Künstlerinnen und Künstler, die Kristalle in ihre Arbeiten integrieren, von einer aus 595 Spiegeln zusammengesetzten Kuppel mit Artefakten aus der Wunderkammer der Renaissancefürsten über einen kristallenen Märchenwald bis zu gläsernen Quallen, die ständig die Farbe wechseln." Die indischen Besucher stehen inzwischen anzahlmäßig an dritter Stelle, lesen wir: "'Die Inder sind von ihrer kulturellen Prägung her interessiert an allem, was mit Steinen und Glitzern zu tun hat', weiß Geschäftsführer Isser. Für die Hotellerie sind die Südasiaten ein Segen, weil sie in der Zwischensaison die Betten füllen."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 07.12.2017 - Design

Christa de Carouge. Foto © Christian Lanz, Zürich
Man nennt sie "La Dame en Noir" - ihrer schwarzen Kleidung und Arbeiten wegen. Jetzt widmet das Schweizer Kunsthaus Zug der Modedesignerin Christa de Carouge eine Ausstellung, die Jürg Zbinden für die NZZ besucht hat. Ihre Arbeiten "bieten Platz zum Atmen. In ihrer Kleidung soll man wohnen können, und zur Wohnlichkeit gehört nun einmal Platz. Einschneidende Enge ist dem Freigeist zuwider. Sexy? Nein danke! Da kennt sie kein Pardon. ...  Christa de Carouge gehört zu den Pionieren der Avantgarde- oder, wie man will, Anti-Mode, in die Reihe der früh aufbegehrenden Japaner: allen voran ihre Schwester im Geiste, Rei Kawakubo von Comme des Garçons, Yohji Yamamoto und Issey Miyake. "

Efeu - Die Kulturrundschau vom 06.12.2017 - Design

Mit seiner Firma Chermayeff & Geismar & Haviv gestaltete der 85-jährig verstorbene Grafiker Ivan Chermayeff das ästhetische Gepräge der USA in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entscheidend mit, schreibt Antje Stahl in ihrem NZZ-Nachruf: "Berühmt sind sie für Logos wie das des MoMA oder der New York University, die sich auf alles legen lassen, was das Unternehmen auf den Markt spült und spülen wird. Der bunte Pfau der Fernsehanstalt NBC stammt aus ihrer Feder und wird, seit er 1986 entworfen wurde, für alle Kanäle verwendet. ... Fast alle Gestaltungsideen des Büros, zu dem heute auch Sagi Haviv gehört, wirken wie Fussabdrücke der klassischen Moderne, auf die sich der Glitzer der Pop-Ära legt. Abstrakt, keine Angst vor Farben, fast zeitlos." Auf Youtube gibt es einen Porträtfilm über ihn:


Efeu - Die Kulturrundschau vom 05.12.2017 - Design

Das Modejahr 2018 "wird opulent", verspricht Tania Martini in der taz. Außerdem hat sie sich mit Norman Plattner unterhalten, der für die Gestaltung der weihnachtlichen Schaufenster des KaDeWe in Berlin zuständig ist: Die Warenauslage stehe dabei im Hintergrund, es gehe um "Storytelling. Es geht ums Geschichtenerzählen. ... Fenster sind eben nicht mehr ausschließlich Produktdarstellungsbühnen, sondern mehr."



Stichwörter: Mode, Kadewe, Schaufenster

Efeu - Die Kulturrundschau vom 14.11.2017 - Design


Jil Sander Kampagne, Herbst-Winter 2004/2005, Model: Gemma Ward (Bild: David Sims)

Sehr begeistert erkundet Katharina J. Cichosch die große, 3000 Quadratmeter umfassende Ausstellung, die das MAK in Frankfurt der Modedesignerin Jil Sander widmet: Sie schätzt vor allem den Freiraum, den Sanders Mode lässt: "Das Geschlecht interessiert kaum oder in jedem Falle nicht explizit. Sander befreite nicht nur die Frau von der Dekoration, wie es im Ausstellungstext heißt; ihre Mode befreite auch ihre Trägerin selbst vom Status eines bloßen Beiwerks. Dieses Prinzip lässt sich heute geschlechtsunabhängig formulieren: Jil Sanders hat das Diktat der Mode zugunsten seiner Trägerin, seines Trägers umgekehrt. ... Äquivalent zur Mode, die Trägerin und Träger ultimativen Freiraum verschaffen soll, lässt auch das MAK seinen Exponaten viel Platz zur Entfaltung. Die Leere, das Nichtvorhandensein gehört dazu und ist von der Designerin ausdrücklich gewollt. Alles, bloß keine Retrospektive!"

Efeu - Die Kulturrundschau vom 08.11.2017 - Design

Der Altersdurchschnitt der Gesellschaft hebt sich zusehends, während sich das Design vor allem aufs junge Publikum stürzt. In der NZZ sehen Oliver Herwig und Antje Stahl daher einige Herausforderungen für die Gestalter nahen - auch, weil sich die ersten popkulturell ausdifferenzierten Generationen dem Rentenalter nähern: "Alt ist nämlich nicht gleich alt. ... Die Designer mussten einsehen, dass die neue, alte Zielgruppe wesentlich heterogener ist als ihre eigene. Die Lebensentwürfe von Rentnern auf Motorrädern lassen sich kaum mit denen von gärtnernden Hippies, die gerne mal einen Joint rauchen, auf einen Nenner bringen."
Stichwörter: Alter

Efeu - Die Kulturrundschau vom 07.11.2017 - Design

Streetwear mit protzigen Logos erobert wieder die Mode, beobachtet Donna Schons in der taz. Dass auch die großen Modehäuser nach einer Phase der Dezenz wieder vermehrt auf gut sichtbares Branding setzen, liegt für Schons auch daran, dass junge Fashionistas heute vor allem auf den kleinen Displays ihrer Smartphones und auf Instagram mit Mode in Berührung kommen: "Raffinierte Details und komplizierte Schnitte verloren sich in der Bildwelt des mobilen Internets. Mode wurde plötzlich zweidimensional wahrgenommen, plakative und ironische Setzungen wie die Vetements-Hoodies mit ihren überlangen Ärmeln prägten die Instagram-Feeds. ... Das meistverkaufte Luxusprodukt des bisherigen Jahres ist ein Paar Badeschlappen mit Gucci-Print, dicht gefolgt von Pumps mit Absatz in Form des Yves-Saint-Laurent-Logos, einem Gucci-Gürtel mit Logo-Schnalle und einem Paar Givenchy-bedruckten Badeschlappen."
Stichwörter: Streetwear, Mode, Branding

Efeu - Die Kulturrundschau vom 04.11.2017 - Design

Über diesen Coup staunen die Feuilletons nicht schlecht: Erstmals überhaupt wird der Modedesignerin Jil Sander eine große Ausstellung gewidmet - und nicht etwa in New York, sondern in Frankfurt am Main, wo das Museum Angewandte Kunst überdies seine ganze Fläche von 3000 Quadratmetern geräumt und zur Verfügung gestellt hat. FAZ-Kritikerin Verena Lueken fühlt sich bei Betritt des Hauses dann auch gleich "dem Alltag enthoben" - Sanders Werk charakterisiert sie als "fluide in nahezu jeder Hinsicht - zwischen den Jahrzehnten, den Geschlechtern, den Moden. Ein Werk, das Kleidung nicht nur an Körpern entwirft, sondern auch den Raum einbezieht, in dem sie getragen wird. Das also Architektur mitdenkt. Und das, im Design minimalistisch, vermeintlich unterkühlt, ornamentlos eine Stimmung erzeugt, die eine ganz eigene Sinnlichkeit atmet, eine Art sinnlicher Intelligenz."

"Spannend" werde die Ausstellung dementsprechend auch immer dann, wenn "es um die Konstruktion, um die Grundfeste der Kleidung geht", erklärt Manuel Almeida Vergara in der FR. So "hängen überdimensionale Schnittmuster an den Wänden, Kreidelinien zeichnen an einem Jackett formgebende Nähte nach. Hinter Glas liegt, was für Jil Sanders Mode immer am wertvollsten war: Konzepte, Stimmungskollagen und Stoffproben, eine intensive Forschung am Material."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 02.11.2017 - Design

Immer mehr vernetzte Gadgets durchdringen, messen, protokollieren und stützen unseren Alltag - eine interessante Herausforderung fürs Design, meint Oliver Herwig in der NZZ: "Wie lässt sich das Nichts gestalten? Noch gibt es greifbare Portale zur Netzwelt: Mobilfunkgeräte, Computer und Geräte wie Amazon Alexa oder Google Home: Dinge, die aussehen wie Kaffeevollautomaten oder Kieselsteine, aber eigentlich nicht mehr notwendig sind in einer Welt des ununterbrochenen Informationsflusses. ... Die Rolle der Designer verschiebt sich von der Formfindung, der Hardware, zur Gestaltung des Systems dahinter. Sie definieren die Übergänge von Objekt, Selbst und Raum, die Nutzeroberflächen, und damit unseren Zugang zur Gemeinschaft, zur Welt."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 01.11.2017 - Design

Die FAS hat Verena Luekens Gespräch mit der Modedesignerin Jil Sander online nachgereicht. In Frankfurt wird sie am kommenden Wochenende ihre erste Ausstellung eröffnen.
Stichwörter: Jil Sander, Modedesign
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