Efeu - Die Kulturrundschau - Archiv

Design und Mode

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Efeu - Die Kulturrundschau vom 28.03.2017 - Design

Besprochen wird die Ausstellung "Gern modern? - Wohnkonzepte für Berlin nach 1945" im Museum der Dinge in Berlin (Tagesspiegel).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 25.03.2017 - Design

Im zerrütteten Nordikrak, keine Autostunde vom umkämpften Mossul, hat eine Gruppe junger Männer den ersten irakischen Gentlemen's Club Mr. Erbil gegründet, berichtet Andrea Backhaus auf Zeit Online: "Anfangs suchten sie in den Cafés und sozialen Netzwerken nach Männern, die zu ihnen passen könnten: Männer, die sich für Mode interessieren, vor allem aber gegenüber anderen Religionen, Ethnien und Überzeugungen tolerant sind. Gemeinsam entwickelten sie ihren Kleidungsstil, eine Mischung aus westlichen Einflüssen und dem eigenen kulturellen Erbe. Inspiration finden sie bei den Effendis, einer Gruppe früherer kurdischer Landbesitzer, die schicke Kleidung trug und Salons besuchte."
Stichwörter: Kurdistan, Irak

Efeu - Die Kulturrundschau vom 21.03.2017 - Design

Freiheit für die Ferse! Mules, also nicht etwa englische Maultiere, sondern salopp-legere Fußüberzieher, könnten der Modehit der Frühlingssaison werden, meinen einige Modedesigner und auch Daniele Muscionico findet das in der NZZ nicht abwegig. "Denn Mules bedeutet auch: schlüpf und weg! Weg mit hornigen Anklängen, mit disparater Zehenchoreografie, mit Senk- oder Spreizfuss und seinen Ablegern. Schlüpf und weg, der Mule ist die Lösung der Legeren. Man trägt die Pantoffeln passgenau zum Zeitgeist, dem Vintage-Look und dem Shabby Chic. Mules sind die Leisetreter unter den Exklusiven. Sie treten auf, aber sie treten nicht hervor."
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Stichwörter: Schuhe, Mode

Efeu - Die Kulturrundschau vom 14.03.2017 - Design

In einem Laden von Yves Saint Laurent haben einige Feministinnen zum Ausklang der Pariser Fashion Week eine laustark empörte Protestaktion gegen die als sexistisch empfundene jüngste Plakataktion des Labels durchgeführt (hier der passende Hashtag dazu). Über soviel prüden Contenance-Verlust kann Annabelle Hirsch von der taz nur genervt mit den Augen rollen: "Surrealisten wie Hans Bellmer wären eingesperrt worden für ihre sadistischen Deformationen weiblicher Körper, großartige Modefotografen wie Guy Bourdin wären bei Vogue nicht einmal bis in die Eingangshalle gelangt, die meisten französischen Schriftsteller wären gelyncht worden. Vor allem aber wären französische Frauen nicht diese faszinierenden, selbstbewussten, freien Wesen, die sie sind. Das Leben wäre sicher immer sehr respektvoll und korrekt, nur wäre es auch unendlich farblos und langweilig und von jeglicher Erotik befreit. In diesem Sinne: Vive la mode! Vive Paris! Vive la liberté!"

Efeu - Die Kulturrundschau vom 13.03.2017 - Design

Zum Fünfundsiebzigsten gratuliert Marc Zitzmann in der NZZ dem Fotografen und Parfumeur Serge Lutens, der für Dior und Shiseido die visuellen Identitäten schuf und als Parfumeur sogar Luca Turin beeindruckte: "'Mandarine Mandarin' ist nur eine von Dutzenden von Kreationen, die Serge Lutens seit 1990 zum Abgott vieler Parfumliebhaberinnen und -liebhaber gemacht haben. Etliche dieser Duftwässer gelten als 'schwierig', wo nicht gar als untragbar. Aber das Haus Lutens verkörpert - oder verkörperte zumindest bis unlängst - ein Ideal von Wagemut, Erfindungsreichtum und Gleichgültigkeit gegenüber Mode und Markt. Für viele Nasenmenschen ist - oder war - Lutens kein Designer zeitgeistiger Mode-Wässerchen, sondern ein olfaktorischer Konzeptkünstler." (Bild: Serge Lutens, 1995)
Stichwörter: Serge Lutens, Parfum

Efeu - Die Kulturrundschau vom 11.03.2017 - Design



Der nordirische Modedesigner JW Anderson hat für die Hepworth Wakefield Galerie in Yorkshire seine erste Ausstellung kuratiert. Das Thema heißt "Disobedient Bodies" und zeigt über hundert Werke von über vierzig Künstlern und Modedesignern, darunter Werke von Barbara Hepworth, Issey Miyake, Sarah Lucas, Yves Saint Laurent, Naum Gabo, JW Anderson und Loewe, zählt Abigail Radno im Guardian auf: "There will be a playful installation at the centre of the show, made up of giant jumpers so big that you can stand inside them: a sort of chic soft play. The exhibits will be within touching distance where possible, to make the visitor feel as if they are part of the conversations. 'I am hoping when you have an Arp and a Christian Dior dress and a Sarah Lucas and a Hans Coper all together, it might conjure up something,' Anderson says. 'Because, ultimately, we don't need to know about the history of sculpture or fashion. We just need to know: Do I like it?'"

Efeu - Die Kulturrundschau vom 07.03.2017 - Design

Das Plissee ist zurück, verkündet Elisabeth Wagner in der taz und versucht, seiner Widersprüchlichkeit aus Zauber und Langeweile auf die Spur zu kommen. Denn die neue Schwärmerei ist mehr als nur die Rückkehr zur Bürgerlichkeit: "In Zeiten der Krise würde sie an den Glanz der glatten Oberflächen appellieren, an den Trost der schönen Fassade. Doch die Mode wäre nicht die Mode, wenn es so einfach wäre. Das Plissee selbst trägt die Widersprüche in sich. Gierig verschluckt es Unmengen an Stoff, ohne davon dick zu werden, und wenn es nicht gerade als dekoratives Element an Hals oder Handgelenk funktioniert, kann es sich gehen lassen. Regelrecht exzessiv kann es werden und danach sofort wieder zurückkehren zur Form. Wie ein Heuchler, der nach fremdgegangener Nacht in strahlender Laune am Frühstückstisch der Familie sitzt, kann es die repräsentative Ruhe wahren. Das Chaos und die Ordnung. Die Anpassung und die Überschreitung. An der Kante des Plissees stoßen beide aneinander." (Bild: Christopher Kane, Kollektion Winter 2017)


Ausschnitt aus der Sibylle. 1962/4, Seite 38-39, Foto: Arno Fischer

Bettina Maria Brosowsky blickt in der NZZ auf die Geschichte der DDR-Mode zurück, die maßgeblich auch von der Zeitschrift Sibylle geprägt wurde. Wie sie in der Ausstellung in der Kunsthalle Rostock auch lernt, sollte sie vor allem dem konservativen Frauenbild von Diors New Look etwas entgegensetzen: "Die selbständige, arbeitende Frau, die in einer durch Demontage und Reparationsleistungen beeinträchtigten Mangelwirtschaft dringend benötigt wurde. Die sozialistische Musterfrau sollte sich in einer funktionalen Garderobe bestätigt finden... An Kreativität mangelte es den Musterkollektionen des Instituts nicht, jedoch waren die Kleidungsstücke nach unzähligen politischen Entscheidungsinstanzen meist bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Akzentuierende Steppnähte, aufgesetzte Taschen, schöne Knöpfe, besonders aber höherwertige Materialien fielen rigiden Sparvorgaben zum Opfer; eine verstaatlichte und veraltende Textilindustrie tat das Übrige zur enttäuschenden Qualität."
Stichwörter: DDR-Mode, Sibylle, Plissee

Efeu - Die Kulturrundschau vom 04.03.2017 - Design

Marion Löhndorf schreibt in der NZZ einen Liebesbrief an den Mini, das kompakte Auto, das ab den 50ern die aufstrebenden Jugendkulturen begleitete. Für sie steht der Mini damit auch für "ein Stück Kulturgeschichte: ein Symbol des Aufbruchs mit dem Aufkommen von Underground und antiautoritärer Emphase in den sechziger Jahren, ein Objekt der Begierde im Swinging London. Der Mini setzte Maßstäbe, eben durch seine geringe Größe, aber auch durch seine Kastenform, die weder zoomorph noch technomorph war wie die eiförmige Isetta oder die amerikanischen Straßenkreuzer mit ihren an Flugzeuge erinnernden Heckflügeln: Seine Gestalt war referenzfrei und konnte mit eigenen Träumen besetzt werden."
Stichwörter: Auto-Design

Efeu - Die Kulturrundschau vom 01.03.2017 - Design

(Bild: Cover SIBYLLE, 1959/5, Foto: Altendorf (Ausschnitt))

Staatlich subventioniert, weit entfernt von Subversion, aber auch nicht nur die "Vogue des Osten" - für die Welt hat sich Dirk Pilz die knapp vierzigjährige Geschichte der DDR-Modezeitschrift Sibylle in einer Rostocker-Ausstellung angesehen: "In der 'Sibylle' war der Aufbruchsgeist ästhetisch konserviert bis 1989. 11. Plenum der Partei für volksnähere Künste 1965, Erich Honeckers Konsum- und Konfektionsprogramme in den Siebzigern und das Dahinsiechen der DDR während der Achtziger - wer sich am Abend in den Bauhaus-Sessel setzte, die 'Sibylle' aufschlug und die Fotos von Sven Marquardt, Ute Mahler und Sibylle Bergemann betrachtete, sah in ein Sehnsuchtsland. Wohin man kam, im bohemistischen bis bürgerlichen Osten, die 'Sibylle' lag schon da, die 'Zeitschrift für Mode und Kultur'."

(Bild: David Bielander, 2007. Bracelet Argent cuivré et élastiques. Image © Simon Bielander)

Außerdem stellt die NZZ zwei außergewöhnliche Schmuckdesigner vor, die derzeit im Designmuseum Mudac präsentiert werden: "Aldo Bakker schafft Objekte von geradezu japanisch anmutender Reduktion und Perfektion", schreibt Roman Hollenstein. Die Ausstellung führe "vorbei an organisch geformten Gegenständen, die bald an Kannen oder Vasen, bald an Altäre erinnern, wie ein Hochamt der Schönheit - so dass man mitunter Weihrauch zu atmen, dann wieder hinter all dem glänzenden Lack den Kitsch zu sehen glaubt. Doch die bald harfenförmigen, bald wirbelartigen oder gehörnten Gefässe (...) sind letztlich kunstvolle Dekorationsobjekte." Und Susanne Koeberle porträtiert David Bielander, der die Grenzen zwischen Schmuck, Kunst und "sauschlechtem Design" veruneindeutigt, wie etwa an seiner Wurstkette: "Die 'Untersuchung' der Wurstkette führte zu einer Umsetzung in ein Schmuckstück aus Holz. Als Material dienen ihm alte Thonetstühle. 'Ich greife in das Design der Wurst wenig ein, ich nehme das, was dieser Stuhl mir bietet', erläutert er seine Vorgehensweise. Interessant wird es, wenn jemand so eine Wurstkette trägt. Natürlich löst sie Erstaunen aus, vielleicht will man sich dieser Person beziehungsweise der Wurstkette nähern." 



Efeu - Die Kulturrundschau vom 18.02.2017 - Design

Das politische Statement ist in die Mode zurückgekehrt, stellt Katharina Pfannkuch vom Zeit Magazin nach dem Besuch der New York Fashion Week fest: "Der mexikanisch-amerikanische Designer Raul Solis von LRS druckte 'No Ban, No Wall' auf Unterhosen. Das Label Public School zitierte die roten Baseballcaps der Trump-Anhänger, nur prangte auf den Kappen der Aufdruck 'Make America New York'. Jeremy Scott machte seine Models zu wandelnden Telefonbüchern - auf den T-Shirts seiner Kollektion standen die Namen und Nummern von US-Senatoren. Eine modische Multiplikation des Aufrufs von Filmemacher Michael Moore, der forderte, dass jeder US-Bürger nun täglich seinen Repräsentanten im Senat über seinen Trump-Unmut informieren sollte."
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