Efeu - Die Kulturrundschau - Archiv

Design und Mode

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Efeu - Die Kulturrundschau vom 20.04.2017 - Design

Die jüngste Smartphone-Generation hebt sich im Design durch ein nahezu randloses Display von den Vorgängern ab. Fotografiert man damit, fühlt man sich so "als halte man ein Stück Glas in die Luft", schreibt Oliver Herwig dazu in der NZZ. Für ihn spitzt sich darin ein Trend zu, der sich seit geraumer Zeit entwickelt: Design soll die Produkte zum Verschwinden bringen, deren Funktionen sollen unmittelbar und ohne materiellen Widerstand zuhanden sein. "Seit Erfindung des Schreibgriffels gibt es offenbar nur eine Richtung: Kommunikation entledigt sich ihrer physischen Grenzen. Auch das Smartphone verwandelt sich langsam in eine platonische Idee: reiner Dialog, reine Teilhabe, reine Übertragung - ohne störende Materie. Augenblicklich wischen wir zwar noch auf etwas Glas, aber auch das könnte bald verschwinden - zugunsten einer Steuerung über Gesten oder Sprache. ... Unser Verhältnis zu den Dingen des Alltags wird sich damit ändern."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 12.04.2017 - Design

Samt, Art Déco, Ornamentik und sogar Gold als (fein dosiertes) Prunk-Kolorit sind wieder da, berichtet Andrea Eschbach in der NZZ nach dem Besuch diverser Möbelmessen: "Ohne Zweifel: Der Minimalismus und der skandinavische Stil haben glamouröse Konkurrenz bekommen."
Stichwörter: Glamour, Möbeldesign

Efeu - Die Kulturrundschau vom 08.04.2017 - Design

Mit größtem Vergnügen liest die Schriftstellerin Annett Gröschner im "10 nach 8"-Blog auf ZeitOnline den Katalog zur Rostocker Ausstellung über die legendäre und zuletzt wieder vielgerühmte DDR-Modezeitschrift Sibylle (mehr dazu hier und hier): "Die Zeitschrift hielt, was ihr Name versprach: Sie orakelte doppeldeutig und konnte in Rätseln sprechen. Das kam Leserinnen und Lesern (ja, die Sibylle hatte auch Leser), die das Doppeldeutige zum geistigen Überleben brauchten, entgegen. ... Dass die Sibylle als Modezeitschrift für die Funktionäre auch in der DDR unter 'Gedöns' fiel, kam den Redakteurinnen entgegen, die Kontrolle war laxer als bei politischeren Zeitschriften." Was sich sehr konkret in der Zeitschrift niederschlug: "Im Schatten der Macht ließ sich eine Ästhetik des doppelten Blicks entwickeln, in die Welt und nach innen." (Bild: Ausstellungskatalog, Hartmann Books)


Ausschnitt aus der Sibylle. 1962/4, Seite 38-39, Foto: Arno Fischer

Efeu - Die Kulturrundschau vom 07.04.2017 - Design

Bei der Möbelmesse in Mailand machten vor allem die Lampendesigner mit wagemutigen Entwürfen auf sich aufmerksam, berichtet Max Scharnigg in der SZ. Möglich macht dies die LED-Leuchttechnik, die die Gestalter von der Glühbirne als Determinante befreit. "Bei Avantgardisten wie dem niederländischen Label Formafantasma sind filigrane Messinggeometrien entstanden, die an den Wänden ein Spiel aus Licht und Schatten veranstalten. LEDs werden zu winzigen schwebenden Lichtpunkten am Himmel oder pizzagroßen Wandtellern, viele Hersteller (Vorreiter war Marset) haben dieses Jahr auch ein niedliches Lämpchen 'to go' im Angebot, meist in drolliger Pilzform und aufladbar über USB. ... Wie diese technopoetische Spielerei jenseits von Hotellobbys und Schaufenstern eigentlich einzusetzen ist", bleibt in den Augen des Messsebesuchers aufgrund der niedrigen Strahlkraft vieler Entwürfe allerdings fraglich. "Raumlicht ist im Jahr 2017 jedenfalls sehr inspiriert, aber weit weg vom Nutzlicht."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 29.03.2017 - Design

Das Museum für Angewandte Kunst in Köln würdigt den Möbeldesigner Stefan Diez mit einer Ausstellung. Für die NZZ war Andrea Eschbach vor Ort, wo es unter auch den "Houdini"-Stuhl zu sehen gibt, Diez' berühmteste Arbeit: "Er ist eine Studie zur Technik des Biegens. Diez zeigte - inspiriert durch eine Methode aus dem Flugzeugmodellbau -, was man mit Schichtholz heute machen kann: Die Rückenlehne der Stühle sowie deren Sitzrahmen legen sich kurvenförmig um die Basis und bilden so eine harmonische Sitzschale. Die dünnen Schichtholzplatten werden dabei per Hand um einen Massivholzring gebogen. Um die gebogenen Elemente in Form zu halten, sind weder Nägel noch Schrauben nötig. Das Sperrholz umschließt Massivholz - das Modell zitiert im Namen nicht umsonst den großen Entfesselungskünstler Harry Houdini."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 28.03.2017 - Design

Besprochen wird die Ausstellung "Gern modern? - Wohnkonzepte für Berlin nach 1945" im Museum der Dinge in Berlin (Tagesspiegel).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 25.03.2017 - Design

Im zerrütteten Nordikrak, keine Autostunde vom umkämpften Mossul, hat eine Gruppe junger Männer den ersten irakischen Gentlemen's Club Mr. Erbil gegründet, berichtet Andrea Backhaus auf Zeit Online: "Anfangs suchten sie in den Cafés und sozialen Netzwerken nach Männern, die zu ihnen passen könnten: Männer, die sich für Mode interessieren, vor allem aber gegenüber anderen Religionen, Ethnien und Überzeugungen tolerant sind. Gemeinsam entwickelten sie ihren Kleidungsstil, eine Mischung aus westlichen Einflüssen und dem eigenen kulturellen Erbe. Inspiration finden sie bei den Effendis, einer Gruppe früherer kurdischer Landbesitzer, die schicke Kleidung trug und Salons besuchte."
Stichwörter: Kurdistan, Irak, Mossul

Efeu - Die Kulturrundschau vom 21.03.2017 - Design

Freiheit für die Ferse! Mules, also nicht etwa englische Maultiere, sondern salopp-legere Fußüberzieher, könnten der Modehit der Frühlingssaison werden, meinen einige Modedesigner und auch Daniele Muscionico findet das in der NZZ nicht abwegig. "Denn Mules bedeutet auch: schlüpf und weg! Weg mit hornigen Anklängen, mit disparater Zehenchoreografie, mit Senk- oder Spreizfuss und seinen Ablegern. Schlüpf und weg, der Mule ist die Lösung der Legeren. Man trägt die Pantoffeln passgenau zum Zeitgeist, dem Vintage-Look und dem Shabby Chic. Mules sind die Leisetreter unter den Exklusiven. Sie treten auf, aber sie treten nicht hervor."
Stichwörter: Schuhe, Mode

Efeu - Die Kulturrundschau vom 14.03.2017 - Design

In einem Laden von Yves Saint Laurent haben einige Feministinnen zum Ausklang der Pariser Fashion Week eine laustark empörte Protestaktion gegen die als sexistisch empfundene jüngste Plakataktion des Labels durchgeführt (hier der passende Hashtag dazu). Über soviel prüden Contenance-Verlust kann Annabelle Hirsch von der taz nur genervt mit den Augen rollen: "Surrealisten wie Hans Bellmer wären eingesperrt worden für ihre sadistischen Deformationen weiblicher Körper, großartige Modefotografen wie Guy Bourdin wären bei Vogue nicht einmal bis in die Eingangshalle gelangt, die meisten französischen Schriftsteller wären gelyncht worden. Vor allem aber wären französische Frauen nicht diese faszinierenden, selbstbewussten, freien Wesen, die sie sind. Das Leben wäre sicher immer sehr respektvoll und korrekt, nur wäre es auch unendlich farblos und langweilig und von jeglicher Erotik befreit. In diesem Sinne: Vive la mode! Vive Paris! Vive la liberté!"

Efeu - Die Kulturrundschau vom 13.03.2017 - Design

Zum Fünfundsiebzigsten gratuliert Marc Zitzmann in der NZZ dem Fotografen und Parfumeur Serge Lutens, der für Dior und Shiseido die visuellen Identitäten schuf und als Parfumeur sogar Luca Turin beeindruckte: "'Mandarine Mandarin' ist nur eine von Dutzenden von Kreationen, die Serge Lutens seit 1990 zum Abgott vieler Parfumliebhaberinnen und -liebhaber gemacht haben. Etliche dieser Duftwässer gelten als 'schwierig', wo nicht gar als untragbar. Aber das Haus Lutens verkörpert - oder verkörperte zumindest bis unlängst - ein Ideal von Wagemut, Erfindungsreichtum und Gleichgültigkeit gegenüber Mode und Markt. Für viele Nasenmenschen ist - oder war - Lutens kein Designer zeitgeistiger Mode-Wässerchen, sondern ein olfaktorischer Konzeptkünstler." (Bild: Serge Lutens, 1995)
Stichwörter: Serge Lutens, Parfum
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