Efeu - Die Kulturrundschau - Archiv

Design und Mode

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Efeu - Die Kulturrundschau vom 22.10.2018 - Design

Hochschule für Gestaltung (HfG) Ulm, 1955. Architekt: Max Bill. Foto: Hans G. Conrad, René Spitz. CC / Wikipedia

1968 musste die 1953 von Max Bill gegründete Hochschule für Gestaltung in Ulm schließen: Zu Grabe getragen wurde ein Projekt, das - als legitimes Erbe des Bauhaus - emanzipatorische Vision und die Synthese von Kunst und Handwerk vereinte, wie Bettina Maria Brosowsky in der NZZ erinnert. "Es ging um nicht weniger als allgemeingültige Wahrheiten und darum, die Geschichte der Moderne zu einem für die Menschheit erfolgreichen Ende zu führen. 'Cool on the Kuhberg' betitelte 1959 der britische Designtheoretiker Reyner Banham einen Bericht nach einem mehrtägigen Aufenthalt in Ulm, er bemerkte aber auch die Humorlosigkeit der dort Tätigen, die mit seiner trivialen Pop-Art so wenig anzufangen wussten."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 10.10.2018 - Design

Contemporary Muslim Fashion im de Young Museum in San Francisco. Mehr Bilder von der Ausstellung bei Dezeen


Fasziniert schlendert NZZ-Kritikerin Lilian Pfaff durch die große, "sehr differenzierte" Ausstellung "Contemporary Muslim Fashions" im de Young Museum in San Francisco: "So wie der Islam ein multikultureller Glaube ist, so ist auch die Kleidung nicht nur von religiösen Traditionen geprägt, sondern von weltweiten Modetrends und den ästhetischen Vorlieben aus den unterschiedlichen Regionen", erfährt sie hier. "In Malaysia, einem der führenden Modemärkte, würden traditionelle Textilien mit zeitgemäßen Schnitten und feministischen Ideen verbunden, das wird während einer Führung für die Presse in diesen Ausstellungsräumen immer wieder betont. Tatsächlich sind polemische Urteile hier fehl am Platz. Im wichtigsten Modemarkt, in Indonesien, war das Kopftuch politisch etwa so aufgeladen, dass es zum Zeichen des Widerstands gegen das Regime von Präsident Suharto wurde." Dass es heute genau umgekehrt ist und das Kopftuch für eine immer rigidere Religionsanschauung steht, sollte man aber vielleicht auch erwähnen.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 08.10.2018 - Design

Alex Bohn freut sich im ZeitMagazin darüber, dass nicht mehr nur junge, weiße Models auf den Catwalks der Fashion Weeks zu sehen sind: "Doch es gibt mehr zu feiern als nur die größere ethnische Vielfalt auf den Laufstegen. Auch Alter und Kleidergröße werden endlich realistischer gezeigt. So waren die eigentlichen Stars bei Donatella Versace in Mailand nicht die Schönheiten der Instagram-Ära. Kendall Jenner, Emily Ratajkowski sowie Bella und Gigi Hadid waren zwar Teil der Schau, doch Beifall brandete besonders für die 44-jährige Kanadierin Shalom Harlow und die 40-jährige Äthiopierin Liya Kebede auf."

Im ZeitMagazin-Gespräch berichtet Modedesignerin Jennifer Jane Martin von ihren weißgott nun wirklich bedrückenden Beschwerlichkeiten dabei, in Mailand Fuß zu fassen: "Die Stadt war sehr verschlossen und traditionell. Es gab nichts Internationales hier: kein Yoga, kein Sushi, keine chinesischen Restaurants, nur italienisches Essen. Man bekam nirgends einen Smoothie! Ich erlitt einen Kulturschock."
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Efeu - Die Kulturrundschau vom 02.10.2018 - Design

Zehn Jahre lang gab es unter der Designerin Phoebe Philo bei Céline kluge und coole Mode für Frauen mit Stil, unter Hedi Slimane gibt es auch hier nur noch kurze Kleidchen, in die man sich erst hineinhungern muss, ächzt Tanja Rest erbost in der SZ von den Pariser Modeschauen. Der Akzent ist auch verschwunden: "Von Philos gefeiertem Minimalismus bleibt nichts übrig. Ausradiert, zu Staub zerfallen. Slimane hat es im Interview mit dem Figaro Tage zuvor ja selbst gesagt: 'Bei Celine wiegt die Vergangenheit nicht so schwer wie bei Dior oder Saint Laurent. Wir können uns leichter davon lösen.' Die Show in einem Wort? Gier." Statt bisher eine knappe Milliarde Umsatz hat LVMH-Chef Bernard Arnault den Investoren zwei bis drei Milliarden Umsatz versprochen.

Insbesondere für Mode-Freunde ist die BBC-Serie "Killing Eve" über eine Auftragsmörderin und eine Polizistin, die sie jagt, ein Fest, schreibt Annabelle Hirsch in der taz: Denn "nie drückte sie so viel so subtil aus wie in dieser. ... Die Frage des Stils ist in der Beziehung zwischen den beiden Frauen zentral" und ist "ganz weit weg von den eindimensionalen Bildern, die uns die männlichen Interpretationen und Vorstellungen der starken Frau uns bisher präsentiert haben. 'Killing Eve' öffnet neue Visionen von Weiblichkeit, die schonungslos und amoralisch sind."

Besprochen wird in der taz außerdem Hans-Christian Danys Bomberjacken-Buch "MA-1. Mode und Uniform".

Efeu - Die Kulturrundschau vom 26.09.2018 - Design

Mitunter skeptisch, schlussendlich aber doch versöhnt liest NZZ-Kritiker Wolfgang Hellmich Daniel Martin Feiges Plädoyer für eine Philosophie des Designs: "Wer auf das Design der Dinge achtet, lässt sich gerne verzaubern. Das Buch schärft dafür die Sinne. Es ist eine Verteidigung der Schönheit in einer Zeit, die immer weniger Sinn für das Besondere hat."

Marion Löhndorf berichtet in der NZZ vom London Design Festival, das noch bis Ende des Monats geht.
Stichwörter: Feige, David Martin

Efeu - Die Kulturrundschau vom 12.09.2018 - Design

In der NZZ schreibt Daniela Segenreich-Horsky über "bescheidene" Mode, die aus ihrem religiösen Kämmerchen auf den Laufsteg und zur Kundin drängt, die das gern annimmt, wenn sie dabei auch einen intellektuell wenig eleganten Spagat machen muss: "'Ich will ausschließlich meinem Mann gefallen und sonst niemandem', erklärt die fünffache Mutter, die schon mit 18 ihr erstes Baby bekam. 'Aber es steht nirgendwo in der Thora geschrieben, dass Frauen nicht schön sein dürfen. Wenn ich mich chic kleide, fühle ich mich wohl und werde respektiert. Wichtig ist, dass eine Frau von innen her bescheiden ist und dass ihr Mann und das Rabbinat ihren Kleidungsstil genehmigen.'"

Außerdem: Sarah Pines untersucht in der NZZ den Einfluss von #metoo auf den Frauenkörper.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 04.09.2018 - Design

In der taz hält Donna Schons nichts vom Kunstpurismus, aber wie die Mode immer stärker in den Kunstkontext drängt, findet sie doch befremdlich, wie etwa bei einer Performance in Palermo, für die die Künstlerin von Balenciaga ausgestattet wurde: "Es erinnert ein wenig an die Praxis von Luxusmarken wie Prada und Louis Vuitton, pompöse Kunstsammlungen zu eröffnen und so kulturelles Kapital zu gewinnen. Dem Idealbild einer autonomen Kunst, die anders als Modelabels keiner ökonomischen Logik folgt, entspricht jenes Bild nicht. Als ich mich mit einem Freund nach der Performance darüber unterhalte, zuckt dieser mit den Schultern: 'Ich habe gar nicht erkannt, dass ihre Kleidung von Balenciaga ist'. Damit bringt er das Designkonzept von Balenciaga unter dem aktuellen Creative Director Demna Gvasalia auf den Punkt: Es ist eine konzeptionelle Form des Modedesigns, die maßgeblich auf einem Eingeweihtsein basiert. Gvasalia appropriiert Bernie Sanders' Wahlkampflogo und druckt es auf Hoodies und überdimensionale Daunenschals, näht ein Hemd an die Vorderseite eines T-Shirts und verkauft das Resultat für 1.290 Dollar. Und fertigt eine Lederkopie der ikonischen blauen Ikea-Einkaufstasche, die noch mal fast das Doppelte des Shirts kostet."

Annabelle Hirsch bespricht in der taz Terry Newmans Coffee-Table-Book über den Kleidungsstil legendärer Autoren (hier eine Leseprobe).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 31.08.2018 - Design

In der NZZ plaudert Herbie Schmidt mit einem sich sehr enthusiastisch über das eigene Produkt äußernden Mark Backé über die neue Fahrzeugmesse Grand Basel, bei der sich alles um Stil und Design von Autokarrosserien dreht.
Stichwörter: Grand Basel, Auto-Design

Efeu - Die Kulturrundschau vom 30.08.2018 - Design

Die Schrifttype Xants, entworfen von Xanti Schawinsky

Im Auftrag von Adobe hat Erik Spiekermann zum 100-jährigen Bauhaus-Jubiläum fünf nur als Skizzen und Fragmente überlieferte Bauhaus-Typografien von Xanti Schawinsky, Joost Schmidt, Carl Marx, Alfred Arndt und Reinhold Rossig digital vervollständigt. Bei der Arbeit lagen ihm "jede Menge Skizzen von Schriften, nicht umgesetzte Typografien der Bauhaus-Meister, Entwürfe, Sketche, Buchstabenfragmente, die als Schriften nie vervollständigt wurden" vor, erklärt der Typograf im SZ-Gespräch. "Um vollständige Schriften zu fertigen, hätte man damals Matrizen fräsen müssen. Das war sehr aufwendig und auch unglaublich teuer. Die Bauhaus-Leute haben damals also oft nur Schriften als Reinzeichnungen angelegt, Buchstaben auf Papier zusammengeklebt und von Hand reproduziert oder nachgebaut. Aber es waren nie komplette, gebrauchs- und druckfertige Schriften, die man hätte nutzen können." Die ersten Schriften stehen hier zur Installation via Typekit zur Verfügung.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 27.08.2018 - Design

Gabriele Detterer porträtiert in der NZZ Christien Meindertsma, die derzeit mit einer Ausstellung im Vitra Design Museum in Weil am Rhein gewürdigt wird. Die Designerin hat sich darauf spezialisiert, ihre Arbeiten aus Müll und anderen recycelten Werkstoffen herzustellen.